Open Access in 60 Sekunden

Video zu Open Access. (CC BY 3.0 DE)
Quelle: Brinken, H., Hauss, J. &  Rücknagel, J. (2021). Open Access in 60 Sekunden, open-access.network. https://doi.org/10.5446/50831

Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln. (CC BY 3.0 DE)
Quelle: Brinken, H. (2020). Finanzierung von Open-Access-Artikeln, open-access.network. https://doi.org/10.5446/49536

Open Access in der Germanistik

In der Germanistik lässt sich eine Tendenz zu größerer Offenheit und Akzeptanz gegenüber Open Access beobachten. Darin ähnelt sie anderen Philologien, wie z.B. der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, in denen ähnliche Entwicklungen stattfinden. Gleichwohl ist die Printfixiertheit in der Germanistik noch immer dominant, ebenso eng bleibt die Verknüpfung zwischen publizierendem Verlag und wissenschaftlicher Reputation. Vorurteile gegenüber Open Access betreffen neben der Sorge um wissenschaftliche Qualität auch die langfristige Verfügbarkeit ausschließlich online erschienener Forschungsbeiträge. Für die Publikationspraxis spielen bibliometrische Indikatoren wie der Journal Impact Factor, Zitationsraten etc. kaum eine Rolle.

Die Geschäftsmodelle vieler Verlagshäuser mit geisteswissenschaftlichem Schwerpunkt sind im Wandel, nicht zuletzt durch die Open-Access-Positionierung der großen nationalen Fördereinrichtungen. Angesehene Verlage ermöglichen und treiben mittlerweile Open Access Gold voran und sind auch offen(er) für Open Access Grün. Zugleich gibt es vermehrt institutionelle Angebote zur Förderung von Open-Access-Monografien und Open-Access-Sammelbänden (Open-Access-Publikationsfonds; Förderung von Publikationskosten über Drittmittel; Publikationsbeihilfe der DFG). Beides hat eine Zunahme von Open-Access-Erstveröffentlichungen zur Folge. Zudem nutzen immer mehr Forscher*innen die Möglichkeit der Zweitpublikation auf Repositorien ihrer Hochschulbibliothek bzw. Forschungseinrichtung oder zentralen Fachrepositorien wie GiNDok. Es ist zu erwarten, dass sich diese Entwicklung langsam aber stetig fortsetzt.

Eine eindeutige Positionierung des Deutschen Germanistenverbands (DGV) steht noch aus. Gleichwohl haben sich innerhalb dieser zentralen Fachgesellschaft Arbeitsgruppen etabliert (AG Digitales in Forschung und Lehre; AG Germanistik im digitalen Zeitalter), die sich mit der Digitalisierung und den sich wandelnden Arbeits-, Lehr- und Forschungsweisen im Fach befassen. Hierbei spielt die Auseinandersetzung mit dem Open-Access-Publizieren eine wichtige Rolle. 

Kritisch zu Open Access äußern sich regelmäßig die Verantwortlichen des Instituts für Textkritik.

Open-Access-Bücher

Eine Suche nach "German literature" im Directory of Open Access Books erzielt 89 Treffer, nach "German language" 176 Treffer, nach "German linguistics" 19 Treffer und nach "German studies" 131 Treffer (Stand: Juli 2021).

Open-Access-Bücher, die einen germanistischen Fachbezug haben und ohne BPCs als Open Access Diamond veröffentlicht sind, lassen sich auch auf der Website von Open Book Publishers unter "German Studies" finden.

Disziplinäre Repositorien

Zu den wichtigsten Repositorien in der Germanistik gehören GiNDok, betrieben vom Fachinformationsdienst (FID) Germanistik und Bestandteil des Portals “Germanistik im Netz (GiN)”, sowie der Publikationsserver des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache (IDS):

Der IDS-Publikationsserver enthält vor allem Veröffentlichungen aus dem Bereich der germanistischen Sprachwissenschaft. GiNDok dient Einzelforscher*innen, Verlagen, Institutionen und Projekten als Plattform für Erst- und Zweitveröffentlichungen aus allen Teilbereichen des Fachs und für nahezu alle Textgattungen. Darüber hinaus bietet der FID Germanistik auch einen E-Journal-Hosting-Service auf Basis der Software OJS an. 

Wichtig für die Germanistik sind auch die folgenden Repositorien benachbarter Disziplinen:

Eine Übersicht zu relevanten Repositorien im Bereich “Language and Literature” gibt auch das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR).

Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. Brinken, Helene. https://doi.org/10.5446/51789 (CC BY 3.0 DE)

Sonstige Angebote

Der Fachinformationsdienst (FID) Germanistik hat eine Reihe von Tutorials veröffentlicht, die u.a. über die Vorteile des OA-Publizierens informieren und darüber hinaus einschlägige praktische Informationen zu relevanten Themen wie Langzeitarchivierung oder Zitationsweise digitaler Publikationen kompakt und verständlich auflisten.

Inzwischen stellen auch die Online-Archive JSTOR und Project MUSE für die Germanistik relevante Open-Access-Inhalte bereit.

Weiterführende Literatur

Bearbeitung der Inhalte der Seite: Dr. Volker Michel, Fachinformationsdienst Germanistik (Stand: Juli 2021).