Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln

Open Access in der Germanistik

In der Germanistik lässt sich eine Tendenz zu größerer Offenheit und Akzeptanz gegenüber Open Access beobachten. Darin ähnelt sie anderen Philologien, wie z. B. der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, in denen ähnliche Entwicklungen stattfinden. Gleichwohl ist die Printfixiertheit in der Ger­manistik noch immer dominant, ebenso eng bleibt die Verknüpfung zwischen publizierendem Verlag und wissenschaftlicher Reputation. Vorurteile gegenüber Open Access betreffen neben der Sorge um wissenschaftliche Qualität auch die langfristige Verfügbarkeit ausschließlich online erschienener Forschungsbeiträ­ge. Für die Publikationspraxis spielen bibliometrische Indikatoren wie der Jour­nal Impact Factor, Zitationsraten etc. kaum eine Rolle.

Die Geschäftsmodelle vieler Verlagshäuser mit geisteswissenschaftlichem Schwerpunkt sind im Wandel, nicht zuletzt durch die Open-Access-Positionie­rung der großen nationalen Fördereinrichtungen. Angesehene Verlage ermög­lichen und treiben mittlerweile Open Access Gold voran und sind auch offen(er) für Open Access Grün. Zugleich gibt es vermehrt institutionelle Angebote zur Förderung von Open-Access-Monografien und Open-Access-Sammelbänden (Open-Access-Publikationsfonds; Förderung von Publikationskosten über Drittmittel; Publikationsbeihilfe der DFG). Beides hat eine Zunahme von Open-Access-Erstveröffentlichungen zur Folge. Zudem nutzen immer mehr Forscher*­innen die Möglichkeit der Zweitpublikation auf Repositorien ihrer Hochschul­bibliothek bzw. Forschungseinrichtung oder zentralen Fachrepositorien wie GiNDok. Es ist zu erwarten, dass sich diese Entwicklung langsam aber stetig fortsetzt.

Eine eindeutige Positionierung des Deutschen Germanistenverbands (DGV) steht noch aus. Gleichwohl haben sich innerhalb dieser zentralen Fachgesell­schaft Arbeitsgruppen etabliert (AG Digitales in Forschung und Lehre; AG Germanistik im digitalen Zeitalter), die sich mit der Digitalisierung und den sich wandelnden Arbeits-, Lehr- und Forschungsweisen im Fach befassen. Hierbei spielt die Auseinandersetzung mit dem Open-Access-Publizieren eine wichtige Rolle. 

Kritisch zu Open Access äußern sich regelmäßig die Verantwortlichen des Instituts für Textkritik.

Open-Access-Bücher

Eine Suche nach German literature im Directory of Open Access Books (DOAB) erzielt 97 Treffer, nach German language 182 Treffer, nach German linguistics 19 Treffer und nach German studies 140 Treffer (Stand: Dezember 2021).

Open-Access-Bücher, die einen germanistischen Fachbezug haben und ohne BPCs als Open Access Diamond veröffentlicht sind, lassen sich auch auf der Website von Open Book Publishers unter German Studies finden.

Disziplinäre Repositorien

Zu den wichtigsten Repositorien in der Germanistik gehören GiNDok, betrieben vom Fachinformationsdienst (FID) Germanistik und Bestandteil des Portals Ger­manistik im Netz (GiN), sowie der Publikationsserver des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache (IDS):

Der IDS-Publikationsserver enthält vor allem Veröffentlichungen aus dem Be­reich der germanistischen Sprachwissenschaft. GiNDok dient Einzelforscher*­innen, Verlagen, Institutionen und Projekten als Plattform für Erst- und Zweit­veröffentlichungen aus allen Teilbereichen des Fachs und für nahezu alle Textgattungen. Darüber hinaus bietet der FID Germanistik auch einen E-Journal-Hosting-Service auf Basis der Software OJS an. 

Wichtig für die Germanistik sind auch die folgenden Repositorien benachbarter Disziplinen:

Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR).

Video über das Zeitveröffentlichungsrecht

Sonstige Angebote

Der Fachinformationsdienst (FID) Germanistik hat eine Reihe von Tutorials veröffentlicht, die u. a. über die Vorteile des OA-Publizierens informieren und darüber hinaus einschlägige praktische Informationen zu relevanten Themen wie Langzeitarchivierung oder Zitationsweise digitaler Publikationen kompakt und verständlich auflisten.

Inzwischen stellen auch die Online-Archive JSTOR und Project MUSE für die Germanistik relevante Open-Access-Inhalte bereit.

Literatur

Weiterführende Literatur

Bearbeitung der Inhalte der Seite: Dr. Volker Michel, Fachinformationsdienst Germanistik (Stand: Dezember 2021).

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