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  1. Open Access in der Physik

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Physik Open Access ist im Fach Physik seit längerer Zeit fester Bestandteil der Publika­tions- und Informationsstruktur. Eine große Rolle spielt hierbei die Veröffentli­chung von Preprints . Der Hauptgrund für diese Publikationskultur liegt im gro­ßen Interesse der Wissenschaftler*innen, wissenschaftliche Artikel unmittelbar und ohne zeitliche Verzögerungen, die durch Publikationsprozesse entstehen, bereitzustellen. So entstand bereits im Jahr 1991 das Repositorium arXiv . Der Transformationsprozess von allen wissenschaftlichen Zeitschriften bzw. Artikeln im Fachgebiet der Hochenergiephysik wurde im Rahmen des Projektes SCOAP³ (Sponsoring Consortium for Open Access Publishing in Particle Physics) bereits durchgeführt (siehe Open-Access-Zeitschriften ). Weltweit richtungsweisend für Open Access in der Physik ist das CERN. Es hat in allen wichtigen Open-Access-Initiativen eine führende Rolle eingenommen, z. B. bei der Finanzierung von SCOAP³ , dem Betrieb des interdisziplinären Reposito­riums Zenodo gemeinsam mit der Europäischen Kommission und der Entwick­lung der Repositoriensoftware Invenio . In Deutschland engagieren sich vor allem die Max-Planck-Gesellschaft , das Zentrum für Forschung an Teilchenbeschleunigern DESY der Helmholtz-Gemeinschaft und die Technische Informationsbibliothek (TIB) Hannover im Bereich der dauerhaften Finanzierung von Open-Access-Geschäftsmodellen in der Physik. Diese Institutionen fungieren auch als nationale Kontaktstellen bei SCOAP³ und beteiligen sich an der Finanzierung des disziplinären Repositoriums arXiv . Die TIB organisiert dabei die Teilnahme der deutschen Hochschulen an SCOAP³ über das nationale Projekt SCOAP³-DH und die Finanzierung des Beitrags der deutschen Hochschulen zu arXiv im Netzwerk arXiv-DH . Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet unter dem Stichwort physics 647 Einträge (Stand: April 2024). Bereits im Jahre 1999 startete das Institute of Physics zusammen mit der Deut­schen Physikalischen Gesellschaft das New Journal of Physics als eine der ersten reinen Open-Access-Zeitschrift. SciPost ist eine unabhängige, gemeinnützige Plattform für wissenschaftliche Diamond Open-Access-Publikationen, insbesondere in den Naturwissenschaften wie Physik und Chemie. Die Plattform wird von der SciPost Foundation mit Sitz in Amsterdam betrieben. SciPost veröffentlicht wissenschaftliche Artikel vollständig im Open Access – ohne Kosten für Autor*innen oder Leser*innen. Die Finanzierung erfolgt über ein kooperatives Unterstützungsmodell, bei dem Universitäten, Bibliotheken und Forschungsorganisationen freiwillig Beiträge leisten. Das Begutachtungsverfahren ist offen und transparent. Alle Reviews, Autor*innenantworten und Diskussionen sind öffentlich einsehbar. Die wissenschaftliche Community übernimmt aktiv die Rolle von Reviewer*innen, Kommentator*innen und Redakteur*innen. SciPost ist nicht profitorientiert und erhebt keine Publikationsgebühren (APCs). SciPost wird durch institutionelle Zuwendungen ("Sponsorships") finanziert, zum Beispiel von Universitäten, Bibliotheken und Bibliothekskonsortien, Forschungsinstituten, Förderorganisationen, Stiftungen und staatlichen Stellen. Dadurch soll ein nachhaltiges, gerechtes und zugängliches System für wissenschaftliches Publizieren geschaffen werden – frei von kommerziellen Interessen. Fazit: SciPost steht für Transparenz, wissenschaftliche Eigenverantwortung und Fairness im Publikationswesen. Es gilt als zukunftsweisendes Modell im Bereich Open Science. Insgesamt haben die Open-Access-Zeitschriften im Fach Physik verglichen mit den subskriptionsbasierten Zeitschriften ein geringes Publikationsaufkommen, da hier der Weg der Parallelpublikation, meist als Preprint vor der Verlagsver­öffentlichung, dominierend ist. Vor diesem Hintergrund entstand im Bereich der Hochenergiephysik das inter­nationale Projekt SCOAP³ , um begutachtete Zeitschriftenartikel unter einer Creative-Commons-Lizenz zu veröffentlichen. SCOAP³ ist ein globales Konsor­tium aus Bibliotheken, Bibliothekskonsortien, Forschungsförderorganisationen und Forschungseinrichtungen. Gemeinsam wird der Transformationsprozess von wissenschaftlichen Zeitschriften im Bereich der Hochenergiephysik umge­setzt. Dabei werden alle Artikel ( Gold oder Hybrid ) durch das Konsortium finan­ziert, wobei die durchschnittlichen APCs deutlich unter denen vergleichbarer Transformationsprozesse liegen und den Autor*innen keine Kosten entstehen. Das Projekt ist darauf ausgerichtet, Subskriptionsgebühren dauerhaft durch Publikationsgebühren mit fairen und marktgerechten Preisen zu ersetzen. Einen Überblick über teilnehmende Zeitschriften mit dem jeweiligen Prozentsatz geförderter Artikel und absoluter tagesaktuellen Artikelanzahl gibt die Seite SCOAP³ Journals . Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Subject physics listen das Directory of Open Access Books (DOAB) 739 und die OAPEN Library 86 Titel (Stand: April 2024). Im Fach Physik werden die meisten Bücher bei Verlagen mit traditionellen Geschäftsmodellen veröffentlicht, Open-Access-Bücher sind bislang eine Randerscheinung. Disziplinäre Repositorien Wie eingangs erwähnt, haben Preprints im Fach Physik eine sehr lange Tradi­tion. Seit den 1960er Jahren hat sich v. a. in der Hochenergiephysik (HEP) eine Kultur zur Bereitstellung von Preprints entwickelt und etabliert. Vor diesem Hintergrund gründete Paul Ginsparg am 14. August 1991 das elektronische Repositorium arXiv am Los Alamos National Laboratory, was einen wesentli­chen Meilenstein der Open-Access-Geschichte darstellt. Noch heute ist das seit 2020 von der Cornell Tech betriebene arXiv ein Musterbeispiel für fachliche Re­positorien. Um einen dauerhaften und nachhaltigen Betrieb zu gewährleisten, wird arXiv größtenteils von der Cornell University , der Simons Foundation und institutionellen Mitgliedern finanziert. Neben Preprints werden auf arXiv vorläufige Ergebnisse oder Diskussionspa­piere veröffentlicht, die zunächst nicht anderweitig publiziert werden. Das erst­malige Einreichen von Preprints ist für neue Autor*innen zumeist nur durch ein sogenanntes endorsement möglich. Dabei müssen etablierte Autor*innen des relevanten Bereichs die Einreichung befürworten. Autor*innen, die einer aner­kannten wissenschaftlichen Institution angehören, können davon befreit werden. ArXiv besticht als fachliches Repositorium mit einfachen Funktionalitäten und - im Vergleich zum Peer Review - reduzierten Mechanismen der Qualitätssiche­rung. In der Physik ermöglichen viele Verlage das direkte Einreichen von auf arXiv abgelegten Manuskripten bei ihren Zeitschriften. Beispielsweise werden in dem Publikationsportal SciPost direkt arXiv-Einträge als Einreichungen akzep­tiert und es muss kein Manuskript hochgeladen werden. Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) . Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote INSPIRE-HEP ist eine freie digitale Fachdatenbank für Publikationen und Pre­prints im Bereich der Hochenergiephysik und ein Gemeinschaftsprojekt von CERN, DESY, Fermilab und weiteren Partnern. Neben den Standardinforma­tionen zur Veröffentlichung wie z. B. Quellenangaben und Links zu Volltexten enthalten die Nachweise auch Referenzen und Zitationen. INSPIRE-HEP ermöglicht so die Erstellung von Autor*innen-Seiten mit Zitationsanalysen. Darüber hinaus bietet INSPIRE-HEP Informationen zu HEP-Einrichtungen, -Experimenten und -Konferenzen. Auch wichtige Informationsquellen wie z. B. arXiv.org oder das NASA Astrophysical Data System sind dort eingebunden. Open Science in der Physik Im Fach Physik gibt es viele unterschiedliche Bestrebungen zu Open Science. Dabei ist an erster Stelle das Open-Data-Portal von CERN zu nennen. Hier sind derzeit über zwei TeraByte an Daten zu den Experimenten am CERN frei und nachnutzbar verfügbar. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Repositorien mit physikalischen Daten, welche alle in re3data.org gelistet sind. Zudem wird oftmals Programmiercode Open Source auf speziellen Projekt­seiten der beteiligten Arbeitsgruppenveröffentlicht. Infrastruktureinrichtungen sind hier selten beteiligt. Beispiele für Open-Source-Programme in der theore­tischen Festkörperphysik sind die Programme ABINIT und QUANTUM ESPRESSO . open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Weiterführende Literatur Deutsche Physikalische Gesellschaft (2021). DPG-Positionspapier zur Zukunft des wissenschaftlichen Publikationswesens . http://bit.ly/31UElmw Ginsparg, P. (2021). Lessons from arXiv’s 30 years of information sharing. Nat Rev Phys 3 , 602–603. https://doi.org/10.1038/s42254-021-00360-z Tautz, D., Holzer, A., Schmidt, K. M., Buchner, J., Grötschel, M., & Jurburg, S. (2025). Ein neues Verfahren zur direkten Finanzierung und Evaluation wissenschaftlicher Zeitschriften. Diskussion Nr. 38 . Halle (Saale): Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Bearbeitung der Inhalte dieser Seite: Dr. Gernot Deinzer , UB Regensburg, und Prof. Dr. Dieter Weiss, Universität Regensburg (Stand: Juli 2025)....

  2. Open Access in der Romanistik

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Linguistik Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Romanistik Wenngleich die Romanistik den Zugriff auf digitale Publikationen hoch schätzt, ist Open Access hier im Vergleich zu anderen Disziplinen eher unterrepräsentiert. Die Publikationskultur der Disziplin ist heterogen, aber etablierte Modelle der Publikation und Dissemination von Forschungsergebnissen nehmen eine zentrale Rolle ein. Einen besonderen Stellenwert hat nach wie vor die gedruckte Monographie. Auch Sammelbände sind neben Zeitschriften eine wichtige Publikationsform. Vermehrt setzen Verlage und verlagsunabhängige Zeitschriften, aber auch Forschende und Verbände neue Akzente in Form von Open-Access-Publikationen und -Initiativen. Dies betrifft bislang vor allem den Zeitschriftenbereich, zunehmend aber auch Monographien und Sammelbände. Das Thema nimmt immer stärkeren Eingang in die romanistische Publikationskultur, nicht zuletzt durch die Positionierungen und Forderungen der Forschungsförderer. Viele kleine Verlage, die in der Romanistik einen wesentlichen Teil des Publikationsoutputs verantworten, haben inzwischen entsprechende Angebote. Auch das Informationsangebot und die Vernetzungsaktivitäten des Fachinformationsdienstes (FID) Romanistik sind zu nennen. Aus der Community kamen Impulse durch Zeitschriftenneugründungen sowie durch das Positionspapier Open Access und Forschungsdaten. Ein Positionspapier der AG Digitale Romanistik ( Schöch et al., 2017 ) der AG Digitale Romanistik des Deutschen Romanistikverbands . Das Thema bekommt auch durch Workshops des Romanistikverbands insbesondere im Mittelbau-Bereich stärkere Präsenz, wie auch durch überfachliche Diskussionen und Fortbildungsangebote an Graduiertenschulen. Best-practice-Beispiele und konkrete Erfahrungsberichte wurden 2017 in einem Workshop mit Beteiligung von Verlagen, Herausgebenden und Forschenden präsentiert ( Hornung & Trapp, 2018 ). Eine Umfrage ( Hornung et al., 2017 ) des FID Romanistik aus dem Jahr 2016 gibt Aufschluss hinsichtlich der Frage, wie Open Access im Fach wahrgenommen wird und erläutert, welche Faktoren die Forscher*innen im Publikationsprozess hinsichtlich der Entscheidung zwischen Open oder Closed Access beeinflussen. Sie zeigt, dass dabei das Renommee von Verlag, Reihe, Zeitschrift und Herausgebenden entscheidende Faktoren sind. In einigen Fällen hängt von ihnen ab, ob Forschende Open oder Closed Access veröffentlichen, in anderen Fällen ist die Überzeugung der Forscher*innen von Open Access ein eigenständiger Faktor bei der Entscheidung. Peer-Review -Verfahren sind kein entscheidender Faktor, auch in punkto Begutachtung nehmen Herausgebende und Verlage eine prominente Bedeutung ein. Der hohe Verbreitungsgrad von Open-Access-Publikationen sowie deren Auffindbarkeit werden zwar geschätzt, sind aber nicht ausschlaggebend. Impact Factors, die in anderen Disziplinen zentral sind, spielen in der Romanistik kaum eine Rolle. Eine neuere Umfrage des FID (Schepers 2024) lässt auf eine geschärfte Aufmerksamkeit für Open Access schließen: Es werden konkrete Anliegen und Problemstellungen wie die Finanzierung von Open-Access-Monographien oder Möglichkeiten der Zweitveröffentlichung von Verlagspublikationen formuliert. Diese verweisen zugleich auf Informationsbedarf und Hindernisse des Open-Access-Publizierens. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals listet unter den Stichwörtern Romanic languages 66 Einträge und French literature - Italian literature - Spanish literature - Portuguese literature 176 Einträge (Stand: April 2024). Wichtige Open-Access-Zeitschriften sind: apropos [Perspektiven auf die Romania] Estudios Culturales Hispánicos (Universität Regensburg) HeLix – Dossiers zur romanischen Literaturwissenschaft Horizonte – Neue Serie • Nuova Serie Romanische Studien Versants – Revista suiza de literaturas románicas (Universität Bern) Zeitschrift für Katalanistik – Revista d’Estudis Catalans (Deutscher Katalanistenverband) Aus angrenzenden und übergeordneten Bereichen wie der allgemeinen Linguistik und vergleichenden Literaturwissenschaft oder den Digital Humanities sind weitere Zeitschriften auch für die Romanistik relevant, darunter: Glossa: a journal of general linguistics HiN – Alexander von Humboldt im Netz Iberoamericana. América Latina - España - Portugal iMex. México Interdisciplinario/Interdisciplinary Mexico Miradas – Zeitschrift für Kunst- und Kulturgeschichte der Amérikas und der iberischen Halbinsel PhiN – Philologie im Netz Pragmática Sociocultural / Sociocultural Pragmatics Textpraxis. Digitales Journal für Philologie Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht ZfdG - Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften Daneben sind Rezensionsjournale wie fabula.org für die Frankoromanistik zu nennen. Eine Bibliodiversität wird auch mit Blick auf die im romanischen Ausland fester verankerten Open-Access-Publikationen sichtbar, in besonderem Maße hinsichtlich lateinamerikanischer Angebote der Plattformen sciELO , Redalyc , AmeliCA und Latindex ( Müller, 2020 ). Unter den deutschsprachigen Angeboten finden sich aber auch frühe Pionierprojekte. Insbesondere startete PhiN – Philologie im Netz bereits 1997 als reine Open-Access-Publikation. Die Anzahl von Open-Access-Zeitschriften steigt vor allem durch Neugründungen wie apropos [Perspektiven auf die Romania] . Hingegen sind Transformationen bestehender Periodika in der deutschsprachigen Romanistik bislang noch selten. Gewissen Beispielcharakter kann aber etwa die Zeitschrift für Katalanistik haben, die alle Ausgaben hybrid gedruckt und digital Open Access zur Verfügung stellt und dafür auch die älteren Jahrgänge seit Ersterscheinung im Jahr 1988 retrodigitalisiert hat. Eine ähnliche Neupositionierung liegt im Falle von Versants vor. Die Zeitschrift Horizonte - Neue Serie • Nuova Serie wurde nach Einstellung des subskriptionsbasierten Vorläufers Horizonte als eigenständige Open-Access-Publikation neu gegründet. Spektakulär war 2016 die Gründung der Open Access Zeitschrift Glossa , die 2016 aus einem Konflikt zwischen dem Herausgebergremium der Zeitschrift Lingua und dem Verlag Elsevier entstanden ist. Während Publizierende anderer Disziplinen häufig Gebühren (APCs) für Open-Access-Publikationen zahlen müssen, ist dieses Finanzierungsmodell in der Romanistik mit wenigen Ausnahmen nicht üblich. Zumeist ist das Publizieren für die Forschenden kostenfrei, da viele reine Open-Access-Zeitschriften von Instituten bzw. in Eigeninitiative der Herausgebenden betrieben werden ( Diamond Open Access ). Ausnahmen davon sind hybride Zeitschriften der großen Verlage, in denen einzelne Artikel gegen Zahlung von Gebühren Open Access veröffentlicht werden. Relevant ist auch die Möglichkeit einer Zweitveröffentlichung der Beiträge auf einem Dokumentenserver nach einer Embargofrist von 12 Monaten. Im Beispiel von promptus – Würzburger Beiträge zur Romanistik wird dies von den Herausgebenden umgesetzt. In der Romanistik ist das Zeitschriften-Hosting in Eigenbetrieb oder durch die lokalen Bibliotheken relativ gängig, von denen manche auch überregional aktiv sind. Das lässt sich am Beispiel der Zeitschrift apropos [Perspektiven auf die Romania] demonstrieren, die von der Hamburg University Press mit der freien Software Open Journal Systems (OJS) gehostet wird. Die französische Plattform OpenEdition Journals beherbergt zahlreiche weitere romanistisch relevante Zeitschriften aus verschiedenen Ländern. Zu nennen sind auch der Publikationsservice des Iberoamerikanischen Instituts , die Hostingangebote vieler lokaler Universitätsbibliotheken sowie die Open Library of Humanities . Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Suchbegriff Romance languages führt das Directory of Open Access Books 171 Einträge, unter Romance literature 193; hinzu kommen die Titel der romanistischen Einzeldisziplinen wie bspw. Catalan language mit 45 Titeln. OAPEN führt unter Romance languages 804 Titel, unter Romance literature 121 (Stand: April 2024). Beispiele im Bereich frei verfügbarer Monographien und Sammelbände, die in der Regel Open Access und parallel gedruckt erscheinen, sind: die Beihefte der Zeitschrift Romanische Studien die Reihe Imágenes de la diversidad funcional. Literatura, artes escénicas, visuales y virtuales , die seit 2018 bei Peter Lang erscheint die Reihe Aula , die de Gruyter seit 2020 verlegt die Angebote der hybrid publizierenden Universitätsverlage , die bereits früh Open-Access-Modelle entwickelt haben die französische Plattform OpenEdition Books die Reihe Open Romance Linguistics bei Language Science Press die geisteswissenschaftlichen Publikationsreihen bei Open Humanities Press und Open Book Publishers Einzeltitel bei diversen Verlagen mit romanistischem Programm, darunter AVM, de Gruyter, Peter Lang, transcript und Vervuert. Das Panorama dieser Publikationen ist äußerst heterogen. Mit hohem Anteil umfasst es Neuerscheinungen. Daneben stehen Titel, die nach einer gewissen Frist frei zugänglich gemacht werden oder als Neuauflage oder Übersetzung Open Access erscheinen, wie im Falle von Joachim Küppers Klassiker Discursive "Renovatio" in Lope de Vega and Calderón . Auch gab es eine erste Initiative zum Freikauf von Verlagspublikationen in Partnerschaft von mehreren Fachverlagen mit Knowledge Unlatched, die aber nicht erfolgreich war . Nachdem die DFG Open Access zum prioritären Publikationsmodus der geförderten Projekte erklärt hat und dies bei weiteren Forschungsförderern bereits verpflichtend ist, ist eine Stärkung der OA-Monographie in der Romanistik zu erwarten. Ein Hemmnis sind hier allerdings die zusätzlichen Kosten, die bei den meisten traditionellen Verlagen für den freien Zugang einer Monografie entstehen. Flächendeckende Förderprogramme gibt es derzeit nicht. Möglich sind Kostenübernahmen punktuell über Monografienfonds, die inzwischen an vielen wissenschaftlichen Institutionen eingerichtet wurden, über die DFG oder über Stiftungen. Bei Drittmittelprojekten ist die Beantragungen von Open-Access-Kosten im Projektantrag die einfachste Möglichkeit. Eine ergänzende Rolle können die Universitätsverlage spielen sowie die in der Übersicht aufgeführten Angebote abseits der traditionellen Verlage. Disziplinäre Repositorien Ein romanistisches Repositoriumsangebot stellt der FID Romanistik seit 2025 in Form einer romanistischen Sammlung bereit. Es steht zur Nutzung durch die gesamte Romanistik bereit, wenngleich es technisch gesehen als Teil des Repositorium.Hamburg angelegt ist. Alle Artikel in dieser Sammlung werden auch im Suchportal des Fachinformationsdienstes verzeichnet. Für Teilbereiche des Fachs und angrenzende Disziplinen existieren weitere Repositorien wie Archivum Medii Aevi Digitale für Mittelalterforschung, AfricArXiv für die Afrikastudien, CompaRe für die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft oder das Linguistik-Repository für die allgemeine und vergleichende Sprachwissenschaft. Für die ausgeprägte Repositorienlandschaft Lateinamerikas ist das Netzwerk LA Referencia zu nennen. Die wissenschaftlichen Repositorien Portugals aggregiert RCAAP . Relevant sind auch das für die Geistes- und Sozialwissenschaften Frankreichs maßgebliche Archive ouverte HAL , das international etablierte Universalrepositorium zenodo.org und die Plattformen der lokalen Bibliotheken. Die Inhalte der genannten Repositorien sind teilweise über regionale und überregionale Suchsysteme suchbar, auch kann die Suchmaschine BASE für Recherchen mit dezidiertem Open-Access-Schwerpunkt zielführend eingesetzt werden. Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) . Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote Weitere hilfreiche Angebote existieren sowohl mit spezifisch romanistischer als auch mit übergreifender Ausrichtung. Für die Forschenden der jeweiligen Institution warten die lokalen Bibliotheken mit ihren Publikationsservices und Beratungsmöglichkeiten auf. Auch Graduiertenschulen vermitteln zunehmend Beratungs- und Schulungsangebote. Ein fachspezifisches Informations- und Beratungsangebot bietet der FID Romanistik an. So werden über die Projektwebsite grundlegende Informationen zu Open Access und insbesondere zu rechtlichen Fragen präsentiert. Dabei werden konkrete Anwendungsfälle aus der romanistischen Publikationspraxis beispielsweise mit Bezug auf Erst- und Zweitveröffentlichung im Open Access, die Rolle von Übersetzungen oder auf Verlage und Repositorien in unterschiedlichen Ländern behandelt. Auch eine persönliche Beratung wird angeboten. Im Romanistik-Blog finden sich Informationen zu aktuellen Themen, rechtlichen Themen, Förderbedingungen sowie konkreten Angeboten und Projekten. Auch die Online-Archive JSTOR und Project MUSE stellen inzwischen für die Romanistik relevante Open-Access-Inhalte bereit. Open Science in der Romanistik Auch die freie Zugänglichkeit und Nachnutzbarkeit von Primärtexten, Abbildungen und Forschungsdaten sowie die Maschinenlesbarkeit von Texten und Verfahren wie Text- und Data-Mining stehen zunehmend in der Diskussion. Plattformen mit entsprechender Agenda aus den romanischen Ländern sind etwa Gallica (Frankreich), die Biblioteca Virtual Miguel de Cervantes (Spanien) oder die Biblioteca Italiana (Italien). Ein jüngeres Beispiel für die Nachnutzbarkeit von Abbildungen ist die Entscheidung der Biblioteca Nacional de España , nach welcher seit März 2020 Bildwerke aus ihren Beständen zur Verwendung in wissenschaftlichen Publikationen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Im Themenbereich Forschungsdaten ist das Konsortium Text+ aus dem Kontext der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) zu nennen, das eine Infrastruktur für Sprach- und Textdaten aufbaut und sich zunächst auf digitale Sammlungen, lexikalische Ressourcen und Editionen konzentriert. Auch für die Romanistik relevant sind allgemein geisteswissenschaftliche Projekte wie CLARIAH-DE bzw. die Vorgängerprojekte CLARIN und DARIAH-DE , inklusive der Forschungsdaten-Repositorien DARIAH-DE Repository und dem TextGrid Repository . Eine spezifisch romanistische Initiative ist das Forschungsdaten-Verzeichnis auf romanistik.de . Ein Informations- und Unterstützungsangebot bietet der FID Romanistik an. Einen besonderen Schwerpunkt auf den nachhaltigen Umgang mit Forschungsdaten in Übereinstimmung mit den FAIR-Prinzipien legt eine seit 2020 erscheinende Blogartikelserie der AG Digitale Romanistik . open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Literatur Hornung, C., von Deylen, W., Tannous, I., & Wonke-Stehle, J. (2017, 9. Februar). Auswertung der Umfrage des FID Romanistik zu Open Access in der Romanistik. Romanistik-Blog - Das Blog des Fachinformationsdienstes. https://blog.fid-romanistik.de/2017/02/09/auswertung-der-umfrage-des-fid-romanistik-zu-open-access-in-der-romanistik/ Hornung, C., & Trapp, M. (2018). Open Access-Publizieren in der Romanistik: Standortbestimmung und Perspektiven. Romanistik-Blog - Das Blog des Fachinformationsdienstes. https://blog.fid-romanistik.de/wp-content/uploads/2018/02/OA-Workshop-Protokoll-SUBHH-11-2017.pdf Müller, C. (2020). Elektronisches Publizieren und Open Access: Die Perspektive Lateinamerikas. B. i. t. Online, 23 (4), 374–380. https://www.b-i-t-online.de/heft/2020-04-fachbeitrag-mueller.pdf Schepers, L. (2024). Umfrageergebnisse: Romanistisches Publizieren in frühen Karrierephasen. Romanistik-Blog - Das Blog des Fachinformationsdienstes. blog.fid-romanistik.de/2024/05/30/umfrageergebnisse-romanistisches-publizieren-in-fruehen-karrierephasen/ Schöch, C., Rißler-Pipka, N., Mühlschlegel, U., Gerstenberg, A., & Ehrlicher, H. (2017). Open Access und Forschungsdaten. Ein Positionspapier der AG Digitale Romanistik. In Mitteilungsheft Frühjahr 2017 (pp. 50–59). Deutscher Romanistenverband. https://doi.org/10.5281/zenodo.3834226 Weiterführende Literatur Agnetta, M. (2019). Wie closed darf open access sein? / Eine Momentaufnahme der Publikationskultur in der deutschen Romanistik. Digitalkulturen/Cultures Numériques. Herausforderungen Und Interdisziplinäre Forschungsperspektiven/Enjeux et Perspectives Interdisciplinaire , 16, 33–50. https://doi.org/10.14361/9783839442159-002 [ Open Access Preprint auf dem Romanistik-Blog ] Graf, D., Fadeeva, Y., & Falkenstein-Feldhoff, K. (Eds.). (2020). Bücher im Open Access: Ein Zukunftsmodell für die Geistes- und Sozialwissenschaften? Verlag Barbara Budrich. https://doi.org/10.17185/duepublico/72237 Hornung, C (2022). Open Access in der Romanistik - Coffee Lecture. https://www.youtube.com/watch?v=NBRLDzIeLLc Nonnenmacher, K. (2015). Die Zeitschrift als Idee. Einladung an Leser und Autoren. Romanische Studien, 1 , 5–24. https://www.romanischestudien.de/index.php/rst/issue/view/1 Schöch, C. (2020). Was heißt und zu welchem Ende publiziert man im Open Access? Open Access Week 2020, Universitätsbibliothek Trier. https://christofs.github.io/publ/#/ | als Video hier: https://www.youtube.com/watch?v=9RQy4wtYls0 Söllner, K., & Mittermaier, B. (2017). Praxishandbuch Open Access . de Gruyter. https://doi.org/10.1515/9783110494068 Bearbeitung der Inhalte der Seite: Christoph Hornung (Stand: Juni 2024)....

  3. Open Access in der Soziologie

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Soziologie In der Soziologie gibt es sehr unterschiedliche Haltungen zu Open Access . Während freie, digitale Ressourcen in Forschung und Lehre breite Verwendung finden, veröffentlichen Soziolog*innen eigene Werke bislang eher zögerlich im Open Access ( Graf et al., 2019 ). Ein Grund dafür ist die Publikationskultur der Geistes- und Sozialwissenschaften. In diesen Disziplinen, zu denen auch die Soziologie zählt, werden überwiegend Bücher in Form von Monografien, thematischen Sammelbänden, Konferenzberichten etc. veröffentlicht. Hinzu kommt, dass vielen Wissenschaftler*innen Informationen zu Open Access fehlen - infolgedessen stufen sie Open-Access-Publikationen häufig als qualitativ minderwertig ein und setzen auf etablierte Verlage als vermeintliche Qualitätsgaranten. Darüber hinaus besteht oftmals Aufklärungsbedarf in den Bereichen Lizenzen und Urheberrecht ( Graf et al., 2019 ). Auch finanzielle Fragen spielen für Autor*innen und Verlage eine große Rolle. In vielen Fällen herrscht beispielsweise Unklarheit darüber, wie sich die Finanzierung gestalten kann, wenn niemand das Werk kaufen muss ( Verlag Barbara Budrich, 2020 ). Die Zögerlichkeit der Wissenschaftler*innen spiegelt sich auch in der Haltung großer Fachgesellschaften wieder. Weder die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) noch ihr US-amerikanisches Pendant, die American Sociological Association (ASA) , zählen zu den Unterzeichnern der Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen . Obwohl institutionelle Bekenntnisse zu Open Access in der Soziologie fehlen, sind die Grundlagen für Open Access gegeben, wie die folgenden Angebote auf dieser Seite zeigen. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet unter dem Stichwort Sociology rund 914 Einträge (Stand: Dezember 2024). Wichtige Open-Access-Zeitschriften sind: Forum Qualitative Sozialforschung (FQS) DOAJ Survey Research Methods (srm) DOAJ Sociological Research Online Comparative Population Studies DOAJ Demographic Research DOAJ Demography methods, data, analyses DOAJ Socius: Sociological Research for a Dynamic World DOAJ Viele namhafte Fachzeitschriften bieten keine Open-Access-Option an, andere veröffentlichen über den grünen Weg . So stellt die Zeitschrift für Soziologie (ZfS) Artikel zwei Jahre nach Erscheinen über ihre Homepage Open Access zur Verfügung, gleiches gilt für Wirtschaft und Gesellschaft (WuG) . Historical Social Research (HSR) veröffentlicht Artikel nach einer Embargofrist von sechs Monaten automatisch im disziplinären Repositorium Social Science Open Access Repository (SSOAR) Open Access. Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Subject Sociology listet das Directory of Open Access Books (DOAB) 1.019 Titel. Die Online-Bibliothek OAPEN verzeichnet unter der Rubrik Sociology rund 1.264 Titel (Stand: Dezember 2024). Die Verlagslandschaft der buchaffinen Sozialwissenschaften ist äußerst heterogen, breit gefächert und fragmentiert. Besonders hervorzuheben sind jedoch die Verlage Springer VS , Nomos , Barbara Budrich , Routledge , transcript , Campus und LIT ( Graf et al., 2020, S. 22; Projekt OGeSoMo, n. d. ). Das Open-Access-Publizieren in buchaffinen Disziplinen wie der Soziologie steht vor unterschiedlichsten Herausforderungen. Um es attraktiver zu gestalten, müssen eine entsprechende Infrastruktur sowie Vertrauen in die Qualität von Open-Access-Büchern geschaffen werden. In diesem Zusammenhang sind v. a. die Qualitätsstandards für Open-Access-Monografien und -Sammelbände zu erwähnen, die von der AG Universitätsverlage (2022) formuliert wurden. In den vergangenen Jahren haben sich überdies einige Geschäftsmodelle für Open-Access-Bücher etabliert ( OAPEN, 2020 ). Disziplinäre Repositorien Für die deutschsprachige Soziologie ist vor allem das disziplinäre Repositorium Social Science Open Access Repository (SSOAR) wichtig, während das Social Sciences Research Network (SSRN) auf internationaler Ebene wegweisend ist und neben soziologischer unter anderem auch wirtschaftswissenschaftliche , politikwissenschaftliche und anthropologische Literatur verzeichnet. Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) . Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote Der Fachinformationsdienst (FID) Soziologie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und gemeinsam von der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln (USB) , GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und dem Forschungsdatenzentrum Qualiservice betrieben. Mit über 3.300 registrierten Mitgliedern dient das Kollaborationsportal SocioHub als zentrale Plattform, um die Forschungskommunikation zu fördern und die wissenschaftliche Informationsversorgung in der Soziologie zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt auf der Kombination aus Kollaboration , Open Science und Forschungsdatenmanagement . Nutzer*innen können zudem nach fachspezifischer Literatur, Forschungsdaten, Gruppen und Personen recherchieren. Die Entwicklung und Umsetzung der Angebote des FID Soziologie erfolgen in enger Abstimmung mit dem wissenschaftlichen Fachbeirat und werden von der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) und der Akademie für Soziologie unterstützt. Open-Access-Angebote des FID Soziologie: Klassiker der Soziologie : Über 100 Werke aus dem soziologischen Kanon stehen als Open-Access-Volltexte zur Verfügung. Diese Sammlung umfasst deutsche, englische, französische und italienische Originalausgaben und deckt den Zeitraum von 1826 bis ins 20. Jahrhundert ab. SSOAR : Durch die Integration des Open-Access Repositoriums SSOAR der GESIS in den SocioHub-Index können SSOAR-Inhalte direkt über SocioHub abrufen werden. Zudem ist es für angemeldete Nutzer*innen möglich, Dokumente direkt in SSOAR hochzuladen, ohne sich erneut anmelden zu müssen. Präregistrierung: Mit dem Modul Präregistrierung bietet SocioHub eine innovative Möglichkeit, soziologische Forschungsvorhaben vorab zu melden und damit bekannt zu machen. Damit ist die frühzeitige Kontaktaufnahme zwischen ähnlichen Forschungsaktivitäten wie auch eine Intensivierung des wissenschaftlichen Austausches möglich und es kann ggf. Doppelarbeit vermieden werden. Die inhaltliche Konzeption und technische Umsetzung des Moduls wurde vom SocioHub-Team entwickelt und orientiert sich an einer standardisierten Vorlage für Präregistrierungen aus dem Open Science Framework (OSF) . Journal Hosting : Der FID Soziologie unterstützt bei der Gründung neuer und der Migration bereits bestehender soziologischer Open-Access-Fachjournals . Mithilfe der Open-Source-Software Open Journal Systems (OJS) wird der gesamte digitale Publikationsprozess – von der Einreichung bis zur Veröffentlichung – technisch unterstützt. SOCIOS : Mit SOCIOS, einem Satellitenprojekt von SocioHub, steht eine Publikationsplattform für kollaboratives Schreiben und Open-Peer-Review in den Sozialwissenschaften zur Verfügung. Auch die Online-Archive JSTOR und Project MUSE stellen inzwischen für die Soziologie relevante Open-Access-Inhalte bereit. BASE (Bielefeld Academic Search Engine) erlaubt das fachspezifische Suchen nach digitalen Volltexten. Soziologische Inhalte sind dort anhand des Dewey Decimal Classification Codes 301 zu finden. Im Rahmen des BMBF -geförderten Projekts OGeSoMo – Förderung von Open-Access-Publikationen in den Geistes- und Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Monografien wurden diverse Handreichungen erstellt, die umfassende Informationen zu Open-Access-Publikationen in den Geistes- und Sozialwissenschaften bieten. Im Nachfolgeprojekt AuROA - Autor:innen und Rechtssicherheit für Open Access wurde darüber hinaus ein Vertragsgenerator entwickelt. mit dem modulare Musterverträge für Open-Access-Buchpublikationen individuell und interaktiv erstellt werden können. Das Projekt ENABLE! verfolgt das Ziel, die einzelnen Akteur*innen des sozial- und geisteswissenschaftlichen Open-Access-Publikationswesens zu einem Netzwerk zusammenzubringen, um u. a. Open-Access-Publikationen zu fördern und neue Veröffentlichungsmodelle zu entwickeln. Open Science in der Soziologie Mit den Diensten von GESIS gibt es in der Soziologie umfangreiche Möglichkeiten, um Daten, Methoden oder Software Open Access verfügbar zu machen: datorium ermöglicht die Vergabe eines zitierfähigen Digital Object Identifiers (DOI) . da|ra bietet die Möglichkeit einer Datenregistrierung zur DOI-Vergabe – auch wenn Einrichtungen die entsprechenden Daten selbst hosten. Im Bereich der qualitativen Daten ist vor allem der aus dem Archiv für Lebenslaufforschung (ALLF) hervorgegangene Dienst Qualiservice zu nennen. Dieser Dienst archiviert qualitative sozialwissenschaftliche Forschungsdaten aus unterschiedlichen Disziplinen und stellt sie für die wissenschaftliche Nachnutzung zur Verfügung. Darüber hinaus bietet Qualiservice persönliche und studienspezifische Beratung an. Offene Forschungsdaten Offene Forschungsdaten werden im Bereich der Soziologie geschätzt: Im Code of Ethics fordert die American Sociological Association (American Sociological Association, 2018) die Bereitstellung von Forschungsdaten der Soziologie: "Sociologists generally make their data available after completion of a project or its major publications, except where proprietary agreements with employers, contractors, or clients preclude such accessibility or when it is impossible to share data and protect the confidentiality of the data or the anonymity of research participants" . US-amerikanische Closed-Access-Zeitschriften wie American Sociological Review und Sociological Methodology berufen sich in ihren Submission Policies auf diesen Code of Ethics und ermuntern ihre Autor*innen zur Verfügbarmachung von Forschungsdaten. Auch die Open-Access-Zeitschrift Demographic Research macht solche Vorgaben, allerdings nicht nur für Daten, sondern auch für Programmcode. open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Literatur American Sociological Association. (2018). Code of Ethics . https://www.asanet.org/sites/default/files/asa_code_of_ethics-june2018a.pdf Arning, U., Bargheer, M., Meinecke, I., Putnings, M., Schobert, D., Tobias, R., & Winkler, M. (2022). Qualitätsstandards für Open-Access-Bücher . Arbeitsgemeinschaft Universitätsverlage. https://doi.org/10.5281/zenodo.7075761 Graf, D., Fadeeva, Y., & Falkenstein-Feldhoff, K. (Eds.). (2020). Bücher im Open Access: Ein Zukunftsmodell für die Geistes- und Sozialwissenschaften? Verlag Barbara Budrich. https://doi.org/10.17185/DUEPUBLICO/72237 Graf, D., Burovikhina, V., & Leinweber, N. (2019). Zukunftsmodell Monografien im Open Access. Aus der Praxis von Bibliotheken, Verlagen, Wissenschaft und Lehre im gemeinsamen Projekt OGeSoMo. O | Bib. Das offene Bibliotheksjournal , 6 (4), 164–177. https://doi.org/10.5282/o-bib/2019H4S164-177 OAPEN. (2020, September 29). Business models for open access book publishing . OAbooks-Toolkit.Org. https://oabooks-toolkit.org/lifecycle/10944589-planning-funding/article/10432084-business-models-for-open-access-book-publishing Projekt AuROA. (2023). Publikationsdienstleistungen und die Qualitätsfrage. Erkenntnisse aus dem Projekt AuROA zu Leistungen und Qualitätssicherug im Open-Access-Publikationsprozess. osf.io/65rzp Projekt OGeSoMo. (n. d.). Zwischenergebnisse. Written, submitted, published: Wo publizieren die UDE-Autoren? https://www.uni-due.de/ogesomo/zwischenergebnisse Weiterführende Literatur Biela, J., Stalla, M., Hohmann, L., & Holzer, A. C. (2024). Kartierung und Beschreibung der Open-Access-Dienste in Deutschland. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.11121906 Breznau, N. (2021). Does Sociology need open science?, Societies, 11 (9), https://doi.org/10.3390/soc11010009 Herb, U. (2015). Open Science in der Soziologie. Eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme zur offenen Wissenschaft und eine Untersuchung ihrer Verbreitung in der Soziologie . Werner Hülsbusch. https://doi.org/10.5281/zenodo.31234 Bundesministerium für Bildung und Forschung (2023). Open Access in Deutschland - Gemeinsame Leitlinien von Bund und Ländern . Von www.bmbf.de/SharedDocs/Publikationen/de/bmbf/1/772960_Open_Access_i n_Deutschland.html abgerufen. Herb, U. (2014). Open Science in Soziologie-Journalen aus deutschsprachigen und nicht-deutschprachigen Ländern, Daten und Auswertungen einer Journal-Stichprobe . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.10786 Wissenschaftsrat (2022): Empfehlungen zur Transformation des wissenschaftlichen Publizierens zu Open Access ; Köln. doi.org/10.57674/fyrc-vb61 Bearbeitung der Seite durch: Maike Lang und Yannik Hampf, Fachinformationsdienst Soziologie (Stand: Dezember 2024)....

  4. Open Publishing Fest

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  5. Roundtable discussion: Open Access Books-Making it Work

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