Intro Open Access in 60 Sekunden Quelle: Brinken, H., Hauss, J. & Rücknagel, J. (2021). Open Access in 60 Sekunden, open-access.network. https://doi.org/10.5446/50831 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Die Einführung von Open Access sollte strategisch gemeinsam von Leitungsebene und Bibliothek umgesetzt werden. 2 Die Einrichtung, die Open Access implementiert, sollte sich mit einer Open Access Policy klar zu Open Access bekennen. 2 Infrastruktur-Angebote an Wissenschaftler*innen zur praktischen Umsetzung von Open Access sind essenziell. Open Access implementieren Open Access verbessert den Zugang zu wissenschaftlichen Informationen und erhöht die Sichtbarkeit einer Wissenschaftsinstitution. Die Prinzipien des Open Access werden von Forschenden durchaus akzeptiert und geschätzt ( Dallmeier-Tiessen et al., 2011; Ross-Hellauer et al., 2017 ), doch es bedarf konkreter Maßnahmen, um Open Access praktisch zu implementieren. Wie steht die Politik zu Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access Policies Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Praxistipp Im Praxistipp Open Access unterstützen - Praxistipps für Hochschulen finden Sie Tipps, wie Open Access von Hochschulseite unterstützt werden kann. Rolle der Hochschulleitung Für eine erfolgreiche Einführung und Umsetzung von Open Access ist eine strategische Befürwortung durch die Leitung einer Institution eine wichtige Voraussetzung. Eine klare Positionierung, z. B. in Form einer Policy , vermittelt mit gewissem Nachdruck, dass die offene Bereitstellung von Forschungsergeb­nissen an der Einrichtung geschätzt und gefördert wird. So können von zentraler Stelle aus ein nachhaltiger Umgang mit den zur Verfügung stehenden Mitteln sowie nötige Umschichtungen befördert werden. Bei der praktischen Umsetzung von Open Access ist eine Zusammenarbeit der Einrichtungsleitung mit Bibliothek und Rechenzentrum zentral, da dort i. d. R. die Maßnahmen umgesetzt und die Services angeboten werden. Rolle der Bibliotheken Bibliotheken sind wichtige Akteure im Bereich Open Access. Sie sind bewährte Mittler*innen der Literatur- und Informationsversorgung und kümmern sich um die Beschaffung und Bereitstellung sowohl gedruckter als auch elektronischer Medien. An vielen Einrichtungen übernehmen sie gemeinsam mit dem Rechen­zentrum einen großen Teil der praktischen Umsetzung von Open-Access-Ange­boten, z. B. als Betreibende von Hochschulschriftenservern und Repositorien , indem sie Unterstützung bei der Gründung von Open-Access-Zeitschriften leisten oder selbst Universitätsverlage gründen. Meist übernehmen sie auch die Verwaltung von Open-Access-Publikationsfonds . In der Regel sind Bibliotheken auch diejenigen, die innerhalb ihrer Institution ein Bewusstsein für Open Access schaffen und die Open-Access-Transforma­tion vorantreiben. Sie stehen im engen Kontakt mit den Fachbereichen und kennen deren Interesse und Bedarfe an Open-Access-Angeboten. Darüber hinaus sind sie gut mit der Bandbreite fachlicher Angebote und Erfordernisse im Bereich Open Access vertraut. Im Folgenden werden konkrete Maßnahmen zur Einführung und Umsetzung von Open Access aufgezeigt. Sinnvoll ist dabei eine intensive Zusammenarbeit von Bibliothek, Forschenden, Rechenzentrum und Einrichtungsleitung. Open Access zu implementieren umfasst nicht nur die Bereitstellung einer technischen Infrastruktur, sondern auch umfassende, zielgruppenspezifische Marketingaktivitäten zu Open Access. Praxistipp Im Praxistipp Open Access unterstützen - Praxistipps für Hochschulbibliotheken finden Sie Tipps, wie Open Access vonseiten der Bibliotheken unterstützt werden kann. Diese Maßnahmen haben sich zur Implementierung von Open Access bewährt: Unterzeichnung der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen Die Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen kann von wissenschaftlich arbeitenden oder wissenschafts­fördernden Institutionen , sowie Kultureinrichtungen (z. B. Bibliotheken oder Museen) unterschrieben werden. Bei Interesse daran sollten Einrichtungsleitungen mit dem Präsidium der Max-Planck-Gesellschaft in Kontakt treten. Mit der Unterzeichnung bekennt sich eine Institution dazu, die wissenschaftliche Diskussion durch die konsequente Nutzung elektronischer Kommunikationsmöglichkeiten zu fördern und wissenschaftliche Erkenntnisse einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Verabschiedung einer Open Access Policy Die nachhaltigste Möglichkeit, den Open-Access-Gedanken in einer In­stitution zu implementieren, liegt in der institutionellen Selbstverpflich­tung, z. B. in Form einer offiziellen Policy bzw. Leitlinie zu Open Access oder Open Science. Neben einem Bekenntnis der Institution zu Open Access/Open Science enthält sie in der Regel die Aufforderung an die Einrichtungsmitglieder, Publikationen Open Access zur Verfügung zu stellen. Dies kann entweder unmittelbar durch eine Veröffentlichung auf dem goldenen Weg geschehen oder - im Rahmen der rechtlichen Mög­lichkeiten - durch die parallele Zweitveröffentlichung der Publikationen in institutionellen Repositorien. Einen beispielhaften Aufbau und zentrale Inhalte eines Policy-Dokumentes haben wir hier auf der Seite Open Access Policies zusammengefasst. ROARMAP listet Open-Access-Mandate und -Richtlinien von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Forschungsförderern der ganzen Welt auf. Institutionen können auch eigene Anreizsysteme für Open Access schaffen. So kann beispielsweise im Rahmen der leistungsorientierten Mittelvergabe auch Open Access als Bewertungskriterium berücksichtigt werden. Ernennung von Open-Access-Beauftragten Neben der Erarbeitung einer eigenen Open-Access-Leitlinie empfiehlt sich die Ernennung einer oder eines Open-Access-Beauftragten als zentrale Ansprechperson zu Open-Access-Themen, die als Schnittstelle zwischen der Bibliothek und den Interessen der Wissenschaftler*innen fungiert. Sie übernehmen eine beratende Rolle und sind umfassend – d.h. über Fächergrenzen hinaus – über die Entwicklung des wissenschaft­lichen Publikationsverhaltens informiert. Der Nationale Open-Access-Kontaktpunkt OA2020-DE hat eine Übersicht der Open-Access-Beauf­tragten an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen erstellt. Informationsmaterialien sowie Fortbildungen für Open-Access-Beauftragte bieten die Train-the-Trainer-Workshops des Projekts open-access.network. Durchführen von Informationsveranstaltungen Das Bekenntnis einer Institution zu Open Access alleine reicht nicht aus. Es ist auch wichtig, allen Mitgliedern deutlich zu machen, was dieses Be­kenntnis konkret für sie bedeutet. Das Thema Open Access sollte daher auch auf Ebene der Fachbereiche, der Institute und der Arbeitsgruppen erläutert werden. Wichtig beim Marketing für Open Access ist also eine breite und auf allen Ebenen stattfindende Informationsvermittlung. Jährlich in der dritten Oktoberwoche findet die internationale Open Access Week statt. Dabei wird das Thema Open Access weltweit an vielen verschiedenen Orten lokal aufgegriffen, um für den freien Zugang zu Wissen und Information aus öffentlich geförderter Forschung zu werben und vor Ort zu informieren. Diese Woche bietet einen guten Anlass, an der eigenen Einrichtung über Open Access zu informieren. Eine Reihe von Informationsmaterialien, die nachgenutzt werden können, findet sich auf der Seite Materialien sowie in der Zenodo-Community des Projekts open-access.network . Informationsvideos rund um Open Access gibt es im TIB AV Portal in der Serie des open-access.network . Aufbau und Vernetzung eines Repositoriums Neben strategischen und kommunikativen Maßnahmen bei der Umsetz­ung von Open Access sind auch konkrete Infrastrukturdienste notwendig, um Open-Access-Dokumente geeignet einstellen und präsentieren zu können. Hochschulschriften- und Dokumentenserver, in der Regel betrieben durch die jeweilige Bibliothek, sind mittlerweile an den meisten Einrich­tungen Standard. Mit dem Betrieb von institutionellen Repositorien werden Hochschulangehörigen professionell umfassende Publikations­services geboten. Diese reichen von der Veröffentlichung von Disserta­tionen und Schriftenreihen, über die Zweitveröffentlichung von Artikeln und Monografien bis hin zur Archivierung von Videoaufzeichungen, Postern und Präsentationsfolien. Detaillierte Informationen zum Aufsetzen und Betreiben von Repositorien finden sich auf der Seite Repositorien betreiben . In der Fokusgruppe Zweitveröffentlichung haben Anbietende von Zweitveröffentlichungsservices (ZVS) die Möglichkeit, sich zu praktischen und rechtlichen Fragen auszutauschen. Beispiele für institutionelle Publikationsdienste sind KOPS , das institutio­nelle Repositorium der Universität Konstanz, GRO.publications / GRO.­data für Text- und Datenpublikationen der Forschungseinrichtung­en in Göttingen oder das TIB AV-Portal der Technischen Informationsbiblio­thek (TIB) für wissenschaftliche Videos. Unterstützung bei der Gründung eigener Verlage und Zeitschriften Universitätsverlage widmen sich vorrangig Publikationen der eigenen Einrichtung. Beim Vertrieb traditioneller Bücher streben sie hohe Qualität zu fairen Preisen an. Neben gedruckten Veröffentlichungen publizieren Universitätsverlage auch Online-Ausgaben und unterstützen damit das Prinzip des Open Access. Der Betrieb der Verlage ist meist an Universi­tätsbibliotheken angesiedelt, die so nicht nur wissenschaftliche Inhalte beschaffen, sondern auch selbst Publikationsmöglichkeiten anbieten. Die Mehrheit der deutschsprachigen Universitätsverlage hat sich in der Arbeitsgemeinschaft der Universitätsverlage zusammengeschlossen, die u. a. hilfreiche Informationsmaterialien und Handreichungen zu verschiedenen Aspekten des Open-Access-Publizierens erarbeitet hat. Darüber hinaus können Institutionen ihren Forschenden auch bei der Gründung eigener Open-Access-Zeitschriften unterstützen. Viele Biblio­theken bieten dazu Beratungsangebote an oder leisten Unterstützung bei Fragen der konkreten Umsetzung. Detaillierte Informationen zum Gründen und Betreiben von Zeitschriften finden sich auf der Seite Zeitschriften herausgeben . Die Fokusgruppe scholar-led.network bietet einen Ort für in Eigenregie verlegte Zeitschriften und Herausgeber*innen-Kollektive gebührenfreier, von Großverlagen unabhängiger Publikationsprojekte. Aufbau eines Open-Access-Publikationsfonds Der Umgang mit Open-Access-Publikationsgebühren ist zentral für die strategische und organisatorische Weiterentwicklung der wissenschaft­lichen Informationsversorgung. Ein ausgewiesener Etat für Publikations­gebühren sowie grundlegende Entscheidungen über den Umgang mit Open-Access-Publikationsgebühren sind sinnvoll und können ein wirk­sames Instrument sein, um die ökonomischen Beziehungen zwischen wissenschaftlicher Einrichtung und Verlagen neu zu organisieren. Viele Einrichtungen bieten hierfür institutionelle Open-Access-Publika­tionsfonds an, häufig über die Bibliothek der Einrichtung verwaltet. Mit diesem Fonds übernimmt die Einrichtung Kosten, die bei der Publikation von Open-Access-Artikeln oder - Büchern ihrer Forschenden anfallen. Bibliotheken bieten sich hier als Verwaltungsinstanz an, da sie langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Verlagen besitzen und so über die entsprechenden Kontakte verfügen. Mit den spezifischen Herausforde­rungen rund um Aufbau und Betrieb von Open-Access-Monografien­fonds setzt sich die gleichnamige Fokusgruppe auseinander. Verankerung von Open Access in der gesamten Institution Um Open Access nachhaltig und umfassend zu implementieren, ist es wichtig, das Bewusstsein für Open Access über die Ebene der Leitung und der Bibliothek hinaus zu schärfen. Auch Wissenschaftler*innen, Promovierende, Studierende und das wissenschaftsunterstützende Per­sonal sollten daher in Öffentlichkeitsarbeit und Marketingmaßnahmen eingeschlossen werden. Dies gilt in hohem Maße auch für die Bereiche der Verwaltung, die mit den Anforderungen von Forschungsförder­institutionen und mit der Messung des wissenschaftlichen Outputs zu tun haben. Zudem kann der Open-Access-Gedanke nachhaltig verbreitet werden, wenn er schon früh dem wissenschaftlichen Nachwuchs nahe­gelegt wird, etwa in Studienseminaren oder Graduiertenprogrammen. Literatur Dallmeier-Tiessen, S., Darby, R., Goerner, B., Hyppoelae, J., Igo-Kemenes, P., Kahn, D., Lambert, S., Lengenfelder, A., Leonard, C., Mele, S., Nowicka, M., Polydoratou, P., Ross, D., Ruiz-Perez, S., Schimmer, R., Swaisland, M., & van der Stelt, W. (2011). Highlights from the SOAP project survey. What Scientists Think about Open Access Publishing . ArXiv. https://arxiv.org/abs/1101.5260 Ross-Hellauer, T., Deppe, A., & Schmidt, B. (2017). Survey on open peer review: Attitudes and experience amongst editors, authors and reviewers. PLOS ONE, 12 (12). https://doi.org/10.1371/journal.pone.0189311 Weiterführende Literatur Canadian Association of Research Libraries. (2020). CARL Institutional Open Access Policy Template and Toolkit . Version 1.0. https://www.carl-abrc.ca/oa-policy-template-and-toolkit/ Europäische Kommission. (2012). Online survey on scientific information in the digital age . http://dx.doi.org/10.2777/36123 Fournier, J., Klages, T., & Pampel, H. (2012). Open-Access-Strategien für wissenschaftliche Einrichtungen: Bausteine und Beispiele . Arbeitsgruppe Open Access der Schwerpunktinitiative Digitale Information der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen. https://doi.org/10.2312/allianzoa.005 Harvard Open Access Project (HOAP). (2021). Good practices for university open-access policies . Cyber.Harvard.edu. https://cyber.harvard.edu/hoap/Good_practices_for_university_open-access_policies Jacobs, N. (2019). Implementing open access. Practical steps your institution can take to make progress on the open access journey . Jisc. https://www.jisc.ac.uk/guides/implementing-open-access Jisc. (2019, October 21). Managing your open access costs . Jisc. https://www.jisc.ac.uk/guides/managing-your-open-access-costs Pieper, D. (2020). Kostenmonitoring von Open-Access-Publikationen: Chancen und Herausforderung für Bibliotheken . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4118210 Rösch, H., Geschuhn, K., Barbers, I., Bove, K., Pohlmann, T., & Satzinger, L. (2022). Open Access ermöglichen: Open Access-Transformation und Erwerbung in wissenschaftlichen Bibliotheken – ein praktischer Leitfaden . https://doi.org/10.5281/zenodo.6090208 Wissenschaftsrat (2022). Empfehlungen zur Transformation des Wissenschaftlichen Publizierens zu Open Access; Köln. https://doi.org/10.57674/fyrc-vb61 ....
Intro Zehn Gründe für Open Access Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Es gibt auf wissenschaftspolitischer, institutioneller und wissen­schaftsfördernder Ebene Policies zu Open Access und Open Science. 2 Forschungseinrichtungen können eigene Open Access Policies modular erstellen. 3 Zentrale Elemente einer Open Access Policy sind: Präambel, Selbst­beschreibung, Absichtserklärungen und Begründungen, Handlungs­empfehlungen sowie Hinweise auf technische Services und Bera­tungsangebote. Ziele Im Zuge der Maßnahmen zur Etablierung von Open Access haben sich insbe­sondere auf Ebene der Hochschulen und der nichtuniversitären Forschungs­einrichtungen Open Access Policies als viel genutztes Instrument etabliert. Konkret verfolgen Open Access Policies diese Ziele: Sie sollen Unterstützung für die Open-Access-Bewegung zum Ausdruck bringen. Sie positionieren Einrichtungen im Diskurs zu Open Access. Sie sollen Angehörige der Institution zum Open-Access-Publizieren animieren. Aktivitäten und Maßnahmen im Bereich Open Access werden dabei zunehmend in den größeren Open-Science-Kontext eingebettet. Dieser Text bietet zunächst einen Überblick über die wichtigsten Akteure der Forschungslandschaft und ihre Leitlinien, ehe konkrete Vorschläge zum Verfassen eigener Policies gemacht werden. Policies wichtiger Akteure Schwerpunktinitiative "Digitale Information" Auf wissenschaftspolitischer Ebene haben sich die großen außeruniversi­tären Forschungsorganisationen, die Hochschulrektorenkonferenz , der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Deutsche For­schungsgemeinschaft (DFG) zur Schwerpunktinitiative Digitale Informa­tion zusammengeschlossen. Diese wird auch als Allianz-Initiative bezeich­net. Ihr Leitbild enthält das Ziel "Wissenschaftlerinnen und Wissenschaft­ler mit der bestmöglichen Informationsinfrastruktur auszustatten, die sie für ihre Forschung brauchen" ( Steuerungsgremium der Schwerpunktini­tiative "Digitale Information" der Allianz der deutschen Wissenschafts­organisationen, 2017, S. 2 ). Des Weiteren setzt sie sich für den weiteren Ausbau des freien Zugangs zu wissenschaftlichem Wissen ein. Außerdem initiierte die Allianz-Initiative im Rahmen des Projekts DEAL bundesweite gemeinsame Lizenzverträge mit bislang zwei großen Wissenschaftsverla­gen in Form der Vereinbarungen mit Springer Nature (2020) und Wiley (2019). Universitäten und andere Hochschulen Zahlreiche Universitäten und andere Hochschulen haben Open Access Policies in der Form von Leitlinien oder Empfehlungen verabschiedet. Viele beschäftigen Open-Access-Beauftragte , die als Ansprechpartner*­innen für alle Open-Access-Themen auch die lokale Umsetzung von Open Access organisieren (Hübner & Riesenweber, 2018). Hochschulen und Universitäten sind weitgehend autonom. Zahlreiche Bundesländer verknüpfen im Rahmen ihrer Hochschulpolitik (Digitalisie­rungsstrategien, Zielvereinbarungen, Wissenschaftspläne, Hochschulge­setzgebung, etc.) die finanzielle Förderung mit dem Thema Open Access. Die Möglichkeiten für Hochschulen und Universitäten, Forscher*innen verbindliche Vorgaben zu machen, halten sich allerdings in Grenzen. Vie­le Hochschulen und Universitäten gehen daher den Weg, über Informa­tionsveranstaltungen und Dienstleistungen für Open Access zu werben und Wissenschaftler*innen so zum Open-Access-Veröffentlichen zu er­mutigen. Über Publikationsfonds für Open-Access-Artikel und für O pen-Access-Monografien und -Sammelbände können Bibliotheken da­rüber hinaus die Förderung von Open Access an bestimmte Bedingungen knüp­fen und so Qualitätsstandards setzen (Open-Access-Büro Berlin, 2020). Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen Viele außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie die Max-Planck-Gesellschaft, die Leibniz-Gemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft und die Helmholtz-Gemeinschaft gehen die Open-Access-Transformation sehr konkret an ( Pampel, 2021, S. 33 ff. ): Die Max-Planck-Gesellschaft beschreibt sich selbst als "Mitbegrün­derin der internationalen Open-Access-Bewegung". 2003 veröffent­lichte sie die Berliner Erklärung zum offenen Zugang zu wissenschaft­lichem Wissen und initiierte damit einen Prozess von Folgekonferen­zen zu Open Access und Open Science. Auch im Rahmen der globa­len OA2020 Initiative spielt die Gesellschaft eine wichtige Rolle. Das Bekenntnis zu Open Access hat die Max-Planck-Gesellschaft in ihren Regeln zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis verankert: Dort gilt die verbindliche Vorgabe, die mit öffentlichen Mitteln ermöglichten Forschungsergebnisse möglichst frei zugänglich zu veröffentlichen (Max-Planck-Gesellschaft, 2009, S. 2). Die Max-Planck-Gesellschaft betreibt außerdem mit der Max Planck Digital Library ein umfangreiches Informationsportal und unterstützt eigene Open-Access-Veröffentlichungen mit einem Publikationsfonds. Die Fraunhofer-Gesellschaft folgt einer verbindlichen Fraunhofer-Open-Access-Strategie 2020 , die als Zielmarke angibt, "bis 2020 mindestens jede zweite wissenschaftliche Publikation eines Jahr­gangs per Open Access frei zugänglich zu machen, davon mindestens ein Drittel über den goldenen Weg der Erstveröffentlichung in einer Open-Access-Zeitschrift" (Fraunhofer-Gesellschaft, 2015, S. 2). Auch die Leibniz-Gemeinschaft hat eine weitreichende Open Access Policy verabschiedet. Sie bekennt sich darin nicht nur zu Open Science, sondern sieht sich auch als aktiver Player in der Weiterent­wicklung offener Forschung. Die Forschenden der Leibniz-Gemein­schaft sollen Open Access veröffentlichen und sich für Open-Access-Zeitschriften engagieren. Dabei werden sie von ihren jeweiligen Leibniz-Einrichtungen beraten und unterstützt. Die Helmholtz-Gemeinschaft bettet mit dem Helmholtz Open Science Office die Open-Access-Thematik in den weiteren Open-Science-Kontext ein. Sie hat 2004 als erste Forschungsgesellschaft in Deutschland eine eigene Open-Access-Richtlinie verabschiedet, die für die eigenen Publikationen eine Veröffentlichung "ohne Ausnahme [im Open Access fordert] soweit nicht ausdrücklich Vereinbarungen […] entgegenstehen" ( Helmholtz-Gemeinschaft, 2004 ). Seit 2013 gilt dies auch für Mittelempfänger*innen des Impuls- und Vernetzungs­fonds der Helmholtz-Gemeinschaft. 2016 konkretisierte die Helmholtz-Gemeinschaft ihre Open-Access-Richtlinie und setzte sich die Zielmarke von 100% Open-Access-Publikationen ab dem Publikationsjahr 2025. DFG als zentrale Förderinstitution Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fordert alle Projektneh­menden auf, Projektergebnisse möglichst unmittelbar Open Access zu publizieren und setzt diverse Förderlinien zur Stärkung von Open Access um. Mit ihrer Unterstützung von Forschenden, Bibliotheken, Institutionen und Organisationen ist die DFG zentraler Akteur, was die Umsetzung und Beschleunigung der Open-Access-Transformation in Deutschland angeht. Die DFG hat 2003 die Berliner Erklärung unterzeichnet und äußert die Erwartung , dass geförderte Wissenschaftler*innen "Projektergebnisse zum Zweck der wissenschaftsadäquaten Kommunikation im Open Access" veröffentlichen, genauer gesagt sollen "[d]ie entsprechenden Beiträge [...] direkt in qualitätsgesicherten bzw. fachlich anerkannten Open-Access-Zeitschriften oder auf Open-Access-Plattformen publiziert oder zusätzlich zur Verlagspublikation möglichst ohne Zeitverzug in dis­ziplinspezifische oder institutionelle elektronische Archive (Repositorien) eingestellt werden" (Deutsche Forschungsgemeinschaft, 2021, S. 41). Eine generelle Verpflichtung zu Open Access, wie sie im Plan S verfolgt wird, lehnt die DFG ab, da sie befürchtet, dass diese zu erhöhten Publika­tionsgebühren führen könnte. Zudem wird die von Plan S geforderte Abkehr vom Journal Impact Factor vonseiten der DFG als weitreichende Umstrukturierung der Leistungsbemessung verstanden, die nicht ohne große Umwälzungen funktioniert (Deutsche Forschungsgemeinschaft, 2018). Aus diesen Gründen ist die DFG kein Mitglied der cOAlition S, unterstützt jedoch die grundsätzlichen Bestrebungen der Initiative. Fachgesellschaften Auch Fachgesellschaften haben sich bereits früh für Open Access und Open Science stark gemacht. Zu nennen ist hier v.a. die 1994 gegründete Initiative zur elektronischen Information und Kommunikation (IuK-Initiative). Sie setzte sich in der Frühphase der digitalen Transformation für den Aufbau einer virtuellen und digitalen Bibliothek und eine wissenschaftsfreundliche Novelle des Urheberrechts ein (Weisel, 2012). Auch unter den Unterzeichnenden der Berliner Erklärung lassen sich eini­ge Fachgesellschaften finden: Die Deutsche Mathematiker-Vereinigung (2005), die Gesellschaft für Informatik (2007), die Deutsche Gesellschaft für Ur-und Frühgeschichte (2016) oder die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (2017). Bereits 1998 gründete die Deutsche Physikalische Gesellschaft mit dem New Journal of Physics eine Open-Access-Zeit­schrift. Sie gehörte damit zu den Pionieren des Open-Access-Publizierens in Deutschland. Für das Gros der deutschen Fachgesellschaften gilt je­doch, dass sie sich erst langsam und unter dem Druck der internationa­len Entwicklung (insbesondere Plan S) mit Open Access befassen. Nur wenige Fachgesellschaften haben bislang eigene Open Access Policies verabschiedet. Im Zuge der weiteren Entwicklung der Open-Access-Transformation wird die Diskussion innerhalb der Fachgesellschaften aber möglicherweise an Bedeutung zunehmen. Nicht zuletzt, da viele Fachgesellschaften Überlegungen anstellen, ihre eigenen Publikationen auf Open Access umzustellen (Pampel & Strecker, 2020). Eine Policy erstellen Open Access implementieren Hier finden Sie eine Einführung. Positionen der Politik Hier finden Sie eine Einführung. Open Access Policy Making Der Zweck des Policy Making besteht in einem Selbstverständigungsprozess, der idealerweise in der Verabschiedung einer Policy mündet. In diesem Prozess positionieren sich Akteure einer Institution zum Thema Open Access und bilden einen gemeinsamen Standpunkt heraus. Mithilfe dedizierter Policies können Institutionen dokumentieren, dass sie im gegenwärtigen Wandel der Wissen­schaftskommunikation Position beziehen. Voraussetzung für den Erfolg eines Policy-Making-Prozesses ist daher, dass sich alle relevanten Akteure einer Institution anhand eines effektiven Konzepts zur internen Kommunikation beteiligen. open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Policy-Making-Prozess Howlett und Rameshs Model unterscheidet fünf Stadien des Policy Making: Agenda Setting, Policy Formulation, Decision Making, Implementation und Evaluation (Howlett et al., 2009, S. 91 ff.) Für den Prozess des Erstellens einer Open Access Policy lassen sich folgende Schritte ableiten: Problemidentifikation Mit der Einführung einer neuen bzw. der Änderung oder Erweiterung einer bereits bestehenden Policy wird auf Bedürfnisse, Probleme, Kon­flikte oder aktuelle Entwicklungen des Umfeldes reagiert. Eine Analyse dieser Kontextfaktoren ist hilfreich, um Argumente für das Agenda Setting zu formulieren und mögliche Widerstände gegen einen Policy-Prozess zu antizipieren. Bereits in dieser Frühphase können Überle­gungen zum organisatorischen Ablauf des Policy-Prozesses angestellt werden. Agenda Setting Leitungspositionen werden adressiert und für das Vorhaben gewonnen. Die Lenkung und Koordination des Prozesses kann von einem Gremium, einer Arbeitsgruppe oder einer Einzelperson übernommen werden. Weitere relevante Akteursgruppen werden informiert und Argumente für einen Policy-Making-Prozess vorgetragen. Der geplante Prozess wird transparent dargelegt. Formulierungs- und Entscheidungsphase Ein Policy-Dokument wird formuliert (s. u.) und mit den zuständigen Stellen der Institution und weiteren Interessenvertretungen mehrfach abgestimmt, ergänzt und/oder umformuliert. Sind alle Änderungs­wünsche berücksichtigt oder begründet zurückgewiesen worden, tritt die beschlussreife Form des Dokumentes den Lauf durch die zuständigen Gremien an. Nach Einarbeitung der daraus folgenden Änderungen wird die Policy schließlich verabschiedet. Kommunikation und Evaluation Wirksamkeit entfaltet eine Policy nur dann, wenn die Handlungsempfeh­lungen und Aufforderungen nach der offiziellen Veröffentlichung des Policy-Dokumentes über zahlreiche weitere Kanäle verbreitet werden. Auf eine überarbeitete oder neu erstellte Policy wird in Newslettern, auf Websites, zu gegebenen Anlässen, auf Vorträgen sowie in Meetings hin­gewiesen. Wünschenswert ist eine transparente Darstellung des Policy-Prozesses, die Bereitstellung einer Lesefassung des Policy-Dokumentes und eine Referenz auf die Beschlussfassung auf den Internetseiten der zuständigen Organisationseinheit (Open-Access-Büro, Universitätsbiblio­thek o. ä.). Mithilfe geeigneter Monitoring-Tools bspw. in Forschungs-In­formations-Systemen oder Plattformen zum Publikationsdatenmanage­ment kann der Impact einer Open Access Policy quantifiziert werden. Die lineare Darstellung des Policy-Making-Prozesses weicht erheblich von den diskontinuierlichen und von Konflikten geprägten Prozessen der wissenschafts­politischen Wirklichkeit ab, kann aber zu Planungszwecken hilfreich sein. Vorbehalte Handlungsempfehlungen können unter Vorbehalte gestellt werden, als Begründungen werden bspw. die Wissenschaftsfreiheit oder fachspezifische Publikationskulturen angeführt. Textbeispiel "Unter Achtung der grundgesetzlich ge­schützten Freiheit von Forschung und Lehre und der dadurch gegebenen freien Wahl des Publikationsmediums und -ortes sowie unter Berücksichtigung des unter­schiedlichen Stellenwertes von Open Access in den verschiedenen Fachkulturen tritt die JGU mit folgenden Empfehlungen und Maßnahmen für die Open-Access-Transformation ein:" - Open-Access-Policy der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Technische Services Erwähnung eigener oder von Drittanbietern be­reitgestellter technischer Infrastrukturen für das Open-Access-Publizieren . Hierzu gehören u. a. Repositorien für Publikationen, Daten und Code, Systeme für das Publikationsdatenmanagement, Metadatendienste, Controllinginstrumente, For­schungsinformationssysteme, Open-Journal-Platt­formen, Forschungsdatenmanagementsysteme uvm. Textbeispiel "Die Universität unterstützt die Auffindbar­keit sowie die Verbreitung und damit Sicht­barkeit der wissenschaftlichen Texte durch folgende Maßnahmen: Download-Möglichkeit und -Statistiken im Forschungsportal der Universität Download-Möglichkeit auf den dienst­lichen Webseiten über Pure Plugins Bereitstellung der Titeldaten für Literatursuchdienste und Kataloge (LUX; BASE; GVK etc.) Publikation von Hochschulschriften (Dissertationen und Habilitationen)" - Open Access Strategie der Leuphana Universität Lüneburg Beratungsangebote Erwähnung von Publikationsberatungen für Wissenschaftler*innen, Zeitschriftenredaktionen und Herausgebende sowie anderen universitäts­seitig angebotenen Dienstleistungen für die Unterstützung zum Open-Access-Publizieren Textbeispiel "Informationsveranstaltungen, Workshops, Schulungen und individuelle Beratungen zu Open Access werden vom Open-Access-Team regelmäßig durchgeführt." - Open Access Policy der Universitäts­bibliothek Chemnitz Schlussbestimmung Textbeispiel "Sollten einzelne Bestimmungen dieser Richtlinie unwirksam oder undurchführbar sein oder nach deren Inkrafttreten unwirk­sam oder undurchführbar werden, bleibt davon die Wirksamkeit der Richtlinie im Übrigen unberührt." - Open-Access-Richtlinie der Helmholtz Gemeinschaft 2016 Datum, Unterzeichner*innen, Referenz auf das offizielle Policy-Dokument in der zur Abstimmung gebrachten Fassung, PDF-Download-Option Footer Kontaktdaten, Quellenangaben, weiterführende Links Rights-Retention-Strategie Eine explizite Rights-Retention-Strategie kann ein sinnvoller Bestandteil von Open Access Policies sein. Eine Übersicht über die Landschaft von Rights-Retention-Praktiken in Europa inklusive Empfehlungen für institutionelle Entscheider, Forschungsförderer, Legislative und Verlage findet sich bei Labastida et al. (2023) . Aufbau & Inhalt Open Access Policies beinhalten folgende Elemente: Header Siegel der Institution, Titel des Dokumentes, ggf. Referenz auf den zugehörigen Beschluss in der amtlichen Fassung Präambel Vorangehende Worte, die den gesellschaftlichen, politischen oder wissenschaftlichen Kontext der Open Access Policy erläutern und sich auf das Selbstverständnis der Institution beziehen Textbeispiel "Ohne unmittelbaren und zeitnahen Aus­tausch von Forschungsergebnissen sind Innovationen unmöglich. Als öffentlich geförderte Einrichtung hat die Fraunhofer-Gesellschaft die Verantwortung, die Öffent­lichkeit über ihre Forschungsaktivitäten zu informieren. Projektpartner aus der Indus­trie müssen zugleich in die Lage versetzt werden, die richtigen Ansprechpartner für ihre Projekte zu finden. Die Fraunhofer-Gesellschaft verfolgt aus diesem Grund bei ihren Publikationen das Ziel, uneingeschränkt das Prinzip des freien Zugangs (Open Access), wie es in der Berli­ner Erklärung von 2003 verstanden wird, zu realisieren." - Open Access Policy der Fraunenhofer-Gesellschaft Selbstbeschreibung (sofern nicht in einer Präambel enthalten) Charakterisierung der eigenen Einrichtung, aus der die Übereinstimmung ihrer Ziele und Funk­tion mit einer Open-Access-Kultur hervorgeht. Hinweise enthält das Leitbild der Einrichtung, aus dem ggf. Formulierungen übernommen werden können. Textbeispiel "Die Universität Regensburg steht unter anderem für den Wissens- und Kulturaus­tausch zwischen den Kulturräumen Ost- und Westeuropas sowie Nordamerikas, den Dialog mit der Gesellschaft, für eine weltoffene Universitätskultur und für dauerhafte internationale Beziehungen in Forschung, Lehre und Studium (Leitbild der UR, Stand: 15. Oktober 2007)." - Open Access Policy der Universität Regensburg Definitionen Begriffliche Bestimmung von Open Access und/ oder knappe geschichtliche Einordnung , aus der die Bedeutung des Themengebietes für die Aktivitäten ihrer Akteure hervorgeht Textbeispiel "Open Access steht für den unbeschränk­ten und kostenlosen Zugang zu qualitäts­geprüfter wissenschaftlicher Information im Internet. Durch den Wegfall technischer, finanzieller und rechtlicher Barrieren trägt Open Access dazu bei, wissenschaftliche Innovationsprozesse zu beschleunigen und die Sichtbarkeit von Forschungsergebnis­sen zu verbessern. Dadurch werden wissenschaftlich Arbeitende in ihren Forschungs- und Publikationsprozessen unterstützt und der Nutzen öffentlich ge­förderter Forschung maximiert. Die Stiftung Technische Informationsbibliothek (TIB) als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft bekennt sich zu Open Access." - Open-Access-Policy der Technischen Informationsbibliothek (TIB) Verweise Referenz auf vorangegangene Erklärungen und Initiativen, Übereinstimmungen sowie ggf. aus ihnen hervorgehende Verpflichtungen für die eigene Institution Textbeispiel "Die Leibniz Universität Hannover unter­stützt die wissenschaftspolitische Forde­rung nach offenem Zugang ("Open Access") zu wissenschaftlichem Wissen, wie sie in der "Berliner Erklärung" vom Oktober 2003 niedergelegt und in der "Berlin 3 Open Access" Empfehlung vom März 2005 in Southampton, UK konkretisiert wurde.“ - Open-Access-Resolution der Leibniz Universität Hannover Begründung Begründung für die mit der Policy angestrebte Unterstützung von Open Access aus der Perspek­tive der Einrichtung und/oder einer übergeord­neten Perspektive Textbeispiel "Ausgehend von ihrer Verantwortung für einen umfassenden Zugang zu wissen­schaftlichem Wissen unterstützt die Universität Heidelberg den Ausbau von Open Access nachdrücklich." - Open Access Policy der Universität Heidelberg Absichtserklärungen Nennung der selbst gesetzten Ziele im Bereich Open Access. Dies kann die Bereitstellung einer geeigneten organisatorischen, finanziellen und technischen Infrastruktur zum Open-Access-Publizieren sein, das Erreichen einer bestimmten Quote an Open-Access-Publikationen innerhalb einer gesetzten Frist, die Durchführung weiterer hochschulpolitischer Maßnahmen sowie die Beteiligung an Transformationsprozessen und an­deren, institutionsübergreifenden Entwicklungen. Zudem können die gleichberechtigte Berücksichti­gung von qualitätsgeprüften Open-Access-Publi­kationen in Zielvereinbarungen und leistungsbe­zogenen Mittelvergabeverfahren sowie die Um­setzung von Maßnahmen zur internen Kommuni­kation (Schulungen, Beauftragte) festgeschrieben werden. Textbeispiele "Bei der Beurteilung wissenschaftlicher Leistung behandelt die Universität Kassel Beiträge, die ein Begutachtungsverfahren durchlaufen haben, gleichgewichtig, unab­hängig davon, ob es sich um kostenpflich­tige oder frei zugängliche Beiträge handelt. […] Darüber hinaus bietet die Universität Kassel gemäß ihrer Forschungsdaten-Leitlinie an, auch Forschungsdaten, die im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Arbeiten entstehen oder erhoben werden, frei zugänglich zu machen. Die Universität Kassel strebt an, die an ihr entstandenen Veröffentlichungen in großem Umfang auf dem universitären Publikationsserver KOBRA9 verfügbar zu machen, der eine optimale Auffindbarkeit, Authentizität, Integrität und persistente Zitierbarkeit dieser Veröffentlichungen ermöglicht." - Open-Access-Policy der Universität Kassel "Die MLU unterstützt und berät Wissen­schaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Herausgabe von wissenschaftlichen Open Access Formaten und beim Aufbau auch von verlagsunabhängigen OA-Publikations­wegen. Dies erfordert regelmäßige Schulungs- und Informationsangebote der Forschenden genauso wie der Mitarbeiter/­-innen. Hierfür sollen adäquate Formate entwickelt und regelmäßig durchgeführt werden. Die MLU etabliert Instrumente zur Unterstützung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Begleichung anfallender Publikationskosten innerhalb eines bestimmten finanziellen Rahmens. Insbesondere richtet sie einen Publika­tionsfonds ein und schafft die Voraussetz­ungen dafür, weitere Mittel für diesen Zweck einzuwerben." - Open Access Policy Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Handlungsempfehlungen, Aufforderungen oder Verpflichtungen für Publizierende Die Verbindlichkeitsgrade der Formulierungen können variieren. Sie reichen von der Handlungs­empfehlung über die Aufforderung bis zur Ver­pflichtung. Handlungsmöglichkeiten sind unter anderem: Forschung und Lehre im Sinne der Ziele von Open Science, Open Access und Open Education Die Veröffentlichung von Forschungsergeb­nissen und wissenschaftlichen Publikationen in einem Open-Access-Format Die Archivierung von Forschungsergebnissen oder wissenschaftlichen Publikationen auf ei­nem institutionseigenen Dokumentenserver bzw. in einem Repositorium zu einem be­stimmten Zeitpunkt relativ zur Erstveröffent­lichung (parallel oder ggf. nach Ablauf einer Embargofrist ) Die Publikation unter freien Nutzungslizenzen wie den Creative-Commons-Lizenzen Die Berücksichtigung von Publikationskosten in Anträgen zur Einwerbung von Drittmitteln Die Sicherung eines dauerhaften Verwertungsrechtes gegenüber Verlagen Der Verzicht auf die Abtretung eines aus­schließlichen Nutzungsrechtes an die Verlage Das Engagement als Gutachter*in und Herausgeber*in von qualitätsgeprüften Open-Access-Zeitschriften bzw. für eine progressive Open-Access-Politik in Verlagen Für Führungskräfte: Empfehlung für Mitarbei­tende, Forschungsergebnisse in qualitätsge­prüften Open-Access-Formaten zu prüfen Textbeispiele 1 "Um Offenheit in Lehre und Forschung an der TU Hamburg nachhaltig zu verankern, empfehlen wir allen TUHH-Angehörigen, wo möglich und sinnvoll die Ziele von Open Science, Open Access und Open Education aktiv zu verfolgen." - Policy für Offenheit der TU Hamburg 2 "Die Humboldt-Universität empfiehlt des­halb allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, ihre Beiträge in Open-Access-Journalen einzureichen sowie Monographien und Sammelwerke auf Open-Access-Plattformen zu veröffentlichen." - Open-Access-Erklärung der Humboldt-Universität zu Berlin 3 "Die Ruhr-Universität Bochum fordert ihre Hochschulangehörigen auf, alle veröffent­lichten, wissenschaftlich referierten Artikel als elektronische Kopie (Selbstarchivierung) auf einem frei zugänglichen Dokumenten­server abzulegen (Grüner Weg), soweit da­gegen keine rechtlichen Bedenken bestehen." - Open Access-Resolution der Ruhr-Universität Bochum 4 "Die TU Braunschweig empfiehlt ihren Autorinnen und Autoren die Verwendung freier Publikationslizenzen, die eine Ver­breitung im Open Access fördern (bevor­zugt Creative-Commons-Lizenz CC BY)." - Leitlinie zu Open Access an der TU Braunschweig 5 "Die Förderregularien vieler Drittmittelge­ber erlauben es, Mittel für Artikelbearbei­tungsgebühren (APC) im Projektbudget bereits bei der Antragstellung einzuplanen. Das BMBF hat zudem einen Post-Grant Fund zur Förderung von Open-Access-Publikationen aus abgeschlossenen BMBF-geförderten Projekten eingerichtet. Es ist dringend empfehlenswert bei der Planung und Durchführung von Drittmittelprojekten von solchen Möglichkeiten Gebrauch zu machen." - Open Access an der Universität Greifswald 6 "Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen werden darin bestärkt, in Verlagsverhand­lungen das Publikationsrecht bzw. das Recht für die Archivierung elektronischer Versionen zu sichern, wie es die Richtlinien der DFG und anderer Forschungsförderer vorsehen." - Open Access Strategie der Leuphana Universität Lüneburg 7 "Bei der Veröffentlichung in einer zugangs­beschränkten Verlagspublikation empfiehlt die Hochschule Reutlingen, auf die Abtre­tung ausschließlicher Nutzungsrechte zu verzichten und sich ein einfaches Nutzungsrecht zur öffentlichen Zugänglich­machung vorzubehalten, um eine spätere Zweitveröffentlichung im Repositorium der Hochschule Reutlingen zu ermöglichen." - Open Access Policy der Hochschule Reutlingen 8 "Sie als wissenschaftlicher Autor arbeiten häufig auch als Gutachter, Herausgeber oder Redakteur für wissenschaftliche Zeitschriften. Achten Sie darauf, welche Preispolitik der Verlag gegenüber den Abnehmern verfolgt und wirken Sie gegebenenfalls auf eine bessere Open Access-Politik der Verlage hin." - Open Access-Politik der Universität Göttingen 9 "In ihrer Funktion als Führungskraft wer­den alle Wissenschaftlerinnen und Wissen­schaftler aufgefordert, auch ihren Mitarbei­terinnen und Mitarbeitern das Veröffentli­chen im Sinne von Open Access zu ermög­lichen." - TUM Open Access Policy Literatur Deutsche Forschungsgemeinschaft. (2018). Stellungnahme der DFG zur Gründung von „cOAlition S“ zur Unterstützung von Open Access. Information für die Wissenschaft Nr. 56. https://www.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/2018/info_wissenschaft_18_56/index.html Deutsche Forschungsgemeinschaft. (2021). Verwendungsrichtlinien. Allgemeine Bedingungen für Förderverträge mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft e.V. (DFG) . https://www.dfg.de/formulare/2_00/v/dfg_2_00_de_v0121.pdf Fraunhofer-Gesellschaft. (2015). 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Die Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen. Leitbild 2018 - 2022 . https://gfzpublic.gfz-potsdam.de/pubman/faces/ViewItemOverviewPage.jsp?itemId=item_2829902 Weisel, L. (2012). Interview zur Auflösung der IuK-Initiative Wissenschaft. LIBREAS. Library Ideas , 20 . https://libreas.eu/ausgabe20/texte/01weisel.htm Weiterführende Literatur Angelaki, M. (2021). Model Policy on Open Science for Research Performing Organisations (RPOs) . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4666050 Canadian Association of Research Libraries. (2020). CARL Institutional Open Access Policy Template and Toolkit . https://www.carl-abrc.ca/oa-policy-template-and-toolkit/ Harvard Open Access Project (HOAP). (2021). Good practices for university open-access policies . Cyber.Harvard.Edu. https://cyber.harvard.edu/hoap/Good_practices_for_university_open-access_policies Macquarie University. (n.d.). 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