Über sieben Brücken musst du gehen – Realisierung von Open-Access-Buchprojekten aus der Perspektive von Autor*innen Der Online-Workshop wird am 13.09.2022, 10 bis 14.30 Uhr im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts open-access.network vom Helmholtz Open Science Office veranstaltet. Die Veranstaltung ist Teil der Workshopreihe "Open-Access-Monografien" . Abstract In diesem Workshop werden Praxisfragen zur Verwirklichung eines Open-Access-Buchprojekts diskutiert. Zentrales Anliegen ist es, Autor*innen grundsätzliche Informationen zum Publizieren von Open-Access-Büchern zu geben. Wichtige Aspekte, die dabei bedacht werden müssen, wie Arbeitsschritte und Dienstleistungen, die für ein Open-Access-Buch benötigt werden, Kriterien für die Verlagsauswahl und Möglichkeiten zur Finanzierung werden in Vorträgen vorgestellt und diskutiert. Der Workshop richtet sich an wissenschaftliche Autor*innen, die ein Open-Access-Buchprojekt durchführen wollen und an "Open Access Professionals", die Wissenschaftler*innen ihrer Institution bei der Realisierung von Open-Access-Buchprojekten beraten. Programm Zeit Titel Sprecher*in 10:00 Begrüßung und Einführung Paul Schultze-Motel (Helmholtz-Gemeinschaft / open-access.network) 10:10 Was Autor*innen für ein Open-Access-Buchprojekt bedenken sollten Regine Tobias (KIT Scientific Publishing) 10:45 Kriterien für die Verlagsauswahl – schließt Reputation die Qualität mit ein? Dorothee Graf (Universitätsbibliothek Duisburg-Essen) 11:20 Beratung potenzieller Autor*innen für die Finanzierung eines Open-Access-Buchprojekts Eloísa Deola Schennerlein (SLUB Dresden) 11:55 Mittagspause 12:50 Förderung für ein Open-Access-Buchprojekt durch Publikationsbeihilfen Thomas Rahlf (Deutsche Forschungsgemeinschaft) 13:25 Praxisbericht der Autorin eines Open-Access-Buchs Magdalena Kamińska (Europa-Universität Viadrina) 14:00 Diskussion / Resümee 14:30 Ende Präsentationen Deola Schennerlein, E. (2022). Beratung potenzieller Autor*innen für die Finanzierung eines Open-Access-Buchprojekts . https://doi.org/10.5281/zenodo.7107910 Kamińska, M. (2022). Praxisbericht: Erfahrungen einer Autorin einer Open-Access-Monografie . https://doi.org/10.5281/zenodo.7107954 Rahlf, T. (2022). Förderung für ein Open-Access-Buchprojekt durch Publikationsbeihilfen . https://doi.org/10.5281/zenodo.7107930 Tobias, R. (2022). Was Autor*innen für ein Open-Access-Buchprojekt bedenken sollten . https://doi.org/10.5281/zenodo.7107799...
Erfahren Sie mehr zur Finanzierung von Open Access Open Access und Forschungsförderer Geschäftsmodelle für Zeitschriften Geschäftsmodelle für Bücher...
Intro Finanzierung von Open-Access-Monographien Quelle: Brinken, H. (2020). Finanzierung von Open-Access-Monographien, open-access.network. https://doi.org/10.5446/49535 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Es gibt eine Vielzahl an Geschäfts- und Finanzierungsmodellen für Open-Access-Bücher. 2 Die einzelnen Modelle haben individuelle Vor- und Nachteile, teilweise lassen sie sich miteinander kombinieren. 3 Neben den im deutschsprachigen Raum weit verbreiteten Book Processing Charges (BPCs) sind vor allem der parallele Verkauf von Druckausgaben, die institutionelle Förderung von Open Access sowie konsortiale Modelle von Bedeutung. Vielfältiger Wandel Open Access beinhaltet den kostenlosen Zugang zu wissenschaftlicher Infor­mation und deren freier Nachnutzung . Da Open-Access-Bücher für Leser*in­nen kostenlos zugänglich sind, können die im Rahmen der Veröffentlichung entstehenden Kosten nicht mehr über Buchkäufe gedeckt werden, sondern müssen durch alternative Geschäftsmodelle finanziert werden. In den letzten Jahren ist die Bedeutung von Open Access in den Geistes- und Sozialwissenschaften enorm gestiegen. Im Zuge dessen haben sich verschie­dene Geschäfts- und Finanzierungsmodelle für Open-Access-Bücher entwickelt. Diese Modelle weisen sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zu den gängigen Modellen für Zeitschriften auf, sind aber im Vergleich vielfältiger und experimenteller. In der Praxis werden häufig verschiedene Ansätze miteinander kombiniert. Im Folgenden werden die wichtigsten Finanzierungsmodelle für Open-Access-Bücher im deutschsprachigen Raum kurz vorgestellt. Die Übersicht greift auf bestehende Typologien mit unterschiedlichen Komplexitätsgraden zurück, die zur weiterführenden Lektüre sehr zu empfehlen sind ( Collins et al., 2015; Speicher et al., 2018, Penier et al., 2020 ). Für die hier vorgestellte Auswahl er­wies sich darüber hinaus die knappe Übersicht des Open Access Book Toolkits ( OAPEN, 2020 ) als hilfreich. Open-Access-Bücher Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Nützliche Hinweise für die Umsetzung finden sich im Guide "How to Begin the OA Transition" ( Estelle et al., 2025 ). Video zum Publizieren von Open-Access-Büchern Quelle: Stern, N. (2020). Publishing your book in Open Access?, open-access.network. https://doi.org/10.5446/52108 ( CC BY 3.0 DE ) Publikationsgebühren (BPCs) Vorteile BPCs ermöglichen die Anerkennung und Übernahme von Kosten, die mit der Veröffentlichung qualitativ hochwertiger Open-Access-Buchpublika­tionen verbunden sind. Da Forschungsförderer , Stiftungen und Autor*­innen im deutschsprachigen Raum seit vielen Jahren auch herkömmliche Buchpublikationen über sogenannte Druckkostenzuschüsse finanzieren, ist die Hürde zur Zahlung von BPCs hier niedriger als in anderen Ländern. Nachteile Das Modell verstärkt bestehende Ungerechtigkeiten im akademischen System, indem es Autor*innen bevorteilt, die in gesicherten Positionen an finanzkräftigen Einrichtungen oder in gut ausgestatteten Drittmittel­projekten arbeiten. Autor*innen, die an weniger ausgestatteten Institu­tionen tätig sind, werden ebenso benachteiligt wie unabhängige Autor*­innen. Auf globaler Ebene benachteiligt das Modell Autor*innen aus dem globalen Süden. Kritisiert wird zudem, dass kommerzielle Verlage ihre tatsächlichen Kosten und Leistungen nicht klar darstellen, weshalb die Erstattung von BPCs zunehmend an die Einhaltung von Standards in Bezug auf Qualität und Transparenz geknüpft wird. Praxistipp Hier finden Sie hilfreiche Empfehlungen und Checklisten zu Qualitätsstandards für Open-Access-Bücher: Arbeitsgemeinschaft Universitätsverlage Nationaler Open-Access-Kontaktpunkt OGeSoMo Fokusgruppe "Open-Access-Bücher" Diskutieren Sie mit Expert*innen über aktuelle Entwicklungen bei Open-Access-Büchern. Fokusgruppe "Open-Access-Monografienfonds" Diskutieren Sie mit Expert*innen über Förderbedingungen und -summen bestehender Monografienfonds. Publikationsgebühren für Bücher, auch BPCs (Book Processing Charges) ge­nannt, werden von Verlagen erhoben, um die bei der Veröffentlichung entste­henden Kosten zu decken. Sie bilden das Pendant zu den aus dem Zeitschrif­tenbereich bekannten APCs (Article Processing Charges) . Die Höhe der BPCs ist von Verlag zu Verlag unterschiedlich, der Umfang der Beträge liegt zwischen wenigen Hundert bis hin zu mehreren Tausend Euro. Dies hat verschiedene Gründe: Die von den Verlagen angebotenen Leistungen, Services und Lizenz­optionen unterscheiden sich ebenso wie die veröffentlichten Bücher. Auch Unterschiede in den Kosten- und Einnahmestrukturen der Verlage spielen eine wichtige Rolle. Und schließlich gibt es Verlage, die neben ihren tatsächlichen Kosten auch Schätzungen über entgangene Verkaufserlöse in die Berechnung ihrer BPCs einbeziehen. Ob sich eine parallele Open-Access-Publikation jedoch überhaupt auf die Verkaufszahlen im Print auswirkt, ist umstritten. Verschiede­ne Studien haben gezeigt, dass die Angst der Verlage vor gravierenden Einbrü­chen unbegründet ist ( Collins et al., 2015; Ferwerda et al., 2018; Snijder, 2019; Graf et al., 2020 ). Die Erhebung von Publikationsgebühren ist bei Open-Access-Büchern weit ver­breitet (vgl. Penier et al., 2020, S. 46-52 ). Das Modell wird sowohl von kommer­ziellen als auch von Scholar-Led- und Universitätsverlagen eingesetzt. Bezahlt werden BPCs in der Regel von Forschungsförderern oder den Einrichtungen, an denen die Autor*innen tätig sind. Inzwischen haben zahlreiche Einrichtungen – in Deutschland oftmals mit Unterstützung der DFG – hierfür Publikationsfonds eingerichtet. Gerade unabhängige Autor*innen und solche, die an finanziell schwächeren Einrichtungen tätig sind, müssen jedoch selbst für die Kosten aufkommen. Durch die autor*innenseitige Finanzierung wird das Modell auch als Author-Pays-Modell bezeichnet. Verkauf von Druckausgaben Bei der parallelen Veröffentlichung gedruckter Buchausgaben, teils auch Dual Publishing genannt, handelt es sich um ein hybrides Modell, bei dem über zusätzliche Verkäufe Einnahmen generiert werden. Dabei ersetzen die Erlöse aus dem Printbereich die Publikationsgebühren in der Regel nicht vollständig, sondern dienen lediglich als Ergänzung. Sowohl bei kommerziellen als auch bei von Wissenschaftler*innen geführten und Universitätsverlagen ist der Verkauf gedruckter Bücher – ganz im Gegen­satz zum Zeitschriftenbereich – noch immer sehr weit verbreitet. Dabei setzten kommerzielle Buchverlage in der Vergangenheit häufig auf Embargofristen und restriktive Lizenzierungsmodelle . Auch durch die Vorgaben der Forschungsför­derer ist inzwischen aber eine klare Tendenz zum goldenen Weg und offenen CC-Lizenzen erkennbar. Vorteile Der Verkauf von Druckausgaben (Paperbacks, Hardcover) kann für Ver­lage eine wichtige Einnahmequelle sein. Dank digitaler Technologien und schlanker Vertriebsstrukturen ist der hierfür erforderliche Zusatzauf­wand in den letzten Jahren merklich gesunken. Solange von Seiten der Bibliotheken und Leser*innen noch eine entsprechende Nachfrage be­steht, ist es für Verlage sinnvoll, wissenschaftliche Bücher auch weiterhin in gedruckter Form anzubieten und hierfür auch die bestehenden Kanäle des Buchhandels zu nutzen. Nachteile Trotz der Einsparungen durch den Einsatz von Verfahren wie Print-on-demand sind Herstellung und Vertrieb von Druckausgaben mit einem gewissen Kosten- und Verwaltungsaufwand verbunden. Sollte die Nachfrage nach gedruckten wissenschaftlichen Büchern in Zukunft (weiter) sinken, verliert auch das Modell an Attraktivität. Open Access und Forschungsförderer Hier finden Sie eine Einführung. Institutionelle Förderung Vorteile Für Institutionen und ihre Bibliotheken kann es sinnvoll sein, einen Teil des Budgets, das sie für die Finanzierung von (Open-Access-)Publika­tionen aufwenden, in den Aufbau eigener Publikationsservices zu inves­tieren. So können sie den eigenen (und ggfs. anderen) Wissenschaftler*­innen attraktive Konditionen gewähren, bestehende Infrastrukturen und Kenntnisse nutzen und die Reputation der eigenen Einrichtung steigern. Nachteile Um Autor*innen und Herausgeber*innen ein attraktives Publikationsum­feld bieten zu können, ist ein nicht unerhebliches Maß an Engagement nötig. Nur wenn die Aktivitäten langfristig und nachhaltig angelegt sind, kann das Modell seine Potenziale entfalten. Arbeitsgemeinschaft Universitätsverlage Hier erfahren Sie mehr über die Mitglieder und Prinzipien der AG. Im Rahmen ihrer Open-Access-Förderung bieten Hochschulen und Forschungs­einrichtungen eigene Publikationsservices für Open-Access-Bücher an. Diese können von der Einrichtung eines Repositoriums oder einer Publikationsplatt­form bis hin zum Betreiben eines Universitätsverlags reichen. Die institutionelle Förderung kann auf finanzieller, personeller oder infrastruktureller Ebene erfol­gen. Bibliotheken kommt hierbei häufig eine zentrale Rolle zu. Die Unterstüt­zung ermöglicht es Universitätsverlagen, Publikationsgebühren entweder nied­rig zu halten oder gar komplett darauf zu verzichten. Dass Universitätsverlage nicht gewinnorientiert arbeiten, wirkt sich ebenfalls positiv auf die Preisgestal­tung aus. Die Nutzung der Services kann auf Mitglieder der eigenen Universität beschränkt sein oder sich auch an Wissenschaftler*innen anderer Institutionen richten. Vor allem Einrichtungen, in denen die Geistes- und Sozialwissenschaften stark vertreten sind, bieten inzwischen eigene Publikationsmöglichkeiten für Bücher an. Die Mehrheit der deutschsprachigen Universitätsverlage hat sich in der Arbeitsgemeinschaft der Universitätsverlage zusammengeschlossen. Zu den bekanntesten Verlagen zählen der Universitätsverlag Göttingen , Heidelberg University Publishing und KIT Scientific Publishing . Bibliothekskonsortien Im Rahmen von Bibliothekskonsortien verpflichten sich Bibliotheken dazu, einen Beitrag zur Open-Access-Publikation einer Auswahl an Büchern zu leisten. Diese Bundles können entweder thematisch gruppiert oder auf (einzelne oder mehrere) Verlage bezogen sein. Sobald sich genügend Bibliotheken beteiligt haben und das finanzielle Ziel erreicht wurde, werden die Bücher frei zugänglich gemacht. Dieses Erlösmodell ähnelt dem aus anderen Bereichen bekannten Crowdfunding, wobei die Crowd hier aus Institutionen besteht. Konsortiale Modelle sind im Bereich der Zeitschriften bereits weit verbreitet. Für die Geisteswissenschaften ist vor allem das Crowdfunding-Modell der Open Lib­rary of Humanities (OLH) von Bedeutung. Im Buchbereich nimmt Knowledge Unlatched eine Vorreiterrolle ein und hat bislang über 3.000 Bücher (Stand: November 2021) Open Access zugänglich gemacht. Aktuell werden im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Projekten zur Beschleunigung der Transfor­mation zu Open Access des BMBF mehrere Vorhaben gefördert, die konsor­tiale Modelle für Buchreihen entwickeln (KOALA, OAdine, TOAA). Auf interna­tionaler Ebene beschäftigt sich das Projekt COPIM mit der (Weiter-)Entwicklung alternativer Geschäftsmodelle. Vorteile Konsortiale Modelle ermöglichen den Verzicht auf BPCs mit all ihren Nachteilen, weshalb sie für Autor*innen sehr attraktiv sein können. Darüber hinaus bieten sie Verlagen einen niedrigschwelligen Weg hin zur Open-Access-Transformation des eigenen Programms. Auf Seiten der Bibliotheken können sie schließlich den mit der Erwerbung von Büchern einhergehenden Bearbeitungsaufwand erheblich reduzieren. Nachteile Es gibt keine Garantie dafür, dass immer genügend Bibliotheken gefunden werden, die sich an der Finanzierung eines Bundles beteiligen. Zudem besteht die Gefahr, dass Bibliotheken vor dem Hintergrund knapper Budgets darauf spekulieren, dass die erforderlichen Summen auch ohne ihr Zutun erreicht werden können (Freerider-Problematik). Kommerziell ausgerichtete Modelle können darüber hinaus Skepsis bei Bibliotheken hervorrufen und zu deren Zurückhaltung beitragen. Weitere Modelle Die hier skizzierten Modelle stellen lediglich eine Auswahl dar. Unter den zahlreichen weiteren Modellen, die häufig noch nicht flächendeckend erprobt sind, sollen zwei zumindest kurz erwähnt werden: das Freemium-Modell und das Modell institutioneller Mitgliedschaften. Freemium Im Freemium-Modell veröffentlicht ein Verlag oder Dienstleister eine Ausgabe des Buchs Open Access, ohne von den Autor*innen eine Publika­tionsgebühr zu verlangen. Diese kostenlose Open-Access-Veröffentlichung wird über andere Einnahmequellen subventioniert. Dies kann z. B. durch den Verkauf von digitalen Ausgaben mit zusätzlichen Funktionalitäten und in anderen Formaten (enhanced HTML, e-pub/mobi, etc.) geschehen. Das Modell wird zwar bereits von einigen Verlagen und Plattformen wie z. B. OpenEdition und Open Book Publishers erfolgreich angewendet, ob es sich bewährt, wird sich jedoch noch zeigen müssen. Institutionelle Mitgliedschaften Ein weiteres Modell stellen institutionelle Mitgliedschaften dar. Hierbei zahlen Bibliotheken oder andere Einrichtungen – häufig im Rahmen von Konsortialverträgen – einen jährlichen Mitgliedsbeitrag an einen Verlag, der einen Teil der Kosten für die Veröffentlichung von Büchern über­nimmt. Mitgliedseinrichtungen und ihre Autor*innen können darüber hinaus weitere Rabatte erhalten. Das Modell ist vor allem im Zeitschrif­tenbereich verbreitet, wird aber auch von wissenschaftlichen Buchver­lagen wie Open Book Publishers oder Punctum Books eingesetzt und kann einen wichtigen Beitrag zur Vereinfachung und Entbürokratisierung des Open-Access-Publizierens leisten. Literatur Collins, E., Milloy, C., & Stone, G. (2015). Guide to open access monograph publishing for arts, humanities and social science researchers. Helping researchers to understand the opportunities and challenges of publishing a scholarly monograph in open access. AHRC/Jisc Collections. eprints.hud.ac.uk/id/eprint/25391/ http://eprints.hud.ac.uk/id/eprint/25391/1/Guide-to-open-access-monograph-publishing-for-researchers-final.pdf Estelle, L., Jago, D., Jones, R., Laakso, M., Snijder, R., & Wise, A. (2025). How to begin the OA transition: a guide for smaller and specialist publishers. Commissioned by UKRI, in partnership with the Association of Learned and Professional Society Publishers (ALPSP), the British Academy, and Open Access Scholarly Publishing Association (OASPA) . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.14679094 Ferwerda, E., Snijder, R., Arpagaus, B., Graf, R., Krämer, D., & Moser, E. (2018). OAPEN-CH - Auswirkungen von Open Access auf wissenschaftliche Monographien in der Schweiz. Ein Projekt des Schweizerischen Nationalfonds . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.1219172 Graf, D., Fadeeva, Y., & Falkenstein-Feldhoff, K. (Eds.). (2020). Bücher im Open Access: Ein Zukunftsmodell für die Geistes- und Sozialwissenschaften? Verlag Barbara Budrich. https://doi.org/10.17185/DUEPUBLICO/72237 OAPEN. (2020). Open Access Books Toolkit: Business models for open access book publishing . https://oabooks-toolkit.org/lifecycle/10944589-planning-funding/article/10432084-business-models-for-open-access-book-publishing Penier, I., Eve, M. P., & Grady, T. (2020). COPIM – Revenue Models for Open Access Monographs 2020 . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4011836 Snijder, R. (2019). The deliverance of open access books : Examining usage and dissemination . Amsterdam University Press. https://library.oapen.org/handle/20.500.12657/25287 Speicher, L., Armando, L., Bargheer, M., Eve, P. M., Fund, S., Leão, D., Mosterd, M., Pinter, F., & Souyioultzoglou, I. (2018). OPERAS Open Access Business Models [White Paper] . Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.1323708 Weiterführende Literatur Arning, U., Bargheer, M., Meinecke, I., Schobert, D., & Tobias, R. (2022). Open-Access-Transformation für Bücher: Die Rolle von institutionellen Verlagen und Publikationsdiensten . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.6346234 Barnes, L., & Gatti, R. (2018, May 22). The cost of Open Access books: a publisher writes. Open Book Publishers . https://blogs.openbookpublishers.com/the-cost-of-open-access-books-a-publisher-writes/ Böhm, D., Grossmann, A., Reiche, M. & Schrader, A. (2020). Open-Access-Publikationsworkflow für akademische Bücher. Ein Handbuch für Hochschulen und Universitäten. http://doi.org/10.33968/9783966270175-00 Hanneken et al. (2020). Die transcript OPEN Library Politikwissenschaften. Ein Modell für Open-Access-eBooks in den Geistes- & Sozialwissenschaften . https://doi.org/10.11588/ip.2020.1.66637 Pinter, F. (2018). Why Book Processing Charges (BPCs) Vary So Much. JEP. the Journal of Electronic Publishing , 21 (1). https://doi.org/10.3998/3336451.0021.101 Springer Open. (2018). Guide to Open Access Books for SpringerOpen Authors . https://media.springernature.com/full/springer-cms-preview/rest/v1/content/16216776/data/v2 van Gerven Oei, V. W. J., Joy, E., & Rudmann, D. (2020, July 7). We Got the Receipts: The Punctum Books Financial and Activity Report 2016–2019 . Punctum Books. https://punctumbooks.pubpub.org/pub/punctum-books-financial-activity-report-2016-2019/release/5...
Intro Die verschiedenen Publikationswege Quelle: Hauss, J. (2026). Wege des Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.21821081 ( CC BY 4.0 International ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Grundsätzlich kann bei Open Access zwischen Zugangswegen (grüner und goldener Weg) und Finanzierungsoptionen (mit oder ohne Publikationsgebühren) unterschieden werden. Zusätzlich ist häufig auch von “Diamond Open Access” die Rede. 2 Der grüne Weg (auch bekannt als self-archiving ) bezeichnet die Zweitveröffentlichung bereits veröffentlichter Arbeiten (u. U. auch als Pre- oder Postprintversion) auf institutionellen oder disziplinären Repositorien, teils auch auf der Website der Autor*innen. 3 Der goldene Weg bezeichnet die Open-Access-Erstveröffentlichung in Zeitschriften, als Monografie oder als Beitrag in einem Sammelband, wobei üblicherweise derselbe Qualitätssicherungprozess durchlaufen wird wie bei Closed-Access-Veröffentlichungen. “Diamond Open Access” ist eine Unterform des goldenen Open Access, bei dem die Finanzierung ohne Publikationsgebühren und oft mit einem Community-geleiteten, nicht-kommerziellen Hintergrund erfolgt. Der grüne Weg Quelle: verändert nach Oberländer, A. (2020). Open Access – Es ist nicht alles Gold, was glänzt. In: Open Science. Von Daten zu Publikationen. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4018594 ( CC BY 4.0 International ) Der grüne Weg des Open-Access-Publizierens – auch Self Archiving oder Open Access Grün – bezeichnet die Zweitveröffentlichung von in einem Verlag erschienenen Dokumenten auf institutionellen oder disziplinären Open-Access-Repositorien . Teils wird darunter auch die Zugänglichmachung solcher Werke auf der Website der Autor*innen verstanden. Diese kann zeitgleich mit oder nachträglich zur Publikation der Inhalte im Verlag erfolgen und ist möglich für Preprints und Postprints wissenschaftlicher Artikel, aber auch andere Doku­mentarten wie z. B. Monografien, Forschungsberichte, Konferenzproceedings. Zweitveröffentlichungsservices an Hochschulen. Bericht zur Erhebung Der Bericht fasst wesentliche Ergebnisse einer im Rahmen des Projekts open-access.network durchgeführten Erhebung zusammen. Preprint und Postprint Quelle: Shafee, T. (2020). Typical publishing workflow for an academic journal article (preprint, postprint, and published) with open access sharing rights per SHERPA/RoMEO. Own work; adapted from diagram by Ginny Barbour Wikimedia Commons ( CC BY 4.0 International ) Preprints Hier finden Sie eine Einführung. Bei einem Preprint handelt es sich um eine (noch) nicht begutachtete wissen­schaftliche Publikation, d. h. die Qualität wurde noch nicht abschließend in einem Peer-Review-Verfahren begutachtet. Als Preprint wird manchmal auch ein Text in Form seiner Manuskriptfassung bezeichnet, die bei einer Zeitschrift oder einem Verlag für eine Veröffentlichung eingereicht wurde. Im Unterschied zum Preprint versteht man unter dem Postprint einen Text, der bereits begutachtet und zur Veröffentlichung angenommen wurde. Von Post­prints gibt es zwei Erscheinungsformen. Zum einen kann ein Postprint völlig identisch mit der vom Verlag veröffentlichten Fassung (der sogenannten publi­sher's version oder version of record ), sein. Zum anderen kann der Postprint mit dieser Verlagsversion inhaltlich gleich sein, sich aber von ihr z. B. durch Forma­tierung, Layout oder Paginierung unterscheiden. In diesem zweiten Fall spricht man von der akzeptierten Autorenfassung ( author’s manuscript ). Die Bereit­schaft von Verlagen, die Zweitveröffentlichung von Postprints oder Preprints zuzulassen, ist recht unterschiedlich. Einen Überblick darüber, was Verlage den Autor*innen gestatten, bietet das Verzeichnis Open Policy Finder . Das deutsche Zweitveröffentlichungsrecht gestattet Autor*innen unter bestimmten Bedingungen die Zweitveröffentlichung von Postprints. Praxistipp Auf der Suche nach einem geeigneten Repositorium? Listen von Open-Access-Repositorien finden sich im Directory of Open Access Repostories (Open DOAR) sowie im Registry of Open Access Repositories (ROAR) . Varianten des grünen Weges In der Open-Access-Diskussion werden drei Formen des Grünen Weges unter­schieden. Die Arbeiten können auf institutionellen Repositorien zugänglich gemacht werden. Autor*innen haben hierbei die Möglichkeit, ihre wissenschaft­lichen Texte auf einem fachübergreifenden Dokumentenserver ihrer Institution (z. B. Hochschule) abzulegen. Auf disziplinären Repositorien werden wissen­schaftliche Dokumente hingegen thematisch gebündelt (z. B. für eine Fach­disziplin ) zur Verfügung gestellt, unabhängig davon, welcher Institution der/die Autor*in angehört. Eine dritte Variante ist die Hinterlegung der wissenschaft­lichen Dokumente auf der eigenen Website. Eine solche Vorgehensweise bedeutet jedoch, dass die so hinterlegten Dokumente in der Regel schlechter sichtbar sind als im Falle der Archivierung auf institutionellen oder disziplinären Repositorien. Überdies ist ihre langfristige Verfügbarkeit nicht gesichert, so dass self archiving häufig nicht als Form des Open Access anerkannt wird, z. B. in der Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen . Der goldene Weg Der goldene Weg des Open-Access-Publizierens – auch Open Access Gold ge­nannt – bezeichnet die Erstveröffentlichung wissenschaftlicher Werke als Artikel in Open-Access-Zeitschriften , als Open-Access-Monografie oder als Beitrag in einem Open Access erscheinenden Sammelwerk oder Konferenzband. Diese Texte durchlaufen für gewöhnlich denselben Qualitätssicherungsprozess, den auch Closed-Access -Werke durchlaufen, meist in Form eines Peer Review oder Editorial Review. Mit dem Verlag wird in der Regel ein Publikationsvertrag ge­schlossen, der bestimmt, welche Nutzungsrechte die Autor*innen dem Verlag einräumen und welche Nutzungsbedingungen für die offen zugänglichen Dokumente gelten sollen. Ein solcher Vertrag wird oftmals durch eine Open-Access-Publikationslizenz ergänzt, durch die die Autor*innen den Nutzer*in­nen weitergehende und genau spezifizierte Rechte einräumen können. Quelle: verändert nach Oberländer, A. (2020). Open Access – Es ist nicht alles Gold, was glänzt. In: Open Science. Von Daten zu Publikationen. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4018594 ( CC BY 4.0 International ) Finanzierung Sowohl Open-Access- als auch Closed-Access-Publikationen müssen finanziert werden. Die Optionen zur Finanzierung von Open-Access-Publikationen sind vergleichbar denen, die zur Finanzierung von Closed-Access-Veröffentlichungen genutzt werden: durch den Verkauf von Print-Exemplaren, unbezahlte Unter­stützung aus der wissenschaftlichen Community sowie durch wissenschaftliche Einrichtungen und ehrenamtliche Arbeit, durch Werbung oder Sponsoring. Teils findet auch eine Querfinanzierung statt: vor allem kommerzielle Verlage, die das Geschäftsmodell des Open Access Gold erproben möchten, finanzieren neue Journale durch Einkünfte aus dem Subskriptionsgeschäft . Mitunter werden Publikationsgebühren oder Article Processing Charges (APCs) als typisches Finanzierungsmodell im Open Access Gold genannt, allerdings sind Publika­tionsgebühren auch im Closed Access weit verbreitet ( Gutknecht, 2018 ). Die APCs werden pro angenommenem und publiziertem Artikel fällig (bei Monografien entsprechend Book Processing Charges (BPCs) ). APCs können mit institutionellen Mitgliedschaften kombiniert werden: Gehören publizierende Autor*innen einer Einrichtung an, die eine institutionelle Mitgliedschaft bei einem Open-Access-Verlag pflegt, übernimmt diese die Publikationskosten ganz oder teilweise. Viele Einrichtungen bieten darüber hinaus weitere Möglichkeiten an, diese Kosten zu erstatten, z. B. über Publikationsfonds . Wenn eine Open-Access-Publikation gänzlich ohne APCs auskommt, also sowohl für Lesende wie auch für Publizierende kostenfrei ist, spricht man auch von Diamond Open Access . Hierfür sind alternative Finanzierungsmodelle nötig, z. B. konsortiale Finanzierung. Mehr über das Verhältnis von Diamond und Gold Open Access findet sich bei Dellmann et al. (2022) . Open Access und Forschungsförderer Hier finden Sie eine Einführung. Geschäftsmodelle für Open-Access-Bücher Hier finden Sie eine Einführung. Geschäftsmodelle für Open-Access-Zeitschriften Hier finden Sie eine Einführung. Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Video zur Finanzierung von Open-Access-Monographien Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Diamond Open Access Wenn eine Open-Access-Publikation gänzlich ohne Publikationsgebühren auskommt, also sowohl für Lesende wie auch für Publizierende kostenfrei ist, spricht man bei diesem Spezialfall von Open Access Gold auch von Diamond Open Access . Außerdem erfolgt Diamond Open Access oft mit einem wissenschaftsgeleiteten, nicht-kommerziellen Hintergrund. Der Hauptgedanke hinter diesem Modell ist die Schaffung unabhängiger Publikationsinfrastrukturen, die dauerhaft in der Hand der Wissenschaft liegen, wie es der Wissenschaftsrat (2023) empfiehlt. Mehr über das Verhältnis von Diamond und Gold Open Access und eine Diskussion unterschiedlicher Definitionen von Diamond Open Access findet sich bei Dellmann et al. (2022) . Einen erweiterten Vorschlag für eine Definition von Diamond Open Access liefert das Projekt CRAFT-OA ( Armengou et al., 2024 ). Die "OA Diamond Journals Study” von Bosman et al. (2021) diskutiert Potenziale und Herausforderungen solcher Publikationsformate, insbesondere bei Zeitschriften und zeigt auf, dass Diamond-Open-Access-Zeitschriften sich oft auf ehrenamtliche Arbeit stützen und ihre Publikationen in der Regel über konsortiale Modelle , institutionelle (Förder-)Mittel, Crowdfunding- oder Mitgliedschaftsmodelle finanzieren (vgl. S. 117ff.). Überblicke über die deutsche bzw. die schweizerische Diamond-Open-Access-Landschaft finden sich bei Hahn et al. (2022) bzw. Taubert et al. (2024) . Auch im Bereich der Buchpublikationen rückt das Diamond-Modell vermehrt in den Blick. Initiativen wie das Open Book Collective (OBC) organisieren eine gemeinschaftliche Finanzierung durch Forschungseinrichtungen, sodass Verlage und Verlagsdienstleister auf BPCs verzichten können. Zudem bieten viele universitätsgetragene Verlage die Möglichkeit einer kostenfreien Buchpublikation. Oft steht dieses Angebot auch Nicht-Angehörigen der entsprechenden Einrichtung offen. Um Diamond Open Access als faire, wissenschaftsgeleitete und nicht-kommerzielle Variante von Open Access zu fördern und Initiativen zu vernetzen, initiierte die UNESCO 2024 die Global Diamond Open Access Alliance . Auf europäischer Ebene sprach sich 2023 der Rat der Europäischen Union für eine Förderung von Diamond Open Access aus ( Rat der Europäischen Union, 2023 ). 2025 wurde der European Diamond Capacity Hub (EDCH) ins Leben gerufen, um die bestehenden Initiativen zu Diamond Open Access auf europäischer Ebene zu koordinieren und zu vernetzen. In Deutschland veröffentlichte 2025 die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina ein Diskussionspapier , das einen konkreten Vorschlag für die Finanzierung und Evaluation von Diamond-Open-Access-Zeitschriften vorlegt. Im selben Jahr hat die DFG -finanzierte konsortiale Servicestelle Diamond Open Access (SeDOA ) den Betrieb aufgenommen. Sie soll den Aufbau und die Weiterentwicklung von Diamond-Open-Access-Publikationsstrukturen fördern. Hierfür werden u. a. Anfragen zu Publikationsvorhaben an bestehende Diamond-Publikationsinfrastrukturen vermittelt und eine Registry von Diamond-Open-Access-Zeitschriften im deutschen Raum aufgebaut. Gleichzeitig bildet SeDOA das National Capacity Centre (NCC) für den EDCH. Diamond Open Access Standard (DOAS) Der Diamond Open Access Standard formuliert Qualitätskriterien für Diamond-Zeitschriften. Er wurde vom DIAMAS-Projekt erarbeitet. Quelle: verändert nach Oberländer, A. (2020). Open Access – Es ist nicht alles Gold, was glänzt. In: Open Science. Von Daten zu Publikationen. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4018594 ( CC BY 4.0 International ) Akteure der Diamond-Open-Access-Community: Sechs Akteursgruppen und ihre individuellen Beiträge zu einem fairen und gemeinschaftlichen Diamond Open Access. Quelle: Henkes, L. M., & Holscher Blackman, K. (2025). Wissenschaftliches Publizieren neu denken. Blaupause für gemeinschaftliches und faires Diamond Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.17240865 ( CC BY 4.0 International ) Zwischenwege Zwischen goldenem und grünem Weg existieren auch graduelle Zwischenposi­tionen. So erlaubt es der sozialwissenschaftliche Dokumentenserver Social Science Research Network (SSRN) sowohl bereits erschienene Zeitschriften­artikel offen zugänglich zu machen als auch Manuskripte als Preprints zu publizieren und diese bei mit SSRN kooperierenden Journalen einzureichen. Als weiteres Beispiel können die epijournals oder overlay journals ( Gowers, 2015 ) der Mathematik gelten. Dabei handelt es sich um Open-Access-Zeit­schriften, die die Infrastruktur von Preprint-Servern oder Repositorien nutzen. Einreichungen werden von den Autor*innen auf arXiv oder Hyper Articles en Ligne (HAL) zugänglich gemacht und zur Aufnahme in eines der epijournals vorgeschlagen. Wird die Einreichung nach erfolgtem Peer Review akzeptiert, bleiben sowohl die ursprüngliche Fassung als auch die überarbeitete Zeitschriftenversion bestehen. Einige Zeitschriften der Verlage Copernicus Publications oder F1000 arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip mit offenem Peer Review. Ähnlich nutzen Closed-Access-Verlage arXiv, indem sie es ermöglichen, Manuskripte auf diesem Server automatisch in den eigenen Einreichungsworkflow einzuspeisen. Auch das Einspielen von Preprints vor der Veröffentlichung des Inhalts im Verlag trägt Merkmale des goldenen und grünen Wegs des Open Access. Genauso stellt die Erstveröffentlichung von Dokumenten wie Dissertationen oder Schriftenreihen auf einem Repositorium eine Art Mischform der erwähnten Strategien dar: Da es sich um Erstveröffentlichungen handelt, kann die Publikation als Gold Open Access gelten, allerdings erfolgt sie auf Servern, den Repositorien, die üblicherweise zur Bereitstellung von Materialien des grünen Open Access dienen. Neben Open Access Grün und Gold werden manchmal noch weitere Varianten mit Farbsymbolen belegt ( Piwowar et al., 2018 ; Schmeja, 2018 ); dabei handelt es sich z. T. nicht um Open-Access-Publikationen im eigentlichen Sinn, etwa wenn ein Zeitschriftenartikel zwar kostenlos gelesen werden kann, aber nicht dauerhaft nachnutzbar ist. Video zum Open-Access-Regenbogen Quelle: Schmeja, S. (2020). Der Open-Access-Regenbogen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/49667 ( CC BY 3.0 DE ) Open-Access-Publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Wo und wie offen publizieren? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access Helpdesk Stellen Sie hier Ihre konkreten Fragen rund um Open Access. Forum Sie haben eine Frage oder möchten Aspekte des Open Access mit anderen diskutieren? Nutzen Sie gerne unser Forum. Literatur Armengou, C., Bargheer, M., Gingold, A., Holsinger, S., Laakso, M., Mitchell, D., Mounier, P., Pölönen, J., Rooryck, J., Ševkušić, M., Souyioultzoglou, I., & Varachkina, H. (2024). Operational Diamond OA criteria for journals . DIAMAS and CRAFT-OA projects. https://zenodo.org/records/12721408 Bosman, J., Frantsvåg, J. E., Kramer, B., Langlais, P.-C., & Proudman, V. (2021). OA Diamond Journals Study. Part 1: Findings. https://doi.org/10.5281/zenodo.4558704 . Dellmann, S., van Edig, X., Rücknagel, J., & Schmeja, S. (2022). Facetten eines Missverständnisses. o-bib 9 (3). https://doi.org/10.5282/o-bib/5849 Gowers, T. (2015, September 10). Discrete Analysis - an arXiv overlay journal. Gowers’s Weblog . https://gowers.wordpress.com/2015/09/10/discrete-analysis-an-arxiv-overlay-journal/ Gutknecht, C. (2018, Januar 8). Publikationskosten für Closed-Access: die verschwiegenen APCs. Wisspub.net . https://wisspub.net/2018/01/08/apcs-von-denen-fast-niemand-spricht/ Hahn, D., Hehn, J., Hopp, C., & Pruschak, G. (2022). Mapping the Swiss landscape of diamond open access journals. The PLATO study on scholar-led publishing . https://doi.org/10.5281/zenodo.7461728 Piwowar, H., Priem, J., Larivière, V., Alperin, J. P., Matthias, L., Norlander, B., Farley, A., West, J., & Haustein, S. (2018). The state of OA: a large-scale analysis of the prevalence and impact of Open Access articles. PeerJ , 6, e4375. https://doi.org/10.7717/peerj.4375 Rat der Europäischen Union (2023). Wege des hochwertigen, transparenten, offenen, vertrauenswürdigen und fairen wissenschaftlichen Publizierens - Schlussfolgerungen des Rates. https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-9616-2023-INIT/de/pdf Schmeja, S. (2018, October 24). Gold, Grün, Bronze, Blau...: Die Open-Access-Farbenlehre. TIB-Blog . https://blogs.tib.eu/wp/tib/2018/10/24/gold-gruen-bronze-blau-die-open-access-farbenlehre/ Taubert, N., Sterzik, L., & Bruns, A. (2024). Mapping the German Diamond Open Access journal landscape. Minerva , 62 (2), 193–227. https://doi.org/10.1007/s11024-023-09519-7 Wissenschaftsrat (2023). Empfehlungen zur Souveränität und Sicherheit der Wissenschaft im digitalen Raum . https://doi.org/10.57674/m6pk-dt95...
Sammlung des Projekts open-access.network Präsentationen und Reports von Veranstaltungen des Projekts open-access.network sowie alle Materialien sind auch hier auf der Zenodo-Community-Seite zu finden. Wir stellen alle unsere Materialien unter eine offene Lizenz und begrüßen deren Nachnutzung. Videos des Projekts open-access.network Alle Videos, die im Rahmen von open-access.network entstanden sind, können im TIB AV-Portal angesehen werden: https://av.tib.eu/publisher/open-access.network Sie sind thematisch in sogenannte Serien aufgeteilt, wie zum Beispiel "Das 1x1 der Creative-Commons-Lizenzen", "Open-Access-Mythencheck" oder verschiedene Interviewreihen. Neben den Möglichkeiten Videos auf anderen Webseiten einzubetten oder über eine DOI zu teilen, können auch die Serien mit Hilfe eines Permalink geteilt werden. Leitfäden, Handreichungen und Infografiken Open-Access-Definition https://doi.org/10.5281/zenodo.12684571 Open-Access-Infografik: Open vs. Closed Access https://zenodo.org/records/10973225 In wenigen Schritten zur Zweitveröffentlichung. Ein Leitfaden für Mitarbeiter:innen in Publikationsservices https://zenodo.org/records/10489037 Checkliste zur Qualität von Open-Access-Zeitschriften https://doi.org/10.5281/zenodo.7571993 10 Gründe für Open Access https://doi.org/10.5281/zenodo.7575092 Open-Access-Finanzierung – Das sind Ihre Möglichkeiten für die Publikation von Artikeln https://zenodo.org/records/7564431 Open-Access-Literatur finden https://doi.org/10.5281/zenodo.7572602 Open Access unterstützen - Praxistipps für Hochschulbibliotheken https://doi.org/10.5281/zenodo.7572517 Open Access unterstützen - Praxistipps für Hochschulen https://doi.org/10.5281/zenodo.7572559 Open Access unterstützen - Praxistipps für Wissenschaftler*innen https://doi.org/10.5281/zenodo.7575037 Open Access unterstützen - Praxistipps für Landesregierungen https://doi.org/10.5281/zenodo.7572546 Open Access unterstützen - Praxistipps für Verlage und Journale https://doi.org/10.5281/zenodo.7572574 Veranstaltungskonzept. Eine Vorlage zur Organisation von Open-Access-Veranstaltungen https://zenodo.org/records/6078419 Handout „Beitritt zum Editorial Board einer Zeitschrift: Ja oder Nein? Kriterien zur Entscheidungsfindung“ https://doi.org/10.5281/zenodo.12805440 Kumulative Dissertation Open Access veröffentlichen – Ein Quick-Guide für Promovierende https://zenodo.org/records/13384185 Weitere Materialien und Projektergebnisse Wahrnehmung und Bewertung von Angeboten und Fördermaßnahmen durch Open-Access-Professionals https://zenodo.org/records/7593728 Umsetzung von Open Access: Erhebung zu offenen Open-Access-Infrastrukturen https://zenodo.org/records/7558697 Umsetzung von Open Access: Erhebung zu Beteiligungsoptionen für Unternehmen an Open-Access-Finanzierung https://zenodo.org/records/7558684 Wahrnehmung von Open Access: Erhebung zu Anforderungen und Hindernissen in ausgewählten geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen. Geschichtswissenschaften und Soziale Arbeit https://zenodo.org/records/7540764 Wahrnehmung von Open Access: Erhebung zu Anforderungen und Hindernissen in ausgewählten Technik- und Naturwissenschaften. Maschinenbau und Chemie https://zenodo.org/records/7540662 Wahrnehmung von Open Access: Erhebung zu Anforderungen und Hindernissen in den Rechtswissenschaften https://zenodo.org/records/7535165 open.access-network Rätselpaket https://zenodo.org/records/13789000 Literatur zu Open Access Eine Sammlung aller Literaturhinweise, die auf unseren Informationsseiten zu Open Access zu finden sind, gibt es in unserer Zotero Library ....
Intro Open-Access-Publizieren: Der Goldene Weg Quelle: verändert nach Oberländer, A. (2020). Open Access – Es ist nicht alles Gold, was glänzt. In: Open Science. Von Daten zu Publikationen. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4018594 ( CC BY 4.0 International ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Eine Open-Access-Zeitschrift kann verschiedentlich herausgegeben werden: Ein selbstständiger Betrieb ist ebenso möglich wie das Herausgeben an wissenschaftlichen Institutionen oder mithilfe von Verlagen. 2 Bei der Gründung einer Open-Access-Zeitschrift sollten Rollen und Zuständigkeiten von Anfang an klar festgelegt werden. 3 Overlay Journals benutzen die technische Infrastruktur von Preprint-Servern. Wie bei anderen Zeitschriften übernimmt auch bei diesem Zeitschriftentyp ein Redaktionsteam weitere Prozesse wie z. B. die Begutachtung. Gründen und Herausgeben Open-Access-Zeitschriften sind frei zugänglich - unmittelbar und für alle Interessierten. Dies hat diverse Vorteile für Autor*innen, Leser*innen und den Wissenschaftsbetrieb. Doch wie werden Open-Access-Zeitschriften herausgegeben? Was ist bei der Gründung zu bedenken? Dieser Artikel geht auf wichtige Punkte ein, die im Gründungs- und Herausgabekontext bedacht werden sollten. Viele dieser Punkte sind auch bei der Transformation einer bestehenden Zeitschrift ( Journal Flipping ) relevant. Was sind Open-Access-Zeitschriften Hier finden Sie eine Einführung. Eine bestehende Zeitschrift transformieren Hier finden Sie mehr darüber, eine bestehende Zeitschrift auf Open Access umzustellen ("Journal Flipping"). Praxistipp Beitritt zum Editorial Board einer bestehenden Zeitschrift: Ja oder Nein? Diese Handreichung liefert Kriterien zur Entscheidungsfindung: https://zenodo.org/records/12801460 . Konzept Zunächst sollten Sie abwägen, ob das Herausgeben einer eigenen Zeitschrift angesichts des redaktionellen Aufwands im Rahmen Ihrer Möglichkeiten plausibel ist. Auch sollten Sie u. a. über das Directory of Open Access Journals (DOAJ) , die Zeitschriftendatenbank (ZDB) und JSTOR herausfinden, ob und inwieweit das bestehende Zeitschriftenangebot den Gegenstandsbereich Ihrer geplanten Zeitschrift bereits abdeckt. Vor diesem Hintergrund sollte abgewogen werden, ob die Gründung einer neuen Zeitschrift überhaupt sinnvoll ist ( Pilaar Birch, 2014; Blechl et al., 2016 ). Je nach Ausgangslage kann es plausibler sein, an einer bestehenden Zeitschrift mitzuwirken oder die Transformation einer Closed-Access-Zeitschrift anzuregen. Im Falle einer Neugründung sollten Sie sich die folgenden Fragen stellen, die Ihnen dabei helfen können, ein Konzept auszuarbeiten ( Blechl et al., 2016 ; Pilaar Birch, 2014 ; van Edig & Rücknagel, 2021 ; Kaier & van Edig, 2020 ; K, 2021 ): Wie kann sich meine Zeitschrift in puncto Thema und Zielgruppe in das bestehende Angebot einfügen? Nachdem Sie eine thematische Lücke im bestehenden Zeitschriftenan­gebot gefunden haben, sollten Sie herausfinden, ob das Interesse der Wissenschaft an den die Lücke füllenden Themen groß genug für den Umfang einer neuen Zeitschrift ist. Dazu sollten Sie die potenzielle Leser*innenschaft definieren und analy­sieren. Falls Sie zu dem Ergebnis kommen, dass die Gründung einer Zeit­schrift Sinn ergibt, empfiehlt es sich, ein sogenanntes Mission Statement zu verfassen, welches später auf der Webseite der Zeitschrift veröffent­licht wird. In der Länge eines Abstracts sollten darin u. a. thematische Alleinstellungsmerkmale ihrer Zeitschrift dargelegt werden. Welche Ausgaben und Einnahmen sind zu erwarten? SPARC Europe bietet zur Unterstützung beim Erstellen von Geschäftsplä­nen das New Business Plan Toolkit for OA Journals . Als Grundlage für Verhandlungen mit potenziellen Förderern empfiehlt es sich, die ersten drei Jahre vorab zu planen - dabei sollte die Rechtsform der Zeitschrift berücksichtigt und und ein Puffer eingeplant werden. Es ist ratsam, ein schriftliches Konzept mit den wichtigsten Angaben zum Projektvorhaben zu verfassen. Wie kann die Zeitschrift langfristig betrieben werden? Teilen Sie Aufgaben und Verantwortung, sodass möglichst viele Teammit­glieder Expertise in verschiedenen Bereichen aufbauen. Dokumentieren Sie Prozesse, um Wissen zu erhalten. Langzeitarchivierung ist wesentlich, da so die dauerhafte Verfügbarkeit der Inhalte am besten gesichert werden kann. Falls die eigene Institution keinen professionellen Langzeitarchivierungsdienst betreibt, sollten alle Beiträge außerhalb der Institution langzeitarchiviert werden. Beispiele für professionelle Dienste zur Langzeitarchivierung sind LOCKSS / CLOCKSS und Portico . Im Bestfall bieten die Dienste an, Inhalte in andere (moder­ne) Formate zu übertragen, falls bestehendee Formate technisch veraltet. Die Migration sollte über offene, maschinenlesbare Formate erfolgen. Strebe ich eine internationale Reichweite an? Entscheiden Sie, in welcher Sprache bzw. welchen Sprachen Ihre Inhalte sowie die Informationen über Ihre Zeitschrift verfügbar sein sollen. Eng­lischsprachige Zeitschriften werden tendenziell stärker wahrgenommen und erreichen eine breitere Leserschaft. Falls Sie in anderen Sprachen publizieren möchten, sollte überprüft werden, ob die Zeitschrift Ihre Zielgruppe erreichen kann. Wie nenne ich meine Zeitschrift? Finden Sie einen prägnanten Titel sowie ein Kürzel für Ihre Zeitschrift, vermeiden Sie Sonderzeichen wie ß . Wichtig ist auch, dass der Titel auf die gewünschte Zielgruppe abgestimmt ist. Über UlrichsWeb oder andere Suchmaschinen kann ermittelt werden, ob Ihr Wunschtitel noch verfügbar ist. UlrichsWeb ist lizenzpflichtig - falls Sie einer wissenschaftlichen Einrichtung angehören empfiehlt es sich daher, nachzufragen, ob die Bibliothek Ihnen Zugang verschaffen kann. Der Name sollte - auch aus ethischen Gründen - so gewählt werden, dass Ver­wechslungen mit anderen Zeitschriften möglichst ausgeschlossen sind. Wer genau soll Herausgeber*in oder Medieninhaber*in der Zeitschrift sein? Herausgeber*innen bestimmen die wissenschaftliche Ausrichtung der Zeitschrift und entscheiden in der Regel, welche Beiträge in ihrer Zeit­schrift veröffentlicht werden. In vielen Fällen sind dies unentgeltlich arbeitende Wissenschaftler*innen, es gibt aber auch Open-Access-Zeitschriften, die mit festangestellten Herausgeber*innen arbeiten. Meistens agieren Personengruppen (Editorial Boards) als Herausgeber*­innen. Diese Personengruppen sind häufig hierarchisch organisiert und in Zuständigkeitsbereiche unterteilt (Chief Editor, Managing Editor, Hand­ling Editor, etc.). Weitere Details finden sich in Kaier und van Edig (2020) . Die Eigentümerschaft von Zeitschriften kann bei den herausgebenden Personen selbst, bei Institutionen (wie Universitäten oder Fachgesell­schaften) oder bei Verlagen liegen. Wie finde ich Mitwirkende (Mitherausgeber*innen, Redaktionsmitglieder, Autor*innen, etc.)? Die Mitarbeit von in Fachkreisen etablierten Personen im Editorial Board ist sehr zu empfehlen, um die Wahrnehmung der Zeitschrift zu erhöhen - auch wenn gerade renommierte Forscher*innen häufig nur sehr einge­schränkte zeitliche Kapazitäten aufbringen können. Beginnen Sie daher frühzeitig mit der Suche. Ihr Editorial Board sollte idealerweise aus Mitgliedern verschiedener Einrichtungen zusammengesetzt sein und insbesondere im Fall einer internationalen Ausrichtung der Zeitschrift mehrere Nationalitäten einschließen. Wichtig ist, dass die Zeitschrift an mehrere Stakeholder gebunden ist, eine zu starke Bindung an Einzelpersonen kann zu Abhängigkeitsverhält­nissen führen. Alle Mitglieder des Editorial Boards sollten mit vollem Namen, Zugehörigkeit, Mailadresse, Forschungsschwerpunkten und ggf. Links zu Webseiten auf der Internetpräsenz der Zeitschrift aufgeführt werden. Gerade in der Anfangsphase kann eine ausreichende Anzahl hochwer­tiger Beiträge renommierten Autor*innen die Reputation einer Zeitschrift aufbauen. Recherchieren Sie, falls nötig, bzw. erkundigen Sie sich in Fach­kreisen dazu, wer sich als Autor*innen für Ihre Zeitschrift anbietet und sprechen Sie diese Wissenschaftler*innen aktiv an. Gute Aussichten auf eine Mitarbeit haben Sie insbesondere bei Wissenschaftler*innen, die in ihrer Karriere so weit fortgeschritten sind, dass sie nicht mehr zwingend auf Publikationen in bereits renommierten Zeitschriften angewiesen sind. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, mit einer kleinen Gruppe renom­mierter Beteiligter zu beginnen, die im Laufe der Zeit weitere renommier­te Beteiligte anzieht. Es ist zu bedenken, dass die Reputation einer Zeit­schrift und ihrer Mitwirkenden in vielen Disziplinen nach wie vor eine wichtige Rolle spielt. Auch der Journal Impact Factor ist nach wie vor in manchen Disziplinen von Bedeutung, diesen kann man allerdings nicht von Anfang an erhalten, sondern erst nach Erfüllung diverser Kriterien, auf Nachweis einer längeren Publikationshistorie und im Anschluss an eine langwierige Evaluierung. Die hohe Wahrnehmung einer Zeitschrift sorgt für eine gesteigerte Sichtbarkeit der enthaltenen Artikel. Dies fördert auch die Präsenz der Autor*innen in ihrer Fachcommunity und ggfs. darüber hinaus. Wer ist wofür zuständig? Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten sollten klar festgelegt werden. Dies ist insbesondere wichtig, wenn mehrere Einrichtungen an einer Zeitschrift beteiligt sind oder externe Services herangezogen werden. Auch in der Redaktion sollten klare Rollen und Verantwortlichkeiten festgelegt werden - mehr dazu im Kapitel Redaktionelle Planung . Wie vernetze ich meine Zeitschrift mit der Open-Access-Community? Ziehen Sie eine Mitgliedschaft in der Open Access Scholarly Publishing Association (OASPA) und im Committee on Publication Ethics (COPE) in Betracht. Für international ausgerichtete Neugründungen aus dem Be­reich der Geistes- und Sozialwissenschaften kommt auch eine Mitglied­schaft im Radical Open Access Collective infrage. Um anerkannten Open-Access-Kriterien bezüglich Zugang und Nachnutz­barkeit zu genügen, sollte Ihre Zeitschrift konform mit folgenden Standards und Vorgaben sein: Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen Prinzipien sowie Technical Guidance and Requirements des Plan S DOAJ Seal Welche Beiträge soll meine Zeitschrift veröffentlichen? Es muss festgelegt werden, welche Arten von Beiträgen veröffentlicht werden sollen, z. B. Forschungsartikel, Reviews oder Rezensionen. Es ist zu überlegen, ob thematische Schwerpunkte für einzelne Ausgaben infrage kommen. Es ist ratsam, Forschungsdaten als Zusatzmaterialien zu den Beiträgen Ihrer Zeitschrift verfügbar zu machen ( Hrynaszkiewicz et al., 2020 ), z. B. Messergebnisse oder Interviewtranskriptionen. Dies ermöglicht, dass nicht nur Gutachter*innen im Qualitätssicherungsverfahren, sondern auch Leser*innen ihre Beiträge besser nachvollziehen und prüfen kön­nen. Es ist empfehlenswert, diese Inhalte nicht in der Zeitschrift selbst zu "lagern", sondern die Autor*innen auf geeignete Datenrepositorien wie z. B. Zenodo oder den Verzeichnisdienst re3data.org hinzuweisen. Welche (lizenz-)rechtlichen Aspekte sind zu bedenken? Zu welchen Bedingungen sollten Beiträge nachnutzbar sein? Autor*innen sollten Verwertungsrechte an ihren Beiträgen nicht (voll­ständig) an die herausgebende Einrichtung (z.B. Verlag) abgeben. Hinsicht­lich der Verbreitung und Nachnutzung ist die Vergabe der jeweils aktuellen CC-BY-Lizenzen empfehlenswert, da diese konform mit Plan S sind und die Nachnutzung am wenigsten einschränken. Bei anderen Varianten (wie z.B. CC BY-NC) müssen mögliche negative Auswirkungen mitbedacht werden. Es sollte transparent angegeben werden, welche Lizenz genutzt wird - in den Metadaten, auf der Landing Page und im Artikel selbst. Auf der Seite Open Access und Nachnutzung finden sich detaillierte Informationen zu offenen Lizenzen wie den Creative-Commons-Lizenzen. Weitere rechtliche Aspekte werden auf unseren Rechtsseiten detailliert ausgeführt. Welche Verfahren der Qualitätssicherung (z. B. (Open) Peer Review, Editorial Review) sollen genutzt werden? Welche Kriterien sollen dem Qualitätssicherungsverfahren zugrunde liegen? Peer Review ist das wohl bekannte Qualitätssicherungsverfahren. Es findet nach wie vor häufig anonym statt, z.B. in folgenden Formen: Double-blind Peer Review: Die Reviewer*innen kennen die Identität der Autor*innen nicht, die Autor*innen kennen die Identitäten der Reviewer*innen nicht. Single-blind Peer Review: Die Reviewer*innen kennen die Identität der Autor*innen, umgekehrt nicht. Immer öfter jedoch gibt es auch die offeneren Open-Peer-Review-Verfahren ( Ross-Hellauer, 2017 ), z. B. bei Overlay Journals . Ebenfalls gängig sind Editorial Reviews, bei denen die Beurteilung eines Artikels durch ein oder mehrere Mitglieder der Redaktion erfolgt ( Lange, 2021 ). Bei der Auswahl des Verfahrens sollte berücksichtigt werden, welche Verfahren in der Disziplin gängig sind, in welcher die Zeitschrift angesiedelt ist. Schließlich ist die Zeitschrift auf die Unterstützung der Community und damit auf deren Akzeptanz des Verfahrens angewiesen. Darüber hinaus sollten Sie herausfinden, welche personellen Kapazitäten für welches Verfahren benötigt werden, ob diese Kapazitäten vorhanden sind und ob ausreichend Gutachter*innen gefunden werden können. In jedem Fall sollten genaue Bewertungskriterien benannt und eine Maximaldauer des Prozesses festgelegt werden, die wenige Monate nicht überschreiten sollte. Forschungsdaten, Software und andere die Artikel begleitende Informationen sollten bereits mit der Ersteinreichung übermittelt und den Gutachter*innen zur Verfügung gestellt werden. Aus Gründen der Transparenz sollten Sie auf Ihrer Website darlegen, warum Sie welches Qualitätssicherungsverfahren verwenden. Ziehen Sie überdies in Erwägung, den Autor*innen die Möglichkeit anzubieten, unerwünschte Gutachter*innen zu nennen. Des Weiteren sollten Texte unbedingt auf Plagiate überprüft werden. Open-Source-Software ist dazu wenig gängig, oft wird iThenticate.com als geeigneter kommerzieller Service genannt. Besteht Nachfrage nach einer zusätzlichen Printausgabe? Sie sollten ermitteln, ob in dem Fachgebiet, an dem die Zeitschrift ange­siedelt ist, Nachfrage nach einer zusätzlichen Druckversion besteht. Tendenziell nimmt die Nachfrage nach gedruckten Exemplaren zwar ab, besteht u. a. in einigen Geisteswissenschaften nach wie vor, auch wenn selbst dort die Nachfrage weiter zurückgeht. Bedenken Sie, dass auch der Druck weniger Exemplare nicht zu unterschätzende Verwaltungskapa­zitäten beansprucht und wägen Sie ab, ob sich der Aufwand lohnt. Auch ist zu beachten, dass im Druck einige Mehrwerte der digitalen Veröffent­lichung (z.B. die direkte Verknüpfung mit Daten usw.) verloren gehen und sich daher auch in dieser Hinsicht die Frage der Zeitgemäßheit einer gedruckten Ausgabe stellt. Wie steigere ich den Bekanntheitsgrad meiner Zeitschrift? Es ist essenziell, dass die Inhalte Ihrer Zeitschrift in Indizes und Suchma­schinen gut auffindbar sind. Beiträge sowie umfangreiche Metadaten sollten unmittelbar nach ihrer Veröffentlichung über entsprechende Schnittstellen wie OAI-PMH bzw. SWORD zur Verfügung gestellt und so automatisiert an Repositorien verbreitet werden können. Dies dient nicht nur der Langzeitarchivierung, sondern auch der Sichtbarkeit. Im Rahmen der DOI-Registrierung (mehr dazu im Kapitel Redaktionelle Planung ) eines Artikels stellen Crossref und DataCite jeweils ein Schema für Meta­daten bereit. Metadaten dürfen unter CC0 nachgenutzt werden. Nur bei entsprechender Sichtbarkeit besteht die Aussicht, dass die Artikel Ihrer Zeitschrift häufig zitiert werden, was für die Reputation gerade junger Forscher*innen wesentlich ist. Nur so besteht die Chance, die Zeitschrift in Fachkreisen nachhaltig zu etablieren. Zusätzlich bestehen folgende Möglichkeiten zur Erhöhung der Sichtbar­keit Ihrer Zeitschrift: News: Veröffentlichen Sie regelmäßig Neuigkeiten rund um Ihre Zeitschrift. Newsletter: Viele Leser*innen halten sich gerne per Newsletter auf dem aktuellen Stand. Social Media: Twitter und eventuell Facebook eignen sich zur Bewerbung Ihrer Inhalte. Post-Publication-Tools: Diese Tools (z. B. Kommentarfunktion) regen an, dass Ihre Leser*innen miteinander interagieren und über Ihre Inhalte sprechen. RSS-Feed: Mithilfe von RSS-Feeds können Interessierte aktuelle Meldungen sammeln. Diese Option wird von den meisten Content-Management-Systemen direkt mitgeliefert und muss nur noch konfiguriert werden. Blog: Blogartikel können in Ergänzung zu Zeitschriftenbeiträgen über aktuelle Themen berichten und damit Leser*innen anziehen. Es empfiehlt sich eine Kommentarfunktion zum Meinungsaustausch. Überdies können Blogartikel ggfs. mit Zeitschriftenbeiträgen verbunden werden. Wichtig ist, dass die Kommunikation mit der Wissenschaftsgemeinschaft gut funktioniert - so sollten Anliegen und Interessen von Leser*innen und Autor*innen erhoben und immer wieder neu in das inhaltliche Konzept der Zeitschrift einbezogen werden. Es empfiehlt sich, den Umgang mit Leser*innen-Anliegen und -Interessen auf der Webseite zu veröffentli­chen. All diese Punkte führen dazu, dass sich (potenzielle) Leser*innen und Autor*innen angesprochen fühlen. Diese Maßnahmen sollten frühzeitig ausgearbeitet werden, da potenziel­le Mitarbeiter*innen und Geldgeber*innen ihr Mitwirken von Ihrer Posi­tion zu diesen Punkten abhängig machen werden. Zudem wirkt sich das Konzept auf sämtliche Rahmenbedingungen und Arbeitsabläufe aus und muss damit festgelegt sein, damit der redaktionelle Prozess flüssig abläuft. Was passiert im worst case mit den Inhalten? Ein Plan sollte geschmiedet werden, was mit den Inhalten geschieht, falls die Zeitschrift aufhört zu existieren. Für Autor*innen, Leser*innen und den "scientific record" ist es extrem wichtig, dass publizierte Inhalte lang­fristig verfügbar bleiben. Diesen Aspekt hat schon die Berliner Erklärung 2003 thematisiert. Auch durch die Registrierung von DOIs geht man die Verpflichtung ein, dass Metadaten und Inhalte über diesen Identifier erreichbar bleiben. Sollte der Betrieb einer Zeitschrift einmal eingestellt werden, sollte also geklärt sein, ob die Infrastruktur der Zeitschrift die be­reits publizierten Inhalte weiter zur Verfügung stellen kann oder ob dies durch eines der genannten Langzeitarchive oder Repositorien möglich ist. Unter allen Umständen muss vermieden werden, dass Inhalte von heute auf morgen verschwinden. Redaktionelle Planung Ehe die Arbeit an den Texten beginnen kann, sollten einige redaktionelle Rah­menbedingungen abgesteckt sein ( Blechl et al., 2016; van Edig & Rücknagel, 2021; K, 2021 ): Funktionen und Zuständigkeiten in der Redaktion Zuständigkeiten und Entscheidungskompetenzen sollten festgelegt werden: Welche Rollen und Ebenen gibt es in meiner/unserer Zeitschrift (z. B. Editorial Board, Redaktion, Lektorat, Layout, Hauptkontakte zu den Autor*innen, ggfs. Review Board)? Neben der sprachlichen Qualität der Artikel sollte auch deren Optik beachtet werden, damit die Zeitschrift als seriös wahrgenommen wird. Es sollten Standardlayouts für alle Dateiformate festgelegt werden - dabei unterstützen verschiedene Textsatzsysteme wie beispielsweise LaTeX . Darüber hinaus sollten aktuelle Entwicklungen im Blick behalten werden, damit das Layout der Zeitschrift zeitgemäß bleibt. Prinzipiell ist es auch möglich, aber mit Kosten verbunden, einen externen Dienstleister mit der Satzbearbeitung zu beauftragen. Darüber hinaus müssen Richtlinien für Gutachten, Interessenskonflikte und wissenschaftliches Fehlverhalten festgelegt werden. Sie können sich hierzu an den Empfehlungen des Committee on Publishing Ethics (COPE) orientieren. Anzahl der Beiträge planen Es sollte festgelegt werden, wie viele Beiträge pro Jahr erscheinen sollen. Um als vollwertige Zeitschrift anerkannt zu werden, sind mindestens fünf Beiträge pro Jahr ratsam. Auch wenn bei Open-Access-Zeitschriften ohne Druckausgaben in mancherlei Hinsicht weniger Beschränkungen als im Closed Access bestehen, ergibt eine Planung der Beitragsmenge mit Blick auf Personalkapazitäten Sinn. Es ist zu überlegen, ob klassische Ausgaben oder einzelne Beiträge direkt nach Abschluss des redaktionellen Prozesses veröffentlicht werden sollen. Falls Sie auf Ausgaben verzichten, sollten die einzelnen Beiträge fortlaufend nummeriert werden, mindestens einmal pro Quartal sollte ein Beitrag erscheinen. Richtlinien zur Gestaltung der Manuskripte Der gewünschte Manuskriptumfang sollte nach Beitragsart festgelegt werden. Eine Policy ist empfehlenswert, die den Autor*innen präzise Anweisungen zum Einreichen von Beiträgen gibt und erklärt, was dabei zu beachten ist (z. B. Dateiformat, Aufbau, Zitationsstil). Im Idealfall werden bei Veröffentlichung folgende Formate angeboten: HTML für eine gute Lesbarkeit am Bildschirm PDF/A zum (Selbst-)Ausdrucken XML für maschinelle Verarbeitung ePUB für E-Reader Darüber hinaus muss entschieden werden, ob multimediale Darstellung­en, Tabellen, Grafiken, Bilder oder Audiomaterialien möglich sein sollen. Auch sollte festgelegt werden, ob Texte durch Daten angereichert bzw. mit Daten auf anderen Servern verknüpft werden können sollen. Technische Umsetzung und Gestaltung der Webseite Es empfiehlt sich, ggf. unter Rücksprache mit der IT-Abteilung Ihrer Insti­tution, eine leicht merkbare Domain zu wählen. Um als seriöse Zeitschrift wahrgenommen zu werden, sollte auf professionelles Webdesign (ggfs. mit Unterstützung externer Partner*innen) zurückgegriffen werden - sprechen Sie hierüber mit Ihrem Verlag oder Ihrer Institution. Beim Design der Webpräsenz sollte überdies unbedingt die Barrierefreiheit beachtet werden, damit die Seite auch von Menschen mit auditiven, visuellen oder motorischen Beeinträchtigungen gut genutzt werden kann. Es empfiehlt sich der Standard WCAG 2, Stufe AA . Zumindest eines des genutzten Formate (HTML, PDF, etc.) sollte standardkonform sein. Workflows des Publikationsprozesses Die Redaktion sollte interne Workflows festlegen - darunter ein Zeitplan der redaktionellen Arbeit (Call for Submissions, Peer Review, Lektorat etc). Zentrale Bestandteile sollten klar an die Autor*innen kommuniziert werden. Die Autor*innen sollten zudem über den Status Quo ihrer Beiträge informiert werden. Hier unterstützt Journal-Management-Software wie OJS. Indexierung und Einbindung in Mehrwertdienste Um die Auffindbarkeit der Inhalte zu gewährleisten, sollte Ihre Zeitschrift gelungen in Mehrwertdienste eingebettet werden, darunter das Directory of Open Access Journals (DOAJ) , das Web of Science , Scopus und Sherpa Romeo . Bitte stellen Sie dazu einen Antrag bei den Diensten, diese nehmen Zeitschrif­ten nach erfolgreicher Evaluation auf. Für eine erfolgreiche Evaluierung der Zeitschrift durch die Dienste sollten die jeweiligen Aufnahmekriterien unbedingt beachtet werden. Bedenken Sie, dass es teilweise sehr lange dauern kann, bis die Evaluierungen abgeschlossen sind. Wichtig sind z. B. transparente Angaben zur Zeitschrift, zu den Herausgeber*innen, sowie zur Webseite und teilweise zu Metadaten (bei nicht-englischsprachigen Zeitschriften). Mehr zum Thema DOAJ-Compliance finden Sie hier . Weite­re Dienste finden sich in Kapitel F des Leitfadens von Blechl et al. (2016) . Manche Nachweisdienste fordern bei nicht-englischsprachigen Beiträgen Überschrift und Abstract auf Englisch. Darüber hinaus sollte unter ISSN.org eine ISSN (International Standard Serial Number) beantragt werden - falls sich der Titel Ihrer Zeitschrift ändert, muss dies erneut geschehen. Die Zuweisung der ISSN erfolgt in der Regel erst nach Erscheinen. Es ist ratsam, sich im Vorfeld zu erkundigen, ob die ISSN im internationalen ISSN-Portal verzeichnet wird. Wenn kein regulärer Druck geplant ist, sollte eine ISSN (online) beantragt werden. Diese kann auch für on-demand-Druck verwendet werden. Wichtig ist, dass Beiträge mit Metadaten, DOIs und Schlagworten verse­hen werden. Nähere Details finden Sie auf S. 7 f des Leitfadens von Blechl et al. (2016 ). Um eine möglichst hohe Reichweite zu erzielen, sollten alle Metadaten OAI-PMH-konform zur Verfügung gestellt werden, sodass sie von Fachdatenbanken und Suchmaschinen eingesammelt werden können - über Journal-Management-Systeme wie OJS kann dies über Plugins automatisch erzeugt werden. Über ORCiD-IDs können Autor*innen eindeutig identifiziert werden - neben der eindeutigen Zuordnung im wissenschaftlichen Kontext ist dies ist auch für interne Prozesse der Institutionen wichtig, an denen die Autor*innen tätig sind. Autor*innen sollten folglich die Möglichkeit haben, Artikel mit ihrer ORCiD-ID zu verknüpfen. ORCiD-IDs können kostenfrei registriert werden. Über ROR können Zugehörigkeiten zu Institutionen über einen persistenten Identifier eindeutig identifiziert werden. ROR-IDs können kostenfrei beantragt werden. Metriken und statistische Daten Im Sinne der Transparenz sollten Leser*innen Zugang zu Faktoren zur Zitationsmessung haben, z. B. Impact Factor, SNIP, SJR. Darüber hinaus empfiehlt es sich, Article Level Metrics (ALM) bereitzustellen, über welche Leser*innen herausfinden können, wie viele Zugriffe bzw. Downloads ein Artikel hat. Zusätzlich können über sogenannte Altmetrics Erwähnungen der Beiträge in Social Media und Wissenschaftsnetzwerken statistisch ausgewertet werden - sofern Sie DOIs verwenden, gibt es hierzu ein Plugin für OJS. Es empfiehlt sich, die Anzahl der eingereichten, angenom­menen und abgelehnten Beiträge sowie die durchschnittliche Zeitspanne von der Einreichung bis zur Veröffentlichung zu kommunizieren, damit sich Autor*innen auf den zeitlichen Ablauf einstellen können. Melden an Verwertungsgesellschaften Auch Autor*innen von Artikeln in digitalen Zeitschriften können Tantie­men von Verwertungsgesellschaften bekommen. Dazu müssen Beiträge in Deutschland und Österreich mit sogenannten VG-Wort-Zählmarken versehen und hohe Zugriffszahlen aus Deutschland erreicht werden (z. B. VG Wort ). Kontaktieren Sie bei Interesse Literar Mechana bzw. VG Wort . Praxistipp Hier finden Sie die Folien des Open Access Talks Zeitschriften gründen - woran muss ich denken? Praxistipp Der Praxistipp Open Access unterstützen - Verlage und Journale gibt konkrete Ratschläge, wie Herausgeber*innen Open Access unterstützen können. Praxistipp The Wellcome Trust's Society Publishers Accelerating Open Access and Plan S toolkit provides tips on implementing open access and on compliance with Plan S. For OJS journals, the Public Knowledge Project provides the very useful Guide to Plan S compliance in OJS . Praxistipp Eine gute Unterstützung beim Herausgeben von Zeitschriften stellt das von DOAJ und OASPA erstellte Open Access Journals Toolkit dar. Es deckt Themen aus dem gesamten Lebenszyklus der Zeitschriftenentwicklung und dem täglichen Betrieb ab, wie z.B. die Erstellung von Zeitschriften, Kosten, Personal, Entwicklung von Richtlinien bis hin zur Indexierung und anderen technischen Aspekten. Anbindung der Zeitschrift Open-Access-Zeitschriften können im Rahmen eines bestehenden Angebots oder (weitgehend) selbstständig als Scholar-led Publishing betrieben werden: Eine Anbindung an Verlage ist ebenso möglich wie der Betrieb mithilfe von Hochschulen, Bibliotheken oder in Form einer eigenständigen Herausgabe. Auch können Zeitschriften als sogenannte Overlay Journals herausgegeben werden (s. u.). Bei der Wahl des Anbieters sollten Sie folgende Aspekte berücksichtigen: Technisches Gibt es ein Redaktionssystem? Gibt es Möglichkeiten zur Langzeitarchivierung? Können die gewünschten Manuskriptformate verarbeitet werden? Finanzielles Was kostet die Nutzung? Welche direkten und indirekten Kosten entstehen (z.B. Serverbetrieb, DOI-Vergabe, Personalkosten, externe Dienstleister) Werden die gewünschten Finanzierungsformen unterstützt? Leistungsbezogenes Welche Leistungen bietet das Angebot? Wie ist die infrastrukturelle Einbindung hinsichtlich Metadaten und Nachweisbarkeit der Inhalte? Organisatorisch-Rechtliches Wer hat die Kontrolle über die Zeitschrift? Wer hat die Rechte am Titel der Zeitschrift? Falls ein Verlag beteiligt ist: Schränkt der Verlag die Open-Access-Orientierung ein? Ist eine Trennung vom Verlag möglich (z.B. Regelung der Übergabe der Metadaten und Volltexte)? Bei der Wahl eines Angebots sollten die eigenen Ressourcen kritisch bewertet werden - sowohl in finanzieller Hinsicht als auch mit Blick auf das zu leistende Arbeitspensum ( van Edig & Rücknagel, 2021 ). Sie sollten sich die Frage stellen, was und wie viel Sie leisten können, aber auch abwägen, wie viele Freiheiten Sie behalten möchten. Falls Sie Ihre Zeitschrift über einen Verlag herausgeben möchten, ist zu bedenken, dass von Verlagsseite vieles vorgegeben sein wird, z. B. Software, Finanzierungsmodell, Mindestanforderungen an das Qualitäts­sicherungsverfahren. Wenn die Vorgaben des Verlags mit Ihren Vorstellungen zusammenpassen, kann die Zusammenarbeit mit einem Verlag vorteilhaft sein - in anderen Fällen kann eine Zusammenarbeit mit Verlagen Herausgeber*innen stark einschränken. Eine Alternative zu Verlagen ist das sogenannte Scholar-led Publishing. Falls Sie Ihre Zeitschrift an einer Einrichtung herausgeben möchten, ist es empfehlens­wert, zu ermitteln, ob Sie die Zeitschrift auf dem Webserver der Institution hosten können, ob Ihre Institution eine Journal-Management-Software für Sie verfügbar machen kann oder ob ein professioneller Hostingservice infrage kommt ( Blechl et al., 2016 ). Einige Institutionen bieten zu diesen Fragen einen spezialisierten Beratungsservice an (z. B. CeDiS , Freie Universität Berlin). Auch einige Fachinformationsdienste bieten Hostingservices an, darunter der FID Linguistik , Germanistik im Netz , der FID Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Propylaeum ( van Edig & Rücknagel, 2021 ). Praxistipp Mittels einer Open-Source-Software wie Open Journal Systems (OJS) kann Scholar-led Publishing kostengünstig umgesetzt werden. OJS wird kontinuierlich weiterentwickelt, der Code ist frei zugänglich, die auch in deutscher Sprache zur Verfügung stehende Software kann kostenlos verwendet werden. Die Anwendung unterstützt den gesamten Prozess des Online-Publizierens (Einreichen, Begutachtungsphase, Lektorat, Veröffentlichung und Kommentierung von veröffentlichten Artikeln). Zahlreiche Templates, u. a. zur Kommunikation mit Gutachter*innen und mit Autor*innen, unterstützen die redaktionelle Arbeit. Darüber hinaus enthält die Software Schnittstellen, sodass z. B. Metadaten komfortabel an Dienste wie das DOAJ geliefert werden ( Mruck et al., 2018 ). Die deutsche Informationsplattform zu OJS ist erste Anlaufstelle bei Fragen, hier kommen auch OJS-Nutzer*innen miteinander in Kontakt. Weitere Informationen finden sich im Userguide , hier gibt es u. a. eine FAQ-Seite. Einer Schätzung zufolge sollten unerfahrene Open-Journal-Systems-User mit durchschnittlichen technischen Kenntnissen einige Stunden zur Installation und Einrichtung der Software einplanen ( Eve, 2012 ). Sie sollten außerdem bedenken, dass die eigenständige Herausgabe einer Zeitschrift einen nicht zu unterschätzenden zeitlichen Aufwand bedeutet. Besonders die Verbreitung der Inhalte ist für Scholar-led-Zeitschriften eine Herausforderung. Scholar-led Projekte, die die technische Infrastruk­tur selbst betreiben, sollten sich mit formalen Standards auseinander­setzen (vgl. Kapitel 3.3. in Bosman et al., 2021 ). Alternativen zu OJS sind Janeway und PubSweet ( van Edig & Rücknagel, 2021 ). Auch die Fokusgruppe Scholar-led.network befasst sich mit dem Thema, sucht gemeinsam nach geeigneten Modellen und tauscht Erfahrungen aus. Redaktionsprozess bei Open Journal Systems (OJS) Quelle: OJS-net.de Fokusgruppe: scholar-led.network Diskutieren Sie mit Expert*innen über scholar-led.network. Overlay Journals Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine Zeitschrift als Overlay Journal herauszugeben. Overlay Journals nutzen die Infrastruktur von Preprint-Servern wie z. B. arXiv , die in manchen Disziplinen wie z. B. der Mathematik und der Physik bereits etabliert sind ( Schmeja, 2016 ). Dazu stellen Autor*innen ihre Artikel (wie gewohnt) in arXiv oder andere Preprint-Server und melden sie bei der entsprechenden Zeitschrift. Diese kümmert sich dann um den Begutach­tungsprozess und nimmt die Artikel nach bestandenem Peer Review auf, d. h. sie verlinkt von ihrer Website auf den Preprintserver, vergibt eine DOI und versieht den Artikel ggf. mit einem Kommentar der Herausgebenden ( Schmeja, 2016 ). Als eines der ersten Overlay Journals wurde 2015 die mathematische Fachzeitschrift Discrete Analysis gegründet ( Gowers, 2015 ). open-access.network ( CC BY 4.0 International ) In jedem Fall ist es sehr ratsam, sich bei der Gründung einer Open-Access-Zeit­schrift ggfs. Rat beim Open-Access-Beauftragten ihrer Einrichtung einzuholen. Darüber hinaus bietet sich die Fair Open Access Alliance (FOAA) als Ansprech­partnerin an. Hier haben sich Wissenschaftler*innen und Expert*innen aus Bibliotheken zusammengeschlossen, die Prinzipien des Fair Open Access ver­treten und fördern. Die FOAA unterstützt , auch in finanzieller Hinsicht, gerne bei gründungsbezogenen Fragen. Hier können Sie mit der FOAA in Kontakt treten. Des Weiteren bietet beispielsweise die Technische Informationsbiblio­thek Hannover (TIB) die Open-Access-Plattform TIB Open Publishing an, auf der Open-Access-Zeitschriften und Konferenzbeiträge veröffentlicht werden können. Darüber hinaus empfiehlt es sich, zum Austausch mit anderen Herausgeber*­innen in Kontakt zu treten. Die im Free Journal Network (FJN) zusammenge­schlossenen Herausgeber*innen fördern wissenschaftliche Zeitschriften, die sich den Prinzipien des Fair Open Access verschrieben haben, u. a. durch den Austausch von Best Practices oder durch das gemeinsame Einwerben von Fördermitteln für die Zeitschriften des Netzwerks. Ziel ist es überdies, durch Aktualisierung der Annahmekriterien die Qualität der Zeitschriften im Netzwerk kontinuierlich weiter zu optimieren. Open Access Helpdesk Stellen Sie hier Ihre konkreten Fragen rund um Open Access. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Open Access und Förderorganisationen Hier finden Sie eine Einführung. Deckung der Kosten Open-Access-Zeitschriften, vor allem Overlay Journals ( Ball, 2015 ), sind in der Herstellung zum Teil günstiger als gedruckte Zeitschriften oder kostenpflichtige elektronische Zeitschriften ( Swan, 2016 ). Neben Druckkosten entfallen Kosten, die u. a. im Zusammenhang mit Abonnements und bei der Identifikation von (nicht-)autorisierten Nutzer*innen entstehen. Da zum Betrieb häufig Open-Source-Software wie OJS oder im Fall von Overlay Journals die Infrastruktur von Preprint-Servern genutzt wird, sind auch die Softwarekosten in der Regel gering. Optionen der Kostendeckung Es gibt folgende Optionen zur Kostendeckung ( Budapest Open Access Initiative, 2002; Blechl et al., 2016, van Edig & Rücknagel, 2021 ): Finanzierung durch private, staatliche oder disziplinäre Fördereinrichtungen Finanzierung durch die Institutionen (z. B. Universitäten), an denen die Autor*innen beschäftigt sind Querfinanzierung z.B. durch Konferenzen Konsortiale Förderung (siehe Knowledge Unlatched oder Projekte wie KOALA) Spenden (z. B. Einrichtungen, Einzelpersonen, Crowdfunding) Werbeeinnahmen (erstellen Sie dazu ggf. eine Advertising Policy) Article Processing Charges (APCs) für Autor*innen bzw. deren Institutionen. Da diese Kosten Barrieren für Autor*innen schaffen, sollten, wenn möglich, andere Finanzierungsmöglichkeiten gewählt werden. Wichtig sind genaue Angaben zum Zustandekommen der Kosten und zur Höhe pro Beitrag, darüber hinaus sollte der Zeitpunkt der Rechnungslegung klar kommuniziert werden. Auch Ermäßigungen für z. B. Autor*innen aus Niedriglohnländern sollten erwogen werden. Vor allem wenn Sie Kosten für Autor*innen vermeiden wollen, ist Unterstützung durch Förderorganisationen oder eine konsortiale Finanzierung sehr ratsam. Thematisieren Sie das Finanzierungsmodell der Zeitschrift überdies auf der Webseite. Literatur Ball, P. (2015). The journal that publishes no papers. Mathematics journal ‘overlays’ arXiv preprint server . Nature. 526 , 146. https://www.nature.com/news/polopoly_fs/1.18444!/menu/main/topColumns/topLeftColumn/pdf/526146a.pdf Blechl, G., Ferus, A., Gorraiz, J., Haas, I., Haslinger, D., Holzner, B., Schiller, R., Schmidt, N., & Stöger, H. (2016). Checkliste zur Herausgabe von Open Access Zeitschriften an Forschungseinrichtungen (Version 2) . Open Access Netzwerk Austria (OANA). https://www.akbild.ac.at/de/forschung/open-access/die-ag-open-access/OANAChecklisteOAJournals_Version2.pdf Bosman, J., Frantsvåg, J. E., Kramer, B., Langlais, P.-C., & Proudman, V. (2021). The OA Diamond Journals Study. Exploring collaborative community-driven publishing models. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4558704 Budapest Open Access Initiative . (2002). https://www.budapestopenaccessinitiative.org/translations/german-translation Eve, M. P. (2012, July 11). Starting an Open Access Journal: a step-by-step guide part 2. Eve.Gd . https://eve.gd/2012/07/11/starting-an-open-access-journal-a-step-by-step-guide-part-2/ Gowers, T. (2015, September 10). Discrete Analysis - an arXiv overlay journal. Gowers’s Weblog. https://gowers.wordpress.com/2015/09/10/discrete-analysis-an-arxiv-overlay-journal/ Hrynaszkiewicz, I., Simons, N., Hussain, A., Grant, R., & Goudie, S. (2020). Developing a research data policy framework for all journals and publishers. Data Science Journal , 19 (1), 5. https://doi.org/10.5334/dsj-2020-005 K, S. (2021, July 7). How to Start an Open-Access Journal. Typeset.io . https://typeset.io/resources/how-to-start-an-open-access-journal/ Kaier, C., & van Edig, X. (2020). Publizieren in wissenschaftlichen Zeitschriften. In K. Lackner, L. Schilhan, & C. Kaier (Eds.), Publikationsberatung an Universitäten (pp. 53–78). transcript. https://doi.org/10.14361/9783839450727-004 Lange, J. (2021, July 28). Scholarly Journal Publishing Guide. Resources for McGill journal editors . https://libraryguides.mcgill.ca/journalpublishing/typesofreview Mruck, K., Mey, G., & Muhle, F. (2018). Wissenschaft als Publikationspraxis. In Eigenregie verlegte Zeitschriften: das Beispiel Forum Qualitative Sozialforschung/Forum: Qualitative Social Research (FQS). Erziehungswissenschaft , 57 (29), 43–51. https://doi.org/https://doi.org/10.3224/ezw.v29i2.06 Pilaar Birch, S. (2014, September 18). Essential Guide: How to start an Open Access journal in five steps. LSE Impact Blog . https://blogs.lse.ac.uk/impactofsocialsciences/2014/09/18/how-to-start-an-open-access-journal/ Ross-Hellauer, T. (2017). What is open peer review? A systematic review. F1000 Research . https://doi.org/10.12688/f1000research.11369.2 Schmeja, S. (2016). arXiv-Overlay-Journals: Das Beste aus zwei Welten. TIB Blog . https://blogs.tib.eu/wp/tib/2016/08/17/arxiv-overlay-journals-das-beste-aus-zwei-welten/ Swan, A. (2016). The costs and benefits to the research community of Open Access: A briefing paper . PASTEUR4OA. https://doi.org/10.5281/zenodo.51867 van Edig, X., & Rücknagel, J. (2021, May 27). Open-Access-Zeitschriften gründen – woran muss ich denken? Open Access Talk. https://doi.org/10.5281/zenodo.4836220 Weiterführende Literatur Bakker, C. (2012). Developing open access journals: a practical guide by David J. Solomon. Journal of Librarianship and Scholarly Communication 1(1). https://doi.org/10.7710/2162-3309.1028 Birch, S.P. (2014, September 18). Essential guide: how to start an Open Access journal in five steps. Impact of Social Sciences. http://blogs.lse.ac.uk/impactofsocialsciences/2014/09/18/how-to-start-an-open-access-journal/ Hansen, C. R., Thestrup, J. B., Riise, R. R., Iversen, R. K. M., & Johnsen, S. S. (2023). An offer the journal couldn’t refuse. How a Danish collaborative project paves the way for DOAJ inclusion. Nordic Perspectives on Open Science , 8 . https://doi.org/10.7557/11.7001 Henkes, L. M., & Holscher Blackman, K. (2025). Wissenschaftliches Publizieren neu denken. Blaupause für gemeinschaftliches und faires Diamond Open Access . ELADOAH. https://doi.org/10.5281/zenodo.17240865 Jamali, H. R., Wakeling, S., & Abbasi, A. (2022). Why do journals discontinue? A study of Australian ceased journals. Learned Publishing , 35 (2), 219–228. https://doi.org/10.1002/leap.1448 Open Access Directory (2019). OA journal business models. http://oad.simmons.edu/oadwiki/OA_journal_business_models Shieber, S. (2013, November 21). Thoughts on founding open-access journals. The Occasional Pamphlet. http://blogs.law.harvard.edu/pamphlet/2013/11/21/thoughts-on-founding-open-access-journals/ Wenaas, L. (2021). Attracting new users or business as usual? A case study of converting academic subscription-based journals to open access. Quantitative Science Studies , 2 (2), 474–495. https://doi.org/10.1162/qss_a_00126...