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  1. Implementierung von Open Access

    Intro Open Access in 60 Sekunden Quelle: Brinken, H., Hauss, J. & Rücknagel, J. (2021). Open Access in 60 Sekunden, open-access.network. https://doi.org/10.5446/50831 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Die Einführung von Open Access sollte strategisch gemeinsam von Leitungsebene und Bibliothek umgesetzt werden. 2 Die Einrichtung, die Open Access implementiert, sollte sich mit einer Open Access Policy klar zu Open Access bekennen. 2 Infrastruktur-Angebote an Wissenschaftler*innen zur praktischen Umsetzung von Open Access sind essenziell. Open Access implementieren Open Access verbessert den Zugang zu wissenschaftlichen Informationen und erhöht die Sichtbarkeit einer Wissenschaftsinstitution. Die Prinzipien des Open Access werden von Forschenden durchaus akzeptiert und geschätzt ( Dallmeier-Tiessen et al., 2011; Ross-Hellauer et al., 2017 ), doch es bedarf konkreter Maßnahmen, um Open Access praktisch zu implementieren. Wie steht die Politik zu Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access Policies Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Praxistipp Im Praxistipp Open Access unterstützen - Praxistipps für Hochschulen finden Sie Tipps, wie Open Access von Hochschulseite unterstützt werden kann. Rolle der Hochschulleitung Für eine erfolgreiche Einführung und Umsetzung von Open Access ist eine strategische Befürwortung durch die Leitung einer Institution eine wichtige Voraussetzung. Eine klare Positionierung, z. B. in Form einer Policy , vermittelt mit gewissem Nachdruck, dass die offene Bereitstellung von Forschungsergeb­nissen an der Einrichtung geschätzt und gefördert wird. So können von zentraler Stelle aus ein nachhaltiger Umgang mit den zur Verfügung stehenden Mitteln sowie nötige Umschichtungen befördert werden. Bei der praktischen Umsetzung von Open Access ist eine Zusammenarbeit der Einrichtungsleitung mit Bibliothek und Rechenzentrum zentral, da dort i. d. R. die Maßnahmen umgesetzt und die Services angeboten werden. Rolle der Bibliotheken Bibliotheken sind wichtige Akteure im Bereich Open Access. Sie sind bewährte Mittler*innen der Literatur- und Informationsversorgung und kümmern sich um die Beschaffung und Bereitstellung sowohl gedruckter als auch elektronischer Medien. An vielen Einrichtungen übernehmen sie gemeinsam mit dem Rechen­zentrum einen großen Teil der praktischen Umsetzung von Open-Access-Ange­boten, z. B. als Betreibende von Hochschulschriftenservern und Repositorien , indem sie Unterstützung bei der Gründung von Open-Access-Zeitschriften leisten oder selbst Universitätsverlage gründen. Meist übernehmen sie auch die Verwaltung von Open-Access-Publikationsfonds . In der Regel sind Bibliotheken auch diejenigen, die innerhalb ihrer Institution ein Bewusstsein für Open Access schaffen und die Open-Access-Transforma­tion vorantreiben. Sie stehen im engen Kontakt mit den Fachbereichen und kennen deren Interesse und Bedarfe an Open-Access-Angeboten. Darüber hinaus sind sie gut mit der Bandbreite fachlicher Angebote und Erfordernisse im Bereich Open Access vertraut. Im Folgenden werden konkrete Maßnahmen zur Einführung und Umsetzung von Open Access aufgezeigt. Sinnvoll ist dabei eine intensive Zusammenarbeit von Bibliothek, Forschenden, Rechenzentrum und Einrichtungsleitung. Open Access zu implementieren umfasst nicht nur die Bereitstellung einer technischen Infrastruktur, sondern auch umfassende, zielgruppenspezifische Marketingaktivitäten zu Open Access. Praxistipp Im Praxistipp Open Access unterstützen - Praxistipps für Hochschulbibliotheken finden Sie Tipps, wie Open Access vonseiten der Bibliotheken unterstützt werden kann. Diese Maßnahmen haben sich zur Implementierung von Open Access bewährt: Unterzeichnung der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen Die Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen kann von wissenschaftlich arbeitenden oder wissenschafts­fördernden Institutionen , sowie Kultureinrichtungen (z. B. Bibliotheken oder Museen) unterschrieben werden. Bei Interesse daran sollten Einrichtungsleitungen mit dem Präsidium der Max-Planck-Gesellschaft in Kontakt treten. Mit der Unterzeichnung bekennt sich eine Institution dazu, die wissenschaftliche Diskussion durch die konsequente Nutzung elektronischer Kommunikationsmöglichkeiten zu fördern und wissenschaftliche Erkenntnisse einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Verabschiedung einer Open Access Policy Die nachhaltigste Möglichkeit, den Open-Access-Gedanken in einer In­stitution zu implementieren, liegt in der institutionellen Selbstverpflich­tung, z. B. in Form einer offiziellen Policy bzw. Leitlinie zu Open Access oder Open Science. Neben einem Bekenntnis der Institution zu Open Access/Open Science enthält sie in der Regel die Aufforderung an die Einrichtungsmitglieder, Publikationen Open Access zur Verfügung zu stellen. Dies kann entweder unmittelbar durch eine Veröffentlichung auf dem goldenen Weg geschehen oder - im Rahmen der rechtlichen Mög­lichkeiten - durch die parallele Zweitveröffentlichung der Publikationen in institutionellen Repositorien. Einen beispielhaften Aufbau und zentrale Inhalte eines Policy-Dokumentes haben wir hier auf der Seite Open Access Policies zusammengefasst. ROARMAP listet Open-Access-Mandate und -Richtlinien von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Forschungsförderern der ganzen Welt auf. Institutionen können auch eigene Anreizsysteme für Open Access schaffen. So kann beispielsweise im Rahmen der leistungsorientierten Mittelvergabe auch Open Access als Bewertungskriterium berücksichtigt werden. Ernennung von Open-Access-Beauftragten Neben der Erarbeitung einer eigenen Open-Access-Leitlinie empfiehlt sich die Ernennung einer oder eines Open-Access-Beauftragten als zentrale Ansprechperson zu Open-Access-Themen, die als Schnittstelle zwischen der Bibliothek und den Interessen der Wissenschaftler*innen fungiert. Sie übernehmen eine beratende Rolle und sind umfassend – d.h. über Fächergrenzen hinaus – über die Entwicklung des wissenschaft­lichen Publikationsverhaltens informiert. Der Nationale Open-Access-Kontaktpunkt OA2020-DE hat eine Übersicht der Open-Access-Beauf­tragten an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen erstellt. Informationsmaterialien sowie Fortbildungen für Open-Access-Beauftragte bieten die Train-the-Trainer-Workshops des Projekts open-access.network. Durchführen von Informationsveranstaltungen Das Bekenntnis einer Institution zu Open Access alleine reicht nicht aus. Es ist auch wichtig, allen Mitgliedern deutlich zu machen, was dieses Be­kenntnis konkret für sie bedeutet. Das Thema Open Access sollte daher auch auf Ebene der Fachbereiche, der Institute und der Arbeitsgruppen erläutert werden. Wichtig beim Marketing für Open Access ist also eine breite und auf allen Ebenen stattfindende Informationsvermittlung. Jährlich in der dritten Oktoberwoche findet die internationale Open Access Week statt. Dabei wird das Thema Open Access weltweit an vielen verschiedenen Orten lokal aufgegriffen, um für den freien Zugang zu Wissen und Information aus öffentlich geförderter Forschung zu werben und vor Ort zu informieren. Diese Woche bietet einen guten Anlass, an der eigenen Einrichtung über Open Access zu informieren. Eine Reihe von Informationsmaterialien, die nachgenutzt werden können, findet sich auf der Seite Materialien sowie in der Zenodo-Community des Projekts open-access.network . Informationsvideos rund um Open Access gibt es im TIB AV Portal in der Serie des open-access.network . Aufbau und Vernetzung eines Repositoriums Neben strategischen und kommunikativen Maßnahmen bei der Umsetz­ung von Open Access sind auch konkrete Infrastrukturdienste notwendig, um Open-Access-Dokumente geeignet einstellen und präsentieren zu können. Hochschulschriften- und Dokumentenserver, in der Regel betrieben durch die jeweilige Bibliothek, sind mittlerweile an den meisten Einrich­tungen Standard. Mit dem Betrieb von institutionellen Repositorien werden Hochschulangehörigen professionell umfassende Publikations­services geboten. Diese reichen von der Veröffentlichung von Disserta­tionen und Schriftenreihen, über die Zweitveröffentlichung von Artikeln und Monografien bis hin zur Archivierung von Videoaufzeichungen, Postern und Präsentationsfolien. Detaillierte Informationen zum Aufsetzen und Betreiben von Repositorien finden sich auf der Seite Repositorien betreiben . In der Fokusgruppe Zweitveröffentlichung haben Anbietende von Zweitveröffentlichungsservices (ZVS) die Möglichkeit, sich zu praktischen und rechtlichen Fragen auszutauschen. Beispiele für institutionelle Publikationsdienste sind KOPS , das institutio­nelle Repositorium der Universität Konstanz, GRO.publications / GRO.­data für Text- und Datenpublikationen der Forschungseinrichtung­en in Göttingen oder das TIB AV-Portal der Technischen Informationsbiblio­thek (TIB) für wissenschaftliche Videos. Unterstützung bei der Gründung eigener Verlage und Zeitschriften Universitätsverlage widmen sich vorrangig Publikationen der eigenen Einrichtung. Beim Vertrieb traditioneller Bücher streben sie hohe Qualität zu fairen Preisen an. Neben gedruckten Veröffentlichungen publizieren Universitätsverlage auch Online-Ausgaben und unterstützen damit das Prinzip des Open Access. Der Betrieb der Verlage ist meist an Universi­tätsbibliotheken angesiedelt, die so nicht nur wissenschaftliche Inhalte beschaffen, sondern auch selbst Publikationsmöglichkeiten anbieten. Die Mehrheit der deutschsprachigen Universitätsverlage hat sich in der Arbeitsgemeinschaft der Universitätsverlage zusammengeschlossen, die u. a. hilfreiche Informationsmaterialien und Handreichungen zu verschiedenen Aspekten des Open-Access-Publizierens erarbeitet hat. Darüber hinaus können Institutionen ihren Forschenden auch bei der Gründung eigener Open-Access-Zeitschriften unterstützen. Viele Biblio­theken bieten dazu Beratungsangebote an oder leisten Unterstützung bei Fragen der konkreten Umsetzung. Detaillierte Informationen zum Gründen und Betreiben von Zeitschriften finden sich auf der Seite Zeitschriften herausgeben . Die Fokusgruppe scholar-led.network bietet einen Ort für in Eigenregie verlegte Zeitschriften und Herausgeber*innen-Kollektive gebührenfreier, von Großverlagen unabhängiger Publikationsprojekte. Aufbau eines Open-Access-Publikationsfonds Der Umgang mit Open-Access-Publikationsgebühren ist zentral für die strategische und organisatorische Weiterentwicklung der wissenschaft­lichen Informationsversorgung. Ein ausgewiesener Etat für Publikations­gebühren sowie grundlegende Entscheidungen über den Umgang mit Open-Access-Publikationsgebühren sind sinnvoll und können ein wirk­sames Instrument sein, um die ökonomischen Beziehungen zwischen wissenschaftlicher Einrichtung und Verlagen neu zu organisieren. Viele Einrichtungen bieten hierfür institutionelle Open-Access-Publika­tionsfonds an, häufig über die Bibliothek der Einrichtung verwaltet. Mit diesem Fonds übernimmt die Einrichtung Kosten, die bei der Publikation von Open-Access-Artikeln oder - Büchern ihrer Forschenden anfallen. Bibliotheken bieten sich hier als Verwaltungsinstanz an, da sie langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Verlagen besitzen und so über die entsprechenden Kontakte verfügen. Mit den spezifischen Herausforde­rungen rund um Aufbau und Betrieb von Open-Access-Monografien­fonds setzt sich die gleichnamige Fokusgruppe auseinander. Verankerung von Open Access in der gesamten Institution Um Open Access nachhaltig und umfassend zu implementieren, ist es wichtig, das Bewusstsein für Open Access über die Ebene der Leitung und der Bibliothek hinaus zu schärfen. Auch Wissenschaftler*innen, Promovierende, Studierende und das wissenschaftsunterstützende Per­sonal sollten daher in Öffentlichkeitsarbeit und Marketingmaßnahmen eingeschlossen werden. Dies gilt in hohem Maße auch für die Bereiche der Verwaltung, die mit den Anforderungen von Forschungsförder­institutionen und mit der Messung des wissenschaftlichen Outputs zu tun haben. Zudem kann der Open-Access-Gedanke nachhaltig verbreitet werden, wenn er schon früh dem wissenschaftlichen Nachwuchs nahe­gelegt wird, etwa in Studienseminaren oder Graduiertenprogrammen. Literatur Dallmeier-Tiessen, S., Darby, R., Goerner, B., Hyppoelae, J., Igo-Kemenes, P., Kahn, D., Lambert, S., Lengenfelder, A., Leonard, C., Mele, S., Nowicka, M., Polydoratou, P., Ross, D., Ruiz-Perez, S., Schimmer, R., Swaisland, M., & van der Stelt, W. (2011). Highlights from the SOAP project survey. What Scientists Think about Open Access Publishing . ArXiv. https://arxiv.org/abs/1101.5260 Ross-Hellauer, T., Deppe, A., & Schmidt, B. (2017). Survey on open peer review: Attitudes and experience amongst editors, authors and reviewers. PLOS ONE, 12 (12). https://doi.org/10.1371/journal.pone.0189311 Weiterführende Literatur Canadian Association of Research Libraries. (2020). CARL Institutional Open Access Policy Template and Toolkit . Version 1.0. https://www.carl-abrc.ca/oa-policy-template-and-toolkit/ Europäische Kommission. (2012). Online survey on scientific information in the digital age . http://dx.doi.org/10.2777/36123 Fournier, J., Klages, T., & Pampel, H. (2012). Open-Access-Strategien für wissenschaftliche Einrichtungen: Bausteine und Beispiele . Arbeitsgruppe Open Access der Schwerpunktinitiative Digitale Information der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen. https://doi.org/10.2312/allianzoa.005 Harvard Open Access Project (HOAP). (2021). Good practices for university open-access policies . Cyber.Harvard.edu. https://cyber.harvard.edu/hoap/Good_practices_for_university_open-access_policies Jacobs, N. (2019). Implementing open access. Practical steps your institution can take to make progress on the open access journey . Jisc. https://www.jisc.ac.uk/guides/implementing-open-access Jisc. (2019, October 21). Managing your open access costs . Jisc. https://www.jisc.ac.uk/guides/managing-your-open-access-costs Pieper, D. (2020). Kostenmonitoring von Open-Access-Publikationen: Chancen und Herausforderung für Bibliotheken . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4118210 Rösch, H., Geschuhn, K., Barbers, I., Bove, K., Pohlmann, T., & Satzinger, L. (2022). Open Access ermöglichen: Open Access-Transformation und Erwerbung in wissenschaftlichen Bibliotheken – ein praktischer Leitfaden . https://doi.org/10.5281/zenodo.6090208 Wissenschaftsrat (2022). Empfehlungen zur Transformation des Wissenschaftlichen Publizierens zu Open Access; Köln. https://doi.org/10.57674/fyrc-vb61 ....

  2. OA Publizieren

    Intro Die Vorteile von Open Access Quelle: Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51995 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Autor*innen können ihre Publikation als Erstveröffentlichung oder Zweitveröffentlichung frei verfügbar machen. 2 Bei der Auswahl des Publikationsortes sind Kriterien wie die thematische Ausrichtung, Qualität und Kosten zu beachten. 3 Im Zuge der Veröffentlichung sollten Autor*innen auf die Vergabe von Nutzungsrechten achten. Wissenschaftliches Publizieren Erst wenn Wissenschaftler*innen ihre Forschungsergebnisse publizieren, werden ihre Erkenntnisse sichtbar und können entsprechend gewürdigt und zitiert werden. Für lange Zeit war das Publizieren in Printmedien, z. B. als Zeitschriftenartikel, Buch oder Beitrag in Sammelbänden die gängigste Möglichkeit, wissenschaftliche Information dauerhaft festzuhalten und zu verbreiten. Durch die Möglichkeit elektronischer Veröffentlichungen und vor allem durch Open Access ist eine Vielzahl alternativer Publikationsmöglichkeiten entstan­den. Dies erhöht signifikant die Zitierhäufigkeit und damit auch die Sichtbarkeit von Forschungsergebnissen ( Li et al., 2018 ; Simard et al., 2022; Swan, 2010). Darüber hinaus zeigen empirische Befunde weitere positive Effekte. Dazu zählen ein verbesserter Wissenstransfer, eine höhere Publikationsgeschwindigkeit sowie eine stärkere Nutzung durch eine beruflich und geografisch vielfältige Leserschaft. Gleichzeitig lassen sich einige häufig geäußerte Bedenken gegenüber Open Access – etwa eine geringere Publikationsqualität oder Nachteile beim Verkauf von Druckausgaben – empirisch nicht bestätigen (Hopf et al., 2022). Welche Aspekte bei der Open-Access-Publikation zu beachten sind, wird im Folgenden aufgezeigt.en sind, wird im Folgenden aufgezeigt. Wissenschaftler*innen können durch ihr eigenes Publikationsverhalten den Wandel zu einer offenen Wissenschaftskommunikation aktiv mitgestalten. Wie, steht in diesem Praxistipp "Open Access unterstützen" . Praxistipp Welche Publikationsvarianten von Open Access gibt es? Welche kommen für mich in Frage? Wo kann ich gemäß Open Access publizieren? Wie finde ich ein passendes Journal? Was erwarten Forschungsfördernde? Die Antworten gibt's hier in unserem Praxistipp: Wo und wie offen publizieren? Eine Einführung in Ope Praxistipp Eine Zusammenstellung von Einzelaufgaben und Leistungen, die im wissenschaftlichen Open-Access-Publikationsprozess möglich sind, bietet der Leistungskatalog des Projekts AuROA (Autor:innen und Rechtssicherheit für Open Access), das sich von 2021 bis 2023 mit den heterogenen und komplexen Bedarfen, Perspektiven und Anforderungen an Open-Access-Publizieren in buchaffinen Disziplinen beschäftigt hat. Publikationswege Quelle: Hauss, J. (2026). Wege des Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.21821081 ( CC BY 4.0 International ) Am Anfang einer Publikation steht in der Regel die Entscheidung, wie die For­schungsergebnisse veröffentlicht werden sollen. Gründe für das Open-Access-Publizieren gibt es viele, diese sind auf der Seite Gründe und Vorbehalte zusammengefasst. Grundsätzlich lassen sich zwei verschiedene Open-Access-Strategien unterscheiden: der goldene und der grüne Weg . Der goldene Weg bezeichnet die Erstveröffentlichung wissenschaftlicher Werke als Artikel in Open-Access-Zeitschriften , als Open-Access-Monografie oder als Beitrag in einem Open Access erscheinenden Sammelwerk oder Konferenz­band. Diese Literatur ist unmittelbar mit Erscheinen frei zugänglich und nachnutzbar , ohne Embargofrist . Eine Unterart des goldenen Weges ist das sogenannte Diamond Open Access, bei dem keine Publikationsgebühren für Autor*innen entstehen. Mehr Informationen zu Diamond Open Access finden sich auf der Seite Grün, Gold und Diamond . Der grüne Weg meint das Bereitstellen von Forschungsergebnissen auf institutionellen oder disziplinären Repositorien . Dies kann auch parallel oder nachträglich zur Veröffentlichung in einer Zeitschrift oder einem Verlag als Zweitveröffentlichung geschehen. Auswahl des Publikationsortes Bei der Auswahl des Publikationsortes spielen mehrere Parameter eine Rolle, die für Closed-Access - und Open-Access-Veröffentlichungen größtenteils gleich sind. Darunter zählen die thematische Ausrichtung, die Art der Qualitätssiche­rung, das Ansehen im Fach sowie gegebenenfalls die Lizenz bedingungen, unter denen die Publikationen bereitgestellt werden, oder die Höhe etwaiger Publikationsgebühren . Auch die Frage, welche Geschäftsmodelle und Verwertungspraktiken (z. B. Datentracking, siehe Siems, 2022 ) die Autor*innen als unterstützenswert erachten, kann für die Entscheidung für bzw. gegen einen Publikationsort maßgeblich sein. Die Vorteile einer Open-Access-Dissertation Quelle: Becklas, C., Hauss, J. (2024): Die Vorteile einer Open Access Dissertation. open-access.network, Technische Informationsbibliothek (TIB) et al. https://doi.org/10.5446/68305#t=00:00,01:15 ( CC BY 3.0 DE ) Quelle: Brinken, H. & Rücknagel, J. (2021). Open Access – Das sind Ihre Möglichkeiten für die Publikation von Artikeln. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.5045255 ( CC BY-SA 4.0 ). Praxistipp Die folgenden Tools können hilfreich sein, passende Open-Access-Publikationsorte für das eigene Manuskript zu finden: oa.finder (Recherchetool für wissenschaftliche Publikationsorgane; entwickelt von open-access.network ) B!SON (Empfehlungstool für Open-Access-Zeitschriften, entwickelt von TIB und SLUB Dresden ) EZB (Recherchetool für OA-Zeitschriften und Förderoptionen) Erstveröffentlichung (goldener Weg) Geeignete Zeitschriften/Verlage finden Ist eine originäre Open-Access-Publikation über den goldenen Weg z. B. als Zeitschriftenartikel, Monografie oder Beitrag in einem Sammelband geplant, empfiehlt es sich, zunächst nach geeigneten thematischen Zeitschriften bzw. Verlagen mit Open-Access-Angeboten zu suchen. Auf unserer Seite Informationen für verschiedene Fächer haben wir für verschiedene Disziplinen Informationen bereitgestellt, die hilfreiche Anhaltspunkte als Einstieg bieten können. Open-Access-Zeitschriften können über das Directory of Open Access Journals (DOAJ) oder die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) recherchiert werden. Für Open-Access-Bücher bietet das Directory of Open Access Books (DOAB) oder die Online library and publication platform (OAPEN) eine erste Anlaufstelle. Auch über Gespräche mit Kolleg*innen lassen sich geeignete Publikationsorte finden. Bietet ein Verlag den goldenen Weg nicht an, lohnt oft die konkrete Nachfrage beim Verlag, ob der Artikel in einem Repositorium auch ohne Embargofrist veröffentlicht werden kann. Qualitätskriterien Open-Access-Publikationen durchlaufen ebenso Qualitätssicherungs­verfahren wie herkömmliche Veröffentlichungen. Auch die Begutach­tungsverfahren unterscheiden sich nicht, vom klassischen Peer Review und Editorial Review bis zum Open-Peer-Review -Verfahren ist hier alles zu finden. Eine Orientierung bei der Auswahl eines geeigneten Verlages für Open-Access-Bücher bieten die Qualitätsstandards für Open-Access-Monografien und -Sammelbände ( AG Universitätsverlage, 2018 ) und der AuROA-Leistungskatalog für wissenschaftliche Open-Access-Publikationen (Fadeeva & Graf, 2023). Bei der Qualitätsbewertung zur Auswahl einer Zeitschrift kann auch die Checkliste zur Qualität von Open-Access-Zeitschriften helfen ( Brinken et al., 2021 ). Weitere Informationen dazu finden sich auf den Seiten Open-Access-Zeitschriften und Open-Access-Bücher . Die Wirksamkeit und Sichtbarkeit wissenschaftlicher Veröffentlichungen spielen für den Reputationsgewinn und damit für die Karrierechancen einzelner Wissenschaftler*innen eine wichtige Rolle. Studien zeigen, dass die Zitierhäufigkeit von Open-Access-Publikationen zumeist weitaus höher ist als bei Closed-Access-Veröffentlichungen. Übersichten dazu bieten der Open Access Citation Advantage Service oder die groß angelegte Analyse der Verbreitung und Wirkung von Open-Access-Artikeln von Piwowar und Kollegen ( Piwowar et al., 20 18 ). Journal Citation Reports veröffentlicht jährlich den Journal Impact Factor zur Messung der Zitierhäufigkeit von Artikeln in wissenschaftlichen Zeitschriften und umfassen darin auch Open-Access-Zeitschriften. Eine zu starke Fokussierung auf quantitative Metriken wie Impact-Faktoren oder Zitierhäufigkeit wird aus verschiedenen Gründen kritisiert ( American Society for Cell Biology, 2012; CoARA, 2023; Hanson et al., 2024; Hicks et al., 2015 ). Als Alternative zu den traditionellen bibliometrischen Kennzahlen haben sich sogenannte Altmetrics ​​​​​​​ herausgebildet, die verschiedene Web-Reaktionen auf eine wissenschaftliche Publikation einbeziehen. Mehr zur Diskussion um qualitative Metriken finden Sie in der weiterführenden Literatur . Finanzierung Anders als im Closed Access, bei dem Bibliotheken und Leser*innen für den Zugang zahlen, erfolgt die Finanzierung von Open-Access-Publikatio­nen an anderer Stelle. Hier ist das sogenannte Author-Pays-Modell sehr verbreitet, bei dem die Autor*innen für die Veröffentlichung ihrer Werke Publikationsgebühren ( Article Processing Charges, APCs oder Book Processing Charges, BPCs ) zahlen. Hierzu hilft meist ein Blick auf die Webseite der Zeitschriften oder Verlage. Auch im DOAJ sind Informa­tionen zur Höhe der Publikationsgebühren hinterlegt. Ein Großteil der im DOAJ gelisteten Open-Access-Zeitschriften ist allerdings sowohl für Leser*­innen als auch für Autor*innen kostenfrei ( Morrison, 2018 ). Diese Zeit­schriften werden z. B. von Fachgesellschaften, wissenschaftlichen Einrich­tungen, Bibliothekskonsortien oder Ehrenamtlichen unterhalten. Für Open-Access-Bücher stellen die von Universitäten oder deren Bibliothe­ken betriebenen wissenschaftsnahen Verlage sowie Publikationsorgane und wissenschaftsgeleitete Initiativen wie ScholarLed-Konsortium eine preiswerte, wissenschaftsgeführte und qualitativ hochwertige Alternative zu kommerziellen Verlagen dar. Genaue Informationen zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln und -Büchern finden sich auf der Seite Finanzierung . Viele Forschungseinrichtungen verfügen über einen Publikationsfonds , aus dem Open-Access-Publikationsgebühren gezahlt werden können. Die Verwaltung der Fonds ist meist an Bibliotheken angesiedelt. Zudem bieten manche Open-Access-Verlage die Möglichkeit einer institutionellen Mitgliedschaft an, die einem Rabatt-Modell ähnelt. Einrichtungen zahlen für die Mitgliedschaft eine jährliche Gebühr und ermöglichen so ihren Mitgliedern, kostenlos oder zu einer reduzierten Gebühr in der jeweiligen Zeitschrift zu veröffentlichen. Darüber hinaus werden über Transforma ­t ion sverträge, wie z. B. die DEAL-Verträge , Gebühren für einzelne hybride Open-Access-Artikel in Subskriptionzeitschriften und APCs für Gold-Open-Access-Zeitschriften zunehmend von Bibliothekskonsortien in einer vertraglich festgelegten Höhe übernom­men. Informationen hierzu bieten die Ansprechpartner*innen an der jeweiligen Einrichtung . Zunehmend rückt auch die konsortiale Förde­rung von echten Open-Access-Modellen in den Fokus, d.h. die Kosten werden von einem Konsortium übernommen und für Autor*innen fallen keine Publikationsgebühren an, unabhängig davon, ob ihre Einrichtung an der Finanzierung teilnimmt oder nicht. Einige Förderorganisationen übernehmen neben der Forschungsfinan­zierung auch die Publikationskosten von Artikeln in Fachzeitschriften und anderen Publikationen. Bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) können im Rahmen eines Förderantrags auch Publikationsmittel beantragt werden. In Österreich und der Schweiz haben FWF und SNF dezidierte Förderprogramme zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln und -Büchern etabliert. Auch die Volkswagen-Stiftung übernimmt Publikationskosten der von ihr geförderten Projekte und erwartet Open-Access-Veröffentlichungen. Internationale Förderorganisationen wie der Wellcome Trust und auch das EU-Rahmenprogramm Horizon 2020 erstatten Publikationskosten für Open-Access-Artikel im Rahmen ihrer Förderungen. Eine Übersicht der Finanzierungsquellen für Open-Access-Bücher bietet zudem das Open Access Books Toolkit . Praxistipp Einen Überblick über Anforderungen an Open-Access-Zeitschriften und konkrete Kriterien, nach denen sich Autor*innen bei der Wahl eines geeigneten Publikationsortes richten können, gibt es hier im Praxistipp Qualität von OA-Zeitschriften – wo publizieren und wo lieber nicht? Open Access und Forschungförderer Hier finden Sie eine Einführung. Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Finanzierung von Open-Access-Monographien Quelle: Brinken, H. (2020). Finanzierung von Open-Access-Monographien, open-access.network. https://doi.org/10.5446/49535 ( CC BY 3.0 DE ) Zweitveröffentlichung (grüner Weg) Nicht immer ist es möglich, die Erstveröffentlichung Open Access zu publizieren, z. B. wenn keine geeignete Open-Access-Zeitschrift zur Verfügung steht. Trotz­dem kann eine Publikation Open Access veröffentlicht werden – als Zweitveröffentlichung auf einem Repositorium . Die Anforderungen der Förderorganisatio­nen oder der eigenen Einrichtung nach Open Access können so erfüllt werden und die Publikation auch auf diesem Wege weltweit für alle frei zugänglich gemacht werden. Geeignetes Repositorium finden Die (Selbst-)Archivierung bzw. Zweitveröffentlichung von Publikationen kann auf institutionellen oder disziplinären Repositorien erfolgen. Welche Repositorien sich in welchem Fach anbieten, ist für einzelne Disziplinen auf unseren fachspezifischen Seiten aufgeführt. Eine Übersicht bieten auch das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) sowie das Registry of Open Access Repositories (ROAR) . Für die Bereitstellung von Publikationen auf einem institutionellen oder disziplinären Repositorium fallen keine Kosten für Autor*innen oder Leser*innen an. Was bei der (Selbst-)Archivierung speziell zu beachten ist, ist nach Ländern in unserer Rechtssektion nachzulesen. Rechte bei der Zweitveröffentlichung Die meisten Verlage erlauben die parallele Bereitstellung von Werken in Repositorien. Eine Übersicht über die Open Access Policies vieler Zeitschriftenverlage liefert der Open Policy Finder . Oft darf dabei die letzte Autoren­version nach dem Peer Review (akzeptierte Manuskriptversion) oder die vom Verlag publizierte Endfassung verwendet werden. Verlagsverträge sollten so gestaltet sein, dass sich die Autor*innen die Rechte zur frei zugänglichen Online-Archivierung von Werken sichern. Idealerweise räumen sie dem Verlag nur einfache Nutzungsrechte für die beabsichtig­ten Nutzungsarten ein, keine ausschließlichen Nutzungsrechte. Falls dies nicht möglich ist und keine alternative Veröffentlichungsoption verfügbar ist, können Autor*innen erwägen, dem Verlagsvertrag einen Zusatz bei­zufügen, um sich ihrerseits das einfache Nutzungsrecht für die Online­nutzung auf einem Repositorium vorzubehalten. Auf der Seite Verlags­verträge stehen hierfür verschiedene Lösungsansätze zur Verfügung. Laut § 38 des deutschen Urheberrechtsgesetzes dürfen Urheber*innen wissenschaftliche Beiträge, die im Rahmen einer mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln geförderten Forschung entstanden und in einer periodisch mindestens zweimal jährlich erscheinenden Sammlung ver­öffentlicht wurden, nach einer Frist von 12 Monaten zweitveröffentlichen. Eine Bereitstellung in einem Repositorium ist also in diesen Fällen laut Zweitveröffentlichungsrecht möglich, auch wenn dem Verlag ausschließ­liche Nutzungsrechte eingeräumt wurden ( Brehm, 2021 ). Einen Überblick zum Thema Zweitveröffentlichung finden Sie hier . Bei der originären Veröffentlichung in Open-Access-Zeitschriften oder -Verlagen gestaltet sich die Möglichkeit der Zweitveröffentlichung leichter. Diese erlauben in der der Regel eine weitere Bereitstellung der Dokumente auf einem Repositorium unter Nennung des Ortes der Erstveröffentlichung. Auf OpenDOAR kann man nach Repositorien suchen Hier direkt reinklicken! Rechtsfragen Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliche Rahmenbedingungen Wie genau funktionieren Creative-Commons-Lizenzen? Quelle: Brinken, H., Hauss, J. & Rücknagel, J. (2021). Wie genau funktionieren Creative-Commons-Lizenzen? open-access.network. https://doi.org/10.5446/52952 ( CC BY 3.0 DE ) Quelle: Mayr, C. (2019). CC-Lizenzen Schaubild ( CC BY-ND 4.0 ) Autor*innen, die ihre Arbeiten Open Access verfügbar machen wollen, sollten einige rechtliche Rahmenbedingungen beachten. Zentral ist, dass sie selbst über das Recht zur Online-Verwertung ihrer Dokumente verfügen. Dies ist allerdings in standardmäßigen Verlagsverträgen nicht zwingend gegeben. Eine Übersicht über die rechtliche Lage in Deutschland, Österreich und der Schweiz findet sich auf der Seite Rechtsfragen . Hier werden Informationen zum Urhe­berrecht, dem Bereitstellen von Dokumenten in Repositorien, Verlagsverträgen, Lizenzen, Haftungsrecht sowie dem Datenschutz gegeben. Open-Access-Lizenzen Ein wichtiger Aspekt von Open Access ist die Nachnutzung der Publikationen. Damit deutlich wird, welche Rechte Dritte bei der (Nach-)Nutzung der Forschungsergebnisse haben, werden Nutzungslizenzen vergeben. Dabei ist es den Autor*innen selbst überlassen, wie frei sie die Nutzung ihrer Werke zulassen wollen. Es wird empfohlen, ein freies, weltweites Zugangsrecht zu einer Publikation und deren Nachnutzung zu gestatten. Die Vergabe freier Lizenzen durch Autor*innen ist in Absprache mit dem jeweiligen Verlag zu tätigen oder richtet sich ggf. nach den Lizenzvorgaben der Repositorien. Im Bereich von Wissenschaft und Forschung sind die offenen Creative-Commons-Lizenzen (CC-Lizenzen) am weitesten verbreitet. Eine Übersicht über verschiedene Open-Content-Lizenzmodelle bietet die Seite Lizenzen . Die Einräumung bestimmter Nutzungsrechte anhand solcher Lizen­zen vereinfacht die Rechtsdurchsetzung bei Missbrauch und gibt den Nutzer*in­nen explizite Hinweise darauf, wie das Dokument weiter verwendet werden darf. Gleichzeitig behalten Autor*innen die Möglichkeit gesonderter Verträge, wenn sie zusätzliche Nutzungen erlauben möchten. Predatory Journals / Raubverlage Leider gibt es auch Zeitschriften, die das Modell der Veröffentlichung gegen Gebühren in wissenschaftsschädlichem Sinne betreiben. Solche Predatory Journals , gegründet von sogenannten Raubver­lagen, versuchen teils massiv Wissenschaftler*innen anzuwerben, um in ihren Zeitschriften zu veröffentlichen, ohne die üblichen Standards guter wissen­schaftlicher Praxis einzuhalten. So gibt es keine Qualitätssicherung, beispiels­weise in Form von Peer Review, und keine ausreichende redaktionelle Bearbeitung. Damit schaden Predatory Journals der Wissenschaft, denn so werden auch qualitativ minderwertige Beiträge publiziert, die nicht auf ihre wissen­schaftlichen oder ethischen Standards hin untersucht wurden. Publikationen in solchen unseriösen Zeitschriften können der Reputation von Wissenschaftler*­innen erheblichen Schaden zufügen – von einer Einreichung bei diesen Zeitschriften ist daher dringend abzuraten. Quelle: Monash Health Library. Predatory Publishing A-Z Elements ( CC BY-NC 4.0 ) Online-Kurs Hier finden Sie unseren Online-Kurs Predatory Journals erkennen und vermeiden. Sicher publizieren in der Wissenschaft xd Praxistipp Predatory Journals erkennen Es ist für Autor*innen nicht immer einfach zu erkennen, ob es sich bei einer Zeitschrift um ein Predatory Journal handelt, denn die Anbieter*innen geben sich große Mühe, ihre Zeitschriften seriös erschei­nen zu lassen. Auf professionell aussehenden Webseiten werden zum Teil ganze Editorial Boards mit gefälschten Namen versehen oder be­kannte Forscher*innen teils ohne deren Wissen als Herausgeber*innen aufgeführt. Die Checkliste zur Qualität von Open-Access-Zeitschriften kann hier bei der Entscheidungsfindung helfen ( Brinken et al., 2021 ). Weitere Kriterien für die Beurteilung der Seriosität einer Zeitschrift liefert auch die Webseite Think. Check. Submit. Hilfreich kann auch ein Gespräch mit Kolleg*innen sein, ob diese schon einmal etwas von der Zeitschrift gehört haben. In jedem Fall sollte im Verdachtsfall auf die Zeitschrift aufmerksam gemacht werden. Mit offenen Augen und dem richtigen Bewusstsein können versehentliche Publikationen in Raubverlagen verhindert werden. Eine ausführliche Übersicht über das Thema Predatory Publishing und Raubverlage inkl. Beispielen, Checklisten usw. findet sich bei Maxl & Ferus (2023) . Eine ähnliche Gefahr für die Qualität von Open-Access-Zeitschriften geht von sogenannten Paper Mills aus. Dieser Begriff bezeichnet kommerziell motivierte Dienstleister, die qualitativ minderwertige oder gar gefälschte Artikel schreiben und anschließend die Autorschaft an Wissenschaftler*innen verkaufen. Durch massenweise Artikeleinreichungen mit niedriger Qualität geraten die Begutachtungsprozesse von wissenschaftlichen Zeitschriften unter Druck, sodass letztlich die Qualitätssicherung nur eingeschränkt geleistet werden kann (Chambers, 2024). Dieses Problem wird verstärkt durch den Einsatz Generativer Künstlicher Intelligenz bei der Erstellung von Texten (Naddaf, 2025). Viele Verlage ergreifen jedoch Gegenmaßnahmen, um sich gegen derartige Verstöße gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis zu schützen, beispielsweise durch die Entwicklung von Tools zur Erkennung verdächtiger Manuskripte oder durch die Koordination von Initiativen wie United2Act oder STM Integrity Hub . Weiterführende Informationen finden Sie in einer Übersicht des Helmholtz Open Science Office und einem Fact Sheet des Science Media Centers Germany . Darüber hinaus existiert ein Kriterienkatalog zur Erkennung von qualitativ hochwertigen Journals und von sogenannten Fake-Journals . Die Monash Health Library hat die nützlichen Predatory publishing A-Z elements veröffentlicht. Literatur AG Universitätsverlage. (2018, September 11). Qualitätsstandards für Open-Access-Monografien und -Sammelbände . https://ag-univerlage.de/?p=1974 American Society for Cell Biology (2012). San Francisco Declaration on Research Assessment (DORA) . https://sfdora.org Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen. https://doi.org/10.5446/51789 Brinken, H., Rücknagel, J., & Wenninger, A. (2021). Checkliste zur Qualität von Open-Access-Zeitschriften. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4643853 Chambers, H. (2024). Unmasking the fraud: How paper mills are undermining scientific publishing. Dev Med Child Neurol , 66, 1262-1263. https://doi.org/10.1111/dmcn.15997 CoARA (2023). CoARA statement on responsible research assessment . https://coara.org/statement Dreher, L. (2020, August 27). Open-Access-Vorgaben in EU-Projekten. OpenAccessTalk. http://doi.org/10.5281/zenodo.4048489 Fadeeva, Y. & Graf, D. (2023). AuROA-Leistungskatalog für wissenschaftliche Open-Access-Publikationen. Transparente Aufstellung von Aufgaben für Buchpublikationen (Version 2.0). Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.7766175 Hanson, M. A., Gómez Barreiro, P., Crosetto, P., & Brockington, D. (2024). The strain on scientific publishing. Quantitative Science Studies, 5(4), 823–843. https://doi.org/10.1162/qss_a_00327 Hicks, D., Wouters, P., Waltman, L., de Rijcke, S., Rafols, I (2015). Bibliometrics: The Leiden Manifesto for research metrics. Nature 520, 429–431. https://doi.org/10.1038/520429a Hopf, D., Dellmann, S., Hauschke, C., & Tullney, M. (2022). Wirkungen von Open Access. Literaturstudie über empirische Arbeiten 2010-2021. Technische Informationsbibliothek (TIB). https://doi.org/10.34657/7666 Li, Y., Wu, C., Yan, E., & Li, K. (2018). Will open access increase journal CiteScores? An empirical investigation over multiple disciplines. PLOS ONE, 13(8), e0201885. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0201885 Maxl, G., & Ferus, A. (2023, June 6). Predatory und andere fragwürdige Praktiken in der wissenschaftlichen Kommunikation . Open Access Talk. https://doi.org/10.5281/zenodo.8010590 Morrison, H. (2018, January 31). DOAJ APC information as of Jan 31, 2018. Sustaining the Knowledge Commons / Soutenir Les Savoirs Communs. Open Access Scholarship / Littérature Savante En Libre Accès. https://sustainingknowledgecommons.org/2018/02/06/doaj-apc-information-as-of-jan-31-2018/ Naddaf, M. (2025, September 23). Journals infiltrated with ‘copycat’ papers that can be written by AI. Nature . https://doi.org/10.1038/d41586-025-03046-z Piwowar, H., Priem, J., Larivière, V., Alperin, J. P., Matthias, L., Norlander, B., Farley, A., West, J., & Haustein, S. (2018). The state of OA: a large-scale analysis of the prevalence and impact of Open Access articles. PeerJ, 6, e4375. https://doi.org/10.7717/peerj.4375 Projekt AuROA (2023). Leistungskatalog für wissenschaftliche Open-Access-Publikationen . Essen. https://zenodo.org/record/7561443 Rücknagel, J. (2021, April 15). Fördererauflagen zu Open Access - was gilt es zu beachten? OpenAccessTalk. http://doi.org/10.5281/zenodo.4694320 Rücknagel, J., & Schmeja, S. (2021, January 28). Open Access Basics - How to publish and What to Consider? OpenAccessTalk. http://doi.org/10.5281/zenodo.4530414 Siems, R. (2022). Das Lesen der Anderen: Die Auswirkungen von User Tracking auf Bibliotheken. O-bib , 9(1), 1-25. https://doi.org/10.5282/o-bib/5797 Simard, M.-A., Ghiasi, G., Mongeon, P., Larivière, V. (2022) National differences in dissemination and use of open access literature. PLoS ONE 17(8): e0272730. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0272730 Swan, A. (2010). The Open Access citation advantage: Studies and results to date. https://eprints.soton.ac.uk/268516/ Weiterführende Literatur Crotty, D. (2023, Oktober). Quantifying consolidation in the scholarly journals market. The Scholarly Kitchen . https://scholarlykitchen.sspnet.org/2023/10/30/quantifying-consolidation-in-the-scholarly-journals-market/ Forschungszentrum Jülich, Zentralbibliothek (2022). Predatory Publishers. "Schwarze Schafe" im Wissenschaftsbetrieb. Checkliste. URL: https://www.fz-juelich.de/de/zb/open-science/predatory-publishers Holzer, A. (2022). Die Vermessbarkeit der Wissenschaft: Digitalisierung, wissenschaftliches Publizieren, Verhaltenstracking und Wissenschaftsbewertung. In N. Mößner & K. Erlach (Hrsg.), Kalibrierung der Wissenschaft: Auswirkungen der Digitalisierung auf die wissenschaftliche Erkenntnis (Science Studies). Transcript Verlag. https://doi.org/10.14361/9783839462102 Ioannidis, J. P. A., Collins, T. A., & Baas, J. (2024). Evolving patterns of extreme publishing behavior across science. Scientometrics , 129(9), 5783–5796. https://doi.org/10.1007/s11192-024-05117-w Ma, L. (2022). Metrics and epistemic injustice. Journal of Documentation , 78(7), 392–404. https://doi.org/10.1108/JD-12-2021-0240 Reimer N., & Halbherr, V. (2021). Kriterienkatalog zur Erkennung von qualitativ hochwertigen Journals und von sogenannten Fake-Journals. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.5031928 Retzlaff, E. (2022). Wer bewertet mit welchen Interessen wissenschaftliche Publikationen? Eine Skizzierung des Einflusses kommerzieller Interessen auf die Forschungsoutput-Bewertung. In N. Mößner & K. Erlach (Hrsg.), Kalibrierung der Wissenschaft: Auswirkungen der Digitalisierung auf die wissenschaftliche Erkenntnis (Science Studies). Transcript Verlag. https://doi.org/10.14361/9783839462102 Schmitz, J., & Schmeja, S. (2019). Bericht zum Workshop "Was tun, wenn es passiert ist? Umgang mit Publikationen, die bei einem Predatory Journal eingereicht wurden." https://doi.org/10.5281/zenodo.3553616 Solomon, D. J., & Björk, B.-C. (2012). A study of open access journals using article processing charges. Journal of the American Society for Information Science and Technology , 63 (8), 1485–1495. https://doi.org/10.1002/asi.22673...

  3. Open Access Finanzierung

    Erfahren Sie mehr zur Finanzierung von Open Access Open Access und Forschungsförderer Geschäftsmodelle für Zeitschriften Geschäftsmodelle für Bücher...

  4. Open Access Geschäftsmodelle für Bücher

    Intro Finanzierung von Open-Access-Monographien Quelle: Brinken, H. (2020). Finanzierung von Open-Access-Monographien, open-access.network. https://doi.org/10.5446/49535 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Es gibt eine Vielzahl an Geschäfts- und Finanzierungsmodellen für Open-Access-Bücher. 2 Die einzelnen Modelle haben individuelle Vor- und Nachteile, teilweise lassen sie sich miteinander kombinieren. 3 Neben den im deutschsprachigen Raum weit verbreiteten Book Processing Charges (BPCs) sind vor allem der parallele Verkauf von Druckausgaben, die institutionelle Förderung von Open Access sowie konsortiale Modelle von Bedeutung. Vielfältiger Wandel Open Access beinhaltet den kostenlosen Zugang zu wissenschaftlicher Infor­mation und deren freier Nachnutzung . Da Open-Access-Bücher für Leser*in­nen kostenlos zugänglich sind, können die im Rahmen der Veröffentlichung entstehenden Kosten nicht mehr über Buchkäufe gedeckt werden, sondern müssen durch alternative Geschäftsmodelle finanziert werden. In den letzten Jahren ist die Bedeutung von Open Access in den Geistes- und Sozialwissenschaften enorm gestiegen. Im Zuge dessen haben sich verschie­dene Geschäfts- und Finanzierungsmodelle für Open-Access-Bücher entwickelt. Diese Modelle weisen sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zu den gängigen Modellen für Zeitschriften auf, sind aber im Vergleich vielfältiger und experimenteller. In der Praxis werden häufig verschiedene Ansätze miteinander kombiniert. Im Folgenden werden die wichtigsten Finanzierungsmodelle für Open-Access-Bücher im deutschsprachigen Raum kurz vorgestellt. Die Übersicht greift auf bestehende Typologien mit unterschiedlichen Komplexitätsgraden zurück, die zur weiterführenden Lektüre sehr zu empfehlen sind ( Collins et al., 2015; Speicher et al., 2018, Penier et al., 2020 ). Für die hier vorgestellte Auswahl er­wies sich darüber hinaus die knappe Übersicht des Open Access Book Toolkits ( OAPEN, 2020 ) als hilfreich. Open-Access-Bücher Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Nützliche Hinweise für die Umsetzung finden sich im Guide "How to Begin the OA Transition" ( Estelle et al., 2025 ). Video zum Publizieren von Open-Access-Büchern Quelle: Stern, N. (2020). Publishing your book in Open Access?, open-access.network. https://doi.org/10.5446/52108 ( CC BY 3.0 DE ) Publikationsgebühren (BPCs) Vorteile BPCs ermöglichen die Anerkennung und Übernahme von Kosten, die mit der Veröffentlichung qualitativ hochwertiger Open-Access-Buchpublika­tionen verbunden sind. Da Forschungsförderer , Stiftungen und Autor*­innen im deutschsprachigen Raum seit vielen Jahren auch herkömmliche Buchpublikationen über sogenannte Druckkostenzuschüsse finanzieren, ist die Hürde zur Zahlung von BPCs hier niedriger als in anderen Ländern. Nachteile Das Modell verstärkt bestehende Ungerechtigkeiten im akademischen System, indem es Autor*innen bevorteilt, die in gesicherten Positionen an finanzkräftigen Einrichtungen oder in gut ausgestatteten Drittmittel­projekten arbeiten. Autor*innen, die an weniger ausgestatteten Institu­tionen tätig sind, werden ebenso benachteiligt wie unabhängige Autor*­innen. Auf globaler Ebene benachteiligt das Modell Autor*innen aus dem globalen Süden. Kritisiert wird zudem, dass kommerzielle Verlage ihre tatsächlichen Kosten und Leistungen nicht klar darstellen, weshalb die Erstattung von BPCs zunehmend an die Einhaltung von Standards in Bezug auf Qualität und Transparenz geknüpft wird. Praxistipp Hier finden Sie hilfreiche Empfehlungen und Checklisten zu Qualitätsstandards für Open-Access-Bücher: Arbeitsgemeinschaft Universitätsverlage Nationaler Open-Access-Kontaktpunkt OGeSoMo Fokusgruppe "Open-Access-Bücher" Diskutieren Sie mit Expert*innen über aktuelle Entwicklungen bei Open-Access-Büchern. Fokusgruppe "Open-Access-Monografienfonds" Diskutieren Sie mit Expert*innen über Förderbedingungen und -summen bestehender Monografienfonds. Publikationsgebühren für Bücher, auch BPCs (Book Processing Charges) ge­nannt, werden von Verlagen erhoben, um die bei der Veröffentlichung entste­henden Kosten zu decken. Sie bilden das Pendant zu den aus dem Zeitschrif­tenbereich bekannten APCs (Article Processing Charges) . Die Höhe der BPCs ist von Verlag zu Verlag unterschiedlich, der Umfang der Beträge liegt zwischen wenigen Hundert bis hin zu mehreren Tausend Euro. Dies hat verschiedene Gründe: Die von den Verlagen angebotenen Leistungen, Services und Lizenz­optionen unterscheiden sich ebenso wie die veröffentlichten Bücher. Auch Unterschiede in den Kosten- und Einnahmestrukturen der Verlage spielen eine wichtige Rolle. Und schließlich gibt es Verlage, die neben ihren tatsächlichen Kosten auch Schätzungen über entgangene Verkaufserlöse in die Berechnung ihrer BPCs einbeziehen. Ob sich eine parallele Open-Access-Publikation jedoch überhaupt auf die Verkaufszahlen im Print auswirkt, ist umstritten. Verschiede­ne Studien haben gezeigt, dass die Angst der Verlage vor gravierenden Einbrü­chen unbegründet ist ( Collins et al., 2015; Ferwerda et al., 2018; Snijder, 2019; Graf et al., 2020 ). Die Erhebung von Publikationsgebühren ist bei Open-Access-Büchern weit ver­breitet (vgl. Penier et al., 2020, S. 46-52 ). Das Modell wird sowohl von kommer­ziellen als auch von Scholar-Led- und Universitätsverlagen eingesetzt. Bezahlt werden BPCs in der Regel von Forschungsförderern oder den Einrichtungen, an denen die Autor*innen tätig sind. Inzwischen haben zahlreiche Einrichtungen – in Deutschland oftmals mit Unterstützung der DFG – hierfür Publikationsfonds eingerichtet. Gerade unabhängige Autor*innen und solche, die an finanziell schwächeren Einrichtungen tätig sind, müssen jedoch selbst für die Kosten aufkommen. Durch die autor*innenseitige Finanzierung wird das Modell auch als Author-Pays-Modell bezeichnet. Verkauf von Druckausgaben Bei der parallelen Veröffentlichung gedruckter Buchausgaben, teils auch Dual Publishing genannt, handelt es sich um ein hybrides Modell, bei dem über zusätzliche Verkäufe Einnahmen generiert werden. Dabei ersetzen die Erlöse aus dem Printbereich die Publikationsgebühren in der Regel nicht vollständig, sondern dienen lediglich als Ergänzung. Sowohl bei kommerziellen als auch bei von Wissenschaftler*innen geführten und Universitätsverlagen ist der Verkauf gedruckter Bücher – ganz im Gegen­satz zum Zeitschriftenbereich – noch immer sehr weit verbreitet. Dabei setzten kommerzielle Buchverlage in der Vergangenheit häufig auf Embargofristen und restriktive Lizenzierungsmodelle . Auch durch die Vorgaben der Forschungsför­derer ist inzwischen aber eine klare Tendenz zum goldenen Weg und offenen CC-Lizenzen erkennbar. Vorteile Der Verkauf von Druckausgaben (Paperbacks, Hardcover) kann für Ver­lage eine wichtige Einnahmequelle sein. Dank digitaler Technologien und schlanker Vertriebsstrukturen ist der hierfür erforderliche Zusatzauf­wand in den letzten Jahren merklich gesunken. Solange von Seiten der Bibliotheken und Leser*innen noch eine entsprechende Nachfrage be­steht, ist es für Verlage sinnvoll, wissenschaftliche Bücher auch weiterhin in gedruckter Form anzubieten und hierfür auch die bestehenden Kanäle des Buchhandels zu nutzen. Nachteile Trotz der Einsparungen durch den Einsatz von Verfahren wie Print-on-demand sind Herstellung und Vertrieb von Druckausgaben mit einem gewissen Kosten- und Verwaltungsaufwand verbunden. Sollte die Nachfrage nach gedruckten wissenschaftlichen Büchern in Zukunft (weiter) sinken, verliert auch das Modell an Attraktivität. Open Access und Forschungsförderer Hier finden Sie eine Einführung. Institutionelle Förderung Vorteile Für Institutionen und ihre Bibliotheken kann es sinnvoll sein, einen Teil des Budgets, das sie für die Finanzierung von (Open-Access-)Publika­tionen aufwenden, in den Aufbau eigener Publikationsservices zu inves­tieren. So können sie den eigenen (und ggfs. anderen) Wissenschaftler*­innen attraktive Konditionen gewähren, bestehende Infrastrukturen und Kenntnisse nutzen und die Reputation der eigenen Einrichtung steigern. Nachteile Um Autor*innen und Herausgeber*innen ein attraktives Publikationsum­feld bieten zu können, ist ein nicht unerhebliches Maß an Engagement nötig. Nur wenn die Aktivitäten langfristig und nachhaltig angelegt sind, kann das Modell seine Potenziale entfalten. Arbeitsgemeinschaft Universitätsverlage Hier erfahren Sie mehr über die Mitglieder und Prinzipien der AG. Im Rahmen ihrer Open-Access-Förderung bieten Hochschulen und Forschungs­einrichtungen eigene Publikationsservices für Open-Access-Bücher an. Diese können von der Einrichtung eines Repositoriums oder einer Publikationsplatt­form bis hin zum Betreiben eines Universitätsverlags reichen. Die institutionelle Förderung kann auf finanzieller, personeller oder infrastruktureller Ebene erfol­gen. Bibliotheken kommt hierbei häufig eine zentrale Rolle zu. Die Unterstüt­zung ermöglicht es Universitätsverlagen, Publikationsgebühren entweder nied­rig zu halten oder gar komplett darauf zu verzichten. Dass Universitätsverlage nicht gewinnorientiert arbeiten, wirkt sich ebenfalls positiv auf die Preisgestal­tung aus. Die Nutzung der Services kann auf Mitglieder der eigenen Universität beschränkt sein oder sich auch an Wissenschaftler*innen anderer Institutionen richten. Vor allem Einrichtungen, in denen die Geistes- und Sozialwissenschaften stark vertreten sind, bieten inzwischen eigene Publikationsmöglichkeiten für Bücher an. Die Mehrheit der deutschsprachigen Universitätsverlage hat sich in der Arbeitsgemeinschaft der Universitätsverlage zusammengeschlossen. Zu den bekanntesten Verlagen zählen der Universitätsverlag Göttingen , Heidelberg University Publishing und KIT Scientific Publishing . Bibliothekskonsortien Im Rahmen von Bibliothekskonsortien verpflichten sich Bibliotheken dazu, einen Beitrag zur Open-Access-Publikation einer Auswahl an Büchern zu leisten. Diese Bundles können entweder thematisch gruppiert oder auf (einzelne oder mehrere) Verlage bezogen sein. Sobald sich genügend Bibliotheken beteiligt haben und das finanzielle Ziel erreicht wurde, werden die Bücher frei zugänglich gemacht. Dieses Erlösmodell ähnelt dem aus anderen Bereichen bekannten Crowdfunding, wobei die Crowd hier aus Institutionen besteht. Konsortiale Modelle sind im Bereich der Zeitschriften bereits weit verbreitet. Für die Geisteswissenschaften ist vor allem das Crowdfunding-Modell der Open Lib­rary of Humanities (OLH) von Bedeutung. Im Buchbereich nimmt Knowledge Unlatched eine Vorreiterrolle ein und hat bislang über 3.000 Bücher (Stand: November 2021) Open Access zugänglich gemacht. Aktuell werden im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Projekten zur Beschleunigung der Transfor­mation zu Open Access des BMBF mehrere Vorhaben gefördert, die konsor­tiale Modelle für Buchreihen entwickeln (KOALA, OAdine, TOAA). Auf interna­tionaler Ebene beschäftigt sich das Projekt COPIM mit der (Weiter-)Entwicklung alternativer Geschäftsmodelle. Vorteile Konsortiale Modelle ermöglichen den Verzicht auf BPCs mit all ihren Nachteilen, weshalb sie für Autor*innen sehr attraktiv sein können. Darüber hinaus bieten sie Verlagen einen niedrigschwelligen Weg hin zur Open-Access-Transformation des eigenen Programms. Auf Seiten der Bibliotheken können sie schließlich den mit der Erwerbung von Büchern einhergehenden Bearbeitungsaufwand erheblich reduzieren. Nachteile Es gibt keine Garantie dafür, dass immer genügend Bibliotheken gefunden werden, die sich an der Finanzierung eines Bundles beteiligen. Zudem besteht die Gefahr, dass Bibliotheken vor dem Hintergrund knapper Budgets darauf spekulieren, dass die erforderlichen Summen auch ohne ihr Zutun erreicht werden können (Freerider-Problematik). Kommerziell ausgerichtete Modelle können darüber hinaus Skepsis bei Bibliotheken hervorrufen und zu deren Zurückhaltung beitragen. Weitere Modelle Die hier skizzierten Modelle stellen lediglich eine Auswahl dar. Unter den zahlreichen weiteren Modellen, die häufig noch nicht flächendeckend erprobt sind, sollen zwei zumindest kurz erwähnt werden: das Freemium-Modell und das Modell institutioneller Mitgliedschaften. Freemium Im Freemium-Modell veröffentlicht ein Verlag oder Dienstleister eine Ausgabe des Buchs Open Access, ohne von den Autor*innen eine Publika­tionsgebühr zu verlangen. Diese kostenlose Open-Access-Veröffentlichung wird über andere Einnahmequellen subventioniert. Dies kann z. B. durch den Verkauf von digitalen Ausgaben mit zusätzlichen Funktionalitäten und in anderen Formaten (enhanced HTML, e-pub/mobi, etc.) geschehen. Das Modell wird zwar bereits von einigen Verlagen und Plattformen wie z. B. OpenEdition und Open Book Publishers erfolgreich angewendet, ob es sich bewährt, wird sich jedoch noch zeigen müssen. Institutionelle Mitgliedschaften Ein weiteres Modell stellen institutionelle Mitgliedschaften dar. Hierbei zahlen Bibliotheken oder andere Einrichtungen – häufig im Rahmen von Konsortialverträgen – einen jährlichen Mitgliedsbeitrag an einen Verlag, der einen Teil der Kosten für die Veröffentlichung von Büchern über­nimmt. Mitgliedseinrichtungen und ihre Autor*innen können darüber hinaus weitere Rabatte erhalten. Das Modell ist vor allem im Zeitschrif­tenbereich verbreitet, wird aber auch von wissenschaftlichen Buchver­lagen wie Open Book Publishers oder Punctum Books eingesetzt und kann einen wichtigen Beitrag zur Vereinfachung und Entbürokratisierung des Open-Access-Publizierens leisten. Literatur Collins, E., Milloy, C., & Stone, G. (2015). Guide to open access monograph publishing for arts, humanities and social science researchers. Helping researchers to understand the opportunities and challenges of publishing a scholarly monograph in open access. AHRC/Jisc Collections. eprints.hud.ac.uk/id/eprint/25391/ http://eprints.hud.ac.uk/id/eprint/25391/1/Guide-to-open-access-monograph-publishing-for-researchers-final.pdf Estelle, L., Jago, D., Jones, R., Laakso, M., Snijder, R., & Wise, A. (2025). How to begin the OA transition: a guide for smaller and specialist publishers. Commissioned by UKRI, in partnership with the Association of Learned and Professional Society Publishers (ALPSP), the British Academy, and Open Access Scholarly Publishing Association (OASPA) . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.14679094 Ferwerda, E., Snijder, R., Arpagaus, B., Graf, R., Krämer, D., & Moser, E. (2018). OAPEN-CH - Auswirkungen von Open Access auf wissenschaftliche Monographien in der Schweiz. Ein Projekt des Schweizerischen Nationalfonds . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.1219172 Graf, D., Fadeeva, Y., & Falkenstein-Feldhoff, K. (Eds.). (2020). Bücher im Open Access: Ein Zukunftsmodell für die Geistes- und Sozialwissenschaften? Verlag Barbara Budrich. https://doi.org/10.17185/DUEPUBLICO/72237 OAPEN. (2020). Open Access Books Toolkit: Business models for open access book publishing . https://oabooks-toolkit.org/lifecycle/10944589-planning-funding/article/10432084-business-models-for-open-access-book-publishing Penier, I., Eve, M. P., & Grady, T. (2020). COPIM – Revenue Models for Open Access Monographs 2020 . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4011836 Snijder, R. (2019). The deliverance of open access books : Examining usage and dissemination . Amsterdam University Press. https://library.oapen.org/handle/20.500.12657/25287 Speicher, L., Armando, L., Bargheer, M., Eve, P. M., Fund, S., Leão, D., Mosterd, M., Pinter, F., & Souyioultzoglou, I. (2018). OPERAS Open Access Business Models [White Paper] . Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.1323708 Weiterführende Literatur Arning, U., Bargheer, M., Meinecke, I., Schobert, D., & Tobias, R. (2022). Open-Access-Transformation für Bücher: Die Rolle von institutionellen Verlagen und Publikationsdiensten . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.6346234 Barnes, L., & Gatti, R. (2018, May 22). The cost of Open Access books: a publisher writes. Open Book Publishers . https://blogs.openbookpublishers.com/the-cost-of-open-access-books-a-publisher-writes/ Böhm, D., Grossmann, A., Reiche, M. & Schrader, A. (2020). Open-Access-Publikationsworkflow für akademische Bücher. Ein Handbuch für Hochschulen und Universitäten. http://doi.org/10.33968/9783966270175-00 Hanneken et al. (2020). Die transcript OPEN Library Politikwissenschaften. Ein Modell für Open-Access-eBooks in den Geistes- & Sozialwissenschaften . https://doi.org/10.11588/ip.2020.1.66637 Pinter, F. (2018). Why Book Processing Charges (BPCs) Vary So Much. JEP. the Journal of Electronic Publishing , 21 (1). https://doi.org/10.3998/3336451.0021.101 Springer Open. (2018). Guide to Open Access Books for SpringerOpen Authors . https://media.springernature.com/full/springer-cms-preview/rest/v1/content/16216776/data/v2 van Gerven Oei, V. W. J., Joy, E., & Rudmann, D. (2020, July 7). We Got the Receipts: The Punctum Books Financial and Activity Report 2016–2019 . Punctum Books. https://punctumbooks.pubpub.org/pub/punctum-books-financial-activity-report-2016-2019/release/5...

  5. Open Access Grün und Gold

    Intro Die verschiedenen Publikationswege Quelle: Hauss, J. (2026). Wege des Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.21821081 ( CC BY 4.0 International ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Grundsätzlich kann bei Open Access zwischen Zugangswegen (grüner und goldener Weg) und Finanzierungsoptionen (mit oder ohne Publikationsgebühren) unterschieden werden. Zusätzlich ist häufig auch von “Diamond Open Access” die Rede. 2 Der grüne Weg (auch bekannt als self-archiving ) bezeichnet die Zweitveröffentlichung bereits veröffentlichter Arbeiten (u. U. auch als Pre- oder Postprintversion) auf institutionellen oder disziplinären Repositorien, teils auch auf der Website der Autor*innen. 3 Der goldene Weg bezeichnet die Open-Access-Erstveröffentlichung in Zeitschriften, als Monografie oder als Beitrag in einem Sammelband, wobei üblicherweise derselbe Qualitätssicherungprozess durchlaufen wird wie bei Closed-Access-Veröffentlichungen. “Diamond Open Access” ist eine Unterform des goldenen Open Access, bei dem die Finanzierung ohne Publikationsgebühren und oft mit einem Community-geleiteten, nicht-kommerziellen Hintergrund erfolgt. Der grüne Weg Quelle: verändert nach Oberländer, A. (2020). Open Access – Es ist nicht alles Gold, was glänzt. In: Open Science. Von Daten zu Publikationen. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4018594 ( CC BY 4.0 International ) Der grüne Weg des Open-Access-Publizierens – auch Self Archiving oder Open Access Grün – bezeichnet die Zweitveröffentlichung von in einem Verlag erschienenen Dokumenten auf institutionellen oder disziplinären Open-Access-Repositorien . Teils wird darunter auch die Zugänglichmachung solcher Werke auf der Website der Autor*innen verstanden. Diese kann zeitgleich mit oder nachträglich zur Publikation der Inhalte im Verlag erfolgen und ist möglich für Preprints und Postprints wissenschaftlicher Artikel, aber auch andere Doku­mentarten wie z. B. Monografien, Forschungsberichte, Konferenzproceedings. Zweitveröffentlichungsservices an Hochschulen. Bericht zur Erhebung Der Bericht fasst wesentliche Ergebnisse einer im Rahmen des Projekts open-access.network durchgeführten Erhebung zusammen. Preprint und Postprint Quelle: Shafee, T. (2020). Typical publishing workflow for an academic journal article (preprint, postprint, and published) with open access sharing rights per SHERPA/RoMEO. Own work; adapted from diagram by Ginny Barbour Wikimedia Commons ( CC BY 4.0 International ) Preprints Hier finden Sie eine Einführung. Bei einem Preprint handelt es sich um eine (noch) nicht begutachtete wissen­schaftliche Publikation, d. h. die Qualität wurde noch nicht abschließend in einem Peer-Review-Verfahren begutachtet. Als Preprint wird manchmal auch ein Text in Form seiner Manuskriptfassung bezeichnet, die bei einer Zeitschrift oder einem Verlag für eine Veröffentlichung eingereicht wurde. Im Unterschied zum Preprint versteht man unter dem Postprint einen Text, der bereits begutachtet und zur Veröffentlichung angenommen wurde. Von Post­prints gibt es zwei Erscheinungsformen. Zum einen kann ein Postprint völlig identisch mit der vom Verlag veröffentlichten Fassung (der sogenannten publi­sher's version oder version of record ), sein. Zum anderen kann der Postprint mit dieser Verlagsversion inhaltlich gleich sein, sich aber von ihr z. B. durch Forma­tierung, Layout oder Paginierung unterscheiden. In diesem zweiten Fall spricht man von der akzeptierten Autorenfassung ( author’s manuscript ). Die Bereit­schaft von Verlagen, die Zweitveröffentlichung von Postprints oder Preprints zuzulassen, ist recht unterschiedlich. Einen Überblick darüber, was Verlage den Autor*innen gestatten, bietet das Verzeichnis Open Policy Finder . Das deutsche Zweitveröffentlichungsrecht gestattet Autor*innen unter bestimmten Bedingungen die Zweitveröffentlichung von Postprints. Praxistipp Auf der Suche nach einem geeigneten Repositorium? Listen von Open-Access-Repositorien finden sich im Directory of Open Access Repostories (Open DOAR) sowie im Registry of Open Access Repositories (ROAR) . Varianten des grünen Weges In der Open-Access-Diskussion werden drei Formen des Grünen Weges unter­schieden. Die Arbeiten können auf institutionellen Repositorien zugänglich gemacht werden. Autor*innen haben hierbei die Möglichkeit, ihre wissenschaft­lichen Texte auf einem fachübergreifenden Dokumentenserver ihrer Institution (z. B. Hochschule) abzulegen. Auf disziplinären Repositorien werden wissen­schaftliche Dokumente hingegen thematisch gebündelt (z. B. für eine Fach­disziplin ) zur Verfügung gestellt, unabhängig davon, welcher Institution der/die Autor*in angehört. Eine dritte Variante ist die Hinterlegung der wissenschaft­lichen Dokumente auf der eigenen Website. Eine solche Vorgehensweise bedeutet jedoch, dass die so hinterlegten Dokumente in der Regel schlechter sichtbar sind als im Falle der Archivierung auf institutionellen oder disziplinären Repositorien. Überdies ist ihre langfristige Verfügbarkeit nicht gesichert, so dass self archiving häufig nicht als Form des Open Access anerkannt wird, z. B. in der Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen . Der goldene Weg Der goldene Weg des Open-Access-Publizierens – auch Open Access Gold ge­nannt – bezeichnet die Erstveröffentlichung wissenschaftlicher Werke als Artikel in Open-Access-Zeitschriften , als Open-Access-Monografie oder als Beitrag in einem Open Access erscheinenden Sammelwerk oder Konferenzband. Diese Texte durchlaufen für gewöhnlich denselben Qualitätssicherungsprozess, den auch Closed-Access -Werke durchlaufen, meist in Form eines Peer Review oder Editorial Review. Mit dem Verlag wird in der Regel ein Publikationsvertrag ge­schlossen, der bestimmt, welche Nutzungsrechte die Autor*innen dem Verlag einräumen und welche Nutzungsbedingungen für die offen zugänglichen Dokumente gelten sollen. Ein solcher Vertrag wird oftmals durch eine Open-Access-Publikationslizenz ergänzt, durch die die Autor*innen den Nutzer*in­nen weitergehende und genau spezifizierte Rechte einräumen können. Quelle: verändert nach Oberländer, A. (2020). Open Access – Es ist nicht alles Gold, was glänzt. In: Open Science. Von Daten zu Publikationen. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4018594 ( CC BY 4.0 International ) Finanzierung Sowohl Open-Access- als auch Closed-Access-Publikationen müssen finanziert werden. Die Optionen zur Finanzierung von Open-Access-Publikationen sind vergleichbar denen, die zur Finanzierung von Closed-Access-Veröffentlichungen genutzt werden: durch den Verkauf von Print-Exemplaren, unbezahlte Unter­stützung aus der wissenschaftlichen Community sowie durch wissenschaftliche Einrichtungen und ehrenamtliche Arbeit, durch Werbung oder Sponsoring. Teils findet auch eine Querfinanzierung statt: vor allem kommerzielle Verlage, die das Geschäftsmodell des Open Access Gold erproben möchten, finanzieren neue Journale durch Einkünfte aus dem Subskriptionsgeschäft . Mitunter werden Publikationsgebühren oder Article Processing Charges (APCs) als typisches Finanzierungsmodell im Open Access Gold genannt, allerdings sind Publika­tionsgebühren auch im Closed Access weit verbreitet ( Gutknecht, 2018 ). Die APCs werden pro angenommenem und publiziertem Artikel fällig (bei Monografien entsprechend Book Processing Charges (BPCs) ). APCs können mit institutionellen Mitgliedschaften kombiniert werden: Gehören publizierende Autor*innen einer Einrichtung an, die eine institutionelle Mitgliedschaft bei einem Open-Access-Verlag pflegt, übernimmt diese die Publikationskosten ganz oder teilweise. Viele Einrichtungen bieten darüber hinaus weitere Möglichkeiten an, diese Kosten zu erstatten, z. B. über Publikationsfonds . Wenn eine Open-Access-Publikation gänzlich ohne APCs auskommt, also sowohl für Lesende wie auch für Publizierende kostenfrei ist, spricht man auch von Diamond Open Access . Hierfür sind alternative Finanzierungsmodelle nötig, z. B. konsortiale Finanzierung. Mehr über das Verhältnis von Diamond und Gold Open Access findet sich bei Dellmann et al. (2022) . Open Access und Forschungsförderer Hier finden Sie eine Einführung. Geschäftsmodelle für Open-Access-Bücher Hier finden Sie eine Einführung. Geschäftsmodelle für Open-Access-Zeitschriften Hier finden Sie eine Einführung. Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Video zur Finanzierung von Open-Access-Monographien Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Diamond Open Access Wenn eine Open-Access-Publikation gänzlich ohne Publikationsgebühren auskommt, also sowohl für Lesende wie auch für Publizierende kostenfrei ist, spricht man bei diesem Spezialfall von Open Access Gold auch von Diamond Open Access . Außerdem erfolgt Diamond Open Access oft mit einem wissenschaftsgeleiteten, nicht-kommerziellen Hintergrund. Der Hauptgedanke hinter diesem Modell ist die Schaffung unabhängiger Publikationsinfrastrukturen, die dauerhaft in der Hand der Wissenschaft liegen, wie es der Wissenschaftsrat (2023) empfiehlt. Mehr über das Verhältnis von Diamond und Gold Open Access und eine Diskussion unterschiedlicher Definitionen von Diamond Open Access findet sich bei Dellmann et al. (2022) . Einen erweiterten Vorschlag für eine Definition von Diamond Open Access liefert das Projekt CRAFT-OA ( Armengou et al., 2024 ). Die "OA Diamond Journals Study” von Bosman et al. (2021) diskutiert Potenziale und Herausforderungen solcher Publikationsformate, insbesondere bei Zeitschriften und zeigt auf, dass Diamond-Open-Access-Zeitschriften sich oft auf ehrenamtliche Arbeit stützen und ihre Publikationen in der Regel über konsortiale Modelle , institutionelle (Förder-)Mittel, Crowdfunding- oder Mitgliedschaftsmodelle finanzieren (vgl. S. 117ff.). Überblicke über die deutsche bzw. die schweizerische Diamond-Open-Access-Landschaft finden sich bei Hahn et al. (2022) bzw. Taubert et al. (2024) . Auch im Bereich der Buchpublikationen rückt das Diamond-Modell vermehrt in den Blick. Initiativen wie das Open Book Collective (OBC) organisieren eine gemeinschaftliche Finanzierung durch Forschungseinrichtungen, sodass Verlage und Verlagsdienstleister auf BPCs verzichten können. Zudem bieten viele universitätsgetragene Verlage die Möglichkeit einer kostenfreien Buchpublikation. Oft steht dieses Angebot auch Nicht-Angehörigen der entsprechenden Einrichtung offen. Um Diamond Open Access als faire, wissenschaftsgeleitete und nicht-kommerzielle Variante von Open Access zu fördern und Initiativen zu vernetzen, initiierte die UNESCO 2024 die Global Diamond Open Access Alliance . Auf europäischer Ebene sprach sich 2023 der Rat der Europäischen Union für eine Förderung von Diamond Open Access aus ( Rat der Europäischen Union, 2023 ). 2025 wurde der European Diamond Capacity Hub (EDCH) ins Leben gerufen, um die bestehenden Initiativen zu Diamond Open Access auf europäischer Ebene zu koordinieren und zu vernetzen. In Deutschland veröffentlichte 2025 die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina ein Diskussionspapier , das einen konkreten Vorschlag für die Finanzierung und Evaluation von Diamond-Open-Access-Zeitschriften vorlegt. Im selben Jahr hat die DFG -finanzierte konsortiale Servicestelle Diamond Open Access (SeDOA ) den Betrieb aufgenommen. Sie soll den Aufbau und die Weiterentwicklung von Diamond-Open-Access-Publikationsstrukturen fördern. Hierfür werden u. a. Anfragen zu Publikationsvorhaben an bestehende Diamond-Publikationsinfrastrukturen vermittelt und eine Registry von Diamond-Open-Access-Zeitschriften im deutschen Raum aufgebaut. Gleichzeitig bildet SeDOA das National Capacity Centre (NCC) für den EDCH. Diamond Open Access Standard (DOAS) Der Diamond Open Access Standard formuliert Qualitätskriterien für Diamond-Zeitschriften. Er wurde vom DIAMAS-Projekt erarbeitet. Quelle: verändert nach Oberländer, A. (2020). Open Access – Es ist nicht alles Gold, was glänzt. In: Open Science. Von Daten zu Publikationen. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4018594 ( CC BY 4.0 International ) Akteure der Diamond-Open-Access-Community: Sechs Akteursgruppen und ihre individuellen Beiträge zu einem fairen und gemeinschaftlichen Diamond Open Access. Quelle: Henkes, L. M., & Holscher Blackman, K. (2025). Wissenschaftliches Publizieren neu denken. Blaupause für gemeinschaftliches und faires Diamond Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.17240865 ( CC BY 4.0 International ) Zwischenwege Zwischen goldenem und grünem Weg existieren auch graduelle Zwischenposi­tionen. So erlaubt es der sozialwissenschaftliche Dokumentenserver Social Science Research Network (SSRN) sowohl bereits erschienene Zeitschriften­artikel offen zugänglich zu machen als auch Manuskripte als Preprints zu publizieren und diese bei mit SSRN kooperierenden Journalen einzureichen. Als weiteres Beispiel können die epijournals oder overlay journals ( Gowers, 2015 ) der Mathematik gelten. Dabei handelt es sich um Open-Access-Zeit­schriften, die die Infrastruktur von Preprint-Servern oder Repositorien nutzen. Einreichungen werden von den Autor*innen auf arXiv oder Hyper Articles en Ligne (HAL) zugänglich gemacht und zur Aufnahme in eines der epijournals vorgeschlagen. Wird die Einreichung nach erfolgtem Peer Review akzeptiert, bleiben sowohl die ursprüngliche Fassung als auch die überarbeitete Zeitschriftenversion bestehen. Einige Zeitschriften der Verlage Copernicus Publications oder F1000 arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip mit offenem Peer Review. Ähnlich nutzen Closed-Access-Verlage arXiv, indem sie es ermöglichen, Manuskripte auf diesem Server automatisch in den eigenen Einreichungsworkflow einzuspeisen. Auch das Einspielen von Preprints vor der Veröffentlichung des Inhalts im Verlag trägt Merkmale des goldenen und grünen Wegs des Open Access. Genauso stellt die Erstveröffentlichung von Dokumenten wie Dissertationen oder Schriftenreihen auf einem Repositorium eine Art Mischform der erwähnten Strategien dar: Da es sich um Erstveröffentlichungen handelt, kann die Publikation als Gold Open Access gelten, allerdings erfolgt sie auf Servern, den Repositorien, die üblicherweise zur Bereitstellung von Materialien des grünen Open Access dienen. Neben Open Access Grün und Gold werden manchmal noch weitere Varianten mit Farbsymbolen belegt ( Piwowar et al., 2018 ; Schmeja, 2018 ); dabei handelt es sich z. T. nicht um Open-Access-Publikationen im eigentlichen Sinn, etwa wenn ein Zeitschriftenartikel zwar kostenlos gelesen werden kann, aber nicht dauerhaft nachnutzbar ist. Video zum Open-Access-Regenbogen Quelle: Schmeja, S. (2020). Der Open-Access-Regenbogen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/49667 ( CC BY 3.0 DE ) Open-Access-Publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Wo und wie offen publizieren? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access Helpdesk Stellen Sie hier Ihre konkreten Fragen rund um Open Access. Forum Sie haben eine Frage oder möchten Aspekte des Open Access mit anderen diskutieren? Nutzen Sie gerne unser Forum. Literatur Armengou, C., Bargheer, M., Gingold, A., Holsinger, S., Laakso, M., Mitchell, D., Mounier, P., Pölönen, J., Rooryck, J., Ševkušić, M., Souyioultzoglou, I., & Varachkina, H. (2024). Operational Diamond OA criteria for journals . DIAMAS and CRAFT-OA projects. https://zenodo.org/records/12721408 Bosman, J., Frantsvåg, J. E., Kramer, B., Langlais, P.-C., & Proudman, V. (2021). OA Diamond Journals Study. Part 1: Findings. https://doi.org/10.5281/zenodo.4558704 . Dellmann, S., van Edig, X., Rücknagel, J., & Schmeja, S. (2022). Facetten eines Missverständnisses. o-bib 9 (3). https://doi.org/10.5282/o-bib/5849 Gowers, T. (2015, September 10). Discrete Analysis - an arXiv overlay journal. Gowers’s Weblog . https://gowers.wordpress.com/2015/09/10/discrete-analysis-an-arxiv-overlay-journal/ Gutknecht, C. (2018, Januar 8). Publikationskosten für Closed-Access: die verschwiegenen APCs. Wisspub.net . https://wisspub.net/2018/01/08/apcs-von-denen-fast-niemand-spricht/ Hahn, D., Hehn, J., Hopp, C., & Pruschak, G. (2022). Mapping the Swiss landscape of diamond open access journals. The PLATO study on scholar-led publishing . https://doi.org/10.5281/zenodo.7461728 Piwowar, H., Priem, J., Larivière, V., Alperin, J. P., Matthias, L., Norlander, B., Farley, A., West, J., & Haustein, S. (2018). The state of OA: a large-scale analysis of the prevalence and impact of Open Access articles. PeerJ , 6, e4375. https://doi.org/10.7717/peerj.4375 Rat der Europäischen Union (2023). Wege des hochwertigen, transparenten, offenen, vertrauenswürdigen und fairen wissenschaftlichen Publizierens - Schlussfolgerungen des Rates. https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-9616-2023-INIT/de/pdf Schmeja, S. (2018, October 24). Gold, Grün, Bronze, Blau...: Die Open-Access-Farbenlehre. TIB-Blog . https://blogs.tib.eu/wp/tib/2018/10/24/gold-gruen-bronze-blau-die-open-access-farbenlehre/ Taubert, N., Sterzik, L., & Bruns, A. (2024). Mapping the German Diamond Open Access journal landscape. Minerva , 62 (2), 193–227. https://doi.org/10.1007/s11024-023-09519-7 Wissenschaftsrat (2023). Empfehlungen zur Souveränität und Sicherheit der Wissenschaft im digitalen Raum . https://doi.org/10.57674/m6pk-dt95...

  6. Open Access Zeitschriften herausgeben

    Intro Open-Access-Publizieren: Der Goldene Weg Quelle: verändert nach Oberländer, A. (2020). Open Access – Es ist nicht alles Gold, was glänzt. In: Open Science. Von Daten zu Publikationen. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4018594 ( CC BY 4.0 International ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Eine Open-Access-Zeitschrift kann verschiedentlich herausgegeben werden: Ein selbstständiger Betrieb ist ebenso möglich wie das Herausgeben an wissenschaftlichen Institutionen oder mithilfe von Verlagen. 2 Bei der Gründung einer Open-Access-Zeitschrift sollten Rollen und Zuständigkeiten von Anfang an klar festgelegt werden. 3 Overlay Journals benutzen die technische Infrastruktur von Preprint-Servern. Wie bei anderen Zeitschriften übernimmt auch bei diesem Zeitschriftentyp ein Redaktionsteam weitere Prozesse wie z. B. die Begutachtung. Gründen und Herausgeben Open-Access-Zeitschriften sind frei zugänglich - unmittelbar und für alle Interessierten. Dies hat diverse Vorteile für Autor*innen, Leser*innen und den Wissenschaftsbetrieb. Doch wie werden Open-Access-Zeitschriften herausgegeben? Was ist bei der Gründung zu bedenken? Dieser Artikel geht auf wichtige Punkte ein, die im Gründungs- und Herausgabekontext bedacht werden sollten. Viele dieser Punkte sind auch bei der Transformation einer bestehenden Zeitschrift ( Journal Flipping ) relevant. Was sind Open-Access-Zeitschriften Hier finden Sie eine Einführung. Eine bestehende Zeitschrift transformieren Hier finden Sie mehr darüber, eine bestehende Zeitschrift auf Open Access umzustellen ("Journal Flipping"). Praxistipp Beitritt zum Editorial Board einer bestehenden Zeitschrift: Ja oder Nein? Diese Handreichung liefert Kriterien zur Entscheidungsfindung: https://zenodo.org/records/12801460 . Konzept Zunächst sollten Sie abwägen, ob das Herausgeben einer eigenen Zeitschrift angesichts des redaktionellen Aufwands im Rahmen Ihrer Möglichkeiten plausibel ist. Auch sollten Sie u. a. über das Directory of Open Access Journals (DOAJ) , die Zeitschriftendatenbank (ZDB) und JSTOR herausfinden, ob und inwieweit das bestehende Zeitschriftenangebot den Gegenstandsbereich Ihrer geplanten Zeitschrift bereits abdeckt. Vor diesem Hintergrund sollte abgewogen werden, ob die Gründung einer neuen Zeitschrift überhaupt sinnvoll ist ( Pilaar Birch, 2014; Blechl et al., 2016 ). Je nach Ausgangslage kann es plausibler sein, an einer bestehenden Zeitschrift mitzuwirken oder die Transformation einer Closed-Access-Zeitschrift anzuregen. Im Falle einer Neugründung sollten Sie sich die folgenden Fragen stellen, die Ihnen dabei helfen können, ein Konzept auszuarbeiten ( Blechl et al., 2016 ; Pilaar Birch, 2014 ; van Edig & Rücknagel, 2021 ; Kaier & van Edig, 2020 ; K, 2021 ): Wie kann sich meine Zeitschrift in puncto Thema und Zielgruppe in das bestehende Angebot einfügen? Nachdem Sie eine thematische Lücke im bestehenden Zeitschriftenan­gebot gefunden haben, sollten Sie herausfinden, ob das Interesse der Wissenschaft an den die Lücke füllenden Themen groß genug für den Umfang einer neuen Zeitschrift ist. Dazu sollten Sie die potenzielle Leser*innenschaft definieren und analy­sieren. Falls Sie zu dem Ergebnis kommen, dass die Gründung einer Zeit­schrift Sinn ergibt, empfiehlt es sich, ein sogenanntes Mission Statement zu verfassen, welches später auf der Webseite der Zeitschrift veröffent­licht wird. In der Länge eines Abstracts sollten darin u. a. thematische Alleinstellungsmerkmale ihrer Zeitschrift dargelegt werden. Welche Ausgaben und Einnahmen sind zu erwarten? SPARC Europe bietet zur Unterstützung beim Erstellen von Geschäftsplä­nen das New Business Plan Toolkit for OA Journals . Als Grundlage für Verhandlungen mit potenziellen Förderern empfiehlt es sich, die ersten drei Jahre vorab zu planen - dabei sollte die Rechtsform der Zeitschrift berücksichtigt und und ein Puffer eingeplant werden. Es ist ratsam, ein schriftliches Konzept mit den wichtigsten Angaben zum Projektvorhaben zu verfassen. Wie kann die Zeitschrift langfristig betrieben werden? Teilen Sie Aufgaben und Verantwortung, sodass möglichst viele Teammit­glieder Expertise in verschiedenen Bereichen aufbauen. Dokumentieren Sie Prozesse, um Wissen zu erhalten. Langzeitarchivierung ist wesentlich, da so die dauerhafte Verfügbarkeit der Inhalte am besten gesichert werden kann. Falls die eigene Institution keinen professionellen Langzeitarchivierungsdienst betreibt, sollten alle Beiträge außerhalb der Institution langzeitarchiviert werden. Beispiele für professionelle Dienste zur Langzeitarchivierung sind LOCKSS / CLOCKSS und Portico . Im Bestfall bieten die Dienste an, Inhalte in andere (moder­ne) Formate zu übertragen, falls bestehendee Formate technisch veraltet. Die Migration sollte über offene, maschinenlesbare Formate erfolgen. Strebe ich eine internationale Reichweite an? Entscheiden Sie, in welcher Sprache bzw. welchen Sprachen Ihre Inhalte sowie die Informationen über Ihre Zeitschrift verfügbar sein sollen. Eng­lischsprachige Zeitschriften werden tendenziell stärker wahrgenommen und erreichen eine breitere Leserschaft. Falls Sie in anderen Sprachen publizieren möchten, sollte überprüft werden, ob die Zeitschrift Ihre Zielgruppe erreichen kann. Wie nenne ich meine Zeitschrift? Finden Sie einen prägnanten Titel sowie ein Kürzel für Ihre Zeitschrift, vermeiden Sie Sonderzeichen wie ß . Wichtig ist auch, dass der Titel auf die gewünschte Zielgruppe abgestimmt ist. Über UlrichsWeb oder andere Suchmaschinen kann ermittelt werden, ob Ihr Wunschtitel noch verfügbar ist. UlrichsWeb ist lizenzpflichtig - falls Sie einer wissenschaftlichen Einrichtung angehören empfiehlt es sich daher, nachzufragen, ob die Bibliothek Ihnen Zugang verschaffen kann. Der Name sollte - auch aus ethischen Gründen - so gewählt werden, dass Ver­wechslungen mit anderen Zeitschriften möglichst ausgeschlossen sind. Wer genau soll Herausgeber*in oder Medieninhaber*in der Zeitschrift sein? Herausgeber*innen bestimmen die wissenschaftliche Ausrichtung der Zeitschrift und entscheiden in der Regel, welche Beiträge in ihrer Zeit­schrift veröffentlicht werden. In vielen Fällen sind dies unentgeltlich arbeitende Wissenschaftler*innen, es gibt aber auch Open-Access-Zeitschriften, die mit festangestellten Herausgeber*innen arbeiten. Meistens agieren Personengruppen (Editorial Boards) als Herausgeber*­innen. Diese Personengruppen sind häufig hierarchisch organisiert und in Zuständigkeitsbereiche unterteilt (Chief Editor, Managing Editor, Hand­ling Editor, etc.). Weitere Details finden sich in Kaier und van Edig (2020) . Die Eigentümerschaft von Zeitschriften kann bei den herausgebenden Personen selbst, bei Institutionen (wie Universitäten oder Fachgesell­schaften) oder bei Verlagen liegen. Wie finde ich Mitwirkende (Mitherausgeber*innen, Redaktionsmitglieder, Autor*innen, etc.)? Die Mitarbeit von in Fachkreisen etablierten Personen im Editorial Board ist sehr zu empfehlen, um die Wahrnehmung der Zeitschrift zu erhöhen - auch wenn gerade renommierte Forscher*innen häufig nur sehr einge­schränkte zeitliche Kapazitäten aufbringen können. Beginnen Sie daher frühzeitig mit der Suche. Ihr Editorial Board sollte idealerweise aus Mitgliedern verschiedener Einrichtungen zusammengesetzt sein und insbesondere im Fall einer internationalen Ausrichtung der Zeitschrift mehrere Nationalitäten einschließen. Wichtig ist, dass die Zeitschrift an mehrere Stakeholder gebunden ist, eine zu starke Bindung an Einzelpersonen kann zu Abhängigkeitsverhält­nissen führen. Alle Mitglieder des Editorial Boards sollten mit vollem Namen, Zugehörigkeit, Mailadresse, Forschungsschwerpunkten und ggf. Links zu Webseiten auf der Internetpräsenz der Zeitschrift aufgeführt werden. Gerade in der Anfangsphase kann eine ausreichende Anzahl hochwer­tiger Beiträge renommierten Autor*innen die Reputation einer Zeitschrift aufbauen. Recherchieren Sie, falls nötig, bzw. erkundigen Sie sich in Fach­kreisen dazu, wer sich als Autor*innen für Ihre Zeitschrift anbietet und sprechen Sie diese Wissenschaftler*innen aktiv an. Gute Aussichten auf eine Mitarbeit haben Sie insbesondere bei Wissenschaftler*innen, die in ihrer Karriere so weit fortgeschritten sind, dass sie nicht mehr zwingend auf Publikationen in bereits renommierten Zeitschriften angewiesen sind. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, mit einer kleinen Gruppe renom­mierter Beteiligter zu beginnen, die im Laufe der Zeit weitere renommier­te Beteiligte anzieht. Es ist zu bedenken, dass die Reputation einer Zeit­schrift und ihrer Mitwirkenden in vielen Disziplinen nach wie vor eine wichtige Rolle spielt. Auch der Journal Impact Factor ist nach wie vor in manchen Disziplinen von Bedeutung, diesen kann man allerdings nicht von Anfang an erhalten, sondern erst nach Erfüllung diverser Kriterien, auf Nachweis einer längeren Publikationshistorie und im Anschluss an eine langwierige Evaluierung. Die hohe Wahrnehmung einer Zeitschrift sorgt für eine gesteigerte Sichtbarkeit der enthaltenen Artikel. Dies fördert auch die Präsenz der Autor*innen in ihrer Fachcommunity und ggfs. darüber hinaus. Wer ist wofür zuständig? Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten sollten klar festgelegt werden. Dies ist insbesondere wichtig, wenn mehrere Einrichtungen an einer Zeitschrift beteiligt sind oder externe Services herangezogen werden. Auch in der Redaktion sollten klare Rollen und Verantwortlichkeiten festgelegt werden - mehr dazu im Kapitel Redaktionelle Planung . Wie vernetze ich meine Zeitschrift mit der Open-Access-Community? Ziehen Sie eine Mitgliedschaft in der Open Access Scholarly Publishing Association (OASPA) und im Committee on Publication Ethics (COPE) in Betracht. Für international ausgerichtete Neugründungen aus dem Be­reich der Geistes- und Sozialwissenschaften kommt auch eine Mitglied­schaft im Radical Open Access Collective infrage. Um anerkannten Open-Access-Kriterien bezüglich Zugang und Nachnutz­barkeit zu genügen, sollte Ihre Zeitschrift konform mit folgenden Standards und Vorgaben sein: Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen Prinzipien sowie Technical Guidance and Requirements des Plan S DOAJ Seal Welche Beiträge soll meine Zeitschrift veröffentlichen? Es muss festgelegt werden, welche Arten von Beiträgen veröffentlicht werden sollen, z. B. Forschungsartikel, Reviews oder Rezensionen. Es ist zu überlegen, ob thematische Schwerpunkte für einzelne Ausgaben infrage kommen. Es ist ratsam, Forschungsdaten als Zusatzmaterialien zu den Beiträgen Ihrer Zeitschrift verfügbar zu machen ( Hrynaszkiewicz et al., 2020 ), z. B. Messergebnisse oder Interviewtranskriptionen. Dies ermöglicht, dass nicht nur Gutachter*innen im Qualitätssicherungsverfahren, sondern auch Leser*innen ihre Beiträge besser nachvollziehen und prüfen kön­nen. Es ist empfehlenswert, diese Inhalte nicht in der Zeitschrift selbst zu "lagern", sondern die Autor*innen auf geeignete Datenrepositorien wie z. B. Zenodo oder den Verzeichnisdienst re3data.org hinzuweisen. Welche (lizenz-)rechtlichen Aspekte sind zu bedenken? Zu welchen Bedingungen sollten Beiträge nachnutzbar sein? Autor*innen sollten Verwertungsrechte an ihren Beiträgen nicht (voll­ständig) an die herausgebende Einrichtung (z.B. Verlag) abgeben. Hinsicht­lich der Verbreitung und Nachnutzung ist die Vergabe der jeweils aktuellen CC-BY-Lizenzen empfehlenswert, da diese konform mit Plan S sind und die Nachnutzung am wenigsten einschränken. Bei anderen Varianten (wie z.B. CC BY-NC) müssen mögliche negative Auswirkungen mitbedacht werden. Es sollte transparent angegeben werden, welche Lizenz genutzt wird - in den Metadaten, auf der Landing Page und im Artikel selbst. Auf der Seite Open Access und Nachnutzung finden sich detaillierte Informationen zu offenen Lizenzen wie den Creative-Commons-Lizenzen. Weitere rechtliche Aspekte werden auf unseren Rechtsseiten detailliert ausgeführt. Welche Verfahren der Qualitätssicherung (z. B. (Open) Peer Review, Editorial Review) sollen genutzt werden? Welche Kriterien sollen dem Qualitätssicherungsverfahren zugrunde liegen? Peer Review ist das wohl bekannte Qualitätssicherungsverfahren. Es findet nach wie vor häufig anonym statt, z.B. in folgenden Formen: Double-blind Peer Review: Die Reviewer*innen kennen die Identität der Autor*innen nicht, die Autor*innen kennen die Identitäten der Reviewer*innen nicht. Single-blind Peer Review: Die Reviewer*innen kennen die Identität der Autor*innen, umgekehrt nicht. Immer öfter jedoch gibt es auch die offeneren Open-Peer-Review-Verfahren ( Ross-Hellauer, 2017 ), z. B. bei Overlay Journals . Ebenfalls gängig sind Editorial Reviews, bei denen die Beurteilung eines Artikels durch ein oder mehrere Mitglieder der Redaktion erfolgt ( Lange, 2021 ). Bei der Auswahl des Verfahrens sollte berücksichtigt werden, welche Verfahren in der Disziplin gängig sind, in welcher die Zeitschrift angesiedelt ist. Schließlich ist die Zeitschrift auf die Unterstützung der Community und damit auf deren Akzeptanz des Verfahrens angewiesen. Darüber hinaus sollten Sie herausfinden, welche personellen Kapazitäten für welches Verfahren benötigt werden, ob diese Kapazitäten vorhanden sind und ob ausreichend Gutachter*innen gefunden werden können. In jedem Fall sollten genaue Bewertungskriterien benannt und eine Maximaldauer des Prozesses festgelegt werden, die wenige Monate nicht überschreiten sollte. Forschungsdaten, Software und andere die Artikel begleitende Informationen sollten bereits mit der Ersteinreichung übermittelt und den Gutachter*innen zur Verfügung gestellt werden. Aus Gründen der Transparenz sollten Sie auf Ihrer Website darlegen, warum Sie welches Qualitätssicherungsverfahren verwenden. Ziehen Sie überdies in Erwägung, den Autor*innen die Möglichkeit anzubieten, unerwünschte Gutachter*innen zu nennen. Des Weiteren sollten Texte unbedingt auf Plagiate überprüft werden. Open-Source-Software ist dazu wenig gängig, oft wird iThenticate.com als geeigneter kommerzieller Service genannt. Besteht Nachfrage nach einer zusätzlichen Printausgabe? Sie sollten ermitteln, ob in dem Fachgebiet, an dem die Zeitschrift ange­siedelt ist, Nachfrage nach einer zusätzlichen Druckversion besteht. Tendenziell nimmt die Nachfrage nach gedruckten Exemplaren zwar ab, besteht u. a. in einigen Geisteswissenschaften nach wie vor, auch wenn selbst dort die Nachfrage weiter zurückgeht. Bedenken Sie, dass auch der Druck weniger Exemplare nicht zu unterschätzende Verwaltungskapa­zitäten beansprucht und wägen Sie ab, ob sich der Aufwand lohnt. Auch ist zu beachten, dass im Druck einige Mehrwerte der digitalen Veröffent­lichung (z.B. die direkte Verknüpfung mit Daten usw.) verloren gehen und sich daher auch in dieser Hinsicht die Frage der Zeitgemäßheit einer gedruckten Ausgabe stellt. Wie steigere ich den Bekanntheitsgrad meiner Zeitschrift? Es ist essenziell, dass die Inhalte Ihrer Zeitschrift in Indizes und Suchma­schinen gut auffindbar sind. Beiträge sowie umfangreiche Metadaten sollten unmittelbar nach ihrer Veröffentlichung über entsprechende Schnittstellen wie OAI-PMH bzw. SWORD zur Verfügung gestellt und so automatisiert an Repositorien verbreitet werden können. Dies dient nicht nur der Langzeitarchivierung, sondern auch der Sichtbarkeit. Im Rahmen der DOI-Registrierung (mehr dazu im Kapitel Redaktionelle Planung ) eines Artikels stellen Crossref und DataCite jeweils ein Schema für Meta­daten bereit. Metadaten dürfen unter CC0 nachgenutzt werden. Nur bei entsprechender Sichtbarkeit besteht die Aussicht, dass die Artikel Ihrer Zeitschrift häufig zitiert werden, was für die Reputation gerade junger Forscher*innen wesentlich ist. Nur so besteht die Chance, die Zeitschrift in Fachkreisen nachhaltig zu etablieren. Zusätzlich bestehen folgende Möglichkeiten zur Erhöhung der Sichtbar­keit Ihrer Zeitschrift: News: Veröffentlichen Sie regelmäßig Neuigkeiten rund um Ihre Zeitschrift. Newsletter: Viele Leser*innen halten sich gerne per Newsletter auf dem aktuellen Stand. Social Media: Twitter und eventuell Facebook eignen sich zur Bewerbung Ihrer Inhalte. Post-Publication-Tools: Diese Tools (z. B. Kommentarfunktion) regen an, dass Ihre Leser*innen miteinander interagieren und über Ihre Inhalte sprechen. RSS-Feed: Mithilfe von RSS-Feeds können Interessierte aktuelle Meldungen sammeln. Diese Option wird von den meisten Content-Management-Systemen direkt mitgeliefert und muss nur noch konfiguriert werden. Blog: Blogartikel können in Ergänzung zu Zeitschriftenbeiträgen über aktuelle Themen berichten und damit Leser*innen anziehen. Es empfiehlt sich eine Kommentarfunktion zum Meinungsaustausch. Überdies können Blogartikel ggfs. mit Zeitschriftenbeiträgen verbunden werden. Wichtig ist, dass die Kommunikation mit der Wissenschaftsgemeinschaft gut funktioniert - so sollten Anliegen und Interessen von Leser*innen und Autor*innen erhoben und immer wieder neu in das inhaltliche Konzept der Zeitschrift einbezogen werden. Es empfiehlt sich, den Umgang mit Leser*innen-Anliegen und -Interessen auf der Webseite zu veröffentli­chen. All diese Punkte führen dazu, dass sich (potenzielle) Leser*innen und Autor*innen angesprochen fühlen. Diese Maßnahmen sollten frühzeitig ausgearbeitet werden, da potenziel­le Mitarbeiter*innen und Geldgeber*innen ihr Mitwirken von Ihrer Posi­tion zu diesen Punkten abhängig machen werden. Zudem wirkt sich das Konzept auf sämtliche Rahmenbedingungen und Arbeitsabläufe aus und muss damit festgelegt sein, damit der redaktionelle Prozess flüssig abläuft. Was passiert im worst case mit den Inhalten? Ein Plan sollte geschmiedet werden, was mit den Inhalten geschieht, falls die Zeitschrift aufhört zu existieren. Für Autor*innen, Leser*innen und den "scientific record" ist es extrem wichtig, dass publizierte Inhalte lang­fristig verfügbar bleiben. Diesen Aspekt hat schon die Berliner Erklärung 2003 thematisiert. Auch durch die Registrierung von DOIs geht man die Verpflichtung ein, dass Metadaten und Inhalte über diesen Identifier erreichbar bleiben. Sollte der Betrieb einer Zeitschrift einmal eingestellt werden, sollte also geklärt sein, ob die Infrastruktur der Zeitschrift die be­reits publizierten Inhalte weiter zur Verfügung stellen kann oder ob dies durch eines der genannten Langzeitarchive oder Repositorien möglich ist. Unter allen Umständen muss vermieden werden, dass Inhalte von heute auf morgen verschwinden. Redaktionelle Planung Ehe die Arbeit an den Texten beginnen kann, sollten einige redaktionelle Rah­menbedingungen abgesteckt sein ( Blechl et al., 2016; van Edig & Rücknagel, 2021; K, 2021 ): Funktionen und Zuständigkeiten in der Redaktion Zuständigkeiten und Entscheidungskompetenzen sollten festgelegt werden: Welche Rollen und Ebenen gibt es in meiner/unserer Zeitschrift (z. B. Editorial Board, Redaktion, Lektorat, Layout, Hauptkontakte zu den Autor*innen, ggfs. Review Board)? Neben der sprachlichen Qualität der Artikel sollte auch deren Optik beachtet werden, damit die Zeitschrift als seriös wahrgenommen wird. Es sollten Standardlayouts für alle Dateiformate festgelegt werden - dabei unterstützen verschiedene Textsatzsysteme wie beispielsweise LaTeX . Darüber hinaus sollten aktuelle Entwicklungen im Blick behalten werden, damit das Layout der Zeitschrift zeitgemäß bleibt. Prinzipiell ist es auch möglich, aber mit Kosten verbunden, einen externen Dienstleister mit der Satzbearbeitung zu beauftragen. Darüber hinaus müssen Richtlinien für Gutachten, Interessenskonflikte und wissenschaftliches Fehlverhalten festgelegt werden. Sie können sich hierzu an den Empfehlungen des Committee on Publishing Ethics (COPE) orientieren. Anzahl der Beiträge planen Es sollte festgelegt werden, wie viele Beiträge pro Jahr erscheinen sollen. Um als vollwertige Zeitschrift anerkannt zu werden, sind mindestens fünf Beiträge pro Jahr ratsam. Auch wenn bei Open-Access-Zeitschriften ohne Druckausgaben in mancherlei Hinsicht weniger Beschränkungen als im Closed Access bestehen, ergibt eine Planung der Beitragsmenge mit Blick auf Personalkapazitäten Sinn. Es ist zu überlegen, ob klassische Ausgaben oder einzelne Beiträge direkt nach Abschluss des redaktionellen Prozesses veröffentlicht werden sollen. Falls Sie auf Ausgaben verzichten, sollten die einzelnen Beiträge fortlaufend nummeriert werden, mindestens einmal pro Quartal sollte ein Beitrag erscheinen. Richtlinien zur Gestaltung der Manuskripte Der gewünschte Manuskriptumfang sollte nach Beitragsart festgelegt werden. Eine Policy ist empfehlenswert, die den Autor*innen präzise Anweisungen zum Einreichen von Beiträgen gibt und erklärt, was dabei zu beachten ist (z. B. Dateiformat, Aufbau, Zitationsstil). Im Idealfall werden bei Veröffentlichung folgende Formate angeboten: HTML für eine gute Lesbarkeit am Bildschirm PDF/A zum (Selbst-)Ausdrucken XML für maschinelle Verarbeitung ePUB für E-Reader Darüber hinaus muss entschieden werden, ob multimediale Darstellung­en, Tabellen, Grafiken, Bilder oder Audiomaterialien möglich sein sollen. Auch sollte festgelegt werden, ob Texte durch Daten angereichert bzw. mit Daten auf anderen Servern verknüpft werden können sollen. Technische Umsetzung und Gestaltung der Webseite Es empfiehlt sich, ggf. unter Rücksprache mit der IT-Abteilung Ihrer Insti­tution, eine leicht merkbare Domain zu wählen. Um als seriöse Zeitschrift wahrgenommen zu werden, sollte auf professionelles Webdesign (ggfs. mit Unterstützung externer Partner*innen) zurückgegriffen werden - sprechen Sie hierüber mit Ihrem Verlag oder Ihrer Institution. Beim Design der Webpräsenz sollte überdies unbedingt die Barrierefreiheit beachtet werden, damit die Seite auch von Menschen mit auditiven, visuellen oder motorischen Beeinträchtigungen gut genutzt werden kann. Es empfiehlt sich der Standard WCAG 2, Stufe AA . Zumindest eines des genutzten Formate (HTML, PDF, etc.) sollte standardkonform sein. Workflows des Publikationsprozesses Die Redaktion sollte interne Workflows festlegen - darunter ein Zeitplan der redaktionellen Arbeit (Call for Submissions, Peer Review, Lektorat etc). Zentrale Bestandteile sollten klar an die Autor*innen kommuniziert werden. Die Autor*innen sollten zudem über den Status Quo ihrer Beiträge informiert werden. Hier unterstützt Journal-Management-Software wie OJS. Indexierung und Einbindung in Mehrwertdienste Um die Auffindbarkeit der Inhalte zu gewährleisten, sollte Ihre Zeitschrift gelungen in Mehrwertdienste eingebettet werden, darunter das Directory of Open Access Journals (DOAJ) , das Web of Science , Scopus und Sherpa Romeo . Bitte stellen Sie dazu einen Antrag bei den Diensten, diese nehmen Zeitschrif­ten nach erfolgreicher Evaluation auf. Für eine erfolgreiche Evaluierung der Zeitschrift durch die Dienste sollten die jeweiligen Aufnahmekriterien unbedingt beachtet werden. Bedenken Sie, dass es teilweise sehr lange dauern kann, bis die Evaluierungen abgeschlossen sind. Wichtig sind z. B. transparente Angaben zur Zeitschrift, zu den Herausgeber*innen, sowie zur Webseite und teilweise zu Metadaten (bei nicht-englischsprachigen Zeitschriften). Mehr zum Thema DOAJ-Compliance finden Sie hier . Weite­re Dienste finden sich in Kapitel F des Leitfadens von Blechl et al. (2016) . Manche Nachweisdienste fordern bei nicht-englischsprachigen Beiträgen Überschrift und Abstract auf Englisch. Darüber hinaus sollte unter ISSN.org eine ISSN (International Standard Serial Number) beantragt werden - falls sich der Titel Ihrer Zeitschrift ändert, muss dies erneut geschehen. Die Zuweisung der ISSN erfolgt in der Regel erst nach Erscheinen. Es ist ratsam, sich im Vorfeld zu erkundigen, ob die ISSN im internationalen ISSN-Portal verzeichnet wird. Wenn kein regulärer Druck geplant ist, sollte eine ISSN (online) beantragt werden. Diese kann auch für on-demand-Druck verwendet werden. Wichtig ist, dass Beiträge mit Metadaten, DOIs und Schlagworten verse­hen werden. Nähere Details finden Sie auf S. 7 f des Leitfadens von Blechl et al. (2016 ). Um eine möglichst hohe Reichweite zu erzielen, sollten alle Metadaten OAI-PMH-konform zur Verfügung gestellt werden, sodass sie von Fachdatenbanken und Suchmaschinen eingesammelt werden können - über Journal-Management-Systeme wie OJS kann dies über Plugins automatisch erzeugt werden. Über ORCiD-IDs können Autor*innen eindeutig identifiziert werden - neben der eindeutigen Zuordnung im wissenschaftlichen Kontext ist dies ist auch für interne Prozesse der Institutionen wichtig, an denen die Autor*innen tätig sind. Autor*innen sollten folglich die Möglichkeit haben, Artikel mit ihrer ORCiD-ID zu verknüpfen. ORCiD-IDs können kostenfrei registriert werden. Über ROR können Zugehörigkeiten zu Institutionen über einen persistenten Identifier eindeutig identifiziert werden. ROR-IDs können kostenfrei beantragt werden. Metriken und statistische Daten Im Sinne der Transparenz sollten Leser*innen Zugang zu Faktoren zur Zitationsmessung haben, z. B. Impact Factor, SNIP, SJR. Darüber hinaus empfiehlt es sich, Article Level Metrics (ALM) bereitzustellen, über welche Leser*innen herausfinden können, wie viele Zugriffe bzw. Downloads ein Artikel hat. Zusätzlich können über sogenannte Altmetrics Erwähnungen der Beiträge in Social Media und Wissenschaftsnetzwerken statistisch ausgewertet werden - sofern Sie DOIs verwenden, gibt es hierzu ein Plugin für OJS. Es empfiehlt sich, die Anzahl der eingereichten, angenom­menen und abgelehnten Beiträge sowie die durchschnittliche Zeitspanne von der Einreichung bis zur Veröffentlichung zu kommunizieren, damit sich Autor*innen auf den zeitlichen Ablauf einstellen können. Melden an Verwertungsgesellschaften Auch Autor*innen von Artikeln in digitalen Zeitschriften können Tantie­men von Verwertungsgesellschaften bekommen. Dazu müssen Beiträge in Deutschland und Österreich mit sogenannten VG-Wort-Zählmarken versehen und hohe Zugriffszahlen aus Deutschland erreicht werden (z. B. VG Wort ). Kontaktieren Sie bei Interesse Literar Mechana bzw. VG Wort . Praxistipp Hier finden Sie die Folien des Open Access Talks Zeitschriften gründen - woran muss ich denken? Praxistipp Der Praxistipp Open Access unterstützen - Verlage und Journale gibt konkrete Ratschläge, wie Herausgeber*innen Open Access unterstützen können. Praxistipp The Wellcome Trust's Society Publishers Accelerating Open Access and Plan S toolkit provides tips on implementing open access and on compliance with Plan S. For OJS journals, the Public Knowledge Project provides the very useful Guide to Plan S compliance in OJS . Praxistipp Eine gute Unterstützung beim Herausgeben von Zeitschriften stellt das von DOAJ und OASPA erstellte Open Access Journals Toolkit dar. Es deckt Themen aus dem gesamten Lebenszyklus der Zeitschriftenentwicklung und dem täglichen Betrieb ab, wie z.B. die Erstellung von Zeitschriften, Kosten, Personal, Entwicklung von Richtlinien bis hin zur Indexierung und anderen technischen Aspekten. Anbindung der Zeitschrift Open-Access-Zeitschriften können im Rahmen eines bestehenden Angebots oder (weitgehend) selbstständig als Scholar-led Publishing betrieben werden: Eine Anbindung an Verlage ist ebenso möglich wie der Betrieb mithilfe von Hochschulen, Bibliotheken oder in Form einer eigenständigen Herausgabe. Auch können Zeitschriften als sogenannte Overlay Journals herausgegeben werden (s. u.). Bei der Wahl des Anbieters sollten Sie folgende Aspekte berücksichtigen: Technisches Gibt es ein Redaktionssystem? Gibt es Möglichkeiten zur Langzeitarchivierung? Können die gewünschten Manuskriptformate verarbeitet werden? Finanzielles Was kostet die Nutzung? Welche direkten und indirekten Kosten entstehen (z.B. Serverbetrieb, DOI-Vergabe, Personalkosten, externe Dienstleister) Werden die gewünschten Finanzierungsformen unterstützt? Leistungsbezogenes Welche Leistungen bietet das Angebot? Wie ist die infrastrukturelle Einbindung hinsichtlich Metadaten und Nachweisbarkeit der Inhalte? Organisatorisch-Rechtliches Wer hat die Kontrolle über die Zeitschrift? Wer hat die Rechte am Titel der Zeitschrift? Falls ein Verlag beteiligt ist: Schränkt der Verlag die Open-Access-Orientierung ein? Ist eine Trennung vom Verlag möglich (z.B. Regelung der Übergabe der Metadaten und Volltexte)? Bei der Wahl eines Angebots sollten die eigenen Ressourcen kritisch bewertet werden - sowohl in finanzieller Hinsicht als auch mit Blick auf das zu leistende Arbeitspensum ( van Edig & Rücknagel, 2021 ). Sie sollten sich die Frage stellen, was und wie viel Sie leisten können, aber auch abwägen, wie viele Freiheiten Sie behalten möchten. Falls Sie Ihre Zeitschrift über einen Verlag herausgeben möchten, ist zu bedenken, dass von Verlagsseite vieles vorgegeben sein wird, z. B. Software, Finanzierungsmodell, Mindestanforderungen an das Qualitäts­sicherungsverfahren. Wenn die Vorgaben des Verlags mit Ihren Vorstellungen zusammenpassen, kann die Zusammenarbeit mit einem Verlag vorteilhaft sein - in anderen Fällen kann eine Zusammenarbeit mit Verlagen Herausgeber*innen stark einschränken. Eine Alternative zu Verlagen ist das sogenannte Scholar-led Publishing. Falls Sie Ihre Zeitschrift an einer Einrichtung herausgeben möchten, ist es empfehlens­wert, zu ermitteln, ob Sie die Zeitschrift auf dem Webserver der Institution hosten können, ob Ihre Institution eine Journal-Management-Software für Sie verfügbar machen kann oder ob ein professioneller Hostingservice infrage kommt ( Blechl et al., 2016 ). Einige Institutionen bieten zu diesen Fragen einen spezialisierten Beratungsservice an (z. B. CeDiS , Freie Universität Berlin). Auch einige Fachinformationsdienste bieten Hostingservices an, darunter der FID Linguistik , Germanistik im Netz , der FID Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Propylaeum ( van Edig & Rücknagel, 2021 ). Praxistipp Mittels einer Open-Source-Software wie Open Journal Systems (OJS) kann Scholar-led Publishing kostengünstig umgesetzt werden. OJS wird kontinuierlich weiterentwickelt, der Code ist frei zugänglich, die auch in deutscher Sprache zur Verfügung stehende Software kann kostenlos verwendet werden. Die Anwendung unterstützt den gesamten Prozess des Online-Publizierens (Einreichen, Begutachtungsphase, Lektorat, Veröffentlichung und Kommentierung von veröffentlichten Artikeln). Zahlreiche Templates, u. a. zur Kommunikation mit Gutachter*innen und mit Autor*innen, unterstützen die redaktionelle Arbeit. Darüber hinaus enthält die Software Schnittstellen, sodass z. B. Metadaten komfortabel an Dienste wie das DOAJ geliefert werden ( Mruck et al., 2018 ). Die deutsche Informationsplattform zu OJS ist erste Anlaufstelle bei Fragen, hier kommen auch OJS-Nutzer*innen miteinander in Kontakt. Weitere Informationen finden sich im Userguide , hier gibt es u. a. eine FAQ-Seite. Einer Schätzung zufolge sollten unerfahrene Open-Journal-Systems-User mit durchschnittlichen technischen Kenntnissen einige Stunden zur Installation und Einrichtung der Software einplanen ( Eve, 2012 ). Sie sollten außerdem bedenken, dass die eigenständige Herausgabe einer Zeitschrift einen nicht zu unterschätzenden zeitlichen Aufwand bedeutet. Besonders die Verbreitung der Inhalte ist für Scholar-led-Zeitschriften eine Herausforderung. Scholar-led Projekte, die die technische Infrastruk­tur selbst betreiben, sollten sich mit formalen Standards auseinander­setzen (vgl. Kapitel 3.3. in Bosman et al., 2021 ). Alternativen zu OJS sind Janeway und PubSweet ( van Edig & Rücknagel, 2021 ). Auch die Fokusgruppe Scholar-led.network befasst sich mit dem Thema, sucht gemeinsam nach geeigneten Modellen und tauscht Erfahrungen aus. Redaktionsprozess bei Open Journal Systems (OJS) Quelle: OJS-net.de Fokusgruppe: scholar-led.network Diskutieren Sie mit Expert*innen über scholar-led.network. Overlay Journals Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine Zeitschrift als Overlay Journal herauszugeben. Overlay Journals nutzen die Infrastruktur von Preprint-Servern wie z. B. arXiv , die in manchen Disziplinen wie z. B. der Mathematik und der Physik bereits etabliert sind ( Schmeja, 2016 ). Dazu stellen Autor*innen ihre Artikel (wie gewohnt) in arXiv oder andere Preprint-Server und melden sie bei der entsprechenden Zeitschrift. Diese kümmert sich dann um den Begutach­tungsprozess und nimmt die Artikel nach bestandenem Peer Review auf, d. h. sie verlinkt von ihrer Website auf den Preprintserver, vergibt eine DOI und versieht den Artikel ggf. mit einem Kommentar der Herausgebenden ( Schmeja, 2016 ). Als eines der ersten Overlay Journals wurde 2015 die mathematische Fachzeitschrift Discrete Analysis gegründet ( Gowers, 2015 ). open-access.network ( CC BY 4.0 International ) In jedem Fall ist es sehr ratsam, sich bei der Gründung einer Open-Access-Zeit­schrift ggfs. Rat beim Open-Access-Beauftragten ihrer Einrichtung einzuholen. Darüber hinaus bietet sich die Fair Open Access Alliance (FOAA) als Ansprech­partnerin an. Hier haben sich Wissenschaftler*innen und Expert*innen aus Bibliotheken zusammengeschlossen, die Prinzipien des Fair Open Access ver­treten und fördern. Die FOAA unterstützt , auch in finanzieller Hinsicht, gerne bei gründungsbezogenen Fragen. Hier können Sie mit der FOAA in Kontakt treten. Des Weiteren bietet beispielsweise die Technische Informationsbiblio­thek Hannover (TIB) die Open-Access-Plattform TIB Open Publishing an, auf der Open-Access-Zeitschriften und Konferenzbeiträge veröffentlicht werden können. Darüber hinaus empfiehlt es sich, zum Austausch mit anderen Herausgeber*­innen in Kontakt zu treten. Die im Free Journal Network (FJN) zusammenge­schlossenen Herausgeber*innen fördern wissenschaftliche Zeitschriften, die sich den Prinzipien des Fair Open Access verschrieben haben, u. a. durch den Austausch von Best Practices oder durch das gemeinsame Einwerben von Fördermitteln für die Zeitschriften des Netzwerks. Ziel ist es überdies, durch Aktualisierung der Annahmekriterien die Qualität der Zeitschriften im Netzwerk kontinuierlich weiter zu optimieren. Open Access Helpdesk Stellen Sie hier Ihre konkreten Fragen rund um Open Access. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Open Access und Förderorganisationen Hier finden Sie eine Einführung. Deckung der Kosten Open-Access-Zeitschriften, vor allem Overlay Journals ( Ball, 2015 ), sind in der Herstellung zum Teil günstiger als gedruckte Zeitschriften oder kostenpflichtige elektronische Zeitschriften ( Swan, 2016 ). Neben Druckkosten entfallen Kosten, die u. a. im Zusammenhang mit Abonnements und bei der Identifikation von (nicht-)autorisierten Nutzer*innen entstehen. Da zum Betrieb häufig Open-Source-Software wie OJS oder im Fall von Overlay Journals die Infrastruktur von Preprint-Servern genutzt wird, sind auch die Softwarekosten in der Regel gering. Optionen der Kostendeckung Es gibt folgende Optionen zur Kostendeckung ( Budapest Open Access Initiative, 2002; Blechl et al., 2016, van Edig & Rücknagel, 2021 ): Finanzierung durch private, staatliche oder disziplinäre Fördereinrichtungen Finanzierung durch die Institutionen (z. B. Universitäten), an denen die Autor*innen beschäftigt sind Querfinanzierung z.B. durch Konferenzen Konsortiale Förderung (siehe Knowledge Unlatched oder Projekte wie KOALA) Spenden (z. B. Einrichtungen, Einzelpersonen, Crowdfunding) Werbeeinnahmen (erstellen Sie dazu ggf. eine Advertising Policy) Article Processing Charges (APCs) für Autor*innen bzw. deren Institutionen. Da diese Kosten Barrieren für Autor*innen schaffen, sollten, wenn möglich, andere Finanzierungsmöglichkeiten gewählt werden. Wichtig sind genaue Angaben zum Zustandekommen der Kosten und zur Höhe pro Beitrag, darüber hinaus sollte der Zeitpunkt der Rechnungslegung klar kommuniziert werden. Auch Ermäßigungen für z. B. Autor*innen aus Niedriglohnländern sollten erwogen werden. Vor allem wenn Sie Kosten für Autor*innen vermeiden wollen, ist Unterstützung durch Förderorganisationen oder eine konsortiale Finanzierung sehr ratsam. Thematisieren Sie das Finanzierungsmodell der Zeitschrift überdies auf der Webseite. Literatur Ball, P. (2015). The journal that publishes no papers. Mathematics journal ‘overlays’ arXiv preprint server . Nature. 526 , 146. https://www.nature.com/news/polopoly_fs/1.18444!/menu/main/topColumns/topLeftColumn/pdf/526146a.pdf Blechl, G., Ferus, A., Gorraiz, J., Haas, I., Haslinger, D., Holzner, B., Schiller, R., Schmidt, N., & Stöger, H. (2016). Checkliste zur Herausgabe von Open Access Zeitschriften an Forschungseinrichtungen (Version 2) . Open Access Netzwerk Austria (OANA). https://www.akbild.ac.at/de/forschung/open-access/die-ag-open-access/OANAChecklisteOAJournals_Version2.pdf Bosman, J., Frantsvåg, J. E., Kramer, B., Langlais, P.-C., & Proudman, V. (2021). The OA Diamond Journals Study. Exploring collaborative community-driven publishing models. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4558704 Budapest Open Access Initiative . (2002). https://www.budapestopenaccessinitiative.org/translations/german-translation Eve, M. P. (2012, July 11). Starting an Open Access Journal: a step-by-step guide part 2. Eve.Gd . https://eve.gd/2012/07/11/starting-an-open-access-journal-a-step-by-step-guide-part-2/ Gowers, T. (2015, September 10). Discrete Analysis - an arXiv overlay journal. Gowers’s Weblog. https://gowers.wordpress.com/2015/09/10/discrete-analysis-an-arxiv-overlay-journal/ Hrynaszkiewicz, I., Simons, N., Hussain, A., Grant, R., & Goudie, S. (2020). Developing a research data policy framework for all journals and publishers. Data Science Journal , 19 (1), 5. https://doi.org/10.5334/dsj-2020-005 K, S. (2021, July 7). How to Start an Open-Access Journal. Typeset.io . https://typeset.io/resources/how-to-start-an-open-access-journal/ Kaier, C., & van Edig, X. (2020). Publizieren in wissenschaftlichen Zeitschriften. In K. Lackner, L. Schilhan, & C. Kaier (Eds.), Publikationsberatung an Universitäten (pp. 53–78). transcript. https://doi.org/10.14361/9783839450727-004 Lange, J. (2021, July 28). Scholarly Journal Publishing Guide. Resources for McGill journal editors . https://libraryguides.mcgill.ca/journalpublishing/typesofreview Mruck, K., Mey, G., & Muhle, F. (2018). Wissenschaft als Publikationspraxis. In Eigenregie verlegte Zeitschriften: das Beispiel Forum Qualitative Sozialforschung/Forum: Qualitative Social Research (FQS). Erziehungswissenschaft , 57 (29), 43–51. https://doi.org/https://doi.org/10.3224/ezw.v29i2.06 Pilaar Birch, S. (2014, September 18). Essential Guide: How to start an Open Access journal in five steps. LSE Impact Blog . https://blogs.lse.ac.uk/impactofsocialsciences/2014/09/18/how-to-start-an-open-access-journal/ Ross-Hellauer, T. (2017). What is open peer review? A systematic review. F1000 Research . https://doi.org/10.12688/f1000research.11369.2 Schmeja, S. (2016). arXiv-Overlay-Journals: Das Beste aus zwei Welten. TIB Blog . https://blogs.tib.eu/wp/tib/2016/08/17/arxiv-overlay-journals-das-beste-aus-zwei-welten/ Swan, A. (2016). The costs and benefits to the research community of Open Access: A briefing paper . PASTEUR4OA. https://doi.org/10.5281/zenodo.51867 van Edig, X., & Rücknagel, J. (2021, May 27). Open-Access-Zeitschriften gründen – woran muss ich denken? Open Access Talk. https://doi.org/10.5281/zenodo.4836220 Weiterführende Literatur Bakker, C. (2012). Developing open access journals: a practical guide by David J. Solomon. Journal of Librarianship and Scholarly Communication 1(1). https://doi.org/10.7710/2162-3309.1028 Birch, S.P. (2014, September 18). Essential guide: how to start an Open Access journal in five steps. Impact of Social Sciences. http://blogs.lse.ac.uk/impactofsocialsciences/2014/09/18/how-to-start-an-open-access-journal/ Hansen, C. R., Thestrup, J. B., Riise, R. R., Iversen, R. K. M., & Johnsen, S. S. (2023). An offer the journal couldn’t refuse. How a Danish collaborative project paves the way for DOAJ inclusion. Nordic Perspectives on Open Science , 8 . https://doi.org/10.7557/11.7001 Henkes, L. M., & Holscher Blackman, K. (2025). Wissenschaftliches Publizieren neu denken. Blaupause für gemeinschaftliches und faires Diamond Open Access . ELADOAH. https://doi.org/10.5281/zenodo.17240865 Jamali, H. R., Wakeling, S., & Abbasi, A. (2022). Why do journals discontinue? A study of Australian ceased journals. Learned Publishing , 35 (2), 219–228. https://doi.org/10.1002/leap.1448 Open Access Directory (2019). OA journal business models. http://oad.simmons.edu/oadwiki/OA_journal_business_models Shieber, S. (2013, November 21). Thoughts on founding open-access journals. The Occasional Pamphlet. http://blogs.law.harvard.edu/pamphlet/2013/11/21/thoughts-on-founding-open-access-journals/ Wenaas, L. (2021). Attracting new users or business as usual? A case study of converting academic subscription-based journals to open access. Quantitative Science Studies , 2 (2), 474–495. https://doi.org/10.1162/qss_a_00126...

  7. Open Access in der Mathematik

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Open Access in der Mathematik Im Gegensatz zu vielen naturwissenschaftlichen oder technischen Disziplinen wird in der Mathematik nach wie vor ältere Literatur für aktuelle Forschungsfragen herangezogen. Daher beschränkt sich freier Zugang in der Mathematik nicht auf aktuelle Forschungsergebnisse, sondern schließt auch ältere Literatur mit ein. Die Retrodigitalisierung und der freie Zugriff auf diese digitalen Inhalte spielen in diesem Fach eine große Rolle. Ein weiterer Unterschied zu den meisten naturwissenschaftlichen Disziplinen ist die Akzeptanz von Literatur ohne wissenschaftliche Qualitätsprüfung. So erhielt beispielsweise Grigori Jakowlewitsch Perelman 2006 die Fields-Medaille für eine Reihe von drei Artikeln über den Beweis zur Poincaré-Vermutung, welche er ausschließlich auf dem Preprintserver arXiv veröffentlicht hatte. Auch ohne klassisches Peer-Review-Verfahren konnte Perelmans Beweis so aufgrund der Open-Access -Veröffentlichung von verschiedenen Gruppen überprüft werden. In der Mathematik ist die Kritik an den steigenden Zeitschriftenpreisen sehr verbreitet. So ist es nicht verwunderlich, dass gerade hier Forschende oftmals zum Boykott von Wissenschaftsverlagen (z. B. The Cost of Knowledge ) aufrufen und sich auch selbst daran beteiligen. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals listet unter dem Stichwort Mathematics 815 Einträge (Stand: November 2025). Publikationsgebühren werden oftmals kritisch gesehen. Vor diesem Hintergrund werden mathematische Zeitschriften häufig in Geschäftsmodellen ohne Publikationsgebühren veröffentlicht. Viele dieser Zeitschriften werden direkt von wissenschaftlichen Institutionen oder Fachgesellschaften herausgegeben. Beispiele hierfür sind: Journal de l'École Polytechnique – Mathématiques Documenta Mathematica Da, wie eingangs erwähnt, in der Mathematik ältere Literatur von großer Bedeutung ist, werden häufig ältere Zeitschriftenbände online frei zugänglich zur Verfügung gestellt, auch wenn die aktuellen Bände Closed Access , also kostenpflichtig sind. In diesen Fällen wird oftmals das Geschäftsmodell der Moving Wall mit Embargofrist angewandt: Für einen gewissen Zeitraum (z.B. die ersten fünf Jahre nach Erscheinen) ist der Zugang kostenpflichtig, anschließend wird er kostenfrei. Bei Veröffentlichen in Open-Access-Zeitschriften ist auch in der Mathematik Vorsicht vor Predatory Publishing geboten. Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Subject Mathematics listet das Directory of Open Access Books (DOAB) 95 Titel, unter Mathematics & science werden 207 Titel aufgeführt. OAPEN verzeichnet unter der Rubrik Mathematics rund 70 Titel (Stand: November 2025). Im Fach Mathematik werden die meisten Bücher in Verlagen mit traditionellen Geschäftsmodellen veröffentlicht. Open-Access-Bücher sind bislang eine Randerscheinung. Disziplinäre Repositorien Das wichtigste Repositorium in der Mathematik ist das e-Print Archiv arXiv für Physik, Mathematik und verwandte Fächer (siehe Fachseite Physik ). Die lange Zeit gängige Praxis, Preprints auf den eigenen Institutionsseiten zu veröffentlichen, wurde mit der steigenden Bedeutung von arXiv eingestellt. Viele Repositorien in der Mathematik veröffentlichen keine neuen Preprints mehr. Forschungsdaten aus der Mathematik können gut auf Zenodo abgelegt werden oder in fachspezifischen Repositorien, die zum Beispiel mit re3data gefunden werden können. Zusätzlich existieren für das Fach Open-Access-Repositorien mit retrodigitalisierter Literatur. Die bedeutendsten sind: Göttinger Digitalisierungszentrum (GDZ) : enthält u.a. die Kollektion Mathematica , in welcher der gesamte historische Bestand der SUB Göttingen an mathematischer Literatur bis einschließlich 1900 zugänglich gemacht wird. NUMDAM : ist an der Université Grenoble Alpes angesiedelt und beinhaltet viele französische und italienische Zeitschriften. Der Zugang ist frei, allerdings gibt es von Zeitschrift zu Zeitschrift variierende Embargofristen. The University of Michigan Historical Mathematics Collection : enthält Monografien des 19. und frühen 20. Jahrhundert Historical Math Monographs (Cornell University Library) Project Euclid (Cornell University): bietet elektronisch publizierte Zeitschriften an, viele davon im Open Access Eine Übersicht zu diesen und weiteren Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) . Was sind Repositorien? Hier gibt es eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige hilfreiche Angebote Seit dem Jahr 2021 ist die Informationsplattform zbMATH OPEN (ehemals Zentralblatt für Mathematik) frei zugänglich. Durch offene und nachnutzbare Schnittstellen wird die Vernetzung und der Austausch von wissenschaftlichen Informationen gewährleistet. Die Plattform soll sich als zentraler Punkt in einer offenen globalen Bibliothek für Mathematik etablieren. Ein weiteres freies Recherchetool ist The European Digital Mathematics Library ( EuDML ) . Darüber hinaus gibt es im Rahmen des Committee on Electronic Information and Communication (CEIC) of the International Mathematical Union (IMU) Bestrebungen, eine World Digital Mathematics Library (WDML) zu entwickeln. Darin soll die gesamte mathematische Literatur erschlossen, miteinander verknüpft, dauerhaft frei zugänglich und nachnutzbar werden. Ein erster Schritt ist hierbei durch zbMATH OPEN erfolgt. Zur wissenschaftlichen Qualitätssicherung von Open-Access-Artikeln stellt das Projekt épisciences.org eine freie Plattform zur Verfügung, auf der Beiträge ein Peer-Review-Verfahren durchlaufen können. So können auch Artikel auf Preprint-Servern wie arXiv einer wissenschaftlichen Qualitätsprüfung unterzogen werden. Open Science in der Mathematik Mathematische Methoden werden immer häufiger auch in der interdisziplinären Forschung erfolgreich angewendet und sind dementsprechend weit verbreitet. So finden Modelle, Parameter, Daten und numerische Algorithmen aus der Mathematik beispielsweise im Bereich maschinelles Lernen Verwendung. In ihrer freien Veröffentlichung liegt folglich ein großer Vorteil für die interdisziplinäre Forschung. Gerade im Bereich der Datenwissenschaften sind hierfür jedoch teils immense Rechnerleistungen nötig (vgl. Mathematical Research Data Initiative ). Traditionell stellt das Beweisen mathematischer Sätze das zentrale Element der mathematischen Publikationskultur dar. Diese Beweise müssen für die Lesenden innerhalb des Beitrags vollständig nachvollziehbar sein. Da im Rahmen von Open-Access-Publikationen sämtliche Inhalte bereits frei verfügbar sind, bestand lange kein Bedarf, zusätzliche Forschungsdaten bereitzustellen. Mit der fortschreitenden Digitalisierung entstehen jedoch zunehmend rechnergestützte Beweisverfahren, Visualisierungen und weitere Arten mathematischer Forschungsdaten, deren offene Zugänglichkeit immer wichtiger wird. Mathematische Forschungsdaten sind sehr komplex und vielfältig. Der in der Entstehung begriffene MaRDI Knowledge Graph verknüpft viele offene Quellen mathematischer Forschungsdaten. Auf dem MaRDI Portal lassen sich neben dem Graphen weitere, auf die mathematische Community zugeschnittene Forschungsdaten-Services entdecken. Wird in der Mathematik Software entwickelt, dann wird diese oft über Github versioniert und zur Verfügung gestellt . (GitHub gehört seit 2018 zu Microsoft, auf öffentliche Repositorien kann ohne Anmeldung zugegriffen werden. Für das Hochladen eigener Daten ist eine Anmeldung notwendig, die grundlegenden Funktionen des Dienstes stehen kostenlos zur Verfügung.) Viele Universitäten und Forschungsinstitute bieten eigene Git-Instanzen (zum Beispiel auf der Open-Source-Plattform Gitlab basierend) an. In Zeitschriften, die die rechenintensiven Bereiche der Mathematik, zum Beispiel Numerik, abdecken, gibt es teilweise schon eine Überprüfung der Reproduzierbarkeit der Code- und Software-Komponenten eines Papers. Ein Beispiel dafür ist Computational Science and Engineering , ein Journal mit eigenem Code Review Board, das im goldenen Open Access veröffentlicht wird. Es gibt Bestrebungen, dies auf weitere Teile der Mathematik auszudehnen . Der " Jean-Pierre Demailly Prize " zeichnet seit 2024 Projekte aus, die einen Beitrag zur Förderung von Open Science in der Mathematik leisten. open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Weiterführende Literatur Boege, T., Fritze, R., Görgen, C., Hanselman, J., Iglezakis, D., Kastner, L., Koprucki, T., Krause, T., Lehrenfeld, C., Polla, S., Reidelbach, M., Riedel, C., Saak, J., Schembera, B., Tabelow, K., & Weber, M. (2022). Research-data management planning in the German mathematical community [Preprint]. arXiv. https://arxiv.org/pdf/2211.12071 Das, P. K. (2017). Anatomy of open access mathematics journals. Journal of Information and Knowledge, 53(6), 447–454. https://doi.org/10.17821/srels/2016/v53i6/98585 Hanselman, J. (2025). Guidelines for writing and reviewing mathematical software. Notices of the AMS. https://www.ams.org/journals/notices/202507/noti3210/noti3210.html Taubert, N. (2021). Green open access in astronomy and mathematics: The complementarity of routines among authors and readers. Minerva, 59, 173–194. https://doi.org/10.1007/s11024-020-09424-3 Teschke, O. (Dezember 2018). Green, gold, platinum, nickel: On the status of open access in mathematics. EMS Newsletter. https://ems.press/content/serial-article-files/10613?nt=1 Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Dr. Gernot Deinzer, UB Regensburg . Letzte inhaltliche Überarbeitung: Tabea Bacher, Max Planck Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften (MPI MiS) , mit freundlicher Unterstützung von Britta Schneemann, MPI MiS (Stand November 2025)....

  8. Open Access in der Medienwissenschaft

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Medien­wissen­schaft Die Medienwissenschaft beschäftigt sich mit der Theorie, Geschichte und Ästhe­tik von Medien und Mediensystemen. Die kulturwissenschaftliche Medienwis­senschaft ist in Deutschland in den 1970er-Jahren vor allem auf dem Nährbo­den der germanistischen Literaturwissenschaft entstanden, hat ihre Begriffe und Methoden aber auch aus der Theaterwissenschaft, der Kunstgeschichte und der Philosophie entlehnt. Die Filmwissenschaft ist teils fester Bestandteil medienwissenschaftlicher Studiengänge, wird aber auch als eigener Abschluss geführt. Die Medienkulturwissenschaft unterscheidet sich von der sozialwissen­schaftlich und empirisch ausgerichteten Publizistik und Kommunikationswissen­schaft, wobei es in manchen Instituten und Studiengängen zu Überschnei­dungen kommen kann. Wie in den meisten geistes- und kulturwissenschaftlichen Fächern erfolgt der Umstieg auf Open Access im Fach in breiter Front erst seit wenigen Jahren. Ein Grund hierfür liegt in der medienwissenschaftlichen Publikationskultur, in der Monografien und Sammelbände weiterhin eine große Rolle spielen. Die Ver­lagsreputation ist für Publikationsaktivitäten in der Medienwissenschaft ein wichtiges Kriterium, bibliometrische Indikatoren wie der Journal Impact Factor spielen dagegen bislang nur eine untergeordnete Rolle. In den letzten Jahren haben die Verlage ihr Engagement für Open Access deutlich gesteigert, sodass den Wissenschaftler*innen sowohl auf dem goldenen als auch auf dem grünen Weg zahlreiche Optionen zur Open-Access-Veröffentlichung zur Verfügung stehen. Mit dem Flipping der Zeitschrift für Medienwissenschaft (ZfM) , die seit 2017 Open Access bei transcript erscheint, hat die Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) ein wichtiges Zeichen gesetzt. Ein weiterer Meilenstein war die Einrich­tung des an der Universität Marburg angesiedelten Fachrepositoriums media/rep/ in 2018. Im gleichen Jahr wurde in der GfM auch die AG Open Media Studies und das gleichnamige Blog gestartet. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet unter dem Suchwort Media 326 Einträge (Stand: März 2024). Wichtige medienwissenschaftliche Open-Access-Zeitschriften aus dem deutsch­sprachigen und europäischen Raum sind: Apparatus. Film, Media and Digital Cultures of Central and Eastern Europe DOAJ ffk Journal Journal for Religion, Film and Media DOAJ Kieler Beiträge zur Filmmusikforschung MEDIENwissenschaft | Rezensionen Reviews mediaesthetics – Journal of Poetics of Audiovisual Images Nach dem Film Navigationen – Zeitschrift für Medien- und Kulturwissenschaften NECSUS – European Journal of Media Studies DOAJ Paidia – Zeitschrift für Computerspielforschung Research in Film and History DOAJ Spheres – Journal for Digital Cultures Zeitschrift für Medienwissenschaft DOAJ Eine der ersten Zeitschriften, die nach einem Embargo online verfügbar waren, war das filmwissenschaftliche Journal montage AV , dessen umfangreiches Archiv frei im Internet heruntergeladen werden kann. Nach einer Frist von zwölf Mona­ten sind auch die Ausgaben von Digital Culture & Society verfügbar. Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Das Directory of Open Access Books (DOAB) listet in der Rubrik Media studies 932 Titel, in der OAPEN Library sind es in der Rubrik Media studies 891. Hinzu kommen v. a. für die Filmwissenschaft relevante Kategorien wie Film theory & criticism, Film, TV & radio oder Films, cinema mit insgesamt 612 (DOAB) bzw. 464 Titeln in den Kategorien bei OAPEN (Stand: März 2024). Zu den wichtigsten deutschen Verlagen, die medienwissenschaftliche Titel als Open Access veröffentlichen, gehören De Gruyter , Springer , transcript und Schüren . meson press , entstanden aus einem Projekt der Universität Lüneburg, veröffentlicht ausschließlich Open-Access-Bücher . Diese Schriftenreihen stellen eine Auswahl ihrer Titel im Open Access zur Verfügung: Cinepoetics – Poetologien audiovisueller Bilder Medien'Welten – Braunschweiger Schriften zur Medienkultur Medien – Wissen – Bildung Zürcher Filmstudien Im Rahmen eines BMBF-geförderten Projekts zur Open-Access-Transforma­tion startete transcript 2021 zusammen mit dem Fachinformationsdienst Medien-, Film- und Kommunikationswissenschaft adlr.link die Open Library Medienwissenschaft . Disziplinäre Repositorien Das für die deutschsprachigen Medienwissenschaften wichtigste Repositorium ist das 2018 gestartete Repositorium für Medienwissenschaft media/rep/ . Das Fachrepositorium sammelt medienwissenschaftliche Publikationen und macht diese im Open Access verfügbar. Zu den gesammelten Dokumenten gehören Artikel und Beiträge, Monografien, Schriftenreihen sowie komplette Zeitschrif­tenarchive . Unter anderem sind dort montage AV , AugenBlick , Navigationen , die Zeitschrift für Medienwissenschaft , Digital Culture & Society , VIEW und NECSUS Euro­pean Journal of Media Studies verfügbar. Neben Veröffentlichungen in Textform archiviert media/rep/ auch Videos und ab Ende 2021 auch Audiodateien. Darüber hinaus werden viele medienwissenschaftliche Publikationen auch im Social Science Open Access Repository (SSOAR) zweitveröffentlicht. Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie rechtliche Informationen rund um Open Access. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote Der Fachinformationsdienst Medien-, Film- und Kommunikationswissen­schaft adlr.link an der Universitätsbibliothek Leipzig betreibt das zentrale Suchportal des Fachs, in dem Open-Access-Ressourcen besonders gekenn­zeichnet werden. Das Open-Media-Studies-Blog bietet ein öffentliches Forum für aktuelle Debatten rund um den Themenkomplex Open Science, Open Access, Openness und Zugang in den Medienwissenschaften und darüber hinaus. Open Access in Media Studies ist eine kuratierte Website, deren Ziel es ist, über medienwissenschaftliche Open-Access-Publikationen zu informieren und diese zu fördern. MediArXiv ist ein Community-geführtes digitales Archiv für Medien-, Film- und Kommunikationsforschung mit integrierter Publikationsplattform für Working Papers, Preprints , Postprints und veröffentlichte Manuskripte. Das Blog filmwissenschaft.umsonst sammelt und kommentiert deutsch­sprachige Open-Access-Publikationen aus den Bereichen Medien-, Film- und Fernsehwissenschaft. Film Studies For Free ist ein Blog, das Open-Access-Ressourcen aus Film- und Medienwissenschaft kommentiert bzw. auf diese verlinkt. Auch die Online-Archive JSTOR und Project MUSE stellen inzwischen für die Medienwissenschaft relevante Open-Access-Inhalte bereit. Open Science in der Medien­wissen­schaft Die 2018 gegründete AG Open Media Studies der GfM hat es sich zum Ziel gemacht, die Medienwissenschaft für Open Science in ihrer vollen Breite zu sensibilisieren und Arbeitsprozesse transparenter zu machen. Ab 2022 nimmt das Repositorium für Medienwissenschaft media/rep/ in Zusammenarbeit mit NFDI4Culture auch Forschungsdaten der Medien­wissenschaft auf. open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Literatur Weiterführende Literatur Kammerer, D. (2020, December 14). Nicht nur suchen und finden, sondern entdecken und erforschen. Dietmar Kammerer über das Open-Access-Repositorium media/rep/ als Werkzeug medienwissenschaftlicher Forschung. Open-Media-Studies-Blog Der Zeitschrift Für Medienwissenschaft . https://zfmedienwissenschaft.de/online/open-media-studies-blog/nicht%20nur%20suchen%20und%20finden Bearbeitung der Inhalte der Seite: Dr. Dietmar Kammerer, Philipps-Universität Marburg / NFDI4Culture , Andreas Kirchner , Universität Konstanz / open-access.network. Letzte inhaltliche Überarbeitung: Dr. Kai Matuszkiewicz, Philipps-Universität Marburg (Stand: Juli 2024)....

  9. Open Access in der Romanistik

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Linguistik Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Romanistik Wenngleich die Romanistik den Zugriff auf digitale Publikationen hoch schätzt, ist Open Access hier im Vergleich zu anderen Disziplinen eher unterrepräsentiert. Die Publikationskultur der Disziplin ist heterogen, aber etablierte Modelle der Publikation und Dissemination von Forschungsergebnissen nehmen eine zentrale Rolle ein. Einen besonderen Stellenwert hat nach wie vor die gedruckte Monographie. Auch Sammelbände sind neben Zeitschriften eine wichtige Publikationsform. Vermehrt setzen Verlage und verlagsunabhängige Zeitschriften, aber auch Forschende und Verbände neue Akzente in Form von Open-Access-Publikationen und -Initiativen. Dies betrifft bislang vor allem den Zeitschriftenbereich, zunehmend aber auch Monographien und Sammelbände. Das Thema nimmt immer stärkeren Eingang in die romanistische Publikationskultur, nicht zuletzt durch die Positionierungen und Forderungen der Forschungsförderer. Viele kleine Verlage, die in der Romanistik einen wesentlichen Teil des Publikationsoutputs verantworten, haben inzwischen entsprechende Angebote. Auch das Informationsangebot und die Vernetzungsaktivitäten des Fachinformationsdienstes (FID) Romanistik sind zu nennen. Aus der Community kamen Impulse durch Zeitschriftenneugründungen sowie durch das Positionspapier Open Access und Forschungsdaten. Ein Positionspapier der AG Digitale Romanistik ( Schöch et al., 2017 ) der AG Digitale Romanistik des Deutschen Romanistikverbands . Das Thema bekommt auch durch Workshops des Romanistikverbands insbesondere im Mittelbau-Bereich stärkere Präsenz, wie auch durch überfachliche Diskussionen und Fortbildungsangebote an Graduiertenschulen. Best-practice-Beispiele und konkrete Erfahrungsberichte wurden 2017 in einem Workshop mit Beteiligung von Verlagen, Herausgebenden und Forschenden präsentiert ( Hornung & Trapp, 2018 ). Eine Umfrage ( Hornung et al., 2017 ) des FID Romanistik aus dem Jahr 2016 gibt Aufschluss hinsichtlich der Frage, wie Open Access im Fach wahrgenommen wird und erläutert, welche Faktoren die Forscher*innen im Publikationsprozess hinsichtlich der Entscheidung zwischen Open oder Closed Access beeinflussen. Sie zeigt, dass dabei das Renommee von Verlag, Reihe, Zeitschrift und Herausgebenden entscheidende Faktoren sind. In einigen Fällen hängt von ihnen ab, ob Forschende Open oder Closed Access veröffentlichen, in anderen Fällen ist die Überzeugung der Forscher*innen von Open Access ein eigenständiger Faktor bei der Entscheidung. Peer-Review -Verfahren sind kein entscheidender Faktor, auch in punkto Begutachtung nehmen Herausgebende und Verlage eine prominente Bedeutung ein. Der hohe Verbreitungsgrad von Open-Access-Publikationen sowie deren Auffindbarkeit werden zwar geschätzt, sind aber nicht ausschlaggebend. Impact Factors, die in anderen Disziplinen zentral sind, spielen in der Romanistik kaum eine Rolle. Eine neuere Umfrage des FID (Schepers 2024) lässt auf eine geschärfte Aufmerksamkeit für Open Access schließen: Es werden konkrete Anliegen und Problemstellungen wie die Finanzierung von Open-Access-Monographien oder Möglichkeiten der Zweitveröffentlichung von Verlagspublikationen formuliert. Diese verweisen zugleich auf Informationsbedarf und Hindernisse des Open-Access-Publizierens. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals listet unter den Stichwörtern Romanic languages 66 Einträge und French literature - Italian literature - Spanish literature - Portuguese literature 176 Einträge (Stand: April 2024). Wichtige Open-Access-Zeitschriften sind: apropos [Perspektiven auf die Romania] Estudios Culturales Hispánicos (Universität Regensburg) HeLix – Dossiers zur romanischen Literaturwissenschaft Horizonte – Neue Serie • Nuova Serie Romanische Studien Versants – Revista suiza de literaturas románicas (Universität Bern) Zeitschrift für Katalanistik – Revista d’Estudis Catalans (Deutscher Katalanistenverband) Aus angrenzenden und übergeordneten Bereichen wie der allgemeinen Linguistik und vergleichenden Literaturwissenschaft oder den Digital Humanities sind weitere Zeitschriften auch für die Romanistik relevant, darunter: Glossa: a journal of general linguistics HiN – Alexander von Humboldt im Netz Iberoamericana. América Latina - España - Portugal iMex. México Interdisciplinario/Interdisciplinary Mexico Miradas – Zeitschrift für Kunst- und Kulturgeschichte der Amérikas und der iberischen Halbinsel PhiN – Philologie im Netz Pragmática Sociocultural / Sociocultural Pragmatics Textpraxis. Digitales Journal für Philologie Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht ZfdG - Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften Daneben sind Rezensionsjournale wie fabula.org für die Frankoromanistik zu nennen. Eine Bibliodiversität wird auch mit Blick auf die im romanischen Ausland fester verankerten Open-Access-Publikationen sichtbar, in besonderem Maße hinsichtlich lateinamerikanischer Angebote der Plattformen sciELO , Redalyc , AmeliCA und Latindex ( Müller, 2020 ). Unter den deutschsprachigen Angeboten finden sich aber auch frühe Pionierprojekte. Insbesondere startete PhiN – Philologie im Netz bereits 1997 als reine Open-Access-Publikation. Die Anzahl von Open-Access-Zeitschriften steigt vor allem durch Neugründungen wie apropos [Perspektiven auf die Romania] . Hingegen sind Transformationen bestehender Periodika in der deutschsprachigen Romanistik bislang noch selten. Gewissen Beispielcharakter kann aber etwa die Zeitschrift für Katalanistik haben, die alle Ausgaben hybrid gedruckt und digital Open Access zur Verfügung stellt und dafür auch die älteren Jahrgänge seit Ersterscheinung im Jahr 1988 retrodigitalisiert hat. Eine ähnliche Neupositionierung liegt im Falle von Versants vor. Die Zeitschrift Horizonte - Neue Serie • Nuova Serie wurde nach Einstellung des subskriptionsbasierten Vorläufers Horizonte als eigenständige Open-Access-Publikation neu gegründet. Spektakulär war 2016 die Gründung der Open Access Zeitschrift Glossa , die 2016 aus einem Konflikt zwischen dem Herausgebergremium der Zeitschrift Lingua und dem Verlag Elsevier entstanden ist. Während Publizierende anderer Disziplinen häufig Gebühren (APCs) für Open-Access-Publikationen zahlen müssen, ist dieses Finanzierungsmodell in der Romanistik mit wenigen Ausnahmen nicht üblich. Zumeist ist das Publizieren für die Forschenden kostenfrei, da viele reine Open-Access-Zeitschriften von Instituten bzw. in Eigeninitiative der Herausgebenden betrieben werden ( Diamond Open Access ). Ausnahmen davon sind hybride Zeitschriften der großen Verlage, in denen einzelne Artikel gegen Zahlung von Gebühren Open Access veröffentlicht werden. Relevant ist auch die Möglichkeit einer Zweitveröffentlichung der Beiträge auf einem Dokumentenserver nach einer Embargofrist von 12 Monaten. Im Beispiel von promptus – Würzburger Beiträge zur Romanistik wird dies von den Herausgebenden umgesetzt. In der Romanistik ist das Zeitschriften-Hosting in Eigenbetrieb oder durch die lokalen Bibliotheken relativ gängig, von denen manche auch überregional aktiv sind. Das lässt sich am Beispiel der Zeitschrift apropos [Perspektiven auf die Romania] demonstrieren, die von der Hamburg University Press mit der freien Software Open Journal Systems (OJS) gehostet wird. Die französische Plattform OpenEdition Journals beherbergt zahlreiche weitere romanistisch relevante Zeitschriften aus verschiedenen Ländern. Zu nennen sind auch der Publikationsservice des Iberoamerikanischen Instituts , die Hostingangebote vieler lokaler Universitätsbibliotheken sowie die Open Library of Humanities . Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Suchbegriff Romance languages führt das Directory of Open Access Books 171 Einträge, unter Romance literature 193; hinzu kommen die Titel der romanistischen Einzeldisziplinen wie bspw. Catalan language mit 45 Titeln. OAPEN führt unter Romance languages 804 Titel, unter Romance literature 121 (Stand: April 2024). Beispiele im Bereich frei verfügbarer Monographien und Sammelbände, die in der Regel Open Access und parallel gedruckt erscheinen, sind: die Beihefte der Zeitschrift Romanische Studien die Reihe Imágenes de la diversidad funcional. Literatura, artes escénicas, visuales y virtuales , die seit 2018 bei Peter Lang erscheint die Reihe Aula , die de Gruyter seit 2020 verlegt die Angebote der hybrid publizierenden Universitätsverlage , die bereits früh Open-Access-Modelle entwickelt haben die französische Plattform OpenEdition Books die Reihe Open Romance Linguistics bei Language Science Press die geisteswissenschaftlichen Publikationsreihen bei Open Humanities Press und Open Book Publishers Einzeltitel bei diversen Verlagen mit romanistischem Programm, darunter AVM, de Gruyter, Peter Lang, transcript und Vervuert. Das Panorama dieser Publikationen ist äußerst heterogen. Mit hohem Anteil umfasst es Neuerscheinungen. Daneben stehen Titel, die nach einer gewissen Frist frei zugänglich gemacht werden oder als Neuauflage oder Übersetzung Open Access erscheinen, wie im Falle von Joachim Küppers Klassiker Discursive "Renovatio" in Lope de Vega and Calderón . Auch gab es eine erste Initiative zum Freikauf von Verlagspublikationen in Partnerschaft von mehreren Fachverlagen mit Knowledge Unlatched, die aber nicht erfolgreich war . Nachdem die DFG Open Access zum prioritären Publikationsmodus der geförderten Projekte erklärt hat und dies bei weiteren Forschungsförderern bereits verpflichtend ist, ist eine Stärkung der OA-Monographie in der Romanistik zu erwarten. Ein Hemmnis sind hier allerdings die zusätzlichen Kosten, die bei den meisten traditionellen Verlagen für den freien Zugang einer Monografie entstehen. Flächendeckende Förderprogramme gibt es derzeit nicht. Möglich sind Kostenübernahmen punktuell über Monografienfonds, die inzwischen an vielen wissenschaftlichen Institutionen eingerichtet wurden, über die DFG oder über Stiftungen. Bei Drittmittelprojekten ist die Beantragungen von Open-Access-Kosten im Projektantrag die einfachste Möglichkeit. Eine ergänzende Rolle können die Universitätsverlage spielen sowie die in der Übersicht aufgeführten Angebote abseits der traditionellen Verlage. Disziplinäre Repositorien Ein romanistisches Repositoriumsangebot stellt der FID Romanistik seit 2025 in Form einer romanistischen Sammlung bereit. Es steht zur Nutzung durch die gesamte Romanistik bereit, wenngleich es technisch gesehen als Teil des Repositorium.Hamburg angelegt ist. Alle Artikel in dieser Sammlung werden auch im Suchportal des Fachinformationsdienstes verzeichnet. Für Teilbereiche des Fachs und angrenzende Disziplinen existieren weitere Repositorien wie Archivum Medii Aevi Digitale für Mittelalterforschung, AfricArXiv für die Afrikastudien, CompaRe für die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft oder das Linguistik-Repository für die allgemeine und vergleichende Sprachwissenschaft. Für die ausgeprägte Repositorienlandschaft Lateinamerikas ist das Netzwerk LA Referencia zu nennen. Die wissenschaftlichen Repositorien Portugals aggregiert RCAAP . Relevant sind auch das für die Geistes- und Sozialwissenschaften Frankreichs maßgebliche Archive ouverte HAL , das international etablierte Universalrepositorium zenodo.org und die Plattformen der lokalen Bibliotheken. Die Inhalte der genannten Repositorien sind teilweise über regionale und überregionale Suchsysteme suchbar, auch kann die Suchmaschine BASE für Recherchen mit dezidiertem Open-Access-Schwerpunkt zielführend eingesetzt werden. Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) . Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote Weitere hilfreiche Angebote existieren sowohl mit spezifisch romanistischer als auch mit übergreifender Ausrichtung. Für die Forschenden der jeweiligen Institution warten die lokalen Bibliotheken mit ihren Publikationsservices und Beratungsmöglichkeiten auf. Auch Graduiertenschulen vermitteln zunehmend Beratungs- und Schulungsangebote. Ein fachspezifisches Informations- und Beratungsangebot bietet der FID Romanistik an. So werden über die Projektwebsite grundlegende Informationen zu Open Access und insbesondere zu rechtlichen Fragen präsentiert. Dabei werden konkrete Anwendungsfälle aus der romanistischen Publikationspraxis beispielsweise mit Bezug auf Erst- und Zweitveröffentlichung im Open Access, die Rolle von Übersetzungen oder auf Verlage und Repositorien in unterschiedlichen Ländern behandelt. Auch eine persönliche Beratung wird angeboten. Im Romanistik-Blog finden sich Informationen zu aktuellen Themen, rechtlichen Themen, Förderbedingungen sowie konkreten Angeboten und Projekten. Auch die Online-Archive JSTOR und Project MUSE stellen inzwischen für die Romanistik relevante Open-Access-Inhalte bereit. Open Science in der Romanistik Auch die freie Zugänglichkeit und Nachnutzbarkeit von Primärtexten, Abbildungen und Forschungsdaten sowie die Maschinenlesbarkeit von Texten und Verfahren wie Text- und Data-Mining stehen zunehmend in der Diskussion. Plattformen mit entsprechender Agenda aus den romanischen Ländern sind etwa Gallica (Frankreich), die Biblioteca Virtual Miguel de Cervantes (Spanien) oder die Biblioteca Italiana (Italien). Ein jüngeres Beispiel für die Nachnutzbarkeit von Abbildungen ist die Entscheidung der Biblioteca Nacional de España , nach welcher seit März 2020 Bildwerke aus ihren Beständen zur Verwendung in wissenschaftlichen Publikationen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Im Themenbereich Forschungsdaten ist das Konsortium Text+ aus dem Kontext der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) zu nennen, das eine Infrastruktur für Sprach- und Textdaten aufbaut und sich zunächst auf digitale Sammlungen, lexikalische Ressourcen und Editionen konzentriert. Auch für die Romanistik relevant sind allgemein geisteswissenschaftliche Projekte wie CLARIAH-DE bzw. die Vorgängerprojekte CLARIN und DARIAH-DE , inklusive der Forschungsdaten-Repositorien DARIAH-DE Repository und dem TextGrid Repository . Eine spezifisch romanistische Initiative ist das Forschungsdaten-Verzeichnis auf romanistik.de . Ein Informations- und Unterstützungsangebot bietet der FID Romanistik an. Einen besonderen Schwerpunkt auf den nachhaltigen Umgang mit Forschungsdaten in Übereinstimmung mit den FAIR-Prinzipien legt eine seit 2020 erscheinende Blogartikelserie der AG Digitale Romanistik . open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Literatur Hornung, C., von Deylen, W., Tannous, I., & Wonke-Stehle, J. (2017, 9. Februar). Auswertung der Umfrage des FID Romanistik zu Open Access in der Romanistik. Romanistik-Blog - Das Blog des Fachinformationsdienstes. https://blog.fid-romanistik.de/2017/02/09/auswertung-der-umfrage-des-fid-romanistik-zu-open-access-in-der-romanistik/ Hornung, C., & Trapp, M. (2018). Open Access-Publizieren in der Romanistik: Standortbestimmung und Perspektiven. Romanistik-Blog - Das Blog des Fachinformationsdienstes. https://blog.fid-romanistik.de/wp-content/uploads/2018/02/OA-Workshop-Protokoll-SUBHH-11-2017.pdf Müller, C. (2020). Elektronisches Publizieren und Open Access: Die Perspektive Lateinamerikas. B. i. t. Online, 23 (4), 374–380. https://www.b-i-t-online.de/heft/2020-04-fachbeitrag-mueller.pdf Schepers, L. (2024). Umfrageergebnisse: Romanistisches Publizieren in frühen Karrierephasen. Romanistik-Blog - Das Blog des Fachinformationsdienstes. blog.fid-romanistik.de/2024/05/30/umfrageergebnisse-romanistisches-publizieren-in-fruehen-karrierephasen/ Schöch, C., Rißler-Pipka, N., Mühlschlegel, U., Gerstenberg, A., & Ehrlicher, H. (2017). Open Access und Forschungsdaten. Ein Positionspapier der AG Digitale Romanistik. In Mitteilungsheft Frühjahr 2017 (pp. 50–59). Deutscher Romanistenverband. https://doi.org/10.5281/zenodo.3834226 Weiterführende Literatur Agnetta, M. (2019). Wie closed darf open access sein? / Eine Momentaufnahme der Publikationskultur in der deutschen Romanistik. Digitalkulturen/Cultures Numériques. Herausforderungen Und Interdisziplinäre Forschungsperspektiven/Enjeux et Perspectives Interdisciplinaire , 16, 33–50. https://doi.org/10.14361/9783839442159-002 [ Open Access Preprint auf dem Romanistik-Blog ] Graf, D., Fadeeva, Y., & Falkenstein-Feldhoff, K. (Eds.). (2020). Bücher im Open Access: Ein Zukunftsmodell für die Geistes- und Sozialwissenschaften? Verlag Barbara Budrich. https://doi.org/10.17185/duepublico/72237 Hornung, C (2022). Open Access in der Romanistik - Coffee Lecture. https://www.youtube.com/watch?v=NBRLDzIeLLc Nonnenmacher, K. (2015). Die Zeitschrift als Idee. Einladung an Leser und Autoren. Romanische Studien, 1 , 5–24. https://www.romanischestudien.de/index.php/rst/issue/view/1 Schöch, C. (2020). Was heißt und zu welchem Ende publiziert man im Open Access? Open Access Week 2020, Universitätsbibliothek Trier. https://christofs.github.io/publ/#/ | als Video hier: https://www.youtube.com/watch?v=9RQy4wtYls0 Söllner, K., & Mittermaier, B. (2017). Praxishandbuch Open Access . de Gruyter. https://doi.org/10.1515/9783110494068 Bearbeitung der Inhalte der Seite: Christoph Hornung (Stand: Juni 2024)....

  10. Open-Access-Bücher

    Intro Open Access in 60 Sekunden Quelle: Brinken, H., Hauss, J. & Rücknagel, J. (2021). Open Access in 60 Sekunden, open-access.network. https://doi.org/10.5446/50831 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Open Access hat sich im Bereich der Buchpublikationen in den letzten Jahren zu einem hochgradig dynamischen Feld entwickelt. 2 Die Publikationslandschaft wissenschaftlicher Bücher ist sehr heterogen, sodass die bei Zeitschriften etablierten Open-Access-Modelle nicht einfach übertragen werden können. 3 Auch im Bereich der Open-Access-Bücher ist inzwischen eine leistungsfähige Infrastruktur mit verschiedenen Publikations- und Finanzierungsmöglichkeiten entstanden. Ein dynamisches Feld Open Access bei Büchern – dieses lange vernachlässigte Thema hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Bis in die 2010er-Jahre hinein legten Forschungsförderer , Bibliotheken, Verlage und Autor*innen den Schwerpunkt ihrer Open-Access-Aktivitäten auf den Bereich wissenschaftlicher Zeitschriften. Doch inzwischen haben die Stakeholder im wissenschaftlichen Publikationswesen auch die enormen Potenziale von Open Access für Bücher erkannt und Maßnahmen zur Transformation eingeleitet ( Bargheer et al., 2017; Ferwerda et al., 2017; Stone & Marques, 2018 ). Die Durchführung zahlreicher Studien und Projekte auf nationaler und internationaler Ebene, verbesserte Förderstrukturen und neue Finanzierungsmodelle sowie lebendige Initiativen, Arbeitsgruppen und Diskussionsforen zeigen dies eindrucksvoll. open-access.network (2021) ( CC BY 4.0 International ) Wissenschaftliche Bücher open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Monografien, Sammelbände und Co. Hier gibt es eine Begriffslandkarte zu Open Access und Büchern. Vor allem in den Geistes- und Sozialwissenschaften nimmt das Buch als Publi­kationsform weiterhin eine wichtige Rolle ein. Die textorientierten Disziplinen verwenden das umfangreichere Buchformat im Sinne des long arguments , in welchem der theoretische Ansatz umfangreich dargelegt werden muss. Auch die Ergebnisse inter- und transdisziplinärer Forschung lassen sich nur einge­schränkt in Form einer Forschungsberichterstattung publizieren, wie es in Zeitschriftenartikeln möglich ist. Gängige Ausprägungen sind Monografien, Sammelbände oder Konferenzbände. In der Regel erscheinen wissenschaftliche Bücher in verschiedenen Ausgaben: als digitale Publikation bzw. E-Book und zusätzlich als gedruckter Band. Veröff­entlicht werden sie entweder in Reihen oder als singuläre Publikation. Inhaltlich und technisch ist ein Großteil der Open-Access-Bücher ein digitales Pendant zu einem gedruckten Buch, das neben seinem Inhalt in der Regel Navigations­elemente wie Inhalts- oder Abbildungsverzeichnisse aufweist. Durch die digitale Bereitstellung sind jedoch vertiefte Inhaltserschließungen durch Mehrfach­apparate (Fußnoten, Endnoten, kritische Editionen) sowie auch Anreicherungen durch Links auf weitere Wissensbestände wie Wikipedia, Fachdatenbanken oder Primärquellen und Digitalisate möglich. Außerdem können bei E-Books Forschungsdaten, virtuelle Forschungsumgebungen oder dynamische Objekte wie Skripte, Visualisierungen oder Software eingebunden werden. Was sind Open-Access-Bücher? Um ein Open-Access-Buch handelt es sich, wenn der Zugriff auf das E-Book nicht durch Lizenz- oder Bezahlschranken begrenzt wird, sondern unmittelbar nach Erscheinen dauerhaft kostenfrei und nachnutzbar zur Verfügung steht. Einnahmen können Verlage solcher Bücher über Publikationsgebühren ( Book Processing Charge, BPC ) und den Verkauf der häufig im digitalen Print-on-Demand-Verfahren hergestellten Druckausgabe ( Dual Publishing ) erzielen, andere Verlage finanzieren die Grundkosten ihres Open-Access-Segments über Crowdfunding (z.B. Knowledge Unlatched, konsortiale Transformationsverträge) oder über institutionelle Mitgliedschaften (z.B. OBP, OLH oder Language Science Press). Wie bei Open-Access-Zeitschriften sollten Autor*innen und Herausgeber*­innen von Sammelbänden den Verlagen oder Publikationsplattformen keine ausschließlichen Nutzungsrechte übertragen müssen. Zur Lizenzierung empfiehlt sich die Verwendung einer offenen Creative-Commons-Lizenz wie CC BY oder CC BY-SA. Studien legen nahe, dass Bücher durch eine Open-Access-Publikation eine größere und diversere Leser*innenschaft ( Lucraft, 2021 ) gewinnen. Neben einer direkten Veröffentlichung über den goldenen Weg gibt es auch bei Büchern die Möglichkeit einer Zweitveröffentlichung über den grünen Weg des Open Access (siehe auch Grün und Gold ). Open-Access-Bücher in einzelnen Fächern Hier finden Sie heraus, wie gängig Open-Access-Bücher in den unterschiedlichen Disziplinen sind. Verbreitete Mythen Noch immer halten sich einige Mythen rund um das Open-Access-Publizieren. Das Open Access Book Toolkit hilft bei der Aufklärung. Open Access Helpdesk Bei Fragen zu Open-Access-Büchern hilft Ihnen unser Helpdesk gerne weiter. Zeitschriften- und Monografienkrise Sie möchten mehr zur Geschichte des Open Access erfahren? Hier haben wir die wichtigsten Meilensteine zusammengestellt. Die Gründe für die langjährige Vernachlässigung von Open Access bei Büchern reichen bis in die Anfänge der Bewegung zurück, die in den 1990er-Jahren unter dem Eindruck der Zeitschriftenkrise von den Naturwissenschaften ausging. Buchpublikationen spielen dort traditionell allenfalls eine marginale Rolle. Erst Mitte der 2000er-Jahre mehrten sich die Diskussionen über das Aufkommen einer Monografienkrise ( vgl. Herb, 2015) als Folge der Zeitschriftenkrise. Steigende Buchpreise, Versorgungslücken in den Bibliotheken und Autor*innen, die während des Veröffentlichungsprozesses immer mehr Aufgaben selbst erledigen und dennoch teils hohe Druckkostenzuschüsse an die Verlage zahlen müssen: Die Probleme des Closed Access traten nun auch im Bereich wissenschaftlicher Bücher deutlich zutage. Unterschiede zu Open-Access-Zeitschriften Vor dem Hintergrund der Monografienkrise und der zunehmenden Etablierung von Open Access im Bereich der Zeitschriften wurde die Forderung nach Open Access auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften lauter. Im Vergleich zu wissenschaftlichen Zeitschriften weist die Publikationslandschaft bei Büchern jedoch einige Besonderheiten auf, von denen hier die wichtigsten genannt werden sollen (vgl. Snijder, 2019; Open Access Books Toolkit, 2020 ): In den Geistes- und Teilen der Sozialwissenschaften spielen kleine und mittelgroße Buchverlage mit hohem Renommee in ihren Spezialgebieten eine bedeutende Rolle. Enge Beziehungen zwischen Autor*innen und Verlagen sind dabei keine Seltenheit. Beide Gruppen stehen Open Access teils abwartend bis kritisch gegenüber, auch weil es den Beteiligten in diesem Setting schwerer fällt, die notwendigen Kompetenzen im sich schnell wandelnden Publikationswesen vorzuhalten. So ist z.B. das Wissen um die Selbstarchivierungsrechte der Urheber*innen nicht flächen­deckend vorhanden. Häufig müssen sie mit den Verlagen in Verhandlung treten, um sich die Rechte zur Bereitstellung auf einem Repositorium zu sichern. Im Gegensatz zu wissenschaftlichen Zeitschriften sind Druckausgaben bei Büchern trotz generell rückläufiger Verkaufszahlen weiterhin von Bedeutung und werden nicht zuletzt auch von den Autor*innen gewünscht. Die Verbreitungskanäle und Rezeptionsprozesse sind weiterhin auf die Verarbeitung von physischen und kostenpflichtigen Objekten ausgerichtet. Buch ist nicht gleich Buch: Die Bandbreite reicht von einfachen Sammel- und Konferenzbänden über aufwändig gestaltete, mehrere hundert Seiten umfassende Monografien bis hin zu experimentellen, multimedial angereicherten Publikationsprojekten. Einreichungs-, Begutachtungs- und Redaktionsprozesse sind weniger standardisiert als im Zeitschriftenbereich. Gerade im deutschsprachigen Raum zeichnen häufig die Herausgeber*innen oder Verlagsmitarbeiter*­innen in einem Editorial Review für die Qualitätskontrolle verantwortlich. Die Kosten für die Veröffentlichung von Open-Access-Büchern variieren stark, liegen aber in der Regel durch den höheren Umfang über denen von Artikeln in Open-Access-Zeitschriften. Hinzu kommt, dass bestimmte Buch­typen wie Handbücher, Lexika oder Editionen aufwendige redaktionelle Prozesse erfordern, die seitens der Verlage eingepreist werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Open-Access-Bücher in der Kosteneffizienz hinter Zeitschriften zurückstehen. Bei den hochpreisigen Open-Access-Zeitschriften kommerzieller Verlage liegt der Preis pro Seite sogar mehrfach über dem, was für die überwiegende Mehrheit von Buchprojekten aufgerufen wird. All diese Faktoren machen deutlich, dass die für Zeitschriften entwickelten Modelle und Werkzeuge auf die spezifischen Anforderungen von Open-Access-Büchern angepasst werden müssen, um ihr Potenzial voll entfalten zu können. Dies gilt nicht zuletzt im Hinblick auf die Entwicklung nachhaltiger Geschäfts­modelle für kleine und mittlere Verlage (siehe hierzu auch das internationale Projekt Community-led Open Publication Infrastructures for Monographs, COPIM ), den Aufbau geeigneter Publikationsinfrastrukturen oder die Entwick­lung adäquater Förderinstrumente. Sowohl das Bundesministerium für Bil­dung und Forschung (BMBF) (heute: BMFTR - Bundesministerium für ­Forschung, Technologie und Raumfahrt) als auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) haben hierfür jüngst Programme aufgelegt (BMBF: Richtlinie zur Förderung von Projekten zur Beschleunigung der Transformation zu Open Access , 2020; DFG: Förderprogramm Open-Access-Publikationskosten , ab 2021), die diese Herausforderungen adressieren. Open-Access-Zeitschriften Hier finden Sie eine Einführung. Open Access und Forschungsförderer Hier finden Sie eine Einführung. Warum ist Open Access bei Büchern so kompliziert? Das Open Access Books Toolkit erklärt, worin sich Open-Access-Bücher und -Zeitschriften unterscheiden. Zukunftsmusik oder State of the Art – Experimentelle Formate für Bücher? Bericht zur Erhebung Der Bericht fasst wesentliche Ergebnisse einer im Rahmen des Projekts open-access.network durchgeführten Erhebung zusammen. Angebote für Bücher Video zum Publizieren von Open-Access-Büchern Quelle: Stern, N. (2020). Publishing your book in Open Access?, open-access.network. https://doi.org/10.5446/52108 ( CC BY 3.0 DE ) Arbeitsgemeinschaft Universitätsverlage Hier erfahren Sie mehr über die Mitglieder und Prinzipien der AG. ScholarLed Hier erfahren Sie mehr über die Mitglieder und Prinzipien der ScholarLed-Initiative. Praxistipp Das Projekt COPIM liefert wertvolle Hinweise zu Community-geführter Publikationsinfrastruktur für Monografien. Insbesondere findet sich dort ein Report über Ressourcen, Workflows, Werkzeuge und Plattformen . Auch wenn es im Rahmen der Open-Access-Transformation von Büchern noch zahlreiche Herausforderungen zu meistern gilt, haben Autor*innen bereits jetzt umfassende Möglichkeiten, ein Open-Access-Buch zu publizieren. Viele etab­lierte Verlage haben Open-Access-Modelle in ihr Portfolio aufgenommen und bieten Veröffentlichungen über den goldenen Weg unter Verwendung von CC-Lizenzen an. Auch bezüglich einer Zweitveröffentlichung nach einer Embargo­frist über den grünen Weg besteht häufig Gesprächsbereitschaft. Die verlags­seitig vielfach geäußerte Befürchtung, Open Access führe zu gravierenden Einbrüchen in den Verkaufszahlen der Druckausgaben, wurde inzwischen in verschiedenen Studien entkräftet ( Graf et al., 2020; Snijder, 2019; Collins & Milloy, 2016 ). Eine preiswerte und qualitativ hochwertige Alternative zu kommerziellen Verlagen stellen die von Universitäten oder deren Bibliotheken betriebenen wissenschaftsnahen Verlage dar, von denen sich eine Mehrheit in der Arbeits­gemeinschaft der Universitätsverlage zusammengeschlossen haben. Gemein­sam haben sie verschiedene Materialien rund um das Open-Access-Publizieren von Büchern erstellt, darunter auch ein Papier zu Qualitätsstandards ( AG Universitätsverlage, 2018 ), das auch für die Prüfung eines Open-Access-Angebots und die Auswahl eines Verlags hilfreich ist. Schließlich gibt es ähnlich wie bei Zeitschriften inzwischen auch einige von Wissenschaftler*innen gegründete Verlagsinitiativen (z. B. den Zusammen­schluss ScholarLed ), die sich einem fairen Open Access verpflichtet fühlen und sich durch eine hohe Transparenz bezüglich ihrer Geschäftsmodelle auszeich­nen ( vgl. Nordhoff, 2018; Barnes & Gatti, 2020 ). Inzwischen werden wissen­schaftliche Bücher auch vermehrt über Plattformen des institutionellen Publi­zierens ( OMP , PubPub , Janeway ) veröffentlicht, bei denen kein verlegerisches Geschäftsmodell zum Tragen kommt, sondern die Plattformen als Gemein­schaftsgut finanziert werden, was spezifische Herausforderungen mit sich bringt. Finanzierung Um die Autor*innen und Herausgeber*innen finanziell zu entlasten, stellen inzwischen viele Einrichtungen spezielle Mittel für Open-Access-Bücher bereit. Auch auf Länderebene befinden sich Publikationsfonds im Aufbau. Die DFG unterstützt Institutionen in ihrem 2021 neu eingerichteten Förderprogramm Open-Access-Publikationskosten mit bis zu 5.000 € für in DFG-Projekten entstandene Bücher. Der gleiche Betrag kann im Rahmen der DFG-Projekt­förderung jährlich für Buchpublikationen über die projektinternen Publika­tionsmittel abgerufen werden. Zudem besteht für Quellen- und Werkeditionen sowie für Werke von besonderer wissenschaftlicher Bedeutung die Möglichkeit, Publikationsbeihilfen zu beantragen. In Österreich und der Schweiz haben FWF und SNF bereits seit geraumer Zeit dezidierte Förderprogramme zur Finanzierung von Open-Access-Büchern etabliert. Speziell an Nachwuchswissenschaftler*innen im Bereich der Digital Humanities richtet sich das 2021 eingeführte Stipendium für Open-Access-Bücher von DARIAH-EU, über das bis zu 7.000 € pro Buch bereitgestellt werden. Video zur Finanzierung von Open-Access-Monographien Quelle: Brinken, H. (2020). Finanzierung von Open-Access-Monographien, open-access.network. https://doi.org/10.5446/49535 ( CC BY 3.0 DE ) Open-Access-Bücher finden Praxistipp Zahlreiche Suchmaschinen sind auf Open-Access-Fachpublikationen spezialisiert und ermöglichen den weltweiten, kostenfreien Zugang auf Volltexte. Zudem gibt es spezielle Sucheinstiege für das Finden von Open-Access-Büchern. Einen Überblick bietet unser Praxistipp "Open Access Literatur finden" . Directory of Open Access Books (DOAB) Das DOAB ist die zentrale Datenbank für Open-Access-Bücher, die auch fachspezifisch durchsucht werden kann. Open-Access-Bücher sind an vielen Stellen nachgewiesen und häufig in den gewohnten Datenbanken und Suchmaschinen recherchierbar. Auf Open-Access-Inhalte spezialisiert ist die Suchmaschine BASE , die auch eine gezielte Suche nach Büchern oder Buchkapiteln ermöglicht. Zusätzlich sind Open-Access-Bücher auch gut über die gängigen Suchmaschinen wie z. B. Google Scholar zu finden. Eine wichtige Rolle in Bezug auf die Find- und Sichtbarkeit spielt das Directory of Open Access Books (DOAB) als zentrale Datenbank für Open-Access-Bücher, das sowohl fachspezifisch als auch nach Sprache und Verlag durchsucht werden kann. Dort hinterlegte Metadaten werden in diverse Bibliothekskataloge eingespeist. Auch die kombinierte Online-Bibliothek und Publikationsplattform von OAPEN (Open Access Publishing in European Networks) sowie geistes- und sozialwissenschaftliche Fachrepositorien wie media/rep/ oder SSOAR eignen sich für die Recherche nach Open-Access-Büchern. Einen Einstieg bieten zudem die fachspezifischen Einführungen auf open-access.network. Fazit und Ausblick Die Umsetzung von Open Access für Bücher ist über Jahrzehnte nur von sehr wenigen Akteur*innen systematisch betrieben worden und damit eine Randerscheinung geblieben. Auch wenn diese Pioniere das wissenschaftliche Potenzial von Open Access für die buchaffinen Disziplinen früh erkannt hatten, fehlte es an flächendeckenden Praktiken, Ansätzen und Anbietern. Doch auch wenn es noch immer Nachholbedarf gibt, ist dieser Bereich inzwischen von einer hohen Dynamik geprägt: Es werden umfassende Studien (z. B. in Projekten wie COPIM und OPERAS-P ) durchgeführt, Publikationsfonds eingerichtet bzw. ausgebaut, neue Geschäftsmodelle entwickelt und neue Verlagsprojekte initiiert. Darüber hinaus werden Netzwerke wie das Open Access Books Network , ENABLE! oder die Fokusgruppe Open-Access-Bücher gegründet, Handreichungen und Empfehlungen formuliert ( vgl. Adema, 2019; Godel et al., 2020 ) sowie Informationsplattformen wie das von OAPEN initiierte Open Access Books Toolkit erstellt. Von den insgesamt 20 ab 2021 durch das BMBF (heute BMFTR) geförderten Projekten zur Beschleunigung der Transformation zu Open Access sind zudem weitere Impulse für die Open-Access-Transformation wissenschaftlicher Bücher zu erwarten. Ausgewählte Projekte und Initiativen zur Vernetzung COPIM OPERAS-P Open Access Books Network ENABLE! Fokusgruppe "Open-Access-Bücher" Diskutieren Sie mit Expert*innen über Open-Access-Bücher. Fokusgruppe "Open-Access-Monografienfonds" Diskutieren Sie mit Expert*innen über Open-Access-Monografienfonds. Literatur Adema, J. (2019). Towards a Roadmap for Open Access Monographs . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.3238545 Arbeitsgemeinschaft der Universitätsverlage. (2018). Qualitätsstandards für Open-Access-Monografien und -Sammelbände (Version 1). Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.3562239 Bargheer, M., Dogan, Z.M., Horstmann, W., Mertens, M. & Rapp, A. (2017). Unlocking the digital potential of scholarly monographs in 21st century research. LIBER Quarterly, 27(1), pp.194–211. http://doi.org/10.18352/lq.10174 Barnes, L. & Gatti, R. (2020, May 28). The cost of Open Access books: a publisher writes. Open Book Publishers. https://blogs.openbookpublishers.com/the-cost-of-open-access-books-a-publisher-writes/ Collins, E., & Milloy, C. (2016). OAPEN-UK final report: A five-year study into open access monograph publishing in the humanities and social sciences (p. 94). https://oapen.fra1.digitaloceanspaces.com/7a65d73f1087444d80807833a320fa36.pdf Ferwerda, E., Pinter, F., & Stern, N. (2017). A Landscape Study on Open Access and Monographs: Policies, Funding and Publishing in Eight European Countries . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.815932 Godel, R., Herb, U., Hillenkötter, K., Holzer, Angela, Nordhoff, S., Schäffler, H., Siegert, O., & Arbeitsgruppe „Wissenschaftliches Publikationssystem“ der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen. (2020). Förderung wissenschaftlicher Buchpublikationen im Open Access (Open-Access-Bücher): Standards und Richtlinien für die Gestaltung infrastruktureller Rahmenbedingungen und die Vergabe von Fördermitteln durch wissenschaftliche Einrichtungen: Handreichung der AG Wissenschaftliches Publikationssystem im Rahmen der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen . 13 p. https://doi.org/10.3249/ALLIANZOA.014 Graf, D., Fadeeva, Y., Falkenstein-Feldhoff, K., (Hg.) (2020). Bücher im Open Access. Ein Zukunftsmodell für die Geistes- und Sozialwissenschaften? Verlag Barbara Budrich. https://www.doi.org/10.17185/duepublico/72237 Herb, U. (2015). Open Science in der Soziologie: Eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme zur offenen Wissenschaft und eine Untersuchung ihrer Verbreitung in der Soziologie. Schriften zur Informationswissenschaft 67. Verlag Werner Hülsbusch. https://doi.org/10.22028/D291-23737 Lucraft, M. (2021, March 3). Open Access to academic books creates larger, more diverse and more equitable readerships. LSE Impact Blog . https://blogs.lse.ac.uk/impactofsocialsciences/2021/03/03/open-access-to-academic-books-creates-larger-more-diverse-and-more-equitable-readerships/ Nordhoff, S. (2018). Cookbook for Open Access books . Language Science Press. https://doi.org/10.5281/zenodo.1286925 Open Access Books Toolkit (2020, October 9). The difference between an open access book and an open access journal . https://oabooks-toolkit.org/the-oabooks-landscape/1323435-oa-books-vs-oa-journals;jsessionid=08F1DF2737084E6DAD2E12BE59C55FD0 Snijder, R. (2019). The deliverance of open access books. Examining usage and dissemination . Amsterdam University Press. https://www.doi.org/10.26530/OAPEN_1004809 Stone, G., & Marques, M. (2018). Knowledge Exchange Survey on Open Access Monographs . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.1475446 Weiterführende Literatur Projekt AuROA (2023). Leistungskatalog für wissenschaftliche Open-Access-Publikationen . Essen. https://zenodo.org/record/7561443 Neylon, C., Ozaygen, A., Montgomery, L., Huang, C.-K. (Karl), Pyne, R., Lucraft, M., & Emery, C. (2021). More readers in more places: The benefits of open access for scholarly books. Insights , 34 (1), 1-27. https://doi.org/10.1629/uksg.558 Snijder, R. (2023). Measured in a context: making sense of open access book data. Insights the UKSG Journal , 36 , 20. https://doi.org/10.1629/uksg.627 Taylor, M. (2020). An Altmetric Attention Advantage for Open Access Books in the Humanities and Social Sciences. Scientometrics , 125 (3), 2523–43. https://doi.org/10.1007/s11192-020-03735-8 ....