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  1. Open Access bei Forschungsdaten

    Intro Der Forschungsdatenmanagement-Zyklus open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Forschungsdaten und deren eigenständige Publikation werden zunehmend unverzichtbar. 2 Die FAIR-Prinzipien sind ein Quasi-Standard für Forschungsdaten. 3 Organisatorische, rechtliche und infrastrukturelle Hürden vor der Publikation sind überwindbar. Forschungsdaten Wissenschaftliche Erkenntnisse in Textform basieren in der Regel auf Forschungsdaten. Diese können dabei die unterschiedlichsten Ausprägungen annehmen, sie umfassen sämtliche im wissenschaftlichen Prozess entstehenden (digitalen) Daten, z. B. durch Messungen, Simulationen, Befragungen, Quellenarbeit oder Code und Software. Das Management dieser Forschungsdaten ist inzwischen elementarer Bestandteil guter wissenschaftlicher Praxis und in vielen Einrichtungen in Policies institutionell verankert. Wurden in der Vergangenheit Forschungsdaten als Beiwerk zu Publikationen oft stiefmütterlich behandelt, der Form halber zur Verfügung gestellt oder nur auf Anfrage herausgegeben, ist ein starker Trend zur eigenständigen und prominenten Publikation von Forschungsdaten in offener Form zu erkennen. In manchen Disziplinen ist die Publikation der Daten auf dem Weg, das Hauptergebnis wissenschaftlicher Arbeit zu werden. Warum Forschungsdaten veröffentlichen? Forschungsdaten ermöglichen die Replikation und die Nachvollziehbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse. Sie sind die Grundlage für transparente Wissenschaft. Die Nachnutzbarkeit fördert die Re-Analyse von Daten, das Zusammenfügen von verschiedenen Datenquellen und damit die Chance, mit bestehenden Daten weitergehende Forschung zu betreiben und neue Erkenntnisse zu erzielen. Nachnutzbarkeit umfasst dabei im Idealfall das Recht, die Daten herunterzuladen, zu kopieren, zu verbreiten, maschinell zu verarbeiten und sie ohne finanzielle, technische oder rechtliche Einschränkungen nutzen zu können. Die Publikation von Forschungsdaten ermöglicht deren Zitierbarkeit und trägt damit zur wissenschaftlichen Reputation der Urheber*innen bei. Durch von Initiativen wie der Coalition for Open Research Assessment (CoARA) getriebene Reformen der Forschungsbewertung werden Forschungsdaten zunehmend als eigenständige wissenschaftliche Leistung anerkannt. Quelle: Übersetzt nach: Hole, B. (2015). Open Science: A New publisher Perspective . Ubiquity press. ( CC BY 4.0 International ) Positionen und Treiber Europäische Union Die Europäische Union (EU) hat im Jahr 2016 im Förderprogramm Horizon 2020 den Open Research Data Pilot integriert. Dieser sah die Veröffentlichung von Forschungsdaten unter der Prämisse "as open as possible, as closed as necessary" vor. Eine Teilnahme war freiwillig. Im bis 2027 gültigen Nachfolgeprogramm Horizon Europe wird Open Science zum modus operandi ernannt und Open Access bei Text- und Datenpublikationen sowie eine Bereitstellung der Daten nach den FAIR-Prinzipien vorgeschrieben. Deutschland Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) nennt die Bereitstellung von Daten nach den FAIR-Prinzipien sowohl in den Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis wie auch in den separat herausgegebenen Leitlinien zum Umgang mit Forschungsda­ten . Statements zum Forschungsdatenmanagement und Datenmanagementpläne sind bei Anträgen verpflichtend und fließen in die Bewertung ein. Angaben zur Weiterverwendung und Verwertung der Daten verlangen beispielsweise auch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) oder forschungsfördernde Stiftungen. Als weiterer Treiber hat sich die von Bund und Länder gemeinsame finanzierte Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) erwiesen. Durch die Arbeit in 26 Konsortien werden laut Selbstbeschreibung der NFDI „wertvolle Datenbestände von Wissenschaft und Forschung für das gesamte deutsche Wissenschaftssystem systematisch erschlossen, vernetzt und nachhaltig sowie qualitativ nutzbar gemacht.“ „wertvolle Datenbestände von Wissenschaft und Forschung für das gesamte deutsche Wissenschaftssystem systematisch erschlossen, vernetzt und nachhaltig sowie qualitativ nutzbar gemacht.“ Österreich Der Österreichische Wissenschaftsfonds (FWF) hat 2019 eine Open Access Policy für Forschungsdaten eingeführt. Darin verpflichtet seine Förderempfänger seit 2019 zur Erstellung eines Datenmanagementplans (DMP) und zum offenen Zugang zu Forschungsdaten, „die den wissenschaftlichen Publikationen des Projekts zugrunde liegen“. Der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) verpflichtet in seiner Open Science Policy zwar nicht zum offenen Zugang zu Forschungsdaten, empfiehlt jedoch nachdrücklich die Bereitstellung gemeinsam nutzbarer Forschungsdaten. Die 2022 in Kraft getretene nationale Open Science Policy setzt sich u. a. die Veröffentlichung von Forschungsdaten anhand der FAIR-Prinzipien zum Ziel. Außerdem haben einige Universitäten eine FDM-Policy oder -Richtlinie verabschiedet. Weitere Informationen finden sich auf den Österreich-Seiten von forschungsdaten.info . Schweiz Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) erachtet den offenen Zugriff auf Forschungsdaten ebenfalls als einen wesentlichen Beitrag. Weitere Informationen finden sich in Englischer Sprache auf den Schweiz-Seiten von forschungsdaten.info . Auch bei Forschungsdaten ist ein Argument für den offenen Zugang, dass ihre Herstellung mit öffentlichen Mitteln gefördert wurde. Die Berliner Erklärung hat bereits früh Daten als Objekte genannt, deren offene Verfügbarkeit angestrebt wird. Neben der intrinsischen Motivation, durch ein gutes Datenmanagement in zunehmend datengetriebener Forschung effizienter arbeiten zu können und selbst von offenen Daten zu profitieren, sind die Forschungsförderer der wichtigste Treiber für die Publikation von Daten. FAIR-Prinzipien Verschiedene nationale und internationale Forschungsförderer wie die EU und die DFG zielen in ihren Richtlinien auf die FAIR-Prinzipien ab, die NFDI hat sich zum Ziel gesetzt, Daten „ FAIRfügbar “ zu machen. Das Akronym FAIR steht für F indable (Auffindbar), A ccessible (Zugänglich), I nteroperable (Interoperabel) und R eusable (Wiederverwendbar). Geprägt wurde der Begriff FAIR von der FORCE11-Community und am 15. März 2016 in Scientific Data publiziert ( Wilkinson et al., 2016 ), eine Befürwortung findet sich unter anderem in der Abschlusserklärung vom G20-Gipfel in Hangzhou 2016 . Die FAIR-Prinzipien sind auf bestem Wege ein international anerkannter Standard im Umgang mit Forschungsdaten zu werden. FAIRe Daten bedeuten dabei nicht zwangsläufig, dass alle Daten offen zur Verfügung stehen. Quelle: verändert nach Halina Sieminska, P. (2019). A FAIRy tale graphics. Zenodo https://doi.org/10.5281/zenodo.3267168 . Bearbeitung: Ilona Lang ( CC BY-SA 4.0 ) Die vier einzelnen Elemente von FAIR bedeuten: Auffindbar : Damit Daten nachgenutzt werden können, müssen diese leicht auffindbar sein. Dazu sind Daten mit umfassenden menschen- und maschinenlesbaren Metadaten beschrieben. Zugänglich : Der Zugriff auf die gefundenen Daten muss nach klaren Regeln möglich sein, Authentifizierung und Autorisierung müssen definiert sein. Interoperabel : Zur Nutzung und zur Integration mit anderen Daten ist eine Verwendung einer zugänglichen und allgemein verwendbaren Sprache für die Wissensrepräsentation notwendig, Metadaten folgen standardisierten Vokabularien. Wiederverwendbar : Die Beschreibung der Daten und der Metadaten ermöglicht die Nutzung in unterschiedlichen Kontexten, geeignete Datennutzungslizenzen werden verwendet und die Daten entsprechen domänenrelevanten Community-Standards. Ergänzt werden die FAIR-Prinzipien durch die CARE-Prinzipien. Das Akronym steht für Collective Benefit, Authority to Control, Responsibility und Ethics. Auf Grundlage der CARE-Prinzipien werden Forschende dafür sensibilisiert, im Rahmen der Bemühungen um Open Data und Open Science die Rechte und Interessen indigener Gemeinschaften zu wahren – unabhängig davon, ob sich deren Forschung dezidiert mit den Gemeinschaften selbst befasst oder diese anderweitig berührt. Für Forschungssoftware wurden die FAIR-Prinzipien in Form der FAIR4RS-Prinzipien ergänzt. Im Zusammenhang mit der KI-Transformation kann das FAIR-Akronym auch für Fully AI Ready Data stehen. Es sagt aus, dass nach den FAIR-Prinzipien verarbeitete Daten meistens automatisch auch maschinenlesbar und damit durch KI verarbeitbar sind. Publikation Bei der Publikation von Forschungsdaten ist ein geeignetes Repositorium auszuwählen, das möglichst einen Open-Access-Zugriff auf die Daten anbietet. Dabei ist die Wahl eines fachspezifischen und in der Community etablierten Repositoriums immer zu bevorzugen, da sich die eigenen Daten damit in einem guten fachlichen Kontext befinden und die Auffindbarkeit erleichtert wird. Zur Auswahl eines Datenrepositoriums kann der Verzeichnisdienst re3data genutzt werden. Falls kein passendes Repositorium gefunden werden kann, so ist ein Rückgriff auf allgemeine oder institutionelle Repositorien möglich. Bekannte Vertreter für generische Repositorien sind Zenodo oder Dataverse . Um die Bereitstellung und Auffindbarkeit langfristig zu garantieren, ist die Vergabe einer dauerhaften Adresse notwendig. Dieser persistente Identifikator sichert auch die Zitierbarkeit der Datensätze. Bevorzugte Identifikatoren sind die vom Verbund DataCite vergebenen DOIs . Vor der Veröffentlichung von Daten ist eine Kuration der Daten nach den FAIR-Prinzipien dringend angeraten, denn die Nachnutzbarkeit von Daten wird stark eingeschränkt, wenn diese nicht über ausreichende Beschreibungen und Meta­daten verfügen. Metadaten sollten dabei frühestmöglich im Forschungsprozess vergeben werden und umfassen sowohl technische (Beispiel: Wann und von wem wurde der Datensatz erhoben?) wie auch inhaltliche Metadaten (Beispiel: Was steht in den einzelnen Variablen?). Für zahlreiche Disziplinen gibt es dabei spezifische Standards, die insbesondere von den NFDI-Konsortien vorangetrieben, gepflegt und veröffentlicht werden (siehe den Metadata Standards Catalog ). Bei der Kuration werden die Daten vor allem technisch überprüft. Dies umfasst das Datenformat, den grundsätzlichen Zugriff und die formale Korrektheit. Beim Datenformat ist z. B. auf langfristig zugreifbare und offene Datenformate zu setzen. Die inhaltliche Überprüfung muss durch die Wissenschaftler*innen weitestgehend selbst geleistet werden. Am Ende der Kuration steht die Wahl einer geeigneten Lizenz . Hier haben sich die Creative-Commons-Lizenzen bewährt (nähere Informationen hierzu bietet das Portal forschungsdaten.info ). CC-Lizenzen sind jedoch nicht für die Lizensierung von Code oder Software geeignet. Hierfür gibt es spezielle Softwarelizenzen . Quelle: verändert nach Koch, M. (2015). Publizieren über das Repositorium der Leibniz Universität Hannover. TIB Blog Praxistipp Tipps und Tricks, wie Forschungsdaten der Community offen bereit gestellt werden können, gibt es hier in den Folien zum Open Access Talk Forschungsdaten & Open Access - so publizieren Sie Ihre Daten . Herausforderungen Drei wichtige Herausforderungen sollten im Forschungsdatenmanagement (FDM) und im Publikationsprozess als überwindbare Hürden genannt werden: Organisatorisch Das Management und die Kuration der Daten erfordert zusätzliche Kompetenzen. Neue Berufsbilder wie Data Curator, Data Steward oder Data Scientist sind entstanden und Forschungs- und Infrastruktureinrichtungen müssen entsprechende Ressourcen bereitstellen und Mitarbeiter*innen weiter- und ausbilden. Forschungsförderer finanzieren inzwischen Data Stewards z. B. in Sonderforschungsbereichen oder Exzellenzclustern. Den gestiegenen Anforderungen müssen Institutionen in Form von Policies und angepassten Abläufen begegnen. Rechtlich Forschungsdaten können personenbezogen und sehr sensitiv sein. Diese Daten müssen vor der Veröffentlichung anonymisiert oder im Zugriff so eingeschränkt werden, dass keine Datenschutzrechte verletzt werden. Auch die Berücksichtigung urheberrechtlicher Aspekte im Zusammenhang mit Forschungsdaten ist nicht zu vernachlässigen. Dies betrifft sowohl die Publikation eigener wie auch die Nachnutzung existierender Daten. Eine rechtliche Beratung zu einem frühen Zeitpunkt im Forschungsprozess ist dringend anzuraten. Infrastruktur Die entstehenden Datenmengen können – besonders in den Naturwissenschaften – sehr schnell sehr groß werden und aus den Erfahrungen der Vergangenheit wird die Datenmenge stetig wachsen. Der Umgang mit Daten im Petabyte-Bereich stellt Anforderungen an die Speicherung, Sicherung, Archivierung und die Übertragung dieser Daten. Vorbehalte Eine oft geäußerte Kritik aus der Wissenschaft liegt in der Sorge begründet, dass andere zu stark vom eigenen Datenschatz profitieren und man selbst nicht die nötige Reputation für die wissenschaftliche Karriere erzielen kann. Dazu ist klarzustellen, dass eine Veröffentlichung so früh und so umfangreich wie möglich anzustreben ist. Dies lässt aber weiterhin zu, dass Daten erst zu einem späteren Zeitpunkt, nach der Auswertung oder mit einem Embargo versehen , veröffentlicht werden. Durch angestrebte Reformen in der Forschungsbewertung wird diesem Vorbehalt ebenso begegnet. Die Hoheit über die Daten kann beim Erzeugenden verbleiben. Ebenfalls oft genannt wird der zusätzliche Aufwand für den geforderten Umgang mit den Daten. Hierzu ist es bereits jetzt möglich, im Rahmen der Beantragung von Forschungsförderung auch Mittel für diesen Aufwand zu erhalten. Datenmanagement muss als zentraler Bestandteil von wissenschaftlicher Forschung angesehen und personell und finanziell ausreichend ausgestattet werden. Ausblick Der Prozess der letzten Jahre wird sich weiter verstärken. Die Veröffentlichung, Nachnutzung und Verknüpfung von Forschungsdaten haben sich zum wissenschaftlichen Standard entwickelt. Viele Journals fordern inzwischen die Einhaltung von Data Availability Statements bei Einreichungen. Außerdem etablieren sich spezielle Data- und Software-Journals als zusätzlicher Publikationsort für Forschungsdaten zusätzlich zu Repositorien. Es ist insgesamt zu erwarten, dass die Grenzen zwischen Open Access, Textpublikationen und Forschungsdaten zunehmend verschwimmen, sich die Themen und Aufgaben überlappen und unter dem Sammelbegriff Open Science ein Mentalitätswandel in der Wissenschaft herbeigeführt wird. Zur Akzeptanz in der Wissenschaft müssen Daten und der Umgang mit diesen als wissenschaftliche Leistung anerkannt werden. Literatur Wilkinson, M. D., Dumontier, M., Aalbersberg, Ij. J., Appleton, G., Axton, M., Baak, A., Blomberg, N., Boiten, J.-W., Bonino da Silva Santos, L., Bourne, P. E., Bouwman, J., Brookes, A. J., Clark, T., Crosas, M., Dillo, I., Dumon, O., Edmunds, S., Evelo, C. T., Finkers, R., … Mons, B. (2016). The FAIR Guiding Principles for scientific data management and stewardship. Scientific Data , 3 . https://doi.org/10.1038/sdata.2016.18 Weiterführende Literatur Österreichischer Wissenschaftsfonds (FWF) (o. J.): Open-Access-Policy für Forschungsdaten . https://www.fwf.ac.at/ueber-uns/aufgaben-und-aktivitaeten/open-science/open-access-policy/open-access-policy-fuer-forschungsdaten Putnings, M., Neuroth, H., & Neumann, J. (2021). Praxishandbuch Forschungsdatenmanagement . de Gruyter. https://doi.org/10.1515/9783110657807 Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) (o. J.): Open Science Policy . https://wiki.wwtf.at/books/open-science-policy/page/open-science-policy-gultig-ab-112026 Weiterführende Links forschungsdaten.info – Deutschsprachige Informationsplattform zu Forschungsdaten go-fair.org/ – Go Fair Initiative re3data.org – Verzeichnis von Datenrepositorien Bearbeitung der Inhalte der Seite: Matthias Landwehr, Universität Konstanz (Stand: Mai 2026). Besonderen Dank an Anna-Karina Renziehausen, TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften ....

  2. Open Access in den Erziehungswissenschaften

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in den Erziehungswissenschaften In den Erziehungswissenschaften bzw. in den Educational Sciences ist Open Access als Publikationsform zwar etabliert, nimmt jedoch nach wie vor gegenüber proprietären Verlagsveröffentlichung eine nachrangige Rolle ein. So wird in der EU laut Open Science Monitor nur knapp ein Viertel der Publikationen in den Educational Sciences als Open Access ( grün , gold , bronze usw.) veröffentlicht ( Europäische Kommission, n.d. ). Die bevorzugte Publikationsform in den Erziehungswissenschaften sind Zeitschriftenartikel ( Schmidt-Hertha & Müller, 2020, S. 160 ). Danach folgen Publikationen in Form von Monografien, Sammelbänden und Buchbeiträgen, die zusammen etwa ein Drittel des Publikations-Outputs ausmachen ( Abs et al., 2020 ). Gemäß der Kennzeichnung in der FIS Bildung Literaturdatenbank sind im Jahrgang 2024 42% des Publikationsaufkommens, 32% der insgesamt gelisteten Zeitschriftenaufsätze, ca. 58% der aufgeführten Monografien und Sammelwerke und ca. 61% der gelisteten Sammelwerksbeiträge in deutscher Sprache als Volltext frei verfügbar (Stand: August 2025). Die Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissen­schaft (DGfE) als wesentliche disziplinäre Institution des deutschsprachigen Raums hat bislang keine klare Position zu Open Access bezogen. Einen weiteren Überblick über fachliche Open-Access-Entwicklungen der deutschsprachigen Erziehungswissenschaft geben die Dissertation von Bambey (2016) sowie die Beiträge von Rummler (2021) sowie Schindler und Rummler (2018) . Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet unter dem Subject Education 1.980 Zeitschriften (Stand: Oktober 2025). Wichtige deutschsprachige Open-Access-Zeitschriften , die im DOAJ geführt werden, sind: bwp@ DOAJ Die Deutsche Schule doaj Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research (FQS) DOAJ IJRVET International Journal for Research in Vocational Education and Training DOAJ Magazin Erwachsenenbildung.at DOAJ MedienPädagogik. Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung DOAJ Zeitschrift für Hochschulentwicklung (ZFHE) DOAJ Zeitschrift für Weiterbildungsforschung DOAJ Wichtige Open-Access-Zeitschriften ohne DOAJ-Eintragung sind: bildungsforschung PhyDid widerstreit-sachunterricht Die Österreichische Volkshochschule (ÖVH) on_education. Journal for Research and Debate Beiträge zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung . Beträge bis 2013 sowie Beiträge ab 2014 finden sich auf peDOCS. Journal for Educational Research Online (JERO) journal für lehrerInnenbildung Disziplinäre Fachzeitschriften werden häufig von engagierten Einzelpersonen mit Hilfe ihrer Einrichtungen und durch ehrenamtliches Engagement im Open Access herausgegeben, so veröffentlicht beispielsweise das Deutsche Jugend­institut e.V. das Magazin IMPULSE . Auch wenn die DGfE, wie eingangs erwähnt, keine klare Position zu Open Access bezogen hat, gibt sie die Zeitschrift Erzieh­ungswissenschaft im Diamond Open Access heraus. Zudem publiziert ihre Sektion 12 - Medienpädagogik verlegt die oben erwähnte Zeitschrift MedienPädagogik, Sektion Medienpädagogik (DGfE) . In Öster­reich gibt das Forum Neue Medien in der Lehre Austria die Zeitschrift für Hochschulentwicklung im Open Access heraus, während die Schweizerische Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF) die viersprachige Schweizerische Zeitschrift für Bildungswissenschaften herausgibt, ebenfalls im Diamond Open Access. In manchen Fällen werden Fördermittel eingeworben oder es findet Sponsoring statt. So wird beispielsweise das Magazin erwachsenenbildung.at vom Bundes­ministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) finanziert, während das Online-Fachjournal bwp@ u.a. durch eine Kooperation mit wbv Media und mit Unterstützung von Sponsoren betrieben wird. Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Das Directory of Open Access Books (DOAB) sowie die OAPEN Library listen unter dem Stichwort Education mehr als 1.600 Titel (Stand: März 2024). Darüber hinaus bietet peDOCS einen guten Überblick über erziehungswissen­schaftliche Reihen. Die FIS Bildung Literaturdatenbank weist frei zugängliche Bücher und ihre Beiträge nach. Universitätsverlage und institutionelle Repositorien veröffentlichen mittlerweile einen Großteil der erziehungswissenschaftlichen Open-Access-Bücher ( vgl. Schindler & Rummler, 2018 ). Hierunter fallen neben Forschungsberichten und Sammelbänden vor allem monografische Dissertations- und Habilitations­schriften. Obwohl die DGfE noch keine klare Position zu Open Access bezogen hat, geben ihre Sektionen und Kommissionen als sog. Society Publishers diverse Bücher und Buchreihen im Open Access heraus: Sektion 1 - Historische Bildungsforschung. Reihe: Jahrbuch Historische Bildungsforschung (Verlag Julius Klinkhardt) Sektion 7 - Berufs- und Wirtschaftspädagogik. Reihe: Jahrbuch der berufs- und wirtschaftspädagogischen Forschung (Verlag Barbara Budrich) Sektion 9 - Erwachsenenbildung. Reihe: Schriftenreihe der Sektion Erwachsenenbildung (Verlag Barbara Budrich) Die Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) publizierte bis 2022 im Waxmann Verlag Tagungsbände der Reihe Medien in der Wissenschaft im open access . Darüber hinaus unterstützen diverse Verlage erziehungswissenschaftliche Open-Access-Publikationen, darunter Verlag Julius Klinkhardt , Barbara Budrich , Nomos , Beltz Juventa , wbv Media , transcript , Waxmann oder der Werner-Hülsbusch-Verlag . Disziplinäre Repositorien Zu den wichtigsten Repositorien in den Erziehungswissenschaften gehören: peDOCS : fachliches Repositorium des DIPF – Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation für die Bereiche Bildungsforschung, Erziehungswissenschaft und Fachdidaktiken. DIPFdocs : institutionelles Repositorium des DIPF. texte.online : Veröffentlichungen des Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) zur Erwachsenenbildung. Scripta Paedagogica Online : digitales Textarchiv zur Bildungsgeschichte des deutschsprachigen Raumes (u.a. Zeitschriften, Lehrer*innenverzeichnisse, Schulprogramme). VET Repository : zentrale Publikationsserver des BIBB - Bundesinstitut für Berufsbildung für Literatur im Bereich Berufsbildungsforschung. Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet auch das Open Directory of Open Access Repositories ( OpenDOAR ). Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote Das Fachportal Pädagogik stellt bei Literaturrecherchen als virtuelle Fachbiblio­thek Pädagogik den zentralen Einstieg in die (deutschsprachigen) Erziehungs­wissenschaften dar. Es wird vom Informationszentrum Bildung (IZB) des DIPF – Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Frankfurt am Main betrieben, der Aufbau wurde von der Deutschen Forschungsgemein­schaft (DFG) gefördert. Das kostenfrei nutzbare Angebot unter­teilt sich in die Bereiche Literatur, Forschungsdaten und Forschungsinforma­tion: Im Bereich Literatur kann man recherchieren, fehlende Literaturnachweise melden, Publikationen via peDOCS veröffentlichen oder die Dienstleis­tungen des Fachinformationsdienstes Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung in Anspruch nehmen. Im Bereich Forschungsdaten finden sich umfassende und dauerhaft doku­mentierte Studien der empirischen Bildungsforschung. Darüber hinaus besteht ein zentraler Zugang zu beschreibenden Studieninformationen (wie eingesetzte Erhebungsinstrumente, erhobene Forschungsdaten und Informationsmaterialien zum Forschungsdatenmanagement). Im Bereich Forschungsinformation gibt es eine themenfokussierte Zusammenstellung relevanter Internetquellen für und über Wissenschaft und Forschung im Bereich Bildung. Das Fachportal Pädagogik ist seit August 2005 online und wurde im September 2017 nach einer kompletten Überarbeitung neu veröffentlicht. Open Science in den Erziehungs­wissenschaften In den Erziehungswissenschaften gibt es auch über Open Access hinaus Bewegungen im Bereich Open Science. So wurden im Heft 61 (2-2020): “ Neue Formen der Archivierung, Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten ” der Zeitschrift Erziehungswissenschaft Argumente zum Thema Open Science und Open Data zusammengetragen, was innerhalb der Disziplin für Diskussionen über neue Formen der Forschung und der Datenerhebung sorgte. Auch entstand ein Austausch darüber, welche Anforderungen diese Modelle mit sich bringen. Das Heft thematisiert überdies, welche Limitierungen und Bedenken vor allem in Bezug auf Datenschutz und die Verwendung offener Forschungsdaten und -prozesse erkennbar sind. Gleichwohl werden sich auch die Erziehungswissenschaften mit Open-Science-Praktiken und Formen des Publizierens verändern, da der Umgang mit offenen Forschungsdaten grundsätzlich unterstützt wird. Hierzu haben die Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE), die Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF) sowie die Gesellschaft für Fachdidaktik (GFD) eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht. Der Verzeichnisdienst für Forschungsdatenrepositorien re3data verzeichnet auf internationaler Ebene unter dem Suchbegriff „Educational Sciences“ über 100 Datenportale und Repositorien offener erziehungswissenschaftlicher Forschungsdaten (Stand: November 2025). Im deutschsprachigen Raum weist Forschungsdaten Bildung durch einen föderierten Verbund Forschungsdaten übergreifend nach und informiert über das Teilen und Managen von Forschungsdaten in der Bildungsforschung. Zunehmend ist auch eine fachliche Auseinandersetzung mit Open Science zu beobachten, sowie deren Anpassung an die disziplinären Rahmenbedingungen und Möglichkeiten (van Dijk et al., 2021; Krammer & Svecnik, 2020; van der Zee & Reich, 2018). Darüber hinaus beeinflusst die Bewegung der Open-Educational-Resources (OER) die Erziehungswissenschaften. Dieses Themenfeld setzt in Form einer expliziten Forderung nach offenen Zugängen zu Bildung, Bildungsmöglichkeiten und Bildungsmaterialien an historische pädagogische Vorläufer (Deimann, 2020; Hug, 2014) an. Seit einigen Jahren untersuchen vermehrt Studien die Innovationen im Bereich pädagogischer und informationeller Praxis. Darin wird der neue Umgang mit Materialien sowie mit Infrastruktur betont, untersucht und kritisch diskutiert (Schön & Ebner, 2021; Heck et al., 2020; Deimann, 2020; Heinen et al., 2015). Regelmäßige deutschsprachige Neuigkeiten und Informationen zu OER sowie Verzeichnisse und Plattformen (wie u.a. zum OER-Repositorium Baden-Württemberg , twillo ) zu OER gibt es auf der Website OERinfo . Diese Verzeichnisse und Plattformen decken sowohl den Bereich Schule und Erwachsenenbildung als auch den Hochschulbereich ab. In Österreich wurde ein OER-Zertifikat für Lehrende an Hochschulen und für Hochschulen eingeführt ( OER-Zertifikat.at, Schön et al., 2 023). open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Literatur Abs, H. J., Kuper, H., Cathleen, G., Ludwig, K., Hüfner, K., Radhoff, M., Ruberg, C., Kerst, C., Wolter, A., Gerecht, M., Krüger, H.-H., Sauerwein, M., Schultheiß, J., Schmidt-Hertha, B., Müller, M., Martini, R., & Stelter, A. (2020). Datenreport Erziehungswissenschaft 2020. Erstellt im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE). Verlag Barbara Budrich. https://doi.org/10.25656/01:18987 Bambey, D. (2016). Fachliche Publikationskulturen und Open Access. Fächerübergreifende Entwicklungstendenzen und Spezifika der Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung . https://doi.org/10.25656/01:12331 Deimann, M. (2020). Lernen mit Open Educational Resources. In H. M. Niegemann & A. Weinberger (Eds.), Handbuch Bildungstechnologie. Konzeption und Einsatz digitaler Lernumgebungen (pp. 699–708). Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-662-54368-9_58 Heck, T., Kullmann, S., Hiebl, J., Schröder, N., Otto, D., & Sander, P. (2020). Designing Open Informational Ecosystems on the Concept of Open Educational Resources. Open Education Studies , 2 (1), 252–264. https://doi.org/10.1515/edu-2020-0130 Heinen, R., Kerres, M., & Schindler, C. (2015). Provisioning strong and weak OER: Requirements of open informational ecosystems. Proceedings of Open Education Global 2015 . https://doi.org/10.25656/01:18242 Hug, T. (2014). Bildung für alle – eine Neuauflage? Offenheit und Teilen in der Open Educational Resources (OER) Bewegung. In P. Missomelius (Ed.), Freie Bildungsmedien und digitale Archive. Medien - Wissen - Bildung (pp. 227–256). Innsbruck University Press. https://www.fachportal-paedagogik.de/literatur/vollanzeige.html?FId=1055764 Krammer, G., & Svecnik, E. (2020). Open Science als Beitrag zur Qualität in der Bildungsforschung. Zeitschrift für Bildungsforschung , 10 , 263–278. https://doi.org/10.1007/s35834-020-00286-z Rummler, K. (2021). Open Access Zeitschriften in den Bildungs- und Erziehungswissenschaften. Ausgewählte Aspekte zum Betrieb wissenschaftlicher Fachzeitschriften. Schweizerische Zeitschrift Für Bildungswissenschaften , 43 (1), 116–128. https://doi.org/10.24452/sjer.43.1.9 Schindler, C., & Rummler, K. (2018). Open Access in der Publikationslandschaft der Erziehungswissenschaft. Eine Sondierung mit Blick auf Monographien und Sammelwerke. Erziehungswissenschaft , 57 (29), 9–18. https://doi.org/10.3224/ezw.v29i2.02 Schmidt-Hertha, B., & Müller, M. (2020). Forschung und Publikationskulturen. In J. Abs, H. Kuper, & R. Martini (Eds.), Datenreport Erziehungswissenschaft 2020 . Verlag Barbara Budrich. https://doi.org/10.3224/84742419 Schön, S., & Ebner, M. (2021). Digital gestütztes Lernen in der Erwachsenenbildung - wo liegt die Innovation? In Egger, R. & Härtel, P. (Eds.), Bildung für alle? Für ein offenes und chancengerechtes, effizientes und kooperatives System des lebenslangen Lernens in Österreich (pp. 231–252). Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-31054-7_12 Schön, S., Ebner, M., Berger, E., Brandhofer, G., Edelsbrunner, S., Gröblinger, O., Hackl, C., Jadin, T., Kopp, M., Neuböck, K., Proinger, J., Schmölz, A. & Steinbacher, H.P. (2023). Development of an Austrian OER certification for higher education institutions and their employees. In D. Otto, G. Scharnberg, M. Kerres, & O. Zawacki-Richter (Eds.), Distributet learning ecosystems. Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-38703-7_9 van der Zee, T., & Reich, J. (2018). Open Education Science. AERA Open , 4 (3). https://doi.org/10.1177/2332858418787466 van Dijk, W., Schratschneider, C., & Hart, S. A. (2021). Open Science in Education Sciences. Journal of Learning Disabilities , 54 (2), 139–152. https://doi.org/10.1177/0022219420945267 Weiterführende Literatur Mruck, K., Mey, G., Schön, S., Idensen, H., & Purgathofer, P. (2013). Offene Lehr- und Forschungsressourcen. Open Access und Open Educational Resources. In M. Ebner & S. Schön (Eds.), L3T. Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien (2. Auflage). https://doi.org/10.25656/01:8356 Schaffert, S. (2004). Kostenlose Online-Literatur der Bildungsforschung. P@psych E-Zine , 9 . https://www.stangl-taller.at/paedpsych/ezine/2004/schaffert04/ Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Dr. Klaus Rummler, PH Zürich , Dr. Christoph Schindler, DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation , und Dr. Sandra Schön, TU Graz (Stand: November 2025)....

  3. Open Access in der Geschlechterforschung

    Was ist Open Access? Hier gibt es eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier gibt es Gründe und Vorbehalte. Open Access publizieren Erfahren Sie hier, wie Sie Ihre Publikation Open Access veröffentlichen können. Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Open Access in der Geschlechter­forschung Die Geschlechterforschung ist ein Wissensfeld, das stark von inter/transdisziplinären Arbeitsweisen geprägt ist und in dem sich zugleich auch vielfältige disziplinäre Zugänge wiederfinden. Die Veröffentlichungspraktiken und -orte von Geschlechterforschenden richten sich in vielen Fällen nach den involvierten Fachdisziplinen und sind entsprechend heterogen. Es gibt aber auch eine Reihe von dezidiert inter/transdisziplinär ausgerichteten Publikationen. Die Geschlechterforschung nutzt überwiegend Zeitschriften, Sammelbände und Monographien für ihre Publikationsanliegen. Daneben sind Handbücher, Wissenschaftsblogs und verschiedene andere Transferformate verbreitet. Preprints spielen dagegen kaum eine Rolle. Chancen für die Geschlechterforschung Open-Access-Publizieren bietet gerade für die Geschlechterforschung enorme Chancen: Aufgrund von politischen Vorbehalten gegenüber der Geschlechter­forschung und der uneindeutigen Verortung zwischen den Disziplinen sind ihre Ergebnisse Rezeptionssperren ausgesetzt. Open-Access-Publikationen können durch die mögliche größere Sichtbarkeit und den direkten Zugriff auf Volltexte diese Sperren überwinden und so ihre Qualität belegen. Die Chancen des elektronischen Publizierens und insbesondere von Open Access sind in der Geschlechterforschung heute breit akzeptiert. Es gibt in der deutschsprachigen Geschlechterforschung mittlerweile eine Reihe von Open-Access-Publikationen, insbesondere bei Zeitschriften und Wissenschaftsblogs. Eine langsame Zunahme von Open-Access-Veröffentlichungen ist auch im Bereich der Bücher zu verzeichnen. International lassen sich zwei Entwicklungen unterschieden: Auf der einen Seite erscheinen einschlägige, überwiegend englischsprachige Publikationen zur Geschlechterforschung in großen kommerziellen Verlagen, die bis dato leider lediglich hybride Open-Access-Optionen gegen die Zahlung von Zusatzgebühren anbieten. Auf der anderen Seite ist eine wachsende Zahl von Open-Access-Publikationen in der nicht-englischsprachigen Welt zu verzeichnen, die gebührenfreie und wissenschaftsgeleitete Open-Access-Modelle verfolgen und so einen wichtigen Beitrag zur Bibliodiversität leisten. Aktivitäten der Fachgesellschaft Geschlechterstudien Die Fachgesellschaft Geschlechterstudien positioniert sich aktiv für freies Publizieren. Als eine von vier Herausgeberinnen des Open Gender Journal und Trägerin der Open Gender Plattform hat die Fachgesellschaft Open Access als wichtiges Handlungsfeld in ihrem Aufgabenspektrum verankert. Innerhalb der Fachgesellschaft vernetzt die Arbeitsgruppe Open Digital Gender Studies zudem bestehende Initiativen und setzt sich mit aktuellen Entwicklungen im Bereich Open Access und Open Science auseinander. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet unter dem Stichwort Gender 151 Einträge (Stand: August 2024). Lediglich 34 der im DOAJ verzeichneten Zeitschriften erheben APCs . In Deutschland erscheinen folgende Open-Access-Zeitschriften im Bereich Gender Studies: Open Gender Journal DOAJ querelles-net (seit 2020 Rubrik des Open Gender Journal ) GENDER DOAJ Gender Forum IZGOnZeit gender­[ed]thoughts FKW // Zeitschrift für Geschlechterforschung und visuelle Kultur Die Rezensionszeitschrift querelles-net , die zu den Pionierinnen der Open-Access-Bewegung in der deutschsprachigen Geschlechterforschung gehört, wird seit 2020 als Rubrik des Open Gender Journals weitergeführt. Die genannten Zeitschriften sind nicht nur kostenfrei zugänglich, sondern erfüllen auch durch die Nutzung von freien Lizenzen die Anforderungen an Open-Access-Publikationen. Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier gibt es eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Handbücher Mit dem Handbuch „Politik und Geschlecht“ (herausgegeben von Christine M. Klapeer, Johanna Leinius, Franziska Martinsen, Heike Mauer und Inga Nüthen) existiert seit 2017 ein Open-Access-Einführungswerk in die politikwissenschaftliche Geschlechterforschung, das kontinuierlich ergänzt und aktualisiert wird. Diese „Living Enzyklopädie“ entstand im Rahmen des BMBF-geförderten Projektes OAPEnz als Zusammenarbeit zwischen der ZB MED und dem Verlag Barbara Budrich . Wissenschaftliche Open-Access-Blogs Neben klassischen Fachzeitschriften erscheinen mittlerweile auch Wissenschaftsblogs in der Geschlechterforschung als frei lizensierte Open-Access-Publikation. Die Beiträge im blog interdisziplinäre geschlechterforschung , der von der Koordinations- und Forschungsstelle Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW herausgegeben wird, werden im Repositorium der UB Duisburg-Essen langzeitarchiviert. Das Genderblog des Zentrums für transdisziplinäre Geschlechterstudien an der HU Berlin legt den Schwerpunkt auf die Publikation von Ergebnissen, Projekten und Debatten aus Forschung und Lehre der Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin. Open Educational Resources Im Bereich der Open Educational Resources bietet die OER Was ist Gender? einen Einstieg in das Thema. Das Portal Gendering MINT digital stellt nachnutzbare Lehreinheiten aus dem Forschungs- und Lehrbereich Gender & MINT zur Verfügung. Die Toolbox Gender und Diversity in der Lehre bietet Materialien für die Gestaltung von diskriminierungskritischer Hochschullehre. Alle Angebote sind frei lizensiert. Was sind Repositorien? Hier gibt es eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie rechtliche Informationen rund um Open Access. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Disziplinäre Repositorien Mit GenderOpen verfügt die Geschlechterforschung seit 2018 über ein diszipli­näres Open-Access-Repositorium , das die langfristige Verfügbarkeit von Veröff­entlichungen unter Open-Access-Bedingungen sichert. Das Repositorium infor­miert Autor*innen auch über ihre Rechte im Bereich der Zweitveröffentlichung und schafft so Bewusstsein für die Möglichkeiten, die ihnen im Rahmen des deutschen Urheber*innenrechts gegeben sind. Gezielte Kooperationen mit ein­schlägigen Fachverlagen ermöglichen in vielen Fällen die Zweitveröffentlichung von originalen Verlagsversionen sowie der zugehörigen Metadaten nach Ablauf einer Embargofrist . Der Schlagwortindex GenderOpen ist ein im Rahmen von GenderOpen ent­wickeltes kontrolliertes Vokabular zur inhaltlichen Beschreibung von Publikatio­nen aus der Geschlechterforschung. Er wird auch von einigen Zeitschriften, dem Digitalen Deutschen Frauenarchiv und der Gutachter*innen-Datenbank ge­nutzt. GenderOpen erhielt 2019 das DINI-Zertifikat für Open-Access-Publika­tionsdienste. Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet auch das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) . Sonstige Angebote Open Access wurde in der deutschsprachigen Geschlechterforschung entschei­dend durch einzelne Projekte vorangebracht. Das von der DFG geförderte Pro­jekt Geschlechterforschung und Open Access. Ein Publikationsmodell für ein inter-/transdisziplinäres Forschungsfeld an der Freien Universität Berlin (2011 – 2012) war dafür richtungsweisend. Darin wurden die Chancen und Anforde­rungen an Open-Access-Publikationen in der Geschlechterforschung analysiert. Es wurde gezeigt, dass alle für die Umsetzung eines qualitätsgesicherten Open-Access-Publikationsangebots notwendigen technischen und rechtlichen Mög­lichkeiten vorhanden sind. Open-Access-Veröffentlichungen und elektronische Publikationsabläufe bringen jedoch zusätzliche Anforderungen mit sich, z. B. klare Rollenteilungen, Rechteklärungen sowie Anpassungen an disziplin- und länder­übergreifende Standards. Als weiteres Open-Access-Angebot ist das Projekt Open Gender Platform zu nennen. Darin wurden nachhaltige Ansätze für redaktionelle Workflows, Geschäftsmodelle und Qualitätssicherungsverfahren entwickelt und für die gesamte Geschlechterforschung nachnutzbar zur Verfügung gestellt. Hierzu zählt u. a. eine Gutachter*innen-Datenbank . Dabei handelt es sich um ein Verzeichnis von Expert*innen, die ihre Bereitschaft erklärt haben, für Open-Access-Zeitschriften und -Bücher in Deutschland als Gutachter*innen zu fungieren. Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Open Science in der Geschlechter­forschung Das Thema offene Forschungsdaten wird in der Geschlechterforschung nur zögerlich aufgegriffen. Nach einer Bedarfsanalyse zu Forschungsdateninfra­strukturen in den Gender Studies haben bisher nur wenige Forschende Erfah­rung mit der Nachnutzung von Forschungsdaten gemacht. Die Schwierigkeiten bei der disziplinären Einordnung der Geschlechterforschung wiederholen sich auch in Bezug auf offene Forschungsdaten: Explizit für die Geschlechterfor­schung ausgewiesene Forschungsdatenrepositorien gibt es bislang nicht. Selbst bei guter Metadatenerfassung erfordert eine Recherche stets das Verfolgen un­terschiedlicher Suchstrategien mit verschiedenen Speicherorten, Schlagworten und Disziplinen. Ob jedoch ein eigenständiger Speicherort für offene Forschungsdaten in einem inter- und transdisziplinären Feld wie der Geschlech­terforschung angezeigt ist, in der mit vielfältigen Datenarten gearbeitet wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Kathrin Ganz , Fachinformationsdienst Geschlechterforschung/Gender Studies (FID Gender) (Stand: August 2024)....

  4. Open Access in der Informationswissenschaft

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Open Access in der Informations­wissenschaft Die Informationswissenschaft ist in den DACH-Ländern prinzipiell eher als kleines Fach zu betrachten. Der Hochschulverband Informationswissenschaft (HI) listet in den besagten Ländern nur 19 Hochschulen auf, an denen das Fach gelehrt wird. Dabei handelt es sich meist um Fachhochschulen. Die deutschsprachige Publikationslandschaft in der Informationswissenschaft ist folglich überschaubar. Obwohl Open Access als Forschungsgegenstand in der informationswissenschaftlichen Forschung betrachtet wird, dominiert Open Access bisher nicht die Publikationspraxis des Faches. Im Januar 2022 veröffentlichte der HI seine Open-Science-Leitlinie , in der er offenen Zugang zu Texten, Daten, Software und Methoden fordert. Vorausgegangen war die Diskussion eines ersten Entwurfs der Leitlinie durch Mitglieder des HI im Herbst 2021. Die Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen unterzeichnete der HI im November 2021. Open-Access-Zeitschriften Fachlich einschlägige Journale im deutschsprachigen Raum wie Information – Wissenschaft & Praxis der Deutschen Gesellschaft für Information & Wissen (DGI) erscheinen im Closed Access . Das Gleiche gilt international für die Proceedings der Association for Information Management (ASLIB) , sämtliche Publikationen der American Society for Information Science and Technology (asis&t) oder das Journal of Information Science . Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet unter dem Stichwort information science 1.075 Treffer, unter dem verwandten Suchbegriff library science 205 Einträge (Stand: Dezember 2024). In jüngerer Zeit ist im deutschsprachigen Raum mit der Verbreitung von Open-Access-Diamond -Zeitschriften, dem Subscribe-to-Open-Modell und transformativen Verträgen eine steigende Anzahl offen zugänglicher Artikel aus der Informationswissenschaft zu beobachten. Einige Open-Access-Zeitschriften sind: Bibliothek Forschung und Praxis Big Data & Society College and Research Libraries Frontiers in Research Metrics and Analytics Information Research: An International Electronic Journal Information Journal of the Medical Library Association Library and Information Research Libreas : Library Ideas o-bib. Das offene Bibliotheksjournal Scientific Data Quantitative Science Studies Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Stichwort library & information sciences listet das Directory of Open Access Books (DOAB) 79 Titel. Die Online-Bibliothek OAPEN verzeichnet unter der Rubrik library & information sciences 75 Titel (Stand: Dezember 2024). Die Bände zum In­ternational Symposium of Information Science (ISI), das vom HI veranstaltet wird, erscheinen im Open Access, die Beiträge sind auf den Seiten des HI zu finden . Disziplinäre Repositorien Als wichtige disziplinäre Repositori en sind eprints in library & information science (e-Lis) und arXiv zu nennen, in dessen Kategorie "Digital Libraries" viele Publikationen aus der informationswissenschaftlichen Forschung zu finden sind.. Wie in vielen Fächern wird auch im Bereich der Library and Information Science (LIS) Zenodo vermehrt genutzt. In der deutschsprachigen LIS-Community werden Publikationen häufig auch auf den institutionellen Open-Access- Repositorien der Einrichtungen, an denen Forschende zu dem Thema arbeiten, zugänglich gemacht bzw. abgelegt. Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote Auf der linken Seite finden Sie hilfreiche Services und Tools, um sich über konkrete Fragen zu Open Access zu informieren. Literatur Weiterführende Literatur Asef, E. (2021). Analyse von Open Access Publikationen in der Bibliotheks- und Informationswissenschaft 2003 bis 2016. Humboldt-Universität zu Berlin. https://doi.org/10.18452/2302 Chen, M., & Du, Y. (2016). The status of open access library and information science journals in SSCI. The Electronic Library , 34 (5), 722–739. https://doi.org/10.1108/EL-05-2015-007 Sahoo, J., Birtia, T., & Mohanty, B. (2017). Open access journals in library and information science: A study on DOAJ. International Journal of Information Dissemination and Technology , 7 (2), 116. https://doi.org/10.5958/2249-5576.2017.00008.5 Way, D. (2010). The open access availability of library and information science literature. College & Research Libraries, 71(4), 302–309. https://doi.org/10.5860/crl-38r1 Bearbeitung der Seite durch: Ulrich Herb, Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek , aktualisiert durch Heinz Pampel und Vivien Petras, Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft, HU Berlin (Stand: April 2025)...

  5. Open Access in der Mathematik

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Open Access in der Mathematik Im Gegensatz zu vielen naturwissenschaftlichen oder technischen Disziplinen wird in der Mathematik nach wie vor ältere Literatur für aktuelle Forschungsfragen herangezogen. Daher beschränkt sich freier Zugang in der Mathematik nicht auf aktuelle Forschungsergebnisse, sondern schließt auch ältere Literatur mit ein. Die Retrodigitalisierung und der freie Zugriff auf diese digitalen Inhalte spielen in diesem Fach eine große Rolle. Ein weiterer Unterschied zu den meisten naturwissenschaftlichen Disziplinen ist die Akzeptanz von Literatur ohne wissenschaftliche Qualitätsprüfung. So erhielt beispielsweise Grigori Jakowlewitsch Perelman 2006 die Fields-Medaille für eine Reihe von drei Artikeln über den Beweis zur Poincaré-Vermutung, welche er ausschließlich auf dem Preprintserver arXiv veröffentlicht hatte. Auch ohne klassisches Peer-Review-Verfahren konnte Perelmans Beweis so aufgrund der Open-Access -Veröffentlichung von verschiedenen Gruppen überprüft werden. In der Mathematik ist die Kritik an den steigenden Zeitschriftenpreisen sehr verbreitet. So ist es nicht verwunderlich, dass gerade hier Forschende oftmals zum Boykott von Wissenschaftsverlagen (z. B. The Cost of Knowledge ) aufrufen und sich auch selbst daran beteiligen. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals listet unter dem Stichwort Mathematics 815 Einträge (Stand: November 2025). Publikationsgebühren werden oftmals kritisch gesehen. Vor diesem Hintergrund werden mathematische Zeitschriften häufig in Geschäftsmodellen ohne Publikationsgebühren veröffentlicht. Viele dieser Zeitschriften werden direkt von wissenschaftlichen Institutionen oder Fachgesellschaften herausgegeben. Beispiele hierfür sind: Journal de l'École Polytechnique – Mathématiques Documenta Mathematica Da, wie eingangs erwähnt, in der Mathematik ältere Literatur von großer Bedeutung ist, werden häufig ältere Zeitschriftenbände online frei zugänglich zur Verfügung gestellt, auch wenn die aktuellen Bände Closed Access , also kostenpflichtig sind. In diesen Fällen wird oftmals das Geschäftsmodell der Moving Wall mit Embargofrist angewandt: Für einen gewissen Zeitraum (z.B. die ersten fünf Jahre nach Erscheinen) ist der Zugang kostenpflichtig, anschließend wird er kostenfrei. Bei Veröffentlichen in Open-Access-Zeitschriften ist auch in der Mathematik Vorsicht vor Predatory Publishing geboten. Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Subject Mathematics listet das Directory of Open Access Books (DOAB) 95 Titel, unter Mathematics & science werden 207 Titel aufgeführt. OAPEN verzeichnet unter der Rubrik Mathematics rund 70 Titel (Stand: November 2025). Im Fach Mathematik werden die meisten Bücher in Verlagen mit traditionellen Geschäftsmodellen veröffentlicht. Open-Access-Bücher sind bislang eine Randerscheinung. Disziplinäre Repositorien Das wichtigste Repositorium in der Mathematik ist das e-Print Archiv arXiv für Physik, Mathematik und verwandte Fächer (siehe Fachseite Physik ). Die lange Zeit gängige Praxis, Preprints auf den eigenen Institutionsseiten zu veröffentlichen, wurde mit der steigenden Bedeutung von arXiv eingestellt. Viele Repositorien in der Mathematik veröffentlichen keine neuen Preprints mehr. Forschungsdaten aus der Mathematik können gut auf Zenodo abgelegt werden oder in fachspezifischen Repositorien, die zum Beispiel mit re3data gefunden werden können. Zusätzlich existieren für das Fach Open-Access-Repositorien mit retrodigitalisierter Literatur. Die bedeutendsten sind: Göttinger Digitalisierungszentrum (GDZ) : enthält u.a. die Kollektion Mathematica , in welcher der gesamte historische Bestand der SUB Göttingen an mathematischer Literatur bis einschließlich 1900 zugänglich gemacht wird. NUMDAM : ist an der Université Grenoble Alpes angesiedelt und beinhaltet viele französische und italienische Zeitschriften. Der Zugang ist frei, allerdings gibt es von Zeitschrift zu Zeitschrift variierende Embargofristen. The University of Michigan Historical Mathematics Collection : enthält Monografien des 19. und frühen 20. Jahrhundert Historical Math Monographs (Cornell University Library) Project Euclid (Cornell University): bietet elektronisch publizierte Zeitschriften an, viele davon im Open Access Eine Übersicht zu diesen und weiteren Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) . Was sind Repositorien? Hier gibt es eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige hilfreiche Angebote Seit dem Jahr 2021 ist die Informationsplattform zbMATH OPEN (ehemals Zentralblatt für Mathematik) frei zugänglich. Durch offene und nachnutzbare Schnittstellen wird die Vernetzung und der Austausch von wissenschaftlichen Informationen gewährleistet. Die Plattform soll sich als zentraler Punkt in einer offenen globalen Bibliothek für Mathematik etablieren. Ein weiteres freies Recherchetool ist The European Digital Mathematics Library ( EuDML ) . Darüber hinaus gibt es im Rahmen des Committee on Electronic Information and Communication (CEIC) of the International Mathematical Union (IMU) Bestrebungen, eine World Digital Mathematics Library (WDML) zu entwickeln. Darin soll die gesamte mathematische Literatur erschlossen, miteinander verknüpft, dauerhaft frei zugänglich und nachnutzbar werden. Ein erster Schritt ist hierbei durch zbMATH OPEN erfolgt. Zur wissenschaftlichen Qualitätssicherung von Open-Access-Artikeln stellt das Projekt épisciences.org eine freie Plattform zur Verfügung, auf der Beiträge ein Peer-Review-Verfahren durchlaufen können. So können auch Artikel auf Preprint-Servern wie arXiv einer wissenschaftlichen Qualitätsprüfung unterzogen werden. Open Science in der Mathematik Mathematische Methoden werden immer häufiger auch in der interdisziplinären Forschung erfolgreich angewendet und sind dementsprechend weit verbreitet. So finden Modelle, Parameter, Daten und numerische Algorithmen aus der Mathematik beispielsweise im Bereich maschinelles Lernen Verwendung. In ihrer freien Veröffentlichung liegt folglich ein großer Vorteil für die interdisziplinäre Forschung. Gerade im Bereich der Datenwissenschaften sind hierfür jedoch teils immense Rechnerleistungen nötig (vgl. Mathematical Research Data Initiative ). Traditionell stellt das Beweisen mathematischer Sätze das zentrale Element der mathematischen Publikationskultur dar. Diese Beweise müssen für die Lesenden innerhalb des Beitrags vollständig nachvollziehbar sein. Da im Rahmen von Open-Access-Publikationen sämtliche Inhalte bereits frei verfügbar sind, bestand lange kein Bedarf, zusätzliche Forschungsdaten bereitzustellen. Mit der fortschreitenden Digitalisierung entstehen jedoch zunehmend rechnergestützte Beweisverfahren, Visualisierungen und weitere Arten mathematischer Forschungsdaten, deren offene Zugänglichkeit immer wichtiger wird. Mathematische Forschungsdaten sind sehr komplex und vielfältig. Der in der Entstehung begriffene MaRDI Knowledge Graph verknüpft viele offene Quellen mathematischer Forschungsdaten. Auf dem MaRDI Portal lassen sich neben dem Graphen weitere, auf die mathematische Community zugeschnittene Forschungsdaten-Services entdecken. Wird in der Mathematik Software entwickelt, dann wird diese oft über Github versioniert und zur Verfügung gestellt . (GitHub gehört seit 2018 zu Microsoft, auf öffentliche Repositorien kann ohne Anmeldung zugegriffen werden. Für das Hochladen eigener Daten ist eine Anmeldung notwendig, die grundlegenden Funktionen des Dienstes stehen kostenlos zur Verfügung.) Viele Universitäten und Forschungsinstitute bieten eigene Git-Instanzen (zum Beispiel auf der Open-Source-Plattform Gitlab basierend) an. In Zeitschriften, die die rechenintensiven Bereiche der Mathematik, zum Beispiel Numerik, abdecken, gibt es teilweise schon eine Überprüfung der Reproduzierbarkeit der Code- und Software-Komponenten eines Papers. Ein Beispiel dafür ist Computational Science and Engineering , ein Journal mit eigenem Code Review Board, das im goldenen Open Access veröffentlicht wird. Es gibt Bestrebungen, dies auf weitere Teile der Mathematik auszudehnen . Der " Jean-Pierre Demailly Prize " zeichnet seit 2024 Projekte aus, die einen Beitrag zur Förderung von Open Science in der Mathematik leisten. open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Weiterführende Literatur Boege, T., Fritze, R., Görgen, C., Hanselman, J., Iglezakis, D., Kastner, L., Koprucki, T., Krause, T., Lehrenfeld, C., Polla, S., Reidelbach, M., Riedel, C., Saak, J., Schembera, B., Tabelow, K., & Weber, M. (2022). Research-data management planning in the German mathematical community [Preprint]. arXiv. https://arxiv.org/pdf/2211.12071 Das, P. K. (2017). Anatomy of open access mathematics journals. Journal of Information and Knowledge, 53(6), 447–454. https://doi.org/10.17821/srels/2016/v53i6/98585 Hanselman, J. (2025). Guidelines for writing and reviewing mathematical software. Notices of the AMS. https://www.ams.org/journals/notices/202507/noti3210/noti3210.html Taubert, N. (2021). Green open access in astronomy and mathematics: The complementarity of routines among authors and readers. Minerva, 59, 173–194. https://doi.org/10.1007/s11024-020-09424-3 Teschke, O. (Dezember 2018). Green, gold, platinum, nickel: On the status of open access in mathematics. EMS Newsletter. https://ems.press/content/serial-article-files/10613?nt=1 Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Dr. Gernot Deinzer, UB Regensburg . Letzte inhaltliche Überarbeitung: Tabea Bacher, Max Planck Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften (MPI MiS) , mit freundlicher Unterstützung von Britta Schneemann, MPI MiS (Stand November 2025)....

  6. Open Access in der Politikwissenschaft

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Politik­wissenschaft Die Politikwissenschaft ist durch interdisziplinäre Schnittmengen u. a. mit der Soziologie , den Geschichtswissenschaften , der Rechts- und Verwaltungswissenschaft , den Wirtschaftswissenschaften und der Philosophie gekennzeichnet. Je nach Teildisziplin wird sie durch die Entwicklungen der angrenzenden Fachkulturen beeinflusst und übernimmt dabei deren Methoden. Während die geisteswissenschaftlich geprägten Richtungen wie die Politische Theorie weiterhin sehr buchaffin sind und Open Access sich hier folglich noch nicht besonders stark etabliert hat, ist bei den sozialwissenschaftlich und international ausgerichteten Teildisziplinen, wo Zeitschriftenartikel die dominierende Form der Distribution von Forschungsergebnissen darstellen, eine dynamischere Entwicklung hin zu Open Access zu beobachten. Die international bedeutsamste politikwissenschaftliche Vereinigung, die American Political Science Association (APSA) , betreibt seit 2019 mit APSA Preprints eine Open-Access-Publikationsplattform für politikwissenschaftliche Preprints. Die größte politikwissenschaftliche Fachgesellschaft in Deutschland, die Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) hat 2024 eine Stellungnahme zu Open Access und Open Science veröffentlicht. Die DVPW unterstreicht darin die Bedeutung von Diamond Open Access in Zusammenarbeit mit unabhängigen Verlagen oder mit nicht-profitorientierten Forschungsinfrastruktureinrichtungen als wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Open-Access-Transformation. Von den großen deutschsprachigen politikwissenschaftlichen Fachzeitschriften sind beispielsweise die Zeitschrift für Politikwissenschaft und die Politische Vierteljahresschrift als Teil des DEAL-Vertrags mit Springer-Nature größtenteils Open Access verfügbar (bislang nur als hybride Zeitschriften ). Andere zentrale Fachzeitschriften wie die Zeitschrift für Internationale Beziehungen und die Zeitschrift für Parlamentsfragen erscheinen ebenfalls bislang nur hybrid, d. h. sie bieten das Freikaufen von Open-Access-Artikeln über Article Processing Charges (APC) an. Eine besondere Rolle spielen die im Bereich der anwendungsbezogenen Politikwissenschaft einzuordnenden Think Tanks. Think Tanks sind öffentliche oder private Einrichtungen zur Analyse außenpolitischer Prozesse, die meist an konkreten Handlungsoptionen für politische Entscheidungsträger orientiert sind und auch die breitere politische Öffentlichkeit beeinflussen wollen. Viele aktuelle Publikationen der bedeutendsten Think Tanks, wie etwa von Clingendael in den Niederlanden,der Stiftung Wissenschaft und Politik und des Centrums für angewandte Politikforschung in Deutschland oder des Stockholm International Peace Research Institute in Schweden liegen zu einem großen Teil frei zugänglich, wenn auch nicht vollumfänglich Open Access vor, werden gut beworben und können bequem von den jeweiligen Webseiten heruntergeladen werden. Problematisch bei dieser Art „Grauer Literatur“ ist demgegenüber die Auffindbarkeit in gängigen Suchräumen und die digitale Langzeitverfügbarkeit der Inhalte. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals listet unter dem Stichwort “ political science” 644 Einträge (Stand April 2024) . Für die Politikwissenschaft gibt es einige relevante reine Open-Access-Zeitschriften. Ein wichtiger Unterschied für Autor:innen besteht darin, ob Gebühren für das Publizieren anfallen oder ein gebührenfreies Publizieren (z. B. im Diamond Open Access möglich ist). Die folgenden Zeitschriften erheben keine Publikationsgebühren: Africa Spectrum doaj Central European Journal of International & Security Studies doaj Health and Human Rights doaj (Gebühren werden nur in Rechnung gestellt, wenn diese durch die Einrichtung der Autorin oder des Autors übernommen werden können) Journal of Deliberative Democracy doaj Journal of Political Ecology doaj Leviathan. Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaft Neue Politische Literatur. Berichte aus Geschichts- und Politikwissenschaft Open Gender Journal doaj Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft doaj Perspectives on Terrorism doaj Political Philosophy Redescritptions: Political Thought, Conceptual History and Feminist Theory Revue Internationale de Politique de Développement doaj Totalitarianism and Democrary. An International Journal for the Study of Dictatorship and Liberty (Totalitarismus und Demokratie. Zeitschrift für internationale Diktatur- und Freiheitsforschung) Zeitschrift diskurs ZRex – Zeitschrift für Rechtsextremismusforschung doaj Bei diesen OA-Zeitschriften sind von den Autor:innen Gebühren zu entrichten: Global Studies Quarterly doaj Policy and Society doaj Political Research Exchange doaj Research & Politics doaj Bei den großen internationalen Wissenschaftsverlagen erscheinen neue Zeitschriften in den meisten Fällen Open Access. Im Vergleich zu den etablierten Kernzeitschriften des Faches konnten diese jungen Zeitschriften durch ihre kurze Laufzeit bisher nur geringe oder mittelmäßige bibliometrische Kennwerte aufbauen. Unter den zehn politikwissenschaftlichen Zeitschriften, die laut Journal Citation Report (JCR) im Jahr 2022 den höchsten Journal Impact Factor (JIF) aufwiesen, findet sich keine reine Open-Access-Zeitschrift. Relevant ist in diesem Kontext die Entwicklung von alternativen Metriken ( Altmetrics ), die auch in der Politikwissenschaft kritisch diskutiert werden (Meibauer et al., 2024). Neue Open-Access-Zeitschriften besetzen häufig regionale Nischen oder neue Teildisziplinen und haben daher eine per se geringere Reichweite. Davon unabhängig ist die Situation für deutschsprachige Fachzeitschriften zu betrachten. Der enge Binnenmarkt für deutschsprachige Zeitschriften erhöht das wirtschaftliche Risiko von Open-Access-Transformationen oder Neugründungen für die dort agierenden Verlage, wenn es keine institutionelle Förderung oder Finanzierung gibt (wie z. B. bei Africa Spectrum oder bei Totalitarismus und Demokratie , bei dem die Open-Access-Transformation vom Fachinformationsdienst (FID) Politikwissenschaft – Pollux unterstützt wird). Einige dieser Zeitschriften konnten sich zwischen den renommierten Titeln der internationalen Wissenschaftsverlage etablieren (z. B. Perspectives on Terrorism ). Im Zeitschriftenbereich wird fachübergreifend zudem durch die Publish & Read-Lizenzen (z. B. DEAL) optionales Open Access auf Artikelebene in sog. Hybrid-Zeitschriften zunehmend genutzt, dies betrifft auch international wichtige Verlage für die Politikwissenschaft wie Sage und Taylor & Francis. Der Anteil von Gold Open Access an den veröffentlichten Artikeln des Faches lag im Web of Science zwischen 2020 und 2023 bei knapp einem Drittel mit steigender Tendenz. Der steigende Open-Access-Anteil bei Zeitschriftenaufsätzen zeigt sich auch in der Studie von Breuning und Aykol (2024), die zugleich aufzeigen, dass das Verfügen über Forschungsfördermittel entscheidend für die Frage ist, ob Open Access publiziert werden kann oder nicht. Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Stichwort „ political science ” listet das Directory of Open Access Books (DOAB) 3033 Titel (Stand August 2024). Die OAPEN Library verzeichnet mit dem Suchwort „political science“ 8602 Titel (Stand August 2024). Bei Monografien und Sammelwerken ist für die Politikwissenschaft eine zunehmende Verbreitung von Open Access zu beobachten. Bei Taylor & Francis/Routledge bspw. lag der Anteil an OA-Büchern (für den Fachausschnitt “Politics & International Relations”) zuletzt bei knapp über 8 %. Eine Stichprobe bei Springer Nature/Palgrave ergibt für aktuellste Erscheinungsjahre einen OA-Anteil von 9,4 % (Fachausschnitt „Political Science and International Studies”). Bei der für den deutschen Sprachraum einschlägigen Nomos-Verlagsgruppe lag der OA-Anteil bei politikwissenschaftlichen Neuerscheinungen zwischen 2020 und Mai 2024 bei 12,6 %. Mittlerweile bieten alle größeren (einschließlich der deutschen) Verlage Open Access als Option an, sodass bei einschlägigen Verlagen mehr und mehr Bücher im Open Access verfügbar sind. Die Finanzierung der Publikationskosten erfolgt dabei (ggf. anteilig) aus beantragten Projektmitteln und über institutionelle Quellen wie Publikationsfonds oder Crowdfunding, wie z. B. bei der transcript Open Library Politikwissenschaft , die vom Fachinformationsdienst (FID) Politikwissenschaft – Pollux unterstützt wird (Hanneken et al., 2020). Disziplinäre Repositorien Wichtige Repositorien in der Politikwissenschaft sind: SSOAR - Social Science Open Access Repository : größter Volltextserver für die Sozialwissenschaften, wird von GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften betrieben. SSRN -Social Science Research Network : Preprintserver mit Forschungspublikationen der Sozial-, Human-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaften. Das in SSRN enthaltene PSN (Political Science Network) enthält über 240.000 Paper von ca. 190.000 Autoren. SocArXiv : sozialwissenschaftlicher Dokumentenserver, enthält Working Paper, Preprints und Zweitveröffentlichungen APSA Preprints : politikwissenschaftlicher Preprintserver der American Political Science Association (APSA) . Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) unter der Rubrik „Social Sciences“. Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote Auch die Online-Archive JSTOR und Project MUSE stellen inzwischen für die Politikwissenschaft relevante Open-Access-Inhalte bereit. Open Science in der Politik­wissenschaft Die Sichtbarkeit und der Zugriff auf politikwissenschaftliche Forschungsdaten werden zukünftig an Bedeutung gewinnen, z.B. zur Sekundäranalyse von Forschungsergebnissen oder zur Durchführung von Meta-Studien. An dieser Stelle seien zwei sozialwissenschaftliche Forschungsdatenrepositorien genannt, die zum einen quantitative und zum anderen qualitative Methoden abdecken: Archivierung BASIS : sozial- und wirtschaftswissenschaftliches Forschungsdatenrepositorium für quantitative Primär- und Sekundärdaten Qualidata Network : Suchportal für sozialwissenschaftliche qualitative Forschungsdaten open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Literatur Breuning, M., Akyol, S. (2024). Who publishes open access? PS: Political Science & Politics . https://doi.org/10.1017/S1049096524000106 Hanneken, S., Jobmann, A. & Schönfelder, N. (2020). Die transcript OPEN Library Politikwissenschaften – Ein Modell für Open-Access-eBooks in den Geistes- & Sozialwissenschaften. Informationspraxis , 6 (2). https://doi.org/10.11588/ip.2020.1.66637 Meibauer, G., Phull, K., Alejandro, A., & Ciflikli, G. (2024). Alternative metrics, traditional problems? Assessing gender dynamics in the altmetrics of political science. European Political Science , 23 (2), 179–198. https://doi.org/10.1057/s41304-023-00431-y Weiterführende Literatur Czolkoß-Hettwer, M. (2025). Zwischen Hoffnung und Ernüchterung: Open Access in der Politikwissenschaft. DVPW Blog (Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft). https://www.dvpw.de/blog/zwischen-hoffnung-und-ernuechterung-open-access-in-der-politikwissenschaft-ein-beitrag-von-michael-czolkoss-hettwer Czolkoß-Hettwer, M., Lein, P. & Mayr, P. (2024). Probleme und Potenziale der Forschungsinfrastrukturförderung in Deutschland am Beispiel des Fachinformationsdienstes Politikwissenschaft. Zeitschrift für Politikwissenschaft , 34 (1), 101–122. https://doi.org/10.1007/s41358-024-00371-z König, T. (2020). Converting to Open Access. The Austrian Journal of Political Science (OZP) as a case study. Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft , 49 (3), 1–6. https://doi.org/10.15203/ozp.3184.vol49iss3 Papillon, M., O’Neill, B., Bourque, M., Marland, A. & White, G. (2019). Open access and academic journals in Canada: A political science perspective. Canadian Journal of Political Science/Revue Canadienne de Science Politique , 52 (4), 903–922. https://doi.org/10.1017/S0008423919000799 Taubert, N., Sterzik, L. & Bruns, A. (2024). Mapping the German Diamond Open Access journal landscape. Minerva , 62 (2), 193–227. https://doi.org/10.1007/s11024-023-09519-7 Vauteck, B. (2008). Open Access als alternative Publikationsform für die deutsche Politikwissenschaft. Argumente und Strategien (Berliner Handreichungen zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft; 232 ). https://doi.org/10.18452/18209 Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Michael Czolkoß-Hettwer und Regina Pfeifenberger, Fachinformationsdienst Politikwissenschaft (FID Pollux) (Stand: Oktober 2025)....

  7. Open Access in der Rechtswissenschaft

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier gibt es Gründe und Vorbehalte. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Wahrnehmung von Open Access Erhebung zu Anforderungen und Hindernissen in den Rechtswissenschaften. Open Access in der Rechts­wissen­schaft Die Rechtswissenschaft erkannte die Relevanz von Open Access für die eigene Wissenschaftspraxis vergleichsweise spät. Rechtswissenschaftler*innen widmen sich zwar schon seit der Jahrtausendwende den "Rechtlichen Rahmenbedingungen von Open Access" ( Spindler, 2006 ), untersuchen in Dissertationen die Bedeutung urheberrechtlicher Ausschlussmacht für die wissenschaftliche Informationsversorgung ( Krujatz, 2012 ), und in Fachaufsätzen die urheberrechtliche "Hintertür zu mehr Open Access" ( Radtke, 2022 ). Den Rechtsfragen des Zugangs zum kulturellen Erbe widmen sich sogar eigene Fachzeitschriften wie RuZ – Recht und Zugang . Auch Gegenstand der Gesetzgebung ist Open Access zwischen 2015 und 2024 in sechs deutschen Bundesländern geworden. Angewendet auf die eigene Publikationspraxis der Rechtswissenschaft stößt das Thema hingegen noch heute bei vielen auf fragende Blicke oder Schulterzucken. Andere verwehren sich sogar dagegen, was jahrelange Rechtsstreitigkeiten zur Folge haben kann. Die Gründe dafür sind vielfältig; mindestens acht (inzwischen hinterfragte) Thesen gegen Open Access in der Rechtswissenschaft werden häufig vorgebracht ( Hamann & Hürlimann, 2019 ). Während Open Access auch in der juristischen Forschungsförderung sowie von Universitäten zunehmend gefordert wird (" top down"), hat sich im deutschsprachigen Raum in den letzten Jahren vor allem ein informeller Verbund von Rechtswissenschaftler*innen und Bibliothekar:innen ("bottom up") für die Förderung des juristischen Open Access eingesetzt. Dieses jurOA-Netzwerk betreibt eine Mailingliste, die über Neuigkeiten zu Open Access in der Rechtswissenschaft berichtet, und veranstaltet seit 2016 alle zwei Jahre eine Tagung (2024 fand die fünfte statt), die unter www.jurOA.de dokumentiert werden. Die in der Rechtswissenschaft etablierten Fachgesellschaften dagegen halten sich in der Open-Access-Debatte bisher zurück: Zwar definiert die Zivilrechtslehrervereinigung in ihren Kriterien für die Beurteilung wissenschaftlicher Leistungen auf dem Gebiet des Zivilrechts den "Rezeptionserfolg" als Leistungskriterium und benennt den "Publikationsort" als "Indiz für wissenschaftliche Qualität" – damit scheinen aber keine Aussagen über die Zugänglichkeit oder Nachnutzbarkeit von Publikationen verbunden zu sein. Auch in den allgemeinen Regeln zur "guten wissenschaftlichen Praxis" der Zivil - und Staatsrechtsrechtslehre taucht Open Access nicht auf. Der Schweizerische Juristenverein wurde von der Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften bzw. deren Richtlinien für die Gewährung von Beiträgen an Publikationen dazu gedrängt, kleine Schritte in Richtung Open Access zu gehen. Open-Access-Zeit­schrif­ten Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet 860 Einträge zum Thema Law (Stand: Oktober 2024). Diese Zahl ist jedoch übersetzt, da die Fachgebietszuordnung im DOAJ oft irreführend ist und umgekehrt viele juristische Internetzeitschriften gar nicht erfasst werden – sowohl aus dem deutschsprachigen Raum ( Hamann, 2016: Rn. 24 ), als auch aus den USA ( Severin et al., 2020: S.16 ). Konkret ergab eine zum 01.08.2019 durchgeführte Studie, dass von elf im DOAJ erfassten juristischen Zeitschriften aus deutschsprachigen Ländern drei schon fachlich oder geographisch falsch zugeordnet waren, während 39 weitere Internetzeitschriften gar nicht erfasst waren ( Hamann, 2019: 87 Fn. 11, S. 90 f. ). Im DOAJ werden Zeitschriften nur auf Antrag indiziert , wobei das Antragsverfahren sehr aufwändig ausfällt und selbst professionelle Verlage und erst recht viele kleinere (scholar-led) Zeitschriften nicht alle Aufnahmekriterien erfüllen können. Von den im DOAJ indizierten Rechtszeitschriften aus den deutschsprachigen Ländern (DE/AT/CH/LI) gehört nur eine – das International Journal of Language & Law (JLL) – zugleich zum Free Journal Network der noch kritischer kuratierten " Platin-Open-Access "-Zeitschriften. Bei anderen scheitert die Mitgliedschaft häufig daran, dass das FJN für jeden Artikel einen englischsprachigen Titel und Abstract verlangt . Zu den etabliertesten Titeln der deutschsprachigen Länder im DOAJ gehören: German Law Journal (seit 2000, mittlerweile in UK verlegt) Rechtsgeschichte – Legal History (online seit 2002) Ancilla Iuris: Lagen des Rechts (seit 2006) Göttingen Journal of International Law (seit 2009) International Journal of Language & Law (seit 2012) sui-generis (seit 2014) Daneben existierten zum 31.12.2022 zehn weitere juristische Open-Access-Zeitschriften aus dem deutschen Sprachraum ( Hamann, 2023 : S. 416). Im Jahr 2024 kamen im Zuge eines Pionierprojekts bei Mohr Siebeck die renommierten Zeitschriften RabelsZ (für ausländisches und internationales Privatrecht) und ZGE (Zeitschrift für geistiges Eigentum) im Wege des Subscribe to Open (S2O) hinzu. Die weitere Verbreitung dieses erst 2017 etablierten Finanzierungsmodells lässt künftig weitere Open-Access-Umwandlungen erwarten. Neben echten Open-Access-Zeitschriften mit rechtlich freier Lizenzierung (wie CC BY und CC BY-SA) existieren zahlreiche weitere juristische Internetzeitschriften, die „ihre Inhalte primär im Internet (also zeitgleich mit einer etwaigen Printfassung) verbreiten – statt lediglich sekundär, d. h. zeitversetzt gegenüber der primären Druckfassung – und zweitens im Volltext offen zugänglich sind, also ohne besondere Zugangsdaten erreichbar“ (Hamann 2019: 88). Die folgende Grafik repräsentiert jede bis 2022 bestehende Zeitschrift als farbiges Quadrat und lässt drei Gruppen unterscheiden: 16 echte Open-Access-Zeitschriften mit rechtlich freier Lizenzierung (links oben, orange umrahmt), 15 Zeitschriften mit rechtlich restriktiver Lizenzierung (rechts oben in grau), 28 Zeitschriften mit traditioneller Rechteverteilung ohne Open Access („free to read“, unten in grün). Abb. 1: Lizenzmodelle der juristischen Internetzeitschriften im deutschen Sprachraum 2022. Quelle samt Erläuterung der einzelnen Abkürzungen (aus Hamann, 2023 : 418; CC BY 4.0 International ). Neben Zeitschriften mit explizit angegebener CC- oder DPP-Lizenz bezeichnen sich einige schlicht als Open Access („OA“), während andere keine Angaben zur Rechteverteilung machen („…“) oder sich auf die gesetzliche Rechteverteilung („UrhG“) berufen, ggf. per ©-Zeichen. Als aktuellste Auflistung einschlägiger Zeitschriften enthält die Zenodo-Sammlung „Daten zum Open Access in der deutschsprachigen Rechtswissenschaft“ eine Liste der 70 juristischen Internetzeitschriften im deutschen Sprachraum (inkl. sieben aufgelöster) zum 01.10.2024 . Die ältesten davon sind bereits seit 1996 online, eine besondere Gründungswelle brachten die Jahre 2013/14 (siehe Abb. 2): Abb. 2: Gründungsjahre und Herkunftsländer von 47 juristischen Internetzeitschriften aus Deutschland (DE), der Schweiz (CH), Österreich (AU) und Liechtenstein (LI). Quelle: Hamann, 2019 : 94; CC BY 4.0 International Da den Neugründungen auch Einstellungen von Zeitschriften gegenüberstehen, lässt sich ermitteln, wieviele juristische Internetzeitschriften in jedem Jahr seit 1996 bestanden haben. Die Entwicklungskurve bis 2022 weist einen steilen Anstieg, aber auch eine Abflachung in den letzten Jahren auf, von der bislang unklar ist, ob sie einen Trend anzeigt: Anzahl juristischer Internetzeitschriften im deutschen Sprachraum 1996–2022. Quelle: Hamann, 2023 : 417; CC BY 4.0 International Außerhalb des deutschen Sprachraums bilden insbesondere die in US-amerikanischen Universitätsverlagen herausgegebenen und zumeist frei im Internet zugänglichen Law Reviews ein florierendes Ökosystem offener Wissenschaftstexte. Dessen Ursprünge reichen bereits weit zurück – wie beispielsweise die populäre Repositorien-Infrastruktur der Berkeley Electronic Press (Bepress). Viele der in diesem Ökosystem von Studierenden herausgegebenen Zeitschriften verwenden noch heute keine Open-Access-Lizenzen und lassen sich deshalb als "gratis" statt "libre" Open Access einstufen. Eine kommerzielle Datenbank der Elsevier-Verlagsgruppe, die nicht nach Lizenzbedingungen differenziert ("1findr"), verzeichnete zum 19.05.2021 über 546.000 juristische Aufsätze in online "free" verfügbaren Fachzeitschriften . Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. Praxistipp Open-Access-Literatur finden oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Wissenschaftsblogs Neben Fachzeitschriften dienen zunehmend auch Wissenschaftsblogs als ernstzunehmende Foren für die Rechtswissenschaft. Abgesehen von persönlichen Blogs einzelner engagierter Vorreiter wie etwa Ulrich Noack (" Unternehmensrechtliche Notizen " 2003–2022) haben sich vor allem Mehrautorenblogs etabliert, deren Inhalte zumeist in unterschiedlichen Varianten CC-lizensiert sind. Wichtige Beispiele sind etwa: Rechtswirklichkeit – Das Blog des Berliner Arbeitskreises Rechtswirklichkeit (ISSN 2366-3022), seit 2000 Umweltrechtsblog – Blog des Vereins zur Förderung von Information für die breite Öffentlichkeit im Umweltrecht, seit 2007 Verfassungsblog – On Matters Constitutional (ISSN 2366-7044) seit 2009 HHR – Humanitarianism & Human Rights (ISSN 2199-0859), seit 2013 JuWissBlog – Blog des Junge Wissenschaft im Öffentlichen Recht (ISSN 2567-2754), seit 2013 Völkerrechtsblog – Der Blog des Arbeitskreises junger Völkerrechtswissenschaftler (ISSN 2510-2567) seit 2014 D’Kart – Antitrust Blog des Instituts für Kartellrecht (IKartR) der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, seit 2017 Rechts|Empirie – Legal Empirics in Europe, seit 2019 Diese Blogs dienen nicht nur der Wissenschafts kommunikation , sondern zunehmend auch als originäre Veröffentlichungsplattformen für Kurzbeiträge mit hohem Aktualitätsgehalt bei gleichzeitig hohem wissenschaftlichen Anspruch. Lehrbücher (OER) Den stärksten Aufschwung im Bereich juristischer Monographien verzeichnet der Open Access derzeit im Kontext der Lehrliteratur ( Open Educational Resources, OER ) (dazu Chiofalo & Milas, 2023). Nach einem per Repositorium publizierten Lehrbuch zur Deutschen Straftheorie von 2017 und dem ersten verlagspublizierten OER- Lehrbuch zum Schweizer Recht 2018 waren es vor allem didaktische Projekte auf dem Gebiet des öffentlichen Rechts, die große Fortschritte bei der Verbreitung und Akzeptanz von OER-Materialien erzielt haben. Zu nennen sind hier insbesondere die kollaborativ erstellten Lehrbücher des Vereins OpenRewi zu zahlreichen Themen wie Verwaltungsrecht, Staatsorganisationsrecht, Grundrechte, Asylrecht, Völkerrecht und Informationsfreiheitsrecht, sowie das 2022 an einem öffentlich-rechtlichen Lehrstuhl publizierte Smartbook Grundrechte als "hybrides Lehrbuch mit 67 Lernvideos". Monographien Das Directory of Open Access Books (DOAB) und die Datenbank Open Access Publishing in European Networks (OAPEN) verzeichnen juristische Bücher jeweils in verschiedenen "subject classifications", die sich nicht gesammelt durchsuchen lassen. Dazu gehören (Stand April 2024 für DOAB, Oktober 2024 für OAPEN): law (2.582 Titel im DOAB , 1.416 in OAPEN ) jurisprudence (235 Titel im DOAB , 229 in OAPEN ) legal (263 Titel im DOAB , 218 in OAPEN ) courts (3 Titel im DOAB , 19 in OAPEN ) Über diese Kategorien hinweg verzeichnen beide Datenbanken also knapp fünftausend juristische Bücher, wobei einstweilen weder Mehrfachzählungen noch übersehene Kategorien ausgeschlossen werden können. Eine genauere Aufschlüsselung nach Verlagen, Erscheinungsjahren, usw. bedürfte wegen der disparaten Kategorisierungen einer eingehenderen empirischen Studie. Zu den Vorreitern von Open-Access-Monografien gehörten in der Rechtswissenschaft weniger die etablierten Fachverlage als vielmehr Privatpersonen und gesellschaftliche Initiativen. Darunter etwa der Mannheimer Rechtsanwalt Thomas Fuchs mit seinen unter DeLegibus.com publizierten Aufsätzen und Editionsbänden (seit 1998), das Onlineportal jurawelt.com mit der " Juristischen Reihe TENEA " (115 Monografien 2002–2008) sowie der spätere Präsident des Schweizer Bundespatentgerichts Mark Schweizer mit seiner 2005 im Selbstverlag online publizierten Dissertation . Die ersten dedizierten Open-Access-Verlage der Rechtswissenschaft – jedenfalls im deutschsprachigen Raum – dürften der Carl Grossmann Verlag in Deutschland (seit 2016) sowie der sui generis Verlag in der Schweiz (seit 2019) gewesen sein. Ersterer gab 2024 den wohl ersten Open-Access-Kommentar der deutschen Rechtswissenschaft heraus ( Boehm et al., 2024 ), letzterer publizierte in den Jahren 2018–2024 bislang 55 Monographien . Auch der Verein für Recht und Digitalisierung e.V. (VRD) engagiert sich seit 2021 mit dedizierten Open-Access-Schriftenreihen unter der Marke digital|recht ( Jüngels, 2023 ), und zwar den "Schriften zum Immaterialgüter-, IT-, Medien-, Daten- und Wettbewerbsrecht" (bislang 20 Bände ) und "Staat und digitale Gesellschaft" (bislang 6 Bände ). Nachdem das Open-Access-Modell auch von etablierten Verlagen entdeckt wurde, gehörte der Universitätsverlag Göttingen zu den frühesten und engagiertesten Akteuren mit rechtswissenschaftlichem Programm – sowie der Nomos-Verlag in Baden-Baden, der 275 Open-Access-Bücher in der Nomos eLibrary verzeichnet. Auch konservativere Verlage verfügen mittlerweile über Open-Access-Monografien, wie beispielsweise Mohr Siebeck mit 204 Titeln und Duncker & Humblot mit 74 Titeln (Stand jeweils Oktober 2024). Der in der Rechtswissenschaft dominierende Verlag C.H. Beck beschränkte sich bislang darauf, 2024 einen renommierten Printkommentar als " Grundgesetz für jeden " im Internet freizuschalten – wenngleich ohne OA-Lizensierung. Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Diszipli­näre Reposi­torien Disziplinäre Repositorien spielen in der Rechtswissenschaft bislang eine untergeordnete Rolle. Zu den wenigen Repositorien in der Rechtswissenschaft gehören: ²Dok (gesprochen "Inter-Zwei-Dok"): Das juristische Open Access-Repositorium des Fachinformationsdienstes für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung an der Staatsbibliothek zu Berlin steht allen rechtswissenschaftlich Forschenden offen und archiviert neben wissenschaftlichen Fachpublikationen und Forschungsdaten auch Blogbeiträge . SSOAR (Social Science Open Access Repository) : Der Volltextserver des GESIS Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften bedient fünf "Communities", darunter auch die Rechts- und Verwaltungswissenschaft mit über 3.000 archivierten Dokumenten (Stand Oktober 2024). LawArXiv : Der juristische Preprint-Server sollte eine "open access community for legal scholarship" schaffen, wurde aber nach 1.390 aufgenommenen Dokumenten geschlossen, nimmt keine neuen Einreichungen mehr an und ist mittlerweile auf 160 Dokumente geschrumpft. Fachrepositorium zum Schweizer Recht : Das durch einen gemeinnützigen Verein in der Schweiz getragene und von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich unterstützte Repositorium.ch bietet freie Zugänglichkeit, semantische Suche und eine offene API, teilt aber die Anzahl der archivierten Medien nicht mit. Für juristische Forschungsdaten und Publikationen werden deshalb immer wieder allgemeine Repositorien wie Zenodo ( Beispiel 1 , Beispiel 2 ) genutzt. Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) . Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Literatur Boehm, F., Euler, E., Klimpel, P., Rack, F., Weitzmann, J. (2024). Creative Commons Public License (CCPL) – Kommentar und Handbuch für die Rechtspraxis, im Erscheinen beim Carl Grossmann Verlag. https://openrewi.org/creative-commons-public-license-ccpl Chiofalo, V., Milas M. (2023). Die geschlossene Gesellschaft der Rechtswissenschaft: Chancen und Grenzen von Open Educational Resources, ZDRW – Zeitschrift für Didaktik der Rechtswissenschaft 10, 168–187. https://doi.org/10.5771/2196-7261-2023-2 Hamann, H. (2016). Freier Zugang zur juristischen Fachliteratur im Spiegel der Open-Science-Bewegung. sui generis – die juristische Open-Access-Zeitschrift , 96–104. https://doi.org/10.21257/sg.28 Hamann, H. (2019). Lizenzmodelle juristischer Internetzeitschriften: Zur vernachlässigten normativen Dimension des "Open Access". Sonderheft der RW – Zeitschrift für rechtswissenschaftliche Forschung , 85–111. https://doi.org/10.5771/9783748903659-91 Hamann, H. (2023). Urheberrecht als Ermöglichungsinfrastruktur für Open-Access-Publikationen?, ZUM – Zeitschrift für Urheber- und Medienrecht 67, 410–419. https://hanjo.1hamann.de/research/zum2023-410.pdf Hamann, H., & Hürlimann, D. (2019). Open Access bei der Veröffentlichung rechtswissenschaftlicher Fachliteratur – was soll das? Sonderheft der RW – Zeitschrift für rechtswissenschaftliche Forschung, 3–30. https://doi.org/10.5771/9783748903659-9 Krujatz, S. (2012). Open Access. Der offene Zugang zu wissenschaftlichen Informationen und die ökonomische Bedeutung urheberrechtlicher Ausschlussmacht für die wissenschaftliche Informationsversorgung . Mohr Siebeck. https://www.mohrsiebeck.com/buch/open-access-9783161519987 Radtke, T. (2022), Die Hintertür zu mehr Open Access?, GRUR – Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht 124, 1562–1568. https://radtke.cc/publikationen/GRUR2022,1562.pdf Severin, A., Egger, M., Eve, M. P., & Hürlimann, D. (2020). Discipline-specific open access publishing practices and barriers to change: an evidence-based review. F1000Research . https://doi.org/10.12688/f1000research.17328.2 Spindler, G. (Hrsg.) (2006). Rechtliche Rahmenbedingungen von Open Access-Publikationen . Universitätsverlag Göttingen. https://doi.org/10.17875/gup2006-115 Weiterführende Literatur Beiträge von Rux, J., Hamann, H., Lauber-Rönsberg, A., Hotz, T. (2023). In: IUM (Hrsg.), Open Access und das Urheberrecht – Eine komplizierte Beziehung? Symposion des Instituts für Urheber- und Medienrecht am 10.2.2023 in München, Themenheft der ZUM – Zeitschrift für Urheber- und Medienrecht 67, 405–427 Fischer, G. (2022). Im Ringen um Erkenntnis und Anerkennung: Wie Rechtswissenschaftler*innen das eigene akademische Publizieren im Zuge von Open Access sehen. RuZ – Recht und Zugang 3, 19–49. https://doi.org/10.5771/2699-1284-2022-1-19 Euler, E. (2020). Open Access in der Wissenschaft und die Realitäten des Rechts. RuZ – Recht und Zugang 1, 56–82. https://doi.org/10.5771/2699-1284-2020-1-56 Hamann, H., & Hürlimann, D. (Hrsg.). (2019). Open Access in der Rechtswissenschaft, Sonderheft der RW – Zeitschrift für rechtswissenschaftliche Forschung 2019 . https://doi.org/10.5771/9783748903659 Sandberger, G. (2017). Die Zukunft wissenschaftlichen Publizierens. Open Access und Wissenschaftsschranke. Anmerkungen zu den Kontroversen über die Weiterentwicklung des Urheberrechts. OdW – Ordnung der Wissenschaft , 2, 75–96. https://ordnungderwissenschaft.de/wp-content/uploads/2019/11/11_2017_02_sandberger_die-zukunft-des-wissenschaftlichen-publizierens_odw.pdf Symposium: Open Access Publishing and the Future of Legal Scholarship (2006). Lewis & Clark Law Review , 10(4), 733–924. https://law.lclark.edu/law_reviews/lewis_and_clark_law_review/past_issues/volume_10/number_4.php van Dijck, G. (2016). Legal Research when Relying on Open Access: a Primer. Law and Method . https://doi.org/10.5553/REM/.000017 Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Prof. Dr. Dr. Hanjo Hamann, EBS Universität für Wirtschaft und Recht (Stand: Oktober 2024)....

  8. Open Access in der Religionswissenschaft

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier gibt es Gründe und Vorbehalte. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Reli­gions­wissenschaft Die Religionswissenschaft zählt in Deutschland zu den kleinen Fächern und wird in Abgrenzung zu den Theologien als eigenständige Geistes- und Kulturwissenschaft aufgefasst. In anderen Ländern, beispielsweise im angloamerikanischen Raum, ist die (institutionelle) Trennung von Religionswissenschaft und Theologien zum Teil weniger ausgeprägt. Religionswissenschaftliche Forschung findet in einem fachlich und methodisch weiten, heterogenen Umfeld statt. Schnittmengen bestehen unter anderem mit den ethnologischen Fächern , mit der Soziologie , Philosophie , den Geschichtswissenschaften , Altertumswissenschaften , aber auch mit verschiedenen Regionalwissenschaften (z. B. Afrikastudien ) und Theologien. Ebenso wie in anderen Geisteswissenschaften werden auch in der Religionswissenschaft dem gedruckten Buch generell sowie der Publikation von Beiträgen in Sammelwerken und Konferenzschriften nach wie vor eine große Bedeutung beigemessen. Im Dialog mit der Fachcommunity lässt sich aber eine zunehmende Öffnung sowohl gegenüber dem Rezipieren als auch dem Produzieren von Publikationen im Open Access feststellen. Vorbehalte gegenüber Open Access beziehen sich u. a. auf befürchtete Qualitätsabstriche und Mehraufwand (z. B. bei der Transformation von Zeitschriften zu Open Access) sowie Bedenken hinsichtlich hoher Publikationskosten für Autor*innen. Eine klare Position zum Thema Open Access haben bisher weder die Deutsche Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW) noch die European Association for the Study of Religions (EASR) oder die International Association for the History of Religions (IAHR) bezogen. Das Publikationsorgan der DVRW erscheint nach wie vor im Closed Access ( Zeitschrift für Religionswissenschaft ). Religionswissenschaftliche Fachgesellschaften einiger anderer europäischer Länder betreiben hingegen erfolgreich seit mehreren Jahren Open-Access-Zeitschriften (u. a. Czech Association for the Study of Religions ; British Association for the Study of Religions ). In der englischsprachigen Fachliteratur wurde das Thema Open Access in der Religionswissenschaft bereits in einigen Beiträgen reflektiert: sowohl aus Sicht der Herausgeberschaft einzelner Fachzeitschriften ( Drees, 2015; Drees, 2017; Wildman et al., 2019; Petersen, 2021 ) als auch einzelner Wissenschaftler*innen ( Clasquin-Johnson, 2008; Cavallin, 2013 ). Ein Mehrwert von Open Access wird v. a. darin gesehen, dass dieser auch ökonomisch prekär situierten Institutionen und Forschenden weltweit die wissenschaftliche Partizipation erleichtern kann, denen üblicherweise ein Zugriff auf kostenintensiv lizenzierte Ressourcen verwehrt bleibt. Für Autor*innen hingegen kann Open Access auch zur Hürde werden, wenn beispielsweise die z. T. beträchtlichen, von den Verlagen erhobenen Publikationsgebühren nicht aufgebracht werden können (Frank et al., 2023). Open-Access-Zeit­schrif­ten Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet unter dem Fachgebiet Religions. Mythology. Rationalism 131 Einträge (Stand: April 2024). Ein genauer Blick auf die Liste zeigt, dass diesem Fachgebiet auch Zeitschriften zugeordnet werden, die sich auf eine spezifische Religion beziehen oder die eine theologische Ausrichtung haben. Nimmt man zusätzlich in die Suchabfrage auch noch Fachzeitschriften hinein, die unter einzelnen Religionen (Islam, Judentum, Buddhismus) gelistet sind, erhält man mit 451 Einträgen ein umfangreicheres Ergebnis (Stand: April 2024). Hier wird die im vorherigen Abschnitt angedeutete Herausforderung deutlich, dass sich das Fach Religionswissenschaft einerseits insbesondere im internationalen Rahmen nicht eindeutig gegenüber den Theologien abgrenzen lässt, andererseits aber auch Schnittmengen mit zahlreichen anderen geistes- und kulturwissenschaftlichen Fächern sowie den Sozialwissenschaften bestehen. Wichtige Open-Access-Zeitschriften sind: Approaching Religion *, DOAJ Journal of Global Buddhism *, DOAJ Temenos: Nordic Journal of Comparative Religion *, DOAJ International Journal of Religious Tourism and Pilgrimage *, DOAJ Japanese Journal of Religious Studies *, DOAJ Journal for Religion, Film and Media *, DOAJ Entangled Religions *, DOAJ Religion and society: advances in research *, DOAJ Secularism and Nonreligion , DOAJ Debates do NER *, DOAJ Zygon * (Zeitschriften mit Sternchen * erheben keine APC) Die aufgelisteten Zeitschriften spiegeln die Verbreitung von Open-Access-Bestrebungen in fachlicher und geografischer Hinsicht wider. International betrachtet gibt es folglich bereits eine sehr große Vielfalt an Open-Access-Zeitschriften mit religionswissenschaftlich relevantem Inhalt, häufig zu sehr speziellen Themen. Der größere Teil dieser Open-Access-Zeitschriften wird an Universitäten herausgegeben und verzichtet auf die Erhebung von Publikationsgebühren für Autor*innen. Insofern ist das Modell des Diamond Open Access stärker in der Fachcommunity verbreitet gegenüber dem des Gold Open Access. Daneben besteht immer noch ein großes Korpus an subskriptionspflichtigen Zeitschriften, zu denen v.a. die „renommierten“ im Fach zählen: Diese bieten teilweise die kostenpflichtige Open-Access-Stellung einzelner Beiträge an. Hervorzuheben ist außerdem das bisher einzige Publikationsorgan für Early-stage researchers im D-A-CH-Raum, die Zeitschrift für junge Religionswissenschaft , welche ebenfalls im Open Access erscheint. Eine größere Zahl von Open-Access-Zeitschriften für die Religionswissenschaft ist bisher nicht im DOAJ verzeichnet, darunter u. a. Religio: Revue pro religionistiku , Journal of the British Association for the Study of Religions , Marburg Journal of Religion , REVER: Revista de Estudos da Religião . Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Stichwort Religion: general listet das Directory of Open Access Books (DOAB) 142 Titel. OAPEN verzeichnet unter der Rubrik Religion: general 149 Titel (Stand: April 2024). Die Buchpublikation im Open Access hat in der Religionswissenschaft erst in jüngerer Zeit an Bedeutung gewonnen: Bei einigen Verlage, z. B. transcript und DeGruyter, wird diese Möglichkeit inzwischen schon für viele religionswissenschaftliche Titel (neben der gedruckten Fassung) genutzt. Als größte Herausforderung wird dabei die Finanzierung der Publikationsgebühren (BPC) angesehen, die am ehesten im Rahmen von Projekten möglich ist. Diszipli­näre Reposi­torien Derzeit gibt es sowohl im deutschsprachigen Raum als auch international nur ein disziplinäres Repositorium für das Fach Religionswissenschaft . Betreut wird das Repositorium durch den Fachinformationsdienst (FID) Religionswissenschaft an der Universitätsbibliothek Tübingen. Recherche und Zugang zu den archivierten Titeln erfolgen dabei über RelBib, das Portal des FID: Zweitveröffentlichungen in RelBib . Darüber hinaus unterstützt der FID Religionswissenschaft im Sinne des Green Open Access Autor*innen des D-A-CH-Raums individuell bei der Zweitveröffentlichung ihrer Publikationen (im Rahmen eines umfassenden Zweitveröffentlichungsservices). Als niedrigschwellige Alternative dazu wird über RelBib ein international ausgerichtetes Self-archiving Formular mit Upload-Möglichkeit angeboten. Je nach Forschungsrichtung können andere disziplinäre Repositorien für Religionswissenschaftler*innen relevant sein, z. B. das Social Science Open Access Repository (SSOAR) für Autor*innen der Religionssoziologie. Auch Repositorien mit regionalwissenschaftlicher Ausrichtung, z. B. das FID4SA-Repository für Südasienwissenschaften oder MENAdoc für Nahost- und Islamstudien können in Anspruch genommen werden. An der University of Latvia wird zudem das fachlich eingegrenzte Repositorium Science and Religion Dialogue Prints (SciRePrints) angeboten, das speziell für die Selbstarchivierung von Publikationen und Preprints sowie unveröffentlichten Beiträgen zum Dialog zwischen Naturwissenschaften und Religion bestimmt ist. Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote Der FID Religionswissenschaft an der Universitätsbibliothek Tübingen betreibt mit RelBib eine internationale, kostenfrei nutzbare Online-Bibliografie für die Religionswissenschaft, die eng mit der internationalen Bibliographie für Theologie und Religionswissenschaft Index Theologicus zusammenarbeitet. In RelBib werden fachrelevante Monografien, Zeitschriften, Aufsätze aus Zeitschriften und Sammelwerken, Websites, Blogs, Forschungsdaten uvm. nachgewiesen. Durch regelmäßige Einspielungen neuer Titel sowie Updates bietet RelBib Fachinformationen auf dem aktuellsten Stand. Eine stetig wachsende Zahl an religionswissenschaftlich relevanten Zeitschriften wird fortlaufend auf Aufsatzebene ausgewertet. Der Fokus von RelBib liegt auf der Bereitstellung von Open Access-Inhalten, weshalb Titel mit sofortigem und offenem Zugang zum Volltext bevorzugt aufgenommen werden. Frei zugängliche Titel lassen sich über einen Open-Access-Filter gezielt ansteuern. Zudem gibt es in RelBib eine Volltextsuche. Mit der OJS-Plattform RelBib Open Journals fördert der FID Religionswissenschaft die Open-Access-Transformation bzw. Neugründung von fachlichen Open-Access-Zeitschriften und -Reihen. Neben der Bereitstellung des Publikationssystems berät der FID Interessierte im Vorfeld rund um das Thema, unterstützt die Herausgeber*innen bei der Ersteinrichtung sowie ggfs. Migration und bietet einen begleitenden Support für technische Fragen. Blogs RelBib Newsfeedaggregator : Neueste Beiträge aus internationalen, religionswissenschaftlich relevanten Blogs und Podcasts Plattformen Mapping Religionswissenschaft : Projekt für den thematischen Austausch in der Religionswissenschaft Netzwerk un-sichtbar : Projekt für den religionswissenschaftlichen Wissenstransfer Datenbanken Database of Religious History (DRH) : Kollaborative Open-Access-Enzyklopädie der Religions- und Kulturgeschichte The Association of Religion Data Archives (ARDA) : Große Sammlung an frei verfügbaren statistischen Daten aus religionsbezogenen Bevölkerungsbefragungen weltweit Weitere Open-Access-Inhalte für die Religionswissenschaft werden auf den Plattformen Project Muse (293 Titel: Monografien zu research area “religion”) und JSTOR (34.915 Titel: Aufsätze aus Zeitschriften und Sammelwerken zu subject: „religion“) zur Verfügung gestellt (Stand: Juli 2024). Open Science in der Religionswissenschaft Open-Science-Bestrebungen sind im kleinen Fach Religionswissenschaft bisher weder stark ausgeprägt noch zentral koordiniert. Dennoch lassen sich, v. a. für den Bereich Forschungsdaten, erste Aktivitäten feststellen: 2019 führte der FID Religionswissenschaft mit Unterstützung der DVRW eine Umfrage zum Thema Forschungsdaten in der Religionswissenschaft durch ( FID Religionswissenschaft & DVRW, 2020 ), die auch in der Fachcommunity rezipiert wurde ( Koch, 2020 ). Der zentrale Nachweis von fachrelevanten Forschungsdaten ging als ein Desiderat aus dieser Umfrage hervor: Infolgedessen wurde in RelBib die gezielte Recherche nach Forschungsdaten eingeführt. Das CERES (Center for Religious Studies, Ruhr-Universität Bochum) ist als teilnehmende Institution im NFDI-Konsortium für historisch arbeitende Geisteswissenschaften 4memory eingebunden. Als Beispiel für ein Digital-Humanities-Projekt zur Digitalisierung religiöser Objekte kann das am CERES angesiedelte DiGA - Digitization of Gandharan Artefacts genannt werden. Die Bereitstellung und Archivierung der Bild- und Objektdaten erfolgt dabei in Zusammenarbeit mit dem FID Südasien. open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Literatur Cavallin, C. (2013). Religious studies and the knowledge society: Open access as contributing to an open society. In F. Sardella, & R. Sain (Eds.), The sociology of religion in India (pp. 105–113). Abhijeet Publications. Clasquin-Johnson, M. (2008). Finding, using and creating open-access religious studies academic material on the Internet. Journal for the Study of Religion, 21 (2). https://doi.org/10.4314/jsr.v21i2.65741 Drees, W. B. (2017). Green open access for interesting contributions. Zygon, 52 (1), 3–8. https://doi.org/10.1111/zygo.12329 Drees, W. B. (2015). Publishing in a changing world. Zygon 50 (3), 559–568. https://doi.org/10.1111/zygo.12199 FID for the Study of Religion & DVRW (2020). Umfrage zum Thema Forschungsdaten in der Religionswissenschaft. https://relbib.de/Content/survey_results#content Frank, J., Foster, R., & Pagliari, C. (2023). Open access publishing – Noble intention, flawed reality, Social Science & Medicine, 317 , Article 115592. https://doi.org/10.1016/j.socscimed.2022.115592 Hermann, A. (Ed.). (2021). Experimente mit digitaler Lehre: Überlegungen und Modelle jenseits einer Defizitperspektive . Universitäts- u. Landesbibliothek Bonn. https://doi.org/10.48565/bonndoc-3 Koch, A. (2020). Religionswissenschaft und digital humanities. Verkündigung und Forschung , 65 (2), 152–158. https://doi.org/10.14315/vf-2020-650211 Petersen, A. C. (2021). Open access, the humanities, and contemplation through science. Zygon, 56 (3), 541–546. https://doi.org/10.1111/zygo.12736 Wildman, W. J., Bulbulia, J., Schjødt, U., & Sosis, R. (2019). Is the Open Access movement about to get real? Religion, Brain & Behavior , 9 (2), 105–107. https://doi.org/10.1080/2153599X.2019.1595073 Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Mareike Heinritz, Fachinformationsdienst Religionswissenschaft / Universitätsbibliothek Tübingen (Stand: Oktober 2024)....