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  1. Open Access in der Germanistik

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Open Access in der Germanistik In der Germanistik lässt sich eine Tendenz zu größerer Offenheit und Akzeptanz gegenüber Open Access beobachten. Darin ähnelt sie anderen Philologien, wie z.B. der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft , in denen ähnliche Entwicklungen stattfinden. Gleichwohl ist die Printfixiertheit in der Germanistik noch immer dominant, ebenso eng bleibt die Verknüpfung zwischen publizierendem Verlag und wissenschaftlicher Reputation. Vorurteile gegenüber Open Access betreffen neben der Sorge um wissenschaftliche Qualität auch die langfristige Verfügbarkeit ausschließlich online erschienener Forschungsbeiträge. Für die Publikationspraxis spielen bibliometrische Indikatoren wie der Journal Impact Factor , Zitationsraten etc. in der Regel eine geringe Rolle. Die Geschäftsmodelle vieler Verlagshäuser mit geisteswissenschaftlichem Schwerpunkt sind im Wandel, nicht zuletzt durch die Open-Access-Positionierung der großen nationalen Fördereinrichtungen. Angesehene Verlage ermöglichen und treiben mittlerweile Open Access Gold voran und sind auch offen(er) für Open Access Grün . Zugleich gibt es vermehrt institutionelle Angebote zur Förderung von Open-Access-Monografien und Open-Access-Sammelbänden (Open-Access- Publikationsfonds ; Förderung von Publikationskosten über Drittmittel; Publikationsbeihilfe der DFG ). Beides hat eine Zunahme von Open-Access-Erstveröffentlichungen zur Folge. Zudem nutzen immer mehr Forscher*innen die Möglichkeit der Zweitpublikation auf Repositorien ihrer Hochschulbibliothek bzw. Forschungseinrichtung oder zentralen Fachrepositorien wie GiNDok . Es ist zu erwarten, dass sich diese Entwicklung langsam aber stetig fortsetzt. Eine eindeutige Positionierung des Deutschen Germanistenverbands (DGV) steht noch aus. Gleichwohl haben sich innerhalb dieser zentralen Fachgesellschaft Arbeitsgruppen etabliert (AG Digitales in Forschung und Lehre; AG Germanistik im digitalen Zeitalter), die sich mit der Digitalisierung und den sich wandelnden Arbeits-, Lehr- und Forschungsweisen im Fach befassen. Hierbei spielt die Auseinandersetzung mit dem Open-Access-Publizieren eine wichtige Rolle. Die AG Germanistik im digitalen Zeitalter hat sich inzwischen aufgelöst. Kritisch zu Open Access äußern sich regelmäßig die Verantwortlichen des Instituts für Textkritik . Open Access in der Linguistik Finden Sie hier eine Einführung. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet unter dem Stichwort (Subject) “German Literature ” 14 und unter “ Germanic languages ” 4 Einträge (ohne skandinavische Sprachen). (Stand: November 2024). Wichtige Open-Access-Zeitschriften sind: IASLonline Philologie im Netz (PhiN) Textpraxis. Digitales Journal für Philologie ( DOAJ ) Linguistik online ( DOAJ ) Zeitschrift für interkulturelle Germanistik (ZiG) literaturkritik.de Transit. A Journal of Travel, Migration and Multiculturalism in the German-speaking World ( DOAJ ) Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaft (ZfdG) Außerdem zu erwähnen (wenngleich nicht im DOAJ gelistet) sind die „ Germanistischen Mitteilungen “ und die Zeitschrift für Wortbildung . Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Eine Suche nach "German literature" im Directory of Open Access Books erzielt 166 Treffer, nach "German language" 217 Treffer, nach "German linguistics" 22 Treffer und nach "German studies" 171 Treffer (Stand: März 2024). Open-Access-Bücher, die einen germanistischen Fachbezug haben und ohne BPC s im Diamond Open Access veröffentlicht sind, lassen sich auch auf der Website von Open Book Publishers unter "German Studies" finden. Disziplinäre Repositorien Zu den wichtigsten Repositorien in der Germanistik gehören GiNDok, betrieben vom Fachinformationsdienst (FID) Germanistik und Bestandteil des Portals “ Germanistik im Netz (GiN) ”, sowie der Publikationsserver des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache (IDS): GiNDok Publikationsserver des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache (IDS) Der IDS-Publikationsserver enthält vor allem Veröffentlichungen aus dem Bereich der germanistischen Sprachwissenschaft. GiNDok dient Einzelforscher*innen, Verlagen, Institutionen und Projekten als Plattform für Erst- und Zweitveröffentlichungen aus allen Teilbereichen des Fachs und für nahezu alle Textgattungen. Darüber hinaus bietet der FID Germanistik auch einen E-Journal-Hosting-Service auf Basis der Software OJS an. Wichtig für die Germanistik sind auch die folgenden Repositorien benachbarter Disziplinen: CompaRe - Fachrepositorium für die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft AMAD - Interdisziplinäres Open-Access-Fachrepositorium und Wissenschaftsblog für Mittelalterforschung PsyArxiv (vor allem in germanistischer Linguistik) PhilPapers Eine Übersicht zu relevanten Repositorien im Bereich “ Language and Literature ” gibt auch das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) . Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie rechtliche Informationen rund um Open Access. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige hilfreiche Angebote Der Fachinformationsdienst (FID) Germanistik hat eine Reihe von Tutorials veröffentlicht, die u.a. über die Vorteile des OA-Publizierens informieren und darüber hinaus einschlägige praktische Informationen zu relevanten Themen wie der Langzeitarchivierung oder zu der Zitationsweise digitaler Publikationen kompakt und verständlich auflisten. Literatur Weiterführende Literatur Baillot, A. (2019). Digitales Publizieren und Open Access in der Germanistik. Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbands , 66 (3), 237–247. https://doi.org/10.14220/mdge.2019.66.3.237 Eve, M. P. (2014). Open Access and the Humanities. Contexts, Controversies and the Future . Cambridge University Press. https://doi.org/10.1017/CBO9781316161012 Messerschmidt, N. (2011). Open Access in den Literaturwissenschaften. Ergebnisse qualitativer Interviews mit Wissenschaftlern der Deutschen Literatur . https://doi.org/10.18452/14147 Söllner, K. (2017). Geisteswissenschaften. In K. Söllner & B. Mittermaier (Eds.), Praxishandbuch Open Access (1st edition, pp. 247–253). De Gruyter. https://doi.org/10.1515/9783110494068 Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Dr. Volker Michel, Fachinformationsdienst Germanistik . Letzte inhaltliche Überarbeitung: Stefan Hartmann, Heinrich Heine Universität Düsseldorf (Stand: November 2024)....

  2. Open Access in der Geschichtswissenschaften

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Wahrnehmung von Open Access Erhebung zu Anforderungen und Hindernissen in ausgewählten geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen: Geschichtswissenschaften und Soziale Arbeit. Open Access in den Geschichts­wissenschaften Bei Historiker*innen besteht generell eine Offenheit gegenüber allen Formen von Open Access . Die Anzahl frei verfügbarer Zeitschriften und digitaler Bestände nimmt in den Geschichtswissenschaften stetig zu. Bei Monografien und Sammelbänden hingegen schreitet Open Access langsamer voran. Als weitere Veröffentlichungsform werden Blogs zur Verbreitung wissenschaftlicher Informationen genutzt. Neben Publikationen sind frei verfügbare historische Quellen von großer Bedeutung, besonders in Form von Digitalisaten und maschinenlesbaren digitalen Editionen. In den für die Geschichtswissenschaften relevanten Bereichen der Digital Humanities spielen zudem frei verfügbare Tools (z. B. bezüglich Text Mining) eine Rolle. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet aktuell unter dem Suchbegriff History 1.582 Open-Access-Zeitschriften. (Stand: Dezember 2025). Einige wichtige Open-Access-Zeitschriften sind: Historische Zeitschrift ( https://doaj.org/toc/2196-680X ) Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte ( https://doaj.org/toc/2196-6842 ) Zeithistorische Forschungen ( https://doaj.org/toc/1612-6041 ) Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften ( https://doaj.org/toc/2510-1358 ) Zeitschrift für Historische Forschung. Beihefte Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung ( https://doaj.org/toc/2701-0449 ) Rezensionen spielen in den Geschichtswissenschaften ebenfalls eine wichtige Rolle. Viele Zeitschriften, die nicht im Open Access publizieren, stellen trotzdem den Rezensionsteil frei zugänglich zur Verfügung. Darüber hinaus existiert eine Reihe von Open-Access-Rezensionsplattformen: Francia-Recensio (Rezensionsjournal des Deutschen Historischen Instituts Paris) recensio.net (Rezensionsplattform für europäische Geschichtswissenschaften) recensio.regio (Rezensionsplattform für Regionalgeschichte) RIDE (Rezensionsportal für digitale Editionen und Ressourcen) sehepunkte (Rezensionsjournal) Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Brinken, H. (2020). Finanzierung von Open-Access-Artikeln, open-access.network. https://doi.org/10.5446/49536 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Das Directory of Open Access Books (DOAB) verzeichnet 2.773 Monografien und Sammelbände unter dem Stichwort History (Stand: Dezember 2025). Auch die OAPEN Online Library bietet im Open Access veröffentlichte Volltexte zu historischen Themen . Die Publikationsplattform OpenEdition bietet unter dem Stichwort Geschichte 5.023 verfügbare Bücher. (Stand: Dezember 2025). Insgesamt existiert eine große Vielfalt an Publikationsmodellen, mit stark variierenden Konditionen, Kosten und technischer Umsetzung. Die in der AG Universitätsverlage zusammengeschlossenen deutschsprachigen Universitätsverlage unterstützen nachdrücklich die Open-Access-Bewegung. Ein Großteil von ihnen veröffentlicht geisteswissenschaftliche Monografien und Sammelbände. Wissenschaftsverlage wie z. B. die Verlage Barbara Budrich , de Gruyter , transcript , Wachholtz oder Wallstein bieten im Rahmen der Open-Access-Transformation zunehmend entsprechende Publikationsmöglichkeiten auch für Autor*innen aus den Geschichtswissenschaften. Inzwischen gibt es auch eine Reihe geisteswissenschaftlicher Open-Access-Verlage wie Language Science Press und Edition Topoi , die ausschließlich in diesem Format publizieren und auch keine Publikationsgebühren verlangen. Die vom Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (MPIWG) gehostete Edition Open Sources macht akademische Editionen von Primärquellen frei verfügbar zugänglich. Vom österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) geförderte selbstständige Publikationen werden Open Access in der FWF-E-Book-Library zur Verfügung gestellt, darunter auch Veröffentlichungen zu historischen Themen. In der Reihe Historisches Forum werden Themenhefte mit Beiträgen und Berichten aus den Geschichtswissenschaften veröffentlicht. Die Hefte erscheinen in Zusammenarbeit mit den Partnern von Clio-Online und der Humboldt-Universität zu Berlin . Disziplinäre Repositorien Das Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) listet unter dem Suchbegriff History 26 Repositorien. Im Registry of Research Data Repositories re3data.org werden 141 Forschungsdatenrepositorien mit historischen Inhalten verzeichnet (Stand: Dezember 2025). Für die Geschichtswissenschaften relevante Inhalte und Veröffentlichungsmöglichkeiten finden sich zudem insbesondere in Repositorien, Datenbanken und weiteren Nachweissystemen angrenzender Disziplinen. Eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung von Inhalten nimmt der Fachinformationsdienst (FID) Geschichtswissenschaft historicum.net ein. Dieser bündelt Angebote zum Publizieren, Archivieren und zur Recherche. Weitere Fachinformationsdienste bieten ebenfalls für Historiker*innen bedeutsame Mehrwerte. Aufgrund der Multiperspektivität des Fachs finden sich vielfältige geschichtswissenschaftliche Inhalte in zahlreichen Teildisziplinen. In den jeweiligen Repositorien können sie durch entsprechende Suchfilter (wie z. B. Geschichte) gefunden werden. Viele Fachinformationsdienste bieten darüber hinaus Dienstleistungen und Beratung zum Thema Open-Access-Publizieren. Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote Blogs Neben zahlreichen alleinstehenden historischen Blogs von Forschungseinrichtungen, Vereinen und Verbänden sowie einzelnen Forscher*innen, bietet das geistes- und sozialwissenschaftliche Blog-Portal Hypotheses , das vom Open-Access-Dienstleister Open Edition realisiert wird, eine zentrale Plattform für mehrere tausend Blogs auch zu geschichts-, archiv- und hilfswissenschaftlichen Themen. Unter History & Archaeology werden knapp 315 Blogs aus den D-A-CH-Ländern gelistet (Stand: Dezember 2025). Das Redaktionsblog des deutschsprachigen Portals dient der Entwicklung und Verbreitung wissenschaft­licher Information sowie der Schaffung eines Netzwerks. Fachportale und Plattformen Fachportale bieten zentrale Einstiegspunkte für die Recherche nach frei verfügbaren Publikationen, Quellen und weiterem Material. Clio online ist ein Fachportal für die Geschichtswissenschaften. Es ist an zahlreichen Projekten wie Zeitgeschichte online , dem Fachportal für Zeithistoriker*innen, und H-Soz-Kult beteiligt. Es stellt mit den Clio Guides Handbücher für verschiedenste Spezialisierungen der Geschichtswissenschaften (bezogen auf Arbeitstechniken, Epochen, Regionen, Sammlungen und Themen) bereit. Diese geben detaillierte Hinweise zu einschlägigen digitalen Informationsressourcen, Medien und Recherchemöglichkeiten. Europäische Geschichte Online des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte veröffentlicht wissenschaftliche Beiträge zur Geschichte Europas zwischen 1450 und 1950. Die Beiträge in deutscher und englischer Sprache sind dabei mit unterschiedlichen Materialien verknüpft. historicum.net des Fachinformationsdienstes Geschichtswissenschaft bietet viele geschichtswissenschaftliche Informationen an und betreibt insbesondere die Deutsche Historische Bibliografie . H-Net - Humanities and Social Sciences online ist ein Netzwerk zur Fachkommunikation in den Geistes- und Sozialwissenschaften. H-Soz-Kult ist eine moderierte Informations- und Kommunikationsplattform für Historiker*innen. Sie veröffentlicht fachwissenschaftliche Nachrichten und verweist auf Neuerscheinungen. Datenbanken Für die historische Forschung ist der Zugang zu digitalisierten Ressourcen (Archivalien, Bibliotheks- und Museumsbestände) von großer Bedeutung. Wichtige Datenbanken für das Fach werden oft von einzelnen, für das Fach zentralen Institutionen betrieben oder in institutionsübergreifenden Datenbanken zusammengeführt. Arachne ist die zentrale Objektdatenbank des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) und der Arbeitsstelle für Digitale Archäologie am Archäologischen Institut der Universität zu Köln. Das Archivportal Europa bietet u. a. 285 Millionen Akteneinheiten aus mehr als 7.000 Kultureinrichtungen, teils mit Links zu Digitalisaten. Die Deutsche Biographie stellt Informationen zu mehr als 1 Million Personen des deutschen Sprachraums vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart zur Verfügung. Die Deutsche Digitale Bibliothek verzeichnet und verlinkt mehr als 26 Millionen Objekte aus deutschen Kultureinrichtungen (Archive, Bibliotheken, Museen). e-codices - Virtual Manuscript Library of Switzerland hat zum Ziel, alle mittelalterlichen und eine Auswahl neuzeitlicher Handschriften der Schweiz durch eine virtuelle Bibliothek frei zugänglich zu machen. Auf e-rara.ch werden digitalisierte Drucke des 15. bis 20. Jahrhunderts aus Schweizer Bibliotheken öffentlich und kostenlos angeboten. In der Europeana werden mehr als 60 Millionen Objekte (Bilder, Textmaterialien, Ton- und Videoaufnahmen sowie 3D-Objekte) aus mehr als 2.000 europäischen Kulturorganisationen aggregiert. Das Handschriftenportal dient als zentraler Nachweis der Handschriften in deutschen Sammlungen und verknüpft diese mit Erschließungsdaten und Digitalisaten. perspectivia.net , die Online-Publikationsplattform der Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland , stellt Zeitschriften, Rezensionen, Monografien und Tagungsdokumentationen (elektronische Publikationen wie auch Retrodigitalisate) ihrer Institute sowie ihrer Kooperationspartner im Volltext zur Verfügung. Die Regesta Imperii verzeichnen sämtliche urkundlich und historiographisch belegten Aktivitäten der römisch-deutschen Könige und Kaiser von den Karolingern bis zu Maximilian I. (ca. 751–1519) sowie der Päpste des frühen und hohen Mittelalters in Form deutschsprachiger Regesten. Sie bieten eine frei zugängliche, alle Fachdisziplinen berücksichtigende Literaturdatenbank für die mediävistische Forschung des gesamten europäischen Sprachraums, eine Regestendatenbank und Publikationen. Das Wörterbuch-Netz , ein Projekt des Kompetenzzentrums für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier bietet u. a. Wörterbücher älterer deutscher Sprachstufen. Open Science in den Geschichts­wissenschaften Im breiten Spektrum der Geschichtswissenschaften sind mit digitalen Quellen, maschinenlesbaren Editionen, dem Einsatz frei verfügbarer Tools für innovative digitale Forschung und der freien Veröffentlichung von Forschungsergebnissen zentrale Aspekte offener Wissenschaft gegeben. Die Arbeitsgemeinschaft Digitale Geschichtswissenschaft im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e. V. (VHD) beschäftigt sich mit den Potenzialen der Digital Humanities bzw. E-Humanities für die Geschichtswissenschaften und bietet ein Forum für den Austausch mit historisch arbeitenden Nachbardisziplinen. Seit 2023 wird vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte im Rahmen der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) und zusammen mit zehn weiteren Antragstellern (u. a. VHD) ein NFDI-Konsortium für die historisch arbeitenden Geisteswissenschaften namens NFDI4Memory betrieben. Das Konsortium setzt sich für eine qualitätsgesicherte, standardisierte und kompetente Nutzung von Forschungsdaten in den historischen Disziplinen ein. Das EU-Projekt Social Sciences & Humanities Open Cloud (SSHOC) ist ein Online-Marktplatz, der digitale Werkzeuge, Dienste, Trainingsdaten und Datensets im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften mit dem Ziel zur Verfügung stellt, die interdisziplinäre Forschung und Zusammenarbeit in diesen Disziplinen zu fördern. Die europäische Forschungsinfrastruktur OPERAS fördert offene wissenschaftliche Kommunikation in den Geistes- und Sozialwissenschaften im europäischen Forschungsraum. OPERAS unterstützt offene Wissenschaft unter anderem durch Projekte wie TRIPLE . Dieses Projekt widmet sich der Entwicklung eines mehrsprachigen und multikulturellen Suchdienstes für die Geistes- und Sozialwissenschaften. open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Praxistipp Wie und unter welchen Bedingungen audiovisuelle Materialien als Open Educational Resources in Forschung und Lehre genutzt werden dürfen, erläutert das Rechtsgutachten von Klimpel & Rack (2023) . Weiterführende Literatur Daniel, S., Enderle, W., Hohls, R., Meyer, T., Prellwitz, J., Prinz, C., Schuhmann, A., & Schwandt, S. (Eds.). (2023–2025). Clio Guide. Ein Handbuch zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaften ( 3. erw. und aktualisierte Aufl. ). Clio-online. https://guides.clio-online.de/ Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Eva Bunge, Deutsches Museum (Stand: Dezember 2025)....

  3. Open Access in der Informatik

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Open Access in der Informatik Die noch junge Wissenschaftsdisziplin der Informatik, mit Wurzeln in der Mathematik und Elektrotechnik, verfolgt seit jeher einen offenen Umgang mit erzielten Forschungsergebnissen. Zu den Erfolgsgeschichten gehören auch frei und kostenlos verfügbare Betriebssysteme wie Linux und das Textsatzsystem LaTeX, das gerade im Bereich des wissenschaftlichen Publizierens einen festen Platz hat. Aufgrund der vielfältigen Verbindungen zu anderen Disziplinen (Bioinformatik, Wirtschaftsinformatik, …) gibt es unterschiedliche Rahmenbeding­ungen für das wissenschaftliche Publizieren in den einzelnen Teilbereichen. In diesem Artikel wird der Kern der Informatik in den Mittelpunkt gestellt. Zur Verbreitung von Forschungsergebnissen haben sich seit Mitte der 1990er Jahre Konferenzen, Symposien und selbst Workshops als Publikationsorte etabliert und gegenüber den klassischen wissenschaftlichen Zeitschriften eine domi­nierende Position eingenommen. Dies spiegelt sich auch im Programm­bereich der wissenschaftlichen Verlage und der als Verlage agierenden Fachge­sellschaften. Dieser starke Fokus auf Konferenzpublikationen führt immer wieder zu Wahrnehmungsproblemen in der Wissenschaftslandschaft, z. B. wenn diese Publikationsform in Evaluierungsprozessen ignoriert wird ( Jagadish, 2008; Vardi, 2009; Vardi, 2010; Konstan & Davidson, 2015 ). Dieses Spannungsfeld zwischen Konferenzpublikationen und Zeitschriftenartikeln zeigt sich auch in den aktuellen Open-Access -Angeboten des Fachs. In einzelnen Unterdisziplinen (z. B. theoretische Informatik und Kryptologie) gibt es eine aus­geprägte Preprint -Kultur. Für Workshops und Konferenzen haben sich unter­schiedliche Publikationsorte etabliert, die sich durch die Höhe der Anforde­rungen bzw. die thematische Fokussierung unterscheiden. Bei den Zeitschriften ist der Fortschritt in Richtung Open Access etwas verhaltener, aber dennoch spürbar. Die kommerziellen Verlage haben darin eine zusätzliche Einnahme­quelle erkannt. Viele Open-Access-Zeitschriften in der Informatik operieren je­doch ohne einen herkömmlichen Verlag im Hintergrund und organisieren sich selbst aus der Community heraus (was mitunter dazu führt, dass der Grad an Professionalisierung sehr unterschiedlich ist, z. B. hinsichtlich einer Nennung im DOAJ ). Die nationalen und internationalen Fachgesellschaften haben sich in Bezug auf Open Access bisher eher konservativ verhalten, wenn auch in den letzten Jahren etwas Bewegung in das Thema gekommen ist: Gesellschaft für Informatik (GI): Zwar hat die deutsche GI in 2007 die Berliner Erklärung unterschrieben und stellt ihre Reihe Lecture Notes in Informatics (LNI) online frei verfügbar; in Bezug auf die Fachzeitschriften der thematischen Fachbereiche ist man jedoch immer noch stark an das klassische Subskriptionsmodell gekoppelt. Über die Digitale Bibliothek können Gliederungen der GI eigene Publikationen im Open Access veröffentlichen. Association for Computing Machinery (ACM): Die amerikanische ACM betei­ligt sich seit Januar 2021 an der Plan-S-Initiative . Zudem ermöglicht sie über den Author-Izer einzelne Artikel über ihre eigene Homepage ohne Bezahl­schranke zugänglich zu machen; jedoch bleibt lizenztechnisch eine Nach­nutzung oftmals unklar, sodass die Ziele des Open Access dadurch nur teilweise erreicht werden. Für Autor*innen besteht zudem die Möglichkeit, über eine author-pays-Option Artikel im Open Access zugänglich zu machen. Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE): Die IEEE Computer Society ist der für die Informatik verantwortliche Teil der IEEE Fachgesell­schaft und agiert als Verlag für Fachzeitschriften und Konferenzbände. Open Access ist bei Hybrid-Zeitschriften und insbesondere dem Open-Access-Megajournal IEEE Access verfügbar. Allerdings gibt es keine dezidier­ten Möglichkeiten, in Konferenzbänden der IEEE Artikel im Open Access zu veröffentlichen. Einige kommerzielle Verlage bieten die Möglichkeit, einzelne Artikel freizu­kaufen ( ACM Author Gateway ; Lecture Notes in Computer Science ) – die Hybrid-Publikation , wie sie im Bereich von Zeitschriften von vielen Verlagen angeboten wird, hat sich also teilweise auch bei Konferenzbänden etabliert. Ein wichtiger Schritt zur Transparenz von wissenschaftlichen Arbeiten ist die Offenlegung von Daten und Software, die zu einem gewissen Grad eine Repro­duzierbarkeit von Ergebnissen und Experimenten zulassen. Im Bereich der Informatik haben sich sogenannte Artifact Evaluations sowohl im Konferenz- als auch im Zeitschriftenbereich etabliert und zugehörige Daten werden sehr oft frei zugänglich gemacht. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet unter dem Stichwort Computer Science 554 Einträge (Stand: März 2024). Wichtige Open-Access-Zeitschriften sind: IEEE Access DOAJ IEEE Transactions on Emerging Topics in Computing Journal of Artificial Intelligence Research (JAIR) Journal of Graph Drawing Algorithms and Applications (JGAA) Journal of Machine Learning Research (JMLR) Journal of Spatial Information Science (JOSIS) Journal on Satisfiability, Boolean Modeling and Computation (JSAT) Logical Methods in Computer Science (LMCS) PeerJ Computer Science Proceedings of the VLDB Endowment (PVLDB) Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Stichwort Computer Science listet das Directory of Open Access Books (DOAB) 3.220 Titel (Stand: März 2024). Aufgrund der fachspezifischen Konferenzkultur finden sich in der Informatik unter den Open-Access-Büchern vorwiegend Tagungsbände. Reine Monographien werden eher selten im Open Access veröffentlicht. Die folgende Liste enthält die wichtigsten Open-Access-Konferenzbandreihen für die Informatik: CEUR Workshop Proceedings Electronic Proceedings in Theoretical Computer Science (EPTCS) JMLR Proceedings Lecture Notes in Computer Science (LNCS) (Springer; Hybrid via Open Choice) Lecture Notes in Informatics (LNI) Leibniz International Proceedings in Informatics (LIPIcs) Open Access Series in Informatics (OASIcs) Procedia Computer Science (Elsevier) Proceedings of Machine Learning Research (PMLR) USENIX Das Directory of Open Access Books sowie OAPEN listen einige Open-Access-Bücher im Bereich der Informatik und seinen Sub-Disziplinen, sind aktuell aber in Bezug auf Open-Access-Konferenzbände noch sehr unvollständig. Disziplinäre Repositorien Folgende Repositorien , sowohl fachübergreifend als auch spezialisiert auf eine Subdisziplin in der Informatik, ermöglichen den Zugriff auf von den Autor*innen bereitgestellte Preprints und Postprints . Diese beinhalten darüber hinaus oftmals weitere Details (z. B. technische Beweise) und werden daher oft für eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit einem Thema konsultiert bzw. zitiert: arXiv/CoRR bioRxiv Electronic Colloquium on Computational Complexity (ECCC) HAL IACR Cryptology ePrint Archive Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote In der wissenschaftlichen Selbstorganisation von Konferenzen spielen Konfe­renzmanagementsysteme eine wichtige Rolle in der Informatik. Deren freie bzw. kostenlose Verfügbarkeit ist in der Planung und Organisation von Konferenzen und Workshops wesentlich. Auch wenn es zunächst keine konkrete Verbindung zwischen Open Access und der Verfügbarkeit von Konferenzmanagementsys­temen gibt, muss letzteres bei der Entwicklung von zukünftigen Open-Access-Angeboten im Blick behalten werden, da hier bereits die Metadaten und Roh­fassungen von Beiträgen gesammelt werden. Es folgt eine exemplarische Auflistung von Konferenzmanagementsystemen, die in der Informatik häufig genutzt werden: EasyChair (kostenlos, aber nicht offen) HotCRP (kostenlos, offen) SoftConf START V2 (kostenpflichtig) Recherchieren in der Disziplin Aufgrund der Publikationskultur in der Informatik mit ihrem Fokus auf Konfe­renzpublikationen wird das Fach in disziplinübergreifenden Nachweis- und Recherchesystemen, welche sich auf Zeitschriften stützen, nur unzureichend abgedeckt. Mit der dblp Computer Science Bibliography hat sich seit Anfang der 1990er Jahre ein offener Dienst etabliert . Dieser ermöglicht eine Recherche über einzelne Autor*innen, aber insbesondere über Konferenzen und Zeitschriften in der Informatik. Es folgt eine Liste von für die Informatik relevanten Recherchediensten: ACM Digital Library citeseerx Computer.org dblp IEEE Xplore SemanticScholar Open Science in der Informatik Die Informatik agiert als technologischer Wegbereiter für die aktuelle Diskus­sion um Open Science. Mit Ben Shneiderman hat ein Informatiker den Begriff Science 2.0 ( Shneiderman, 2008 ) wesentlich geprägt und den Diskurs um die technologische Erneuerung von Wissenschaftsprozessen eröffnet. Ein besonde­rer Fokus liegt dabei auf offenen Forschungsdaten . Seit 2011 haben immer mehr Konferenzen (vor allem zum Software Engineering) spezielle Komitees zur Bewertung von sogenannten Forschungsartefakten eingerichtet. Diese Komi­tees stellen sicher, dass Artefakte, die zusammen mit Forschungsarbeiten einge­reicht werden, mit diesen übereinstimmen sowie vollständig, gut dokumentiert und leicht wiederverwendbar sind. Arbeiten, deren Artefakte erfolgreich evaluiert wurden, werden mit einem „Artefacts Evaluated“-Badge ausgezeichnet. Mehrere Verlage wie ACM und Schloss Dagstuhl haben diese Vorgehensweise bereits implementiert. Als Software-Repositorium wird von Entwickler*innen häufig GitHub genutzt, ein kommerzieller Dienst zur Versionsverwaltung von Software-Entwicklungsprojekten. Die Reproduzierbarkeit von Ergebnissen spielt auch bei verschiedenen Zeitschriften eine Rolle, die sich auf die Veröffentlichung von Software, Algorithmen, Beweisverfahren und Daten spezialisiert haben, z. B. das Journal of Open Source Software das Archive of Formal Proofs die Zeitschrift Image Processing On Line die Zeitschrift Data Eine weitere aus der Informatik hervorgegangene Initiative, die aber nicht nur auf die Informatik beschränkt ist, ist das Projekt Software Heritage . Dieses hat sich zur Aufgabe gemacht, Software in Form von Quellcode zu archivieren und zu bewahren. Ende 2020 hatte Software Heritage bereits mehr als 148 Millionen Projekte archiviert. open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Literatur Jagadish, H. V. (2008). The conference reviewing crisis and a proposed solution. ACM SIGMOD Record , 37 (3), 40-45. https://doi.acm.org/10.1145/1462571.1462582 Konstan, J. A. & Davidson, J. W. (2015). Should conferences meet journals and where? a proposal for "PACM". Communications of the ACM 58(9), 5. https://doi.org/10.1145/2811400 Shneiderman, B. (2008). Science 2.0. Science, 319 (5868), 1349-1350. https://doi.org/10.1126/science.1153539 Vardi, M.Y. (2009). Conferences vs. journals in computing research. Communications of the ACM, 52 (5), 5. https://doi.org/10.1145/1506409.1506410 Vardi, M.Y. (2010). Revisiting the publication culture in computing research. Communications of the ACM, 53 (3), 5. https://doi.org/10.1145/1666420.1666421 Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Dr. Michael Wagner, Schloss Dagstuhl – Leibniz-Zentrum für Informatik , und Dr. Marc Herbstritt, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Stand: Dezember 2024)....

  4. Open Access in der Kunstgeschichte

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Kunst­geschichte In der Kunstgeschichte wird zunehmend in digitalen Formaten publiziert, wobei Open Access eine besondere Rolle einnimmt. So haben die Universitätsbiblio­thek Heidelberg mit ihrem Fachinformationsdienst Kunst, Design, Fotografie arthistoricum.net gemeinsam mit der Fachcommunity sowie Vertreter*innen der kunstwissenschaftlichen Fach- und Berufsverbände Strategien zum digitalen Publizieren in den Kunst­wissenschaften entwickelt. Weitergeführt wurden diese Gedanken von Maria Effinger 2023 in dem Artikel Kunstgeschichte kommunizieren? Aufgaben, Herausforderungen und Weiterentwicklungspotenziale beim elektronischen Publizieren im Open Access . Ein wei­teres Grundlagenwerk mit dem Titel Digitales Publizieren in den Geisteswissenschaf­ten: Begriffe, Standards, Empfehlungen (2021) wurde von der DHd AG Digitales Publizieren herausgegeben. Antworten auf Fragen zu Bild­rechten bietet der Leitfaden von Veronika Fischer und Grischka Petri Bildrechte in der kunsthistorischen Praxis (2022) Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet unter dem Suchbegriff History of the arts 87 und unter Fine arts 686 Open-Access-Zeitschriften (Stand: September 2025). Neben neu gegründeten stehen auch retrodigitalisierte Zeitschriftenbände Open Access zur Verfügung. Neue Ausgaben dieser Zeitschriften erscheinen entweder simultan gedruckt und digital oder mit einer Moving Wall. Wichtige, im deutschsprachigen Raum erschienene Open-Access-Zeitschriften sind: 21: Inquiries into Art, History, and the Visual – Beiträge zur Kunstgeschichte und visuellen Kultur DOAJ ABE-Journal: Architecture Beyond Europe DOAJ Belvedere Research Journal ; International Journal for Digital Art History Journal for Art Market Studies DOAJ kritische berichte. Zeitschrift für Kunst- und Kulturwissenschaft Kunstchronik. Monatsschrift für Kunstwissenschaft Kunstgeschichte. Open Peer Reviewed Journal kunsttexte.de – Journal für Kunst- und Bildgeschichte Pegasus. Beiträge zum Nachleben antiker Kunst und Architektur RIHA Journal DOAJ Sediment – Materialien und Forschungen zur Geschichte des Kunstmarkts transfer – Zeitschrift für Provenienzforschung und Sammlungsgeschichte | Journal for Provenance Research and the History of Collection Im Rahmen des von ihr mitverantworteten Fachinformationsdienstes Kunst, Fotografie und Design, arthistoricum.net stellt die Universitätsbibliothek Heidelberg eine technische Infrastruktur zum Publizieren von Open-Access-Zeitschriften bereit. Das Angebot richtet sich an Kunstwissenschaftler*innen weltweit. Zum Einsatz kommt die Open-Source-Software Open Journal Systems (OJS) des Public Knowledge Project (PKP) . Aktuell (Stand: September 2025) werden 52 Open-Access-Zeitschriften über arthistoricum.net bereitgestellt. Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Aus dem Bereich der Kunstgeschichte listet das Directory of Open Access Books (DOAB) 581 Titel unter dem Stichwort History of art und 36 Titel unter dem Stichwort History of art / art & design styles . OAPEN verzeichnet unter der Rubrik History of art / art & design styles 27 Titel (Stand: September 2025). Viele internationale Museen und Forschungseinrichtungen bieten inzwischen kostenlosen Zugriff auf eine Auswahl ihrer Bücher wie z.B. die Getty Publications Virtual Library des Getty Research Institutes, MetPublications des Metropolitan Museum of Art oder das Canadian Online Art Book Project . Die von der Universitätsbibliothek Heidelberg bereitgestellte Open-Access-Pub­likationsplattform arthistoricum.net -ART-Books veröffentlicht wissen­schaftliche E-Books aus den Fachbereichen Kunstgeschichte, Fotografie und Design. Publiziert werden sowohl Erst- ( goldener Weg ) als auch Zweitveröffent­lichungen ( grüner Weg ). Das kostenfreie Angebot richtet sich an Kunstwissen­schaftler*innen weltweit. Zum Einsatz kommt die Open-Source-Software Open Monograph Press (OMP) des Public Knowledge Project (PKP) . Disziplinäre Repositorien ART-Dok ist die Publikationsplattform von arthistoricum.net. Wissenschaftler*­innen weltweit haben hier die Möglichkeit, kunstwissenschaftliche Online-Publi­kationen (Monographien, Artikel, Vorträge etc.) aus dem Fachbereich Kunstge­schichte kostenfrei und ohne Zugangsbeschränkungen zu veröffentlichen. Auch die Bereitstellung elektronischer Zweitveröffentlichungen bereits gedruckt er­schienener Schriften ist möglich und erwünscht. ART-Dok enthält nahezu 9.500 Open-Access-Publikationen (Stand: September 2025). Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) sowie re3data unter den Stichwörtern Art History und Data Access (Stand: September 2025). Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote Fachportale und Plattformen Das Informations- und Serviceportal für die Kunstgeschichte arthistoricum.net wird von der SLUB Dresden und der Universitätsbibliothek Heidelberg betrieben. Der Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte fördert die Vernetzung von Menschen, die im Fach Kunstgeschichte digitale Werkzeuge und Methoden entwickeln, anwenden und theoretisch reflektieren. Der Arbeitskreis ist eine Plattform für die Digitale Kunstgeschichte. Der Deutsche Verband für Kunstgeschichte e.V . vertritt die Interessen der in Deutschland und in deutschen Institutionen im Ausland tätigen Kunsthistoriker*innen. Die Online-Archive JSTOR und Project MUSE stellen inzwischen frei zugängliche, für die Kunstgeschichte relevante Open-Access-Inhalte bereit. Datenbanken u.ä. Der Art Discovery Group Catalogue ist eine internationale Datenbank mit Beständen von Kunst- und Museumsbibliotheken in den USA und Europa. Die Katalogsuche von arthistoricum.net ermöglicht die Recherche nach kunsthistorisch relevanter Literatur sowie Volltext durchsuchbare Textkollektionen, Bildquellen und Fachrepositorien. Das Getty Research Portal ist ein Fachportal des Getty Research Institute. Das Portal bietet weltweiten Zugang zu digitalisierter Literatur der Kunstgeschichte im Open Access. Das Datenbank-Infosystem (DBIS) bietet eine Übersicht zu weiteren Datenbanken im Bereich Kunstgeschichte und Architektur . Bilddatenbanken Das Bildarchiv Foto Marburg gehört zur Philipps-Universität Marburg und ist das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte. Mit etwa 2,6 Millionen Aufnahmen ist es eines der größten Bildarchive zur europäischen Kunst und Architektur. Die Deutsche Fotothek mit ihren rund 7 Millionen Bilddokumenten ist ein Universalarchiv der Kunst- und Kulturgeschichte in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden . heidICON ist die Objekt- und Multimediadatenbank der Universitätsbibliothek Heidelberg . prometheus ist ein verteiltes digitales Bildarchiv für Forschung und Lehre mit Sitz am Kunsthistorischen Institut der Universität zu Köln . Die webbasierte Bildersammlung mit knapp 4 Millionen hochauflösender Bilddateien zur Kunst und Archäologie verbindet gegenwärtig 128 Instituts-, Forschungs- und Museumsdatenbanken unter einer Oberfläche. Open Science in der Kunst­geschichte Auch wenn Open Access in jüngster Zeit starken Zuspruch erfährt, stellen recht­liche, technische und organisatorische Fragen bezüglich der Publikation und Ar­chivierung von kunsthistorischen Forschungsdaten nach wie vor viele Wissen­schaftler*innen vor Hürden beim Open-Access-Publizieren . Um Abhilfe zu schaffen, hat das im Oktober 2020 gegründete Konsortium NFDI4Culture sich das Ziel gesetzt, eine Infrastruktur für Forschungsdaten materieller und immateriel­ler Kulturgüter zu schaffen und dabei auf die Bedarfe der Communities einzuge­hen. Der NFDI4Culture Helpdesk berät Kunstwissenschaftler*innen zu verschiedenen Aspekten im Umgang mit Forschungsdaten. Hier können Fragen zu rechtlichen Aspekten, zur Publikation und Archivierung von Daten, zur Digitali­sierung generell, zu Open-Access-Standards und auch zur Unterstützung bei der Antragsplanung gestellt werden. Mit der FAIR-Clearing-Stelle wurde zudem ein Beratungsangebot geschaffen, das die Anwendung von Qualitätsstandards wie der FAIR-Kriterien für Forschungsdaten fördert. Neben der Möglichkeit, Forschungsdaten in den jeweiligen institutionellen For­schungsdatenrepositorien zu archivieren, können über arthistoricum.net­@heiDATA Forschungsdaten online publiziert und archiviert werden, die in Verbindung zu Open-Access-Publikationen auf arthistoricum.net stehen. DARIAH-EU ist ein europäisches Netzwerk, das nicht nur digitale Forschung und Lehre in den Kunst- und Geisteswissenschaften unterstützt und verbessert, son­dern auch den Übergang zu Open Science in den Kunst- und Geisteswissen­schaften fördert. Das Münchner Memorandum " Forschungsdaten in der Kunstgeschichte: 10 Thesen " formuliert aus Sicht des Faches in Deutschland aktuelle Anforderungen, Positionen und Impulse zur weiteren Entwicklung digitaler kunsthistorischer Forschungsdaten und ihrer Infrastruktur. open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Praxistipp Wie und unter welchen Bedingungen audiovisuelle Materialien als Open Educational Resources in Forschung und Lehre genutzt werden dürfen, erläutert das Rechtsgutachten von Klimpel & Rack (2023) . Literatur AG Digitales Publizieren (2021). Digitales Publizieren in den Geisteswissenschaften: Begriffe, Standards, Empfehlungen. https://doi.org/10.17175/wp_2021_001_v2 Effinger, M., & Kohle, H. (Hrsg.) (2021). Die Zukunft des kunsthistorischen Publizierens. arthistoricum.net. https://doi.org/10.11588/arthistoricum.663 Effinger, M. (2023). Kunstgeschichte kommunizieren? Aufgaben, Herausforderungen und Weiterentwicklungspotenziale beim elektronischen Publizieren im Open Access. kritische berichte 51(1). https://doi.org/10.11588/kb.2023.1.92820 Fischer, V., & Petri, G. (2022). Bildrechte in der kunsthistorischen Praxis. Ein Leitfaden. Zweite, überarbeitete und erweiterte Auflage. Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V . http://doi.org/ 10.11588/artdok.00007769 Deutscher Verband für Kunstgeschichte e. V., Universitätsbibliothek Heidelberg, Zentralinstitut für Kunstgeschichte (2024). Forschungsdaten in der Kunstgeschichte: 10 Thesen - Münchner Memorandum 2024. https://doi.org/10.11588/artdok.00009194 Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Alexandra Büttner. Letzte inhaltliche Überarbeitung: Maria Effinger, UB Heidelberg (Stand: Oktober 2025)....

  5. Open Access in der Linguistik

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Linguistik In der Linguistik hat das Thema Open Access seit 2012 zunehmend an Bedeutung gewonnen. Besonders entscheidend dafür waren die Gründung von Language Science Press durch die deutschen Sprachwissenschaftler Stefan Müller und Martin Haspelmath im Jahr 2014 sowie die Zeitschrift Glossa , die 2016 aus einem Konflikt zwischen dem Herausgebergremium der Zeitschrift Lingua und dem Verlag Elsevier entstanden ist. Ein wichtiger Vorläufer dieser beiden Initiativen ist die Plattform “eLanguage” der Linguistic Society of America, die 2006 durch Stephen R. Anderson und Dieter Stein gegründet wurde. Diese Plattform ist leider nicht mehr aktiv, einige ehemalige eLanguage-Zeitschriften wie Semantics & Pragmatics , Dialogue & Discourse und Journal of Historical Syntax werden jedoch erfolgreich weiter betrieben. In allen drei Fällen handelt es sich um Scholar-led-Initiativen . Darauf reagieren die etablierten Verlage jetzt schrittweise aber stetig. Seit 2017 wird auch die Zeitschrift für Sprachwissenschaft – Hauszeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft (DGfS) – Open Access veröffentlicht. Ab 2025 wird sie als Diamond-Open-Access-Zeitschrift bei PubliKon (Universität Konstanz) erscheinen. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals listet unter dem Stichwort Linguistics 906 Einträge (Indexed Journals, Stand November 2024). Davon sind die meisten sowohl für Autor*innen als auch für Leser*innen kostenlos, d.h. sie sind sogenannte Diamond-Open-Access -Zeitschriften. Eine weitere Auflistung von Open-Access-Zeitschriften in der Linguistik befindet sich im oaling-Blog . Wichtige Open-Access-Zeitschriften sind: Constructions Glossa DOAJ Glossa Psycholinguistics Semantics & Pragmatics DOAJ Linguistik Online DOAJ Zeitschrift für Sprachwissenschaft DOAJ Biolinguistics DOAJ Open Linguistics DOAJ Dialogue & Discourse DOAJ Journal of Historical Syntax DOAJ Syntactic Theory and Research Daneben gibt es viele Zeitschriften, die auf die sprachwissenschaftliche Untersuchung bestimmter Sprachen oder Sprachfamilien spezialisiert sind, z. B. Studies in African Linguistics , Finno-Ugric Languages and Linguistics , Indo-European Linguistics oder Isogloss . Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Stichwort Linguistics listet das Directory of Open Access Books (DOAB) 4282 Titel. Die Online-Bibliothek OAPEN verzeichnet unter der Rubrik Linguistics 16187 Titel. (Stand: November 2024) Federführend in der Landschaft der Open-Access-Bücher ist Language Science Press , ein Verlag, dessen Kosten hauptsächlich über ein Crowdfunding-Modell von Universitätsbibliotheken getragen werden. So ist es möglich, auf Book Processing Charges (BPCs) zu verzichten. Inzwischen gibt es aber auch bei fast allen anderen Verlagen, bei denen regelmäßig Bücher in der Linguistik erscheinen, die Möglichkeit, Open-Access-Bücher gegen Zahlung von BPCs zu veröffentlichen. Monografien und Sammelbände erscheinen immer häufiger als Open-Access-Bücher. Darüber hinaus gibt es jetzt bei MIT Press eine Reihe “ Open Handbooks in Linguistics ”. Auch Lehrbücher erscheinen in der Linguistik in zunehmendem Maße Open Access. Disziplinäre Repositorien Zu den wichtigsten Repositorien in der Linguistik gehören LingBuzz (allgemeine Sprachwissenschaft) und semanticsarchive.net (für die Kerngebiete Semantik und Pragmatik). Je nach Fachrichtung sind linguistische Beiträge auch unter Humanities Commons (CORE) oder arXiv.org zu finden. Eine Übersicht der relevanten Repositorien bietet auch das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR). Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote Das oaling- Blog bietet eine Liste mit Open-Access-Zeitschriften sowie einen Überblick über neuere Entwicklungen im Gebiet von Open Access in der Linguistik an. LingOA (Linguistics in Open Access) fungiert als Dachverband für Open-Access-Zeitschriften und zielt darauf ab, bestehende subskriptionsbasierte Zeitschriften in Open-Access-Zeitschriften umzuwandeln. Open-Access-Rezensionen werden regelmäßig in der Linguist List veröffentlicht. Open Science in der Linguistik In der Linguistik arbeitet man mit verschiedenen Datentypen, von experimentellen Befunden bis hin zu Textkorpora. Hier haben Prinzipien von Offenheit und Transparenz in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Ein Open Handbook zu sprachwissenschaftlichem Datenmanagement ist 2022 veröffentlicht worden (Berez-Kroeker et al., 2022). Im Tromsø Repository of Language and Linguistics (TROLLing) kann man linguistische Forschungsdaten und Forschungssoftware hinterlegen. Der Zugang zu Text- und Sprachkorpora spielt in den Sprachwissenschaften, insbesondere der Korpus- und Computerlinguistik, eine große Rolle. Die dominante Form der Bereitstellung von Korpora besteht darin, eine webbasierte (teils frei zugängliche, teils nach Registrierung kostenfrei nutzbare, teils nicht frei zugängliche) Abfragemöglichkeit einzurichten. Diese nutzt die Struktur und Annotation der Korpora optimal und erfordert weder Download noch Software-Installation. Allerdings können die Korpora und Tools selbst in der Regel nicht heruntergeladen und für die weitere Verarbeitung oder Analyse genutzt werden, was häufig auch urheberrechtliche Gründe hat. Beispiele hierfür sind die COSMAS-Korpora des IDS (Institut für deutsche Sprache, Mannheim), Varitext (Französisch, Universität zu Köln) oder das DWDS (Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache) , bei dem ein Kernkorpus frei heruntergeladen werden kann. Ein offenes Modell wird hingegen von LAUDATIO (HU Berlin) verfolgt, das auf Korpora historischer Sprachstufen fokussiert ist. Eine große Zahl linguistischer Ressourcen (Daten, Werkzeuge, Handreichungen) ist in der europäischen Initiative LRE Map verzeichnet. In den Sprachwissenschaften spielt zudem der Open-Source-Gedanke eine zunehmende Rolle, insofern teilweise Werkzeuge mit offenen Lizenzen angeboten und verstärkt Aspekte der Standardisierung und Interoperabilität von Daten berücksichtigt werden. Die DFG-geförderte Initiative Open Text Collections zielt darauf, Textsammlungen für die Sprachbeschreibung nachhaltig und offen aufzubewahren. open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Literatur Berez-Kroeker, A. L., McDonnell, B., Koller, E., & Collister, L. B. (2022). The Open Handbook of Linguistic Data Management . The MIT Press. Weiterführende Literatur Haspelmath, M. (2013). Why open-access publication should be nonprofit—a view from the field of theoretical language science. Frontiers in Behavioral Neuroscience , 7 (57). https://doi.org/10.3389/fnbeh.2013.00057 Kleineberg, M., & Kaden, B. (2017). Open Humanities? ExpertInnenmeinungen über Open Access in den Geisteswissenschaften. LIBREAS. Library Ideas , 32 . https://libreas.eu/ausgabe32/kleineberg/ Müller, S. (2012). A Personal Note on Open Access in Linguistics. Journal of Language Modelling , 0 (1), 9–39. https://doi.org/10.15398/jlm.v0i1.52 Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Prof. Dr. George Walkden , Universität Konstanz, und Prof. Dr. Christof Schöch, Universität Trier (Stand: November 2024)....

  6. Open Access in der Mathematik

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Open Access in der Mathematik Im Gegensatz zu vielen naturwissenschaftlichen oder technischen Disziplinen wird in der Mathematik nach wie vor ältere Literatur für aktuelle Forschungsfragen herangezogen. Daher beschränkt sich freier Zugang in der Mathematik nicht auf aktuelle Forschungsergebnisse, sondern schließt auch ältere Literatur mit ein. Die Retrodigitalisierung und der freie Zugriff auf diese digitalen Inhalte spielen in diesem Fach eine große Rolle. Ein weiterer Unterschied zu den meisten naturwissenschaftlichen Disziplinen ist die Akzeptanz von Literatur ohne wissenschaftliche Qualitätsprüfung. So erhielt beispielsweise Grigori Jakowlewitsch Perelman 2006 die Fields-Medaille für eine Reihe von drei Artikeln über den Beweis zur Poincaré-Vermutung, welche er ausschließlich auf dem Preprintserver arXiv veröffentlicht hatte. Auch ohne klassisches Peer-Review-Verfahren konnte Perelmans Beweis so aufgrund der Open-Access -Veröffentlichung von verschiedenen Gruppen überprüft werden. In der Mathematik ist die Kritik an den steigenden Zeitschriftenpreisen sehr verbreitet. So ist es nicht verwunderlich, dass gerade hier Forschende oftmals zum Boykott von Wissenschaftsverlagen (z. B. The Cost of Knowledge ) aufrufen und sich auch selbst daran beteiligen. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals listet unter dem Stichwort Mathematics 815 Einträge (Stand: November 2025). Publikationsgebühren werden oftmals kritisch gesehen. Vor diesem Hintergrund werden mathematische Zeitschriften häufig in Geschäftsmodellen ohne Publikationsgebühren veröffentlicht. Viele dieser Zeitschriften werden direkt von wissenschaftlichen Institutionen oder Fachgesellschaften herausgegeben. Beispiele hierfür sind: Journal de l'École Polytechnique – Mathématiques Documenta Mathematica Da, wie eingangs erwähnt, in der Mathematik ältere Literatur von großer Bedeutung ist, werden häufig ältere Zeitschriftenbände online frei zugänglich zur Verfügung gestellt, auch wenn die aktuellen Bände Closed Access , also kostenpflichtig sind. In diesen Fällen wird oftmals das Geschäftsmodell der Moving Wall mit Embargofrist angewandt: Für einen gewissen Zeitraum (z.B. die ersten fünf Jahre nach Erscheinen) ist der Zugang kostenpflichtig, anschließend wird er kostenfrei. Bei Veröffentlichen in Open-Access-Zeitschriften ist auch in der Mathematik Vorsicht vor Predatory Publishing geboten. Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Subject Mathematics listet das Directory of Open Access Books (DOAB) 95 Titel, unter Mathematics & science werden 207 Titel aufgeführt. OAPEN verzeichnet unter der Rubrik Mathematics rund 70 Titel (Stand: November 2025). Im Fach Mathematik werden die meisten Bücher in Verlagen mit traditionellen Geschäftsmodellen veröffentlicht. Open-Access-Bücher sind bislang eine Randerscheinung. Disziplinäre Repositorien Das wichtigste Repositorium in der Mathematik ist das e-Print Archiv arXiv für Physik, Mathematik und verwandte Fächer (siehe Fachseite Physik ). Die lange Zeit gängige Praxis, Preprints auf den eigenen Institutionsseiten zu veröffentlichen, wurde mit der steigenden Bedeutung von arXiv eingestellt. Viele Repositorien in der Mathematik veröffentlichen keine neuen Preprints mehr. Forschungsdaten aus der Mathematik können gut auf Zenodo abgelegt werden oder in fachspezifischen Repositorien, die zum Beispiel mit re3data gefunden werden können. Zusätzlich existieren für das Fach Open-Access-Repositorien mit retrodigitalisierter Literatur. Die bedeutendsten sind: Göttinger Digitalisierungszentrum (GDZ) : enthält u.a. die Kollektion Mathematica , in welcher der gesamte historische Bestand der SUB Göttingen an mathematischer Literatur bis einschließlich 1900 zugänglich gemacht wird. NUMDAM : ist an der Université Grenoble Alpes angesiedelt und beinhaltet viele französische und italienische Zeitschriften. Der Zugang ist frei, allerdings gibt es von Zeitschrift zu Zeitschrift variierende Embargofristen. The University of Michigan Historical Mathematics Collection : enthält Monografien des 19. und frühen 20. Jahrhundert Historical Math Monographs (Cornell University Library) Project Euclid (Cornell University): bietet elektronisch publizierte Zeitschriften an, viele davon im Open Access Eine Übersicht zu diesen und weiteren Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) . Was sind Repositorien? Hier gibt es eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige hilfreiche Angebote Seit dem Jahr 2021 ist die Informationsplattform zbMATH OPEN (ehemals Zentralblatt für Mathematik) frei zugänglich. Durch offene und nachnutzbare Schnittstellen wird die Vernetzung und der Austausch von wissenschaftlichen Informationen gewährleistet. Die Plattform soll sich als zentraler Punkt in einer offenen globalen Bibliothek für Mathematik etablieren. Ein weiteres freies Recherchetool ist The European Digital Mathematics Library ( EuDML ) . Darüber hinaus gibt es im Rahmen des Committee on Electronic Information and Communication (CEIC) of the International Mathematical Union (IMU) Bestrebungen, eine World Digital Mathematics Library (WDML) zu entwickeln. Darin soll die gesamte mathematische Literatur erschlossen, miteinander verknüpft, dauerhaft frei zugänglich und nachnutzbar werden. Ein erster Schritt ist hierbei durch zbMATH OPEN erfolgt. Zur wissenschaftlichen Qualitätssicherung von Open-Access-Artikeln stellt das Projekt épisciences.org eine freie Plattform zur Verfügung, auf der Beiträge ein Peer-Review-Verfahren durchlaufen können. So können auch Artikel auf Preprint-Servern wie arXiv einer wissenschaftlichen Qualitätsprüfung unterzogen werden. Open Science in der Mathematik Mathematische Methoden werden immer häufiger auch in der interdisziplinären Forschung erfolgreich angewendet und sind dementsprechend weit verbreitet. So finden Modelle, Parameter, Daten und numerische Algorithmen aus der Mathematik beispielsweise im Bereich maschinelles Lernen Verwendung. In ihrer freien Veröffentlichung liegt folglich ein großer Vorteil für die interdisziplinäre Forschung. Gerade im Bereich der Datenwissenschaften sind hierfür jedoch teils immense Rechnerleistungen nötig (vgl. Mathematical Research Data Initiative ). Traditionell stellt das Beweisen mathematischer Sätze das zentrale Element der mathematischen Publikationskultur dar. Diese Beweise müssen für die Lesenden innerhalb des Beitrags vollständig nachvollziehbar sein. Da im Rahmen von Open-Access-Publikationen sämtliche Inhalte bereits frei verfügbar sind, bestand lange kein Bedarf, zusätzliche Forschungsdaten bereitzustellen. Mit der fortschreitenden Digitalisierung entstehen jedoch zunehmend rechnergestützte Beweisverfahren, Visualisierungen und weitere Arten mathematischer Forschungsdaten, deren offene Zugänglichkeit immer wichtiger wird. Mathematische Forschungsdaten sind sehr komplex und vielfältig. Der in der Entstehung begriffene MaRDI Knowledge Graph verknüpft viele offene Quellen mathematischer Forschungsdaten. Auf dem MaRDI Portal lassen sich neben dem Graphen weitere, auf die mathematische Community zugeschnittene Forschungsdaten-Services entdecken. Wird in der Mathematik Software entwickelt, dann wird diese oft über Github versioniert und zur Verfügung gestellt . (GitHub gehört seit 2018 zu Microsoft, auf öffentliche Repositorien kann ohne Anmeldung zugegriffen werden. Für das Hochladen eigener Daten ist eine Anmeldung notwendig, die grundlegenden Funktionen des Dienstes stehen kostenlos zur Verfügung.) Viele Universitäten und Forschungsinstitute bieten eigene Git-Instanzen (zum Beispiel auf der Open-Source-Plattform Gitlab basierend) an. In Zeitschriften, die die rechenintensiven Bereiche der Mathematik, zum Beispiel Numerik, abdecken, gibt es teilweise schon eine Überprüfung der Reproduzierbarkeit der Code- und Software-Komponenten eines Papers. Ein Beispiel dafür ist Computational Science and Engineering , ein Journal mit eigenem Code Review Board, das im goldenen Open Access veröffentlicht wird. Es gibt Bestrebungen, dies auf weitere Teile der Mathematik auszudehnen . Der " Jean-Pierre Demailly Prize " zeichnet seit 2024 Projekte aus, die einen Beitrag zur Förderung von Open Science in der Mathematik leisten. open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Weiterführende Literatur Boege, T., Fritze, R., Görgen, C., Hanselman, J., Iglezakis, D., Kastner, L., Koprucki, T., Krause, T., Lehrenfeld, C., Polla, S., Reidelbach, M., Riedel, C., Saak, J., Schembera, B., Tabelow, K., & Weber, M. (2022). Research-data management planning in the German mathematical community [Preprint]. arXiv. https://arxiv.org/pdf/2211.12071 Das, P. K. (2017). Anatomy of open access mathematics journals. Journal of Information and Knowledge, 53(6), 447–454. https://doi.org/10.17821/srels/2016/v53i6/98585 Hanselman, J. (2025). Guidelines for writing and reviewing mathematical software. Notices of the AMS. https://www.ams.org/journals/notices/202507/noti3210/noti3210.html Taubert, N. (2021). Green open access in astronomy and mathematics: The complementarity of routines among authors and readers. Minerva, 59, 173–194. https://doi.org/10.1007/s11024-020-09424-3 Teschke, O. (Dezember 2018). Green, gold, platinum, nickel: On the status of open access in mathematics. EMS Newsletter. https://ems.press/content/serial-article-files/10613?nt=1 Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Dr. Gernot Deinzer, UB Regensburg . Letzte inhaltliche Überarbeitung: Tabea Bacher, Max Planck Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften (MPI MiS) , mit freundlicher Unterstützung von Britta Schneemann, MPI MiS (Stand November 2025)....

  7. Open Access in der Medienwissenschaft

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Medien­wissen­schaft Die Medienwissenschaft beschäftigt sich mit der Theorie, Geschichte und Ästhe­tik von Medien und Mediensystemen. Die kulturwissenschaftliche Medienwis­senschaft ist in Deutschland in den 1970er-Jahren vor allem auf dem Nährbo­den der germanistischen Literaturwissenschaft entstanden, hat ihre Begriffe und Methoden aber auch aus der Theaterwissenschaft, der Kunstgeschichte und der Philosophie entlehnt. Die Filmwissenschaft ist teils fester Bestandteil medienwissenschaftlicher Studiengänge, wird aber auch als eigener Abschluss geführt. Die Medienkulturwissenschaft unterscheidet sich von der sozialwissen­schaftlich und empirisch ausgerichteten Publizistik und Kommunikationswissen­schaft, wobei es in manchen Instituten und Studiengängen zu Überschnei­dungen kommen kann. Wie in den meisten geistes- und kulturwissenschaftlichen Fächern erfolgt der Umstieg auf Open Access im Fach in breiter Front erst seit wenigen Jahren. Ein Grund hierfür liegt in der medienwissenschaftlichen Publikationskultur, in der Monografien und Sammelbände weiterhin eine große Rolle spielen. Die Ver­lagsreputation ist für Publikationsaktivitäten in der Medienwissenschaft ein wichtiges Kriterium, bibliometrische Indikatoren wie der Journal Impact Factor spielen dagegen bislang nur eine untergeordnete Rolle. In den letzten Jahren haben die Verlage ihr Engagement für Open Access deutlich gesteigert, sodass den Wissenschaftler*innen sowohl auf dem goldenen als auch auf dem grünen Weg zahlreiche Optionen zur Open-Access-Veröffentlichung zur Verfügung stehen. Mit dem Flipping der Zeitschrift für Medienwissenschaft (ZfM) , die seit 2017 Open Access bei transcript erscheint, hat die Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) ein wichtiges Zeichen gesetzt. Ein weiterer Meilenstein war die Einrich­tung des an der Universität Marburg angesiedelten Fachrepositoriums media/rep/ in 2018. Im gleichen Jahr wurde in der GfM auch die AG Open Media Studies und das gleichnamige Blog gestartet. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet unter dem Suchwort Media 326 Einträge (Stand: März 2024). Wichtige medienwissenschaftliche Open-Access-Zeitschriften aus dem deutsch­sprachigen und europäischen Raum sind: Apparatus. Film, Media and Digital Cultures of Central and Eastern Europe DOAJ ffk Journal Journal for Religion, Film and Media DOAJ Kieler Beiträge zur Filmmusikforschung MEDIENwissenschaft | Rezensionen Reviews mediaesthetics – Journal of Poetics of Audiovisual Images Nach dem Film Navigationen – Zeitschrift für Medien- und Kulturwissenschaften NECSUS – European Journal of Media Studies DOAJ Paidia – Zeitschrift für Computerspielforschung Research in Film and History DOAJ Spheres – Journal for Digital Cultures Zeitschrift für Medienwissenschaft DOAJ Eine der ersten Zeitschriften, die nach einem Embargo online verfügbar waren, war das filmwissenschaftliche Journal montage AV , dessen umfangreiches Archiv frei im Internet heruntergeladen werden kann. Nach einer Frist von zwölf Mona­ten sind auch die Ausgaben von Digital Culture & Society verfügbar. Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Das Directory of Open Access Books (DOAB) listet in der Rubrik Media studies 932 Titel, in der OAPEN Library sind es in der Rubrik Media studies 891. Hinzu kommen v. a. für die Filmwissenschaft relevante Kategorien wie Film theory & criticism, Film, TV & radio oder Films, cinema mit insgesamt 612 (DOAB) bzw. 464 Titeln in den Kategorien bei OAPEN (Stand: März 2024). Zu den wichtigsten deutschen Verlagen, die medienwissenschaftliche Titel als Open Access veröffentlichen, gehören De Gruyter , Springer , transcript und Schüren . meson press , entstanden aus einem Projekt der Universität Lüneburg, veröffentlicht ausschließlich Open-Access-Bücher . Diese Schriftenreihen stellen eine Auswahl ihrer Titel im Open Access zur Verfügung: Cinepoetics – Poetologien audiovisueller Bilder Medien'Welten – Braunschweiger Schriften zur Medienkultur Medien – Wissen – Bildung Zürcher Filmstudien Im Rahmen eines BMBF-geförderten Projekts zur Open-Access-Transforma­tion startete transcript 2021 zusammen mit dem Fachinformationsdienst Medien-, Film- und Kommunikationswissenschaft adlr.link die Open Library Medienwissenschaft . Disziplinäre Repositorien Das für die deutschsprachigen Medienwissenschaften wichtigste Repositorium ist das 2018 gestartete Repositorium für Medienwissenschaft media/rep/ . Das Fachrepositorium sammelt medienwissenschaftliche Publikationen und macht diese im Open Access verfügbar. Zu den gesammelten Dokumenten gehören Artikel und Beiträge, Monografien, Schriftenreihen sowie komplette Zeitschrif­tenarchive . Unter anderem sind dort montage AV , AugenBlick , Navigationen , die Zeitschrift für Medienwissenschaft , Digital Culture & Society , VIEW und NECSUS Euro­pean Journal of Media Studies verfügbar. Neben Veröffentlichungen in Textform archiviert media/rep/ auch Videos und ab Ende 2021 auch Audiodateien. Darüber hinaus werden viele medienwissenschaftliche Publikationen auch im Social Science Open Access Repository (SSOAR) zweitveröffentlicht. Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie rechtliche Informationen rund um Open Access. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote Der Fachinformationsdienst Medien-, Film- und Kommunikationswissen­schaft adlr.link an der Universitätsbibliothek Leipzig betreibt das zentrale Suchportal des Fachs, in dem Open-Access-Ressourcen besonders gekenn­zeichnet werden. Das Open-Media-Studies-Blog bietet ein öffentliches Forum für aktuelle Debatten rund um den Themenkomplex Open Science, Open Access, Openness und Zugang in den Medienwissenschaften und darüber hinaus. Open Access in Media Studies ist eine kuratierte Website, deren Ziel es ist, über medienwissenschaftliche Open-Access-Publikationen zu informieren und diese zu fördern. MediArXiv ist ein Community-geführtes digitales Archiv für Medien-, Film- und Kommunikationsforschung mit integrierter Publikationsplattform für Working Papers, Preprints , Postprints und veröffentlichte Manuskripte. Das Blog filmwissenschaft.umsonst sammelt und kommentiert deutsch­sprachige Open-Access-Publikationen aus den Bereichen Medien-, Film- und Fernsehwissenschaft. Film Studies For Free ist ein Blog, das Open-Access-Ressourcen aus Film- und Medienwissenschaft kommentiert bzw. auf diese verlinkt. Auch die Online-Archive JSTOR und Project MUSE stellen inzwischen für die Medienwissenschaft relevante Open-Access-Inhalte bereit. Open Science in der Medien­wissen­schaft Die 2018 gegründete AG Open Media Studies der GfM hat es sich zum Ziel gemacht, die Medienwissenschaft für Open Science in ihrer vollen Breite zu sensibilisieren und Arbeitsprozesse transparenter zu machen. Ab 2022 nimmt das Repositorium für Medienwissenschaft media/rep/ in Zusammenarbeit mit NFDI4Culture auch Forschungsdaten der Medien­wissenschaft auf. open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Literatur Weiterführende Literatur Kammerer, D. (2020, December 14). Nicht nur suchen und finden, sondern entdecken und erforschen. Dietmar Kammerer über das Open-Access-Repositorium media/rep/ als Werkzeug medienwissenschaftlicher Forschung. Open-Media-Studies-Blog Der Zeitschrift Für Medienwissenschaft . https://zfmedienwissenschaft.de/online/open-media-studies-blog/nicht%20nur%20suchen%20und%20finden Bearbeitung der Inhalte der Seite: Dr. Dietmar Kammerer, Philipps-Universität Marburg / NFDI4Culture , Andreas Kirchner , Universität Konstanz / open-access.network. Letzte inhaltliche Überarbeitung: Dr. Kai Matuszkiewicz, Philipps-Universität Marburg (Stand: Juli 2024)....

  8. Open Access in der Medizin/Lebenswissenschaften

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier gibt finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Medizin und anderen Lebens­wissen­schaften Open Access wird in der Medizin und den lebenswissenschaftlichen Disziplinen insbesondere durch Mandate von Forschungsförderern , wie den National Institutes of Health (NIH) , dem Wellcome Trust oder der Bill & Melinda Gates Foundation besonders unterstützt. Die Forderungen nach freier Zugänglichkeit der wissenschaftlichen Ergebnisse der Medizin und Lebenswissenschaften ver­weisen auf den direkten Zusammenhang zwischen Open Access und der Bevöl­kerungsgesundheit insbesondere im Globalen Süden. Daher setzt sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Open Access zu medizinischen Forschungs­ergebnissen ein und betreibt das Repositorium IRIS zum Teilen von Gesundheitsinformationen. Auch einige Forschungsförderer stellen eigene Publikationsplattformen zur Verfügung, auf denen die Ergebnisse der von ihnen geförderten Forschung veröffentlicht werden können. Beispiele sind hier Well­come Open Research oder Gates Open Research . Von den NIH geförderte publi­zierte Forschungsergebnisse müssen über PubMedCentral , das disziplinäre Re­positorium für biomedizinische und lebenswissenschaftliche Zeitschriftenlite­ratur, zugänglich gemacht werden, um den Förderbedingungen zu entsprechen. Viele der in den 2010er Jahren neu gegründeten Open-Access-Zeitschriften im Bereich der Lebenswissenschaften sind mittlerweile etabliert. Zeitschriften wie PeerJ , BMJ Open , Cell Reports oder eLife fokussieren sich ausschließlich auf diesen Bereich. Seit etwa 2016 spielen zudem auch Preprint -Server in der Medizin und den Le­benswissenschaften bei der frühen Verfügbarmachung von Forschungsergeb­nissen im Open Access zunehmend eine Rolle. Zu nennen sind hier unter ande­rem bioRxiv und medRxiv , die einen lebenswissenschaftlichen Fokus haben (weitere Preprint-Server finden sich im directory of preprint server policies , welches von ASAPbio betrieben wird). Im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie gewannen medizinische Preprints an weiterer Bedeutung für die schnelle Verbreitung von Forschungsergebnissen. Es wurde aber auch Kritik an der Publikation von Preprints geäußert, weil Ergebnisse bereits vor der Quali­tätskontrolle durch ein Peer Review verfügbar waren und die Medien diese ungeprüften Ergebnisse aufgegriffen und als wissenschaftliche Tatsachen behandelt hatten. Als zunehmend problematisch stellt sich die Unterwanderung des medizinischen und lebenswissenschaftlichen State-of-the-Art durch Predatory Publishing (insbesondere Journal Hijacking (Hegedűs et al., 2024) ,und Indexjacking (Abalkina, 2024) und Paper Mills (Abalkina, 2023) heraus. Einschätzungen gehen davon aus, dass ca. 3 % des Artikelaufkommens in der Medizin und Biologie mittlerweile auf Paper Mills zurückzuführen sind (Van Noorden, 2023). Diese Phänomene sorgen dafür, dass es immer schwieriger wird, wissenschaftlich valide Ergebnisse für Review-Artikel und Evidenz-Synthese herauszufiltern, medizinische Behandlungen können dadurch ineffektiv oder sogar gefährlich werden (Chambers, 2024). Mit Blick auf Predatory Publishing und Hijacked Journals ist bei der Einreichung von Artikeln bei wissenschaftlichen Open-Access-Zeitschriften also besondere Vorsicht geboten. Es empfiehlt sich bei Unsicherheit bezüglich der Seriosität, Checklisten wie Think.-Check.-Submit zu konsultieren oder zu überprüfen, ob die Zeitschrift eventuell gekapert wurde . Bei Paper Mills müssen insbesondere die Herausgebenden und Verlage wachsam sein, damit sie nicht von massenhaften Einreichungen von minderer Qualität überrollt werden. Auf Verlagsebene gibt es mittlerweile einige Initiativen wie z. B. United2Act oder STM Integrity Hub , um das Problem zu bekämpfen und auch mittels Einsatz von technischen Mitteln entsprechende Einreichungen herauszufiltern, noch bevor sie in die Begutachtung gehen. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet unter der Fächerkategorie Medicine alleine 4.462 Zeitschriften auf, mehr als 581 davon tragen das DOAJ-Siegel (Stand: April 2024). Recherchemöglichkeiten bietet auch die Zeitschriftenliste der Plattform Pub­Med Central, auf der Artikelversionen von bestimmten Zeitschriften entweder sofort oder nach einer Embargofrist frei verfügbar oder Open Access mit einer Creative-Commons-Lizenz nachnutzbar sind. Auch die Eelektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) bietet Informationen zum Open-Access-Status von Zeitschriften in der Medizin und weiteren Lebenswissenschaften. Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Suchstring "Life Science" OR Medicine listet das Directory of Open Access Books (DOAB) mehr als 11.399 Titel. OAPEN verzeichnet unter dem Stichwort medical 332 Titel (beide Stand: April 2024). Da der Großteil der wissenschaftlichen Kommunikation in der Medizin und anderen Lebenswissenschaften über Zeitschriftenpublikationen stattfindet, stehen Open-Access-Bücher hier nicht im Vordergrund der Diskussion. Größere Verlage mit medizinischem und lebenswissenschaftlichem Schwerpunkt und einem Open-Access-Zeitschriftenportfolio bieten meist auch ein Open-Access-Buchprogramm an, in dem gegen Zahlung von sogenannten Book Processing Charges (BPC) auch Open-Access-Bücher veröffentlicht werden können. Während die meisten Programme noch stark an das gedruckte Buch angelegt sind, gibt es auch vereinzelt Initiativen, welche die rein elektronische Umsetzung forcieren, um insbesondere die Vorteile einer digitalen Umgebung auszunutzen und Texte mit multimedialen Inhalten wie Videos oder Audio-Dateien im Sinne einer enhanced publication (Breure et al., 2011; Bardi & Manghi, 2014) anzurei­chern bzw. weitere Materialien zu verlinken. Zu nennen ist hier unter anderem das Programm Living Handbooks von ZB MED - Informationszentrum Lebens­wissenschaften , welches sich insbesondere auf Handbücher fokussiert. Disziplinäre Repositorien Zu den wichtigsten Repositorien in der Medizin und in den Lebenswissen­schaften gehören: PubMed Central , Volltextplattform der an den U.S. National Institutes of Health angesiedelten National Library of Medicine (USA) Europe PMC , Volltextplattform getragen von einer Allianz von 27 europäi­schen biomedizinischen Forschungsförderern PUBLISSO Fachrepositorium Lebenswissenschaften von ZB MED Das mit Abstand wichtigste Repositorium in der Medizin und in den Lebenswis­senschaften ist PubMed Central, welches einen hohen Stellenwert bei der Recherche nach Literatur hat und somit für die Sichtbarkeit von Zeitschriften, Institutionen und Autor*innen in den entsprechenden Fächern eine wichtige Rolle spielt. Als ein Angebot aus Deutschland bietet das PUBLISSO Fachrepositorium Le­benswissenschaften von ZB MED die Möglichkeit zur Erst- und Zweitveröffent­lichung von Dokumenten, Artikeln sowie Forschungsdaten an. Institutionen aus den Fachgebieten Medizin, Gesundheitswesen, Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaften, die über kein eigenes Repositorium verfügen, haben die Möglichkeit, ihre Publikationen auf einer eigenen Institutsseite zusammen­hängend darzustellen. Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) . Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie rechtliche Informationen rund um Open Access. Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Open Science in der Medizin und anderen Lebens­wissen­schaften Aufgrund der immensen Bedeutung von medizinischen und lebenswissen­schaftlichen Informationen für die Gesellschaft gibt es zahlreiche Bestrebungen, den Forschungskreislauf dort weiter zu öffnen und insbesondere den Zugang zu Forschungsdaten und deren Nachnutzung zu erleichtern. Informationen zu Forschungsdaten in der Medizin und Lebenswissenschaften finden sich unter der entsprechenden Rubrik auf Forschungsdaten.info . Viele Zeitschriften in der Medizin und in den Lebenswissenschaften fordern bei der Einreichung von Manuskripten mittlerweile sogenannte “Data Availability Statements”, in denen deklariert werden soll, wo die zugrundeliegenden Forschungsdaten zu finden sind - insbesondere auch, damit diese in die Begutachtung mit einbezogen werden können. Darüber hinaus drängen die Zeitschriften auch immer mehr darauf, dass entsprechende Daten - aber auch Code, Protokolle und anderen Materialien - hinreichend beschrieben sind, um Transparenz und Reproduzierbarkeit von Forschung zu verbessern. Ein Beispiel sind die Zeitschriften des Nature Portfolios . Für eine möglichst vollständige Dokumentation und Zugänglichmachung von Forschungsdaten insbesonderen gemäß den FAIR-Prinzipien spricht sich auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Kodex zur gGuten wissenschaftlichen Praxis aus. Im Rahmen der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) werden eine Reihe von Konsortien gefördert, die den Zugang zu und den Austausch von insbesondere auch personenbezogenen und sensiblen Daten durch die Entwicklung einer entsprechenden Infrastruktur und Standards sicherstellen möchten. Gleichzeitig soll auch die Zugänglichkeit und Austausch von Studien verbessert werden. Ein Beispiel ist der Study Hub des NFDI4 Health-Konsortiums . In den Lebenswissenschaften wird zunehmend auch auf die Einführung von elektronischen Laborbüchern gesetzt, der digitalen Variante des klassischen papiergebundenen Laborbuchs. Vorteil hierbei ist, dass die Daten direkt digital erhoben werden und sich somit leichter in das Forschungsdatenmanagement integrieren lassen und so eine spätere Verfügbarmachung durch eine verbesserte Dokumentation ermöglicht wird. Zudem bietet die digitale Umgebung weitere Vorteile, wie Zeitstempel, Verlinkung, Anbindung an andere Anwendungen und Analysetools, Such- und Filterfunktionen, Funktionalitäten zum gemeinsamen Arbeiten sowie Wiederverwendung von Vorlagen etc. Elektronische Laborbücher bieten darüber hinaus auch einen gewissen Schutz vor Datenverlust, z.B. durch unleserliche Handschrift oder Abhandenkommen. ZB MED - Informationszentrum Lebenswissenschaften hat Informationen für die Auswahl von elektronischen Laborbüchern sowie einen Wegweiser mit Best-Practise-Beispielen zusammengestellt. Open Access in der Biologie Hier gibt es eine Einführung. Literatur Abalkina, A. (2023). Publication and collaboration anomalies in academic papers originating from a paper mill: evidence from a Russia-based paper mill. Learned Publishing , 36 (4), 689–702. https://doi.org/10.1002/leap.1574 Abalkina, A. (2024). Challenges posed by hijacked journals in Scopus. Journal of the Association for Information Science and Technology , 75 (4), 395–422. https://doi.org/10.1002/asi.24855 Bardi, A., & Manghi, P. (2014). Enhanced publications: data models and information systems. LIBER Quarterly, 23 (4), 240–273. https://doi.org/10.18352/lq.8445 Breure, L., Voorbij, H., & Hoogerwerf, M. (2011). Rich Internet Publications: "Show What You Tell." Journal of Digital Information , 12 (1). https://journals.tdl.org/jodi/index.php/jodi/article/view/1606 Chambers, H. (2024). Unmasking the fraud: how paper mills are undermining scientific publishing. Developmental Medicine & Child Neurology , 66 (10), 1262–1263. https://doi.org/10.1111/dmcn.15997 Hegedűs, M., Dadkhah, M., & Dávid, L. D. (2024). Masquerade of authority: hijacked journals are gaining more credibility than original ones. Diagnosis , 11 (3), 235–239. https://doi.org/10.1515/dx-2024-0082 Van Noorden, R. (2023). How big is science’s fake-paper problem? Nature , 623 (7987), 466–467. https://doi.org/10.1038/d41586-023-03464-x Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Dr. Jasmin Schmitz, ZB MED - Informationszentrum Lebenswissenschaften (Stand: April 2025)....

  9. Open Access in der Philosophie

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Open Access in der Philosophie Die Entwicklung von Open Access in der Philosophie im deutschsprachigen Raum ist von einer bemerkenswerten Vielfalt geprägt – sowohl inhaltlich als auch institutionell. Unterschiedliche philosophische Strömungen bringen jeweils eigene Publikationskulturen, Kommunikationsformen und Reputationsökonomien mit sich. Ein konstitutiver Bestandteil der Auseinandersetzung mit Open Access in der Philosophie ist die philosophische Reflexion selbst. Hierbei spielen sowohl epistemische als auch ethische Dimensionen eine Rolle: Fragen nach der Zugänglichkeit und Verfügbarkeit von Wissen, nach wissenschaftlicher Gerechtigkeit sowie nach der Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit werden verhandelt. Nicht zuletzt diskutiert die Philosophie auch die gesellschaftlichen und erkenntnistheoretischen Implikationen von Digitalisierungsprozessen. Entwicklungen wie Datentracking oder der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Forschung werfen grundlegende Fragen auf, die auf einer inhaltlichen Ebene in der Disziplin reflektiert werden. Weitere Diskussionspunkte sind die Bewertungssysteme und Metriken im wissenschaftlichen Publikationswesen. In der Philosophie gibt es kritische Stimmen zum Journal Impact Factor – seine Relevanz für die Fachkultur wird grundsätzlich infrage gestellt. Trotz dieser Debatten gibt es bislang nur wenig systematische, empirische Evidenz zur konkreten Umsetzung und Verbreitung von Open Access in der deutschsprachigen Philosophie. Ein erstes Schlaglicht auf die Lage lässt sich durch die Analyse der Positionen relevanter Interessenvertreter*innen werfen. Die philosophischen Berufsverbände, etwa die DGPhil , GAP , DGPF oder DGÄ , haben sich bisher nicht ausdrücklich zur ​ UNESCO Recommendation on Open Science (UNESCO, 2021) , zu den ​Positionspapieren der Europäischen Union oder zu Reformpapieren zur Forschungsbewertung positioniert (s. Positionen der Politik ). Die GAP hat das​​ Positionspapier von Nicola Mößner und Klaus Erlach ( Mößner & Erlach, 2024 ) verlinkt und sieht in dem Papier einen “Startpunkt zur weiteren Diskussion” ( Mitteilung vom 28.02.2024 ). In Bezug auf das Farbspektrum von Open-Access-Modellen – insbesondere die Entwicklung hin zu ​Diamond Open Access – bleibt offen, welche Positionen die deutschsprachige Philosophie langfristig einnehmen wird. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet in der Rubrik Philosophy, Psychology, Religion in den zur Philosophie gehörenden Untergruppen 413 Einträge (Stand: Mai 2026). Zeitschriften spielen in der wissenschaftlichen Kommunikation der Philosophie im deutschsprachigen Raum eine wichtige, wenn auch bislang weniger dominante Rolle als im anglophonen Sprachraum. Die Bedeutung von Zeitschriften ist zudem stark abhängig von der jeweiligen philosophischen Disziplin. In Deutschland nutzen bislang noch viele traditionsreiche Fachzeitschriften das Subskriptionsmodell. Beispiele hierfür sind etwa ​das ​ Philosophisches Jahrbuch , ​die ​ Zeitschrift für philosophische Forschung oder ​die ​ Allgemeine Zeitschrift für Philosophie . Viele dieser Zeitschriften sind eng an große Wissenschaftsverlage angebunden, was eine vollständige Transformation zu Open Access bislang erschwert. Auch die Kooperationen der philosophischen Fachgesellschaften mit Verlagen tragen zu dieser Struktur bei. Die 2022 eingestellte Zeitschrift Information Philosophie ist mittlerweile im PhilPortal kostenfrei zugänglich. Dennoch gibt es in den letzten Jahren eine wachsende Zahl an Neugründungen philosophischer Zeitschriften, die von Beginn an im Open Access publizieren. Zwei Beispiele sind die Zeitschrift Philosophy & Digitality , Philosophy of AI sowie die interdisziplinär ausgerichtete Zeitschrift HannahArendt.net . Der Fachinformationsdienst (FID) Philosophie unterstützt solche Initiativen mit einem eigenen Hosting-Service für neu zu gründende oder bestehende Open-Access-Zeitschriften . Neben der technischen Infrastruktur können hier auch Beratung und Unterstützung bei der langfristigen Sichtbarkeit und Indexierung in einschlägigen Verzeichnissen in Anspruch genommen werden. Weitere Unterstützungsangebote – wie etwa redaktionelle Schulungen oder Hilfe bei der Entwicklung von Open-Access-Strategien – sind im Ausbau. Einen guten Überblick über bestehende Open-Access-Zeitschriften in der Philosophie bietet die Deutsche Gesellschaft für Philosophie (DGPhil). Die dort verlinkten Übersichten basieren auf automatisierten Datenabfragen der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) und des Directory of Open Access Journals (DOAJ). Zu ​​beachten​​​​ ​​ist dabei allerdings, dass Neugründungen frühestens nach einem Jahr im DOAJ aufgenommen werden und bisher nicht alle Open-Access-Zeitschriften im DOAJ bzw. bei der EZB geführt werden. Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open-Access-Bücher Die Monographie bleibt – insbesondere im deutschsprachigen Raum – ein zentrales Medium wissenschaftlicher Kommunikation in der Philosophie.​​ Ergebnisse aus dem PALOMERA-Projekt unterstreichen die besondere Bedeutung des Buchmarkts für die geisteswissenschaftliche Open-Access-Transformation. Auch wenn der Umsetzungsstand insgesamt noch ausbaufähig ist, existieren doch engagierte Initiativen, die eine nachhaltige Open-Access-Transformation in der Philosophie anstoßen möchten (vgl. Mößner & Erlach, 2024 ). Die meisten Verlage in der Philosophie sind bislang noch nicht in die Transformation eingestiegen. Der Verlag Transcript bietet eine Reihe von Open-Access-Titeln an, die teils durch die Autor*innen, teils durch Konsortien in den Open Access transformiert wurden. Die Verlage Karl Alber, Transcript und Logos haben gemeinsam mit dem FID Philosophie eine Reihe an Titeln transformiert. Weitere Sucheinstiege für Open-Access-Bücher finden sich in der Directory of Open Access Books (DOAB) sowie der Open Research Library . Disziplinäre Repositorien Bislang gibt es kein disziplinäres Repositorium in der deutschsprachigen Philosophie. Genutzt werden vor allem PhilArchive sowie die jeweiligen Bibliotheksrepositorien. Mit BASE (Bielefeld Academic Search Engine) lassen sich die Repositorien durchsuchen; das PhilArchive ist auch in die Suche des PhilPortal integriert. Außerdem genutzt werden, vor allem an der Schwelle zu den Digital Humanities, Zenodo und GitHub . Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie rechtliche Informationen rund um Open Access. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brinken, H. (2020). Finanzierung von Open-Access-Artikeln, open-access.network. https://doi.org/10.5446/49536 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Open Science in der Philosophie Die Frage nach dem Umgang mit Forschungsdaten ist in der Philosophie mittlerweile angekommen und wird lebhaft diskutiert . Innerhalb des NFDI-Kosmos sind die Konsortien Text+ , NFDI4memory und NFDI4culture besonders relevant. Text+ erstellt beispielsweise gerade eine Registry für (digitale) Editionen , die bereits im PhilFinder integriert ist. Auch lexikalische Ressourcen und Sammlungen finden sich bei Text+. Eine wichtige Anlaufstelle ist zudem die AG Philosophie der Digitalität der DGPhil, in der vielfältige Projekte zu dem Thema besprochen werden. Aus dieser AG heraus entstand beispielsweise auch das PhiWiki . Sonstige Angebote Mit B!son (Bibliometrisches und Semantisches Open Access Recommender Netzwerk) stellen die TIB und die SLUB Dresden ein Tool bereit, um auf Basis eingegebener Textdaten passende Open-Access-Zeitschriften zur Veröffentlichung eigener Artikel vorzuschlagen. ​​Des Weiteren​​​​ ​​spielen gerade für die Philosophie auch Retrodigitalisate eine große Rolle, für die es allerdings noch kein einheitliches Verzeichnis gibt. Digitale Editionen im Open Access finden sich in der Registry Editions des NFDI-Konsortiums Text+. Die Editionen sind auch bei den entsprechenden Autor*innen im PhilFinder des FID Philosophie verlinkt. Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Literatur Mößner, N., & Erlach, K. (2024). Elektronisches Publizieren und Bewertung wissenschaftlicher Expertise . https://doi.org/10.5281/zenodo.10948472 UNESCO Recommendation on Open Science . (2021). UNESCO. https://doi.org/10.54677/MNMH8546 ​​​​Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Dr. Malte Dreyer, Georg-August-Universität Göttingen , und Eric Eggert, Universität zu Köln / Fachinformationsdienst Philosophie (Stand: August 2025)....

  10. Open Access in der Physik

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Physik Open Access ist im Fach Physik seit längerer Zeit fester Bestandteil der Publika­tions- und Informationsstruktur. Eine große Rolle spielt hierbei die Veröffentli­chung von Preprints . Der Hauptgrund für diese Publikationskultur liegt im gro­ßen Interesse der Wissenschaftler*innen, wissenschaftliche Artikel unmittelbar und ohne zeitliche Verzögerungen, die durch Publikationsprozesse entstehen, bereitzustellen. So entstand bereits im Jahr 1991 das Repositorium arXiv . Der Transformationsprozess von allen wissenschaftlichen Zeitschriften bzw. Artikeln im Fachgebiet der Hochenergiephysik wurde im Rahmen des Projektes SCOAP³ (Sponsoring Consortium for Open Access Publishing in Particle Physics) bereits durchgeführt (siehe Open-Access-Zeitschriften ). Weltweit richtungsweisend für Open Access in der Physik ist das CERN. Es hat in allen wichtigen Open-Access-Initiativen eine führende Rolle eingenommen, z. B. bei der Finanzierung von SCOAP³ , dem Betrieb des interdisziplinären Reposito­riums Zenodo gemeinsam mit der Europäischen Kommission und der Entwick­lung der Repositoriensoftware Invenio . In Deutschland engagieren sich vor allem die Max-Planck-Gesellschaft , das Zentrum für Forschung an Teilchenbeschleunigern DESY der Helmholtz-Gemeinschaft und die Technische Informationsbibliothek (TIB) Hannover im Bereich der dauerhaften Finanzierung von Open-Access-Geschäftsmodellen in der Physik. Diese Institutionen fungieren auch als nationale Kontaktstellen bei SCOAP³ und beteiligen sich an der Finanzierung des disziplinären Repositoriums arXiv . Die TIB organisiert dabei die Teilnahme der deutschen Hochschulen an SCOAP³ über das nationale Projekt SCOAP³-DH und die Finanzierung des Beitrags der deutschen Hochschulen zu arXiv im Netzwerk arXiv-DH . Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet unter dem Stichwort physics 647 Einträge (Stand: April 2024). Bereits im Jahre 1999 startete das Institute of Physics zusammen mit der Deut­schen Physikalischen Gesellschaft das New Journal of Physics als eine der ersten reinen Open-Access-Zeitschrift. SciPost ist eine unabhängige, gemeinnützige Plattform für wissenschaftliche Diamond Open-Access-Publikationen, insbesondere in den Naturwissenschaften wie Physik und Chemie. Die Plattform wird von der SciPost Foundation mit Sitz in Amsterdam betrieben. SciPost veröffentlicht wissenschaftliche Artikel vollständig im Open Access – ohne Kosten für Autor*innen oder Leser*innen. Die Finanzierung erfolgt über ein kooperatives Unterstützungsmodell, bei dem Universitäten, Bibliotheken und Forschungsorganisationen freiwillig Beiträge leisten. Das Begutachtungsverfahren ist offen und transparent. Alle Reviews, Autor*innenantworten und Diskussionen sind öffentlich einsehbar. Die wissenschaftliche Community übernimmt aktiv die Rolle von Reviewer*innen, Kommentator*innen und Redakteur*innen. SciPost ist nicht profitorientiert und erhebt keine Publikationsgebühren (APCs). SciPost wird durch institutionelle Zuwendungen ("Sponsorships") finanziert, zum Beispiel von Universitäten, Bibliotheken und Bibliothekskonsortien, Forschungsinstituten, Förderorganisationen, Stiftungen und staatlichen Stellen. Dadurch soll ein nachhaltiges, gerechtes und zugängliches System für wissenschaftliches Publizieren geschaffen werden – frei von kommerziellen Interessen. Fazit: SciPost steht für Transparenz, wissenschaftliche Eigenverantwortung und Fairness im Publikationswesen. Es gilt als zukunftsweisendes Modell im Bereich Open Science. Insgesamt haben die Open-Access-Zeitschriften im Fach Physik verglichen mit den subskriptionsbasierten Zeitschriften ein geringes Publikationsaufkommen, da hier der Weg der Parallelpublikation, meist als Preprint vor der Verlagsver­öffentlichung, dominierend ist. Vor diesem Hintergrund entstand im Bereich der Hochenergiephysik das inter­nationale Projekt SCOAP³ , um begutachtete Zeitschriftenartikel unter einer Creative-Commons-Lizenz zu veröffentlichen. SCOAP³ ist ein globales Konsor­tium aus Bibliotheken, Bibliothekskonsortien, Forschungsförderorganisationen und Forschungseinrichtungen. Gemeinsam wird der Transformationsprozess von wissenschaftlichen Zeitschriften im Bereich der Hochenergiephysik umge­setzt. Dabei werden alle Artikel ( Gold oder Hybrid ) durch das Konsortium finan­ziert, wobei die durchschnittlichen APCs deutlich unter denen vergleichbarer Transformationsprozesse liegen und den Autor*innen keine Kosten entstehen. Das Projekt ist darauf ausgerichtet, Subskriptionsgebühren dauerhaft durch Publikationsgebühren mit fairen und marktgerechten Preisen zu ersetzen. Einen Überblick über teilnehmende Zeitschriften mit dem jeweiligen Prozentsatz geförderter Artikel und absoluter tagesaktuellen Artikelanzahl gibt die Seite SCOAP³ Journals . Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Subject physics listen das Directory of Open Access Books (DOAB) 739 und die OAPEN Library 86 Titel (Stand: April 2024). Im Fach Physik werden die meisten Bücher bei Verlagen mit traditionellen Geschäftsmodellen veröffentlicht, Open-Access-Bücher sind bislang eine Randerscheinung. Disziplinäre Repositorien Wie eingangs erwähnt, haben Preprints im Fach Physik eine sehr lange Tradi­tion. Seit den 1960er Jahren hat sich v. a. in der Hochenergiephysik (HEP) eine Kultur zur Bereitstellung von Preprints entwickelt und etabliert. Vor diesem Hintergrund gründete Paul Ginsparg am 14. August 1991 das elektronische Repositorium arXiv am Los Alamos National Laboratory, was einen wesentli­chen Meilenstein der Open-Access-Geschichte darstellt. Noch heute ist das seit 2020 von der Cornell Tech betriebene arXiv ein Musterbeispiel für fachliche Re­positorien. Um einen dauerhaften und nachhaltigen Betrieb zu gewährleisten, wird arXiv größtenteils von der Cornell University , der Simons Foundation und institutionellen Mitgliedern finanziert. Neben Preprints werden auf arXiv vorläufige Ergebnisse oder Diskussionspa­piere veröffentlicht, die zunächst nicht anderweitig publiziert werden. Das erst­malige Einreichen von Preprints ist für neue Autor*innen zumeist nur durch ein sogenanntes endorsement möglich. Dabei müssen etablierte Autor*innen des relevanten Bereichs die Einreichung befürworten. Autor*innen, die einer aner­kannten wissenschaftlichen Institution angehören, können davon befreit werden. ArXiv besticht als fachliches Repositorium mit einfachen Funktionalitäten und - im Vergleich zum Peer Review - reduzierten Mechanismen der Qualitätssiche­rung. In der Physik ermöglichen viele Verlage das direkte Einreichen von auf arXiv abgelegten Manuskripten bei ihren Zeitschriften. Beispielsweise werden in dem Publikationsportal SciPost direkt arXiv-Einträge als Einreichungen akzep­tiert und es muss kein Manuskript hochgeladen werden. Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) . Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote INSPIRE-HEP ist eine freie digitale Fachdatenbank für Publikationen und Pre­prints im Bereich der Hochenergiephysik und ein Gemeinschaftsprojekt von CERN, DESY, Fermilab und weiteren Partnern. Neben den Standardinforma­tionen zur Veröffentlichung wie z. B. Quellenangaben und Links zu Volltexten enthalten die Nachweise auch Referenzen und Zitationen. INSPIRE-HEP ermöglicht so die Erstellung von Autor*innen-Seiten mit Zitationsanalysen. Darüber hinaus bietet INSPIRE-HEP Informationen zu HEP-Einrichtungen, -Experimenten und -Konferenzen. Auch wichtige Informationsquellen wie z. B. arXiv.org oder das NASA Astrophysical Data System sind dort eingebunden. Open Science in der Physik Im Fach Physik gibt es viele unterschiedliche Bestrebungen zu Open Science. Dabei ist an erster Stelle das Open-Data-Portal von CERN zu nennen. Hier sind derzeit über zwei TeraByte an Daten zu den Experimenten am CERN frei und nachnutzbar verfügbar. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Repositorien mit physikalischen Daten, welche alle in re3data.org gelistet sind. Zudem wird oftmals Programmiercode Open Source auf speziellen Projekt­seiten der beteiligten Arbeitsgruppenveröffentlicht. Infrastruktureinrichtungen sind hier selten beteiligt. Beispiele für Open-Source-Programme in der theore­tischen Festkörperphysik sind die Programme ABINIT und QUANTUM ESPRESSO . open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Weiterführende Literatur Deutsche Physikalische Gesellschaft (2021). DPG-Positionspapier zur Zukunft des wissenschaftlichen Publikationswesens . http://bit.ly/31UElmw Ginsparg, P. (2021). Lessons from arXiv’s 30 years of information sharing. Nat Rev Phys 3 , 602–603. https://doi.org/10.1038/s42254-021-00360-z Tautz, D., Holzer, A., Schmidt, K. M., Buchner, J., Grötschel, M., & Jurburg, S. (2025). Ein neues Verfahren zur direkten Finanzierung und Evaluation wissenschaftlicher Zeitschriften. Diskussion Nr. 38 . Halle (Saale): Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Dr. Gernot Deinzer , UB Regensburg, und Prof. Dr. Dieter Weiss, Universität Regensburg (Stand: Juli 2025)....