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  1. Geschichte des Open Access

    1991–2003: Anfänge der Open-Access-Bewegung 1991 Paul Ginsparg richtet den arXiv-Server für Physik-Preprints am Los Alamos National Laboratory (LAN-L) ein, um Preprints in der Physik frei zugänglich zu machen. 1995 In der sog. Zeitschriftenkrise führen in den 1990er Jahren steigende Anschaffungskosten für wissenschaftliche Literatur zu einer Belastung der Erwerbungsetats wissenschaftlicher Bibliotheken und damit vielfach zu einer Verschlechterung der Literaturversorgung. Neben den steigenden Zeitschriftenpreisen wird diese Krise auch dadurch verursacht, dass immer mehr Hochschulen und wissenschaftliche Gesellschaften ihre Publikationen an kommerzielle Verlage abgeben. Davon betroffen ist vor allem die Zeitschriftenliteratur, weshalb diese Entwicklung auch als Zeitschriftenkrise bezeichnet wird. Später setzt diese Krise auch bei Monografien ein. 1999 Biomed Central (BMC), der erste Open-Access-Verlag, wird durch Vitek Tracz gegründet. 2008 wird BMC an Springer verkauft. Die Open Archives Initiative (OAI), die sich für die Entwicklung von technischen Standards für die Interoperabilität von Metadaten einsetzt, wird gegründet. 2001 Die erste Verson des Open Archive Initiative Protocol for Metadata Harvesting (OAI-PMH) , einer Schnittstelle für das Harvesting von Daten aus Repositorien , wird veröffentlicht. Das CERN und die Universität Genf veranstalten den ersten OAI-Workshop . Hieraus hat sich eine wichtige Konferenz im Bereich Open Science entwickelt, die seitdem alle zwei Jahre in Genf ausgerichtet wird. 2002 Ausgehend von einer Tagung des Open Society Institutes (OSI) in Budapest schließen sich in der Budapest Open Access Initiative international und disziplinenübergreifend Wissenschaftler*innen zusammen. Diese fordert im Jahr 2002: "Frei zugänglich im Internet sollte all jene Literatur sein, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ohne Erwartung, hierfür bezahlt zu werden, veröffentlichen." Die Organisation Creative Commons wird in den USA von Lawrence Lessig und anderen gegründet und gibt mehrere Copyright-Lizenzen, bekannt als Creative-Commons-Lizenzen , kostenlos für die Öffentlichkeit frei. Die Open-Source-Software Open Journal Systems für Redaktionsmanagement und Herausgabe wissenschaftlicher Zeitschriften wird vom kanadischen Public Knowledge Project veröffentlicht. Mit SPARC Europe gründet sich eine Allianz von europäischen Wissenschafts- und Forschungsbibliotheken, Nationalbibliotheken, Bibliotheksverbänden und Forschungseinrichtungen, die die Open-Access-Bewegung weiter voranbringen will. Das amerikanische Vorbild SPARC (the Scholarly Publishing and Academic Resources Coalition) wurde bereits im Jahr 1998 gegründet. Sherpa Romeo (heute Open Policy Finder ), die Datenbank für Open-Access-Richtlinien von Zeitschriften und Verlagen, in der die Bedingungen der Verlage für die Archivierung von Artikeln mit entsprechenden Statistiken zusammengefasst sind, geht online. 2003 Das Bethesda Statement on Open Access Publishing wird während eines Treffens zum Open-Access-Publizieren im Howard Hughes Medical Institute in Chevy Chase, MD, von Vertreter*innen von Forschungsförderungsinstitutionen, Bibliotheken und Verlagen sowie von Wissenschaftler*innen verfasst. Mit Fokus auf die Biomedizin wird die Notwendigkeit betont, wissenschaftliche Forschungsergebnisse schnell, effizient und offen zu verbreiten. Das Statement hebt die Möglichkeit (und die Pflicht) hervor, wissenschaftliche Ergebnisse, Ideen und Entdeckungen entgeltfrei mit der Scientific Community und der Öffentlichkeit zu teilen. Die Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen (Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities) wird im Rahmen einer von der Max-Planck-Gesellschaft und dem Projekt European Cultural Heritage Online (ECHO) organisierten Tagung zur Entwicklung neuer web-basierter Forschungsumgebungen (erste „Berlin-Konferenz“) erarbeitet. Durch ihre Unterzeichnung verpflichten sich namhafte europäische und amerikanische Forschungsorganisationen und Universitäten die Weiterentwicklung des Open-Access-Gedankens zu unterstützen, indem sie z. B. Forscher*innen darin bestärken, ihre Ergebnisse Open Access zu veröffentlichen. Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) wird als zentrales Verzeichnis für Open-Access-Zeitschriften an der Universität Lund in Schweden ins Leben gerufen. Es wird gemeinschaftlich kuratiert und indexiert qualitativ hochwertige Open-Access-Zeitschriften mit Peer-Review -Verfahren. Die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) veröffentlicht das erste DINI-Zertifikat für Repositorien . Dort werden Web-Standards für Publikationsdienste definiert um sicherzustellen, dass Open-Access-Literatur in Repositorien auffindbar, archiviert und zugänglich ist. 2004–2009: Die Open-Access-Infrastruktur wächst 2004 Die Bielefeld Academic Search Engine (BASE) für wissenschaftliche Web-Dokumente wird von der Universität Bielefeld veröffentlicht. Der österreichische Wissenschaftsfonds (FWF) führt seine Open Access Policy ein, in der eine starke Empfehlung für das Open-Access-Publizieren ausgesprochen wird. 2006 Das Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) , das von der Universität Nottingham in Zusammenarbeit mit der Universität Lund entwickelt wurde, geht online. Das Verzeichnis listet akademische Open-Access-Repositorien auf und ist u. a. nach Regionen und Inhalt durchsuchbar. Sherpa Juliet ( heute Open Policy Finder ), eine Datenbank für Open-Access-Mandate von Förderorganisationen wird ins Leben gerufen. 2007 Die DFG-geförderte Informationsplattform open-access.net startet und bietet zentral und gebündelt Informationen rund um Open Access an. Zum ersten Mal finden in Konstanz die Open-Access-Tage statt. Die Konferenz wird seither jährlich als zentrale Konferenz zum Thema Open Access im deutschsprachigen Raum an wechselnden Orten ausgerichtet. Die EU-Kommission verfasst ein Grundsatzpapier zu Open Access . Sie unterstützt das Thema umfassend und gibt das Ziel aus, Open Access sowohl auf europäischer Ebene als auch auf der Ebene der Mitgliedstaaten voranzutreiben. Genauso nimmt der European Research Council (ERC) Stellung pro Open Access . 2008 Die Europäische Kommission führt den Open Access Pilot für geförderte Projekte ein und unterstützt diese bei der Finanzierung von Open-Access- Publikationsgebühren . Die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen gründet die Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ (heute: Schwerpunkt “Digitalität in der Wissenschaft” ) um ihre Aktivitäten im Bereich Open Access zu koordinieren. Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) verpflichtet die Empfänger*innen von Förderbeiträgen zur Publikation der Forschungsergebnisse in Open Access. Der österreichische Wissenschaftsfonds (FWF) verpflichtet alle von ihm geförderten Forschungsprojekte dazu, die Forschungsergebnisse aus diesen Projekten im Open Access zu publizieren. FWF geförderte Wissenschaftler*innen können seither im Rahmen des Programms "Referierte Publikationen" (inzwischen " Open-Access-Pauschale ") zusätzliche finanzielle Unterstützung bei der Finanzierung von Open-Access-Artikeln erhalten. 2009 OpenAIRE (Open Access Infrastructure for Research in Europe), das EU-Projekt zum Aufbau einer elektronischen Infrastruktur zur Archivierung von Forschungspublikationen aller 27 europäischen Mitgliedsstaaten, für den Umgang mit begutachteten Artikeln, Preprints und Konferenzpublikationen sowie für die Verwaltung von Forschungsdatensätzen startet. Es geht aus dem Vorgängerprojekt DRIVER hervor, das ein europaweites Netzwerk von digitalen Repositorien aufgebaut hat. Die Confederation of Open Access Repositories (COAR) startet, ein Zusammenschluss von internationalen Repositorien-Initiativen. Ihre Aufgabe ist es, die Sichtbarkeit und Verwertung von Forschungsergebnissen durch ein globales Netzwerk von Open-Access-Repositorien zu verbessern. Wie OpenAIRE geht auch COAR aus dem europäischen Projekt DRIVER hervor. Zum ersten Mal findet die Internationale Open Access Week statt, in der zahlreiche Institutionen weltweit Veranstaltungen zum Thema Open Access anbieten, um darauf aufmerksam zu machen, darüber zu informieren und einen Austausch zu bieten. Mit einer Unterschriftenaktion, dem sog. Heidelberger Appell , mobilisierte der Literaturwissenschaftler Roland Reuß Widerstand gegen die Digitalisierung urheberrechtlich geschützter Werke durch Google Books und gegen Open Access. Der österreichische Wissenschaftsfonds (FWF) startet mit dem Programm Selbstständige Publikationen eines der weltweit ersten Förderprogramme zur Finanzierung von Open-Access-Büchern. 2010–2015: Open-Access-Förderung im Aufschwung 2010 Im Rahmen des EU-geförderten Projekts OAPEN (Open Access in European Networks) startet die gleichnamige Plattform, um die Open-Access-Transition bei akademischen Büchern zu fördern. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) beginnt mit dem Programm "Open Access Publizieren" den Aufbau von Open-Access-Publikationsfonds an deutschen Hochschulen zu fördern und beeinflusst damit maßgeblich die Entwicklungen in diesem Bereich. Fournier/Weihberg schreiben hierzu: “Da in der Übergangsphase vom Subskriptions- auf ein Open-Access-Modell wesentliche Teile des Erwerbungsetats der Bibliotheken auch weiterhin für die Finanzierung von Lizenzen benötigt werden, kann die für die Transformation erforderliche Umschichtung (zumindest von Teilen) dieses Budgets nur in Gang kommen, wenn für eine begrenzte Zeit zusätzliche Mittel für die Finanzierung von Open-Access-Publikationskosten bereitgestellt werden.” ( Fournier & Weihberg, 2013, S. 23 7) 2012 Das Bekenntnis der Budapester Erklärung zum offenen Zugang zu wissenschaftlichen Informationen wird aktualisiert. Dabei werden auch Empfehlungen zur Umsetzung von Open Access formuliert, vor allem bezüglich Leitlinien, Lizenzierungen, Open-Access-Infrastrukturen und -Angeboten sowie deren Nachhaltigkeit. OAPEN startet das Directory of Open Access Books (DOAB) für begutachtete Open-Access-Bücher als Gegenstück zum DOAJ . Neben Metadaten bietet es Links zu den Volltexten der Publikationen auf den Websiten oder Repositorien der Verlage. Der Finch-Report mit Empfehlungen zur Umsetzung von Open Access für Forschungsförderungsinstitutionen aus Großbritannien wird formuliert. Der Bericht spricht sich stark für eine Förderung und Bevorzugung des Goldenen Wegs gegenüber dem Grünen Weg aus. Dafür stand er in der Kritik ( Abadal, 2014 ), weil steigende Publikationskosten sowie ein Zwang zur Nutzung einer speziellen Lizenz (CC-BY-Lizenz) befürchtet wurden. Das Open Access Network Austria (OANA) wird zur nationalen Vernetzung unter dem organisatorischen Dach des österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) und der Österreichischen Universitätenkonferenz (UNIKO) gegründet. Das Netzwerk wurde 2018 bei gleichbleibendem Akronym in Open Science Network Austria umbenannt und 2022 von der Plattform Open Science Austria abgelöst. 2013 Zenodo , das von der EU-geförderte und vom CERN betriebene universelle Repositorium, startet. 2014 Die Landesregierung Schleswig-Holstein befürwortet und fördert mit ihrer Strategie für Open Access den offenen Zugang zu den Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung und zu den Quellen des kulturellen Erbes. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg erstellt mit einem Grundsatzpapier zum Thema E-Science ein Fachkonzept zur Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Infrastruktur in Baden-Württemberg, das unter anderem das Handlungsfeld Open Access beinhaltet. Die Urheberrechtsklausel für Zweitveröffentlichung wird in das deutsche Urheberrechtsgesetz eingefügt ( § 38 Abs. 4 UrhG ). Sie räumt Autor*innen das unabdingbare Recht ein, ihre Zeitschriftenpublikationen in der akzeptierten Manuskriptversion nach Ablauf eines Jahres z. B. über ein Open-Access-Repositorium frei zugänglich zu machen. Dies gilt, wenn die Ergebnisse aus überwiegend öffentlich geförderten Forschungsaktivitäten stammen und das Werk in einem wenigstens zweimal jährlich erscheinenden Periodikum erschienen ist. Im Forschungsförderprogramm Horizont 2020 der Europäischen Union werden die geförderten Projekte verpflichtet, die aus ihnen entstandenen Publikationen im Open Access zur Verfügung zu stellen. Hinzu kommt die Verpflichtung auch die zugrunde liegenden Forschungsdaten offen zu publizieren, für die es allerdings ein Opt-Out gibt („as open as possible, as closed as necessary“; Landi et al., 2019 ). In Österreich wird eines der weltweit ersten nationalen Open-Access-Abkommen geschlossen. Die Kooperation E-Medien Österreich und der österreichische Wissenschaftsfonds (FWF) haben dies mit dem Verlag IOP Publishing ausgehandelt. Dieser Vereinbarung folgen weitere österreichische Open-Access-Transformationsabkommen . Mit dem Projekt e-infrastructures Austria soll der koordinierte Aufbau sowie die Weiterentwicklung von Repositorieninfrastrukturen in Österreich gefördert werden. Förderer ist das österreichische Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft. 2015 Mit dem Arbeitskreis Open Access (AKOA) wird eine offizielle Arbeitsgruppe der Schweizerischen Konferenz der Universitätsbibliotheken (KUB/BU, heute SLiNER ) gegründet. Der Berliner Senat veröffentlicht eine Open-Access-Strategie für das Land Berlin . Dieses Strategiepapier trägt dazu bei, den offenen Zugang zu digitalen Wissensressourcen zu etablieren. Die Fraunhofer-Gesellschaft verankert mit der Fraunhofer Open Access-Strategie 2020 uneingeschränkt das Prinzip des Open Access bei der Veröffentlichung von Forschungsergebnissen. Seit 2016: Open-Access-Transformation nimmt Fahrt auf 2016 Die Initiative Open Access 2020 (OA2020) , ein globaler Zusammenschluss von Wissenschafts- und Forschungsorganisationen, wird gegründet. Dieser setzt sich dafür ein, den Übergang vom Abonnementsystem für wissenschaftliche Publikationen zu neuen Open-Access-Modellen zu beschleunigen. OA2020 zielt darauf ab, dass Forschungsartikel ohne Embargofristen Open Access veröffentlicht werden und dass die mit ihrer Verbreitung verbundenen Kosten transparent, gerecht und wirtschaftlich tragbar sind. Das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) veröffentlicht eine umfassende Open-Access-Strategie . Die neuen Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass Open Access sich als Standardmodell des wissenschaftlichen Publizierens in Deutschland etabliert. Die Helmholtz-Gemeinschaft veröffentlicht eine Open-Access-Richtlinie , nach der Mitarbeiter*innen ihre Publikationen offen zugänglich und nachnutzbar machen sollen. Die Leibniz-Gemeinschaft erstellt eine Open-Access-Policy , in der sie Open Access als wichtigen Baustein zur Gestaltung einer transparenten Wissenschaftskultur verankert. Die Empfehlungen für die Umsetzung von Open Access in Österreich werden von der Arbeitsgruppe „Nationale Strategie” des Open Science Network Austria (OANA) veröffentlicht. Erklärtes Ziel sind 100% Open Access bei wissenschaftlichen Publikationen im Jahr 2025. 2017 Die Global Sustainability Coalition for Open Science Services (SCOSS) wird gegründet, ein Netzwerk von Organisationen, die Open Science unterstützen und sich dafür einsetzen, die Infrastruktur und Services im Bereich Open Science zukunftsgerichtet und langfristig zu sichern. Die Freie und Hansestadt Hamburg bündelt zusammen mit ihren staatlichen wissenschaftlichen Institutionen ihre Aktivitäten in den Bereichen Open Access und Open Science und entwickelt die hochschulübergreifende Strategie Hamburg Open Science (HOS) . Das Projekt Austrian Transition to Open Access (AT2OA) startet. Es wird vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung gefördert und hat zum Ziel, die Transformation von Closed zu Open Access bei wissenschaftlichen Publikationen mitzutragen und mit Maßnahmen zu unterstützen. In der Schweiz wird eine nationale Open-Access-Strategie verabschiedet. Sie sieht vor, dass 2024 alle wissenschaftlichen Publikationen aus öffentlich geförderter Forschung Open Access zugänglich sein sollen. 2018 In der cOAlition S schließt sich ein Konsortium aus Science Europe sowie elf nationalen Forschungsförderorganisationen zusammen. Unterstützt von der Europäischen Kommission veröffentlichen sie den Plan S . Dieser sieht vor, dass Empfänger*innen von Fördermitteln von Mitgliedsorganisationen der cOAlition S die daraus resultierenden Publikationen sofort (ohne Embargofristen) und unter offenen Lizenzen zur Verfügung stellen. Dies kann entweder auf Publikationsplattformen, in Open-Access-Zeitschriften oder durch sofortige Bereitstellung in offenen Repositorien geschehen, die die notwendigen Voraussetzungen erfüllen. Der Freistaat Thüringen entwirft eine landesweite Strategie für die Digitale Gesellschaft . Unter anderem soll dadurch Open Access an den Thüringer Hochschulen etabliert werden. 2019 Das Projekt DEAL schließt Publish-and-Read-Verträge mit großen Wissenschaftsverlagen ab, die erstmals eine Open-Access-Komponente enthalten. Initiiert wurde das Projekt bereits 2014 von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) im Auftrag der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen. Ziel von DEAL ist es, bundesweite Lizenzverträge für das gesamte Portfolio elektronischer Zeitschriften großer Wissenschaftsverlage abzuschließen. Anfang 2019 wird mit dem Wiley-Verlag und ein Jahr später, 2020, auch mit dem Verlag Springer Nature ein umfangreicher Konsortialvertrag unterzeichnet. Die Verträge sichern den teilnehmenden Einrichtungen den lesenden Zugriff auf rund 1.900 Zeitschriften der Verlage und ermöglichen es den Autor*innen dieser Einrichtungen, ohne zusätzliche Kosten dort eine Open-Access-Option wahrzunehmen. Das Land Brandenburg entwickelt eine Open-Access-Strategie . Vom Wirtschaftsministerium gefördert beschreibt die Strategie, wie Open Access erheblich ausgebaut werden kann. 2020 Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert Publikationskosten und gezielte Unterstützung für wissenschaftsfreundliche Publikationsinfrastrukturen . Covid-19 beschleunigt die weltweite Nutzung von Open-Access-Preprint-Servern. In der Erforschung des Coronavirus ermöglichen Preprints eine Beschleunigung der Wissenschaftskommunikation. Die Zahl der auf dem 2019 gestarteten Preprint-Server MedRxiv veröffentlichten Preprints steigt im Rahmen der COVID-19-Forschung sprunghaft an (vgl. Fraser et al., 2021 ). Seit 2021: Open Access zwischen DEAL und Diamond 2021 Bundesweit fällt zum 1. Februar 2021 der Startschuss für 20 Open-Access-Projekte , die im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Projekten zur Beschleunigung der Transformation zu Open Access des BMBF Open Access als Standard für wissenschaftliches Publizieren nachhaltig vorantreiben sollen. Auf politischer Ebene nehmen im November die Parteien SPD, Grüne und FDP die Stärkung von Open Access und Open Science in den Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung auf. In Brandenburg nimmt die Vernetzungs- und Kompetenzstelle zu Open Access in Brandenburg ihre Arbeit auf und unterstützt die Hochschulen des Landes auf dem Weg zu mehr Offenheit in der Wissenschaft. Immer mehr Open-Access-Initiativen werden von Großverlagen aufgekauft - die Tendenz geht zur Kommerzialisierung des Open-Access-Modells durch wissenschaftliche Verlagskonzerne. So übernimmt zum Beispiel der US-amerikanische Wissenschaftsverlag Wiley die Pledging-Plattform Knowledge Unlatched . Diese Entwicklung innerhalb des wissenschaftlichen Publikationswesens bleibt nicht ohne Kritik, vor allem seitens verschiedener scholar-led Initiativen (vgl. Steiner, 2023 ). Das scholar-led.network-Manifest formuliert die zentrale Kritik des dahinterstehenden Netzwerks an der “neuen Zeitschriftenkrise” im derzeitigen wissenschaftlichen Publikationssystem und benennt mögliche Handlungsfelder für faires Publizieren. Auch aus der Physik, die mit dem Einrichten des Preprint -Servers arXiv 1991 initiale Schritte in Richtung Open Access gemacht hat, sammeln sich kritische Stimmen zu den Entwicklungen von Open Access. So veröffentlicht die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) ein entsprechendes Positionspapier zur Zukunft des wissenschaftlichen Publikationswesens . Auf europäischer Ebene findet eine Stärkung der Rolle und der Rechte von Autor*innen statt: Die Mitglieder des International Science Council verpflichten sich dazu, auf eine Reform des Verlagssystems hinzuarbeiten und verabschieden acht Grundprinzipien , die sie dabei leiten sollen. Die cOAlition S entwickelt eine Rights Retention Strategy , mit der Forschenden die Möglichkeit eingeräumt werden soll, alle “author accepted manuscripts” bzw. “versions of record” mit einer CC BY-Lizenz zu versehen. Im selben Jahr wird die von der cOAlition S in Auftrag gegebene, großangelegte “OA Diamond Journals Study” ( Bosman et al., 2021 ) veröffentlicht, die einen Überblick über die aktuelle Landschaft von Diamond-Open-Access-Zeitschriften gibt. 2022 Begleitend zum DEAL-Projekt wird der Arbeitskreis Forum 13+ gegründet: ein unabhängiger Arbeitskreis aus Expert*innen deutscher Bibliothekskonsortien, der die Aushandlung von Transformationsverträgen zwischen wissenschaftlichen Institutionen und kleinen und mittleren Verlagen bzw. Fachgesellschaften koordiniert. In Deutschland behandeln Publikationen verschiedener Instanzen das Thema der Open-Access-Transformation: Das BMBF verfasst eine Richtlinie zur Förderung von Projekten zur Etablierung einer gelebten Open-Access-Kultur in der deutschen Forschungs- und Wissenschaftspraxis und definiert darin als Förderziel eine Kultur, in der „Open Access immanenter Bestandteil des wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses selbst sein und zugleich zur Förderung gesellschaftlicher Teilhabe beitragen“ soll. Auch der Wissenschaftsrat veröffentlicht umfassende „ Empfehlungen zur Transformation des wissenschaftlichen Publizierens zu Open Access “ und setzt darin Gold Open Access als Zielvorgabe der Transformation an. Um Publikationskosten zu monitoren und die Finanzierung des wissenschaftlichen Publizierens langfristig strategisch zu planen, sollen wissenschaftliche Einrichtungen sogenannte Informationsbudgets etablieren. Die DFG nimmt im Positionspapier „ Wissenschaftliches Publizieren als Grundlage und Gestaltungsfeld der Wissenschaftsbewertung. Herausforderungen und Handlungsfelder “ Stellung zur Aufgabe des Wissenschaftssystems angesichts aktueller Herausforderungen des Publikationswesens und formuliert Aufgaben für Wissenschaft und Geldgeber. U. a. fordert sie neue Formen der Qualitätsprüfung, alternative Systeme der Reputationszuschreibung und einen Ausbau des Spektrums akzeptierter Publikationsformate. Diamond Open Access wird international weiter gestärkt und Aktivitäten über Landesgrenzen hinweg koordiniert: Science Europe, cOAlition S und die französische Förderorganisation Agence nationale de la recherche (ANR) starten den “Action Plan for Diamond Open Access” ( Ancion et al., 2022 ). Damit setzen sie sich für eine gerechte, wissenschaftsgeleitete und nachhaltige Publikationsinfrastruktur ein. Damit folgt er den Empfehlungen der „OA Diamond Journals Study“ ( Bosman et al., 2021 ). Die DFG unterzeichnet den Action Plan. Österreich beschließt eine nationale Open Science Policy . 2023 Die Berliner Erklärung wird 20 Jahre. Das DEAL-Projekt handelt für die Jahre 2024-2028 weitere Konsortialverträge mit den Verlagen Springer Nature und Wiley aus. Die Publish-and-Read-Abkommen werden über die Umwidmung vormaliger Subskriptionsgebühren finanziert. Mit dem neu abgeschlossenen Abkommen mit Elsevier für September 2023-2028 besteht nun auch ein Transformationsvertrag mit einem dritten wissenschaftlichen Großverlag. Das BMBF und die Kultusministerkonferenz (KMK) veröffentlichen das Papier Open Access in Deutschland – Gemeinsame Leitlinien von Bund und Ländern . Darin unterstreichen sie die Vorgabe, dass Open Access als Standard für mit öffentlichen Geldern geförderte Forschung werden soll und sichern ihre langfristige Unterstützung in Hinblick auf rechtliche Absicherung und finanzielle Unterstützung zu. 2023 stellt auch das Startjahr für eine zweite Welle an BMBF-geförderten Open-Access-Projekten dar: 24 Projekte an Hochschulen, außeruniversitären Forschungsinstitutionen, Verlagen und klein- und mittelständischen Unternehmen nehmen deutschlandweit im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Projekten zur Etablierung einer gelebten Open-Access-Kultur in der deutschen Forschungs- und Wissenschaftspraxis ihre Arbeit auf. Gefördert wird eine Vielzahl an Vorhaben, „die wissenschaftsgetragene Finanzierungsmodelle etablieren, zur Erhöhung der Anerkennung von Open Access in der Wissenschaft beitragen und auf die vielfältigen Bedarfe einer Open Access-Kultur eingehen.“ Niedersachsen fördert einen landesweiten Open-Access-Publikationsfonds „NiedersachsenOPEN“ mit 3,5 Mio. €. Auf europäischer Ebene nimmt der Rat der Europäischen Union Schlussfolgerungen zum „High-quality, transparent, open, trustworthy and equitable scholarly publishing“ an. Die DFG begrüßt diese Ratsschlussfolgerung und unterstreicht die darin geforderten Standards für wissenschaftliche Publikationsorgane. Der weltweit erste „ Diamond Open Access Global Summit “ findet vom 23.-27. Oktober in Toluca, Mexiko statt. Ko-organisiert von einer Vielzahl internationaler Initiativen und Organisationen (u. a. Science Europe , Redalyc , UAMéx , AmeliCA , UNESCO , CLACSO , UÓR , ANR , cOAlition S und OPERAS ) versammelt der Summit zum ersten Mal DOA-Interessierte aller Kontinente. 2024 Die Schweiz aktualisiert ihre Nationale Open-Access-Strategie und setzt sich mit dem Jahr 2032 eine neue Zielvorgabe für eine vollständig vollzogene Transformation. Der Niederländische Wissenschaftsrat NWO unterstützt das Förderprogramm „Diamond Open Access Fonds“ mit 500.000 €. Finanziert wird hiermit das Flipping von Zeitschriften vom Subskriptionsmodell hin zu einem Open-Access-Modell ohne Publikationskosten für Autor*innen. Die Geschäftspraktiken von Großverlagen stehen seit Langem in der Kritik; gegen eine Reihe solcher Geschäftspraktiken wird in den USA eine Kartellklage erhoben durch die Klägerin Dr Lucina Uddin im Auftrag "aller natürlichen Personen mit Wohnsitz in den Vereinigten Staaten, die Peer-Review-Leistungen für die beklagten Verleger erbracht oder ihnen ein Manuskript zur Veröffentlichung vorgelegt haben". Den wissenschaftlichen Großverlagen Elsevier, Springer Nature, Taylor & Francis, Sage, Wiley und Wolters Kluwer wird darin vorgeworfen, unbezahlte Peer-Review-Arbeit zu erwarten, den Wettbewerb einzuschränken und die Verbreitung von wissenschaftlichen Ergebnissen zu begrenzen. Die Kläger*innen fordern Schadensersatz und ein Ende wettbewerbswidriger Absprachen. 2025 Die DFG fördert zunächst für drei Jahre eine nationale Servicestelle für Diamond Open Access: Das Projekt SeDOA hat das Ziel, durch bessere Koordination und Optimierung von dezentralen Dienstleistungen und Bereitstellung zentraler Informationsversorgung sowie Innovationen die Effizienz von Diamond Open Access zu steigern. Getragen wird das Vorhaben durch ein Konsortium aus 15 Einrichtungen. Als deutsches Diamond Capacity Centre ist die Servicestelle Teil eines europäischen Netzwerks. Zentraler europäischer Akteur in diesem Netzwerk und Dach für nationale und disziplinäre Diamond Capacity Centres ist der ebenfalls 2025 neu gegründete European Diamond Capacity Hub (EDCH). Die europäische Servicestelle soll wesentliche Dienstleistungen für die Anbieter von Publikationsdiensten bündeln und bereitstellen. Der EDCH koordiniert Initiativen zur Vernetzung, Qualitätssicherung und Sichtbarkeit von Diamond-Open-Access-Zeitschriften, Weiterbildungsangebote und technischer Infrastruktur. Literatur Abadal, E. (2014). Gold or Green: The debate on open access policies. Contributions to Science, 10 , 89–93. https://doi.org/10.2436/20.7010.01.192 Ancion, Z., Borrell-Damián, L., Mounier, P., Rooryck, J., & Saenen, B. (2022). Action Plan for Diamond Open Access . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.6282403 Bosman, J., Frantsvåg, J. E., Kramer, B., Langlais, P.-C., & Proudman, V. (2021). OA Diamond Journals Study. Part 1: Findings . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4558704 Fournier, J., & Weihberg, R. (2013). Das Förderprogramm» Open Access Publizieren «der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Zum Aufbau von Publikationsfonds an wissenschaftlichen Hochschulen in Deutschland. Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie , 60 (5), 236-243. http://dx.doi.org/10.3196/186429501360528 Fraser, N., Brierley, L., Dey, G., Polka, J. K., Pálfy, M., Nanni, F., et al. (2021). The evolving role of preprints in the dissemination of COVID-19 research and their impact on the science communication landscape. PLoS Biology 19 (4): e3000959. https://doi.org/10.1371/journal.pbio.3000959 Landi, A., Thompson, M., Giannuzzi, V., Bonifazi, F., Labastida, I., Bonino da Silva Santos, L. O., & Roos, M. (2019). The „A“ of FAIR – as open as possible, as closed as necessary. Data Intelligence, 2 (1–2), 47–55. https://doi.org/10.1162/dint_a_00027 Steiner, T. (2023). Alte Traditionen: zur Rolle von scholar-led publishing und Open Access in den Geistes- und Sozialwissenschaften. LIBREAS. Library Ideas, 44 . https://doi.org/10.18452/28264 Weiterführende Literatur Baldwin, P. (2023). Athena unbound: Why and how scholarly knowledge should be free for all . MIT Press. https://doi.org/10.7551/mitpress/14887.001.0001 Bärwolff, T., Benz, M., Dreyer, M., Neufend, M., Kindling, M., Kirchner, A., & Schmidt, B. (2023). Open4DE Landscape Report. Open Research Office Berlin . https://doi.org/10.21428/986c5d43.bab38f02 Deppe, A., & Beucke, D. (2017). Ursprünge und Entwicklung von Open Access. In K. Söllner & B. Mittermaier (Hrsg.), Praxishandbuch Open Access (pp. 12–20). De Gruyter Saur. http://doi.org/10.5281/zenodo.802639 Hirschmann, B., & Verdicchio, D. (2017). Open Access in der Schweiz. In: K. Söllner & B. Mittermaier (Hrsg.) , Praxishandbuch Open Access (pp. 215-222). De Gruyter Saur. http://doi.org/10.1515/9783110494068-025 Hobert, A., Jahn, N., Mayr, P., Schmidt, B., & Taubert, N. (2020). Open Access Uptake in Germany 2010-18: Adoption in a diverse research landscape . Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.3892951 Suber, Peter (o. J.). History of open access . MediaWiki. https://cyber.harvard.edu/~psuber/wiki/History_of_open_access Timeline of the open-access movement (o. J.). Wikipedia. https://en.wikipedia.org/wiki/Timeline_of_the_open-access_movement...

  2. Implementierung von Open Access

    Intro Open Access in 60 Sekunden Quelle: Brinken, H., Hauss, J. & Rücknagel, J. (2021). Open Access in 60 Sekunden, open-access.network. https://doi.org/10.5446/50831 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Die Einführung von Open Access sollte strategisch gemeinsam von Leitungsebene und Bibliothek umgesetzt werden. 2 Die Einrichtung, die Open Access implementiert, sollte sich mit einer Open Access Policy klar zu Open Access bekennen. 2 Infrastruktur-Angebote an Wissenschaftler*innen zur praktischen Umsetzung von Open Access sind essenziell. Open Access implementieren Open Access verbessert den Zugang zu wissenschaftlichen Informationen und erhöht die Sichtbarkeit einer Wissenschaftsinstitution. Die Prinzipien des Open Access werden von Forschenden durchaus akzeptiert und geschätzt ( Dallmeier-Tiessen et al., 2011; Ross-Hellauer et al., 2017 ), doch es bedarf konkreter Maßnahmen, um Open Access praktisch zu implementieren. Wie steht die Politik zu Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access Policies Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Praxistipp Im Praxistipp Open Access unterstützen - Praxistipps für Hochschulen finden Sie Tipps, wie Open Access von Hochschulseite unterstützt werden kann. Rolle der Hochschulleitung Für eine erfolgreiche Einführung und Umsetzung von Open Access ist eine strategische Befürwortung durch die Leitung einer Institution eine wichtige Voraussetzung. Eine klare Positionierung, z. B. in Form einer Policy , vermittelt mit gewissem Nachdruck, dass die offene Bereitstellung von Forschungsergeb­nissen an der Einrichtung geschätzt und gefördert wird. So können von zentraler Stelle aus ein nachhaltiger Umgang mit den zur Verfügung stehenden Mitteln sowie nötige Umschichtungen befördert werden. Bei der praktischen Umsetzung von Open Access ist eine Zusammenarbeit der Einrichtungsleitung mit Bibliothek und Rechenzentrum zentral, da dort i. d. R. die Maßnahmen umgesetzt und die Services angeboten werden. Rolle der Bibliotheken Bibliotheken sind wichtige Akteure im Bereich Open Access. Sie sind bewährte Mittler*innen der Literatur- und Informationsversorgung und kümmern sich um die Beschaffung und Bereitstellung sowohl gedruckter als auch elektronischer Medien. An vielen Einrichtungen übernehmen sie gemeinsam mit dem Rechen­zentrum einen großen Teil der praktischen Umsetzung von Open-Access-Ange­boten, z. B. als Betreibende von Hochschulschriftenservern und Repositorien , indem sie Unterstützung bei der Gründung von Open-Access-Zeitschriften leisten oder selbst Universitätsverlage gründen. Meist übernehmen sie auch die Verwaltung von Open-Access-Publikationsfonds . In der Regel sind Bibliotheken auch diejenigen, die innerhalb ihrer Institution ein Bewusstsein für Open Access schaffen und die Open-Access-Transforma­tion vorantreiben. Sie stehen im engen Kontakt mit den Fachbereichen und kennen deren Interesse und Bedarfe an Open-Access-Angeboten. Darüber hinaus sind sie gut mit der Bandbreite fachlicher Angebote und Erfordernisse im Bereich Open Access vertraut. Im Folgenden werden konkrete Maßnahmen zur Einführung und Umsetzung von Open Access aufgezeigt. Sinnvoll ist dabei eine intensive Zusammenarbeit von Bibliothek, Forschenden, Rechenzentrum und Einrichtungsleitung. Open Access zu implementieren umfasst nicht nur die Bereitstellung einer technischen Infrastruktur, sondern auch umfassende, zielgruppenspezifische Marketingaktivitäten zu Open Access. Praxistipp Im Praxistipp Open Access unterstützen - Praxistipps für Hochschulbibliotheken finden Sie Tipps, wie Open Access vonseiten der Bibliotheken unterstützt werden kann. Diese Maßnahmen haben sich zur Implementierung von Open Access bewährt: Unterzeichnung der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen Die Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen kann von wissenschaftlich arbeitenden oder wissenschafts­fördernden Institutionen , sowie Kultureinrichtungen (z. B. Bibliotheken oder Museen) unterschrieben werden. Bei Interesse daran sollten Einrichtungsleitungen mit dem Präsidium der Max-Planck-Gesellschaft in Kontakt treten. Mit der Unterzeichnung bekennt sich eine Institution dazu, die wissenschaftliche Diskussion durch die konsequente Nutzung elektronischer Kommunikationsmöglichkeiten zu fördern und wissenschaftliche Erkenntnisse einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Verabschiedung einer Open Access Policy Die nachhaltigste Möglichkeit, den Open-Access-Gedanken in einer In­stitution zu implementieren, liegt in der institutionellen Selbstverpflich­tung, z. B. in Form einer offiziellen Policy bzw. Leitlinie zu Open Access oder Open Science. Neben einem Bekenntnis der Institution zu Open Access/Open Science enthält sie in der Regel die Aufforderung an die Einrichtungsmitglieder, Publikationen Open Access zur Verfügung zu stellen. Dies kann entweder unmittelbar durch eine Veröffentlichung auf dem goldenen Weg geschehen oder - im Rahmen der rechtlichen Mög­lichkeiten - durch die parallele Zweitveröffentlichung der Publikationen in institutionellen Repositorien. Einen beispielhaften Aufbau und zentrale Inhalte eines Policy-Dokumentes haben wir hier auf der Seite Open Access Policies zusammengefasst. ROARMAP listet Open-Access-Mandate und -Richtlinien von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Forschungsförderern der ganzen Welt auf. Institutionen können auch eigene Anreizsysteme für Open Access schaffen. So kann beispielsweise im Rahmen der leistungsorientierten Mittelvergabe auch Open Access als Bewertungskriterium berücksichtigt werden. Ernennung von Open-Access-Beauftragten Neben der Erarbeitung einer eigenen Open-Access-Leitlinie empfiehlt sich die Ernennung einer oder eines Open-Access-Beauftragten als zentrale Ansprechperson zu Open-Access-Themen, die als Schnittstelle zwischen der Bibliothek und den Interessen der Wissenschaftler*innen fungiert. Sie übernehmen eine beratende Rolle und sind umfassend – d.h. über Fächergrenzen hinaus – über die Entwicklung des wissenschaft­lichen Publikationsverhaltens informiert. Der Nationale Open-Access-Kontaktpunkt OA2020-DE hat eine Übersicht der Open-Access-Beauf­tragten an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen erstellt. Informationsmaterialien sowie Fortbildungen für Open-Access-Beauftragte bieten die Train-the-Trainer-Workshops des Projekts open-access.network. Durchführen von Informationsveranstaltungen Das Bekenntnis einer Institution zu Open Access alleine reicht nicht aus. Es ist auch wichtig, allen Mitgliedern deutlich zu machen, was dieses Be­kenntnis konkret für sie bedeutet. Das Thema Open Access sollte daher auch auf Ebene der Fachbereiche, der Institute und der Arbeitsgruppen erläutert werden. Wichtig beim Marketing für Open Access ist also eine breite und auf allen Ebenen stattfindende Informationsvermittlung. Jährlich in der dritten Oktoberwoche findet die internationale Open Access Week statt. Dabei wird das Thema Open Access weltweit an vielen verschiedenen Orten lokal aufgegriffen, um für den freien Zugang zu Wissen und Information aus öffentlich geförderter Forschung zu werben und vor Ort zu informieren. Diese Woche bietet einen guten Anlass, an der eigenen Einrichtung über Open Access zu informieren. Eine Reihe von Informationsmaterialien, die nachgenutzt werden können, findet sich auf der Seite Materialien sowie in der Zenodo-Community des Projekts open-access.network . Informationsvideos rund um Open Access gibt es im TIB AV Portal in der Serie des open-access.network . Aufbau und Vernetzung eines Repositoriums Neben strategischen und kommunikativen Maßnahmen bei der Umsetz­ung von Open Access sind auch konkrete Infrastrukturdienste notwendig, um Open-Access-Dokumente geeignet einstellen und präsentieren zu können. Hochschulschriften- und Dokumentenserver, in der Regel betrieben durch die jeweilige Bibliothek, sind mittlerweile an den meisten Einrich­tungen Standard. Mit dem Betrieb von institutionellen Repositorien werden Hochschulangehörigen professionell umfassende Publikations­services geboten. Diese reichen von der Veröffentlichung von Disserta­tionen und Schriftenreihen, über die Zweitveröffentlichung von Artikeln und Monografien bis hin zur Archivierung von Videoaufzeichungen, Postern und Präsentationsfolien. Detaillierte Informationen zum Aufsetzen und Betreiben von Repositorien finden sich auf der Seite Repositorien betreiben . In der Fokusgruppe Zweitveröffentlichung haben Anbietende von Zweitveröffentlichungsservices (ZVS) die Möglichkeit, sich zu praktischen und rechtlichen Fragen auszutauschen. Beispiele für institutionelle Publikationsdienste sind KOPS , das institutio­nelle Repositorium der Universität Konstanz, GRO.publications / GRO.­data für Text- und Datenpublikationen der Forschungseinrichtung­en in Göttingen oder das TIB AV-Portal der Technischen Informationsbiblio­thek (TIB) für wissenschaftliche Videos. Unterstützung bei der Gründung eigener Verlage und Zeitschriften Universitätsverlage widmen sich vorrangig Publikationen der eigenen Einrichtung. Beim Vertrieb traditioneller Bücher streben sie hohe Qualität zu fairen Preisen an. Neben gedruckten Veröffentlichungen publizieren Universitätsverlage auch Online-Ausgaben und unterstützen damit das Prinzip des Open Access. Der Betrieb der Verlage ist meist an Universi­tätsbibliotheken angesiedelt, die so nicht nur wissenschaftliche Inhalte beschaffen, sondern auch selbst Publikationsmöglichkeiten anbieten. Die Mehrheit der deutschsprachigen Universitätsverlage hat sich in der Arbeitsgemeinschaft der Universitätsverlage zusammengeschlossen, die u. a. hilfreiche Informationsmaterialien und Handreichungen zu verschiedenen Aspekten des Open-Access-Publizierens erarbeitet hat. Darüber hinaus können Institutionen ihren Forschenden auch bei der Gründung eigener Open-Access-Zeitschriften unterstützen. Viele Biblio­theken bieten dazu Beratungsangebote an oder leisten Unterstützung bei Fragen der konkreten Umsetzung. Detaillierte Informationen zum Gründen und Betreiben von Zeitschriften finden sich auf der Seite Zeitschriften herausgeben . Die Fokusgruppe scholar-led.network bietet einen Ort für in Eigenregie verlegte Zeitschriften und Herausgeber*innen-Kollektive gebührenfreier, von Großverlagen unabhängiger Publikationsprojekte. Aufbau eines Open-Access-Publikationsfonds Der Umgang mit Open-Access-Publikationsgebühren ist zentral für die strategische und organisatorische Weiterentwicklung der wissenschaft­lichen Informationsversorgung. Ein ausgewiesener Etat für Publikations­gebühren sowie grundlegende Entscheidungen über den Umgang mit Open-Access-Publikationsgebühren sind sinnvoll und können ein wirk­sames Instrument sein, um die ökonomischen Beziehungen zwischen wissenschaftlicher Einrichtung und Verlagen neu zu organisieren. Viele Einrichtungen bieten hierfür institutionelle Open-Access-Publika­tionsfonds an, häufig über die Bibliothek der Einrichtung verwaltet. Mit diesem Fonds übernimmt die Einrichtung Kosten, die bei der Publikation von Open-Access-Artikeln oder - Büchern ihrer Forschenden anfallen. Bibliotheken bieten sich hier als Verwaltungsinstanz an, da sie langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Verlagen besitzen und so über die entsprechenden Kontakte verfügen. Mit den spezifischen Herausforde­rungen rund um Aufbau und Betrieb von Open-Access-Monografien­fonds setzt sich die gleichnamige Fokusgruppe auseinander. Verankerung von Open Access in der gesamten Institution Um Open Access nachhaltig und umfassend zu implementieren, ist es wichtig, das Bewusstsein für Open Access über die Ebene der Leitung und der Bibliothek hinaus zu schärfen. Auch Wissenschaftler*innen, Promovierende, Studierende und das wissenschaftsunterstützende Per­sonal sollten daher in Öffentlichkeitsarbeit und Marketingmaßnahmen eingeschlossen werden. Dies gilt in hohem Maße auch für die Bereiche der Verwaltung, die mit den Anforderungen von Forschungsförder­institutionen und mit der Messung des wissenschaftlichen Outputs zu tun haben. Zudem kann der Open-Access-Gedanke nachhaltig verbreitet werden, wenn er schon früh dem wissenschaftlichen Nachwuchs nahe­gelegt wird, etwa in Studienseminaren oder Graduiertenprogrammen. Literatur Dallmeier-Tiessen, S., Darby, R., Goerner, B., Hyppoelae, J., Igo-Kemenes, P., Kahn, D., Lambert, S., Lengenfelder, A., Leonard, C., Mele, S., Nowicka, M., Polydoratou, P., Ross, D., Ruiz-Perez, S., Schimmer, R., Swaisland, M., & van der Stelt, W. (2011). Highlights from the SOAP project survey. What Scientists Think about Open Access Publishing . ArXiv. https://arxiv.org/abs/1101.5260 Ross-Hellauer, T., Deppe, A., & Schmidt, B. (2017). Survey on open peer review: Attitudes and experience amongst editors, authors and reviewers. PLOS ONE, 12 (12). https://doi.org/10.1371/journal.pone.0189311 Weiterführende Literatur Canadian Association of Research Libraries. (2020). CARL Institutional Open Access Policy Template and Toolkit . Version 1.0. https://www.carl-abrc.ca/oa-policy-template-and-toolkit/ Europäische Kommission. (2012). Online survey on scientific information in the digital age . http://dx.doi.org/10.2777/36123 Fournier, J., Klages, T., & Pampel, H. (2012). Open-Access-Strategien für wissenschaftliche Einrichtungen: Bausteine und Beispiele . Arbeitsgruppe Open Access der Schwerpunktinitiative Digitale Information der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen. https://doi.org/10.2312/allianzoa.005 Harvard Open Access Project (HOAP). (2021). Good practices for university open-access policies . Cyber.Harvard.edu. https://cyber.harvard.edu/hoap/Good_practices_for_university_open-access_policies Jacobs, N. (2019). Implementing open access. Practical steps your institution can take to make progress on the open access journey . Jisc. https://www.jisc.ac.uk/guides/implementing-open-access Jisc. (2019, October 21). Managing your open access costs . Jisc. https://www.jisc.ac.uk/guides/managing-your-open-access-costs Pieper, D. (2020). Kostenmonitoring von Open-Access-Publikationen: Chancen und Herausforderung für Bibliotheken . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4118210 Rösch, H., Geschuhn, K., Barbers, I., Bove, K., Pohlmann, T., & Satzinger, L. (2022). Open Access ermöglichen: Open Access-Transformation und Erwerbung in wissenschaftlichen Bibliotheken – ein praktischer Leitfaden . https://doi.org/10.5281/zenodo.6090208 Wissenschaftsrat (2022). Empfehlungen zur Transformation des Wissenschaftlichen Publizierens zu Open Access; Köln. https://doi.org/10.57674/fyrc-vb61 ....

  3. Materialwissenschaften

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Wahrnehmung von Open Access Erhebung zu Anforderungen und Hindernissen in ausgewählten Technik- und Naturwissenschaften: Maschinenbau und Chemie. Open Access in den Materialwissenschaften Die Materialwissenschaften beschäftigen sich mit der Erforschung, Entwicklung und Anwendung von Materialien. Als interdisziplinäres Forschungsfeld bewegt sich diese Fachdisziplin an der Schnittstelle zwischen naturwissenschaftlichen Grundlagen (vorrangig Chemie, Physik) und ingenieurwissenschaftlichen Methoden, mit dem Ziel, neue Werkstoffe zu finden oder bestehende zu verbessern und für spezifische Einsatzgebiete zu optimieren. Entsprechend vielfältig gestaltet sich auch die Open Access -Landschaft in diesem Bereich, die sowohl die Fortschritte als auch die spezifischen Herausforderungen der jeweiligen Bezugsdisziplinen widerspiegelt. Die Materialwissenschaften profitieren von den unterschiedlichen Open-Access-Traditionen ihrer Grundlagendisziplinen. Während aus der Physik stammende Bereiche wie die Festkörperphysik bereits seit langem etablierte Open-Access-Strukturen nutzen – insbesondere das Repositorium arXiv für Preprints – sind chemisch und ingenieurwissenschaftlich geprägte Teilgebiete der Materialforschung noch zurückhaltend bei der Übernahme offener Publikationsmodelle. Ein zentrales Charakteristikum der Materialwissenschaften ist die enge Verbindung zur industriellen Anwendung. Ähnlich wie in den Ingenieurwissenschaften führt diese Industrienähe zu besonderen Vorbehalten gegenüber Open Access. Forschungsergebnisse, die unmittelbare kommerzielle Verwertungsmöglichkeiten bieten, werden oft zurückhaltend veröffentlicht, um Patentrechte und Lizenzmöglichkeiten nicht zu gefährden. Die DEAL-Verträge mit großen Verlagen wie Wiley, Springer Nature und Elsevier haben auch für die Materialwissenschaften positive Auswirkungen, da viele materialwissenschaftliche Zeitschriften in den Portfolios dieser Verlage enthalten sind. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) bietet eine breite, kuratierte Übersicht zu Open-Access-Zeitschriften. Es listet unter den Materialwissenschaften 138 Einträge (Stand November 2025). Die EZB (Elektronische Zeitschriftendatenbank) bietet mit einem Ampelsystem Informationen zum Zugang von materialwissenschaftlichen Zeitschriften im Fachbereich Werkstoffwissenschaften und Fertigungstechnik . Wichtige und renommierte Open-Access-Zeitschriften sind: Material Design & Processing Communications Materials Letters: X Science and Technology of Advanced Materials (STAM) und STAM: methods npj Materials Sustainability & npj Computational Materials & npj Quantum Materials & npj 2D Materials and Applications Weitere wichtige Open-Access-Zeitschriften: APL Materials Materials Research Letters InfoMat Oxford Open Materials Science Advanced Powder Materials Beispiel für eine Diamond Open Access - Zeitschrift aus dem Bereich der Materialwissenschaften: Communications in Development and Assembling of Textile Products Diese Liste stellt nur eine kleine Auswahl an materialwissenschaftlichen Zeitschriften mit Open-Access-Modellen dar, enthält aber Zeitschriften von einschlägigen Verlagen oder mit langer Open-Access-Tradition. Der Journal Recommender hilft dabei geeignete Open-Access-Zeitschriften für eine Publikationen zu finden. Dieses Tool basiert auf B!SON , einem Empfehlungsdienst für Open Access-Zeitschriften. Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Zusätzlich zu OA-Zeitschriften gibt es auch eine große Bandbreite an OA-Büchern. Unter dem Subject " Materials Science " listet das Directory of Open Access Books (DOAB) 341 Titel (Stand November 2025). Die Online library and publication platform OAPEN verzeichnet unter dem Subject " Materials Science " 101 Titel (Stand November 2025). Disziplinäre Repositorien Es existieren verschiedene Preprint - Server, die in den Materialwissenschaften genutzt werden können. Dabei decken diese etablierten Preprint-Server verschiedene, in den Materialwissenschaften vertretene, Fachdisziplinen ab: engrXiv – Preprint- und Postprint -Server für die Ingenieurswissenschaften, etabliert seit 2016 arXiv – etabliert seit 1991, sehr stark im Bereich Physik, Mathematik, Physikalischer Chemie und angrenzende Gebiete ChemRxiv – Preprint-Server für Chemie, seit 2017 online bioRxiv – Preprint-Server für die Biowissenschaften, seit 2013 in Betrieb Neben diesen Textrepositorien gibt es auch einige Datenrepositorien für die Veröffentlichung und Archivierung von Forschungsdaten ( siehe unten ). Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Open Science in den Materialwissenschaften Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) bündelt Initiativen zur systematischen Erfassung, Sicherung und Bereitstellung von Forschungsdaten in Deutschland. Für die Materialwissenschaften und Werkstofftechnik sind insbesondere drei Konsortien von Relevanz: NFDI-MatWerk - NFDI für Materialwissenschaft und Werkstofftechnik FAIRmat - FAIRe Dateninfrastruktur für die Physik der kondensierten Materie und die chemische Physik fester Stoff NFDI4Ing - NFDI für die Ingenieurwissenschaften Gemeinsam tragen sie dazu bei, Daten nachhaltig nutzbar zu machen und die materialwissenschaftliche Forschung zu vernetzen. Sie stehen im Austausch mit dem Fachinformationsdienst Materialwissenschaft und Werkstofftechnik, kurz FID Materials Science . Dieser stellt verschiedene Tools und Services für Forschende aus den Materialwissenschaften und der Werkstofftechnik bereit. Ziel ist eine rasche und effektive Informationsversorgung und Vernetzung der wissenschaftlichen Community: Der Material Hub kombiniert Material- und Werkstoffinformationen aus Forschung und Industrie und ermöglicht so eine intuitive und effiziente Recherche. Datenanbieter profitieren von der Möglichkeit ihre Forschungsergebnisse bzw. Materialien bekanntzumachen. Mit dem Materials Guide können materialwissenschaftliche Datenbanken gefunden und nach Werkstoffklassen und den Zugangsmöglichkeiten gefiltert werden. Ausgehend von öffentlich zugänglichen Informationen gibt die Materials Map einen Überblick über die Forschungsgemeinschaft der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik, ihre Akteure und deren Expertisen und Veröffentlichungen. Datenrepositorien Für die Materialwissenschaften gibt es verschiedene fachlich relevante Datenrepositorien: NOMAD (materialwissenschaftliche Daten verwalten und teilen) Das Repositorium ermöglicht es Forschenden, Simulationen elektronischer Strukturen durch die Veröffentlichung von Eingabe- und Ausgabedateien zu teilen. Seit Oktober 2021 finden die wichtigsten Software-Entwicklungen für das NOMAD Lab im NOMAD Data Center an der HU Berlin (NOMAD HUB) statt. Dieses Zentrum wurde eingerichtet, um FAIRmat , das NFDI-Konsortium für Festkörperphysik und chemische Physik von Feststoffen, zu beherbergen. Weitere Services: Encyclopedia, AI Toolkit und Archiv Kadi4Mat Diese virtuelle Forschungsumgebung mit Schwerpunkt in den Materialwissenschaften ermöglicht die kombinierte Nutzung einer Repositoriumskomponente (Verwalten und Austausch von Daten) mit einer ELN-Komponente (Electronic Lab Notebook; Daten analysieren, visualisieren und umzuwandeln) Materials Cloud ( EPFL , Schweiz) Hierbei handelt es sich um eine Plattform für rechnergestützte Materialwissenschaften, die eng verknüpft mit AiiDA (Automatisierung von Simulationen) ist und ein Datenarchiv, diverse Tools sowie Visualisierungen bietet. Materials Project (Lawrence Berkeley National Lab, USA) Weitere (internationale) Repositorien können unter re3data.org gefunden werden – aktuell sind 59 Einträge unter dem Subject Materials Science gelistet (Stand November 2025). Sonstiges Weiterhin gibt es über DBIS (Datenbankinformationssystem) die Möglichkeit Fachdatenbanken für Werkstoffwissenschaften und Fertigungstechnik zu finden. Hier werden sowohl frei zugängliche als auch lizenzpflichtige Datenbanken aufgeführt. Open Educational Resources (OER) sind frei zugängliche und kostenlos verwendbare Bildungsmaterialien jeglicher Art. Die Seite twillo listet unter dem Fach " Materialwissenschaft und Werkstofftechnik " 140 Ergebnisse (Stand November 2025). Auch die Webseite OERSI (Open Educational Resources Search Index) führt für das Fachgebiet " Materialwissenschaft und Werkstofftechnik " 140 Ergebnisse auf (Stand November 2025). Weiterführende Literatur Choudhary, K., Garrity, K. F., Reid, A. C. E., DeCost, B., Biacchi, A. J., Hight Walker, A. R., Trautt, Z., Hattrick-Simpers, J., Kusne, A. G., Centrone, A., Davydov, A., Jiang, J., Pachter, R., Cheon, G., Reed, E., Agrawal, A., Qian, X., Sharma, V., Zhuang, H., … Tavazza, F. (2020). The joint automated repository for various integrated simulations (JARVIS) for data-driven materials design. npj Computational Materials , 6 (1), 173. https://doi.org/10.1038/s41524-020-00440-1 Draxl, C., Scheffler, M. (2019). The NOMAD laboratory: from data sharing to artificial intelligence. Journal of Physics: Materials, 2(3). https://doi.org/10.1088/2515-7639/ab13bb Elsner, C., Rosenke, N., Weber, M., Hoppe, C., Drößler, S., & Hermann, S. (2019). Von Bottom up zu Top down: Umfrage: Forschende der Ingenieurwissenschaften erwarten klare Rahmenbedingungen von den Hochschulleitungen bei Open Access und Open Educational Resources. o-bib - das offene Bibliotheksjournal , 6(2), 80-91. https://doi.org/10.5282/o-bib/2019H2S80-91 Horton, M. K., Huck, P., Yang, R. X., Munro, J. M., Dwaraknath, S., Ganose, A. M., Kingsbury, R. S., Wen, M., Shen, J. X., Mathis, T. S., Kaplan, A. D., Berket, K., Riebesell, J., George, J., Rosen, A. S., Spotte-Smith, E. W. C., McDermott, M. J., Cohen, O. A., Dunn, A., … Persson, K. A. (2025). Accelerated data-driven materials science with the Materials Project. Nature Materials , 24 (10), 1522–1532. https://doi.org/10.1038/s41563-025-02272-0 Piwowar H, Priem J, Larivière V, Alperin JP, Matthias L, Norlander B, Farley A, West J, Haustein S. (2018). The state of OA: a large-scale analysis of the prevalence and impact of Open Access articles. PeerJ, 6 , e4375 https://doi.org/10.7717/peerj.4375 Talirz, L., Kumbhar, S., Passaro, E., Yakutovich, A. V., Granata, V., Gargiulo, F., Borelli, M., Uhrin, M., Huber, S. P., Zoupanos, S., Adorf, C. S., Andersen, C. W., Schütt, O., Pignedoli, C. A., Passerone, D., VandeVondele, J., Schulthess, T. C., Smit, B., Pizzi, G., & Marzari, N. (2020). Materials Cloud, a platform for open computational science. Scientific Data , 7 (1), 299. https://doi.org/10.1038/s41597-020-00637-5 Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: das Team vom Fachinformationsdienst Materialwissenschaft und Werkstofftechnik (FID Materials Science) (Stand: Mai 2026)....

  4. OA Publizieren

    Intro Der Weg einer Publikation Quelle: verändert nach Rücknagel, J. & Schmeja, S. (2021). Open Access Basics - How to publish and What to Consider? (S.4). Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4530414 ( CC BY 4.0 International ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Autor*innen können ihre Publikation als Erstveröffentlichung oder Zweitveröffentlichung frei verfügbar machen. 2 Bei der Auswahl des Publikationsortes sind Kriterien wie die thematische Ausrichtung, Qualität und Kosten zu beachten. 3 Im Zuge der Veröffentlichung sollten Autor*innen auf die Vergabe von Nutzungsrechten achten. Wissenschaftliches Publizieren Erst wenn Wissenschaftler*innen ihre Forschungsergebnisse publizieren, werden ihre Erkenntnisse sichtbar und können entsprechend gewürdigt und zitiert werden. Für lange Zeit war das Publizieren in Printmedien, z. B. als Zeitschriftenartikel, Buch oder Beitrag in Sammelbänden die gängigste Möglichkeit, wissenschaftliche Information dauerhaft festzuhalten und zu verbreiten. Durch die Möglichkeit elektronischer Veröffentlichungen und vor allem durch Open Access ist eine Vielzahl alternativer Publikationsmöglichkeiten entstan­den. Dies erhöht signifikant die Zitierhäufigkeit und damit auch die Sichtbarkeit von Forschungsergebnissen ( Swan, 2010; Li et al., 2018 ). Welche Aspekte bei der Open-Access-Publikation zu beachten sind, wird im Folgenden aufgezeigt. Wissenschaftler*innen können durch ihr eigenes Publikationsverhalten den Wandel zu einer offenen Wissenschaftskommunikation aktiv mitgestalten. Wie, steht in diesem Praxistipp "Open Access unterstützen" . Praxistipp Welche Publikationsvarianten von Open Access gibt es? Welche kommen für mich in Frage? Wo kann ich gemäß Open Access publizieren? Wie finde ich ein passendes Journal? Was erwarten Forschungsfördernde? Die Antworten gibt's hier in unserem Praxistipp: Wo und wie offen publizieren? Eine Einführung in Open Access Praxistipp Eine Zusammenstellung von Einzelaufgaben und Leistungen, die im wissenschaftlichen Open-Access-Publikationsprozess möglich sind, bietet der Leistungskatalog des Projekts AuROA (Autor:innen und Rechtssicherheit für Open Access), das sich von 2021 bis 2023 mit den heterogenen und komplexen Bedarfen, Perspektiven und Anforderungen an Open-Access-Publizieren in buchaffinen Disziplinen beschäftigt hat. Publikationswege Quelle: Hauss, J. (2026). Wege des Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.21821081 ( CC BY 4.0 International ) Am Anfang einer Publikation steht in der Regel die Entscheidung, wie die For­schungsergebnisse veröffentlicht werden sollen. Gründe für das Open-Access-Publizieren gibt es viele, diese sind auf der Seite Gründe und Vorbehalte zusammengefasst. Grundsätzlich lassen sich zwei verschiedene Open-Access-Strategien unterscheiden: der goldene und der grüne Weg . Der goldene Weg bezeichnet die Erstveröffentlichung wissenschaftlicher Werke als Artikel in Open-Access-Zeitschriften , als Open-Access-Monografie oder als Beitrag in einem Open Access erscheinenden Sammelwerk oder Konferenz­band. Diese Literatur ist unmittelbar mit Erscheinen frei zugänglich und nachnutzbar , ohne Embargofrist . Der grüne Weg meint das Bereitstellen von Forschungsergebnissen auf institutionellen oder disziplinären Repositorien . Dies kann auch parallel oder nachträglich zur Veröffentlichung in einer Zeitschrift oder einem Verlag als Zweitveröffentlichung geschehen. Auswahl des Publikationsortes Bei der Auswahl des Publikationsortes spielen mehrere Parameter eine Rolle, die für Closed-Access - und Open-Access-Veröffentlichungen größtenteils gleich sind. Darunter zählen die thematische Ausrichtung, die Art der Qualitätssiche­rung, das Ansehen im Fach sowie gegebenenfalls die Lizenz bedingungen, unter denen die Publikationen bereitgestellt werden, oder die Höhe etwaiger Publikationsgebühren . Im Kontext von Open Access spielen zunehmend die Vorgaben von Förderinstitutionen eine Rolle. Bei den Förderern finden sich nicht nur Regelungen, dass geförderte Wissenschaftler*innen Open Access publizieren sollen, sondern teilweise auch konkrete Anforderungen an die Publikationsorte ( Dreher, 2020; Rücknagel, 2021 ). Weitere Informationen zu den Förderauflagen sowie eine Liste an Förderinstitutionen stellen wir auf der Seite Finanzierung bereit. Die Vorteile einer Open-Access-Dissertation Quelle: Becklas, C., Hauss, J. (2024): Die Vorteile einer Open Access Dissertation. open-access.network, Technische Informationsbibliothek (TIB) et al. https://doi.org/10.5446/68305#t=00:00,01:15 ( CC BY 3.0 DE ) Quelle: Brinken, H. & Rücknagel, J. (2021). Open Access – Das sind Ihre Möglichkeiten für die Publikation von Artikeln. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.5045255 ( CC BY-SA 4.0 ). Praxistipp Die folgenden Tools können hilfreich sein, passende Open-Access-Publikationsorte für das eigene Manuskript zu finden: oa.finder (Recherchetool für wissenschaftliche Publikationsorgane; entwickelt von open-access.network ) B!SON (Empfehlungstool für Open-Access-Zeitschriften, entwickelt von TIB und SLUB Dresden ) Erstveröffentlichung (goldener Weg) Geeignete Zeitschriften/Verlage finden Ist eine originäre Open-Access-Publikation über den goldenen Weg z. B. als Zeitschriftenartikel, Monografie oder Beitrag in einem Sammelband geplant, empfiehlt es sich, zunächst nach geeigneten thematischen Zeitschriften bzw. Verlagen mit Open-Access-Angeboten zu suchen. Auf unserer Seite Informationen für verschiedene Fächer haben wir für verschiedene Disziplinen Informationen bereitgestellt, die hilfreiche Anhaltspunkte als Einstieg bieten können. Open-Access-Zeitschriften können über das Directory of Open Access Journals (DOAJ) oder die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) recherchiert werden. Für Open-Access-Bücher bietet das Directory of Open Access Books (DOAB) oder die Online library and publication platform (OAPEN) eine erste Anlaufstelle. Auch über Gespräche mit Kolleg*innen lassen sich geeignete Publikationsorte finden. Bietet ein Verlag den goldenen Weg nicht an, lohnt oft die konkrete Nachfrage beim Verlag, ob der Artikel in einem Repositorium veröffentlicht werden kann. Qualitätskriterien Open-Access-Publikationen durchlaufen ebenso Qualitätssicherungs­verfahren wie herkömmliche Veröffentlichungen. Auch die Begutach­tungsverfahren unterscheiden sich nicht, vom klassischen Peer Review und Editorial Review bis zum Open-Peer-Review -Verfahren ist hier alles zu finden. Eine Orientierung bei der Auswahl eines geeigneten Verlages für Open-Access-Bücher bieten die Qualitätsstandards für Open-Access-Monografien und -Sammelbände ( AG Universitätsverlage, 2018 ). Bei der Qualitätsbewertung zur Auswahl einer Zeitschrift kann auch die Checkliste zur Qualität von Open-Access-Zeitschriften helfen ( Brinken et al., 2021 ). Weitere Informationen dazu finden sich auf den Seiten Open-Access-Zeitschriften und Open Access bei Monographien . Die Wirksamkeit und Sichtbarkeit wissenschaftlicher Veröffentlichungen spielen für den Reputationsgewinn und damit für die Karrierechancen einzelner Wissenschaftler*innen eine wichtige Rolle. Studien zeigen, dass die Zitierhäufigkeit von Open-Access-Publikationen zumeist weitaus höher ist als bei Closed-Access-Veröffentlichungen. Übersichten dazu bieten der Open Access Citation Advantage Service oder die groß angelegte Analyse der Verbreitung und Wirkung von Open-Access-Artikeln von Piwowar und Kollegen ( Piwowar et al., 20 18 ). Journal Citation Reports veröffentlicht jährlich den Journal Impact Factor zur Messung der Zitierhäufigkeit von Artikeln in wissenschaftlichen Zeitschriften und umfassen darin auch Open-Access-Zeitschriften. Als Alternative zu den traditionellen bibliometrischen Kennzahlen haben sich sogenannte Altmetrics ​​​​​​​ herausgebildet, die verschiedene Web-Reaktionen auf eine wissenschaftliche Publikation einbeziehen. Finanzierung Anders als im Closed Access, bei dem Bibliotheken und Leser*innen für den Zugang zahlen, erfolgt die Finanzierung von Open-Access-Publikatio­nen an anderer Stelle. Hier ist das sogenannte Author-Pays-Modell sehr verbreitet, bei dem die Autor*innen für die Veröffentlichung ihrer Werke Publikationsgebühren ( Article Processing Charges, APCs oder Book Processing Charges, BPCs ) zahlen. Hierzu hilft meist ein Blick auf die Webseite der Zeitschriften oder Verlage. Auch im DOAJ sind Informa­tionen zur Höhe der Publikationsgebühren hinterlegt. Ein Großteil der dort gelisteten Open-Access-Zeitschriften ist allerdings sowohl für Leser*­innen als auch für Autor*innen kostenfrei ( Morrison, 2018 ). Diese Zeit­schriften werden z. B. von Fachgesellschaften, wissenschaftlichen Einrich­tungen, Bibliothekskonsortien oder Ehrenamtlichen unterhalten. Für Open-Access-Bücher stellen die von Universitäten oder deren Bibliothe­ken betriebenen wissenschaftsnahen Verlage sowie von Wissenschaft­ler*innen gegründete Verlagsinitiativen (wie z. B. der Zusammenschluss ScholarLed ) eine preiswerte und qualitativ hochwertige Alternative zu kommerziellen Verlagen dar. Genaue Informationen zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln und -Büchern finden sich auf der Seite Finanzierung . Viele Forschungseinrichtungen verfügen über einen Publikationsfonds , aus dem Open-Access-Publikationsgebühren gezahlt werden können. Die Verwaltung der Fonds ist meist an Bibliotheken angesiedelt. Zudem bieten manche Open-Access-Verlage die Möglichkeit einer institutionellen Mitgliedschaft an, die einem Rabatt-Modell ähnelt. Einrichtungen zahlen für die Mitgliedschaft eine jährliche Gebühr und ermöglichen so ihren Mitgliedern, kostenlos oder zu einer reduzierten Gebühr in der jeweiligen Zeitschrift zu veröffentlichen. Darüber hinaus werden über Transforma ­t ion sverträge, wie z. B. die DEAL-Verträge , Gebühren für einzelne hybride Open-Access-Artikel in Subskriptionzeitschriften zunehmend von Bibliothekskonsortien in einer vertraglich festgelegten Höhe übernom­men. Informationen hierzu bieten die Ansprechpartner*innen an der jeweiligen Einrichtung . Zunehmend rückt auch die konsortiale Förde­rung von echten Open-Access-Modellen in den Fokus, d.h. die Kosten werden von einem Konsortium übernommen und für Autor*innen fallen keine Publikationsgebühren an, unabhängig davon, ob ihre Einrichtung an der Finanzierung teilnimmt oder nicht. Einige Förderorganisationen übernehmen neben der Forschungsfinan­zierung auch die Publikationskosten von Artikeln in Fachzeitschriften und anderen Publikationen. Bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) können im Rahmen eines Förderantrags auch Publikationsmittel beantragt werden. In Österreich und der Schweiz haben FWF und SNF dezidierte Förderprogramme zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln und -Büchern etabliert. Auch die Volkswagen-Stiftung übernimmt Publikationskosten der von ihr geförderten Projekte und erwartet Open-Access-Veröffentlichungen. Internationale Förderorganisationen wie der Wellcome Trust und auch das EU-Rahmenprogramm Horizon 2020 erstatten Publikationskosten für Open-Access-Artikel im Rahmen ihrer Förderungen. Eine Liste der Finanzierungsquellen für Open-Access-Bücher bietet zudem das Open Access Books Toolkit . Praxistipp Einen Überblick über Anforderungen an Open-Access-Zeitschriften und konkrete Kriterien, nach denen sich Autor*innen bei der Wahl eines geeigneten Publikationsortes richten können, gibt es hier im Praxistipp Qualität von OA-Zeitschriften – wo publizieren und wo lieber nicht? Open Access und Forschungförderer Hier finden Sie eine Einführung. Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Finanzierung von Open-Access-Monographien Quelle: Brinken, H. (2020). Finanzierung von Open-Access-Monographien, open-access.network. https://doi.org/10.5446/49535 ( CC BY 3.0 DE ) Zweitveröffentlichung (grüner Weg) Nicht immer ist es möglich, die Erstveröffentlichung Open Access zu publizieren, z. B. wenn keine geeignete Open-Access-Zeitschrift zur Verfügung steht. Trotz­dem kann eine Publikation Open Access veröffentlicht werden – als Zweitveröff­entlichung auf einem Repositorium. Die Anforderungen der Förderorganisatio­nen oder der eigenen Einrichtung nach Open Access können so erfüllt werden und die Publikation auch auf diesem Wege weltweit für alle frei zugänglich gemacht werden. Geeignetes Repositorium finden Die (Selbst-)Archivierung bzw. Zweitveröffentlichung von Publikationen kann auf institutionellen oder disziplinären Repositorien erfolgen. Welche Repositorien sich in welchem Fach anbieten, ist für einzelne Disziplinen auf der Seite Informationen für verschiedene Fächer aufgeführt. Eine Übersicht bieten auch das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) sowie das Registry of Open Access Repositories (ROAR) . Für die Bereitstellung von Publikationen auf einem institutionellen oder disziplinären Repositorium fallen keine Kosten für Autor*innen oder Leser*innen an. Was bei der (Selbst-)Archivierung speziell zu beachten ist, ist nach Ländern in unserer Rechtssektion nachzulesen. Rechte bei der Zweitveröffentlichung Die meisten Verlage erlauben die parallele Bereitstellung von Werken in Repositorien. Eine Übersicht über die Open Access Policies vieler Zeit­schriftenverlage liefert Sherpa Romeo . Oft darf dabei die letzte Autoren­version nach dem Peer Review (akzeptierte Manuskriptversion) oder die vom Verlag publizierte Endfassung verwendet werden. Verlagsverträge sollten so gestaltet sein, dass sich die Autor*innen die Rechte zur frei zugänglichen Online-Archivierung von Werken sichern. Idealerweise räumen sie dem Verlag nur einfache Nutzungsrechte für die beabsichtig­ten Nutzungsarten ein, keine ausschließlichen Nutzungsrechte. Falls dies nicht möglich ist und keine alternative Veröffentlichungsoption verfügbar ist, können Autor*innen erwägen, dem Verlagsvertrag einen Zusatz bei­zufügen, um sich ihrerseits das einfache Nutzungsrecht für die Online­nutzung auf einem Repositorium vorzubehalten. Auf der Seite Verlags­verträge stehen hierfür verschiedene Lösungsansätze zur Verfügung. Laut § 38 des deutschen Urheberrechtsgesetzes dürfen Urheber*innen wissenschaftliche Beiträge, die im Rahmen einer mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln geförderten Forschung entstanden und in einer periodisch mindestens zweimal jährlich erscheinendem Sammlung ver­öffentlicht wurden, nach einer Frist von 12 Monaten zweitveröffentlichen. Eine Bereitstellung in einem Repositorium ist also in diesen Fällen laut Zweitveröffentlichungsrecht möglich, auch wenn dem Verlag ausschließ­liche Nutzungsrechte eingeräumt wurden ( Brehm, 2021 ). Einen Überblick zum Thema Zweitveröffentlichung bietet diese Handreichung vom Kom­munikations-, Informations-, Medienzentrum (KIM) der Universität Konstanz . Bei der originären Veröffentlichung in Open-Access-Zeitschriften oder -Verlagen gestaltet sich die Möglichkeit der Zweitveröffentlichung leichter. Diese erlauben in der der Regel eine weitere Bereitstellung der Dokumente auf einem Repositorium unter Nennung des Ortes der Erstveröffentlichung. Auf OpenDOAR kann man nach Repositorien suchen Hier direkt reinklicken! Rechtsfragen Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliche Rahmenbedingungen Wie genau funktionieren Creative-Commons-Lizenzen? Quelle: Brinken, H., Hauss, J. & Rücknagel, J. (2021). Wie genau funktionieren Creative-Commons-Lizenzen? open-access.network. https://doi.org/10.5446/52952 ( CC BY 3.0 DE ) Quelle: Mayr, C. (2019). CC-Lizenzen Schaubild ( CC BY-ND 4.0 ) Autor*innen, die ihre Arbeiten Open Access verfügbar machen wollen, sollten einige rechtliche Rahmenbedingungen beachten. Zentral ist, dass sie selbst über das Recht zur Online-Verwertung ihrer Dokumente verfügen. Dies ist allerdings in standardmäßigen Verlagsverträgen nicht zwingend gegeben. Eine Übersicht über die rechtliche Lage in Deutschland, Österreich und der Schweiz findet sich auf der Seite Rechtsfragen . Hier werden Informationen zum Urhe­berrecht, dem Bereitstellen von Dokumenten in Repositorien, Verlagsverträgen, Lizenzen, Haftungsrecht sowie dem Datenschutz gegeben. Open-Access-Lizenzen Ein wichtiger Aspekt von Open Access ist die Nachnutzung der Publikationen. Damit deutlich wird, welche Rechte Dritte bei der (Nach-)Nutzung der Forschungsergebnisse haben, werden Nutzungslizenzen vergeben. Dabei ist es den Autor*innen selbst überlassen, wie frei sie die Nutzung ihrer Werke zulassen wollen. Es wird empfohlen, ein freies, weltweites Zugangsrecht zu einer Publikation zu gestatten und deren Nachnutzung. Die Vergabe freier Lizenzen durch Autor*innen ist in Absprache mit dem jeweiligen Verlag zu tätigen oder richtet sich ggf. nach den Lizenzvorgaben der Repositorien. Im Bereich von Wissenschaft und Forschung sind die offenen Creative-Commons-Lizenzen (CC-Lizenzen) am weitesten verbreitet. Eine Übersicht über verschiedene Open-Content-Lizenzmodelle bietet die Seite Lizenzen . Die Einräumung bestimmter Nutzungsrechte anhand solcher Lizen­zen vereinfacht die Rechtsdurchsetzung bei Missbrauch und gibt den Nutzer*in­nen explizite Hinweise darauf, wie das Dokument weiter verwendet werden darf. Gleichzeitig behält der/die Autor*in die Möglichkeit, weitere, über die durch die Lizenz hinausgehende, Nutzungen in gesonderten Verträgen zu erlauben. Predatory Journals / Raubverlage Leider gibt es auch Zeitschriften, die das Erheben von Publikationsgebühren ausnutzen. Solche Predatory Journals , gegründet von sogenannten Raubver­lagen, versuchen teils massiv Wissenschaftler*innen anzuwerben, um in ihren Zeitschriften zu veröffentlichen, ohne die üblichen Standards guter wissen­schaftlicher Praxis einzuhalten. So gibt es keine Qualitätssicherung, beispiels­weise in Form von Peer Review, und keine ausreichende redaktionelle Bearbeitung. Damit schaden solche Predatory Journals der Wissenschaft, denn so werden auch qualitativ minderwertige Beiträge publiziert, die nicht auf ihre wissen­schaftlichen oder ethischen Standards hin untersucht wurden. Publikationen in solchen unseriösen Zeitschriften können der Reputation von Wissenschaftler*­innen erheblichen Schaden zufügen – von einer Einreichung bei diesen Zeitschriften ist daher dringend abzuraten. Quelle: Monash Health Library. Predatory Publishing A-Z Elements ( CC BY-NC 4.0 ) Online-Kurs Hier finden Sie unseren Online-Kurs Predatory Journals erkennen und vermeiden. Sicher publizieren in der Wissenschaft Praxistipp Predatory Journals erkennen Dabei ist es für Autor*innen nicht immer ganz einfach zu erkennen, ob es sich bei einer Zeitschrift um ein Predatory Journal handelt, denn die Anbieter*innen geben sich große Mühe, ihre Zeitschriften seriös erschei­nen zu lassen. Auf professionell aussehenden Webseiten werden zum Teil ganze Editorial Boards mit gefälschten Namen versehen oder be­kannte Forscher*innen teils ohne deren Wissen als Herausgeber*innen aufgeführt. Die Checkliste zur Qualität von Open-Access-Zeitschriften kann hier bei der Entscheidungsfindung helfen ( Brinken et al., 2021 ). Weitere Kriterien für die Beurteilung der Seriosität einer Zeitschrift liefert auch die Webseite Think. Check. Submit. Hilfreich kann auch ein Gespräch mit Kolleg*innen sein, ob diese schon einmal etwas von der Zeitschrift gehört haben. In jedem Fall sollte im Verdachtsfall auf die Zeitschrift aufmerksam gemacht werden. Mit offenen Augen und dem richtigen Bewusstsein können versehentliche Publikationen in Raubverlagen verhindert werden. Eine ausführliche Übersicht über das Thema Predatory Publishing und Raubverlage inkl. Beispielen, Checklisten usw. findet sich bei Maxl & Ferus (2023) . Weiterführende Informationen finden Sie in einer Übersicht von Helmholtz Open Science und einem Fact Sheet des Science Media Centers Germany . Darüber hinaus existiert ein Kriterienkatalog zur Erkennung von qualitativ hochwertigen Journals und von sogenannten Fake-Journals . Die Monash Health Library hat die nützlichen Predatory publishing A-Z elements veröffentlicht. Literatur AG Universitätsverlage. (2018, September 11). Qualitätsstandards für Open-Access-Monografien und -Sammelbände . https://ag-univerlage.de/?p=1974 Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen. https://doi.org/10.5446/51789 Brinken, H., Rücknagel, J., & Wenninger, A. (2021). Checkliste zur Qualität von Open-Access-Zeitschriften . Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4643853 Dreher, L. (2020, August 27). Open-Access-Vorgaben in EU-Projekten . OpenAccessTalk. http://doi.org/10.5281/zenodo.4048489 Li, Y., Wu, C., Yan, E., & Li, K. (2018). Will open access increase journal CiteScores? An empirical investigation over multiple disciplines. PLOS ONE , 13(8), e0201885. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0201885 Maxl, G., & Ferus, A. (2023, June 6). Predatory und andere fragwürdige Praktiken in der wissenschaftlichen Kommunikation . Open Access Talk. https://doi.org/10.5281/zenodo.8010590 Morrison, H. (2018, January 31). DOAJ APC information as of Jan 31, 2018. Sustaining the Knowledge Commons / Soutenir Les Savoirs Communs. Open Access Scholarship / Littérature Savante En Libre Accès . https://sustainingknowledgecommons.org/2018/02/06/doaj-apc-information-as-of-jan-31-2018/ Piwowar, H., Priem, J., Larivière, V., Alperin, J. P., Matthias, L., Norlander, B., Farley, A., West, J., & Haustein, S. (2018). The state of OA: a large-scale analysis of the prevalence and impact of Open Access articles. PeerJ , 6 , e4375. https://doi.org/10.7717/peerj.4375 Projekt AuROA (2023). Leistungskatalog für wissenschaftliche Open-Access-Publikationen . Essen. https://zenodo.org/record/7561443 Rücknagel, J. (2021, April 15). Fördererauflagen zu Open Access - was gilt es zu beachten? OpenAccessTalk. http://doi.org/10.5281/zenodo.4694320 Rücknagel, J., & Schmeja, S. (2021, January 28). Open Access Basics - How to publish and What to Consider? OpenAccessTalk. http://doi.org/10.5281/zenodo.4530414 Swan, A. (2010). The Open Access citation advantage: Studies and results to date . https://eprints.soton.ac.uk/268516/ Weiterführende Literatur Forschungszentrum Jülich, Zentralbibliothek (2022). Predatory Publishers. "Schwarze Schafe" im Wissenschaftsbetrieb. Checkliste. URL: https://www.fz-juelich.de/de/zb/open-science/predatory-publishers Reimer N., & Halbherr, V. (2021). Kriterienkatalog zur Erkennung von qualitativ hochwertigen Journals und von sogenannten Fake-Journals. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.5031928 Schmitz, J., & Schmeja, S. (2019). Bericht zum Workshop "Was tun, wenn es passiert ist? Umgang mit Publikationen, die bei einem Predatory Journal eingereicht wurden." https://doi.org/10.5281/zenodo.3553616 Solomon, D. J., & Björk, B.-C. (2012). A study of open access journals using article processing charges. Journal of the American Society for Information Science and Technology , 63 (8), 1485–1495. https://doi.org/10.1002/asi.22673...

  5. OA und Nachnutzung

    Intro Was bedeutet Open Access? "Open Access meint, dass diese Literatur kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, sodass Interessierte die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie ver­weisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können, ohne finanzielle, gesetzliche oder technische Barrieren jenseits von denen, die mit dem Internetzugang selbst verbunden sind. In allen Fragen des Wiederabdrucks und der Verteilung und in allen Fragen des Copyright überhaupt sollte die einzige Einschränkung darin bestehen, den jeweiligen Autorinnen und Autoren Kontrolle über ihre Arbeit zu belassen und deren Recht zu sichern, dass ihre Arbeit angemessen anerkannt und zitiert wird." Budapest Open Access Initiative, 2002 ; Hervorhebungen der Redaktion Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Open Access beinhaltet zwei Komponenten: kostenfreier Zugang und freie Nachnutzung. 2 Die Nachnutzung wissenschaftlicher Informationen macht den Forschungszyklus effizienter. 3 Die Rechte Dritter bei der Nutzung von Open-Access-Publikationen werden durch Nutzungslizenzen festgelegt. Libre oder nur gratis? Schon in der Definition der Budapest Open Access Initiative (BOAI) beinhaltet Open Access nicht nur die Komponente, dass wissenschaftliche Informationen frei zugänglich sind, sondern auch - genauso wichtig -, dass diese frei nachge­nutzt werden können. Open-Access-Publikationen können in Gratis Open Access und Libre Open Access kategorisiert werden. Der Unterschied liegt darin, wie die Publikationen von den Endnutzer*innen verwendet werden können: Gratis Open Access bedeutet, dass eine Publikation kostenlos angesehen und gedruckt werden kann ( Suber, 2008 ). Libre Open Access bezeichnet eine breitere Nutzung durch die Verwendung von offenen Lizenzen wie Creative-Commons-Lizenzen ( Suber, 2008 ). Nach der Definition der Budapest Open Access Initiative ist nur Libre Open Access eine vollwertige Version des Open Access, d.h. die Nachnutzbarkeit ist ein notwendiger Bestandteil. Quelle: Basierend auf Suber, P. (2008). Gratis and libre open access. https://dash.harvard.edu/handle/1/4322580 ( CC BY-SA 4.0 ). Vorteile von Nachnutzbarkeit Die weltweite digitale Vernetzung der Wissenschaft bietet das Potenzial eines besseren Zugangs zu und einer besseren Nachnutzbarkeit von wissenschaftli­chen Erkenntnissen. Dies ermöglicht neue Herangehensweisen an wissenschaft­liche Fragestellungen und fördert die wissenschaftliche Zusammenarbeit. Überdies können so Informationen schneller geteilt, Forschungszyklen verkürzt und damit der wissenschaftliche Fortschritt beschleunigt werden. Auch die Verknüpfung und Nachnutzung von publizierten Forschungsdaten spielt hier mit hinein ( Pampel, 2010 ). Praxistipp Zahlreiche Suchmaschinen sind auf Open-Access-Fachpublikationen spezialisiert und ermöglichen den weltweiten, kostenfreien Zugang auf Volltexte. Hier geht's zum Praxistipp Open-Access-Literatur finden. Beispiele für Nachnutzung Über das in der Physik und Mathematik viel genutzte Repositorium arXiv und andere Repositorien stellen Wissenschaftler*innen Forschungsergeb­nisse schon vor deren Peer Review und Publikation als Preprint öffentlich zur Verfügung. So kann es zu einer raschen Verbreitung und Weiterverwen­dung der Erkenntnisse kommen. Alma Swan (2010) führt die hohen Zitati­onszahlen bei Open-Access-Dokumenten unter anderem auf eine raschere und globale Verfügbarkeit zurück und bezeichnet dieses Phänomen als early advantage . Darüber hinaus arbeitet das Directory of Open Access Journals (DOAJ) nach dem Prinzip, dass die Rechte der Nutzer*innen und das Copyright durch Lizenzierung klar bestimmt sein müssen, damit Open Access effektiv funktioniert. Aus diesem Grund nimmt das DOAJ nur Zeitschriften auf, die Libre Open Access betreiben. Klarheit durch Lizenzen Um deutlich zu machen, wie Forschungsergebnisse nachgenutzt werden dürfen, werden Nutzungslizenzen vergeben. Dabei ist es den Autor*innen selbst überlassen, wie frei sie die Nutzung ihrer Werke zulassen. Das Zitatrecht erlaubt es zwar, Zitate aus fremden Werken oder Werkteile zustimmungsfrei in eigene Werke einzubinden, jedoch muss das eigene Werk vom zitierten Werk unabhängig sein. Zitiert werden darf nur das Original, es darf sich nicht um Bearbeitungen oder sonstige Umgestaltungen fremder Werke oder Werkteile handeln (Dreier, in Dreier & Schulze, 2018, § 51 UrhG, Rn. 7. ). Um deutlich zu kennzeichnen, dass die Open-Access-Publikation nicht nur gelesen und zitiert, sondern auch nachgenutzt und verändert werden darf, ist eine Lizenzvergabe von Autor*innenseite unabdingbar. Eine Übersicht über verschiedene Lizenzmodelle bietet die Seite Lizenzen . Die Einräumung bestimmter Nutzungsrechte anhand solcher Lizenzen gibt den Nutzer*innen explizite Hinweise darauf, wie das Dokument weiter verwendet werden darf und vereinfacht die Rechtsdurchsetzung bei Missbrauch. Gleichzeitig behält sich der/die Autor*in die Möglichkeit vor, in gesonderten Verträgen weitere Nutzungen zu erlauben. Der Leitfaden der Bertelsmann Stiftung zur Anwendung freier Lizenzen erklärt dies Schritt für Schritt ( Bertelsmann Stiftung, 2016 ). Im Bereich von Wissenschaft und Forschung sind die offenen Creative-Commons-Lizenzen (CC-Lizenzen) am weitesten verbreitet. Mit Blick auf die Berliner Erklärung , wonach insbesondere die Bearbeitung und eine Verwendung zu jedem verantwortbaren (und damit grundsätzlich auch kommerziellen) Zweck zuzulassen sind, handelt es sich lediglich bei den Lizenzen CC-BY und CC-BY-SA um "echte" Open-Access-Lizenzen. Vor allem der NC-Baustein (= NonCommercial) ist häufig umstritten, da oftmals nicht eindeutig zu erkennen ist, in welchen Fällen eine kommerzielle Nutzung vorliegt. So dürfen mit dem Zusatz "NC" versehene Publikationen auf kommerziellen Plattformen wie etwa den meisten Social-Media-Diensten nicht genutzt werden. Auch private oder gemeinnützige Bildungsanbieter und Vereine, die Geldbeträge zur Kostendeckung für bestimmte Leistungen erheben, dürfen Publikationen nicht nutzen, die in ihrer Lizenz den Baustein "NC" verwenden. Von der Verwendung des NC-Bausteins wird deshalb an vielen Stellen abgeraten. Die häufigsten Fragen zu den Creative-Commons-Lizenzen beantwortet die FAQ-Liste auf der Seite CC Germany . Es wird empfohlen, ein freies, weltweites Zugangsrecht zu einer Publikation und deren Nachnutzung durch die Vergabe freier Lizenzen zu gestatten, ggf. in Absprache mit dem jeweiligen Verlag bzw. nach den Lizenzvorgaben der Repositorien. Quelle: Joeran (2017). Creative Commons Lizenzspektrum ( CC BY 4.0 International ) Wie genau funktionieren Creative-Commons-Lizenzen? Quelle: Brinken, H., Hauss, J. & Rücknagel, J. (2021). Wie genau funktionieren Creative-Commons-Lizenzen? open-access.network. https://doi.org/10.5446/52952 ( CC BY 3.0 DE ) Literatur Bertelsmann Stiftung. (2016). Freie Lizenzen – einfach erklärt. Ein Leitfaden für die Anwendung freier Lizenzen in der Bertelsmann Stiftung. https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/freie-lizenzen-einfach-erklaert Budapest Open Access Initiative (2002). https://www.budapestopenaccessinitiative.org/translations/german-translation Charbonnier, J., Sohmen, L., Rothman, J., Rohden, B., & Wartena, C. (2018). NOA: A Search Engine for Reusable Scientific Images Beyond the Life Sciences. ECIR 2018: Advances in Information Retrieval , 797–800. https://doi.org/10.25968/opus-1208 Dreier, T. & Schulze, G. (2018). UrhG. Urheberrechtsgesetz (6. Auflage). C.H. Beck. Pampel, H. (2010). Open Access – Von der Zugänglichkeit zur Nachnutzung. https://gfzpublic.gfz-potsdam.de/rest/items/item_244054_1/component/file_244053/content Suber, P. (2008). Gratis and libre open access. https://dash.harvard.edu/handle/1/4322580 Swan, A. (2010). The open access citation advantage: Studies and results to date. https://eprints.soton.ac.uk/268516/ Weiterführende Literatur Owen, Victoria and Reilly, Susan (2022). Navigating Copyright for Libraries: Purpose and Scope , Berlin, Boston: De Gruyter. https://doi.org/10.1515/9783110732009...

  6. Open Access Finanzierung

    Erfahren Sie mehr zur Finanzierung von Open Access Open Access und Forschungsförderer Geschäftsmodelle für Zeitschriften Geschäftsmodelle für Bücher...

  7. Open Access Geschäftsmodelle für Bücher

    Intro Finanzierung von Open-Access-Monographien Quelle: Brinken, H. (2020). Finanzierung von Open-Access-Monographien, open-access.network. https://doi.org/10.5446/49535 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Es gibt eine Vielzahl an Geschäfts- und Finanzierungsmodellen für Open-Access-Bücher. 2 Die einzelnen Modelle haben individuelle Vor- und Nachteile, teilweise lassen sie sich miteinander kombinieren. 3 Neben den im deutschsprachigen Raum weit verbreiteten Book Processing Charges (BPCs) sind vor allem der parallele Verkauf von Druckausgaben, die institutionelle Förderung von Open Access sowie konsortiale Modelle von Bedeutung. Vielfältiger Wandel Open Access beinhaltet den kostenlosen Zugang zu wissenschaftlicher Infor­mation und deren freier Nachnutzung . Da Open-Access-Bücher für Leser*in­nen kostenlos zugänglich sind, können die im Rahmen der Veröffentlichung entstehenden Kosten nicht mehr über Buchkäufe gedeckt werden, sondern müssen durch alternative Geschäftsmodelle finanziert werden. In den letzten Jahren ist die Bedeutung von Open Access in den Geistes- und Sozialwissenschaften enorm gestiegen. Im Zuge dessen haben sich verschie­dene Geschäfts- und Finanzierungsmodelle für Open-Access-Bücher entwickelt. Diese Modelle weisen sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zu den gängigen Modellen für Zeitschriften auf, sind aber im Vergleich vielfältiger und experimenteller. In der Praxis werden häufig verschiedene Ansätze miteinander kombiniert. Im Folgenden werden die wichtigsten Finanzierungsmodelle für Open-Access-Bücher im deutschsprachigen Raum kurz vorgestellt. Die Übersicht greift auf bestehende Typologien mit unterschiedlichen Komplexitätsgraden zurück, die zur weiterführenden Lektüre sehr zu empfehlen sind ( Collins et al., 2015; Speicher et al., 2018, Penier et al., 2020 ). Für die hier vorgestellte Auswahl er­wies sich darüber hinaus die knappe Übersicht des Open Access Book Toolkits ( OAPEN, 2020 ) als hilfreich. Open-Access-Bücher Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Nützliche Hinweise für die Umsetzung finden sich im Guide "How to Begin the OA Transition" ( Estelle et al., 2025 ). Video zum Publizieren von Open-Access-Büchern Quelle: Stern, N. (2020). Publishing your book in Open Access?, open-access.network. https://doi.org/10.5446/52108 ( CC BY 3.0 DE ) Publikationsgebühren (BPCs) Vorteile BPCs ermöglichen die Anerkennung und Übernahme von Kosten, die mit der Veröffentlichung qualitativ hochwertiger Open-Access-Buchpublika­tionen verbunden sind. Da Forschungsförderer , Stiftungen und Autor*­innen im deutschsprachigen Raum seit vielen Jahren auch herkömmliche Buchpublikationen über sogenannte Druckkostenzuschüsse finanzieren, ist die Hürde zur Zahlung von BPCs hier niedriger als in anderen Ländern. Nachteile Das Modell verstärkt bestehende Ungerechtigkeiten im akademischen System, indem es Autor*innen bevorteilt, die in gesicherten Positionen an finanzkräftigen Einrichtungen oder in gut ausgestatteten Drittmittel­projekten arbeiten. Autor*innen, die an weniger ausgestatteten Institu­tionen tätig sind, werden ebenso benachteiligt wie unabhängige Autor*­innen. Auf globaler Ebene benachteiligt das Modell Autor*innen aus dem globalen Süden. Kritisiert wird zudem, dass kommerzielle Verlage ihre tatsächlichen Kosten und Leistungen nicht klar darstellen, weshalb die Erstattung von BPCs zunehmend an die Einhaltung von Standards in Bezug auf Qualität und Transparenz geknüpft wird. Praxistipp Hier finden Sie hilfreiche Empfehlungen und Checklisten zu Qualitätsstandards für Open-Access-Bücher: Arbeitsgemeinschaft Universitätsverlage Nationaler Open-Access-Kontaktpunkt OGeSoMo Fokusgruppe "Open-Access-Bücher" Diskutieren Sie mit Expert*innen über aktuelle Entwicklungen bei Open-Access-Büchern. Fokusgruppe "Open-Access-Monografienfonds" Diskutieren Sie mit Expert*innen über Förderbedingungen und -summen bestehender Monografienfonds. Publikationsgebühren für Bücher, auch BPCs (Book Processing Charges) ge­nannt, werden von Verlagen erhoben, um die bei der Veröffentlichung entste­henden Kosten zu decken. Sie bilden das Pendant zu den aus dem Zeitschrif­tenbereich bekannten APCs (Article Processing Charges) . Die Höhe der BPCs ist von Verlag zu Verlag unterschiedlich, der Umfang der Beträge liegt zwischen wenigen Hundert bis hin zu mehreren Tausend Euro. Dies hat verschiedene Gründe: Die von den Verlagen angebotenen Leistungen, Services und Lizenz­optionen unterscheiden sich ebenso wie die veröffentlichten Bücher. Auch Unterschiede in den Kosten- und Einnahmestrukturen der Verlage spielen eine wichtige Rolle. Und schließlich gibt es Verlage, die neben ihren tatsächlichen Kosten auch Schätzungen über entgangene Verkaufserlöse in die Berechnung ihrer BPCs einbeziehen. Ob sich eine parallele Open-Access-Publikation jedoch überhaupt auf die Verkaufszahlen im Print auswirkt, ist umstritten. Verschiede­ne Studien haben gezeigt, dass die Angst der Verlage vor gravierenden Einbrü­chen unbegründet ist ( Collins et al., 2015; Ferwerda et al., 2018; Snijder, 2019; Graf et al., 2020 ). Die Erhebung von Publikationsgebühren ist bei Open-Access-Büchern weit ver­breitet (vgl. Penier et al., 2020, S. 46-52 ). Das Modell wird sowohl von kommer­ziellen als auch von Scholar-Led- und Universitätsverlagen eingesetzt. Bezahlt werden BPCs in der Regel von Forschungsförderern oder den Einrichtungen, an denen die Autor*innen tätig sind. Inzwischen haben zahlreiche Einrichtungen – in Deutschland oftmals mit Unterstützung der DFG – hierfür Publikationsfonds eingerichtet. Gerade unabhängige Autor*innen und solche, die an finanziell schwächeren Einrichtungen tätig sind, müssen jedoch selbst für die Kosten aufkommen. Durch die autor*innenseitige Finanzierung wird das Modell auch als Author-Pays-Modell bezeichnet. Verkauf von Druckausgaben Bei der parallelen Veröffentlichung gedruckter Buchausgaben, teils auch Dual Publishing genannt, handelt es sich um ein hybrides Modell, bei dem über zusätzliche Verkäufe Einnahmen generiert werden. Dabei ersetzen die Erlöse aus dem Printbereich die Publikationsgebühren in der Regel nicht vollständig, sondern dienen lediglich als Ergänzung. Sowohl bei kommerziellen als auch bei von Wissenschaftler*innen geführten und Universitätsverlagen ist der Verkauf gedruckter Bücher – ganz im Gegen­satz zum Zeitschriftenbereich – noch immer sehr weit verbreitet. Dabei setzten kommerzielle Buchverlage in der Vergangenheit häufig auf Embargofristen und restriktive Lizenzierungsmodelle . Auch durch die Vorgaben der Forschungsför­derer ist inzwischen aber eine klare Tendenz zum goldenen Weg und offenen CC-Lizenzen erkennbar. Vorteile Der Verkauf von Druckausgaben (Paperbacks, Hardcover) kann für Ver­lage eine wichtige Einnahmequelle sein. Dank digitaler Technologien und schlanker Vertriebsstrukturen ist der hierfür erforderliche Zusatzauf­wand in den letzten Jahren merklich gesunken. Solange von Seiten der Bibliotheken und Leser*innen noch eine entsprechende Nachfrage be­steht, ist es für Verlage sinnvoll, wissenschaftliche Bücher auch weiterhin in gedruckter Form anzubieten und hierfür auch die bestehenden Kanäle des Buchhandels zu nutzen. Nachteile Trotz der Einsparungen durch den Einsatz von Verfahren wie Print-on-demand sind Herstellung und Vertrieb von Druckausgaben mit einem gewissen Kosten- und Verwaltungsaufwand verbunden. Sollte die Nachfrage nach gedruckten wissenschaftlichen Büchern in Zukunft (weiter) sinken, verliert auch das Modell an Attraktivität. Open Access und Forschungsförderer Hier finden Sie eine Einführung. Institutionelle Förderung Vorteile Für Institutionen und ihre Bibliotheken kann es sinnvoll sein, einen Teil des Budgets, das sie für die Finanzierung von (Open-Access-)Publika­tionen aufwenden, in den Aufbau eigener Publikationsservices zu inves­tieren. So können sie den eigenen (und ggfs. anderen) Wissenschaftler*­innen attraktive Konditionen gewähren, bestehende Infrastrukturen und Kenntnisse nutzen und die Reputation der eigenen Einrichtung steigern. Nachteile Um Autor*innen und Herausgeber*innen ein attraktives Publikationsum­feld bieten zu können, ist ein nicht unerhebliches Maß an Engagement nötig. Nur wenn die Aktivitäten langfristig und nachhaltig angelegt sind, kann das Modell seine Potenziale entfalten. Arbeitsgemeinschaft Universitätsverlage Hier erfahren Sie mehr über die Mitglieder und Prinzipien der AG. Im Rahmen ihrer Open-Access-Förderung bieten Hochschulen und Forschungs­einrichtungen eigene Publikationsservices für Open-Access-Bücher an. Diese können von der Einrichtung eines Repositoriums oder einer Publikationsplatt­form bis hin zum Betreiben eines Universitätsverlags reichen. Die institutionelle Förderung kann auf finanzieller, personeller oder infrastruktureller Ebene erfol­gen. Bibliotheken kommt hierbei häufig eine zentrale Rolle zu. Die Unterstüt­zung ermöglicht es Universitätsverlagen, Publikationsgebühren entweder nied­rig zu halten oder gar komplett darauf zu verzichten. Dass Universitätsverlage nicht gewinnorientiert arbeiten, wirkt sich ebenfalls positiv auf die Preisgestal­tung aus. Die Nutzung der Services kann auf Mitglieder der eigenen Universität beschränkt sein oder sich auch an Wissenschaftler*innen anderer Institutionen richten. Vor allem Einrichtungen, in denen die Geistes- und Sozialwissenschaften stark vertreten sind, bieten inzwischen eigene Publikationsmöglichkeiten für Bücher an. Die Mehrheit der deutschsprachigen Universitätsverlage hat sich in der Arbeitsgemeinschaft der Universitätsverlage zusammengeschlossen. Zu den bekanntesten Verlagen zählen der Universitätsverlag Göttingen , Heidelberg University Publishing und KIT Scientific Publishing . Bibliothekskonsortien Im Rahmen von Bibliothekskonsortien verpflichten sich Bibliotheken dazu, einen Beitrag zur Open-Access-Publikation einer Auswahl an Büchern zu leisten. Diese Bundles können entweder thematisch gruppiert oder auf (einzelne oder mehrere) Verlage bezogen sein. Sobald sich genügend Bibliotheken beteiligt haben und das finanzielle Ziel erreicht wurde, werden die Bücher frei zugänglich gemacht. Dieses Erlösmodell ähnelt dem aus anderen Bereichen bekannten Crowdfunding, wobei die Crowd hier aus Institutionen besteht. Konsortiale Modelle sind im Bereich der Zeitschriften bereits weit verbreitet. Für die Geisteswissenschaften ist vor allem das Crowdfunding-Modell der Open Lib­rary of Humanities (OLH) von Bedeutung. Im Buchbereich nimmt Knowledge Unlatched eine Vorreiterrolle ein und hat bislang über 3.000 Bücher (Stand: November 2021) Open Access zugänglich gemacht. Aktuell werden im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Projekten zur Beschleunigung der Transfor­mation zu Open Access des BMBF mehrere Vorhaben gefördert, die konsor­tiale Modelle für Buchreihen entwickeln (KOALA, OAdine, TOAA). Auf interna­tionaler Ebene beschäftigt sich das Projekt COPIM mit der (Weiter-)Entwicklung alternativer Geschäftsmodelle. Vorteile Konsortiale Modelle ermöglichen den Verzicht auf BPCs mit all ihren Nachteilen, weshalb sie für Autor*innen sehr attraktiv sein können. Darüber hinaus bieten sie Verlagen einen niedrigschwelligen Weg hin zur Open-Access-Transformation des eigenen Programms. Auf Seiten der Bibliotheken können sie schließlich den mit der Erwerbung von Büchern einhergehenden Bearbeitungsaufwand erheblich reduzieren. Nachteile Es gibt keine Garantie dafür, dass immer genügend Bibliotheken gefunden werden, die sich an der Finanzierung eines Bundles beteiligen. Zudem besteht die Gefahr, dass Bibliotheken vor dem Hintergrund knapper Budgets darauf spekulieren, dass die erforderlichen Summen auch ohne ihr Zutun erreicht werden können (Freerider-Problematik). Kommerziell ausgerichtete Modelle können darüber hinaus Skepsis bei Bibliotheken hervorrufen und zu deren Zurückhaltung beitragen. Weitere Modelle Die hier skizzierten Modelle stellen lediglich eine Auswahl dar. Unter den zahlreichen weiteren Modellen, die häufig noch nicht flächendeckend erprobt sind, sollen zwei zumindest kurz erwähnt werden: das Freemium-Modell und das Modell institutioneller Mitgliedschaften. Freemium Im Freemium-Modell veröffentlicht ein Verlag oder Dienstleister eine Ausgabe des Buchs Open Access, ohne von den Autor*innen eine Publika­tionsgebühr zu verlangen. Diese kostenlose Open-Access-Veröffentlichung wird über andere Einnahmequellen subventioniert. Dies kann z. B. durch den Verkauf von digitalen Ausgaben mit zusätzlichen Funktionalitäten und in anderen Formaten (enhanced HTML, e-pub/mobi, etc.) geschehen. Das Modell wird zwar bereits von einigen Verlagen und Plattformen wie z. B. OpenEdition und Open Book Publishers erfolgreich angewendet, ob es sich bewährt, wird sich jedoch noch zeigen müssen. Institutionelle Mitgliedschaften Ein weiteres Modell stellen institutionelle Mitgliedschaften dar. Hierbei zahlen Bibliotheken oder andere Einrichtungen – häufig im Rahmen von Konsortialverträgen – einen jährlichen Mitgliedsbeitrag an einen Verlag, der einen Teil der Kosten für die Veröffentlichung von Büchern über­nimmt. Mitgliedseinrichtungen und ihre Autor*innen können darüber hinaus weitere Rabatte erhalten. Das Modell ist vor allem im Zeitschrif­tenbereich verbreitet, wird aber auch von wissenschaftlichen Buchver­lagen wie Open Book Publishers oder Punctum Books eingesetzt und kann einen wichtigen Beitrag zur Vereinfachung und Entbürokratisierung des Open-Access-Publizierens leisten. Literatur Collins, E., Milloy, C., & Stone, G. (2015). Guide to open access monograph publishing for arts, humanities and social science researchers. Helping researchers to understand the opportunities and challenges of publishing a scholarly monograph in open access. AHRC/Jisc Collections. eprints.hud.ac.uk/id/eprint/25391/ http://eprints.hud.ac.uk/id/eprint/25391/1/Guide-to-open-access-monograph-publishing-for-researchers-final.pdf Estelle, L., Jago, D., Jones, R., Laakso, M., Snijder, R., & Wise, A. (2025). How to begin the OA transition: a guide for smaller and specialist publishers. Commissioned by UKRI, in partnership with the Association of Learned and Professional Society Publishers (ALPSP), the British Academy, and Open Access Scholarly Publishing Association (OASPA) . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.14679094 Ferwerda, E., Snijder, R., Arpagaus, B., Graf, R., Krämer, D., & Moser, E. (2018). OAPEN-CH - Auswirkungen von Open Access auf wissenschaftliche Monographien in der Schweiz. Ein Projekt des Schweizerischen Nationalfonds . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.1219172 Graf, D., Fadeeva, Y., & Falkenstein-Feldhoff, K. (Eds.). (2020). Bücher im Open Access: Ein Zukunftsmodell für die Geistes- und Sozialwissenschaften? Verlag Barbara Budrich. https://doi.org/10.17185/DUEPUBLICO/72237 OAPEN. (2020). Open Access Books Toolkit: Business models for open access book publishing . https://oabooks-toolkit.org/lifecycle/10944589-planning-funding/article/10432084-business-models-for-open-access-book-publishing Penier, I., Eve, M. P., & Grady, T. (2020). COPIM – Revenue Models for Open Access Monographs 2020 . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4011836 Snijder, R. (2019). The deliverance of open access books : Examining usage and dissemination . Amsterdam University Press. https://library.oapen.org/handle/20.500.12657/25287 Speicher, L., Armando, L., Bargheer, M., Eve, P. M., Fund, S., Leão, D., Mosterd, M., Pinter, F., & Souyioultzoglou, I. (2018). OPERAS Open Access Business Models [White Paper] . Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.1323708 Weiterführende Literatur Arning, U., Bargheer, M., Meinecke, I., Schobert, D., & Tobias, R. (2022). Open-Access-Transformation für Bücher: Die Rolle von institutionellen Verlagen und Publikationsdiensten . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.6346234 Barnes, L., & Gatti, R. (2018, May 22). The cost of Open Access books: a publisher writes. Open Book Publishers . https://blogs.openbookpublishers.com/the-cost-of-open-access-books-a-publisher-writes/ Böhm, D., Grossmann, A., Reiche, M. & Schrader, A. (2020). Open-Access-Publikationsworkflow für akademische Bücher. Ein Handbuch für Hochschulen und Universitäten. http://doi.org/10.33968/9783966270175-00 Hanneken et al. (2020). Die transcript OPEN Library Politikwissenschaften. Ein Modell für Open-Access-eBooks in den Geistes- & Sozialwissenschaften . https://doi.org/10.11588/ip.2020.1.66637 Pinter, F. (2018). Why Book Processing Charges (BPCs) Vary So Much. JEP. the Journal of Electronic Publishing , 21 (1). https://doi.org/10.3998/3336451.0021.101 Springer Open. (2018). Guide to Open Access Books for SpringerOpen Authors . https://media.springernature.com/full/springer-cms-preview/rest/v1/content/16216776/data/v2 van Gerven Oei, V. W. J., Joy, E., & Rudmann, D. (2020, July 7). We Got the Receipts: The Punctum Books Financial and Activity Report 2016–2019 . 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  8. Open Access Glossar

    Das folgende Glossar umfasst grundlegende Begriffe zum Thema Open Access, die auf der Website open-access.network verwendet werden und erklärt diese kurz. Eine Übersicht über alle Begriffe erhalten Sie mit Klick auf die blaue Schaltfläche mit der Aufschrift "ALL" in der linken Seitenleiste. Altmetrics Altmetrics sind bibliometrische Kennzahlen, die die Wirkung einer wissen­schaftlichen Publikation messen. Sie haben sich als erweiterte Alternative zu den traditionellen bibliometrischen Maßen wie dem Journal Impact Factor etabliert und umfassen die vielfältigen Reaktionen, die eine Publikation im Web erhalten kann. Die Daten werden automatisiert generiert und beziehen sich beispielsweise auf die Anzahl an Downloads, die Zahl der Verlinkungen sowie Erwähnungen, Diskussionen und Likes in Social Media oder Blogs. → Impact Factor APC APCs stehen für Article Processing Charges und bezeichnen Publikationsgebühren in Open-Access-Zeitschriften . Nur etwa 30 % aller Open-Access-Zeitschriften erheben APCs. Die Zahlung durch die Autor*innen bzw. deren Institution/Arbeit­geber an einen Verlag erfolgt i. d. R. nach dem Peer Review und der Annahme eines Artikels zur Veröffentlichung. → Peer Review → Publikationsgebühren arXiv arXiv ist ein Dokumentenserver für → Preprints aus Physik , Mathematik , Informatik und verwandten Gebieten. Ausgesprochen wird arXiv als archive . Paul Ginsparg richtete den Server 1991 am Los Alamos National Laboratory ein, um Preprints in der Physik frei zugänglich zu machen. BASE BASE (Bielefeld Academic Search Engine) ist eine der weltweit größten Suchmaschinen für wissenschaftliche Web-Dokumente, die u. a. auf Texte aus → Repositorien zugreift. Bei der Mehrzahl der in BASE indexierten Dokumente sind die Volltexte frei zugänglich (→ Open Access ). Die Suchmaschine BASE wird von der Universitätsbibliothek Bielefeld betrieben. Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen Durch ihre Unterzeichnung der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen verpflichten sich Forschungsorganisationen und Universitäten, die Weiterentwicklung des Open-Access-Gedankens zu unter­stützen, indem sie z. B. Forscher*innen darin bestärken, ihre Ergebnisse → Open Access zu veröffentlichen.→ Bethesda Statement on Open Access Publishing → Budapest Open Access Initiative Bethesda Statement on Open Access Publishing Im Bethesda Statement on Open Access Publishing wird die Notwendigkeit betont, wissenschaftliche Forschungsergebnisse schnell, effizient und offen zu verbreiten. Es hebt die Möglichkeit und die Pflicht hervor, wissenschaftliche Ergebnisse, Ideen und Entdeckungen entgeltfrei mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der Öffentlichkeit zu teilen. → Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen → Budapest Open Access Initiative Bibliodiversität Der Begriff Bibliodiversität ist vermutlich in den 1990er Jahren in Lateinamerika entstanden und beschreibt eine Vielfalt der Buchkultur. Angewendet auf Open Access wurde er im Jussieu-Appell für offene Wissenschaft und Bibliodiversität , der 2017 von einer Gruppe französischer Wissenschaftler*innen und im wissenschaftlichen Verlagswesen tätiger Fachleute verfasst wurde. Darin heißt es, dass "Open Access einhergehen muss mit einer Unterstützung der Vielfalt der Akteure der wissenschaftlichen Publikation – von uns Bibliodiversität genannt – um der Dominanz durch einige wenige unter ihnen, die den Wissenschaftlern ihre Bedingungen auferlegen, ein Ende zu bereiten". → Scholar-led Publishing BMFTR (vormals BMBF) Das deutsche Bundesministerium für Forschung, Technik und Raumfahrt (BMFTR, vormals BMBF) unter­stützt innovative Projekte und Ideen in der Forschung durch gezielte Förderpro­gramme. Das Ministerium unterstützt → Open Access auch als Grundprinzip in der Förderung und möchte dessen Sichtbarkeit und Akzeptanz erhöhen. Die Förderinitiativen sind Teil einer 2016 beschlossenen Open-Access-Strategie des damaligen BMBF. BPC BPCs ( Book Processing Charges ) sind Publikationsgebühren, die Verlage für die → Open-Access -Veröffentlichung eines wissenschaftlichen Buchs von den Autor*innen verlangen. Häufig werden diese Gebühren von der Einrichtung, an der die Autor*innen beschäftigt sind, oder einer Forschungsförderinstitution übernommen. → Publikationsfonds → Publikationsgebühren Budapest Open Access Initiative Die Budapest Open Access Initiative (BOAI) ist ein Zusammenschluss interna­tionaler Wissenschaftler*innen. In einer 2002 veröffentlichten Erklärung fordert die Initiative den freien, unentgeltlichen Zugang zu wissenschaftlicher Fachlite­ratur und deren Nachnutzbarkeit in allen akademischen Feldern. → Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen → Bethesda Statement on Open Access Publishing → Open Access Closed Access Closed Access ist das Gegenteil von → Open Access . Der Zugriff auf Publikatio­nen ist dabei nur gegen ein Entgelt möglich. Im Englischen wird auch von toll access gesprochen. cOAlition S Das Konsortium cOAlition S ist ein Zusammenschluss einer Vielzahl nationaler Forschungsförderorganisationen mit Unterstützung der Europäischen Kommission. Es erarbeitete den Plan S zur Umsetzung von → Open Access zu Publikationen aus geförderten Forschungsprojekten. → Plan S CoARA Die Coalition for Advancing Research Assessment ( CoARA ) ist eine internationale Initiative, die sich für eine Reform der Forschungsevaluation einsetzt. Seit ihrer Gründung im Januar 2022 haben sich CoARA mehr als 600 Wissenschaftsinstitutionen aus über 40 Ländern angeschlossen (Stand: Juli 2024). Die von CoARA verabschiedete Vereinbarung über die Reform der Forschungsbewertung wurde von einer Vielzahl von Einrichtungen unterzeichnet. Creative-Commons-Lizenzen Die gemeinnützige Organisation Creative Commons hat mehrere Copyright-Li­zenzen, bekannt als Creative-Commons-Lizenzen, kostenlos für die Öffentlich­keit zur Nutzung freigegeben. Die Lizenzen sind weit verbreitet, einfach ver­ständlich und bieten ein hohes Maß an Flexibilität. Dies wird dadurch erreicht, dass sie sich aus vier kombinierbaren Lizenz-Bausteinen zusammenfügen lassen: BY – Namensnennung by attribution : Name der/des Urheber*in nennen und soweit technisch möglich Hyperlink auf das Ursprungsmaterial sowie die CC-Lizenz setzen ND – keine Bearbeitungen / no derivatives : Das Werk darf zwar bearbeitet / verändert werden, aber die bearbeitete Fassung darf nicht weitergegeben werden. SA – Weitergabe unter gleichen Bedingungen / share alike : Das Werk darf bearbeitet / verändert werden, aber die Weitergabe ist nur unter derselben Lizenz erlaubt. NC – nicht-kommerziell / non-commercial : Eine Weiterverwendung ist nur für nicht-kommerzielle Zwecke erlaubt. → Lizenz DEAL Das DEAL-Konsortium (ehemals Projekt DEAL) wurde von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) im Auftrag der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen initiiert. Ziel von DEAL ist es, bundesweite Lizenzverträge mit einer Open-Access-Komponente (“publish and read”) für das gesamte Portfolio elektronischer Zeitschriften (E-Journals) mit den größten Wissenschaftsverlagen (Elsevier, Springer Nature und Wiley) abzuschließen. Mit Wiley konnte erstmals 2019 ein Vertrag geschlossen werden, mit Springer Nature 2020; 2023 folgte ein Vertrag mit Elsevier. → Transformation DFG Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist die Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland und die größte nationale Forschungsfördereinrichtung Europas. Ihre Mitglieder sind forschungsintensive Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, wissenschaftliche Verbände sowie die Akademien der Wissenschaften. Die DFG fördert → Open Access mit verschiedenen nationalen und internationalen Programmen. Diamond Open Access Viele Open-Access-Zeitschriften funktionieren ohne Publikationsgebühren ( → APCs ) . Das heißt, es entstehen keine Kosten für die Autor*innen, sondern die Finanzierung erfolgt aus institutionellen Mitteln, durch Förderer oder z. B. auch über Bibliotheks­konsortien, zu denen sich verschiedene Bibliotheken zusammenschließen. Dieses Modell, das auch als Diamond Open Access bezeichnet wird, ist eine Unterart des → Open Access Gold . Der Begriff Diamond Open Access wird häufig auch mit wissenschaftsgeleitetem und nicht-kommerziell ausgerichtetem → Open Access verbunden. DINI Die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation e.V. (DINI) setzt sich u. a. für Web-Standards ein, um sicherzustellen, dass → Open Access -Literatur in → Repo­sitorien auffindbar, archiviert und zugänglich ist. DINI-Zertifikat Das DINI-Zertifikat für → Open-Access -Publikationsdienste ist ein anerkanntes Gütesiegel für → Repositorien , das die Qualität der angebotenen Dienstleis­tungen gegenüber Autor*innen, Nutzer*innen und Geldgeber*innen deutlich erkennbar werden lässt. Das Zertifikat kann von Repositorien-Betreiber*innen beantragt werden. → DINI DOAB Das Directory of Open Access Books (DOAB) ist ein durchsuchbarer Index für wissenschaftliche Bücher, die einem → Peer-Review-Prozess unterzogen und unter einer → Open-Access -Lizenz veröffentlicht wurden. Es bietet Links zu den Volltexten der Publikationen auf Verlagswebsites oder → Repositorien . DOAJ Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) ist ein an der Universität Lund gegründetes, gemeinschaftlich kuratiertes Online-Verzeichnis für Open-Access-Zeitschriften . Das Verzeichnis wird von einer unabhängigen Non-Profit-Organi­sation getragen. Für die Aufnahme müssen die Zeitschriften verschiedene Anforderungen erfüllen wie z. B. geeignete Qualitätssicherungsverfahren und sofortiges → Open Access ohne → Embargofrist . DOI Ein Digital Object Identifier (DOI) ist eine dauerhafte Kennung, die aus alpha­numerischen Zeichen besteht. Dieser Identifikator verweist auf einen Datensatz oder ein Objekt, die über diese Ziffernkennung abgerufen werden können. Dadurch kann eine Text- oder Datenpublikation dauerhaft zitiert werden. DORA Die San Francisco Declaration on Research Assessment (DORA) fordert eine Verbesserung der Art und Weise, in der die Ergebnisse wissenschaftlicher For­schung bewertet werden. Daraus ist eine weltweite Initiative entstanden, in der alle wissenschaftlichen Disziplinen und wichtige Interessengruppen vertreten sind. DORA kritisiert unter anderem die missbräuchliche Verwendung des Im­pact Factors für die Bewertung wissenschaftlicher Leistungen. → Impact Factor Double Dipping Von Double Dipping wird gesprochen, wenn Verlage für Zeitschriften, deren Zugang sie bereits im Abonnement verkaufen, zusätzlich hohe Gebühren dafür verlangen, dass Autor*innen einzelne Artikel im Sinne von Open Access frei zugänglich machen können. Der Verlag verdient hier also zweimal: durch Zeit­schriften-Abonnements (Subskriptionen) und die zusätzlichen Open-Access-Ge­bühren. Hier spricht man auch von hybridem Open Access, bei dem im Gegen­satz zu "echtem" Open Access nicht die gesamte Zeitschrift frei zugänglich ist, sondern nur einzelne Artikel "freigekauft" werden. → Hybride Zeitschriften → Open Access → Subskription Dual Publishing Dual Publishing bezeichnet die parallele Veröffentlichung von digitalen → Open-Access -Versionen und einer kostenpflichtigen gedruckten Ausgabe. Es ist häufig bei der Publikation von Open-Access-Büchern anzutreffen. Embargofrist Als Embargo- oder Sperrfrist wird der Zeitraum bezeichnet, nach dem es Ver­lage den Autor*innen erlauben, den Volltext ihrer Publikation als Zweitveröff­entlichung auf einem → Repositorium verfügbar zu machen (im Sinne des → Open Access Grün ). Die Länge der Frist hängt vom Ermessen des jeweiligen Verlags ab. Bei Zeitschriften liegt sie meist zwischen 6 und 12 Monaten, manchmal auch bei 24 Monaten. → Zweitveröffentlichung Flipping "Flipping” (engl.: Umdrehen) bezeichnet im Open-Access-Kontext die Umstellung wissenschaftlicher Zeitschriften oder Buchreihen von einem subskriptionsbasierten Modell auf Open Access. Darüber hinaus kann Flipping auch die Weiterentwicklung bestehender Open-Access-Zeitschriften hin zu → Diamond Open Access meinen, bei dem weder für Leser*innen noch für Autor*innen Kosten anfallen. → Open Access → Subskription Fair Open Access Fair Open Access bezeichnet eine Non-Profit-Version von Open Access Gold, die eine vollständige, sofortige und transparente Umsetzung von → Open Access anstrebt. Gleichzeitig ist es ein Ziel von Fair Open Access die Kontrolle über den Publikationsprozess an die wissenschaftliche Gemeinschaft zurückzugeben. Diese Prinzipien werden von der Fair Open Access Alliance (FOAA) unterstützt. → Open Access Gold → Scholar-led Publishing FWF Der Wissenschaftsfonds FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung ) ist Österreichs zentrale Einrichtung zur Förderung der Grund­lagenforschung. Der FWF unterstützt → Open Access zu wissenschaftlichen Publikationen und → Forschungsdaten und verpflichtet Wissenschaftler*innen, Forschungsergebnisse aus vom FWF geförderten Projekten im Internet frei zugänglich zu machen. Der FWF ist Mitglied der → cOAlition S . HAL Das HAL ( Hyper Articles en Ligne ) ist das zentrale → Open-Access-Reposi­torium in Frankreich. Es wird von der französischen Forschungsorganisation Centre national de la recherche scientifique (CNRS) betrieben. Hybride Zeitschriften Sogenannte hybride Zeitschriften sind Subskriptionszeitschriften, die ihren Autor*innen anbieten, einzelne Artikel gegen Zahlung einer Open-Access-Publikationsgebühr (APC) "freizukaufen", d. h. sofort im → Open Access zu veröffentlichen. Dabei besteht die Gefahr des Double Dippings, d. h. der Doppelzahlung von Subskriptions- und Publikationsgebühren an Verlage. → APC → Closed Access → Double Dipping → Mirror Journal → Subskription Impact Factor Der Journal Impact Factor ist ein numerisches Maß, das die durchschnittliche Anzahl der Zitate zu Artikeln angibt, die in den letzten zwei Jahren in einer Zeit­schrift veröffentlicht wurden. Er dient zum bibliometrischen Vergleich und wird häufig als Indikator für die Qualität einer Zeitschrift und die darin erscheinen­den Artikel verwendet. Er wird auf Grundlage der im Science Citation Index enthaltenen Zeitschriften berechnet und umfasst somit auch Open-Access-Zeitschriften . Die missbräuchliche Nutzung des Impact Factors für die Beur­teilung wissenschaftlicher Leistungen wird zunehmend kritisiert. → DORA Informationsbudget Das Informationsbudget einer wissenschaftlichen Einrichtung umfasst sämtliche Finanzmittel, die für Literatur- und Informationsversorgung sowie für Publikationskosten aufgewendet werden. (verändert nach: Glossar, S. 105, Empfehlungen zur Transformation des wissenschaftlichen Publizierens zu Open Access (2022). Wissenschaftsrat .) → Open Access Monitor → Publikationsfonds → Transformation Knowledge Unlatched Der kommerzielle → Open-Access -Dienstleister Knowledge Unlatched aus Berlin bietet durch ein Crowdfunding-Modell Möglichkeiten zur Finanzierung von Open-Access-Publikationen. Konsortiale Finanzierung Die konsortiale Finanzierung beschreibt ein kollaboratives Modell, bei dem mehrere wissenschaftliche Institutionen – typischerweise Bibliotheken, Hochschulen oder Forschungsförderer – gemeinsam die Finanzierung von Open-Access-Zeitschriften, -Büchern oder -Infrastrukturen übernehmen. Beispiele sind KOALA , OLEcon und Scoap3 . Konsortiale Modelle spielen insbesondere bei der Finanzierung von Diamond-Open-Access-Zeitschriften eine wichtige Rolle. Lizenz Als Lizenzen bezeichnet man standardisierte Verträge, mittels derer der/die Rechteinhaber*in Nutzungsrechte an Dritte einräumt. Den Forderungen von → Open Access wird ein Lizenzierungsmodell gerecht, wenn es den freien, welt­weiten Zugang zu einer Publikation sowie deren uneingeschränkte Nach­nutzung gestattet. Die meist verbreiteten offenen Lizenzen im Bereich von Wissenschaft und Forschung sind die Creative-Commons-Lizenzen (CC-Lizenzen). → Creative-Commons-Lizenzen Mirror Journal Sogenannte "Mirror Journals" wurden von einigen großen Verlagen gegründet, um den Ausschluss einer Förderung von Open-Access-Publikationsgebühren in hybriden Zeitschriften zu umgehen. Dabei handelt es sich um Open-Access-Versionen von Subskriptionszeitschriften, deren Themenschwerpunkte und Herausgebergremien weitgehend identisch sind mit denen der entsprechenden Subskriptionszeitschrift. → APC → Hybride Zeitschriften → Plan S → Subskription OA2020 Die Initiative Open Access 2020 (OA2020) ist ein von der Max Planck Digital Library initiierter globaler Zusammenschluss von Wissenschafts- und Forschungsorganisationen. Dieser setzt sich dafür ein, den Übergang vom derzeitigen Abonnementsystem für wissenschaftliche Publikationen zu neuen Open-Access-Modellen zu beschleunigen. Es soll sichergestellt werden, dass Forschungsartikel sofort → Open Access veröffentlicht werden und dass die mit ihrer Verbreitung verbundenen Kosten transparent, gerecht und wirtschaftlich tragbar sind. → Transformation OAI-PMH Das Open Archives Initiative Protocol for Metadata Harvesting (OAI-PMH) ist ein Kommunikationsprotokoll zur Interoperabilität von verschiedenen → Repositorien durch den Austausch von Metadaten. Via OAI-PMH stellen Repositorien ihre strukturierten Metadaten zur Verfügung, die von anderen Dienstleistern über OAI-PMH-Serviceanfragen gesammelt werden können. OER Open Educational Resources (OER) sind freie Bildungsmaterialien, die unter einer offenen Lizenz stehen und somit eine kostenfreie Nutzung, Bearbeitung und Verbreitung durch Dritte ermöglichen. OER können Materialien jeglicher Art sein, von einzelnen Videos bis zu ganzen Konzepten, Kursen oder Büchern. Open Access Der Begriff Open Access ist nicht fest definiert. Die am wenigsten offene Definition ist bereits erfüllt, wenn ein Werk im öffentlich zugänglichen Internet kostenfrei zugänglich und von dort herunterladbar ist. In der → Budapest Open Access Initiative wird Open Access folgenderma­ßen definiert: "Open Access meint, dass [....] Literatur kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, sodass Interessierte die Volltexte lesen, he­runterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können, ohne finanzielle, gesetzliche oder technische Barrieren jenseits von denen, die mit dem Internetzugang selbst verbunden sind. In allen Fragen des Wiederabdrucks und der Verteilung und in allen Fragen des Copyright überhaupt sollte die einzige Einschränkung darin bestehen, den jeweiligen Autorinnen und Autoren Kontrolle über ihre Arbeit zu belassen und deren Recht zu sichern, dass ihre Arbeit angemessen anerkannt und zitiert wird." → Open Access Gold → Open Access Grün Open Access Gold Der goldene Weg des Open-Access-Publizierens – auch Gold Open Access oder Goldener Open Access genannt – bezeichnet die Erstveröffentlichung wissen­schaftlicher Werke als Artikel in Open-Access-Zeitschriften , als Open-Access-Monografie oder als Beitrag in einem Open Access erscheinenden Sammelwerk oder Konferenzband. Diese Texte durchlaufen für gewöhnlich denselben Quali­tätssicherungsprozess, den auch → Closed-Access -Werke durchlaufen, meist in Form eines → Peer Review oder Editorial Review. → Open Access Open Access Grün Der grüne Weg – auch Self Archiving, Selbstarchivierung oder Grüner Open Access genannt – bezeichnet die Zweitveröffentlichung von in einem Verlag oder einer Zeitschrift erschienenen Beiträgen auf Repositorien. Teils wird darunter auch die Zugänglichmachung solcher Werke auf der Website der Autorin / des Autors verstanden. Diese kann zeitgleich mit oder nachträglich zur Publikation der Inhalte im Verlag erfolgen und ist möglich für Preprints und Postprints wissenschaftlicher Artikel, aber auch andere Dokumentarten wie z. B. Monografien, Forschungsberichte, Konferenz-Proceedings. → Open Access → Repositorium → Preprint → Postprint → Zweitveröffentlichung Open Access Monitor Der Open Access Monitor erfasst das Publikationsaufkommen deutscher akademischer Einrichtungen in wissenschaftlichen Zeitschriften, analysiert Subskriptions- und Publikationsausgaben sowie Zitationen und bereitet die Daten statistisch auf. Betreiber ist das Forschungszentrum Jülich. → Subskription Open Access Policy In einer Open Access Policy oder Open-Access-Leitlinie benennen Organisatio­nen ihre Richtlinien bezüglich → Open Access . Diese Richtlinien legen die Rollen, Rechte und Verantwortlichkeiten verschiedener Akteur*innen innerhalb der Institution für die Umsetzung von Open Access fest. Open-Access-Strategie Eine Open-Access-Strategie beschreibt Ziele, Maßnahmen und ggf. einen Zeitplan zur Implementierung und Förderung von Open Access, z. B. an einer Wissenschaftsinstitution oder in einem Staat. Teil einer Open-Access-Strategie kann die Erarbeitung einer Open Access Policy sein. → Open Access → Open Access Policy OpenAIRE Open Access Infrastructure for Research in Europe (Open AIRE) ist ein seit 2009 laufendes Projekt der Europäischen Kommission zum Aufbau einer elek­tronischen Infrastruktur zur Archivierung von Forschungspublikationen aller 27 EU-Mitgliedsstaaten, für den Umgang mit Artikeln, → Preprints und Konferenz­publikationen sowie für die Verwaltung von Forschungsdatensätzen . OpenDOAR Das Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) ist ein zentrales Verzeichnis für → Open-Access-Repositorien . Open Journal Systems Open Journal Systems (OJS) ist die meistgenutzte Open-Source-Software für das Management von Einreichungen, das Peer Review und die Publikation wissenschaftlicher Zeitschriften. → Peer Review → Public Knowledge Project Open Monograph Press Open Monograph Press (OMP) ist eine Open-Source-Software zur Verwaltung und Veröffentlichung wissenschaftlicher Bücher. Sie kann für die Verwaltung des redaktionellen Workflows verwendet werden, der erforderlich ist, um Monographien, Sammelbände und wissenschaftliche Buchausgaben zu veröffentlichen. → Public Knowledge Project Open Peer Review Als Open Peer Review werden verschiedene Varianten der Qualitätsprüfung wissenschaftlicher Manuskripte bezeichnet, die im Gegensatz zum traditionellen Peer Review transparent und offen, zum Teil auch kollaborativ stattfinden. → Peer Review Open Policy Finder Open Policy Finder (ehemals Sherpa Romeo bzw. Sherpa Juliet) ist ein Verzeichnis für die Richtlinien von Zeitschriften zur Zweitveröffentlichung über den Grünen Weg des Open Access. → Open Access Grün → Zweitveröffentlichung Opt-out Opt-out meint generell den Ausstieg oder die Abwahl beispielsweise eines Dienstes oder einer Option durch eine Widerspruchserklärung. Forschungs­förderungen , die zu → Open Access bzw. Open Data verpflichten, bieten zum Teil ein Opt-out, also die Möglichkeit sich aus berechtigten Gründen gegen die freie Veröffentlichung von Forschungsergebnissen zu entscheiden (wie beispiels­weise, wenn es nicht vereinbar mit dem Schutz personenbezogener Daten ist). Overlay Journal Overlay Journals sind Open-Access-Zeitschriften , die die Infrastruktur von Preprint-Servern nutzen. Einreichungen werden von den Autor*innen beispielsweise als Preprint auf arXiv zugänglich gemacht und gleichzeitig zur Aufnahme in ein Overlay Journal vorgeschlagen. Wird die Einreichung nach erfolgreichem Peer Review akzeptiert, bleiben sowohl die ursprüngliche Fassung als auch die überarbeitete Zeitschriftenversion bestehen. → arXiv → Peer Review → Preprint Peer Review Das Peer-Review-Verfahren ist das gängigste Verfahren der Qualitätsprüfung von wissenschaftlichen Beiträgen vor ihrer Veröffentlichung. Dabei handelt es sich um eine Bewertung einer wissenschaftlichen Arbeit durch unabhängige Gutachter bzw. Wissenschaftler*innen desselben Fachgebiets, sog. Peers (engl. für "Ebenbürtige; Gleichrangige"). → Open Peer Review Plan S Plan S ist eine internationale Strategie eines Konsortiums von Forschungsför­derern zur Umsetzung von sofortigem → Open Access zu wissenschaftlichen Pub­likationen, die aus geförderten Forschungsprojekten entstanden sind. Der Plan sieht vor, dass Empfänger*innen von Fördermitteln der cOAlition S die da­raus resultierenden Publikationen ohne → Embargofrist unter offenen → Lizenzen zur Verfügung stellen, entweder in hochwertigen Open-Access-Plattformen oder → -Zeitschriften oder in offenen → Repositorien , die die notwendigen Voraussetzungen erfüllen. → cOAlition S Postprint Unter Postprint versteht man einen Text, der bereits begutachtet und zur Ver­öffentlichung angenommen wurde. Postprints kennen zwei Erscheinungsfor­men: Zum einen kann ein Postprint völlig identisch mit der formal, also im Verlag bzw. einer Zeitschrift veröffentlichten Fassung (der sogenannten Publi­sher's Version oder Version of Record), sein. Zum anderen kann der Postprint mit dieser Verlagsversion inhaltlich gleich sein, aber sich von ihr z. B. in Forma­tierung, Layout oder Paginierung unterscheiden. Im zweiten Fall spricht man von der akzeptierten Autorenfassung (author accepted manuscript, AAM). → Version of Record Predatory Publishing Predatory Publishing bedeutet etwa "räuberisches Publizieren". Bei Predatory Journals handelt es sich um Zeitschriften, die wissenschaftliche Autor*innen mit aggressiver Werbung und vermeintlich professionellem Auftreten zur Veröffent­lichung von Beiträgen gegen Zahlung einer → Publikationsgebühr auffordern, jedoch keine oder nur unzureichende Maßnahmen der Qualitätssicherung organisieren. Preprint Bei einem Preprint handelt es sich um eine (noch) nicht begutachtete wissen­schaftliche Publikation, d. h. die Qualität wurde noch nicht abschließend in ei­nem Peer-Review-Verfahren begutachtet. Als Preprint wird manchmal auch ein Text in Form seiner Manuskriptfassung bezeichnet, die bei einer Zeitschrift oder einem Verlag für eine Veröffentlichung eingereicht wurde. → Peer Review Public Knowledge Project Das Public Knowledge Project (PKP) ist eine Forschungs- und Entwicklungsini­tiative, in deren Rahmen Open-Source-Software für die Verwaltung und Publi­kation von Zeitschriften und Konferenzen entwickelt wurde. Open Journal Sys­tems (OJS), Open Conference Systems (OCS) und Open Monograph Press (OMP) verbessern den Zugang zu Wissen und helfen, → Publikationskosten zu senken. → Open Journal Systems → Open Monograph Press Publikationsfonds Open-Access-Publikationsfonds sind ein Instrument, über das wissenschaftliche Einrichtungen ihre Autor*innen bei der Zahlung von Open-Access-Publikations­gebühren unterstützen. Dies umfasst häufig die Erstattung von APCs oder BPCs, aber auch die Förderung von konsortialen Angeboten, Open-Access-Infrastruk­turen oder Mittel für die → Transformation von → Subskriptionszeitschriften zu Open-Access-Zeitschriften . Wissenschaftliche Organisationen tragen so zur finanziellen Unterstützung von Open-Access-Publikationen bei. Dabei folgen sie meist eigens definierten Kriterien zur Übernahme der anfallenden Kosten. → APC → BPC → Publikationsgebühren → Open Access Publikationsgebühren Publikationsgebühren werden von Verlagen für die Veröffentlichung einer Publi­kation erhoben. Einige Verlage erheben beispielsweise Gebühren für Farbabbil­dungen ( colour charges ) oder die Anzahl der Seiten einer zu publizierenden Ver­öffentlichung ( page charges ). Im Open-Access-Kontext stellen Publikationsge­bühren ein mögliches Geschäftsmodell zur Finanzierung der Publikation dar. Da Open-Access-Publikationen für Leser*innen entgeltfrei genutzt werden können, zahlen hier also nicht die Leser*innen sondern die Publizierenden für die Ver­öffentlichung. Für die Publikation eines Artikels in einer wissenschaftlichen Zeitschrift fallen sogenannte Article Processing Charges (APC) an, für die Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Buchpublikation Book Processing Charges (BPC). → APC → BPC → Open Access Publish and Read Publish and Read ist eine Vertragskomponente zur Finanzierung wissenschaftlicher Zeitschriften, die häufig für Transformationsverträge zwischen Bibliothekskonsortien und Verlagen verwendet wird. Ein bekanntes Beispiel sind die Verträge, die das Projekt DEAL ausgehandelt hat. Bei dieser Art der Finanzierung bezahlen die teilnehmenden Forschungseinrichtungen nicht wie bei Subskriptionen nur für das Lesen (“read”) der Inhalte, sondern auch für das Open-Access-Publizieren (“publish”) ihrer Autor*innen in dieser Zeitschrift. Der lesende Zugriff wird dabei mitfinanziert. Die Höhe der Beiträge wird über das Publikationsaufkommen der einzelnen Einrichtungen berechnet. → DEAL → Subskription → Transformation Repositorium Ein Repositorium ist ein an Universitäten oder Forschungseinrichtungen betrie­bener Dokumentenserver, auf dem wissenschaftliche Materialien archiviert und weltweit offen und langfristig zugänglich gemacht werden. Unterschieden wer­den institutionelle Repositorien (von Institutionen wie Universitätsbibliotheken, anderen Infrastruktureinrichtungen oder Forschungsorganisationen betrieben) und disziplinäre Repositorien (institutionsübergreifend, thematisch gebündelt, z. B. für eine Fachdisziplin). → ROAR Rights-Retention-Strategie In traditionellen Verlagsverträgen übertragen Autor*innen oft einen erheblichen Teil ihrer Rechte an Verlage, was ihre Kontrolle über ihre eigenen Werke einschränken und dazu führen kann, dass sie nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Verbreitung und Wiederverwendung ihrer eigenen Werke haben. Wissenschaftliche Einrichtungen können dem durch sog. “Rights Retention Strategies" entgegenwirken, z. B. indem sie mit ihren Wissenschaftler*innen Verträge abschließen, die den Einrichtungen das Recht zur Nachnutzung oder Zweitveröffentlichung wissenschaftlicher Werke einräumt – beispielsweise um sie in institutionellen Repositorien zu veröffentlichen, in Bildungsmaterialien einzubetten u. v. m. Eine Rights-Retention-Strategie kann Teil einer umfassenderen Open-Science-Strategie sein und hilft Einrichtungen wie Autor*innen, ihre Werke im Open Access langfristig sichtbar und zugänglich zu halten, ohne von Verlagsvereinbarungen eingeschränkt zu werden. → Repositorium ROAR Das Registry of Open Access Repositories (ROAR) ist eine Liste von Open-Access-Repositorien. Die durchsuchbare internationale Datenbank indexiert die Erstellung, den Standort und das Wachstum institutioneller Open-Access-Repositorien und deren Inhalte. → Repositorium Scholar-led Publishing Der Begriff Scholar-led Publishing bezieht sich auf ein Publikationsmodell, bei dem Wissenschaftler*innen sich organisieren und zusammenschließen, um ihre Forschungsergebnisse selbstbestimmt zu veröffentlichen. Scholar-led Publi­shers sind also von Wissenschaftler*innen geführte Verlage. → Bibliodiversität → Fair Open Access Self Archiving Durch Self Archiving oder Selbstarchivierung werden Publikationen zusätzlich auf einem Repositorium zweitveröffentlicht, um einen offenen Zugriff darauf zu ermöglichen. Teils wird darunter auch die Zugänglichmachung auf der Website der Autorin / des Autors verstanden. → Open Access Grün → Repositorium → Zweitveröffentlichung SNF Der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) fördert im Auftrag der Schweizer Bundesregierung Forschung aller Wissenschaftsbereiche. Er verpflichtet darüber hinaus alle geförderten Wissenschaftler*innen dazu, ihre Resultate frei zugänglich zu veröffentlichen. SPARC Europe Die Scholarly Publishing and Academic Resources Coalition Europe (SPARC) ist eine Allianz von europäischen Wissenschafts- und Forschungsbibliotheken, Nationalbibliotheken, Bibliotheksorganisationen und Forschungseinrichtungen. Sie will die Open-Access-Bewegung weiter voranbringen. SSRN Das Social Science Research Network (SSRN) ist einer der größten Preprint-Server im Bereich der Sozialwissenschaften . Die durchsuchbare Datenbank ermöglicht es, Working Papers und Abstracts kostenlos hochzuladen. Nachdem 2016 SSRN vom Großverlag Elsevier übernommen wurde, folgte kurz darauf die Ankündigung , den gemeinnützigen Server SocArXiv für Preprints in den Sozialwissenschaften zu gründen. → Preprint Subskription Subskription ist das traditionelle Modell der Finanzierung von Zeitschriften über Abonnements. Verlage geben Zeitschriften heraus, die dann von interessierten Nutzer*innen abonniert werden, um Zugriff auf die Inhalte zu erhalten. Im wis­senschaftlichen Kontext sind dies vor allem die Bibliotheken wissenschaftlicher Einrichtungen. Durch gestiegene Subskriptionspreise ist die sogenannte Zeitschriftenkrise entstanden. Ein Gegenmodell zur Subskription ist Open Access. → Open Access → Zeitschriftenkrise Transformation Der Begriff Transformation bezeichnet die vollständige Umstellung des wissenschaftlichen Publikationswesens auf Open Access, u. a. durch die Umwandlung traditioneller Subskriptionszeitschriften in Open-Access-Zeitschriften. → OA2020 → Open Access Gold → Plan S → Subskription Version of Record Bei der "Version of Record" oder Verlagsversion handelt es sich um einen Text, der bereits begutachtet und zur Veröffentlichung angenommen wurde und identisch mit der formal, also im Verlag bzw. einer Zeitschrift, veröffentlichten Fassung ist. → Postprint Zeitschriftenkrise Durch gestiegene Subskriptionspreise ist in den 1990er-Jahren die sogenannte Zeitschriftenkrise entstanden. Während die Zeitschriftenpreise immer weiter steigen, haben Bibliotheken für den Erwerb von Zeitschriften nur ein bestimm­tes Budget zur Verfügung und sind durch die höheren Kosten dazu gezwungen, Zeitschriften abzubestellen. Eine adäquate Versorgung der Wissenschaftler*­innen mit den benötigten wissenschaftlichen Informationen wird daher immer schwieriger. → Subskription Zenodo Zenodo ist ein universelles Datenrepositorium, das im Rahmen des europäi­schen OpenAIRE-Projekts entwickelt wurde und vom CERN betrieben wird. Es ermöglicht die Veröffentlichung von Datensätzen, Forschungssoftware, Berich­ten und anderen forschungsbezogenen digitalen Dokumenten. Für jede Einrei­chung wird ein persistenter Digital Object Identifier (DOI) erstellt, der die gespeicherten Objekte leicht zitierfähig macht. Zweitveröffentlichung Mit einer Zweitveröffentlichung werden Dokumente, die in einem Verlag oder einer Zeitschrift erschienenen sind, zusätzlich auf Open-Access-Dokumenten­servern (oder Repositorien) veröffentlicht, um einen offenen Zugriff darauf zu ermöglichen. Dabei sind die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Vorgaben der Verlage, z. B. → Embargofristen , zu beachten. → Open Access Grün → Repositorium → Self Archiving → Zweitveröffentlichungsrecht Zweitveröffentlichungsrecht Das Zweitveröffentlichungsrecht ist eine gesetzliche "Schranke" des deutschen Urheberrechts, die Autor*innen das Recht gibt, einen Beitrag in einer periodisch erscheinenden Sammlung über ein → Repositorium nach einer → Embargofrist von 12 Monaten zweitzuveröffentlichen, auch wenn dem Verlag bereits ein ausschließliches Nutzungsrecht eingeräumt wurde. Voraussetzung ist, dass die Publikation im Rahmen einer mit öffentlichen Mitteln geförderten Forschung entstanden ist. Das Zweitveröffentlichungsrecht bezieht sich auf die akzeptierte Manuskriptversion, die den Qualitätsprüfungsprozess bereits durchlaufen hat, aber noch nicht in das Verlagslayout übertragen wurde. Die → Zweitveröffentlichung ist nicht verpflichtend und der zweitveröffentlichte Beitrag darf nicht unter einer offenen → Lizenz zur Verfügung gestellt werden (vgl. § 38 Abs. 4 des deutschen Urheberrechtsgesetze s). → Postprint ALL Altmetrics APC arXiv BASE Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen Bethesda Statement on Open Access Publishing Bibliodiversität BMFTR (vormals BMBF) BPC Budapest Open Access Initiative Closed Access cOAlition S CoARA Creative-Commons-Lizenzen DEAL DFG Diamond Open Access DINI DINI-Zertifikat DOAB DOAJ DOI DORA Double Dipping Dual Publishing Embargofrist Flipping Fair Open Access FWF HAL Hybride Zeitschriften Impact Factor Informationsbudget Knowledge Unlatched Konsortiale Finanzierung Lizenz Mirror Journal OA2020 OAI-PMH OER Open Access Open Access Gold Open Access Grün Open Access Monitor Open Access Policy Open-Access-Strategie OpenAIRE OpenDOAR Open Journal Systems Open Monograph Press Open Peer Review Open Policy Finder Opt-out Overlay Journal Peer Review Plan S Postprint Predatory Publishing Preprint Public Knowledge Project Publikationsfonds Publikationsgebühren Publish and Read Repositorium Rights-Retention-Strategie ROAR Scholar-led Publishing Self Archiving SNF SPARC Europe SSRN Subskription Transformation Version of Record Zeitschriftenkrise Zenodo Zweitveröffentlichung Zweitveröffentlichungsrecht...

  9. Open Access Grün und Gold

    Intro Die verschiedenen Publikationswege Quelle: Hauss, J. (2026). Wege des Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.21821081 ( CC BY 4.0 International ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Grundsätzlich kann bei Open Access zwischen Zugangswegen (grüner und goldener Weg) und Finanzierungsoptionen (mit oder ohne Publikationsgebühren) unterschieden werden. Zusätzlich ist häufig auch von “Diamond Open Access” die Rede. 2 Der grüne Weg (auch bekannt als self-archiving ) bezeichnet die Zweitveröffentlichung bereits veröffentlichter Arbeiten (u. U. auch als Pre- oder Postprintversion) auf institutionellen oder disziplinären Repositorien, teils auch auf der Website der Autor*innen. 3 Der goldene Weg bezeichnet die Open-Access-Erstveröffentlichung in Zeitschriften, als Monografie oder als Beitrag in einem Sammelband, wobei üblicherweise derselbe Qualitätssicherungprozess durchlaufen wird wie bei Closed-Access-Veröffentlichungen. “Diamond Open Access” ist eine Unterform des goldenen Open Access, bei dem die Finanzierung ohne Publikationsgebühren und oft mit einem Community-geleiteten, nicht-kommerziellen Hintergrund erfolgt. Der grüne Weg Quelle: verändert nach Oberländer, A. (2020). Open Access – Es ist nicht alles Gold, was glänzt. In: Open Science. Von Daten zu Publikationen. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4018594 ( CC BY 4.0 International ) Der grüne Weg des Open-Access-Publizierens – auch Self Archiving oder Open Access Grün – bezeichnet die Zweitveröffentlichung von in einem Verlag erschienenen Dokumenten auf institutionellen oder disziplinären Open-Access-Repositorien . Teils wird darunter auch die Zugänglichmachung solcher Werke auf der Website der Autor*innen verstanden. Diese kann zeitgleich mit oder nachträglich zur Publikation der Inhalte im Verlag erfolgen und ist möglich für Preprints und Postprints wissenschaftlicher Artikel, aber auch andere Doku­mentarten wie z. B. Monografien, Forschungsberichte, Konferenzproceedings. Zweitveröffentlichungsservices an Hochschulen. Bericht zur Erhebung Der Bericht fasst wesentliche Ergebnisse einer im Rahmen des Projekts open-access.network durchgeführten Erhebung zusammen. Preprint und Postprint Quelle: Shafee, T. (2020). Typical publishing workflow for an academic journal article (preprint, postprint, and published) with open access sharing rights per SHERPA/RoMEO. Own work; adapted from diagram by Ginny Barbour Wikimedia Commons ( CC BY 4.0 International ) Preprints Hier finden Sie eine Einführung. Bei einem Preprint handelt es sich um eine (noch) nicht begutachtete wissen­schaftliche Publikation, d. h. die Qualität wurde noch nicht abschließend in einem Peer-Review-Verfahren begutachtet. Als Preprint wird manchmal auch ein Text in Form seiner Manuskriptfassung bezeichnet, die bei einer Zeitschrift oder einem Verlag für eine Veröffentlichung eingereicht wurde. Im Unterschied zum Preprint versteht man unter dem Postprint einen Text, der bereits begutachtet und zur Veröffentlichung angenommen wurde. Von Post­prints gibt es zwei Erscheinungsformen. Zum einen kann ein Postprint völlig identisch mit der vom Verlag veröffentlichten Fassung (der sogenannten publi­sher's version oder version of record ), sein. Zum anderen kann der Postprint mit dieser Verlagsversion inhaltlich gleich sein, sich aber von ihr z. B. durch Forma­tierung, Layout oder Paginierung unterscheiden. In diesem zweiten Fall spricht man von der akzeptierten Autorenfassung ( author’s manuscript ). Die Bereit­schaft von Verlagen, die Zweitveröffentlichung von Postprints oder Preprints zuzulassen, ist recht unterschiedlich. Einen Überblick darüber, was Verlage den Autor*innen gestatten, bietet das Verzeichnis Open Policy Finder . Das deutsche Zweitveröffentlichungsrecht gestattet Autor*innen unter bestimmten Bedingungen die Zweitveröffentlichung von Postprints. Praxistipp Auf der Suche nach einem geeigneten Repositorium? Listen von Open-Access-Repositorien finden sich im Directory of Open Access Repostories (Open DOAR) sowie im Registry of Open Access Repositories (ROAR) . Varianten des grünen Weges In der Open-Access-Diskussion werden drei Formen des Grünen Weges unter­schieden. Die Arbeiten können auf institutionellen Repositorien zugänglich gemacht werden. Autor*innen haben hierbei die Möglichkeit, ihre wissenschaft­lichen Texte auf einem fachübergreifenden Dokumentenserver ihrer Institution (z. B. Hochschule) abzulegen. Auf disziplinären Repositorien werden wissen­schaftliche Dokumente hingegen thematisch gebündelt (z. B. für eine Fach­disziplin ) zur Verfügung gestellt, unabhängig davon, welcher Institution der/die Autor*in angehört. Eine dritte Variante ist die Hinterlegung der wissenschaft­lichen Dokumente auf der eigenen Website. Eine solche Vorgehensweise bedeutet jedoch, dass die so hinterlegten Dokumente in der Regel schlechter sichtbar sind als im Falle der Archivierung auf institutionellen oder disziplinären Repositorien. Überdies ist ihre langfristige Verfügbarkeit nicht gesichert, so dass self archiving häufig nicht als Form des Open Access anerkannt wird, z. B. in der Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen . Der goldene Weg Der goldene Weg des Open-Access-Publizierens – auch Open Access Gold ge­nannt – bezeichnet die Erstveröffentlichung wissenschaftlicher Werke als Artikel in Open-Access-Zeitschriften , als Open-Access-Monografie oder als Beitrag in einem Open Access erscheinenden Sammelwerk oder Konferenzband. Diese Texte durchlaufen für gewöhnlich denselben Qualitätssicherungsprozess, den auch Closed-Access -Werke durchlaufen, meist in Form eines Peer Review oder Editorial Review. Mit dem Verlag wird in der Regel ein Publikationsvertrag ge­schlossen, der bestimmt, welche Nutzungsrechte die Autor*innen dem Verlag einräumen und welche Nutzungsbedingungen für die offen zugänglichen Dokumente gelten sollen. Ein solcher Vertrag wird oftmals durch eine Open-Access-Publikationslizenz ergänzt, durch die die Autor*innen den Nutzer*in­nen weitergehende und genau spezifizierte Rechte einräumen können. Quelle: verändert nach Oberländer, A. (2020). Open Access – Es ist nicht alles Gold, was glänzt. In: Open Science. Von Daten zu Publikationen. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4018594 ( CC BY 4.0 International ) Finanzierung Sowohl Open-Access- als auch Closed-Access-Publikationen müssen finanziert werden. Die Optionen zur Finanzierung von Open-Access-Publikationen sind vergleichbar denen, die zur Finanzierung von Closed-Access-Veröffentlichungen genutzt werden: durch den Verkauf von Print-Exemplaren, unbezahlte Unter­stützung aus der wissenschaftlichen Community sowie durch wissenschaftliche Einrichtungen und ehrenamtliche Arbeit, durch Werbung oder Sponsoring. Teils findet auch eine Querfinanzierung statt: vor allem kommerzielle Verlage, die das Geschäftsmodell des Open Access Gold erproben möchten, finanzieren neue Journale durch Einkünfte aus dem Subskriptionsgeschäft . Mitunter werden Publikationsgebühren oder Article Processing Charges (APCs) als typisches Finanzierungsmodell im Open Access Gold genannt, allerdings sind Publika­tionsgebühren auch im Closed Access weit verbreitet ( Gutknecht, 2018 ). Die APCs werden pro angenommenem und publiziertem Artikel fällig (bei Monografien entsprechend Book Processing Charges (BPCs) ). APCs können mit institutionellen Mitgliedschaften kombiniert werden: Gehören publizierende Autor*innen einer Einrichtung an, die eine institutionelle Mitgliedschaft bei einem Open-Access-Verlag pflegt, übernimmt diese die Publikationskosten ganz oder teilweise. Viele Einrichtungen bieten darüber hinaus weitere Möglichkeiten an, diese Kosten zu erstatten, z. B. über Publikationsfonds . Wenn eine Open-Access-Publikation gänzlich ohne APCs auskommt, also sowohl für Lesende wie auch für Publizierende kostenfrei ist, spricht man auch von Diamond Open Access . Hierfür sind alternative Finanzierungsmodelle nötig, z. B. konsortiale Finanzierung. Mehr über das Verhältnis von Diamond und Gold Open Access findet sich bei Dellmann et al. (2022) . Open Access und Forschungsförderer Hier finden Sie eine Einführung. Geschäftsmodelle für Open-Access-Bücher Hier finden Sie eine Einführung. Geschäftsmodelle für Open-Access-Zeitschriften Hier finden Sie eine Einführung. Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Video zur Finanzierung von Open-Access-Monographien Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Diamond Open Access Wenn eine Open-Access-Publikation gänzlich ohne Publikationsgebühren auskommt, also sowohl für Lesende wie auch für Publizierende kostenfrei ist, spricht man bei diesem Spezialfall von Open Access Gold auch von Diamond Open Access . Außerdem erfolgt Diamond Open Access oft mit einem wissenschaftsgeleiteten, nicht-kommerziellen Hintergrund. Der Hauptgedanke hinter diesem Modell ist die Schaffung unabhängiger Publikationsinfrastrukturen, die dauerhaft in der Hand der Wissenschaft liegen, wie es der Wissenschaftsrat (2023) empfiehlt. Mehr über das Verhältnis von Diamond und Gold Open Access und eine Diskussion unterschiedlicher Definitionen von Diamond Open Access findet sich bei Dellmann et al. (2022) . Einen erweiterten Vorschlag für eine Definition von Diamond Open Access liefert das Projekt CRAFT-OA ( Armengou et al., 2024 ). Die "OA Diamond Journals Study” von Bosman et al. (2021) diskutiert Potenziale und Herausforderungen solcher Publikationsformate, insbesondere bei Zeitschriften und zeigt auf, dass Diamond-Open-Access-Zeitschriften sich oft auf ehrenamtliche Arbeit stützen und ihre Publikationen in der Regel über konsortiale Modelle , institutionelle (Förder-)Mittel, Crowdfunding- oder Mitgliedschaftsmodelle finanzieren (vgl. S. 117ff.). Überblicke über die deutsche bzw. die schweizerische Diamond-Open-Access-Landschaft finden sich bei Hahn et al. (2022) bzw. Taubert et al. (2024) . Auch im Bereich der Buchpublikationen rückt das Diamond-Modell vermehrt in den Blick. Initiativen wie das Open Book Collective (OBC) organisieren eine gemeinschaftliche Finanzierung durch Forschungseinrichtungen, sodass Verlage und Verlagsdienstleister auf BPCs verzichten können. Zudem bieten viele universitätsgetragene Verlage die Möglichkeit einer kostenfreien Buchpublikation. Oft steht dieses Angebot auch Nicht-Angehörigen der entsprechenden Einrichtung offen. Um Diamond Open Access als faire, wissenschaftsgeleitete und nicht-kommerzielle Variante von Open Access zu fördern und Initiativen zu vernetzen, initiierte die UNESCO 2024 die Global Diamond Open Access Alliance . Auf europäischer Ebene sprach sich 2023 der Rat der Europäischen Union für eine Förderung von Diamond Open Access aus ( Rat der Europäischen Union, 2023 ). 2025 wurde der European Diamond Capacity Hub (EDCH) ins Leben gerufen, um die bestehenden Initiativen zu Diamond Open Access auf europäischer Ebene zu koordinieren und zu vernetzen. In Deutschland veröffentlichte 2025 die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina ein Diskussionspapier , das einen konkreten Vorschlag für die Finanzierung und Evaluation von Diamond-Open-Access-Zeitschriften vorlegt. Im selben Jahr hat die DFG -finanzierte konsortiale Servicestelle Diamond Open Access (SeDOA ) den Betrieb aufgenommen. Sie soll den Aufbau und die Weiterentwicklung von Diamond-Open-Access-Publikationsstrukturen fördern. Hierfür werden u. a. Anfragen zu Publikationsvorhaben an bestehende Diamond-Publikationsinfrastrukturen vermittelt und eine Registry von Diamond-Open-Access-Zeitschriften im deutschen Raum aufgebaut. Gleichzeitig bildet SeDOA das National Capacity Centre (NCC) für den EDCH. Diamond Open Access Standard (DOAS) Der Diamond Open Access Standard formuliert Qualitätskriterien für Diamond-Zeitschriften. Er wurde vom DIAMAS-Projekt erarbeitet. Quelle: verändert nach Oberländer, A. (2020). Open Access – Es ist nicht alles Gold, was glänzt. In: Open Science. Von Daten zu Publikationen. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4018594 ( CC BY 4.0 International ) Akteure der Diamond-Open-Access-Community: Sechs Akteursgruppen und ihre individuellen Beiträge zu einem fairen und gemeinschaftlichen Diamond Open Access. Quelle: Henkes, L. M., & Holscher Blackman, K. (2025). Wissenschaftliches Publizieren neu denken. Blaupause für gemeinschaftliches und faires Diamond Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.17240865 ( CC BY 4.0 International ) Zwischenwege Zwischen goldenem und grünem Weg existieren auch graduelle Zwischenposi­tionen. So erlaubt es der sozialwissenschaftliche Dokumentenserver Social Science Research Network (SSRN) sowohl bereits erschienene Zeitschriften­artikel offen zugänglich zu machen als auch Manuskripte als Preprints zu publizieren und diese bei mit SSRN kooperierenden Journalen einzureichen. Als weiteres Beispiel können die epijournals oder overlay journals ( Gowers, 2015 ) der Mathematik gelten. Dabei handelt es sich um Open-Access-Zeit­schriften, die die Infrastruktur von Preprint-Servern oder Repositorien nutzen. Einreichungen werden von den Autor*innen auf arXiv oder Hyper Articles en Ligne (HAL) zugänglich gemacht und zur Aufnahme in eines der epijournals vorgeschlagen. Wird die Einreichung nach erfolgtem Peer Review akzeptiert, bleiben sowohl die ursprüngliche Fassung als auch die überarbeitete Zeitschriftenversion bestehen. Einige Zeitschriften der Verlage Copernicus Publications oder F1000 arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip mit offenem Peer Review. Ähnlich nutzen Closed-Access-Verlage arXiv, indem sie es ermöglichen, Manuskripte auf diesem Server automatisch in den eigenen Einreichungsworkflow einzuspeisen. Auch das Einspielen von Preprints vor der Veröffentlichung des Inhalts im Verlag trägt Merkmale des goldenen und grünen Wegs des Open Access. Genauso stellt die Erstveröffentlichung von Dokumenten wie Dissertationen oder Schriftenreihen auf einem Repositorium eine Art Mischform der erwähnten Strategien dar: Da es sich um Erstveröffentlichungen handelt, kann die Publikation als Gold Open Access gelten, allerdings erfolgt sie auf Servern, den Repositorien, die üblicherweise zur Bereitstellung von Materialien des grünen Open Access dienen. Neben Open Access Grün und Gold werden manchmal noch weitere Varianten mit Farbsymbolen belegt ( Piwowar et al., 2018 ; Schmeja, 2018 ); dabei handelt es sich z. T. nicht um Open-Access-Publikationen im eigentlichen Sinn, etwa wenn ein Zeitschriftenartikel zwar kostenlos gelesen werden kann, aber nicht dauerhaft nachnutzbar ist. Video zum Open-Access-Regenbogen Quelle: Schmeja, S. (2020). Der Open-Access-Regenbogen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/49667 ( CC BY 3.0 DE ) Open-Access-Publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Wo und wie offen publizieren? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access Helpdesk Stellen Sie hier Ihre konkreten Fragen rund um Open Access. Forum Sie haben eine Frage oder möchten Aspekte des Open Access mit anderen diskutieren? Nutzen Sie gerne unser Forum. Literatur Armengou, C., Bargheer, M., Gingold, A., Holsinger, S., Laakso, M., Mitchell, D., Mounier, P., Pölönen, J., Rooryck, J., Ševkušić, M., Souyioultzoglou, I., & Varachkina, H. (2024). Operational Diamond OA criteria for journals . DIAMAS and CRAFT-OA projects. https://zenodo.org/records/12721408 Bosman, J., Frantsvåg, J. E., Kramer, B., Langlais, P.-C., & Proudman, V. (2021). OA Diamond Journals Study. Part 1: Findings. https://doi.org/10.5281/zenodo.4558704 . Dellmann, S., van Edig, X., Rücknagel, J., & Schmeja, S. (2022). Facetten eines Missverständnisses. o-bib 9 (3). https://doi.org/10.5282/o-bib/5849 Gowers, T. (2015, September 10). Discrete Analysis - an arXiv overlay journal. Gowers’s Weblog . https://gowers.wordpress.com/2015/09/10/discrete-analysis-an-arxiv-overlay-journal/ Gutknecht, C. (2018, Januar 8). Publikationskosten für Closed-Access: die verschwiegenen APCs. Wisspub.net . https://wisspub.net/2018/01/08/apcs-von-denen-fast-niemand-spricht/ Hahn, D., Hehn, J., Hopp, C., & Pruschak, G. (2022). Mapping the Swiss landscape of diamond open access journals. The PLATO study on scholar-led publishing . https://doi.org/10.5281/zenodo.7461728 Piwowar, H., Priem, J., Larivière, V., Alperin, J. P., Matthias, L., Norlander, B., Farley, A., West, J., & Haustein, S. (2018). The state of OA: a large-scale analysis of the prevalence and impact of Open Access articles. PeerJ , 6, e4375. https://doi.org/10.7717/peerj.4375 Rat der Europäischen Union (2023). Wege des hochwertigen, transparenten, offenen, vertrauenswürdigen und fairen wissenschaftlichen Publizierens - Schlussfolgerungen des Rates. https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-9616-2023-INIT/de/pdf Schmeja, S. (2018, October 24). Gold, Grün, Bronze, Blau...: Die Open-Access-Farbenlehre. TIB-Blog . https://blogs.tib.eu/wp/tib/2018/10/24/gold-gruen-bronze-blau-die-open-access-farbenlehre/ Taubert, N., Sterzik, L., & Bruns, A. (2024). Mapping the German Diamond Open Access journal landscape. Minerva , 62 (2), 193–227. https://doi.org/10.1007/s11024-023-09519-7 Wissenschaftsrat (2023). Empfehlungen zur Souveränität und Sicherheit der Wissenschaft im digitalen Raum . https://doi.org/10.57674/m6pk-dt95...

  10. Open Access Gründe und Vorbehalte

    Intro Die Vorteile von Open Access Quelle: Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51995 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Zahlreiche Gründe sprechen für Open Access. 2 Es gibt aber auch Zweifel und Vorbehalte. 3 Viele Vorbehalte lassen sich durch gute Gegenargumente entkräften. Gründe für Open Access Schneller und kostenloser Zugang zu wissenschaftlicher Information Open Access veröffentlichte Informationen sind für alle Wissenschaft­ler*innen, für Studierende, Berufstätige und für die interessierte Öffentlichkeit auf der ganzen Welt sofort online erreichbar und leicht auffindbar. Open-Access-Publikationen erscheinen oft schneller als im konventionellen Publikationssystem. Da die Nutzung von Open-Access-Materialien kostenlos möglich ist, stehen sie, anders als Closed-Access -Werke, allen Personen unabhängig von finanziellen Mitteln und Forschungsstandorten zur Verfügung. Insofern kann Open Access einen Beitrag zur Verringerung der digitalen Kluft in der Wissenschaft leisten. Faire Nutzung von Steuergeldern und Richtlinien von Förderorganisationen Viele Forschungsförderer haben Open-Access-Bedingungen in ihre Richtlinien zur Vergabe von Fördermitteln aufgenommen (siehe Forschungsförderer und Open Access ). In den Zuwendungsverträgen wird festgelegt, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus geförderten Projekten entstehen, im Open Access öffentlich frei verfügbar gemacht und nachnutzbar sein sollen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Ergebnisse aus Forschungsprojekten, die von der Öffentlichkeit mit Steuermitteln gefördert werden, anschließend auch von der Öffentlichkeit genutzt werden können. Freier Zugang zu öffentlich finanzierten Forschungsergebnissen Durch Open Access sind die Ergebnisse öffentlich subventionierter Forschung online frei zugänglich und nachnutzbar und müssen nicht durch die Wissenschaftseinrichtungen von den Verlagen (zurück-)gekauft werden. Erhöhte Sichtbarkeit und Zitierhäufigkeit von Veröffentlichungen Open-Access-Beiträge werden deutlich besser wahrgenommen als solche, die nicht frei im Internet verfügbar sind. Die globale kostenlose Verfügbarkeit führt zu einer verstärkten Nutzung, die wiederum eine höhere Zitationshäufigkeit zur Folge hat. Eine Reihe empirischer Studien belegen für Open-Access-Publikationen zum Teil deutliche Zitations­vorteile verglichen mit Closed-Access-Publikationen ( Piwowar et al., 2018; Langham-Putrow et al., 2021 ). Weitere ältere Studien zu Zitationsvorteilen finden sich in einer Übersicht von SPARC Europe . Die wesentlichen Vorteile von Open-Access-Inhalten werden häufig mit den Begriffen Sichtbarkeit und Impact umschrieben. Die Sichtbarkeit bezieht sich auf die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Dokument wahrge­nommen und verbreitet wird, Impact auf die nachhaltige Rezeption und das Einfließen der Ergebnisse in die weitere Forschungsarbeit und die wissenschaftliche Diskussion. Sichtbarkeit und Impact tragen zusammen zum Renommée von Autor*innen bzw. ihrer Institution bei. Förderung der internationalen und interdisziplinären Zusammenarbeit Open-Access-Publikationen fördern die weltweite Vernetzung wissen­schaftlicher Arbeit. Des Weiteren ermöglicht die globale freie Verfügbar­keit und Nachnutzbarkeit von Open-Access-Inhalten Personen in ärme­ren Ländern, auf relevante wissenschaftliche Informationen zuzugreifen und diese zu nutzen. Open-Access-Verlage, die sich durch Publikations­gebühren finanzieren, erlassen häufig Wissenschaftler*innen aus ärmeren Ländern diese Gebühren. Durch die zeitnahe internationale Veröffentlichung werden die Koope­ration der Wissenschaftler*innen gefördert und der Forschungsprozess beschleunigt. Autor*innen bekommen bei Open-Access-Publikationen umgehende Reaktionen von ihren Kolleg*innen weltweit. Verbleib der Verwertungsrechte bei den Autor*innen Open-Access-Publikationen sind urheberrechtlich genauso geschützt wie jede andere Publikation. In Verlagsverträgen räumen die Autor*innen dem Verlag nur ein einfaches (nicht ausschließliches) Nutzungsrecht ein. Sie haben damit weiterhin das Recht, ihre Arbeit selbst zu verwerten. Durch frei Lizenzen wie Creative-Commons-Lizenzen haben Autor*innen zudem die Möglichkeit, weitere Nutzungsrechte selbst exakt zu definie­ren, ihre Inhalte unter weltweit standardisierten Bedingungen zu teilen und sich weitere Veröffentlichungsoptionen offen zu halten. Gegenüber der in herkömmlichen Verlagsverträgen üblichen Übertragung sämtlicher Verwertungsrechte an den Verlag hat Open Access damit deutliche Vorteile für Autor*innen. Langfristige Verfügbarkeit der Dokumente In Repositorien wird die langfristige Archivierung von Dokumenten sichergestellt, die durch die Bereitstellung auf persönlichen Homepages nicht gewährleistet ist. Der permanente Zugriff auf den Text wird technisch durch die Vergabe von sogenannten persistenten Identifikatoren ( DOI , URN etc.) gewährleistet, die unabhängig vom konkreten Ablageort eines Dokuments sind. Bisher archivieren viele wissenschaftliche Autor*innen ihre Arbeiten nicht dauerhaft und verlässlich. Die erstellten Ergebnisse gehen ihrer Forschungsinstitution dadurch verloren und die Langzeiterhaltung obliegt allein den Verlagen. Eine parallele Speicherung auf Open-Access-Repositorien hilft jedoch, den dauerhaften Zugriff zu gewährleisten. Echte Open-Access-Publikationen können aufgrund ihrer Nutzungslizenzen auch von Dritten und ohne gesonderte Erlaubnis archiviert werden, womit die Ausfallsicherheit steigt. Förderung der Forschungseffizienz Repositorien wie arXiv stellen Forschungsergebnisse schon vor deren Peer Review und der formellen Publikation als Preprint zur Verfügung. So gelangen die Forschungsergebnisse schneller in Umlauf und können diskutiert und überprüft werden. Swan (2010) führt die hohen Zitations­zahlen bei Open-Access-Publikationen unter anderem auf eine raschere Verfügbarkeit zurück und bezeichnet dieses Phänomen als early advantage . Verbesserung der Informationsversorgung und Ausweg aus der Zeitschriftenkrise Open Access unterstützt die Informationsversorgung einerseits technisch, indem durch die Möglichkeit des direkten Online-Zugriffs Beschaffungsaufwand und Zeitverluste vermieden werden. Andererseits wird es bei einem wachsenden Anteil frei zugänglicher Publikationen zunehmend einfacher, sich schnell und umfassend über den aktuellen Forschungsstand zu informieren. Seit Mitte der 1990er-Jahre belasten steigende Preise für die Anschaffung von Closed-Access-Zeitschriften die Bibliotheksetats. Dies führte zu einer Unterversorgung mit wissenschaftlichen Zeitschriften, der sogenannten Zeitschriftenkrise . Als Folge hiervon sind heute viele Zeitschriften über Bibliotheken nicht mehr verfügbar. Da Open Access die globale entgeltfreie Verfügbarkeit und Nachnutzbarkeit wissenschaftlicher Informationen zum Ziel hat, kommen derartige Versorgungslücken im Open Access nicht vor. Vorteile in vernetzten, IT-gestützten Arbeitsumgebungen Closed-Access-Publikationen sind aufgrund ihrer beschränkten Zugriffs- und Nachnutzungsmöglichkeiten für die Anforderungen digitaler Wissenschaft, die auf vernetztes Arbeiten, die Anreicherung von Informationen, automatisierte Analysen sowie Text- und Datamining setzt, von geringem Nutzen. Open Access hingegen ermöglicht den barrierefreien Zugriff auf Informationen innerhalb vernetzter Forschungsumgebungen und Workflows und ist daher eine wichtige infrastrukturelle Voraussetzung für digitale Wissenschaft. Prioritätssicherung Mit der Veröffentlichung geben Autor*innen ein wissenschaftliches Ergebnis bekannt, identifizieren sich damit und übernehmen die Gewähr für den Inhalt und die wissenschaftliche Qualität der Publikation. Dabei hat das Datum der Veröffentlichung eine wesentliche Bedeutung im Sinne der Dokumentierung der wissenschaftlichen Priorität, etwa in Zusammenhang mit einer Entdeckung oder Erfindung ( Werner, 2010 ). Insbesondere Preprints bieten hinsichtlich der Prioritätssicherung verschiedene Vorteile: Autor*innen können bei der Veröffentlichung Zeit sparen, indem sie eine Vorabversion als Preprint auf einem Open-Access-Repositorium verfügbar machen. Sie vermeiden Prioritätsprobleme im Falle der Ablehnung einer Zeitschriftenpublikation und den damit zusätzlich einhergehenden Zeitverzug. Gute Auffindbarkeit über Suchmaschinen und Nachweisdienste Da Open-Access-Publikationen ohne Zugriffsbeschränkung im Internet abgerufen werden können, sind sie auch als Volltexte in Suchmaschinen wie z. B. Google oder Google Scholar auffindbar. In der Regel werden Open-Access-Publikationen durch Metadaten, Abstracts und Schlagwör­ter erschlossen, weshalb sie direkt nach ihrer Veröffentlichung über internationale Suchmaschinen und Bibliothekskataloge auffindbar sind. Dadurch kann eine optimale Sichtbarkeit und wissenschaftliche Wirksam­keit erfolgen. Ihre Relevanz für wissenschaftliche Fragestellungen kann unmittelbar überprüft werden – womit auch ein Beitrag zur Transparenz in der Wissenschaft geleistet wird. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Vorbehalte entkräften Qualitätsvorbehalte Vorbehalt: Mangelndes Renomée Manche Autor*innen befürchten, dass Open-Access-Beiträge nicht angemessen anerkannt werden, was sich negativ auf die Leistungs­bewertung und die Beantragung von Fördermitteln auswirken und somit von Nachteil für die wissenschaftliche Laufbahn sein könnte ( Olejniczak & Wilson, 2020 ). Als ein möglicher Grund werden die geringe Etablierung und das mangelnde Renommée von Open-Access-Zeitschriften genannt. Gegenargumente Diese vor allem zu Beginn des Open-Access-Publizierens artikulierte Befürch­tung verliert zusehends an Bedeutung, da die Reputation wissenschaftlicher Zeitschriften in aller Regel mit der Dauer ihres Bestehens zunimmt. Die vormals neuen Open-Access-Zeitschriften haben heute mehrere Jahrgänge publiziert und sind etabliert: Im Jahr 2012 erhielt mit PLOS ONE erstmals eine Open-Access-Zeitschrift den höchsten Anteil aller Zitate (1,3 Prozent, basierend auf den Daten des Web of Science) und löste die Closed-Access-Zeitschrift Procee­dings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS) ab ( Geschuhn et al., 2013 ). Zudem zielt der Qualitätsvorbehalt nur auf eine der beiden Open-Access-Strategien , den goldenen Weg . Beim Verfolgen des grü­nen Wegs erfolgt die primäre Publikation in der Regel in einer Closed-Access-Zeitschrift und erst die Zweitveröffentlichung auf einem kostenlos nutzbaren Repositorium, sodass der Vorbehalt, durch Open-Access-Publikationen an Renommée zu verlieren, hier nicht greift. Da dieser Vorbehalt sich nicht auf die Open-Access-Erscheinungsweise bezieht, sondern auf den Status als vergleichs­weise neue Zeitschriften, greift der Vorbehalt ebenfalls überall dort nicht, wo bereits etablierte Zeitschriften von Closed Access auf Open Access umgestellt wurden. Vorbehalt: Mangelnde Qualitätssicherung Zwar kennt nur ca. ein Viertel der Open-Access-Zeitschriften eine (Teil-)Finanzierung durch Publikationsgebühren , dennoch wird diesen mitunter unterstellt, die Gebühren korrumpierten die Qualitätssicherung: Da Zeitschriften, die solche Gebühren nutzen, an jedem publizierten Artikel verdienen, sei die Qualitätssicherung durch ein rigoroses Peer Review weniger wichtig als die Einnahmen durch Gebühren ( Conticello, 2021 ). Open-Access-Mythencheck: "Open Access hat nicht die gleiche Qualität" Quelle: Strauß, H.; Hauss, J.; Rücknagel, J. (2023): Open-Access-Mythencheck: "Open Access hat nicht die gleiche Qualität". Open-Access-Mythencheck, Technische Informationsbibliothek (TIB) et al., 2023. https://doi.org/10.5446/62322 ( CC BY 3.0 DE ) Dabei wird ignoriert, dass auch Closed-Access-Zeitschriften Publikationsgebüh­ren nutzen und daher denselben Mechanismen unterliegen. Zudem berichten Studien regelmäßig auch bei hoch renommierten Closed-Access-Zeitschriften über fragwürdige Qualitätssicherung. Generell besteht kein Zusammenhang zwischen Renommée einer Zeitschrift und zugrunde liegendem Geschäftsmodell. So gibt es hohe und niedrige Qualität gleichermaßen bei kommerziellen wie nicht-kommerziellen Verlagen und Zeitschriften und auch bei kostenpflichtigen wie kostenlosen Angeboten. Die Herausgeber*innen von Open-Access-Zeitschriften sind zudem wie die aller anderen Zeitschriften an qualitativ hochwertigen Beiträgen interessiert, da hohe Qualität naturgemäß ein breiteres Spektrum von Autor*innen anzieht und mindere Qualität einen Wettbewerbsnachteil darstellt. Folglich existieren zahlreiche Open-Access-Zeitschriften, die innerhalb kurzer Zeit vergleichbar hohe Impact-Faktoren erzielt haben wie Closed-Access-Zeitschriften ( Björk & Solomon, 2012 ). Die Open-Access-Bewegung hat sogar dazu beigetragen, dass neuartige Verfahren zur Qualitätssicherung wissenschaftlicher Publikationen erprobt und etabliert werden, darunter Open Peer Review oder Altmetrics . Vorbehalt: Kein Qualitätsmaßstab in Repositorien Bedenken gibt es auch hinsichtlich der Qualität der in disziplinären und institutionellen Repositorien eingestellten Dokumente. Die Bereitstellung von Artikeln in institutionellen und disziplinären Repositorien wird oftmals auf Postprints beschränkt, das heißt hier handelt es sich um einen zusätzlichen Zugang zu einer konventionellen Publikation (grüner Weg oder Zweitveröffentlichung), bei der die Originalversion in der Regel bereits durch den Peer-Review-Prozess einer Zeitschrift oder eines Verlages angenommen wurde und somit die Qualität als gesichert gilt. Mitunter kann bei Dokumenten, die auf Repositorien bereitgestellt werden, auch Unsicherheit bezüglich ihrer Authentizität aufkommen, z. B. ob ein Dokument auch wirklich formal in einem Verlag erschienen ist oder wie es zitiert werden soll. Letzteres lässt sich einfach beantworten: Beim Zitieren werden die bibliographischen Angaben der Verlagsversion genutzt, ergänzt um einen Link zur Open-Access-Version. Die Qualität von Preprints und working papers unterliegt der fachlichen Diskus­sion und dem Selbstregulativ der Wissenschaftsgemeinschaft, und Qualifika­tions- bzw. Abschlussarbeiten wie beispielsweise Habilitationsschriften oder Dissertationen entsprechen für gewöhnlich einem hohen Qualitätsmaßstab. Fragen der Auffindbarkeit Vorbehalt: Schlechte Auffindbarkeit von Open-Access-Publikationen Autor*innen von Open-Access-Inhalten möchten sicher sein, dass ihre Arbeiten langfristig auffindbar, lesbar und inhaltlich unverändert sind. Gegenargumente Diesen Anforderungen tragen die Betreiber*innen von Repositorien und die Herausgeber*innen von Open-Access-Zeitschriften Rechnung. Um die Auffindbarkeit zu sichern, werden die Dokumente selbst nicht nur sicher und dauerhaft gespeichert, sondern zugleich mit durchsuchbaren Beschreibungs­daten (Metadaten) verknüpft. In Repositorien wird die Abfrage und Übertragung von Metadaten über eine OAI-PMH-Schnittstelle sichergestellt. Sowohl Open-Access-Zeitschriften als auch Open-Access-Repositorien stellen in der Regel standardisierte Metadaten zur Verfügung, sodass die Auffindbarkeit von Open-Access-Publikationen mindestens in gleichem Maß gesichert ist wie bei Closed-Access-Publikationen. Überdies können Open-Access-Publikationen problemlos an verschiedenen Stellen zweitveröffentlicht werden. Das bedeutet, dass Open-Access-Publikationen z. B. über Suchmaschinen wie Google oder Google Scholar gefunden werden. Speziell für wissenschaftliche Open-Access-Publikationen existiert zudem die Suchmaschine Bielefeld Academic Search Engine (BASE) , die u. a. auf Texte aus Repositorien zugreift. Langzeitarchivierung von Dokumenten Vorbehalt: Open-Access-Publikationen sind nicht langfristig verfügbar Immer wieder kommt es vor, dass im Internet gefundene Dokumente nach einigen Wochen, Monaten oder Jahren nicht mehr auffindbar sind. Aus dieser alltäglichen Erfahrung erwächst die Sorge um die langfristige Verfügbarkeit digitaler Inhalte. Gegenargumente Von dieser Problematik der digitalen Flüchtigkeit sind Closed-Access- und Open-Access-Dokumente in gleichem Maß betroffen. Zielführend für eine dauerhafte Verfügbarkeit der Dokumente ist eine Kooperation der Verlage, Zeitschriften bzw. Repositorien mit Nationalbibliotheken oder anderen Anbietern von Langzeitarchivierungsdiensten. Für den grünen Weg des Open Access gilt im Hinblick auf die Langzeitarchivierung dabei im Besonderen, dass die Zweitveröffentlichung von formal im Verlag erschienen Publikationen auf einem Repositorium dem Ablegen auf einer Website vorzuziehen ist. Das Bereitstellen auf Websites ist, verglichen mit der Repositorien-Nutzung, nicht dauerhaft sicher: Organisationswechsel oder Änderungen der Websites führen in aller Regel zum kurz- oder mittelfristigen Verlust der Information. Im Gegensatz dazu sorgen Repositorien für eine Langzeitarchivierung ihrer Dokumente, u. a. durch die dauerhafte Anbindung des Repositoriums an eine Wissenschaftsinstitution, die Vergabe persistenter Identifikatoren wie DOIs oder die Konvertierung von Dokumenten in ein Langzeitarchivierungsformat. Das DINI-Zertifikat für Repositorien enthält auch Anforderungen an die Langzeitverfügbarkeit von Dokumenten. Rechtliche Vorbehalte Vorbehalt: Verwertungsrechte sind schwer handhabbar Einige Autor*innen sehen bei der Bereitstellung ihrer Arbeiten in Repo­sitorien Schwierigkeiten bei der Handhabung ihrer urheberrecht­lichen Verwertungsrechte. Dabei geht es um potenziell konkurrierende Verwertungsrechte in den Fällen, in denen ein Beitrag bereits in einer Zeitschrift erschienen oder eine spätere Publikation beabsichtigt ist. Zudem wollen Autor*innen die Kontrolle über die spätere Nachnutzung und ggf. Verwertung ihrer Arbeit durch andere behalten. Gegenargumente Diese und ähnliche Vorbehalte lassen sich meist auflösen: Informationen und Empfehlungen hierzu finden Sie unter Rechtsfragen . Finanzierbarkeit des Author-Pays-Modells Vorbehalt: Open Access ist teurer Eine immer wieder diskutierte Kritik an Open Access Gold ist die Kostenfrage. Ist das Author-Pays-Modell für Wissenschaftler*innen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen wirklich finanzierbar ( Chiodelli, 2021 )? Dies geht einher mit der Frage, welche Kosten Open-Access-Angebote tatsächlich verursachen und wie diese Kosten im Vergleich zu den Kosten einzelner Publikationen im traditionellen Verlagswesen stehen. Open Access Mythos: "Open Access ist viel zu teuer" Quelle: Strauß, H.; Hauss, J.; Rücknagel, J. (2023): Open-Access-Mythencheck: "Open Access ist viel zu teuer". Open-Access-Mythencheck, Technische Informationsbibliothek (TIB) et al., 2023. https://doi.org/10.5446/62322 ( CC BY 3.0 DE ) Gegenargumente Eine eindeutige Antwort kann hier nicht gegeben werden. Für die Organisation des Peer Review dürften in beiden Fällen vergleichbare Kosten anfallen ( Gross­mann & Brembs, 2021 ). Die konkreten Kostenstrukturen sind aber bei Open-Access-Verlagen im Vergleich zum traditionellen Publikationssystem sehr unterschiedlich und schwer vergleichbar. Unter Beachtung sämtlicher wirt­schaftlicher Faktoren kommt Houghton (2009) zum Schluss, dass Publizieren mit Open Access am stärksten mit ökonomischen Vorteilen verbunden und daher insgesamt am kostengünstigsten ist - gleich ob als goldener oder grüner Open Access. Verschiedene Studien weisen zudem darauf hin, dass Open Access gesamtwirt­schaftlich betrachtet auf indirekte Weise mit Einsparungen bei den Zugangs­kosten, Arbeitskosten und Transaktionskosten verbunden sein kann ( Fell, 2019 ). Viele Open-Access-Zeitschriften erheben übrigens keine Publikationsgebühren ( APCs ) ( Open Access Platin ). Oftmals werden sie aus institutionellen Mitteln oder durch Förderer finanziert oder sie sind Teil von Bestrebungen, die Kontrolle über den Publikationsprozess an die Wissenschaftsgemeinschaft zurückzugeben ( Fair Open Access ). Eindeutig liegt eine Veränderung der Kostenbelastung bei einzelnen Hochschulen und Forschungseinrichtungen vor. Forschungsintensive und publikationsstarke Einrichtungen werden bei der Umkehrung der Finanzlast von Nutzer*innen hin zu Autor*innen relativ mehr zahlen müssen als Hochschulen und Forschungseinrichtungen, an denen weniger publiziert wird ( Swan & Houghton, 2012 ). Vorbehalt: Publikationsgebühren sind zu hoch Publikationsgebühren sind nicht für alle Wissenschaftler*innen einfach aus ihren Forschungsmitteln oder anderen Quellen aufzubringen. Berührt sind hier soziale, forschungs- und hochschulpolitische Fragen ( Olejniczak & Wilson, 2020 ): Autor*innen ohne feste Anbindung an eine wissenschaftliche Einrichtung stehen ebenso wie unabhängige Autor*innen solchen gegenüber, die einer Institution angehören, die Publikationsgebühren subventioniert. Geistes- und sozialwissenschaftiche Disziplinen sind finanziell meist schwächer ausgestattet als die STM-Fächer und können nicht auf eine Quersubventionierung setzen. Autor*innen aus Entwicklungsländern können in der Regel die Publikationsgebühren nicht aufbringen. Teils finden sich für diese Problemlagen Lösungen, etwa, wenn Hochschulen, z. B. durch Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und deren Programm Open-Access-Publikationskosten , Publikationsfonds einrichten, aus denen gegebenenfalls anfallende Open-Access-Publikations­gebühren beglichen werden können. Eine Möglichkeit zur Reduzierung von Publikationsgebühren besteht in Konsortialverträgen, die Verbünde aus mehreren Einrichtungen mit Open-Access-Verlagen aushandeln können, um Rabatte für ihre Autor*innen zu erreichen. Etabliert haben sich auch Crowdfunding-Modelle, bei dem Institutionen oder deren Bibliotheken sich zusammenschließen, um gemeinsam Publikationen zu finanzieren (siehe Geschäftsmodelle für Zeitschriften ). Einen Überblick über alternative Open-Access-Modelle bieten Oberländer & Dreher (2019) . Autor*innen aus Entwicklungsländern werden inzwischen von den meisten Open-Access-Verlagen und -Zeitschriften spezielle Konditionen und Gebührenerlasse gewährt ( Lawson, 2015 ). Zeitaufwand für Wissenschaftler*innen Vorbehalt: Open Access ist zeitaufwändig Wissenschaftler*innen möchten möglichst wenig Zeit für die Bereitstellung ihrer Arbeiten aufbringen. Es gibt in diesem Zusammenhang Vorbehalte hinsichtlich des Zeitaufwands des Selbstarchivierens . Open Access Mythos: "Open Access ist zeitaufwändig" Quelle: Strauß, H.; Hauss, J.; Rücknagel, J. (2023): Open-Access-Mythencheck: "Open Access ist zeitaufwändig". Open-Access-Mythencheck, Technische Informationsbibliothek (TIB) et al., 2023. https://doi.org/10.5446/62325 ( CC BY 3.0 DE ) Gegenargumente Wer sich neben der praktischen Umsetzung mit der Technik eines guten Archivierens von Dokumenten beschäftigt, wird in der Regel zunächst mehr Zeit investieren. Disziplinäre und institutionelle Repositorien, die professionell gepflegt werden, bieten hier Auswege. Dem berechtigten Vorbehalt des Zeitaufwands begegnen Bibliotheken zunehmend mit professionellen Angeboten an die Hochschulangehörigen, ihre Selbstarchivierung den Repositorien der Hochschulen zu übertragen. Literatur Björk, B.-C., & Solomon, D. (2012). Open access versus subscription journals: a comparison of scientific impact. BMC Medicine , 10. https://doi.org/10.1186/1741-7015-10-73 Chiodelli, F. (2021, January 27). Why we should stop publishing in open-access journals with article processing charges. AESOP Young Academics . https://aesop-youngacademics.net/blog/why-we-should-stop-publishing-in-open-access-journals-with-article-processing-charges Conticello, S. (2021). Open access pay-for-review option — ethical question. Nature , 590(36). https://doi.org/10.1038/d41586-021-00271-0 Fell, M. J. (2019). The economic impacts of open science: A rapid evidence assessment. Publications , 7(3). https://doi.org/10.3390/publications7030046 Geschuhn, K., Palzenberger, M., & Schimmer, R. (2013). Open Access in Zahlen: Der Umbruch in der Wissenschaftskommunikation als Herausforderung für Bibliotheken. Zfbb - Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie , 60(5), 244–250. https://doi.org/10.3196/186429501360532 Grossmann, A., & Brembs, B. (2021). Current market rates for scholarly publishing services. F1000Research , 10(20). https://doi.org/10.12688/f1000research.27468.2 Houghton, J. (2009). Open access - what are the economic benefits? SSRN . https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1492578 Langham-Putrow, A., Bakker, C., & Riegelman, A. (2021). Is the open access citation advantage real? A systematic review of the citation of open access and subscription-based articles. PLOS ONE , 16(9). https://doi.org/10.1371/journal.pone.0253129 Lawson, S. (2015). Fee waivers for open access journals. Publications , 3(3), 155–167. https://doi.org/10.3390/publications3030155 Oberländer, A., & Dreher, L. (2019, September 30). Jenseits von APC: Überblick über alternative Open-Access-Modelle . Open-Access-Tage 2019, Hannover. https://doi.org/10.5281/zenodo.3490737 Olejniczak, A. J., & Wilson, M. J. (2020). Who’s writing open access (OA) articles? Characteristics of OA authors at Ph.D.-granting institutions in the United States. Quantitative Science Studies , 1(4), 1429–1450. https://doi.org/10.1162/qss_a_00091 Piwowar, H., Priem, J., Larivière, V., Alperin, J. P., Matthias, L., Norlander, B., Farley, A., West, J., & Haustein, S. (2018). The state of OA: a large-scale analysis of the prevalence and impact of Open Access articles. PeerJ , 6, e4375. https://doi.org/10.7717/peerj.4375 Swan, A. (2010). The Open Access citation advantage: Studies and results to date. https://eprints.soton.ac.uk/268516/ Swan, A., & Houghton, J. (2012). Going for Gold? The costs and benefits of Gold Open Access for UK research institutions: further economic modelling. 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