Open Access in der Kunst­geschichte

In der Kunstgeschichte wird zunehmend in digitalen Formaten publiziert, wobei Open Access eine besondere Rolle einnimmt. So haben die Universitätsbiblio­thek Heidelberg und der Fachinformationsdienst Kunst, Design, Fotografie arthistoricum.net gemeinsam mit Vertreter*innen der kunstwissenschaftlichen Fach- und Berufsverbände Strategien zum digitalen Publizieren in den Kunst­wissenschaften entwickelt. Insbesondere in dem von Maria Effinger und Huber­tus Kohle veröffentlichten E-Book Die Zukunft des kunsthistorischen Publizie­rens (2021) werden in zahlreichen Beiträgen aus kunsthistorischer Perspektive die vielfältigen Möglichkeiten des digitalen Veröffentlichens aufgezeigt. Ein wei­teres Grundlagenwerk mit dem Titel Digitales Publizieren in den Geisteswissenschaf­ten: Begriffe, Standards, Empfehlungen (2021) wurde von der DHd AG Digitales Publizieren herausgegeben. Antworten auf Fragen zu Bild­rechten bietet der Leitfaden von Veronika Fischer und Grischka Petri Bildrechte in der kunsthisto­rischen Praxis (2021).

Open-Access-Zeitschriften

Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet unter dem Suchbegriff His­tory of the arts 60 und unter Fine arts 512 Open-Access-Zeitschriften (Stand: Dezember 2021). Neben neu gegründeten stehen auch retrodigitalisierte Zeit­schriftenbände Open Access zur Verfügung. Neue Ausgaben dieser Zeitschriften erscheinen entweder simultan gedruckt und digital oder mit einer Moving Wall.

Wichtige Open-Access-Zeitschriften sind:

In Zusammenarbeit mit dem Fachinformationsdienst Kunst, Fotografie und Design, arthistoricum.net stellt die Universitätsbibliothek Heidelberg eine technische Infrastruktur zum Publizieren von Open-Access-Zeitschriften bereit. Das Angebot richtet sich an Kunstwissenschaftler*innen weltweit. Zum Einsatz kommt die Open-Source-Software Open Journal Systems (OJS) des Public Knowledge Project (PKP). Aktuell (Stand: Dezember 2021) werden 41 Open-Access-Zeitschriften über arthistoricum.net bereitgestellt.

Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln

Open-Access-Bücher

Aus dem Bereich der Kunstgeschichte listet das Directory of Open Access Books (DOAB) 85 Titel unter dem Stichwort History of art / art & design styles. OAPEN verzeichnet unter der Rubrik History of art / art & design styles rund 92 Titel (Stand: Dezember 2021). Viele internationale Museen und Forschungsein­richtungen bieten inzwischen kostenlosen Zugriff auf eine Auswahl ihrer Bücher wie z. B. die Getty Publications Virtual Library des Getty Research Institutes, MetPublications des Metropolitan Museum of Art oder das Canadian Online Art Book Project.

Die von der Universitätsbibliothek Heidelberg bereitgestellte Open-Access-Pub­likationsplattform arthistoricum.net -ART-Books veröffentlicht wissen­schaftliche E-Books aus den Fachbereichen Kunstgeschichte, Fotografie und Design. Publiziert werden sowohl Erst- (goldener Weg) als auch Zweitveröffent­lichungen (grüner Weg). Das kostenfreie Angebot richtet sich an Kunstwissen­schaftler*innen weltweit. Zum Einsatz kommt die Open-Source-Software Open Monograph Press (OMP) des Public Knowledge Project (PKP).

Disziplinäre Repositorien

ART-Dok ist die Publikationsplattform von arthistoricum.net. Wissenschaftler*­innen weltweit haben hier die Möglichkeit, kunstwissenschaftliche Online-Publi­kationen (Monographien, Artikel, Vorträge etc.) aus dem Fachbereich Kunstge­schichte kostenfrei und ohne Zugangsbeschränkungen zu veröffentlichen. Auch die Bereitstellung elektronischer Zweitveröffentlichungen bereits gedruckt er­schienener Schriften ist möglich und erwünscht. ART-Dok enthält nahezu 7.500 Open-Access-Publikationen (Stand: Dezember 2021).

Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) sowie re3data unter den Stichwör­tern Art History und Data Access Open (Stand: Dezember 2021).

Video über das Zeitveröffentlichungsrecht

Sonstige Angebote

Fachportale und Plattformen

  • Das Informations- und Serviceportal für die Kunstgeschichte arthistori­cum.net wird von der SLUB Dresden und der Universitätsbibliothek Heidelberg betrieben.
  • Der Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte fördert die Vernetzung von Menschen, die im Fach Kunstgeschichte digitale Werkzeuge und Methoden entwickeln, anwenden und theoretisch reflektieren. Der Arbeitskreis ist eine Plattform für die Digitale Kunstgeschichte.
  • Der Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. vertritt die Interessen der in Deutschland und in deutschen Institutionen im Ausland tätigen Kunsthisto­riker*innen.
  • Die Online-Archive JSTOR und Project MUSE stellen inzwischen frei zugäng­liche, für die Kunstgeschichte relevante Open-Access-Inhalte bereit.

Datenbanken u.ä.

  • Der Art Discovery Group Catalogue ist eine internationale Datenbank mit Beständen von Kunst- und Museumsbibliotheken in den USA und Europa.
  • Die Katalogsuche von arthistoricum.net ermöglicht die Recherche nach kunsthistorisch relevanter Literatur sowie Volltext durchsuchbare Text­kollektionen, Bildquellen und Fachrepositorien.
  • Das Getty Research Portal ist ein Fachportal des Getty Research Institute. Das Portal bietet weltweiten Zugang zu digitalisierter Literatur der Kunst­geschichte im Open Access.
  • Das Datenbank-Infosystem (DBIS) bietet eine Übersicht zu weiteren Daten­banken im Bereich Kunstgeschichte und Architektur.

Bilddatenbanken

Open Science in der Kunst­geschichte

Auch wenn Open Access in jüngster Zeit starken Zuspruch erfährt, stellen recht­liche, technische und organisatorische Fragen bezüglich der Publikation und Ar­chivierung von kunsthistorischen Forschungsdaten nach wie vor viele Wissen­schaftler*innen vor Hürden beim Open-Access-Publizieren. Um Abhilfe zu schaffen, hat das vor kurzem gegründete Konsortium NFDI4Culture sich das Ziel gesetzt, eine Infrastruktur für Forschungsdaten materieller und immateriel­ler Kulturgüter zu schaffen und dabei auf die Bedarfe der Communities einzuge­hen. Der Culture Helpdesk Service berät Kunstwissenschaftler*innen zu ver­schiedenen Aspekten im Umgang mit Forschungsdaten. Hier können Fragen zu rechtlichen Aspekten, zur Publikation und Archivierung von Daten, zur Digitali­sierung generell, zu Open-Access-Standards und auch zur Unterstützung bei der Antragsplanung gestellt werden. Mit der FAIR-Clearing-Stelle wurde zudem ein Beratungsangebot geschaffen, das die Anwendung von Qualitätsstandards wie der FAIR-Kriterien für Forschungsdaten fördert.

Neben der Möglichkeit, Forschungsdaten in den jeweiligen institutionellen For­schungsdatenrepositorien zu archivieren, können über arthistoricum.net­@heiDATA Forschungsdaten online publiziert und archiviert werden, die in Verbindung zu Open-Access-Publikationen auf arthistoricum.net stehen.

DARIAH-EU ist ein europäisches Netzwerk, das nicht nur digitale Forschung und Lehre in den Kunst- und Geisteswissenschaften unterstützt und verbessert, son­dern auch den Übergang zu Open Science in den Kunst- und Geisteswissen­schaften fördert.

Literatur

Bearbeitung der Inhalte der Seite: Alexandra Büttner, UB Heidelberg (Stand: Dezember 2021).

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