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  1. Open Access in der Politikwissenschaft

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Politik­wissenschaft Die Politikwissenschaft ist durch interdisziplinäre Schnittmengen u. a. mit der Soziologie , den Geschichtswissenschaften , der Rechts- und Verwaltungswissenschaft , den Wirtschaftswissenschaften und der Philosophie gekennzeichnet. Je nach Teildisziplin wird sie durch die Entwicklungen der angrenzenden Fachkulturen beeinflusst und übernimmt dabei deren Methoden. Während die geisteswissenschaftlich geprägten Richtungen wie die Politische Theorie weiterhin sehr buchaffin sind und Open Access sich hier folglich noch nicht besonders stark etabliert hat, ist bei den sozialwissenschaftlich und international ausgerichteten Teildisziplinen, wo Zeitschriftenartikel die dominierende Form der Distribution von Forschungsergebnissen darstellen, eine dynamischere Entwicklung hin zu Open Access zu beobachten. Die international bedeutsamste politikwissenschaftliche Vereinigung, die American Political Science Association (APSA) , betreibt seit 2019 mit APSA Preprints eine Open-Access-Publikationsplattform für politikwissenschaftliche Preprints. Die größte politikwissenschaftliche Fachgesellschaft in Deutschland, die Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) hat 2024 eine Stellungnahme zu Open Access und Open Science veröffentlicht. Die DVPW unterstreicht darin die Bedeutung von Diamond Open Access in Zusammenarbeit mit unabhängigen Verlagen oder mit nicht-profitorientierten Forschungsinfrastruktureinrichtungen als wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Open-Access-Transformation. Von den großen deutschsprachigen politikwissenschaftlichen Fachzeitschriften sind beispielsweise die Zeitschrift für Politikwissenschaft und die Politische Vierteljahresschrift als Teil des DEAL-Vertrags mit Springer-Nature größtenteils Open Access verfügbar (bislang nur als hybride Zeitschriften ). Andere zentrale Fachzeitschriften wie die Zeitschrift für Internationale Beziehungen und die Zeitschrift für Parlamentsfragen erscheinen ebenfalls bislang nur hybrid, d. h. sie bieten das Freikaufen von Open-Access-Artikeln über Article Processing Charges (APC) an. Eine besondere Rolle spielen die im Bereich der anwendungsbezogenen Politikwissenschaft einzuordnenden Think Tanks. Think Tanks sind öffentliche oder private Einrichtungen zur Analyse außenpolitischer Prozesse, die meist an konkreten Handlungsoptionen für politische Entscheidungsträger orientiert sind und auch die breitere politische Öffentlichkeit beeinflussen wollen. Viele aktuelle Publikationen der bedeutendsten Think Tanks, wie etwa von Clingendael in den Niederlanden,der Stiftung Wissenschaft und Politik und des Centrums für angewandte Politikforschung in Deutschland oder des Stockholm International Peace Research Institute in Schweden liegen zu einem großen Teil frei zugänglich, wenn auch nicht vollumfänglich Open Access vor, werden gut beworben und können bequem von den jeweiligen Webseiten heruntergeladen werden. Problematisch bei dieser Art „Grauer Literatur“ ist demgegenüber die Auffindbarkeit in gängigen Suchräumen und die digitale Langzeitverfügbarkeit der Inhalte. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals listet unter dem Stichwort “ political science” 644 Einträge (Stand April 2024) . Für die Politikwissenschaft gibt es einige relevante reine Open-Access-Zeitschriften. Ein wichtiger Unterschied für Autor:innen besteht darin, ob Gebühren für das Publizieren anfallen oder ein gebührenfreies Publizieren (z. B. im Diamond Open Access möglich ist). Die folgenden Zeitschriften erheben keine Publikationsgebühren: Africa Spectrum doaj Central European Journal of International & Security Studies doaj Health and Human Rights doaj (Gebühren werden nur in Rechnung gestellt, wenn diese durch die Einrichtung der Autorin oder des Autors übernommen werden können) Journal of Deliberative Democracy doaj Journal of Political Ecology doaj Leviathan. Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaft Neue Politische Literatur. Berichte aus Geschichts- und Politikwissenschaft Open Gender Journal doaj Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft doaj Perspectives on Terrorism doaj Political Philosophy Redescritptions: Political Thought, Conceptual History and Feminist Theory Revue Internationale de Politique de Développement doaj Totalitarianism and Democrary. An International Journal for the Study of Dictatorship and Liberty (Totalitarismus und Demokratie. Zeitschrift für internationale Diktatur- und Freiheitsforschung) Zeitschrift diskurs ZRex – Zeitschrift für Rechtsextremismusforschung doaj Bei diesen OA-Zeitschriften sind von den Autor:innen Gebühren zu entrichten: Global Studies Quarterly doaj Policy and Society doaj Political Research Exchange doaj Research & Politics doaj Bei den großen internationalen Wissenschaftsverlagen erscheinen neue Zeitschriften in den meisten Fällen Open Access. Im Vergleich zu den etablierten Kernzeitschriften des Faches konnten diese jungen Zeitschriften durch ihre kurze Laufzeit bisher nur geringe oder mittelmäßige bibliometrische Kennwerte aufbauen. Unter den zehn politikwissenschaftlichen Zeitschriften, die laut Journal Citation Report (JCR) im Jahr 2022 den höchsten Journal Impact Factor (JIF) aufwiesen, findet sich keine reine Open-Access-Zeitschrift. Relevant ist in diesem Kontext die Entwicklung von alternativen Metriken ( Altmetrics ), die auch in der Politikwissenschaft kritisch diskutiert werden (Meibauer et al., 2024). Neue Open-Access-Zeitschriften besetzen häufig regionale Nischen oder neue Teildisziplinen und haben daher eine per se geringere Reichweite. Davon unabhängig ist die Situation für deutschsprachige Fachzeitschriften zu betrachten. Der enge Binnenmarkt für deutschsprachige Zeitschriften erhöht das wirtschaftliche Risiko von Open-Access-Transformationen oder Neugründungen für die dort agierenden Verlage, wenn es keine institutionelle Förderung oder Finanzierung gibt (wie z. B. bei Africa Spectrum oder bei Totalitarismus und Demokratie , bei dem die Open-Access-Transformation vom Fachinformationsdienst (FID) Politikwissenschaft – Pollux unterstützt wird). Einige dieser Zeitschriften konnten sich zwischen den renommierten Titeln der internationalen Wissenschaftsverlage etablieren (z. B. Perspectives on Terrorism ). Im Zeitschriftenbereich wird fachübergreifend zudem durch die Publish & Read-Lizenzen (z. B. DEAL) optionales Open Access auf Artikelebene in sog. Hybrid-Zeitschriften zunehmend genutzt, dies betrifft auch international wichtige Verlage für die Politikwissenschaft wie Sage und Taylor & Francis. Der Anteil von Gold Open Access an den veröffentlichten Artikeln des Faches lag im Web of Science zwischen 2020 und 2023 bei knapp einem Drittel mit steigender Tendenz. Der steigende Open-Access-Anteil bei Zeitschriftenaufsätzen zeigt sich auch in der Studie von Breuning und Aykol (2024), die zugleich aufzeigen, dass das Verfügen über Forschungsfördermittel entscheidend für die Frage ist, ob Open Access publiziert werden kann oder nicht. Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Stichwort „ political science ” listet das Directory of Open Access Books (DOAB) 3033 Titel (Stand August 2024). Die OAPEN Library verzeichnet mit dem Suchwort „political science“ 8602 Titel (Stand August 2024). Bei Monografien und Sammelwerken ist für die Politikwissenschaft eine zunehmende Verbreitung von Open Access zu beobachten. Bei Taylor & Francis/Routledge bspw. lag der Anteil an OA-Büchern (für den Fachausschnitt “Politics & International Relations”) zuletzt bei knapp über 8 %. Eine Stichprobe bei Springer Nature/Palgrave ergibt für aktuellste Erscheinungsjahre einen OA-Anteil von 9,4 % (Fachausschnitt „Political Science and International Studies”). Bei der für den deutschen Sprachraum einschlägigen Nomos-Verlagsgruppe lag der OA-Anteil bei politikwissenschaftlichen Neuerscheinungen zwischen 2020 und Mai 2024 bei 12,6 %. Mittlerweile bieten alle größeren (einschließlich der deutschen) Verlage Open Access als Option an, sodass bei einschlägigen Verlagen mehr und mehr Bücher im Open Access verfügbar sind. Die Finanzierung der Publikationskosten erfolgt dabei (ggf. anteilig) aus beantragten Projektmitteln und über institutionelle Quellen wie Publikationsfonds oder Crowdfunding, wie z. B. bei der transcript Open Library Politikwissenschaft , die vom Fachinformationsdienst (FID) Politikwissenschaft – Pollux unterstützt wird (Hanneken et al., 2020). Disziplinäre Repositorien Wichtige Repositorien in der Politikwissenschaft sind: SSOAR - Social Science Open Access Repository : größter Volltextserver für die Sozialwissenschaften, wird von GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften betrieben. SSRN -Social Science Research Network : Preprintserver mit Forschungspublikationen der Sozial-, Human-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaften. Das in SSRN enthaltene PSN (Political Science Network) enthält über 240.000 Paper von ca. 190.000 Autoren. SocArXiv : sozialwissenschaftlicher Dokumentenserver, enthält Working Paper, Preprints und Zweitveröffentlichungen APSA Preprints : politikwissenschaftlicher Preprintserver der American Political Science Association (APSA) . Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) unter der Rubrik „Social Sciences“. Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote Auch die Online-Archive JSTOR und Project MUSE stellen inzwischen für die Politikwissenschaft relevante Open-Access-Inhalte bereit. Open Science in der Politik­wissenschaft Die Sichtbarkeit und der Zugriff auf politikwissenschaftliche Forschungsdaten werden zukünftig an Bedeutung gewinnen, z.B. zur Sekundäranalyse von Forschungsergebnissen oder zur Durchführung von Meta-Studien. An dieser Stelle seien zwei sozialwissenschaftliche Forschungsdatenrepositorien genannt, die zum einen quantitative und zum anderen qualitative Methoden abdecken: Archivierung BASIS : sozial- und wirtschaftswissenschaftliches Forschungsdatenrepositorium für quantitative Primär- und Sekundärdaten Qualidata Network : Suchportal für sozialwissenschaftliche qualitative Forschungsdaten open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Literatur Breuning, M., Akyol, S. (2024). Who publishes open access? PS: Political Science & Politics . https://doi.org/10.1017/S1049096524000106 Hanneken, S., Jobmann, A. & Schönfelder, N. (2020). Die transcript OPEN Library Politikwissenschaften – Ein Modell für Open-Access-eBooks in den Geistes- & Sozialwissenschaften. Informationspraxis , 6 (2). https://doi.org/10.11588/ip.2020.1.66637 Meibauer, G., Phull, K., Alejandro, A., & Ciflikli, G. (2024). Alternative metrics, traditional problems? Assessing gender dynamics in the altmetrics of political science. European Political Science , 23 (2), 179–198. https://doi.org/10.1057/s41304-023-00431-y Weiterführende Literatur Czolkoß-Hettwer, M. (2025). Zwischen Hoffnung und Ernüchterung: Open Access in der Politikwissenschaft. DVPW Blog (Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft). https://www.dvpw.de/blog/zwischen-hoffnung-und-ernuechterung-open-access-in-der-politikwissenschaft-ein-beitrag-von-michael-czolkoss-hettwer Czolkoß-Hettwer, M., Lein, P. & Mayr, P. (2024). Probleme und Potenziale der Forschungsinfrastrukturförderung in Deutschland am Beispiel des Fachinformationsdienstes Politikwissenschaft. Zeitschrift für Politikwissenschaft , 34 (1), 101–122. https://doi.org/10.1007/s41358-024-00371-z König, T. (2020). Converting to Open Access. The Austrian Journal of Political Science (OZP) as a case study. Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft , 49 (3), 1–6. https://doi.org/10.15203/ozp.3184.vol49iss3 Papillon, M., O’Neill, B., Bourque, M., Marland, A. & White, G. (2019). Open access and academic journals in Canada: A political science perspective. Canadian Journal of Political Science/Revue Canadienne de Science Politique , 52 (4), 903–922. https://doi.org/10.1017/S0008423919000799 Taubert, N., Sterzik, L. & Bruns, A. (2024). Mapping the German Diamond Open Access journal landscape. Minerva , 62 (2), 193–227. https://doi.org/10.1007/s11024-023-09519-7 Vauteck, B. (2008). Open Access als alternative Publikationsform für die deutsche Politikwissenschaft. Argumente und Strategien (Berliner Handreichungen zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft; 232 ). https://doi.org/10.18452/18209 Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Michael Czolkoß-Hettwer und Regina Pfeifenberger, Fachinformationsdienst Politikwissenschaft (FID Pollux) (Stand: Oktober 2025)....

  2. Open Access in der Psychologie

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Psychologie Dem allgemeinen Trend folgend hat sich Open Access in den letzten Jahren auch innerhalb der Psychologie weiter verbreitet und etabliert, allerdings auf unterschiedlichen Wegen. In Deutschland bekannte sich die größte psychologische Fachgesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) , schon sehr früh zu Open Access. So hat die Mitgliederversammlung der DGPs bereits im September 2004 der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen zugestimmt und die Erklärung 2017 auch formell unterzeichnet. Zudem engagiert sich vor allem das Leibniz-Institut für Psychologie (ZPID) für Open Access in der Psychologie. Mit PsychOpen GOLD wurde 2012 eine Open-Access-Publikationsplattform gestartet, auf der derzeit vierzehn psychologische Open-Access-Zeitschriften angeboten werden. Ein besonderes Merkmal der von PsychOpen GOLD herausgegebenen Zeitschriften ist ihre Veröffentlichung im Diamond Open Access-Geschäftsmodell: Alle Inhalte werden für Lesende weltweit frei zugänglich gemacht, ohne dass Gebühren für Autor*innen oder Herausgeber*innen erhoben werden. Ein wesentliches Ziel von PsychOpen GOLD ist darüber hinaus, Open-Science-Praktiken in der Psychologie sowie die Sichtbarkeit der europäischen psychologischen Forschung international zu stärken. Neben PsychOpen GOLD bietet das ZPID freien Zugang zu einer Reihe weiterer Informationsprodukte für die Psychologie an (siehe Abschnitt “ Open Science ”). Demgegenüber hat sich der international einflussreiche und weltweit größte Psychologieverband, die American Psychological Association (APA) , lange Zeit wenig aufgeschlossen gegenüber Open Access gezeigt. So warnte die damalige APA-Präsidentin Sharon Stephens Brehm im September 2007, dass das bestehende Publikationssystem nur mit Bedacht geändert werden sollte ( Stephens Brehm, 2007 ). Diese Zurückhaltung gegenüber Open Access ist vermutlich nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass die APA selbst als kommerzieller Verlag etwa 90 psychologische Fachzeitschriften publiziert. Für das gesamte subskriptionsbasierte APA-Zeitschriftenportfolio besteht mittlerweile allerdings die Möglichkeit einer hybriden Veröffentlichung , bei der gegen Zahlung eines Entgelts einzelne Beiträge öffentlich zugänglich gemacht werden. Eine freie Lizenzierung dieser Beiträge, z. B. mit CC-Lizenzen , geht damit allerdings nicht einher. Für vereinzelte Forschungsinstitutionen liegt ein Open Access Agreement vor, wodurch für deren Angehörige die Zahlung der Gebühren entfällt. Zudem haben alle APA-Autor*innen die Möglichkeit, ihre Artikel im Rahmen von Green Open Access in einem Repositorium zweitzuveröffentlichen und durch Vergabe einer freien Lizenz für eine offene Nutzung zur Verfügung zu stellen. In der Psychologie ist die wissenschaftliche Literatur in hohem Maße in Fachzeitschriften zu finden. Bücher oder Kongressbeiträge spielen demgegenüber eine eher untergeordnete Rolle. Open Access zu psychologischen Fachbüchern ist noch wenig entwickelt. Reine Open-Access-Zeitschriften sind in der Psychologie nach wie vor jedoch die Ausnahme. Zum Juli 2021 umfasste PsycINFO , eine von der American Psychological Association (APA) herausgegebene internationale Fachdatenbank psychologischer Literatur, 2.276 Zeitschriften, davon waren 9% (203) Open-Access-Zeitschriften (Kriterium: im Directory of Open Access Journals (DOAJ) gelistet). Eine Abfrage der disziplinübergreifenden Datenbank Scopus ergab zur gleichen Zeit 1.534 Zeitschriften im Bereich Psychologie, davon 12% (183) Open-Access-Zeitschriften. Ebenfalls im Juli 2021 wurden im der Web-of-Science-Datenbank 538 Zeitschriften aus der Psychologie gelistet, von denen 7% (39) als Open-Access-Zeitschriften markiert und 5% (29) außerdem mit einem Impact Factor versehen waren. In einer älteren Untersuchung fanden Piwowar et al. (2017, 2018) in einer Stichprobe von Web-of-Science-Artikeln, die zwischen 2009 und 2015 veröffentlicht wurden, für die Psychologie einen Anteil von 4,7% aus reinen Open-Access-Zeitschriften ( Gold-Open-Access ). Da viele Zeitschriften in der Psychologie Open Access zumindest als Option anbieten ( Hybrid-Modell ) ist der Anteil von faktisch frei verfügbaren Zeitschriftenartikeln allerdings vermutlich höher. Darauf weist auch eine Untersuchung von Hardwicke et al. aus dem Jahr 2022 hin, die Transparenzmaße in der psychologischen Fachliteratur untersuchte. Hier wurde bei 250 zufällig ausgewählten Artikeln, die zwischen 2014 und 2017 veröffentlicht wurden, eine Open Access Rate von 65% gefunden. Open-Access-Zeitschriften Das bereits genannte Directory of Open Access Journals (DOAJ) selbst listet unter dem Stichwort Psychology 1.838 Einträge (Stand: August 2025). Viele der reinen Open-Access-Zeitschriften finden sich traditionell auf wissenschaftsnahen, nicht-kommerziellen Plattformen von Fachgesellschaften, Forschungseinrichtungen, Universitäten oder Fachinformationszentren. Mit dem Durchsetzen autor*innenfinanzierter Geschäftsmodelle werden reine Open-Access-Zeitschriften aber zunehmend auch bei traditionellen Fachverlagen und neuen, kommerziellen Open-Access-Verlagen angeboten. Wichtige Open-Access-Zeitschriften in der Psychologie sind: Advances in Cognitive Psychology DOAJ Collabra Psychology DOAJ Europe's Journal of Psychology DOAJ Frontiers in Psychology DOAJ Judgement and Decision Making DOAJ Social Cognitive and Affective Neuroscience DOAJ Einige der oben genannten Zeitschriften veröffentlichen bereits seit vielen Jahren Open Access und erheben keine Publikationsgebühren ( Europe's Journal of Psychology , Judgement and Decision Making ). Bei den Zeitschriften, die Publikationsgebühren erheben, gibt es eine Spannweite von einigen hundert (z. B. Advances in Cognitive Psychology ) bis mehreren tausend (z. B. Frontiers in Psychology ) Euro/Dollar, die von den Autor*innen für die Veröffentlichung eines Forschungsbeitrags zu zahlen sind. Die Zeitschrift Frontiers in Psychology ist ein Beispiel für eine "Mega-Zeitschrift", die von einem kommerziellen Open-Access-Verlag publiziert wird und mehrere tausend Artikel pro Jahr veröffentlicht. Der im deutschsprachigen Raum bedeutendste Psychologieverlag Hogrefe führt derzeit (März 2022) drei reine, APC-finanzierte Open-Access-Zeitschriften. Er bietet bei allen Zeitschriften des Verlagsportfolios den Autor*innen gegen Zahlung einer entsprechenden Publikationsgebühr pro Artikel die Wahlmöglichkeit für Open Access (hybrides Modell). Es gibt teilweise entsprechende Rahmenverträge zwischen Hogrefe und Forschungseinrichtungen, wodurch für Autor*innen dieser Einrichtungen die individuellen Gebühren zugunsten einer konsortialen Finanzierung entfallen. Der im deutschsprachigen Raum bedeutendste Psychologieverlag Hogrefe führt derzeit (Stand: August 2025) vier reine Open-Access-Zeitschriften (European Journal of Psychology Open, Sports Psychiatry, Psychological Test Adaptation and Development, Rorschachiana). Er bietet bei allen Zeitschriften des Verlagsportfolios den Autor*innen gegen Zahlung einer entsprechenden Publikationsgebühr pro Artikel die Wahlmöglichkeit für Open Access (hybrides Modell). Es gibt teilweise entsprechende Rahmenverträge zwischen Hogrefe und Forschungseinrichtungen, wodurch für Autor*innen dieser Einrichtungen die individuellen Gebühren zugunsten einer konsortialen Finanzierung entfallen. Neben diesen traditionellen Zeitschriften gewinnen in der Psychologie mittlerweile auch andere Publikationsformen an Bedeutung, beispielsweise die Plattformen von „Peer Community In“ (PCI) . Diese bieten für verschiedenste Wissenschaftsdisziplinen ein kostenfreies Peer-Review von Preprints und sogenannten Registered Reports an. Bei Registered Reports handelt es sich um ein alternatives Publikationsmodell zum klassischen Artikel, wobei der theoretische Hintergrund und Methodenteil vor der Studiendurchführung bei einem Journal oder bei PCI Registered Reports (PCI RR) eingereicht und begutachtet werden. Nach einem erfolgreichen Begutachtungsprozess erhalten Forschende die Sicherheit, dass die Studie unabhängig von den Ergebnissen veröffentlicht wird. PCI RR hat zudem Vereinbarungen mit diversen Zeitschriften, wodurch bei ihnen begutachtete Artikel dort mit verkürztem (PCI-friendly journals) oder sogar ohne weiteren Begutachtungsprozess (Peer Community Journal) veröffentlicht werden können. Die Forschenden führen die Studie dann durch und ergänzen den Ergebnis- und Diskussionsteil. Registered Reports werden nicht ausschließlich im Open Access veröffentlicht, allerdings wird oft beides kombiniert. PCI RR und PCI Psychology spielen in der Psychologie eine zunehmend große Rolle. Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Stichwort Psychology listet das Directory of Open Access Books 738 Titel. OAPEN verzeichnet unter dem gleichen Stichwort Psychology 21.855 Titel (Stand: August 2025). Da sich die wissenschaftliche Literatur in der Psychologie zu einem großen Teil in Fachzeitschriften findet, spielen Bücher oder Kongressbeiträge eine eher untergeordnete Rolle. Dennoch ist die Zahl an Open-Access-Büchern in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. Disziplinäre Repositorien Zu den wichtigen disziplinären Repositorien in der Psychologie gehören: PsychArchives – eines der wenigen auf die Psychologie spezialisierten Open-Access-Repositorien weltweit. Neben den eigentlichen Manuskripten enthält es auch in größerem Umfang begleitendes Material (z. B. Daten und Code). PsyArXiv – enthält Preprints aus der Psychologie Social Science Open Access Repository (SSOAR) – enthält Dokumente aus dem Bereich der Sozialwissenschaft, von denen ein Teil auch der Psychologie zugeordnet wird Der grüne Weg des Open Access durch die Selbstarchivierung von Pre- oder Postprints ist inzwischen auch in der Psychologie verbreitet und wird von vielen Verlagen zugelassen. Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) . Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden oa.helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote Datenbanken und Suchmaschinen, die ausschließlich Open-Access-Dokumente aus der Psychologie nachweisen, gibt es derzeit nicht. Es gibt aber mit PsychPorta eine große, frei zugängliche psychologische Referenzdatenbank, die auch auf Volltexte verlinkt und es erlaubt, gezielt nach Open-Access-Inhalten zu filtern. PsychPorta umfasst Nachweise von Zeitschriftenartikeln, Büchern und Buchkapiteln, Interventionsprogrammen, Forschungsdaten sowie psychodiagnostischen Testverfahren aus allen Bereichen der Psychologie. Open Science in der Psychologie Seitdem Ioannidis (2005) die Validität der meisten veröffentlichten Forschungsergebnisse in Zweifel zog, und angesichts einer Vielzahl gescheiterter Versuche, zuvor signifikante Effekte zu replizieren (z. B. Open Science Collaboration, 2015 ), findet in vielen wissenschaftlichen Disziplinen unter dem Begriff Replikationskrise eine vehemente Diskussion über die Zuverlässigkeit veröffentlichter Forschungsergebnisse statt. Die geringe Replizierbarkeit, so die Kritik an der Wissenschaftspraxis, könnte auf eine hohe Rate an falsch-positiven Ergebnissen hindeuten. Potenzielle Ursachen hierfür (z. B. p -hacking oder HARKing) werden oft als "fragwürdige Forschungspraktiken" zusammengefasst. Als Reaktion hierauf nahm die Bedeutung von "Open Science" (z. B. Munafò et al., 2017 ) als Überbegriff für verschiedenste Praktiken zu, den Forschungsprozess transparenter und somit reproduzierbarer zu machen. Darüber hinaus zielt Open Science darauf ab, Forschung für mehr Menschen zugänglich zu machen. Wichtige Open Science-Praktiken in der Psychologie sind beispielsweise die Prä-Registrierung von Studien (d. h. die Protokollierung und Veröffentlichung von Studienplänen vor Beginn einer Studie bzw. vor der Datenanalyse, um transparent festzuhalten, was a priori geplant wurde) oder Open Material und Open Data (d. h. das Teilen von Forschungsmaterialien und Daten zur Nachvollziehbarkeit und Nachnutzung der Ergebnisse). Innerhalb der Disziplin existieren verschiedenste, sich wandelnde, Positionen zu Open Science, folglich sind die damit verbundenen Themen unterschiedlich stark verbreitet ( Spinath, 2021 ). In der Psychologie gibt es verschiedene Angebote, die dem Open-Science-Gedanken Rechnung tragen: FDZ am ZPID – Das Forschungsdatenzentrum (FDZ) am ZPID stellt psychologische Forschungsdaten zur Nachnutzung zur Verfügung. Die vom Leibniz-Institut für Psychologie (ZPID) getragene und vom Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) akkreditierte Einrichtung dokumentiert, archiviert und veröffentlicht Forschungsdaten aus allen Bereichen der Psychologie und ist derzeit das einzige auf die Psychologie spezialisierte Forschungsdatenzentrum. Open Science Framework – Zu den engagierten Verfechtern für Open Access auch in der Psychologie gehört das Center for Open Science , das das Open Science Framework (OSF) , eine Umgebung für den Austausch von Dokumenten, Daten, Skripten etc., betreibt. Auch wenn diese Initiative fachübergreifend ausgerichtet ist, hat sie eine starke psychologische Basis. Open Test Archive – Dieses ebenfalls vom Leibniz-Institut für Psychologie (ZPID) getragene Archiv stellt für die Forschung und Lehre frei zugängliche Testverfahren zur Verfügung. PsychAuthors – Die frei zugängliche Datenbank enthält Autor*innenprofile und Publikationslisten deutschsprachiger Psychologieautor*innen. Linksammlung der DGPs – Praktische Ressourcen für Forschung und Lehre zum Thema Open Science. Zudem gibt es zahlreiche Open-Science-Initiativen an den psychologischen Instituten und Fachbereichen verschiedener Universitäten. Diese haben sich größtenteils im Netzwerk der Open-Science-Initiativen in Deutschland (NOSI) zusammengeschlossen. open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Literatur Hardwicke, T. E., Thibault, R. T., Kosie, J. E., Wallach, J. D., Kidwell, M. C., & Ioannidis, J. P. A. (2021). Estimating the Prevalence of Transparency and Reproducibility-Related Research Practices in Psychology (2014–2017). Perspectives on Psychological Science, 17(1), 239-251. https://doi.org/10.1177/1745691620979806 Ioannidis, J. P. A. (2005). Why most published research findings are false. PLOS Medicine, 2 (8). https://doi.org/10.1371/journal.pmed.0020124 Munafò, M. R., Nosek, B. A., Bishop, D. V. M., Button, K. S., Chambers, C. D., Percie du Sert, N., Simonsohn, U., Wagenmakers, E.-J., Ware, J. J., & Ioannidis, J. P. A. (2017). A manifesto for reproducible science. Nature Human Behaviour , 1. https://doi.org/10.1038/s41562-016-0021 Open Science Collaboration. (2015). Estimating the reproducibility of psychological science. Science, 349 (6251). https://doi.org/10.1126/science.aac4716 Piwowar, H., Priem, J., Larivière, V., Alperin, J. P., Matthias, L., Norlander, B., Farley, A., West, J., & Haustein, S. (2017). Data from: The state of OA: A large-scale analysis of the prevalence and impact of Open Access articles . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.1041791 Piwowar, H., Priem, J., Larivière, V., Alperin, J. P., Matthias, L., Norlander, B., Farley, A., West, J., & Haustein, S. (2018). The state of OA: A large-scale analysis of the prevalence and impact of Open Access articles. PeerJ , 6. https://doi.org/10.7717/peerj.4375 Spinath, B. (2021). Zur Lage der Psychologie. Psychologische Rundschau, 72 (1), 1–18. https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000521 Stephens Brehm, S. (2007). Open access: A thorny debate. Monitor on Psychology, 38 (8). https://www.apa.org/monitor/sep07/pc Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Dr. Katarina Blask, Dr. Lisa Spitzer und Dr. Gerrit Fröhlich, Leibniz-Institut für Psychologie (ZPID) (Stand: September 2025)....

  3. Open Access in der Rechtswissenschaft

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier gibt es Gründe und Vorbehalte. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Wahrnehmung von Open Access Erhebung zu Anforderungen und Hindernissen in den Rechtswissenschaften. Open Access in der Rechts­wissen­schaft Die Rechtswissenschaft erkannte die Relevanz von Open Access für die eigene Wissenschaftspraxis vergleichsweise spät. Rechtswissenschaftler*innen widmen sich zwar schon seit der Jahrtausendwende den "Rechtlichen Rahmenbedingungen von Open Access" ( Spindler, 2006 ), untersuchen in Dissertationen die Bedeutung urheberrechtlicher Ausschlussmacht für die wissenschaftliche Informationsversorgung ( Krujatz, 2012 ), und in Fachaufsätzen die urheberrechtliche "Hintertür zu mehr Open Access" ( Radtke, 2022 ). Den Rechtsfragen des Zugangs zum kulturellen Erbe widmen sich sogar eigene Fachzeitschriften wie RuZ – Recht und Zugang . Auch Gegenstand der Gesetzgebung ist Open Access zwischen 2015 und 2024 in sechs deutschen Bundesländern geworden. Angewendet auf die eigene Publikationspraxis der Rechtswissenschaft stößt das Thema hingegen noch heute bei vielen auf fragende Blicke oder Schulterzucken. Andere verwehren sich sogar dagegen, was jahrelange Rechtsstreitigkeiten zur Folge haben kann. Die Gründe dafür sind vielfältig; mindestens acht (inzwischen hinterfragte) Thesen gegen Open Access in der Rechtswissenschaft werden häufig vorgebracht ( Hamann & Hürlimann, 2019 ). Während Open Access auch in der juristischen Forschungsförderung sowie von Universitäten zunehmend gefordert wird (" top down"), hat sich im deutschsprachigen Raum in den letzten Jahren vor allem ein informeller Verbund von Rechtswissenschaftler*innen und Bibliothekar:innen ("bottom up") für die Förderung des juristischen Open Access eingesetzt. Dieses jurOA-Netzwerk betreibt eine Mailingliste, die über Neuigkeiten zu Open Access in der Rechtswissenschaft berichtet, und veranstaltet seit 2016 alle zwei Jahre eine Tagung (2024 fand die fünfte statt), die unter www.jurOA.de dokumentiert werden. Die in der Rechtswissenschaft etablierten Fachgesellschaften dagegen halten sich in der Open-Access-Debatte bisher zurück: Zwar definiert die Zivilrechtslehrervereinigung in ihren Kriterien für die Beurteilung wissenschaftlicher Leistungen auf dem Gebiet des Zivilrechts den "Rezeptionserfolg" als Leistungskriterium und benennt den "Publikationsort" als "Indiz für wissenschaftliche Qualität" – damit scheinen aber keine Aussagen über die Zugänglichkeit oder Nachnutzbarkeit von Publikationen verbunden zu sein. Auch in den allgemeinen Regeln zur "guten wissenschaftlichen Praxis" der Zivil - und Staatsrechtsrechtslehre taucht Open Access nicht auf. Der Schweizerische Juristenverein wurde von der Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften bzw. deren Richtlinien für die Gewährung von Beiträgen an Publikationen dazu gedrängt, kleine Schritte in Richtung Open Access zu gehen. Open-Access-Zeit­schrif­ten Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet 860 Einträge zum Thema Law (Stand: Oktober 2024). Diese Zahl ist jedoch übersetzt, da die Fachgebietszuordnung im DOAJ oft irreführend ist und umgekehrt viele juristische Internetzeitschriften gar nicht erfasst werden – sowohl aus dem deutschsprachigen Raum ( Hamann, 2016: Rn. 24 ), als auch aus den USA ( Severin et al., 2020: S.16 ). Konkret ergab eine zum 01.08.2019 durchgeführte Studie, dass von elf im DOAJ erfassten juristischen Zeitschriften aus deutschsprachigen Ländern drei schon fachlich oder geographisch falsch zugeordnet waren, während 39 weitere Internetzeitschriften gar nicht erfasst waren ( Hamann, 2019: 87 Fn. 11, S. 90 f. ). Im DOAJ werden Zeitschriften nur auf Antrag indiziert , wobei das Antragsverfahren sehr aufwändig ausfällt und selbst professionelle Verlage und erst recht viele kleinere (scholar-led) Zeitschriften nicht alle Aufnahmekriterien erfüllen können. Von den im DOAJ indizierten Rechtszeitschriften aus den deutschsprachigen Ländern (DE/AT/CH/LI) gehört nur eine – das International Journal of Language & Law (JLL) – zugleich zum Free Journal Network der noch kritischer kuratierten " Platin-Open-Access "-Zeitschriften. Bei anderen scheitert die Mitgliedschaft häufig daran, dass das FJN für jeden Artikel einen englischsprachigen Titel und Abstract verlangt . Zu den etabliertesten Titeln der deutschsprachigen Länder im DOAJ gehören: German Law Journal (seit 2000, mittlerweile in UK verlegt) Rechtsgeschichte – Legal History (online seit 2002) Ancilla Iuris: Lagen des Rechts (seit 2006) Göttingen Journal of International Law (seit 2009) International Journal of Language & Law (seit 2012) sui-generis (seit 2014) Daneben existierten zum 31.12.2022 zehn weitere juristische Open-Access-Zeitschriften aus dem deutschen Sprachraum ( Hamann, 2023 : S. 416). Im Jahr 2024 kamen im Zuge eines Pionierprojekts bei Mohr Siebeck die renommierten Zeitschriften RabelsZ (für ausländisches und internationales Privatrecht) und ZGE (Zeitschrift für geistiges Eigentum) im Wege des Subscribe to Open (S2O) hinzu. Die weitere Verbreitung dieses erst 2017 etablierten Finanzierungsmodells lässt künftig weitere Open-Access-Umwandlungen erwarten. Neben echten Open-Access-Zeitschriften mit rechtlich freier Lizenzierung (wie CC BY und CC BY-SA) existieren zahlreiche weitere juristische Internetzeitschriften, die „ihre Inhalte primär im Internet (also zeitgleich mit einer etwaigen Printfassung) verbreiten – statt lediglich sekundär, d. h. zeitversetzt gegenüber der primären Druckfassung – und zweitens im Volltext offen zugänglich sind, also ohne besondere Zugangsdaten erreichbar“ (Hamann 2019: 88). Die folgende Grafik repräsentiert jede bis 2022 bestehende Zeitschrift als farbiges Quadrat und lässt drei Gruppen unterscheiden: 16 echte Open-Access-Zeitschriften mit rechtlich freier Lizenzierung (links oben, orange umrahmt), 15 Zeitschriften mit rechtlich restriktiver Lizenzierung (rechts oben in grau), 28 Zeitschriften mit traditioneller Rechteverteilung ohne Open Access („free to read“, unten in grün). Abb. 1: Lizenzmodelle der juristischen Internetzeitschriften im deutschen Sprachraum 2022. Quelle samt Erläuterung der einzelnen Abkürzungen (aus Hamann, 2023 : 418; CC BY 4.0 International ). Neben Zeitschriften mit explizit angegebener CC- oder DPP-Lizenz bezeichnen sich einige schlicht als Open Access („OA“), während andere keine Angaben zur Rechteverteilung machen („…“) oder sich auf die gesetzliche Rechteverteilung („UrhG“) berufen, ggf. per ©-Zeichen. Als aktuellste Auflistung einschlägiger Zeitschriften enthält die Zenodo-Sammlung „Daten zum Open Access in der deutschsprachigen Rechtswissenschaft“ eine Liste der 70 juristischen Internetzeitschriften im deutschen Sprachraum (inkl. sieben aufgelöster) zum 01.10.2024 . Die ältesten davon sind bereits seit 1996 online, eine besondere Gründungswelle brachten die Jahre 2013/14 (siehe Abb. 2): Abb. 2: Gründungsjahre und Herkunftsländer von 47 juristischen Internetzeitschriften aus Deutschland (DE), der Schweiz (CH), Österreich (AU) und Liechtenstein (LI). Quelle: Hamann, 2019 : 94; CC BY 4.0 International Da den Neugründungen auch Einstellungen von Zeitschriften gegenüberstehen, lässt sich ermitteln, wieviele juristische Internetzeitschriften in jedem Jahr seit 1996 bestanden haben. Die Entwicklungskurve bis 2022 weist einen steilen Anstieg, aber auch eine Abflachung in den letzten Jahren auf, von der bislang unklar ist, ob sie einen Trend anzeigt: Anzahl juristischer Internetzeitschriften im deutschen Sprachraum 1996–2022. Quelle: Hamann, 2023 : 417; CC BY 4.0 International Außerhalb des deutschen Sprachraums bilden insbesondere die in US-amerikanischen Universitätsverlagen herausgegebenen und zumeist frei im Internet zugänglichen Law Reviews ein florierendes Ökosystem offener Wissenschaftstexte. Dessen Ursprünge reichen bereits weit zurück – wie beispielsweise die populäre Repositorien-Infrastruktur der Berkeley Electronic Press (Bepress). Viele der in diesem Ökosystem von Studierenden herausgegebenen Zeitschriften verwenden noch heute keine Open-Access-Lizenzen und lassen sich deshalb als "gratis" statt "libre" Open Access einstufen. Eine kommerzielle Datenbank der Elsevier-Verlagsgruppe, die nicht nach Lizenzbedingungen differenziert ("1findr"), verzeichnete zum 19.05.2021 über 546.000 juristische Aufsätze in online "free" verfügbaren Fachzeitschriften . Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. Praxistipp Open-Access-Literatur finden oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Wissenschaftsblogs Neben Fachzeitschriften dienen zunehmend auch Wissenschaftsblogs als ernstzunehmende Foren für die Rechtswissenschaft. Abgesehen von persönlichen Blogs einzelner engagierter Vorreiter wie etwa Ulrich Noack (" Unternehmensrechtliche Notizen " 2003–2022) haben sich vor allem Mehrautorenblogs etabliert, deren Inhalte zumeist in unterschiedlichen Varianten CC-lizensiert sind. Wichtige Beispiele sind etwa: Rechtswirklichkeit – Das Blog des Berliner Arbeitskreises Rechtswirklichkeit (ISSN 2366-3022), seit 2000 Umweltrechtsblog – Blog des Vereins zur Förderung von Information für die breite Öffentlichkeit im Umweltrecht, seit 2007 Verfassungsblog – On Matters Constitutional (ISSN 2366-7044) seit 2009 HHR – Humanitarianism & Human Rights (ISSN 2199-0859), seit 2013 JuWissBlog – Blog des Junge Wissenschaft im Öffentlichen Recht (ISSN 2567-2754), seit 2013 Völkerrechtsblog – Der Blog des Arbeitskreises junger Völkerrechtswissenschaftler (ISSN 2510-2567) seit 2014 D’Kart – Antitrust Blog des Instituts für Kartellrecht (IKartR) der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, seit 2017 Rechts|Empirie – Legal Empirics in Europe, seit 2019 Diese Blogs dienen nicht nur der Wissenschafts kommunikation , sondern zunehmend auch als originäre Veröffentlichungsplattformen für Kurzbeiträge mit hohem Aktualitätsgehalt bei gleichzeitig hohem wissenschaftlichen Anspruch. Lehrbücher (OER) Den stärksten Aufschwung im Bereich juristischer Monographien verzeichnet der Open Access derzeit im Kontext der Lehrliteratur ( Open Educational Resources, OER ) (dazu Chiofalo & Milas, 2023). Nach einem per Repositorium publizierten Lehrbuch zur Deutschen Straftheorie von 2017 und dem ersten verlagspublizierten OER- Lehrbuch zum Schweizer Recht 2018 waren es vor allem didaktische Projekte auf dem Gebiet des öffentlichen Rechts, die große Fortschritte bei der Verbreitung und Akzeptanz von OER-Materialien erzielt haben. Zu nennen sind hier insbesondere die kollaborativ erstellten Lehrbücher des Vereins OpenRewi zu zahlreichen Themen wie Verwaltungsrecht, Staatsorganisationsrecht, Grundrechte, Asylrecht, Völkerrecht und Informationsfreiheitsrecht, sowie das 2022 an einem öffentlich-rechtlichen Lehrstuhl publizierte Smartbook Grundrechte als "hybrides Lehrbuch mit 67 Lernvideos". Monographien Das Directory of Open Access Books (DOAB) und die Datenbank Open Access Publishing in European Networks (OAPEN) verzeichnen juristische Bücher jeweils in verschiedenen "subject classifications", die sich nicht gesammelt durchsuchen lassen. Dazu gehören (Stand April 2024 für DOAB, Oktober 2024 für OAPEN): law (2.582 Titel im DOAB , 1.416 in OAPEN ) jurisprudence (235 Titel im DOAB , 229 in OAPEN ) legal (263 Titel im DOAB , 218 in OAPEN ) courts (3 Titel im DOAB , 19 in OAPEN ) Über diese Kategorien hinweg verzeichnen beide Datenbanken also knapp fünftausend juristische Bücher, wobei einstweilen weder Mehrfachzählungen noch übersehene Kategorien ausgeschlossen werden können. Eine genauere Aufschlüsselung nach Verlagen, Erscheinungsjahren, usw. bedürfte wegen der disparaten Kategorisierungen einer eingehenderen empirischen Studie. Zu den Vorreitern von Open-Access-Monografien gehörten in der Rechtswissenschaft weniger die etablierten Fachverlage als vielmehr Privatpersonen und gesellschaftliche Initiativen. Darunter etwa der Mannheimer Rechtsanwalt Thomas Fuchs mit seinen unter DeLegibus.com publizierten Aufsätzen und Editionsbänden (seit 1998), das Onlineportal jurawelt.com mit der " Juristischen Reihe TENEA " (115 Monografien 2002–2008) sowie der spätere Präsident des Schweizer Bundespatentgerichts Mark Schweizer mit seiner 2005 im Selbstverlag online publizierten Dissertation . Die ersten dedizierten Open-Access-Verlage der Rechtswissenschaft – jedenfalls im deutschsprachigen Raum – dürften der Carl Grossmann Verlag in Deutschland (seit 2016) sowie der sui generis Verlag in der Schweiz (seit 2019) gewesen sein. Ersterer gab 2024 den wohl ersten Open-Access-Kommentar der deutschen Rechtswissenschaft heraus ( Boehm et al., 2024 ), letzterer publizierte in den Jahren 2018–2024 bislang 55 Monographien . Auch der Verein für Recht und Digitalisierung e.V. (VRD) engagiert sich seit 2021 mit dedizierten Open-Access-Schriftenreihen unter der Marke digital|recht ( Jüngels, 2023 ), und zwar den "Schriften zum Immaterialgüter-, IT-, Medien-, Daten- und Wettbewerbsrecht" (bislang 20 Bände ) und "Staat und digitale Gesellschaft" (bislang 6 Bände ). Nachdem das Open-Access-Modell auch von etablierten Verlagen entdeckt wurde, gehörte der Universitätsverlag Göttingen zu den frühesten und engagiertesten Akteuren mit rechtswissenschaftlichem Programm – sowie der Nomos-Verlag in Baden-Baden, der 275 Open-Access-Bücher in der Nomos eLibrary verzeichnet. Auch konservativere Verlage verfügen mittlerweile über Open-Access-Monografien, wie beispielsweise Mohr Siebeck mit 204 Titeln und Duncker & Humblot mit 74 Titeln (Stand jeweils Oktober 2024). Der in der Rechtswissenschaft dominierende Verlag C.H. Beck beschränkte sich bislang darauf, 2024 einen renommierten Printkommentar als " Grundgesetz für jeden " im Internet freizuschalten – wenngleich ohne OA-Lizensierung. Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Diszipli­näre Reposi­torien Disziplinäre Repositorien spielen in der Rechtswissenschaft bislang eine untergeordnete Rolle. Zu den wenigen Repositorien in der Rechtswissenschaft gehören: ²Dok (gesprochen "Inter-Zwei-Dok"): Das juristische Open Access-Repositorium des Fachinformationsdienstes für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung an der Staatsbibliothek zu Berlin steht allen rechtswissenschaftlich Forschenden offen und archiviert neben wissenschaftlichen Fachpublikationen und Forschungsdaten auch Blogbeiträge . SSOAR (Social Science Open Access Repository) : Der Volltextserver des GESIS Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften bedient fünf "Communities", darunter auch die Rechts- und Verwaltungswissenschaft mit über 3.000 archivierten Dokumenten (Stand Oktober 2024). LawArXiv : Der juristische Preprint-Server sollte eine "open access community for legal scholarship" schaffen, wurde aber nach 1.390 aufgenommenen Dokumenten geschlossen, nimmt keine neuen Einreichungen mehr an und ist mittlerweile auf 160 Dokumente geschrumpft. Fachrepositorium zum Schweizer Recht : Das durch einen gemeinnützigen Verein in der Schweiz getragene und von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich unterstützte Repositorium.ch bietet freie Zugänglichkeit, semantische Suche und eine offene API, teilt aber die Anzahl der archivierten Medien nicht mit. Für juristische Forschungsdaten und Publikationen werden deshalb immer wieder allgemeine Repositorien wie Zenodo ( Beispiel 1 , Beispiel 2 ) genutzt. Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) . Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Literatur Boehm, F., Euler, E., Klimpel, P., Rack, F., Weitzmann, J. (2024). Creative Commons Public License (CCPL) – Kommentar und Handbuch für die Rechtspraxis, im Erscheinen beim Carl Grossmann Verlag. https://openrewi.org/creative-commons-public-license-ccpl Chiofalo, V., Milas M. (2023). Die geschlossene Gesellschaft der Rechtswissenschaft: Chancen und Grenzen von Open Educational Resources, ZDRW – Zeitschrift für Didaktik der Rechtswissenschaft 10, 168–187. https://doi.org/10.5771/2196-7261-2023-2 Hamann, H. (2016). Freier Zugang zur juristischen Fachliteratur im Spiegel der Open-Science-Bewegung. sui generis – die juristische Open-Access-Zeitschrift , 96–104. https://doi.org/10.21257/sg.28 Hamann, H. (2019). Lizenzmodelle juristischer Internetzeitschriften: Zur vernachlässigten normativen Dimension des "Open Access". Sonderheft der RW – Zeitschrift für rechtswissenschaftliche Forschung , 85–111. https://doi.org/10.5771/9783748903659-91 Hamann, H. (2023). Urheberrecht als Ermöglichungsinfrastruktur für Open-Access-Publikationen?, ZUM – Zeitschrift für Urheber- und Medienrecht 67, 410–419. https://hanjo.1hamann.de/research/zum2023-410.pdf Hamann, H., & Hürlimann, D. (2019). Open Access bei der Veröffentlichung rechtswissenschaftlicher Fachliteratur – was soll das? Sonderheft der RW – Zeitschrift für rechtswissenschaftliche Forschung, 3–30. https://doi.org/10.5771/9783748903659-9 Krujatz, S. (2012). Open Access. Der offene Zugang zu wissenschaftlichen Informationen und die ökonomische Bedeutung urheberrechtlicher Ausschlussmacht für die wissenschaftliche Informationsversorgung . Mohr Siebeck. https://www.mohrsiebeck.com/buch/open-access-9783161519987 Radtke, T. (2022), Die Hintertür zu mehr Open Access?, GRUR – Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht 124, 1562–1568. https://radtke.cc/publikationen/GRUR2022,1562.pdf Severin, A., Egger, M., Eve, M. P., & Hürlimann, D. (2020). Discipline-specific open access publishing practices and barriers to change: an evidence-based review. F1000Research . https://doi.org/10.12688/f1000research.17328.2 Spindler, G. (Hrsg.) (2006). Rechtliche Rahmenbedingungen von Open Access-Publikationen . Universitätsverlag Göttingen. https://doi.org/10.17875/gup2006-115 Weiterführende Literatur Beiträge von Rux, J., Hamann, H., Lauber-Rönsberg, A., Hotz, T. (2023). In: IUM (Hrsg.), Open Access und das Urheberrecht – Eine komplizierte Beziehung? Symposion des Instituts für Urheber- und Medienrecht am 10.2.2023 in München, Themenheft der ZUM – Zeitschrift für Urheber- und Medienrecht 67, 405–427 Fischer, G. (2022). Im Ringen um Erkenntnis und Anerkennung: Wie Rechtswissenschaftler*innen das eigene akademische Publizieren im Zuge von Open Access sehen. RuZ – Recht und Zugang 3, 19–49. https://doi.org/10.5771/2699-1284-2022-1-19 Euler, E. (2020). Open Access in der Wissenschaft und die Realitäten des Rechts. RuZ – Recht und Zugang 1, 56–82. https://doi.org/10.5771/2699-1284-2020-1-56 Hamann, H., & Hürlimann, D. (Hrsg.). (2019). Open Access in der Rechtswissenschaft, Sonderheft der RW – Zeitschrift für rechtswissenschaftliche Forschung 2019 . https://doi.org/10.5771/9783748903659 Sandberger, G. (2017). Die Zukunft wissenschaftlichen Publizierens. Open Access und Wissenschaftsschranke. Anmerkungen zu den Kontroversen über die Weiterentwicklung des Urheberrechts. OdW – Ordnung der Wissenschaft , 2, 75–96. https://ordnungderwissenschaft.de/wp-content/uploads/2019/11/11_2017_02_sandberger_die-zukunft-des-wissenschaftlichen-publizierens_odw.pdf Symposium: Open Access Publishing and the Future of Legal Scholarship (2006). Lewis & Clark Law Review , 10(4), 733–924. https://law.lclark.edu/law_reviews/lewis_and_clark_law_review/past_issues/volume_10/number_4.php van Dijck, G. (2016). Legal Research when Relying on Open Access: a Primer. Law and Method . https://doi.org/10.5553/REM/.000017 Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Prof. Dr. Dr. Hanjo Hamann, EBS Universität für Wirtschaft und Recht (Stand: Oktober 2024)....

  4. Open Access in der Religionswissenschaft

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier gibt es Gründe und Vorbehalte. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Reli­gions­wissenschaft Die Religionswissenschaft zählt in Deutschland zu den kleinen Fächern und wird in Abgrenzung zu den Theologien als eigenständige Geistes- und Kulturwissenschaft aufgefasst. In anderen Ländern, beispielsweise im angloamerikanischen Raum, ist die (institutionelle) Trennung von Religionswissenschaft und Theologien zum Teil weniger ausgeprägt. Religionswissenschaftliche Forschung findet in einem fachlich und methodisch weiten, heterogenen Umfeld statt. Schnittmengen bestehen unter anderem mit den ethnologischen Fächern , mit der Soziologie , Philosophie , den Geschichtswissenschaften , Altertumswissenschaften , aber auch mit verschiedenen Regionalwissenschaften (z. B. Afrikastudien ) und Theologien. Ebenso wie in anderen Geisteswissenschaften werden auch in der Religionswissenschaft dem gedruckten Buch generell sowie der Publikation von Beiträgen in Sammelwerken und Konferenzschriften nach wie vor eine große Bedeutung beigemessen. Im Dialog mit der Fachcommunity lässt sich aber eine zunehmende Öffnung sowohl gegenüber dem Rezipieren als auch dem Produzieren von Publikationen im Open Access feststellen. Vorbehalte gegenüber Open Access beziehen sich u. a. auf befürchtete Qualitätsabstriche und Mehraufwand (z. B. bei der Transformation von Zeitschriften zu Open Access) sowie Bedenken hinsichtlich hoher Publikationskosten für Autor*innen. Eine klare Position zum Thema Open Access haben bisher weder die Deutsche Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW) noch die European Association for the Study of Religions (EASR) oder die International Association for the History of Religions (IAHR) bezogen. Das Publikationsorgan der DVRW erscheint nach wie vor im Closed Access ( Zeitschrift für Religionswissenschaft ). Religionswissenschaftliche Fachgesellschaften einiger anderer europäischer Länder betreiben hingegen erfolgreich seit mehreren Jahren Open-Access-Zeitschriften (u. a. Czech Association for the Study of Religions ; British Association for the Study of Religions ). In der englischsprachigen Fachliteratur wurde das Thema Open Access in der Religionswissenschaft bereits in einigen Beiträgen reflektiert: sowohl aus Sicht der Herausgeberschaft einzelner Fachzeitschriften ( Drees, 2015; Drees, 2017; Wildman et al., 2019; Petersen, 2021 ) als auch einzelner Wissenschaftler*innen ( Clasquin-Johnson, 2008; Cavallin, 2013 ). Ein Mehrwert von Open Access wird v. a. darin gesehen, dass dieser auch ökonomisch prekär situierten Institutionen und Forschenden weltweit die wissenschaftliche Partizipation erleichtern kann, denen üblicherweise ein Zugriff auf kostenintensiv lizenzierte Ressourcen verwehrt bleibt. Für Autor*innen hingegen kann Open Access auch zur Hürde werden, wenn beispielsweise die z. T. beträchtlichen, von den Verlagen erhobenen Publikationsgebühren nicht aufgebracht werden können (Frank et al., 2023). Open-Access-Zeit­schrif­ten Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet unter dem Fachgebiet Religions. Mythology. Rationalism 131 Einträge (Stand: April 2024). Ein genauer Blick auf die Liste zeigt, dass diesem Fachgebiet auch Zeitschriften zugeordnet werden, die sich auf eine spezifische Religion beziehen oder die eine theologische Ausrichtung haben. Nimmt man zusätzlich in die Suchabfrage auch noch Fachzeitschriften hinein, die unter einzelnen Religionen (Islam, Judentum, Buddhismus) gelistet sind, erhält man mit 451 Einträgen ein umfangreicheres Ergebnis (Stand: April 2024). Hier wird die im vorherigen Abschnitt angedeutete Herausforderung deutlich, dass sich das Fach Religionswissenschaft einerseits insbesondere im internationalen Rahmen nicht eindeutig gegenüber den Theologien abgrenzen lässt, andererseits aber auch Schnittmengen mit zahlreichen anderen geistes- und kulturwissenschaftlichen Fächern sowie den Sozialwissenschaften bestehen. Wichtige Open-Access-Zeitschriften sind: Approaching Religion *, DOAJ Journal of Global Buddhism *, DOAJ Temenos: Nordic Journal of Comparative Religion *, DOAJ International Journal of Religious Tourism and Pilgrimage *, DOAJ Japanese Journal of Religious Studies *, DOAJ Journal for Religion, Film and Media *, DOAJ Entangled Religions *, DOAJ Religion and society: advances in research *, DOAJ Secularism and Nonreligion , DOAJ Debates do NER *, DOAJ Zygon * (Zeitschriften mit Sternchen * erheben keine APC) Die aufgelisteten Zeitschriften spiegeln die Verbreitung von Open-Access-Bestrebungen in fachlicher und geografischer Hinsicht wider. International betrachtet gibt es folglich bereits eine sehr große Vielfalt an Open-Access-Zeitschriften mit religionswissenschaftlich relevantem Inhalt, häufig zu sehr speziellen Themen. Der größere Teil dieser Open-Access-Zeitschriften wird an Universitäten herausgegeben und verzichtet auf die Erhebung von Publikationsgebühren für Autor*innen. Insofern ist das Modell des Diamond Open Access stärker in der Fachcommunity verbreitet gegenüber dem des Gold Open Access. Daneben besteht immer noch ein großes Korpus an subskriptionspflichtigen Zeitschriften, zu denen v.a. die „renommierten“ im Fach zählen: Diese bieten teilweise die kostenpflichtige Open-Access-Stellung einzelner Beiträge an. Hervorzuheben ist außerdem das bisher einzige Publikationsorgan für Early-stage researchers im D-A-CH-Raum, die Zeitschrift für junge Religionswissenschaft , welche ebenfalls im Open Access erscheint. Eine größere Zahl von Open-Access-Zeitschriften für die Religionswissenschaft ist bisher nicht im DOAJ verzeichnet, darunter u. a. Religio: Revue pro religionistiku , Journal of the British Association for the Study of Religions , Marburg Journal of Religion , REVER: Revista de Estudos da Religião . Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Stichwort Religion: general listet das Directory of Open Access Books (DOAB) 142 Titel. OAPEN verzeichnet unter der Rubrik Religion: general 149 Titel (Stand: April 2024). Die Buchpublikation im Open Access hat in der Religionswissenschaft erst in jüngerer Zeit an Bedeutung gewonnen: Bei einigen Verlage, z. B. transcript und DeGruyter, wird diese Möglichkeit inzwischen schon für viele religionswissenschaftliche Titel (neben der gedruckten Fassung) genutzt. Als größte Herausforderung wird dabei die Finanzierung der Publikationsgebühren (BPC) angesehen, die am ehesten im Rahmen von Projekten möglich ist. Diszipli­näre Reposi­torien Derzeit gibt es sowohl im deutschsprachigen Raum als auch international nur ein disziplinäres Repositorium für das Fach Religionswissenschaft . Betreut wird das Repositorium durch den Fachinformationsdienst (FID) Religionswissenschaft an der Universitätsbibliothek Tübingen. Recherche und Zugang zu den archivierten Titeln erfolgen dabei über RelBib, das Portal des FID: Zweitveröffentlichungen in RelBib . Darüber hinaus unterstützt der FID Religionswissenschaft im Sinne des Green Open Access Autor*innen des D-A-CH-Raums individuell bei der Zweitveröffentlichung ihrer Publikationen (im Rahmen eines umfassenden Zweitveröffentlichungsservices). Als niedrigschwellige Alternative dazu wird über RelBib ein international ausgerichtetes Self-archiving Formular mit Upload-Möglichkeit angeboten. Je nach Forschungsrichtung können andere disziplinäre Repositorien für Religionswissenschaftler*innen relevant sein, z. B. das Social Science Open Access Repository (SSOAR) für Autor*innen der Religionssoziologie. Auch Repositorien mit regionalwissenschaftlicher Ausrichtung, z. B. das FID4SA-Repository für Südasienwissenschaften oder MENAdoc für Nahost- und Islamstudien können in Anspruch genommen werden. An der University of Latvia wird zudem das fachlich eingegrenzte Repositorium Science and Religion Dialogue Prints (SciRePrints) angeboten, das speziell für die Selbstarchivierung von Publikationen und Preprints sowie unveröffentlichten Beiträgen zum Dialog zwischen Naturwissenschaften und Religion bestimmt ist. Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote Der FID Religionswissenschaft an der Universitätsbibliothek Tübingen betreibt mit RelBib eine internationale, kostenfrei nutzbare Online-Bibliografie für die Religionswissenschaft, die eng mit der internationalen Bibliographie für Theologie und Religionswissenschaft Index Theologicus zusammenarbeitet. In RelBib werden fachrelevante Monografien, Zeitschriften, Aufsätze aus Zeitschriften und Sammelwerken, Websites, Blogs, Forschungsdaten uvm. nachgewiesen. Durch regelmäßige Einspielungen neuer Titel sowie Updates bietet RelBib Fachinformationen auf dem aktuellsten Stand. Eine stetig wachsende Zahl an religionswissenschaftlich relevanten Zeitschriften wird fortlaufend auf Aufsatzebene ausgewertet. Der Fokus von RelBib liegt auf der Bereitstellung von Open Access-Inhalten, weshalb Titel mit sofortigem und offenem Zugang zum Volltext bevorzugt aufgenommen werden. Frei zugängliche Titel lassen sich über einen Open-Access-Filter gezielt ansteuern. Zudem gibt es in RelBib eine Volltextsuche. Mit der OJS-Plattform RelBib Open Journals fördert der FID Religionswissenschaft die Open-Access-Transformation bzw. Neugründung von fachlichen Open-Access-Zeitschriften und -Reihen. Neben der Bereitstellung des Publikationssystems berät der FID Interessierte im Vorfeld rund um das Thema, unterstützt die Herausgeber*innen bei der Ersteinrichtung sowie ggfs. Migration und bietet einen begleitenden Support für technische Fragen. Blogs RelBib Newsfeedaggregator : Neueste Beiträge aus internationalen, religionswissenschaftlich relevanten Blogs und Podcasts Plattformen Mapping Religionswissenschaft : Projekt für den thematischen Austausch in der Religionswissenschaft Netzwerk un-sichtbar : Projekt für den religionswissenschaftlichen Wissenstransfer Datenbanken Database of Religious History (DRH) : Kollaborative Open-Access-Enzyklopädie der Religions- und Kulturgeschichte The Association of Religion Data Archives (ARDA) : Große Sammlung an frei verfügbaren statistischen Daten aus religionsbezogenen Bevölkerungsbefragungen weltweit Weitere Open-Access-Inhalte für die Religionswissenschaft werden auf den Plattformen Project Muse (293 Titel: Monografien zu research area “religion”) und JSTOR (34.915 Titel: Aufsätze aus Zeitschriften und Sammelwerken zu subject: „religion“) zur Verfügung gestellt (Stand: Juli 2024). Open Science in der Religionswissenschaft Open-Science-Bestrebungen sind im kleinen Fach Religionswissenschaft bisher weder stark ausgeprägt noch zentral koordiniert. Dennoch lassen sich, v. a. für den Bereich Forschungsdaten, erste Aktivitäten feststellen: 2019 führte der FID Religionswissenschaft mit Unterstützung der DVRW eine Umfrage zum Thema Forschungsdaten in der Religionswissenschaft durch ( FID Religionswissenschaft & DVRW, 2020 ), die auch in der Fachcommunity rezipiert wurde ( Koch, 2020 ). Der zentrale Nachweis von fachrelevanten Forschungsdaten ging als ein Desiderat aus dieser Umfrage hervor: Infolgedessen wurde in RelBib die gezielte Recherche nach Forschungsdaten eingeführt. Das CERES (Center for Religious Studies, Ruhr-Universität Bochum) ist als teilnehmende Institution im NFDI-Konsortium für historisch arbeitende Geisteswissenschaften 4memory eingebunden. Als Beispiel für ein Digital-Humanities-Projekt zur Digitalisierung religiöser Objekte kann das am CERES angesiedelte DiGA - Digitization of Gandharan Artefacts genannt werden. Die Bereitstellung und Archivierung der Bild- und Objektdaten erfolgt dabei in Zusammenarbeit mit dem FID Südasien. open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Literatur Cavallin, C. (2013). Religious studies and the knowledge society: Open access as contributing to an open society. In F. Sardella, & R. Sain (Eds.), The sociology of religion in India (pp. 105–113). Abhijeet Publications. Clasquin-Johnson, M. (2008). Finding, using and creating open-access religious studies academic material on the Internet. Journal for the Study of Religion, 21 (2). https://doi.org/10.4314/jsr.v21i2.65741 Drees, W. B. (2017). Green open access for interesting contributions. Zygon, 52 (1), 3–8. https://doi.org/10.1111/zygo.12329 Drees, W. B. (2015). Publishing in a changing world. Zygon 50 (3), 559–568. https://doi.org/10.1111/zygo.12199 FID for the Study of Religion & DVRW (2020). Umfrage zum Thema Forschungsdaten in der Religionswissenschaft. https://relbib.de/Content/survey_results#content Frank, J., Foster, R., & Pagliari, C. (2023). Open access publishing – Noble intention, flawed reality, Social Science & Medicine, 317 , Article 115592. https://doi.org/10.1016/j.socscimed.2022.115592 Hermann, A. (Ed.). (2021). Experimente mit digitaler Lehre: Überlegungen und Modelle jenseits einer Defizitperspektive . Universitäts- u. Landesbibliothek Bonn. https://doi.org/10.48565/bonndoc-3 Koch, A. (2020). Religionswissenschaft und digital humanities. Verkündigung und Forschung , 65 (2), 152–158. https://doi.org/10.14315/vf-2020-650211 Petersen, A. C. (2021). Open access, the humanities, and contemplation through science. Zygon, 56 (3), 541–546. https://doi.org/10.1111/zygo.12736 Wildman, W. J., Bulbulia, J., Schjødt, U., & Sosis, R. (2019). Is the Open Access movement about to get real? Religion, Brain & Behavior , 9 (2), 105–107. https://doi.org/10.1080/2153599X.2019.1595073 Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Mareike Heinritz, Fachinformationsdienst Religionswissenschaft / Universitätsbibliothek Tübingen (Stand: Oktober 2024)....

  5. Open Access in der Romanistik

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Linguistik Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Romanistik Wenngleich die Romanistik den Zugriff auf digitale Publikationen hoch schätzt, ist Open Access hier im Vergleich zu anderen Disziplinen eher unterrepräsentiert. Die Publikationskultur der Disziplin ist heterogen, aber etablierte Modelle der Publikation und Dissemination von Forschungsergebnissen nehmen eine zentrale Rolle ein. Einen besonderen Stellenwert hat nach wie vor die gedruckte Monographie. Auch Sammelbände sind neben Zeitschriften eine wichtige Publikationsform. Vermehrt setzen Verlage und verlagsunabhängige Zeitschriften, aber auch Forschende und Verbände neue Akzente in Form von Open-Access-Publikationen und -Initiativen. Dies betrifft bislang vor allem den Zeitschriftenbereich, zunehmend aber auch Monographien und Sammelbände. Das Thema nimmt immer stärkeren Eingang in die romanistische Publikationskultur, nicht zuletzt durch die Positionierungen und Forderungen der Forschungsförderer. Viele kleine Verlage, die in der Romanistik einen wesentlichen Teil des Publikationsoutputs verantworten, haben inzwischen entsprechende Angebote. Auch das Informationsangebot und die Vernetzungsaktivitäten des Fachinformationsdienstes (FID) Romanistik sind zu nennen. Aus der Community kamen Impulse durch Zeitschriftenneugründungen sowie durch das Positionspapier Open Access und Forschungsdaten. Ein Positionspapier der AG Digitale Romanistik ( Schöch et al., 2017 ) der AG Digitale Romanistik des Deutschen Romanistikverbands . Das Thema bekommt auch durch Workshops des Romanistikverbands insbesondere im Mittelbau-Bereich stärkere Präsenz, wie auch durch überfachliche Diskussionen und Fortbildungsangebote an Graduiertenschulen. Best-practice-Beispiele und konkrete Erfahrungsberichte wurden 2017 in einem Workshop mit Beteiligung von Verlagen, Herausgebenden und Forschenden präsentiert ( Hornung & Trapp, 2018 ). Eine Umfrage ( Hornung et al., 2017 ) des FID Romanistik aus dem Jahr 2016 gibt Aufschluss hinsichtlich der Frage, wie Open Access im Fach wahrgenommen wird und erläutert, welche Faktoren die Forscher*innen im Publikationsprozess hinsichtlich der Entscheidung zwischen Open oder Closed Access beeinflussen. Sie zeigt, dass dabei das Renommee von Verlag, Reihe, Zeitschrift und Herausgebenden entscheidende Faktoren sind. In einigen Fällen hängt von ihnen ab, ob Forschende Open oder Closed Access veröffentlichen, in anderen Fällen ist die Überzeugung der Forscher*innen von Open Access ein eigenständiger Faktor bei der Entscheidung. Peer-Review -Verfahren sind kein entscheidender Faktor, auch in punkto Begutachtung nehmen Herausgebende und Verlage eine prominente Bedeutung ein. Der hohe Verbreitungsgrad von Open-Access-Publikationen sowie deren Auffindbarkeit werden zwar geschätzt, sind aber nicht ausschlaggebend. Impact Factors, die in anderen Disziplinen zentral sind, spielen in der Romanistik kaum eine Rolle. Eine neuere Umfrage des FID (Schepers 2024) lässt auf eine geschärfte Aufmerksamkeit für Open Access schließen: Es werden konkrete Anliegen und Problemstellungen wie die Finanzierung von Open-Access-Monographien oder Möglichkeiten der Zweitveröffentlichung von Verlagspublikationen formuliert. Diese verweisen zugleich auf Informationsbedarf und Hindernisse des Open-Access-Publizierens. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals listet unter den Stichwörtern Romanic languages 66 Einträge und French literature - Italian literature - Spanish literature - Portuguese literature 176 Einträge (Stand: April 2024). Wichtige Open-Access-Zeitschriften sind: apropos [Perspektiven auf die Romania] Estudios Culturales Hispánicos (Universität Regensburg) HeLix – Dossiers zur romanischen Literaturwissenschaft Horizonte – Neue Serie • Nuova Serie Romanische Studien Versants – Revista suiza de literaturas románicas (Universität Bern) Zeitschrift für Katalanistik – Revista d’Estudis Catalans (Deutscher Katalanistenverband) Aus angrenzenden und übergeordneten Bereichen wie der allgemeinen Linguistik und vergleichenden Literaturwissenschaft oder den Digital Humanities sind weitere Zeitschriften auch für die Romanistik relevant, darunter: Glossa: a journal of general linguistics HiN – Alexander von Humboldt im Netz Iberoamericana. América Latina - España - Portugal iMex. México Interdisciplinario/Interdisciplinary Mexico Miradas – Zeitschrift für Kunst- und Kulturgeschichte der Amérikas und der iberischen Halbinsel PhiN – Philologie im Netz Pragmática Sociocultural / Sociocultural Pragmatics Textpraxis. Digitales Journal für Philologie Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht ZfdG - Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften Daneben sind Rezensionsjournale wie fabula.org für die Frankoromanistik zu nennen. Eine Bibliodiversität wird auch mit Blick auf die im romanischen Ausland fester verankerten Open-Access-Publikationen sichtbar, in besonderem Maße hinsichtlich lateinamerikanischer Angebote der Plattformen sciELO , Redalyc , AmeliCA und Latindex ( Müller, 2020 ). Unter den deutschsprachigen Angeboten finden sich aber auch frühe Pionierprojekte. Insbesondere startete PhiN – Philologie im Netz bereits 1997 als reine Open-Access-Publikation. Die Anzahl von Open-Access-Zeitschriften steigt vor allem durch Neugründungen wie apropos [Perspektiven auf die Romania] . Hingegen sind Transformationen bestehender Periodika in der deutschsprachigen Romanistik bislang noch selten. Gewissen Beispielcharakter kann aber etwa die Zeitschrift für Katalanistik haben, die alle Ausgaben hybrid gedruckt und digital Open Access zur Verfügung stellt und dafür auch die älteren Jahrgänge seit Ersterscheinung im Jahr 1988 retrodigitalisiert hat. Eine ähnliche Neupositionierung liegt im Falle von Versants vor. Die Zeitschrift Horizonte - Neue Serie • Nuova Serie wurde nach Einstellung des subskriptionsbasierten Vorläufers Horizonte als eigenständige Open-Access-Publikation neu gegründet. Spektakulär war 2016 die Gründung der Open Access Zeitschrift Glossa , die 2016 aus einem Konflikt zwischen dem Herausgebergremium der Zeitschrift Lingua und dem Verlag Elsevier entstanden ist. Während Publizierende anderer Disziplinen häufig Gebühren (APCs) für Open-Access-Publikationen zahlen müssen, ist dieses Finanzierungsmodell in der Romanistik mit wenigen Ausnahmen nicht üblich. Zumeist ist das Publizieren für die Forschenden kostenfrei, da viele reine Open-Access-Zeitschriften von Instituten bzw. in Eigeninitiative der Herausgebenden betrieben werden ( Diamond Open Access ). Ausnahmen davon sind hybride Zeitschriften der großen Verlage, in denen einzelne Artikel gegen Zahlung von Gebühren Open Access veröffentlicht werden. Relevant ist auch die Möglichkeit einer Zweitveröffentlichung der Beiträge auf einem Dokumentenserver nach einer Embargofrist von 12 Monaten. Im Beispiel von promptus – Würzburger Beiträge zur Romanistik wird dies von den Herausgebenden umgesetzt. In der Romanistik ist das Zeitschriften-Hosting in Eigenbetrieb oder durch die lokalen Bibliotheken relativ gängig, von denen manche auch überregional aktiv sind. Das lässt sich am Beispiel der Zeitschrift apropos [Perspektiven auf die Romania] demonstrieren, die von der Hamburg University Press mit der freien Software Open Journal Systems (OJS) gehostet wird. Die französische Plattform OpenEdition Journals beherbergt zahlreiche weitere romanistisch relevante Zeitschriften aus verschiedenen Ländern. Zu nennen sind auch der Publikationsservice des Iberoamerikanischen Instituts , die Hostingangebote vieler lokaler Universitätsbibliotheken sowie die Open Library of Humanities . Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Suchbegriff Romance languages führt das Directory of Open Access Books 171 Einträge, unter Romance literature 193; hinzu kommen die Titel der romanistischen Einzeldisziplinen wie bspw. Catalan language mit 45 Titeln. OAPEN führt unter Romance languages 804 Titel, unter Romance literature 121 (Stand: April 2024). Beispiele im Bereich frei verfügbarer Monographien und Sammelbände, die in der Regel Open Access und parallel gedruckt erscheinen, sind: die Beihefte der Zeitschrift Romanische Studien die Reihe Imágenes de la diversidad funcional. Literatura, artes escénicas, visuales y virtuales , die seit 2018 bei Peter Lang erscheint die Reihe Aula , die de Gruyter seit 2020 verlegt die Angebote der hybrid publizierenden Universitätsverlage , die bereits früh Open-Access-Modelle entwickelt haben die französische Plattform OpenEdition Books die Reihe Open Romance Linguistics bei Language Science Press die geisteswissenschaftlichen Publikationsreihen bei Open Humanities Press und Open Book Publishers Einzeltitel bei diversen Verlagen mit romanistischem Programm, darunter AVM, de Gruyter, Peter Lang, transcript und Vervuert. Das Panorama dieser Publikationen ist äußerst heterogen. Mit hohem Anteil umfasst es Neuerscheinungen. Daneben stehen Titel, die nach einer gewissen Frist frei zugänglich gemacht werden oder als Neuauflage oder Übersetzung Open Access erscheinen, wie im Falle von Joachim Küppers Klassiker Discursive "Renovatio" in Lope de Vega and Calderón . Auch gab es eine erste Initiative zum Freikauf von Verlagspublikationen in Partnerschaft von mehreren Fachverlagen mit Knowledge Unlatched, die aber nicht erfolgreich war . Nachdem die DFG Open Access zum prioritären Publikationsmodus der geförderten Projekte erklärt hat und dies bei weiteren Forschungsförderern bereits verpflichtend ist, ist eine Stärkung der OA-Monographie in der Romanistik zu erwarten. Ein Hemmnis sind hier allerdings die zusätzlichen Kosten, die bei den meisten traditionellen Verlagen für den freien Zugang einer Monografie entstehen. Flächendeckende Förderprogramme gibt es derzeit nicht. Möglich sind Kostenübernahmen punktuell über Monografienfonds, die inzwischen an vielen wissenschaftlichen Institutionen eingerichtet wurden, über die DFG oder über Stiftungen. Bei Drittmittelprojekten ist die Beantragungen von Open-Access-Kosten im Projektantrag die einfachste Möglichkeit. Eine ergänzende Rolle können die Universitätsverlage spielen sowie die in der Übersicht aufgeführten Angebote abseits der traditionellen Verlage. Disziplinäre Repositorien Ein romanistisches Repositoriumsangebot stellt der FID Romanistik seit 2025 in Form einer romanistischen Sammlung bereit. Es steht zur Nutzung durch die gesamte Romanistik bereit, wenngleich es technisch gesehen als Teil des Repositorium.Hamburg angelegt ist. Alle Artikel in dieser Sammlung werden auch im Suchportal des Fachinformationsdienstes verzeichnet. Für Teilbereiche des Fachs und angrenzende Disziplinen existieren weitere Repositorien wie Archivum Medii Aevi Digitale für Mittelalterforschung, AfricArXiv für die Afrikastudien, CompaRe für die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft oder das Linguistik-Repository für die allgemeine und vergleichende Sprachwissenschaft. Für die ausgeprägte Repositorienlandschaft Lateinamerikas ist das Netzwerk LA Referencia zu nennen. Die wissenschaftlichen Repositorien Portugals aggregiert RCAAP . Relevant sind auch das für die Geistes- und Sozialwissenschaften Frankreichs maßgebliche Archive ouverte HAL , das international etablierte Universalrepositorium zenodo.org und die Plattformen der lokalen Bibliotheken. Die Inhalte der genannten Repositorien sind teilweise über regionale und überregionale Suchsysteme suchbar, auch kann die Suchmaschine BASE für Recherchen mit dezidiertem Open-Access-Schwerpunkt zielführend eingesetzt werden. Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) . Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote Weitere hilfreiche Angebote existieren sowohl mit spezifisch romanistischer als auch mit übergreifender Ausrichtung. Für die Forschenden der jeweiligen Institution warten die lokalen Bibliotheken mit ihren Publikationsservices und Beratungsmöglichkeiten auf. Auch Graduiertenschulen vermitteln zunehmend Beratungs- und Schulungsangebote. Ein fachspezifisches Informations- und Beratungsangebot bietet der FID Romanistik an. So werden über die Projektwebsite grundlegende Informationen zu Open Access und insbesondere zu rechtlichen Fragen präsentiert. Dabei werden konkrete Anwendungsfälle aus der romanistischen Publikationspraxis beispielsweise mit Bezug auf Erst- und Zweitveröffentlichung im Open Access, die Rolle von Übersetzungen oder auf Verlage und Repositorien in unterschiedlichen Ländern behandelt. Auch eine persönliche Beratung wird angeboten. Im Romanistik-Blog finden sich Informationen zu aktuellen Themen, rechtlichen Themen, Förderbedingungen sowie konkreten Angeboten und Projekten. Auch die Online-Archive JSTOR und Project MUSE stellen inzwischen für die Romanistik relevante Open-Access-Inhalte bereit. Open Science in der Romanistik Auch die freie Zugänglichkeit und Nachnutzbarkeit von Primärtexten, Abbildungen und Forschungsdaten sowie die Maschinenlesbarkeit von Texten und Verfahren wie Text- und Data-Mining stehen zunehmend in der Diskussion. Plattformen mit entsprechender Agenda aus den romanischen Ländern sind etwa Gallica (Frankreich), die Biblioteca Virtual Miguel de Cervantes (Spanien) oder die Biblioteca Italiana (Italien). Ein jüngeres Beispiel für die Nachnutzbarkeit von Abbildungen ist die Entscheidung der Biblioteca Nacional de España , nach welcher seit März 2020 Bildwerke aus ihren Beständen zur Verwendung in wissenschaftlichen Publikationen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Im Themenbereich Forschungsdaten ist das Konsortium Text+ aus dem Kontext der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) zu nennen, das eine Infrastruktur für Sprach- und Textdaten aufbaut und sich zunächst auf digitale Sammlungen, lexikalische Ressourcen und Editionen konzentriert. Auch für die Romanistik relevant sind allgemein geisteswissenschaftliche Projekte wie CLARIAH-DE bzw. die Vorgängerprojekte CLARIN und DARIAH-DE , inklusive der Forschungsdaten-Repositorien DARIAH-DE Repository und dem TextGrid Repository . Eine spezifisch romanistische Initiative ist das Forschungsdaten-Verzeichnis auf romanistik.de . Ein Informations- und Unterstützungsangebot bietet der FID Romanistik an. Einen besonderen Schwerpunkt auf den nachhaltigen Umgang mit Forschungsdaten in Übereinstimmung mit den FAIR-Prinzipien legt eine seit 2020 erscheinende Blogartikelserie der AG Digitale Romanistik . open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Literatur Hornung, C., von Deylen, W., Tannous, I., & Wonke-Stehle, J. (2017, 9. Februar). Auswertung der Umfrage des FID Romanistik zu Open Access in der Romanistik. Romanistik-Blog - Das Blog des Fachinformationsdienstes. https://blog.fid-romanistik.de/2017/02/09/auswertung-der-umfrage-des-fid-romanistik-zu-open-access-in-der-romanistik/ Hornung, C., & Trapp, M. (2018). Open Access-Publizieren in der Romanistik: Standortbestimmung und Perspektiven. Romanistik-Blog - Das Blog des Fachinformationsdienstes. https://blog.fid-romanistik.de/wp-content/uploads/2018/02/OA-Workshop-Protokoll-SUBHH-11-2017.pdf Müller, C. (2020). Elektronisches Publizieren und Open Access: Die Perspektive Lateinamerikas. B. i. t. Online, 23 (4), 374–380. https://www.b-i-t-online.de/heft/2020-04-fachbeitrag-mueller.pdf Schepers, L. (2024). Umfrageergebnisse: Romanistisches Publizieren in frühen Karrierephasen. Romanistik-Blog - Das Blog des Fachinformationsdienstes. blog.fid-romanistik.de/2024/05/30/umfrageergebnisse-romanistisches-publizieren-in-fruehen-karrierephasen/ Schöch, C., Rißler-Pipka, N., Mühlschlegel, U., Gerstenberg, A., & Ehrlicher, H. (2017). Open Access und Forschungsdaten. Ein Positionspapier der AG Digitale Romanistik. In Mitteilungsheft Frühjahr 2017 (pp. 50–59). Deutscher Romanistenverband. https://doi.org/10.5281/zenodo.3834226 Weiterführende Literatur Agnetta, M. (2019). Wie closed darf open access sein? / Eine Momentaufnahme der Publikationskultur in der deutschen Romanistik. Digitalkulturen/Cultures Numériques. Herausforderungen Und Interdisziplinäre Forschungsperspektiven/Enjeux et Perspectives Interdisciplinaire , 16, 33–50. https://doi.org/10.14361/9783839442159-002 [ Open Access Preprint auf dem Romanistik-Blog ] Graf, D., Fadeeva, Y., & Falkenstein-Feldhoff, K. (Eds.). (2020). Bücher im Open Access: Ein Zukunftsmodell für die Geistes- und Sozialwissenschaften? Verlag Barbara Budrich. https://doi.org/10.17185/duepublico/72237 Hornung, C (2022). Open Access in der Romanistik - Coffee Lecture. https://www.youtube.com/watch?v=NBRLDzIeLLc Nonnenmacher, K. (2015). Die Zeitschrift als Idee. Einladung an Leser und Autoren. Romanische Studien, 1 , 5–24. https://www.romanischestudien.de/index.php/rst/issue/view/1 Schöch, C. (2020). Was heißt und zu welchem Ende publiziert man im Open Access? Open Access Week 2020, Universitätsbibliothek Trier. https://christofs.github.io/publ/#/ | als Video hier: https://www.youtube.com/watch?v=9RQy4wtYls0 Söllner, K., & Mittermaier, B. (2017). Praxishandbuch Open Access . de Gruyter. https://doi.org/10.1515/9783110494068 Bearbeitung der Inhalte der Seite: Christoph Hornung (Stand: Juni 2024)....

  6. Open Access in der Soziologie

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Soziologie In der Soziologie gibt es sehr unterschiedliche Haltungen zu Open Access . Während freie, digitale Ressourcen in Forschung und Lehre breite Verwendung finden, veröffentlichen Soziolog*innen eigene Werke bislang eher zögerlich im Open Access ( Graf et al., 2019 ). Ein Grund dafür ist die Publikationskultur der Geistes- und Sozialwissenschaften. In diesen Disziplinen, zu denen auch die Soziologie zählt, werden überwiegend Bücher in Form von Monografien, thematischen Sammelbänden, Konferenzberichten etc. veröffentlicht. Hinzu kommt, dass vielen Wissenschaftler*innen Informationen zu Open Access fehlen - infolgedessen stufen sie Open-Access-Publikationen häufig als qualitativ minderwertig ein und setzen auf etablierte Verlage als vermeintliche Qualitätsgaranten. Darüber hinaus besteht oftmals Aufklärungsbedarf in den Bereichen Lizenzen und Urheberrecht ( Graf et al., 2019 ). Auch finanzielle Fragen spielen für Autor*innen und Verlage eine große Rolle. In vielen Fällen herrscht beispielsweise Unklarheit darüber, wie sich die Finanzierung gestalten kann, wenn niemand das Werk kaufen muss ( Verlag Barbara Budrich, 2020 ). Die Zögerlichkeit der Wissenschaftler*innen spiegelt sich auch in der Haltung großer Fachgesellschaften wieder. Weder die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) noch ihr US-amerikanisches Pendant, die American Sociological Association (ASA) , zählen zu den Unterzeichnern der Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen . Obwohl institutionelle Bekenntnisse zu Open Access in der Soziologie fehlen, sind die Grundlagen für Open Access gegeben, wie die folgenden Angebote auf dieser Seite zeigen. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet unter dem Stichwort Sociology rund 914 Einträge (Stand: Dezember 2024). Wichtige Open-Access-Zeitschriften sind: Forum Qualitative Sozialforschung (FQS) DOAJ Survey Research Methods (srm) DOAJ Sociological Research Online Comparative Population Studies DOAJ Demographic Research DOAJ Demography methods, data, analyses DOAJ Socius: Sociological Research for a Dynamic World DOAJ Viele namhafte Fachzeitschriften bieten keine Open-Access-Option an, andere veröffentlichen über den grünen Weg . So stellt die Zeitschrift für Soziologie (ZfS) Artikel zwei Jahre nach Erscheinen über ihre Homepage Open Access zur Verfügung, gleiches gilt für Wirtschaft und Gesellschaft (WuG) . Historical Social Research (HSR) veröffentlicht Artikel nach einer Embargofrist von sechs Monaten automatisch im disziplinären Repositorium Social Science Open Access Repository (SSOAR) Open Access. Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Subject Sociology listet das Directory of Open Access Books (DOAB) 1.019 Titel. Die Online-Bibliothek OAPEN verzeichnet unter der Rubrik Sociology rund 1.264 Titel (Stand: Dezember 2024). Die Verlagslandschaft der buchaffinen Sozialwissenschaften ist äußerst heterogen, breit gefächert und fragmentiert. Besonders hervorzuheben sind jedoch die Verlage Springer VS , Nomos , Barbara Budrich , Routledge , transcript , Campus und LIT ( Graf et al., 2020, S. 22; Projekt OGeSoMo, n. d. ). Das Open-Access-Publizieren in buchaffinen Disziplinen wie der Soziologie steht vor unterschiedlichsten Herausforderungen. Um es attraktiver zu gestalten, müssen eine entsprechende Infrastruktur sowie Vertrauen in die Qualität von Open-Access-Büchern geschaffen werden. In diesem Zusammenhang sind v. a. die Qualitätsstandards für Open-Access-Monografien und -Sammelbände zu erwähnen, die von der AG Universitätsverlage (2022) formuliert wurden. In den vergangenen Jahren haben sich überdies einige Geschäftsmodelle für Open-Access-Bücher etabliert ( OAPEN, 2020 ). Disziplinäre Repositorien Für die deutschsprachige Soziologie ist vor allem das disziplinäre Repositorium Social Science Open Access Repository (SSOAR) wichtig, während das Social Sciences Research Network (SSRN) auf internationaler Ebene wegweisend ist und neben soziologischer unter anderem auch wirtschaftswissenschaftliche , politikwissenschaftliche und anthropologische Literatur verzeichnet. Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) . Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote Der Fachinformationsdienst (FID) Soziologie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und gemeinsam von der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln (USB) , GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und dem Forschungsdatenzentrum Qualiservice betrieben. Mit über 3.300 registrierten Mitgliedern dient das Kollaborationsportal SocioHub als zentrale Plattform, um die Forschungskommunikation zu fördern und die wissenschaftliche Informationsversorgung in der Soziologie zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt auf der Kombination aus Kollaboration , Open Science und Forschungsdatenmanagement . Nutzer*innen können zudem nach fachspezifischer Literatur, Forschungsdaten, Gruppen und Personen recherchieren. Die Entwicklung und Umsetzung der Angebote des FID Soziologie erfolgen in enger Abstimmung mit dem wissenschaftlichen Fachbeirat und werden von der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) und der Akademie für Soziologie unterstützt. Open-Access-Angebote des FID Soziologie: Klassiker der Soziologie : Über 100 Werke aus dem soziologischen Kanon stehen als Open-Access-Volltexte zur Verfügung. Diese Sammlung umfasst deutsche, englische, französische und italienische Originalausgaben und deckt den Zeitraum von 1826 bis ins 20. Jahrhundert ab. SSOAR : Durch die Integration des Open-Access Repositoriums SSOAR der GESIS in den SocioHub-Index können SSOAR-Inhalte direkt über SocioHub abrufen werden. Zudem ist es für angemeldete Nutzer*innen möglich, Dokumente direkt in SSOAR hochzuladen, ohne sich erneut anmelden zu müssen. Präregistrierung: Mit dem Modul Präregistrierung bietet SocioHub eine innovative Möglichkeit, soziologische Forschungsvorhaben vorab zu melden und damit bekannt zu machen. Damit ist die frühzeitige Kontaktaufnahme zwischen ähnlichen Forschungsaktivitäten wie auch eine Intensivierung des wissenschaftlichen Austausches möglich und es kann ggf. Doppelarbeit vermieden werden. Die inhaltliche Konzeption und technische Umsetzung des Moduls wurde vom SocioHub-Team entwickelt und orientiert sich an einer standardisierten Vorlage für Präregistrierungen aus dem Open Science Framework (OSF) . Journal Hosting : Der FID Soziologie unterstützt bei der Gründung neuer und der Migration bereits bestehender soziologischer Open-Access-Fachjournals . Mithilfe der Open-Source-Software Open Journal Systems (OJS) wird der gesamte digitale Publikationsprozess – von der Einreichung bis zur Veröffentlichung – technisch unterstützt. SOCIOS : Mit SOCIOS, einem Satellitenprojekt von SocioHub, steht eine Publikationsplattform für kollaboratives Schreiben und Open-Peer-Review in den Sozialwissenschaften zur Verfügung. Auch die Online-Archive JSTOR und Project MUSE stellen inzwischen für die Soziologie relevante Open-Access-Inhalte bereit. BASE (Bielefeld Academic Search Engine) erlaubt das fachspezifische Suchen nach digitalen Volltexten. Soziologische Inhalte sind dort anhand des Dewey Decimal Classification Codes 301 zu finden. Im Rahmen des BMBF -geförderten Projekts OGeSoMo – Förderung von Open-Access-Publikationen in den Geistes- und Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Monografien wurden diverse Handreichungen erstellt, die umfassende Informationen zu Open-Access-Publikationen in den Geistes- und Sozialwissenschaften bieten. Im Nachfolgeprojekt AuROA - Autor:innen und Rechtssicherheit für Open Access wurde darüber hinaus ein Vertragsgenerator entwickelt. mit dem modulare Musterverträge für Open-Access-Buchpublikationen individuell und interaktiv erstellt werden können. Das Projekt ENABLE! verfolgt das Ziel, die einzelnen Akteur*innen des sozial- und geisteswissenschaftlichen Open-Access-Publikationswesens zu einem Netzwerk zusammenzubringen, um u. a. Open-Access-Publikationen zu fördern und neue Veröffentlichungsmodelle zu entwickeln. Open Science in der Soziologie Mit den Diensten von GESIS gibt es in der Soziologie umfangreiche Möglichkeiten, um Daten, Methoden oder Software Open Access verfügbar zu machen: datorium ermöglicht die Vergabe eines zitierfähigen Digital Object Identifiers (DOI) . da|ra bietet die Möglichkeit einer Datenregistrierung zur DOI-Vergabe – auch wenn Einrichtungen die entsprechenden Daten selbst hosten. Im Bereich der qualitativen Daten ist vor allem der aus dem Archiv für Lebenslaufforschung (ALLF) hervorgegangene Dienst Qualiservice zu nennen. Dieser Dienst archiviert qualitative sozialwissenschaftliche Forschungsdaten aus unterschiedlichen Disziplinen und stellt sie für die wissenschaftliche Nachnutzung zur Verfügung. Darüber hinaus bietet Qualiservice persönliche und studienspezifische Beratung an. Offene Forschungsdaten Offene Forschungsdaten werden im Bereich der Soziologie geschätzt: Im Code of Ethics fordert die American Sociological Association (American Sociological Association, 2018) die Bereitstellung von Forschungsdaten der Soziologie: "Sociologists generally make their data available after completion of a project or its major publications, except where proprietary agreements with employers, contractors, or clients preclude such accessibility or when it is impossible to share data and protect the confidentiality of the data or the anonymity of research participants" . US-amerikanische Closed-Access-Zeitschriften wie American Sociological Review und Sociological Methodology berufen sich in ihren Submission Policies auf diesen Code of Ethics und ermuntern ihre Autor*innen zur Verfügbarmachung von Forschungsdaten. Auch die Open-Access-Zeitschrift Demographic Research macht solche Vorgaben, allerdings nicht nur für Daten, sondern auch für Programmcode. open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Literatur American Sociological Association. (2018). Code of Ethics . https://www.asanet.org/sites/default/files/asa_code_of_ethics-june2018a.pdf Arning, U., Bargheer, M., Meinecke, I., Putnings, M., Schobert, D., Tobias, R., & Winkler, M. (2022). Qualitätsstandards für Open-Access-Bücher . Arbeitsgemeinschaft Universitätsverlage. https://doi.org/10.5281/zenodo.7075761 Graf, D., Fadeeva, Y., & Falkenstein-Feldhoff, K. (Eds.). (2020). Bücher im Open Access: Ein Zukunftsmodell für die Geistes- und Sozialwissenschaften? Verlag Barbara Budrich. https://doi.org/10.17185/DUEPUBLICO/72237 Graf, D., Burovikhina, V., & Leinweber, N. (2019). Zukunftsmodell Monografien im Open Access. Aus der Praxis von Bibliotheken, Verlagen, Wissenschaft und Lehre im gemeinsamen Projekt OGeSoMo. O | Bib. Das offene Bibliotheksjournal , 6 (4), 164–177. https://doi.org/10.5282/o-bib/2019H4S164-177 OAPEN. (2020, September 29). Business models for open access book publishing . OAbooks-Toolkit.Org. https://oabooks-toolkit.org/lifecycle/10944589-planning-funding/article/10432084-business-models-for-open-access-book-publishing Projekt AuROA. (2023). Publikationsdienstleistungen und die Qualitätsfrage. Erkenntnisse aus dem Projekt AuROA zu Leistungen und Qualitätssicherug im Open-Access-Publikationsprozess. osf.io/65rzp Projekt OGeSoMo. (n. d.). Zwischenergebnisse. Written, submitted, published: Wo publizieren die UDE-Autoren? https://www.uni-due.de/ogesomo/zwischenergebnisse Weiterführende Literatur Biela, J., Stalla, M., Hohmann, L., & Holzer, A. C. (2024). Kartierung und Beschreibung der Open-Access-Dienste in Deutschland. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.11121906 Breznau, N. (2021). Does Sociology need open science?, Societies, 11 (9), https://doi.org/10.3390/soc11010009 Herb, U. (2015). Open Science in der Soziologie. Eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme zur offenen Wissenschaft und eine Untersuchung ihrer Verbreitung in der Soziologie . Werner Hülsbusch. https://doi.org/10.5281/zenodo.31234 Bundesministerium für Bildung und Forschung (2023). Open Access in Deutschland - Gemeinsame Leitlinien von Bund und Ländern . Von www.bmbf.de/SharedDocs/Publikationen/de/bmbf/1/772960_Open_Access_i n_Deutschland.html abgerufen. Herb, U. (2014). Open Science in Soziologie-Journalen aus deutschsprachigen und nicht-deutschprachigen Ländern, Daten und Auswertungen einer Journal-Stichprobe . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.10786 Wissenschaftsrat (2022): Empfehlungen zur Transformation des wissenschaftlichen Publizierens zu Open Access ; Köln. doi.org/10.57674/fyrc-vb61 Bearbeitung der Seite durch: Maike Lang und Yannik Hampf, Fachinformationsdienst Soziologie (Stand: Dezember 2024)....

  7. Open Access umsetzen

    Hier können Sie sich über die praktische Anwendung von Open Access informieren Zeitschriften herausgeben Repositorien betreiben Implementierung von Open Access Zeitschriften transformieren...

  8. Open Publishing Fest

    ...

  9. Open-Access-Geschäftsmodelle für Zeitschriften

    Intro Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Es gibt verschiedene Geschäfts- und Finanzierungsmodelle für Open-Access-Zeitschriften. 2 Grundsätzlich lassen sich drei Formen der Finanzierung unterschei­den: APC-basierte, institutionelle und konsortiale Modelle. 3 Im Rahmen der Open-Access-Transformation sollten effiziente, transparente und faire Modelle bevorzugt angewendet werden. Kosten von Zeitschriften Open Access beinhaltet den kostenlosen Zugang zu wissenschaftlicher Informa­tion und deren freier Nachnutzung. Da Open-Access-Zeitschriften für Leser*in­nen kostenlos zugänglich sind, können bei der Produktion entstehende Kosten ( Grossmann & Brembs, 2021 ) nicht über Subskriptionen wieder eingenommen werden, sondern müssen durch alternative Geschäftsmodelle finanziert werden. Die sogenannte Zeitschriftenkrise und die damit verbundenen großen Gewinne wissenschaftlicher Verlage aus öffentlichen Mitteln waren wesentliche Gründe für das Aufkommen der Open-Access-Bewegung. Deshalb ist es sinnvoll, bei Geschäftsmodellen zwischen Kostendeckung und Gewinnerzielung zu unterscheiden, speziell dort, wo es um die Umschichtung von Kosten für die Open-Access-Transformation von Zeitschriften geht. In jedem Fall müssen Betriebs- und Personalkosten finanziert werden, die benötigt werden, um Werke entgegenzunehmen, zu verwalten, zu veröffentlichen und zu verteilen. Dazu kommen Kosten, die für die Infrastruktur, wie Serverka­pazitäten und Webseiten anfallen. Im Bereich der Publikation von Daten oder multimedialen Inhalten kommen neue Anforderungen hinzu. Im Bereich des goldenen Wegs des Open Access existieren eine Reihe unter­schiedlicher Geschäftsmodelle ( Keller, 2017 ; Russell, 2019 ; Waidlein et al., 2021 ). Grundsätzlich lassen sich Open-Access-Zeitschriften durch Publikationsgebühren ( APCs ), durch Institutionen oder durch Konsortien finanzieren. Bei Modellen, die gänzlich ohne APCs auskommen, spricht man auch von Diamond Open Access . Praxistipp Hier finden Sie die Folien zum Open Access Talk Open-Access-Finanzierung: Fragen und Probleme . Quelle: verändert nach Oberländer, A. (2020). Open Access – Es ist nicht alles Gold, was glänzt. In: Open Science. Von Daten zu Publikationen. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4018594 ( CC BY 4.0 International ) Alternative Geschäftsmodelle für Open-Access-Publikationen Quelle: Strauß, H., Rücknagel, J., & Hauss, J. (2022). Alternative Geschäftsmodelle für Open-Access-Publikationen. https://doi.org/10.5446/60353 ( CC BY 3.0 DE ) Finanzierung vonseiten der Autor*innen Article processing charges (APCs) Zentral am Author-Pays-Modell ist, dass zwischen Annahme und Veröff­entlichung eines Beitrags die Zahlung der als Article Processing Charges (APCs) bezeichneten Publikationskosten durch die Autor*innen bzw. deren Institution erfolgt. Die Verfügbarkeit von Mitteln und die Akzeptanz für derartige Zahlungen hängen auch von der Publikationskultur der Fachdisziplin ab. Weitere Faktoren sind der Zugang zu Drittmitteln und die berufliche Position der Autor*innen. Deshalb werden APCs häufig kritisch gesehen : Befürchtet wird, dass sie Zugangsbarrieren insbeson­dere für Autor*innen aus Ländern des globalen Südens oder für Wissen­schaftler*innen am Beginn ihrer Karriere schaffen. Andererseits bieten viele kommerzielle Open-Access-Zeitschriften die Möglichkeit, auf APCs in Einzelfällen (z. B. für Autor*innen aus Ländern mit niedrigem und mittle­rem Einkommen; Lawson, 2015 ) zu verzichten bzw. diese Kosten auf die APC-zahlenden Autor*innen umzulegen. Viele Forschungsförderer verlangen, dass aus geförderten Projekten entstehende Veröffentlich­ungen zu Open-Access-Bedingungen publiziert werden und übernehmen im Gegenzug die Zahlung von APCs. Die Ausweitung von APC-Modellen kann jedoch zu einer Belastung der Forschungsetats führen. Publikationsfonds Ein Instrument zur institutionellen Unterstützung von Autor*innen bei anfallenden APCs sind Publikationsfonds , mit denen viele Universitäten und Forschungseinrichtungen stellvertretend für ihre Autor*innen Publi­kationskosten übernehmen ( Bruch et al., 2014 ; vgl. die Übersicht im Open Access Directory). Vielfach fließen auch für den Literaturerwerb, insbesondere für Zeitschriftenabonnements vorgesehene Mittel in Publi­kationsfonds ein. Auf diese Weise bezahlen zwar nach wie vor wissen­schaftliche Einrichtungen für Publikationen, diese sind nun jedoch weltweit frei zugänglich. In Deutschland ist die Einführung von Publikationsfonds seit langem mit institutionellen Förderprogrammen der Deutschen Forschungsgemein­schaft (DFG) verbunden. Seit 2020 können Hochschulen und außeruni­versitäre Forschungseinrichtungen im neu ausgerichteten DFG-Förder­programm Open-Access-Publikationskosten festgelegte Zuschüsse zur Publikation wissenschaftlicher Ergebnisse im Open Access beantragen. Mit dieser Teilfinanzierung von Einzelpublikationen wird auch weiterhin der Betrieb von Publikationsfonds unterstützt. Zuschüsse zu den Open-Access-Publikationsgebühren sind u. a. für Zeitschriftenartikel, auch für Artikel aus Transformationsverträgen wie denen des Projekts DEAL möglich. Einige deutsche Bundesländer stellen für die Förderung von Open Access aus Landesmitteln eine Finanzierung von Publikationsfonds zur Verfü­gung, darunter Schleswig-Holstein (bis 2024). Darüber hinaus können zwischen Open-Access-Verlagen und Wissenschaftseinrichtungen geschlossene Verträge die Abwicklung von APCs sowie etwaige Rabatte regeln. Hybride Zeitschriften: Open Access als Ausnahme Ein stark umstrittenes Geschäftsmodell sind kostenpflichtige Open-Access-Optionen für einzelne Artikel in eigentlich subskriptionsbasierten Zeitschriften (die dann häufig als hybride Zeitschriften bezeichnet werden). Auf diese Weise bezieht die Zeitschrift nicht nur Einnahmen aus Abonnements, sondern zusätzlich aus Artikeln, die gegen eine Publika­tionsgebühr zur Open-Access-Nutzung freigeschaltet werden. Die Kosten pro Artikel sind in der Regel deutlich höher als bei reinen Open-Access-Zeitschriften, obwohl eine Doppelfinanzierung vorliegt. Diese häufig als Double Dipping kritisierte Mehrfachfinanzierung wird hauptsächlich von kommerziellen Verlagen betrieben und auf existierende Zeitschriften angewandt, die nicht in Open-Access-Zeitschriften umgewandelt werden sollen. Weitere Vorbehalte gegen dieses Modell beziehen sich darauf, dass solche hybriden Modelle keinen Beitrag zur Transformation des wissenschaftlichen Publikationsmarktes hin zu Open Access leisten, dass Kostenberechnungen intransparent sind und dass einzelne Open-Access-Artikel in Closed-Access-Zeitschriften keine ausreichende Sicht­barkeit erreichen würden. In Verhandlungen mit Verlagen (z. B. bei einzelnen Abonnements, aber auch bei Nationallizenzen und Konsortial­modellen) drängen öffentliche Einrichtungen zumeist auf Gegenmaß­nahmen zum Double Dipping, z. B. durch eine anteilige Senkung der Abonnementkosten, die dem Anteil von Open-Access-Artikeln entspricht. In Deutschland hat das DEAL-Konsortium mit den Wissenschaftsverlagen Springer Nature, Wiley und Elsevier Transformationsverträge abgeschlossen, um dieses Problem wirksam zu beheben. Das Author-Pays-Modell ist inzwischen weit verbreitet und wird fälschlicherwei­se häufig synonym für alle Open-Access-Geschäftsmodelle verwendet. Dabei haben Zeitschriften schon vor Beginn der Open-Access-Bewegung ihre Autor*­innen zur Finanzierung herangezogen, umgekehrt verlangen sehr viele Open-Access-Zeitschriften kein Geld von ihren Autor*innen. So erheben von den insgesamt 20.949 im Directory of Open Access Journals (DOAJ) gelisteten Zeitschriften (Stand: August 2025) 13.824 keine Publikationsgebühren . Institutionelle Finanzierung Geschäftsmodelle, die auf direkte Zahlungen von Autor*innen setzen, bringen einen großen Verwaltungsaufwand mit sich. Darüber hinaus wird befürchtet, dass durch APCs ungleiche Zugangsvoraussetzungen zu wissenschaftlichen Publikationsmöglichkeiten entstehen. Deshalb gibt es Interesse an Modellen, die direkt auf eine Finanzierung durch Institutionen setzen. Institutionen können z. B. Publikationsdienste anbieten oder Open-Access-Zeitschriften komplett finanzieren, sodass auch andere Autor*innen davon profitieren. Eine traditionsreiche Variante ist die (Teil-)Finanzierung von Publikationen über Fachgesellschaften oder andere Institutionen einer Wissenschaftsdisziplin. Einige Fachgesellschaften finanzieren ihre Publikationsaktivitäten traditionell durch Mitgliedsbeiträge. Hierbei sind die organisierten Wissenschaftler*innen in der Regel sowohl Nutzer*innen als auch Autor*innen der dort veröffentlichten wissenschaftlichen Artikel, sodass die Kosten der Open-Access-Publikation auf beide Gruppen verteilt sind. Ein Beispiel für eine Zeitschrift, die von einer Community getragen wird, ist Documenta Mathematica , die durch die Deutsche Mathematiker-Vereinigung gegründet wurde. Die elektronisch im Open Access und gegen eine geringe Gebühr auch als Printausgabe vertriebene Zeitschrift verursacht nach Angaben der Vereinigung nur geringe Kosten, die überwiegend von der Vereinigung bezahlt werden. Letztendlich beruhen viele Open-Access-Zeitschriften auf dem Engagement der beteiligten Personen - die entweder im Rahmen ihrer Anstellung oder ehren­amtlich an der Zeitschrift mitarbeiten. Die Unterstützung durch Personal und ggf. die Übernahme von Sachkosten kann als eine wichtige Form institutioneller Unterstützung angesehen werden. Darüber hinaus investieren viele wissen­schaftliche Einrichtungen heute in eigene Publikationsdienste, beispielsweise Plattformen und Services zur Erstellung von Zeitschriften mithilfe der Open-Source-Software Open Journal Systems (OJS) . Die Institution subventioniert hier die Kosten für die Bereitstellung der Inhalte und ist ggf. für Teile des Publikationsprozesses verantwortlich. Praxistipp Das OA Journals Toolkit bietet praxisorientierte Hinweise zur Gründung neuer Open-Access-Zeitschriften. Ergänzend dazu liefern die Handreichungen des Projekts Scholar-led Plus wertvolle Unterstützung bei der Weiterentwicklung, Professionalisierung und langfristigen Verstetigung wissenschaftsgeleiteter Publikationstätigkeiten an Ihrer Institution. Seit Mai 2025 ergänzt die Servicestelle Diamond Open Access (SeDOA) dieses Angebot: Als DFG-gefördertes Projekt übernimmt SeDOA eine koordinierende Rolle mit dem Ziel, die Effizienz des Diamond Open Access (DOA) Publizierens in Deutschland nachhaltig zu steigern – durch die Optimierung bislang dezentral erbrachter Dienstleistungen, die zentrale Bereitstellung relevanter Informationen sowie die gezielte Förderung struktureller und technischer Innovationen. Zeitschriften herausgeben Hier finden Sie eine Einführung. Redaktionsprozess bei Open Journal Systems (OJS) Quelle: OJS-net.de Gemeinschaftliche Finanzierung: Konsortium, Mitgliedschaft und Crowdfunding Quelle: Wrzesinski, Marcel: Nachhaltige Finanzierung und Organisation von Zeitschriften. Wissenschaftsgeleitete Zeitschriften: Workflows, Finanzierung und Governance, Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, 2023. https://doi.org/10.5446/62588 KOALA – Konsortiale Open Access Lösungen Aufbauen Das Konsortialmodell KOALA ermöglicht eine nachhaltige Finanzierung für Diamond-Open-Access -Publikationen. KOALA schnürt thematisch fokussierte Zeitschriften zu Bündeln, die wissenschaftlichen Einrichtungen – insbesondere Bibliotheken und Forschungseinrichtungen – zur gemeinschaftlichen Finanzierung angeboten werden. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach der Größe und Art der Einrichtung, der Anzahl des wissenschaftlichen Personals und der Studierenden. Sobald das Finanzierungsziel für ein Zeitschriftenbündel erreicht ist, werden die enthaltenen Titel für drei Jahre gesichert finanziert und vollständig frei zugänglich gemacht. Regelbetrieb an der TIB Hannover Die TIB fungiert als zentraler Dienstleister und Koordinator für das KOALA-Modell und betreibt das Angebot im Regelbetrieb für Zeitschriften in ihrem Fächerspektrum (Natur- und Technikwissenschaften). Dabei übernimmt sie das Hosting, das Konsortialmanagement und die Kommunikation mit den Verlagen und Partnerinstitutionen. Durch diesen organisatorischen Rahmen wird eine stabile, transparente und faire Finanzierung von Open-Access-Zeitschriften im MINT-Bereich gewährleistet. KOALA an der SLUB Dresden Seit 2024 wird das KOALA-Modell auch an der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) pilotiert. Unter dem Namen KOALA-SLUB wurden Zeitschriftenbündel-Angebote für unterschiedliche Fachbereiche entwickelt. Die SLUB Dresden übernimmt dafür äquivalent zur TIB Hannover die Organisation der KOALA-Finanzierungslösung. OLEcon OLEcon unterstützt Diamond-Open-Access-Zeitschriften aus den Wirtschaftswissenschaften durch die Organisation einer konsortialer Ko-Finanzierung für Zeitschriften, die entweder bereits Open Access publizieren, sich neu gründen oder aus einem Subskriptionsmodell wechseln ( flippen ) möchten. Das Pledging erfolgt jährlich. Das Bündel der OLEcon-Zeitschriften wächst stetig an. Zeitschriften können sich in regelmäßigen Ausschreibungsrunden für eine Förderung bewerben. Bereits geförderte Zeitschriften werden nach drei Jahren evaluiert. Neben der angestrebten breiten institutionellen Beteiligungetabliert OLEcon ein System zur Erfolgskontrolle, damit das Konsortium möglichst stabil und nachhaltig funktionieren kann. edu_consort_oa edu_consort_oa setzt sich zum Ziel durch Crowdfunding und konsortiale Finanzierung Open-Access-Publikationen in der Erziehungswissenschaft, Bildungsforschung und Fachdidaktik nachhaltig zu finanzieren. Bibliotheken können sich in Edu_consort_oa an jährlichen Finanzierungsrunden zur Finanzierung von Open-Access-Monografien und Diamond-Open-Access-Zeitschriften beteiligen. Derzeit werden jährlich rund 20 E-Books als Paket sowie erstmals bis zu fünf Diamond Open-Access-Zeitschriften für zwei Jahre (einzeln, nicht im Paket) gefördert. Eine Übersicht der geförderten E-Books kann auf der Internetseite des Fachportals Pädagogik eingesehen werden. Alle geförderten Titel sind über peDOCS und die FIS Bildung Literaturdatenbank zugänglich. OACIP Ziel des Open Access Community Investment Program (OACIP) ist es, nicht-kommerzielle Diamond-Open-Access-Zeitschriften durch ein konsortiales Finanzierungsmodell langfristig zu unterstützen. Wissenschaftliche Institutionen können gezielt qualitätsgesicherte Publikationen fördern, die anhand standardisierter Kriterien zu Transparenz und Nachhaltigkeit bewertet werden. Der Finanzierungszeitraum erstreckt sich je über drei Jahre. Institutionen können entweder alle oder einzelne angebotene Journals mitfinanzieren. Außerdem gibt es die Möglichkeit, in einen „General Fund“ einzuzahlen, mit dem Finanzierungslücken der OACIP-Journals aufgefüllt werden. 2024 wurden durch OACIP acht Journals sowohl aus dem MINT-Bereich als auch aus den Geistes- und Sozialwissenschaften finanziert. SCOAP³ SCOAP³ (Sponsoring Consortium for Open Access Publishing in Particle Physics) ist ein internationales Konsortium zur Open-Access-Finanzierung im Bereich der Hochenergiephysik. Es hat zum Ziel, wissenschaftliche Artikel weltweit frei zugänglich zu machen – ohne Publikationsgebühren für Autor*innen. Die Finanzierung übernehmen über 3.000 Bibliotheken, Forschungseinrichtungen und Förderorganisationen aus mehr als 40 Ländern. Koordiniert wird SCOAP³ vom CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Verlagen. Die Beiträge der Partner richten sich nach dem Publikationsaufkommen und werden zentral verwaltet. SCOAP³ transformiert bestehende Subskriptionsmodelle in ein gemeinschaftlich finanziertes Open-Access-Modell. In der aktuellen Finanzierungsphase (2025–2027) sind weltweit elf Zeitschriften frei zugänglich. Durch gemeinschaftliche Finanzierungsmodelle für Open-Access-Publikationen entfallen sowohl Publikations- als auch Subskriptionsgebühren ( Diamond Open Access ). Um eine solche kostenfreie Veröffentlichung für Forschende zu ermöglichen, schließen sich wissenschaftliche Einrichtungen zusammen und tragen gemeinsam die Kosten. Dafür existieren verschiedene Ansätze, darunter konsortiale Finanzierung, Mitgliedschaftsmodelle und Crowdfunding. Diese Modelle lassen sich nicht immer eindeutig voneinander abgrenzen, weisen jedoch bestimmte Grundcharakteristika auf. Die konsortiale Finanzierung beschreibt ein kollaboratives Modell, bei dem mehrere wissenschaftliche Institutionen – typischerweise Bibliotheken, Hochschulen oder Forschungsförderer – gemeinsam die Finanzierung von Open-Access-Zeitschriften, -Büchern oder -Infrastrukturen übernehmen ( Reinsfelder & Pike, 2018 ). Beispiele sind KOALA , OLEcon und Scoap3 . Mitgliedschaftsmodelle , wie beispielsweise die Open Library of Humanities (OLH) , ermöglichen wissenschaftlichen Einrichtungen über einen festen jährlichen Mitgliedsbeitrag die Infrastruktur, redaktionelle Arbeit, Qualitätssicherung und Langzeitarchivierung von Diamond Open Access Zeitschriften zu finanzieren. Beim Crowdfunding wird in der Regel ein konkretes Vorhaben zur Finanzierung ausgeschrieben, z. B. bestimmte Zeitschriften- oder Buchpakete. Eine bekannte Plattform für die Realisierung von Open-Access-Publikationen im Crowdfunding-Verfahren ist Knowledge Unlatched . Meist sind Crowdfunding-Kampagnen zeitlich befristet. Wird das Finanzierungsziel erreicht, kann das Projekt umgesetzt werden. Auch wenn Crowdfunding oft projektbezogen ist, zielen viele Initiativen auf längerfristige Strukturen ab. Erfolgreiches Crowdfunding kann z. B. den Grundstein für eine spätere Mitgliedschafts- oder Konsortialfinanzierung legen. Ein weiteres Modell ist Subscribe to Open (S2O) , bei dem Open-Access-Periodika durch bestehende Subskriptionen finanziert werden. Bibliotheken und Institutionen werden jährlich eingeladen, ihr Abonnement zu den bisherigen Konditionen zu verlängern – mit dem Ziel, die Inhalte der Zeitschrift für alle frei zugänglich zu machen. Wird das Finanzierungsziel erreicht, erscheint der gesamte Jahrgang im Open Access. Wird es nicht erreicht, bleibt der Zugang wie bisher beschränkt. S2O bietet damit einen sanften Übergang zu Open Access, ohne strukturelle Umstellungen für Bibliotheken oder Mehrkosten für Forschende. Praxistipp Der Diamond Funding Navigator von der TIB bündelt Angebote für die kollektive Finanzierung von Diamond-Open-Access-Publikationen weltweit - laufende und zurückliegende. Dies soll insbesondere Personen, die in der Literaturerwerbung und Lizenzierung tätig sind, sowie Fachreferent:innen dabei unterstützen, passende Finanzierungsangebote zu finden. Weitere Finanzierungsoptionen Eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung von Open-Access-Veröffentlichungen ist der parallele Verkauf der Inhalte in separaten (Druck-)Ausgaben. Im digitalen Bereich gibt es verschiedene Versuche, so genannte Freemium-Modelle umzusetzen, bei denen die kostenpflichtige Variante mehr Nutzen liefern soll als die kostenlose Variante. Dies kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass parallel zur HTML-Variante eines Artikels die als höherwertig eingestufte PDF-Fassung nur für zahlende Kund*innen zugänglich gemacht wird. Ein Beispiel dafür ist das in den Sozial- und Geisteswissenschaften angesiedelte Projekt OpenEdition . OpenEdition OpenEdition ist eine digitale Publikationsplattform, die sich auf die Geistes- und Sozialwissenschaften spezialisiert hat. Sie wurde in Frankreich gegründet und wird vom Centre national de la recherche scientifique (CNRS) unterstützt. OpenEdition bietet Wissenschaftler*innen und Einrichtungen Infrastruktur und Services für die Veröffentlichung und Sichtbarmachung von wissenschaftlichen Inhalten im Open Access. Die Plattform umfasst vier zentrale Angebote: OpenEdition Journals (wissenschaftliche Zeitschriften) OpenEdition Books (monografische Werke) Hypothèses (wissenschaftliche Blogs) Calenda (wissenschaftlicher Veranstaltungskalender) Ziel von OpenEdition ist es, den freien Zugang zu qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Informationen zu fördern und eine nachhaltige, nicht-kommerzielle Publikationsumgebung für die akademische Community bereitzustellen. Transformation und Transparenz Die Transformation von einer von Abonnements geprägten Landschaft wissen­schaftlicher Zeitschriften hin zu einer hauptsächlich Open-Access-orientierten Landschaft stellt im Bereich der Geschäftsmodelle eine große Herausforderung dar. In Deutschland versucht das Projekt DEAL durch Konsortialverträge mit einer Open-Access-Komponente ( publish and read ) zu einer Transformation von Zeitschriften beizutragen. Während es möglich scheint, Zeitschriften kom­plett umzustellen und den Betrieb dabei kostendeckend zu gestalten, führen die hohen Beträge, die im Author-Pays-Modell in Rechnung gestellt werden, womöglich insgesamt eher zu einer Kostensteigerung für die Wissenschaft (Mittermaier, 2025). Mit ESAC (Efficiency and Standards for Article Charges) hat sich eine internationale Initiative gegründet, die die Abwicklung der Publikationskosten im Rahmen von Transformationsverträgen effizient und transparent gestalten möchte. Literatur Borrego, A. (2023). Article processing charges for open access journal publishing: A review . Learned Publishing: Volume 36 (3), 359-378. https://doi.org/10.1002/leap.1558 Bruch, C., Fournier, J., & Pampel, H. (2014). Open-Access-Publikationsfonds: Eine Handreichung (Arbeitsgruppe Open Access der Schwerpunktinitiative Digitale Information der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen, Ed.). https://doi.org/10.2312/allianzoa.006 Keller, A. (2017). Finanzierungsmodelle für Open-Access-Zeitschriften. Bibliothek Forschung und Praxis , 41 (1), 22–35. https://doi.org/10.1515/bfp-2017-0012 Lawson, S. (2015). Fee waivers for open access journals. Publications , 3 (3), 155–167. https://doi.org/10.3390/publications3030155 Mittermaier, B. (2025). Transformationsverträge sind eine Sackgasse. O-Bib. Das Offene Bibliotheksjournal. Herausgeber VDB, 12(1), 1-22. https://doi.org/10.5282/o-bib/6117 Reinsfelder, T. L., & Pike, C. A. (2018). Using library funds to support open access publishing through crowdfunding: Going beyond article processing charges. Collection Management , 48 (3). https://doi.org/10.1080/01462679.2017.1415826 (Zweitveröffentlichung: https://hdl.handle.net/1805/15059 ) Russell, B. (2019, October 23). Guest Post — The Future of Open Access Business Models: APCs Are Not the Only Way. The Scholarly Kitchen Blog . https://scholarlykitchen.sspnet.org/2019/10/23/guest-post-the-future-of-open-access-business-models-apcs-are-not-the-only-way/ Waidlein, N., Wrzesinski, M., Dubois, F., & Katzenbach, C. (2021). Working with budget and funding options to make open access journals sustainable (No. 2021–1; HIIG Discussion Paper Series). HIIG. https://doi.org/10.5281/zenodo.4558790 Weiterführende Literatur Bickel, L., Clasen, N., & Flohr, R. (2019, November 13). Open-Access-Tage 2019: Geschäftsmodelle und ihre finanziellen Folgen für die Open-Access-Transformation. ZBW MediaTalk . https://www.zbw-mediatalk.eu/de/2019/11/open-access-tage-2019-geschaeftsmodelle-und-ihre-finanziellen-folgen-fuer-die-open-access-transformation/ Björk, B.-C., & Korkeamäki, T. (2020). Adoption of the open access business model in scientific journal publishing: A cross-disciplinary study. 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Publikationskosten für Zeitschriftenartikel abseits von Open-Access-Publikationsfonds – Lost in Transformation? o-bib – das offene Bibliotheksjournal, 7 (2), 1–15. https://doi.org/10.5282/o-bib/5586 Ginsparg, P. (2021). Lessons from arXiv’s 30 years of information sharing. Nature Review Physics , 3 , 602–603. https://doi.org/10.1038/s42254-021-00360-z Grossmann, A., & Brembs, B. (2021). Current market rates for scholarly publishing services. F1000Research , 10 . https://doi.org/10.12688/f1000research.27468.2 Jahn, N., & Tullney, M. (2016). A study of institutional spending on open access publication fees in Germany. PeerJ 4 . https://doi.org/10.7717/peerj.2323 Kändler, U., & Tullney, M. (2019, October 15). Jenseits von APC: Kriterien für Geschäftsmodelle . Open-Access-Tage 2019, Hannover. https://doi.org/10.5281/zenodo.3490914 Michael, A. (2020, August 27). Sustainable open access – what’s next? 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ArXiv ist 30! TIB-Blog . https://blogs.tib.eu/wp/tib/2021/10/27/arxiv-ist-30/...

  10. Open-Access-Zeitschriften

    Intro Fakten über Open-Access-Zeitschriften open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Open-Access-Zeitschriften enthalten ausschließlich Artikel, die direkt bei Erscheinen weltweit kostenlos und ohne Einschränkungen zugänglich und nachnutzbar sind. 2 Die meisten Open-Access-Zeitschriften sind auch für die Autor*innen kostenfrei, in anderen Fällen ist das Author-Pays-Modell verbreitet. 3 Die Inhalte sind in den gängigen Datenbanken und Suchmaschinen recherchierbar – spezialisiert auf Open-Access-Inhalte ist die Suchmaschine BASE. Definition Open-Access-Zeitschriften beinhalten ausschließlich Artikel, die unmittelbar mit Erscheinen der Zeitschrift kostenlos und ohne Einschränkungen weltweit zu­gänglich und nachnutzbar sind. Beiträge in Zeitschriften, die dieser Definition entsprechen, erscheinen in der Regel unter einer Creative-Commons-Lizenz , die durch die Autor*innen vergeben wird. An die Verlage dieser Zeitschriften wird von den Autor*innen lediglich ein einfaches Verwertungsrecht übertragen. Open-Access-Zeitschriften sind primäres Medium des sogenannten goldenen Wegs des Open Access zu wissenschaftlichen Artikeln. Verlangt eine Zeitschrift für die Veröffentlichung keine Publikationsgebühren, spricht man häufig von Diamond Open Access . Dadurch erreichen die Artikel eine möglichst weite Verbreitung und sind für Wissenschaftler*innen und alle anderen Interessierten so schnell wie möglich zugänglich und nachnutzbar. Forschungsergebnisse werden so besser sichtbar und oft auch häufiger zitiert ( Piwowar et al., 2018 ). open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Open Access und Closed Access Praxistipp Einen Überblick über Anforderungen an Open-Access-Zeitschriften und konkrete Kriterien, nach denen sich Autor*innen bei der Wahl eines geeigneten Publikationsortes richten können, gibt es hier im Praxistipp Qualität von OA-Zeitschriften – wo publizieren und wo lieber nicht? Praxistipp Die folgenden Tools können hilfreich sein, passende Open-Access-Publikationsorte für das eigene Manuskript zu finden: oa.finder (Recherchetool für wissenschaftliche Publikationsorgane; entwickelt von open-access.network ) B!SON (Empfehlungstool für Open-Access-Zeitschriften, entwickelt von TIB und SLUB Dresden ) EZB (Recherchetool für OA-Zeitschriften und Förderoptionen). Die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) hat ihre Services erweitert und kann als zentrales Instrument genutzt werden, um Angaben zur Übernahme von Publikationskosten auf Zeitschriftenebene zu recherchieren. Erfasst werden können dabei etwa Ansprechpartner*innen, besondere Vorgaben oder finanzielle Obergrenzen sowie die konkreten Abläufe zur Einreichung von Rechnungen an der jeweiligen Einrichtung. Hier findet man weitere Informationen über die neuen Funktionen des Tools. Qualitätssicherung und Impact-Messung Hier finden Sie eine Einführung. Qualität Open-Access-Zeitschriften stehen Closed-Access -Zeitschriften ( Subskriptions­zeitschriften ) qualitativ in nichts nach. Wie bei wissenschaftlichen Zeitschriften üblich, durchlaufen die Beiträge vor der Veröffentlichung ein Qualitätssiche­rungsverfahren, zumeist ein Peer Review . Einige Open-Access-Zeitschriften gehen im Kontext von Open Science und der Idee eines transparenteren Wissenschaftsprozesses sogar noch einen Schritt weiter und bieten ein offenes Peer Review an. Durch das Öffentlichmachen aller Beteiligten sowie ggf. der Gutachten (Ross-Hellauer, 2017) wird die Qualitätssicherung zu einem gemeinschaftlichen Prozess, um konstruktive Kritik zu gewährleisten. Die freie Zugänglichkeit der Volltexte bietet zudem den Vorteil, Plagiate und Fehler leichter zu entdecken. Manche Open-Access-Zeitschriften praktizieren, sofern dies in ihren Disziplinen üblich ist, gelegentlich auch eine Form der Begutachtung durch die Herausgeber*innen. Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Finanzierung Der Hauptunterschied zu Closed-Access-Zeitschriften liegt in der freien Zugäng­lichkeit und Nachnutzbarkeit sowie in der Finanzierung . Bei traditionellen Closed-Access-Zeitschriften (Subskriptionszeitschriften) zahlen die Leser*innen bzw. ihre Institutionen und deren wissenschaftliche Bibliotheken hohe Gebühren für den Zugang zu den Artikeln. Open-Access-Publikationen können entgeltfrei genutzt werden, die Finanzierung muss also an anderer Stelle erfolgen. Hier ist das Author-Pays-Modell sehr verbreitet, bei dem die Autor*innen für die Veröffentlichung ihrer Beiträge Publikationsgebühren ( Article Processing Charges, kurz APCs ) zahlen. Das Diamond-Open-Access-Model macht einen erheblichen Teil der Open‑Access‑Zeitschriften sowohl für Leser*innen als auch für Autor*innen kostenfrei. Diamond‑Open-Access-Zeitschriften werden typischerweise von Fachgesellschaften, wissenschaftlichen Einrichtungen oder Bibliothekskonsortien getragen. Außerdem bieten inzwischen viele Closed-Access-Zeitschriften den Autor*innen an, einzelne Beiträge gegen eine hohe Gebühr frei zugänglich zu machen (sogenannte hybride Zeitschriften ). Auf diese Weise werden durch den Verlag Einnahmen zusätzlich zu den Abonnementeinnahmen generiert, ohne dass sich an anderer Stelle die Kosten für Autor*innen oder Abonnent*innen verringern würden. Auf Grund dieses sogenannten Double Dipping der Verlage ist hybrides Open Access recht umstritten. Über Transformationsverträge , wie z. B. die DEAL -Verträge, werden diese hybriden Gebühren zunehmend von Bibliothekskonsortien in einer vertraglich festgelegten Höhe übernommen, mit dem Ziel, die hybriden Zeitschriften dauerhaft in Open-Access-Zeitschriften umzuwandeln. Kritiker*innen bemängeln jedoch die Wirksamkeit dieser Verträge: in mehreren Analysen bleibt die Transition von Subskriptions‑ zu reinen OA‑Zeitschriften oft aus und wird nicht ausreichend gefördert (Mittermaier, 2025) . Die Verträge könnten Markt‑ und Abhängigkeitsstrukturen zugunsten großer Verlage konsolidieren und ihre Kostenkalkulationen sind teilweise intransparent oder fragwürdig (Ziegler & Dirnagl, 2024) . Befürchtet wird zudem, dass Transformationsverträge den Publikationsstrom zu wenigen großen Verlagen lenken und damit die Bibliodiversität gefährden (Kaden, 2023) . Von vielen Forschungsförderern und institutionellen Publikationsfonds wird die Finanzierung von Open-Access-Publikationsgebühren für Beiträge in hybriden Zeitschriften abgelehnt (siehe z. B. Plan S ). Um diese Ausschlusskriterien zu umgehen, haben einige große Verlage sogenannte "Mirror Journals" gegründet, d. h. Open-Access-Versionen von Subskriptionszeitschriften, deren Themenschwerpunkte, Herausgebergremien und Peer-Review-Verfahren weitgehend identisch sind mit denen der entsprechenden Subskriptionszeitschrift. Sowohl die cOAlition S als auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) betrachten solche Zeitschriften de facto als hybride Zeitschriften, deren Artikel nicht förderfähig sind ( Voigt, 2022 ). open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Quelle: altmetric.com Zweitveröffentlichung Auch Publikationen in Closed-Access-Zeitschriften können als Zweitveröffent­lichung über den grünen Weg des Open Access in Repositorien kostenlos zugänglich gemacht werden. Nach dem deutschen Zweitveröffentlichungs­recht dürfen Beiträge, die in einer konventionellen Zeitschrift publiziert wurden, unter bestimmten Bedingungen in einem Repositorium zweitveröffentlicht werden. Impact Der in den Journal Citation Reports veröffentlichte Journal Impact Factor zur Messung der Zitierhäufigkeit von Zeitschriftenartikeln umfasst auch Open-Access-Zeitschriften. Die missbräuchliche Nutzung des Impact Factors für die Beurteilung wissenschaftlicher Leistungen wird jedoch stark kritisiert (siehe DORA ). Als Alternative zu den traditionellen bibliometrischen Kennzahlen haben sich sogenannte Altmetrics herausgebildet. Diese zeigen die vielfältigen Reaktionen im Web auf eine wissenschaftliche Veröffentlichung auf. Inhalte finden Die in Open-Access-Zeitschriften erschienenen Inhalte sind an vielen Stellen nachgewiesen und in den gewohnten Datenbanken und Suchmaschinen recherchierbar. Auf Open-Access-Inhalte spezialisiert ist die Suchmaschine BASE . In Zeitschriften- und Artikeldatenbanken bieten Filteroptionen die Möglichkeit, die Suche auf Open-Access-Inhalte einzugrenzen, so z. B. in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (Option "frei zugänglich") oder in Web of Science. Zusätzlich sind Open-Access-Inhalte auch gut über die gängigen Suchmaschinen wie z. B. Google Scholar zu finden. Für offene Inhalte vor allem aus den Geistes- und Sozialwissenschaften ist GoTriple eine interessante Rechercheplattform. Ein empfehlenswertes Open-Source-Tool zum Finden von Open-Access-Versionen wissenschaftlicher Publikationen ist Unpaywall , das als Browser-Extension für Firefox und Chrome zur Verfügung steht ( Piwowar et al., 2018 ). Open-Access-Literatur finden Zahlreiche Suchmaschinen sind auf Open Access spezialisiert. Hier gibt es eine Übersicht, wie man freie Literatur finden kann. Fachspezifische Angebote Einen Einstieg in fachspezifische Angebote bieten auch die Fachseiten hier. Directory of Open Access Journals (DOAJ) Das DOAJ ist die zentrale Datenbank für Open-Access-Zeitschriften, die auch fachspezifisch durchsucht werden kann. Zeitschriften herausgeben Hier finden Sie eine Einführung. Präsentation "Open-Access-Zeitschriften gründen" In den Vortragsfolien "Open-Access-Zeitschriften gründen -- woran muss ich denken?" werden wertvolle Hinweise gegeben, die Herausgeb­er*innen vor dem Start einer Open-Access-Zeitschrift beachten sollten. Zeitschrift gründen Sie sehen in Ihrem Fachgebiet Bedarf für eine neue Zeitschrift und möchten diese als Open-Access-Zeitschrift veröffentlichen? Viele Open-Access-Zeitschriften werden von Wissenschaftler*innen gegründet und herausgegeben. Als ersten Schritt möchten wir Ihnen empfehlen, sich mit den Open-Access-Expert*innen in Ihrer Einrichtung zu beraten, denn es gibt inzwischen eine Vielzahl von Optionen sowohl in fachspezifischer, technischer als auch finanzieller Hinsicht. So bieten viele Einrichtungen z. B. über die Software Open Journal Systems (OJS) , ihren Wissenschaft­ler*innen die Möglichkeit, Gründung und Betrieb von unabhängigen Open-Access-Zeitschriften zu unterstützen. Ein Beispiel ist die Technische Informationsbibliothek (TIB), die mit TIB Open Publishing eine Publikationsplattform betreibt, auf der Open-Access-Zeitschriften vor allem aus dem technisch-naturwissenschaftlichen Bereich mit OJS gehostet werden können. Zudem gibt es eine Reihe von Open-Access-Verlagen, aber auch konventionelle Verlage, die immer mehr auf Open-Access-Publikationen umsteigen, unter deren Dach Sie ihre Zeitschrift gründen könnten. Wir empfehlen Ihnen einen Blick in unsere fachspezifischen Seiten , um zu sehen, welche Verlage in Ihrem Fach bereits mit Open-Access-Angeboten aktiv sind. Ergänzend kann das Open Access Journals Toolkit hilfreiche Orientierung für die Gründung und den Betrieb einer Open-Access-Zeitschrift bieten. Wer nicht nur eine neue Zeitschrift gründen, sondern eine bestehende Zeitschrift von Subskription auf Open Access umstellen möchte, findet hierzu weitere Informationen unter Zeitschriften transformieren . Literatur Kaden, Ben (2023): „OA Takeaways: Die Kritik am DEAL-Vertrag mit Elsevier in der FAZ vom 29.11.2023.“ https://doi.org/10.59350/dzrhw-yb070 Mittermaier, B. (2025). Transformationsverträge sind eine Sackgasse: In Erinnerung an Irene Barbers (1966–2025). O-bib , 12 (1), 1–22. https://doi.org/10.5282/o-bib/6117 Piwowar, H., Priem, J., Larivière, V., Alperin, J. P., Matthias, L., Norlander, B., Farley, A., West, J., & Haustein, S. (2018). The state of OA: A large-scale analysis of the prevalence and impact of Open Access articles. PeerJ, 6 , e4375. https://doi.org/10.7717/peerj.4375 Ross-Hellauer, T. (2017). What is open peer review? A systematic review [Version 2; peer review: 4 approved]. F1000Research, 6 , 588. https://doi.org/10.12688/f1000research.11369.2 Voigt, M. (2022, August 15). Spieglein, Spieglein an der Wand… Mirror Journals gezielt erkennen. FIS & EPub – Gemeinsamer Blog der DINI AG Forschungsinformationssystem und Elektronisches Publizieren . https://blog.dini.de/EPub_FIS/2022/08/15/spieglein-spieglein-an-der-wand-mirror-journals-gezielt-erkennen/ Ziegler, G. M., & Dirnagl, U. (2024, August 29). Pro & Contra: Warum die „Deal“-Verträge (k)ein Gewinn für die Wissenschaft sind. Forschung & Lehre. https://www.forschung-und-lehre.de/politik/warum-die-deal-vertraege-kein-gewinn-fuer-die-wissenschaft-sind-6595...