Suche

  1. Open Access in der chemischen Forschung - Ein Workshop aus und für die Wissenschaft

    Von Dr. Janna Neumann & Linda Martin Wie kann Open Access in der Praxis aussehen und in den Forschungsalltag integriert werden? Dieser Frage gingen Wissenschaftler*innen, Forschungsreferent*innen und Publizierende in dem gemeinsam von open-access.network und der Technischen Informationsbibliothek (TIB) für die Fachdisziplin Chemie ausgerichteten Online-Workshop am 16. März nach. Viele Wege - ein Ziel Open Access ist bereits seit über 20 Jahren in der Atmosphärenwissenschaft von Relevanz, so Dr. Robert Wegener vom Forschungszentrum Jülich. Erste Journal-Gründungen wie die der Open-Access-Zeitschrift Atmospheric Chemistry and Physics ermöglichen ein transparentes Peer Review und weisen mittlerweile einen hohen Journal Impact Factor auf. Eine Erleichterung des Wissenstransfers zwischen Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft als auch die Möglichkeit zur Nachnutzung offener Daten sind für die Atmosphärenwisenschaftler*innen zentral. Dr. Juliane Simmchen gab einen Einblick in die Anwendenden-Perspektive: “Das Publizieren auf Preprint-Servern wie ChemRxiv ist für Nachwuchswissenschaflter*innen wichtig, da es schnelles Feedback und Austausch ermöglicht.” Die Nachwuchsgruppenleiterin eines Freigeist-Fellowships an der Technischen Universität Dresden empfiehlt die Beantwortung von zwei Fragen bei der Auswahl eines Preprint-Servers: “Welche Server kommen generell für die eigene Fachdisziplin in Frage?” und “Warum eignet sich dieser am besten für das eigene Paper?” Open Access publizieren - Aber wo? Professor Dr. Wolfram Koch, Geschäftsführer der Gesellschaft Deutscher Chemiker*innen, wies auf die zentrale Stellung hin, die Open Access in der Fachgesellschaft einnimmt. “Chemistry open” - unter diesem Motto beleuchtete er sowohl die Relevanz von DEAL für die Forschung als auch das Publikationsorgan der GDCh, die Angewandte Chemie. Dem folgend berichtete Dr. Marc Kielmann (Beilstein Institut) unter dem Titel “Why diamonds are a chemist’s best friend” die Vorzüge einer Publikation in einem Diamond Open Access Journal. Das Non-for-Profit-Institut  bietet die Möglichkeit zur APC-freien Open-Access-Publikation. Der freie Zugang zu wissenschaftlicher Information bedeutet auch die freie Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten. Die Unterstützung verschiedener Repositorien und die Möglichkeit den Datenfluss durch Software und Tools zu vereinfachen, dafür tritt der NFDI4Chem ein. Dr. Nicole Jung zeigte auf, wie sich die Datenbereitstellung im Datenrepositorium Chemotion realisieren ließe und in welchem Umfang dabei Kooperationen mit Verlagen möglich sein können. Stehen die Forschenden vor den Fragen des Publikationsortes und der Unterstützungsmöglichkeiten, ist eine Anfrage an Open-Access-Beauftragte beziehungsweise Personen aus dem publikationsunterstützenden Bereich der Bibliothek an der eigenen Einrichtung sinnvoll. Michaela Voigt von der Technischen Universität Berlin beleuchtete einzelne Services und zentrale Open-Access-Förderkriterien ihrer Einrichtung, die sich in dieser oder ähnlicher Form auch an vielen anderen wissenschaftlichen Bibliotheken finden lassen. Wünsche, Hersausforderungen und Chancen Gemeinsam deckten die Wissenschaftler*innen über den Workshop hinweg Bedarfe, Fragen und Herausforderungen auf: Die Erhöhung der Transparenz stehe neben dem Wunsch einer unkomplizierten Finanzierung der eigenen Publikation. Einige Aussagen betrafen Daten- und Open-Access-Publikationen: Es werde ein Qualitätssicherungsprozess benötigt. Dieser sollte aus der wissenschaftlichen Community heraus gestaltet werden und dem Bild eines unkontrollierten Massenpublizerens vorbeugen....

  2. Open Access und Forschungförderer

    Intro Open-Access-Vorgaben in EU-Projekten Quelle: Dreher, L. (2020). Open-Access-Vorgaben in EU-Projekten, open-access.network. https://doi.org/10.5446/48698 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Viele Förderorganisationen verpflichten ihre Förderempfänger*innen inzwischen zu Open Access und machen teilweise sehr konkrete Vorgaben zur Umsetzung. 2 Zahlreiche Förderorganisationen unterstützen Wissenschaftler*­innen bei Publikationskosten, die im Open Access entstehen können. 3 Es gibt auch Programme, die gezielt Open Access fördern. Förderer und ihre Vorgaben Förderorganisationen spielen im Wissenschaftsbetrieb eine zentrale Rolle. In vielen Disziplinen ist Forschung ohne ihre Unterstützung praktisch unmöglich. Während es in Deutschland seitens der Förderer keinen Zwang zu Open Access gibt, machen Einrichtungen im Ausland verpflichtende Open-Access-Vorgaben für Publikationen, die unter ihrer Förderung entstehen. Vorreiter sind hier beispielsweise der Wellcome Trust (Großbritannien) sowie die National Institutes of Health (NIH; USA). Falls Förderorganisationen festlegen, dass unter ihrer Förderung entstandene Forschungsergebnisse und -publikationen Open Access veröffentlicht werden müssen, können sie folgende Maßnahmen ergreifen: Pflicht zur Open-Access-Veröffentlichung von Forschungsdaten oder Projektveröffentlichungen (ggfs. mit Einhaltung einer Embargofrist ) mindestens in einem Repositorium Festsetzen von Höchstgrenzen für Embargofristen oder Pflicht zum Verzicht auf Embargofristen Die meisten öffentlichen Förderorganisationen erwarten goldene Open-Access-Veröffentlichungen oder die Bereitstellung über den grünen Weg nach einer Embargofrist. Häufig verlangen sie die Verwendung freier Lizenzen . Es ist ratsam, die Vorgaben von Förderorganisation und Verlagen abzugleichen und sich bei Unklarheiten frühzeitig zu erkundigen. Viele Förderorganisationen haben Open Access Policies , in denen sie sich eindeutig positionieren. In der Regel klären die Policies auch konkrete Förderbedingungen. Hilfreiche Informa­tionen über spezifische Policies von Förderorganisationen bietet Open Policy Finder . Bei kleineren Diskrepanzen zwischen Förderern und Verlagen sollten Autor*in­nen Kontakt zum Verlag aufnehmen. Bei zu großen Diskrepanzen sollten alternative Publikationsorte in Betracht gezogen werden. Im Folgenden werden die Open-Access-Vorgaben wichtiger Förderorganisatio­nen sowie deren Förderprogramme skizziert. Politische Positionierungen zu Open Access auf (supra-)nationaler Ebene finden Sie unter Positionen der Politik . Praxistipps Hier finden Sie die Folien zum Open Access Talk Fördererauflagen zu Open Access – was gilt es zu beachten? Hier finden Sie die Handreichung Open Access in die Förderpraxis integrieren – Empfehlungen für Stiftungen und private Förderer Finanzierung Hier finden Sie eine Einführung. Open Policy Finder Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu Open Access Policies von Forschungsförderern. re3data Hier finden Sie Repositorien für Forschungsdaten. Helpdesk Gern berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. cOAlition S & Plan S Video zu Plan S und Förderung Quelle: Rooryck, J. (2020). Plan S and Funding. What is going to change?, open-access.network. https://doi.org/10.5446/49702 ( CC BY 3.0 DE ) Die 2018 ins Leben gerufene cOAlition S verfolgt mit Plan S die Strategie, den offenen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen aus öffentlichen Förder­geldern sicherzustellen: Seit 2021 müssen Publikationen aus Forschungspro­jekten mit Förderung durch cOAlition-S-Mitglieder in Open-Access-Zeitschriften oder Open-Access-Publikationsplattformen veröffentlicht bzw. sofort und ohne Embargofrist in Open-Access-Repositorien öffentlich zugänglich gemacht werden ( Rücknagel, 2021 ). Prinzipien des Plan S Im Fokus der Initiative stehen die 10 Prinzipien des Plan S . Diese gelten verbindlich für alle von cOAlition-S-Mitgliedern geförderten Projekte. Wesentliche Prinzipien sind ( Rücknagel, 2021 ): Autor*innen bzw. deren Institutionen behalten Rechte an den Publikationen. Publikationen müssen mit der Veröffentlichung frei verfügbar und unter offener Lizenz veröffentlicht werden, bevorzugt CC BY. Gegebenenfalls sollen nicht Autor*innen, sondern deren Einrich­tungen oder Förderorganisationen Publikationskosten übernehmen, die im Open Access entstehen. Die Preisgestaltung der Publikationsorgane soll fair und transparent sein. Hybride Publikationsformen sollen nicht gefördert werden, außer es liegen transformative arrangements vor. Förderer sollen die Qualität der Forschungsleistung bewerten, nicht das Renommee des Publikationsorgans. Über das von der cOAlition S bereitgestellte Journal Checker Tool kann ermittelt werden, ob eine Open-Access-Zeitschrift kompatibel mit den Anforderungen des Plan S ist. Mitglieder der cOAlition S Zu den bekanntesten Mitgliedern der cOAlition S gehören: Europäische Kommission Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) Agence nationale de la recherche (ANR) Research Council of Norway (RCN) World Health Organization (WHO) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Schweizerische Nationalfonds (SNF) haben sich öffentlich zur cOAlition S bekannt, wirken allerdings nicht aktiv am Plan S mit. Europäische Kommission Die Europäische Kommission verpflichtete ihre Förderungsempfänger*innen bereits im Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 (2014-2020) zu Open Access. Das darauf folgende Programm Horizon Europe (2021-2027) schließt an diese Maßgabe an. Die Europäische Kommission bietet in diesem Zusammen­hang die für Förderempfänger*innen kostenfrei nutzbare Plattform Open Research Europe (ORE) an. Preprints , die auf ORE eingestellt werden, werden vor der Veröffentlichung eingehend geprüft - so soll sichergestellt werden, dass sie mit allen Policies und ethischen Rahmenbedingungen konform sind. Nach der Publikation findet ein Open-Peer-Review-Prozess statt. Nach der Begutachtung werden die Postprints an wichtige Literaturdatenbanken und Repositorien geschickt. Weitere Details zum Verfahren finden sich hier . Bedingungen Einen Überblick über die Rahmenbedingungen von Horizon Europe zum Thema Open Access finden sich in diesem Factsheet zu Open Science . Wissenschaftliche Publikationen müssen unmittelbar im Open Access veröffentlicht werden, Forschungsdaten sollen im Sinne der FAIR-Prin­zipien so offen wie möglich gehandhabt werden - unter bestimmten Umständen wird ein gewisser Grad an Closed Access toleriert. Für begut­achtete wissenschaftliche Publikationen gilt im Rahmen des Model Grant Agreements ( Europäische Kommission, 2021, S. 108-109 ): Spätestens zum Veröffentlichungszeitpunkt muss eine maschinen­lesbare elektronische Kopie der publizierten Fassung bzw. des finalen Manuskripts in einem vertrauenswürdigen Repositorium (nachzuschlagen im OpenDOAR ) veröffentlicht werden. Veröffentlichungen müssen unmittelbar im Open Access unter CC BY oder einer gleichwertigen Lizenz veröffentlicht werden. Monografien bzw. lange Textpublikationen können kommerzielle Nutzung oder Bearbeitung ausschließen (z.B. CC BY-NC, CC BY-ND). Über das Repositorium müssen Informationen über Forschungser­gebnisse bereitgestellt werden sowie über Instrumente, die zur Validierung der Ergebnisse benötigt werden. Darüber hinaus müssen Geförderte (oder Autor*innen) genügend Rechte am geistigen Eigentum behalten. Metadaten von Publikationen, die in Repositorien abgelegt wurden, müssen mit CC 0 oder einer äquivalenten Lizenz versehen werden. Weitere Details, auch zu den Rahmenbeding­ungen des Forschungsdatenmanagements, finden sich auf S. 108-109 des Model Grant Agreements ( Europäische Kommission, 2021 ). Unterstützung bei Publikationskosten Publikationsgebühren werden unter den folgenden Bedingungen übernommen ( Europäische Kommission, 2021, S. 109 ): Die Veröffentlichung muss in einem reinen Open-Access-Publikationsorgan erfolgen. Der Publikationsort muss Open-Access-Publikationsstandards erfüllen (Lizenzierung, Peer Review). Projekte zur Förderung von Open Access Die Europäische Kommission fördert mehrere Projekte zu Open Access und Open Science wie OpenAIRE, die Forschungsdateninfrastruktur EOSC und das HIRMEOS-Projekt . Im Rahmen von OpenAIRE entstand auch das universelle Datenrepositorium Zenodo . Zum Anschauen des Videos auf YouTube auf das Bild klicken. Open Research Europe: The new EU open access publishing platform. Quelle: EU Science & Innovation (2021). Open Research Europe: The new EU open access publishing platform. YouTube https://www.youtube.com/watch?v=Z7bW2_xX3iU Praxistipp Hier finden Sie die Folien zum Open Access Talk Open-Access-Vorgaben in EU-Projekten . Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) Mit seiner neuen Richtlinie zur Förderung von Projekten zur Beschleunigung der Transformation zu Open Access ( BMBF, 2020 ) hat das BMFTR (vormals BMBF) in Deutschland die Etablierung von Open Access als Standard wissenschaftlichen Publizierens gestärkt. Im Rahmen einer nationalen Open-Access-Strategie soll die Open-Access-Trans­formation beschleunigt werden. Bis 2025 sollen 70 % aller neu erscheinenden wissenschaftlichen Publikationen ausschließlich oder zusätzlich Open Access veröffentlicht werden. Open Access ist keine Pflicht - die Entscheidung bleibt in der Hand der vom BMFTR geförderten Wissenschaftler*innen. Diese werden allerdings aufgefor­dert, Forschungsergebnisse aus den geförderten Projekten über den goldenen oder den grünen Weg des Open Access zu publizieren. Unterstützung bei Publikationskosten Bei Open-Access-Veröffentlichungen anfallende Publikationskosten können über Projektmittel gedeckt bzw. mitbeantragt werden. Für Veröffentlichungen während der Laufzeit des Projektes sind die Publikationskosten für Open Access auf diese Weise gesichert. Der Post-Grant-Fund finanziert Publikationskosten, wenn es sich um Er­gebnisse aus bereits abgeschlossenen BMBF-geförderten Projekten han­delt ( BMBF, 2017 ). Der Bewilligungszeitraum darf höchstens drei Jahre zurückliegen; Beiträge müssen überdies unter einer Lizenz ver­öffentlicht werden, welche "mindestens das entgeltfreie, unwiderrufliche, weltweite Recht einräumt, in elektronischer Form zu lesen, zu vervielfältigen, weiter­zugeben oder öffentlich zugänglich zu machen" ( Rücknagel, 2021 ). Projekte zur Förderung des Open Access Das damalige BMBF förderte 20 Projekte für die Transformation zu Open Access . Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Die DFG hat 2003 die Berliner Erklärung unterzeichnet und äußert die Erwar­tung , dass geförderte Wissenschaftler*innen "Projektergebnisse zum Zweck der wissenschaftsadäquaten Kommunikation im Open Access" veröffentlichen, ge­nauer gesagt sollen "[d]ie entsprechenden Beiträge [...] direkt in qualitätsgesich­erten bzw. fachlich anerkannten Open-Access-Zeitschriften oder auf [...]-Platt­formen publiziert oder zusätzlich zur Verlagspublikation möglichst ohne Zeitver­zug in disziplinspezifische oder institutionelle elektronische Archive (Reposito­rien) eingestellt werden" ( Deutsche Forschungsgemeinschaft, 2021, S. 42-43 ). Auch wenn die DFG die cOAlition S unterstützt, gibt es bislang keine Pflicht zu Open Access. Programme zur Unterstützung bei Publikationskosten Die DFG bietet folgende Fördermöglichkeiten zur Unterstützung bei Publikationskosten: Das Förderprogramm Open-Access-Publikationskosten löst das langjährige Programm Open Access Publizieren ab. Es gewährt wis­senschaftlichen Einrichtungen festgelegte Open-Access-Zuschüsse. Einzelpersonen können die Publikationskostenpauschale für Open-Access-Veröffentlichungen verwenden, sollten dabei allerdings Rücksprache mit der eigenen Bibliothek bzw. zentralen Servicestellen halten, um Doppelförderung zu vermeiden. Über das Förderprogramm Publikationsbehilfe können u. a. ausschließlich kostenpflichtige elektronische Buchpublikationen sowie Open-Access-E-books gefördert werden. In jedem Fall muss hier laut Merkblatt ein Verzicht auf Open Access explizit begründet werden. Programme zur Förderung von Open Access Im Rahmen des Förderprogramms Infrastrukturen für wissenschaft­liches Publizieren unterstützt die DFG Projekte mit Open-Access-Bezug. Das Förderprogramm hat drei thematische Schwerpunkte: Strukturbildung für die Open-Access-Transformation Open-Access-Infrastrukturen Digitales Publizieren Im Rahmen desselben Programms können überdies Projekte beantragt werden, die sich der Gründung oder dem Ausbau einer einzelnen Open-Access-Zeitschrift widmen oder auf die Transformation einer bestehenden Zeitschrift abzielen. Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) Auch der österreichische Wissenschaftsfonds FWF hat die Berliner Erklärung unterzeichnet und wirkt an der cOAlition S mit. Wissenschaftler*innen, deren Projekte teilweise oder vollständig vom FWF gefördert werden, werden folglich dazu verpflichtet , referierte Forschungsergebnisse Open Access zu veröffentlichen. Bedingungen Drei Publikationsmodelle sind möglich ( Rücknagel, 2021 ): Veröffentlichung in Open-Access-Publikationsmedien Veröffentlichung in transformativen Open-Access-Publikations­medien Unmittelbare Selbstarchivierung des akzeptierten Manuskripts zum Veröffentlichungszeitpunkt unter einer CC-BY-Lizenz oder einer äqui­valenten offenen Lizenz. In Ausnahmefällen kann CC BY-ND verwen­det werden, dies muss allerdings vom FWF genehmigt werden. Bis zu drei Jahre nach Projektende können Kostenanträge für begutachtete Publikationen gestellt werden. An den Publikationsort werden folgende Anforderungen gestellt ( Rücknagel, 2021 ): Eine Veröffentlichung in hybriden Zeitschriften ist gemäß Plan S nicht ausreichend, außer es existiert ein transformative arrangement . Über das Journal Checker Tool kann ermittelt werden, ob eine Zeitschrift den Anforderungen des Plan S entspricht. Die Qualität des Publikationsorts muss angemessen sein: Zeitschriften müssen im DOAJ , Verlage im DOAB und Repositorien im OpenDOAR gelistet sein. Preisgestaltung und Qualitätssicherung ( Peer-Review ) müssen transparent sein. Auch Forschungsdaten müssen seit Januar 2019 Open Access und im Sinne der FAIR-Prinzipien veröffentlicht werden, sofern sie den wissen­schaftlichen Publikationen eines FWF-geförderten Projekts zugrunde­liegen. Bei allen weiteren Forschungsdaten liegt es im Ermessen der Projektleiter*innen, ob diese frei zugänglich veröffentlicht werden. Müssen Forschungsdaten veröffentlicht werden, soll dies schnellstmög­lich und unter Verwendung einer CC-BY-Lizenz oder einer ähnlichen offenen Lizenz geschehen, spätestens jedoch zusammen mit der wissenschaftlichen Publikation, der die Forschungsdaten zugrundeliegen. Sollte ein offener Zugang zu Forschungsdaten nicht möglich sein, muss dies begründet werden. Programm zur Förderung des Open Access Der FWF fördert selbstständige Publikationen , wobei "auch neue digitale Formate wie beispielsweise Apps, Wiki-Modelle, wissenschaftlich kom­mentierte Datenbanken" gefördert werden. Die Förderung der Etablie­rung oder Modernisierung von wissenschaftlichen Zeitschriften wird mit dem Ziel gefördert, den Mindestanforderungen des Plan S zu entsprechen. Schweizerischer Nationalfonds (SNF) Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat die Berliner Erklärung unterzeich­net, unterstützt Plan S ( Philipp, 2018 ) und verpflichtet Förderempfänger*innen dazu, Ergebnisse aus SNF-geförderter Forschung Open Access zu veröffentli­chen, da "[m]it öffentlichen Geldern finanzierte Forschungsresultate [...] ein öffentliches Gut sind" und "daher digital und kostenlos zugänglich" sein sollten. Bedingungen Wissenschaftler*innen können zwischen dem grünen und dem goldenen Weg wählen. Auch hybride Veröffentlichungen erfüllen die Kriterien des SNF – anders als bei goldenen Veröffentlichungen werden hier allerdings keine Publikationsgebühren vom SNF übernommen. Ein Leitfaden beschreibt die verschiedenen Möglichkeiten und das Vorgehen zur Erfüllung der Open-Access-Vorgaben des SNF. Über den goldenen Weg anfallende Publikationskosten können über die Open-Access-Plattform des SNF (mySNF) beantragt werden. Der SNF empfiehlt dabei, zu überprüfen, ob die Zeitschrift der Wahl im DOAJ gelistet ist. Ist dies der Fall, werden die Open-Access-Verpflichtungen des SNF automatisch erfüllt. Wählen Autor*innen den grünen Weg, müssen Zeitschriftenartikel spä­testens nach sechs Monaten, Bücher und Buchkapitel spätestens nach zwölf Monaten öffentlich zugänglich sein. Publikationen müssen mindes­tens als Author's Accepted Manuscript , d. h. mit den Änderungen nach dem Peer Review online gestellt werden (Verlagslayout ist nicht nötig). Die Publikation muss in einem Repositorium abgelegt werden, welches einen dauerhaft kostenfreien Zugang ermöglicht. Falls Verlage längere Embargofristen als die vom SNF zulässigen vorschreiben, stellt der SNF im Leitfaden einen Formulierungsvorschlag für die Kontaktaufnahme mit dem Verlag zur Verfügung. Dort finden sich auch die an Repositorien gestellten Anforderungen sowie eine Liste akzeptierter institutioneller Repositorien. Programm zur Förderung des Open Access Open-Access-Buchpublikationen werden auch außerhalb einer Projektförderung durch den SNF unterstützt. VolkswagenStiftung Die VolkswagenStiftung befürwortet grundsätzlich Open Access und erwartet "dass die Ergebnisse der von ihr geförderten Vorhaben der Öffentlichkeit nicht nur über die herkömmlichen Printmedien" sondern auch im Open Access zugänglich gemacht werden ( VolkswagenStiftung, 2021, S. 7 ). Embargofristen zwischen sechs und zwölf Monaten sind möglich ( Rücknagel, 2021 ). Unterstützung bei Publikationskosten Article Processing Charges (APCs) und Book Processing Charges (BPC) können zweckgebunden beantragt werden. Hinsichtlich der Qualitätsan­forderungen an Zeitschriften und Buchverlage ist zu beachten ( VolkswagenStiftung, 2018 ): Zeitschriften müssen im DOAJ verzeichnet sein. Bei Monografien sollten Verlage gewählt werden, die im DOAB gelistet oder OASPA-Mitglieder sind. Eine weitere Voraussetzung zur Erstattung der Publikationskosten ist, dass Persistent Identifiers (wie z. B. DOIs ), Metadaten und möglichst offene CC-Lizenzen vergeben werden. Die Volkswagenstiftung empfiehlt überdies, dass die Verwertungsrechte bei den Autor*innen bleiben ( VolkswagenStiftung, 2018 ). Die Stiftung unterstützt die nachhaltige Speicherung sowie den offenen Zugang zu Forschungsdaten aus den von ihr unterstützten Projekten im Sinne der FAIR-Prinzipien. Antragsteller*innen werden aufgefordert, einen Datenmanagementplan mit einzureichen. Weitere Details zu Forschungsdaten sowie Open-Source-Programmen, die bei den von der Stiftung geförderten Projekten entstehen, finden sich im Leitfaden der VolkswagenStiftung ( 2018 ). Literatur Bundesministerium für Bildung und Forschung. (2017, August 28). Richtlinie zur Förderung von Open Access-Publikationen aus abgeschlossenen BMBF-geförderten Projekten (Post-Grant-Fund), Bundesanzeiger vom 01.09.2017 . BMBF.de. https://www.bmbf.de/bmbf/shareddocs/bekanntmachungen/de/2017/09/1404_bekanntmachung Bundesministerium für Bildung und Forschung. (2020, May 18). Richtlinie zur Förderung von Projekten zur Beschleunigung der Transformation zu Open Access, Bundesanzeiger vom 17.06.2020 . BMBF.de. https://www.bmbf.de/bmbf/shareddocs/bekanntmachungen/de/2020/06/3044_bekanntmachung Deutsche Forschungsgemeinschaft. (2021). Verwendungsrichtlinien. Allgemeine Bedingungen für Förderverträge mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft e.V. (DFG) . https://www.dfg.de/formulare/2_00/v/dfg_2_00_de_v0121.pdf Europäische Kommission. (2021). Horizon Europe (HORIZON) Euratom Research and Training Programme (EURATOM). General Model Grant Agreement EIC Accelerator Contract. https://ec.europa.eu/info/funding-tenders/opportunities/docs/2021-2027/common/agr-contr/general-mga_horizon-euratom_en.pdf Philipp, T. (2018, September 4). Freier Zugang zu Publikationen: Der SNF unterstützt den europäischen Plan S . SNF.Ch. https://www.snf.ch/de/0pAC5oBtDJQ10ABP/news/news-180904-freier-zugang-der-snf-unterstuetzt-plan-s Rücknagel, J. (2021, April 15). Fördererauflagen zu Open Access - was gilt es zu beachten? OpenAccessTalk. https://doi.org/10.5281/zenodo.4694320 Volkswagenstiftung. (2018). Information Open Access - Open Data - Open Source . https://www.volkswagenstiftung.de/sites/default/files/downloads/OpenAccessOpenDataOpenSource-Hinweise_10_2018.pdf VolkswagenStiftung. (2021). Bewilligungsgrundsätze . https://www.volkswagenstiftung.de/sites/default/files/downloads/Bewilligungsgrunds%C3%A4tze%2002_2021.pdf Weiterführende Literatur Dreher, L. (2021). Open-Access-Vorgaben in EU-Projekten. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.5223006 Europäische Kommission. (2017). H2020 Programme. Guidelines to the Rules on Open Access to Scientific Publications and Open Access to Research Data in Horizon 2020. (Version 3.2.). https://ec.europa.eu/research/participants/data/ref/h2020/grants_manual/hi/oa_pilot/h2020-hi-oa-pilot-guide_en.pdf Rooryck, J. (2020). Plan S and funding - what is going to change?. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4159203...

  3. Open Publishing Fest

    ...

  4. Open Research Conversation: Responsible Metrics

    ...

  5. Open science and the role of rights management

    ...

  6. Open-Access-Bücher

    Intro Open Access in 60 Sekunden Quelle: Brinken, H., Hauss, J. & Rücknagel, J. (2021). Open Access in 60 Sekunden, open-access.network. https://doi.org/10.5446/50831 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Open Access hat sich im Bereich der Buchpublikationen in den letzten Jahren zu einem hochgradig dynamischen Feld entwickelt. 2 Die Publikationslandschaft wissenschaftlicher Bücher ist sehr heterogen, sodass die bei Zeitschriften etablierten Open-Access-Modelle nicht einfach übertragen werden können. 3 Auch im Bereich der Open-Access-Bücher ist inzwischen eine leistungsfähige Infrastruktur mit verschiedenen Publikations- und Finanzierungsmöglichkeiten entstanden. Ein dynamisches Feld Open Access bei Büchern – dieses lange vernachlässigte Thema hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Bis in die 2010er-Jahre hinein legten Forschungsförderer , Bibliotheken, Verlage und Autor*innen den Schwerpunkt ihrer Open-Access-Aktivitäten auf den Bereich wissenschaftlicher Zeitschriften. Doch inzwischen haben die Stakeholder im wissenschaftlichen Publikationswesen auch die enormen Potenziale von Open Access für Bücher erkannt und Maßnahmen zur Transformation eingeleitet ( Bargheer et al., 2017; Ferwerda et al., 2017; Stone & Marques, 2018 ). Die Durchführung zahlreicher Studien und Projekte auf nationaler und internationaler Ebene, verbesserte Förderstrukturen und neue Finanzierungsmodelle sowie lebendige Initiativen, Arbeitsgruppen und Diskussionsforen zeigen dies eindrucksvoll. open-access.network (2021) ( CC BY 4.0 International ) Wissenschaftliche Bücher open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Monografien, Sammelbände und Co. Hier gibt es eine Begriffslandkarte zu Open Access und Büchern. Vor allem in den Geistes- und Sozialwissenschaften nimmt das Buch als Publi­kationsform weiterhin eine wichtige Rolle ein. Die textorientierten Disziplinen verwenden das umfangreichere Buchformat im Sinne des long arguments , in welchem der theoretische Ansatz umfangreich dargelegt werden muss. Auch die Ergebnisse inter- und transdisziplinärer Forschung lassen sich nur einge­schränkt in Form einer Forschungsberichterstattung publizieren, wie es in Zeitschriftenartikeln möglich ist. Gängige Ausprägungen sind Monografien, Sammelbände oder Konferenzbände. In der Regel erscheinen wissenschaftliche Bücher in verschiedenen Ausgaben: als digitale Publikation bzw. E-Book und zusätzlich als gedruckter Band. Veröff­entlicht werden sie entweder in Reihen oder als singuläre Publikation. Inhaltlich und technisch ist ein Großteil der Open-Access-Bücher ein digitales Pendant zu einem gedruckten Buch, das neben seinem Inhalt in der Regel Navigations­elemente wie Inhalts- oder Abbildungsverzeichnisse aufweist. Durch die digitale Bereitstellung sind jedoch vertiefte Inhaltserschließungen durch Mehrfach­apparate (Fußnoten, Endnoten, kritische Editionen) sowie auch Anreicherungen durch Links auf weitere Wissensbestände wie Wikipedia, Fachdatenbanken oder Primärquellen und Digitalisate möglich. Außerdem können bei E-Books Forschungsdaten, virtuelle Forschungsumgebungen oder dynamische Objekte wie Skripte, Visualisierungen oder Software eingebunden werden. Was sind Open-Access-Bücher? Um ein Open-Access-Buch handelt es sich, wenn der Zugriff auf das E-Book nicht durch Lizenz- oder Bezahlschranken begrenzt wird, sondern unmittelbar nach Erscheinen dauerhaft kostenfrei und nachnutzbar zur Verfügung steht. Einnahmen können Verlage solcher Bücher über Publikationsgebühren ( Book Processing Charge, BPC ) und den Verkauf der häufig im digitalen Print-on-Demand-Verfahren hergestellten Druckausgabe ( Dual Publishing ) erzielen, andere Verlage finanzieren die Grundkosten ihres Open-Access-Segments über Crowdfunding (z.B. Knowledge Unlatched, konsortiale Transformationsverträge) oder über institutionelle Mitgliedschaften (z.B. OBP, OLH oder Language Science Press). Wie bei Open-Access-Zeitschriften sollten Autor*innen und Herausgeber*­innen von Sammelbänden den Verlagen oder Publikationsplattformen keine ausschließlichen Nutzungsrechte übertragen müssen. Zur Lizenzierung empfiehlt sich die Verwendung einer offenen Creative-Commons-Lizenz wie CC BY oder CC BY-SA. Studien legen nahe, dass Bücher durch eine Open-Access-Publikation eine größere und diversere Leser*innenschaft ( Lucraft, 2021 ) gewinnen. Neben einer direkten Veröffentlichung über den goldenen Weg gibt es auch bei Büchern die Möglichkeit einer Zweitveröffentlichung über den grünen Weg des Open Access (siehe auch Grün und Gold ). Open-Access-Bücher in einzelnen Fächern Hier finden Sie heraus, wie gängig Open-Access-Bücher in den unterschiedlichen Disziplinen sind. Verbreitete Mythen Noch immer halten sich einige Mythen rund um das Open-Access-Publizieren. Das Open Access Book Toolkit hilft bei der Aufklärung. Open Access Helpdesk Bei Fragen zu Open-Access-Büchern hilft Ihnen unser Helpdesk gerne weiter. Zeitschriften- und Monografienkrise Sie möchten mehr zur Geschichte des Open Access erfahren? Hier haben wir die wichtigsten Meilensteine zusammengestellt. Die Gründe für die langjährige Vernachlässigung von Open Access bei Büchern reichen bis in die Anfänge der Bewegung zurück, die in den 1990er-Jahren unter dem Eindruck der Zeitschriftenkrise von den Naturwissenschaften ausging. Buchpublikationen spielen dort traditionell allenfalls eine marginale Rolle. Erst Mitte der 2000er-Jahre mehrten sich die Diskussionen über das Aufkommen einer Monografienkrise ( vgl. Herb, 2015) als Folge der Zeitschriftenkrise. Steigende Buchpreise, Versorgungslücken in den Bibliotheken und Autor*innen, die während des Veröffentlichungsprozesses immer mehr Aufgaben selbst erledigen und dennoch teils hohe Druckkostenzuschüsse an die Verlage zahlen müssen: Die Probleme des Closed Access traten nun auch im Bereich wissenschaftlicher Bücher deutlich zutage. Unterschiede zu Open-Access-Zeitschriften Vor dem Hintergrund der Monografienkrise und der zunehmenden Etablierung von Open Access im Bereich der Zeitschriften wurde die Forderung nach Open Access auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften lauter. Im Vergleich zu wissenschaftlichen Zeitschriften weist die Publikationslandschaft bei Büchern jedoch einige Besonderheiten auf, von denen hier die wichtigsten genannt werden sollen (vgl. Snijder, 2019; Open Access Books Toolkit, 2020 ): In den Geistes- und Teilen der Sozialwissenschaften spielen kleine und mittelgroße Buchverlage mit hohem Renommee in ihren Spezialgebieten eine bedeutende Rolle. Enge Beziehungen zwischen Autor*innen und Verlagen sind dabei keine Seltenheit. Beide Gruppen stehen Open Access teils abwartend bis kritisch gegenüber, auch weil es den Beteiligten in diesem Setting schwerer fällt, die notwendigen Kompetenzen im sich schnell wandelnden Publikationswesen vorzuhalten. So ist z.B. das Wissen um die Selbstarchivierungsrechte der Urheber*innen nicht flächen­deckend vorhanden. Häufig müssen sie mit den Verlagen in Verhandlung treten, um sich die Rechte zur Bereitstellung auf einem Repositorium zu sichern. Im Gegensatz zu wissenschaftlichen Zeitschriften sind Druckausgaben bei Büchern trotz generell rückläufiger Verkaufszahlen weiterhin von Bedeutung und werden nicht zuletzt auch von den Autor*innen gewünscht. Die Verbreitungskanäle und Rezeptionsprozesse sind weiterhin auf die Verarbeitung von physischen und kostenpflichtigen Objekten ausgerichtet. Buch ist nicht gleich Buch: Die Bandbreite reicht von einfachen Sammel- und Konferenzbänden über aufwändig gestaltete, mehrere hundert Seiten umfassende Monografien bis hin zu experimentellen, multimedial angereicherten Publikationsprojekten. Einreichungs-, Begutachtungs- und Redaktionsprozesse sind weniger standardisiert als im Zeitschriftenbereich. Gerade im deutschsprachigen Raum zeichnen häufig die Herausgeber*innen oder Verlagsmitarbeiter*­innen in einem Editorial Review für die Qualitätskontrolle verantwortlich. Die Kosten für die Veröffentlichung von Open-Access-Büchern variieren stark, liegen aber in der Regel durch den höheren Umfang über denen von Artikeln in Open-Access-Zeitschriften. Hinzu kommt, dass bestimmte Buch­typen wie Handbücher, Lexika oder Editionen aufwendige redaktionelle Prozesse erfordern, die seitens der Verlage eingepreist werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Open-Access-Bücher in der Kosteneffizienz hinter Zeitschriften zurückstehen. Bei den hochpreisigen Open-Access-Zeitschriften kommerzieller Verlage liegt der Preis pro Seite sogar mehrfach über dem, was für die überwiegende Mehrheit von Buchprojekten aufgerufen wird. All diese Faktoren machen deutlich, dass die für Zeitschriften entwickelten Modelle und Werkzeuge auf die spezifischen Anforderungen von Open-Access-Büchern angepasst werden müssen, um ihr Potenzial voll entfalten zu können. Dies gilt nicht zuletzt im Hinblick auf die Entwicklung nachhaltiger Geschäfts­modelle für kleine und mittlere Verlage (siehe hierzu auch das internationale Projekt Community-led Open Publication Infrastructures for Monographs, COPIM ), den Aufbau geeigneter Publikationsinfrastrukturen oder die Entwick­lung adäquater Förderinstrumente. Sowohl das Bundesministerium für Bil­dung und Forschung (BMBF) (heute: BMFTR - Bundesministerium für ­Forschung, Technologie und Raumfahrt) als auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) haben hierfür jüngst Programme aufgelegt (BMBF: Richtlinie zur Förderung von Projekten zur Beschleunigung der Transformation zu Open Access , 2020; DFG: Förderprogramm Open-Access-Publikationskosten , ab 2021), die diese Herausforderungen adressieren. Open-Access-Zeitschriften Hier finden Sie eine Einführung. Open Access und Forschungsförderer Hier finden Sie eine Einführung. Warum ist Open Access bei Büchern so kompliziert? Das Open Access Books Toolkit erklärt, worin sich Open-Access-Bücher und -Zeitschriften unterscheiden. Zukunftsmusik oder State of the Art – Experimentelle Formate für Bücher? Bericht zur Erhebung Der Bericht fasst wesentliche Ergebnisse einer im Rahmen des Projekts open-access.network durchgeführten Erhebung zusammen. Angebote für Bücher Video zum Publizieren von Open-Access-Büchern Quelle: Stern, N. (2020). Publishing your book in Open Access?, open-access.network. https://doi.org/10.5446/52108 ( CC BY 3.0 DE ) Arbeitsgemeinschaft Universitätsverlage Hier erfahren Sie mehr über die Mitglieder und Prinzipien der AG. ScholarLed Hier erfahren Sie mehr über die Mitglieder und Prinzipien der ScholarLed-Initiative. Praxistipp Das Projekt COPIM liefert wertvolle Hinweise zu Community-geführter Publikationsinfrastruktur für Monografien. Insbesondere findet sich dort ein Report über Ressourcen, Workflows, Werkzeuge und Plattformen . Auch wenn es im Rahmen der Open-Access-Transformation von Büchern noch zahlreiche Herausforderungen zu meistern gilt, haben Autor*innen bereits jetzt umfassende Möglichkeiten, ein Open-Access-Buch zu publizieren. Viele etab­lierte Verlage haben Open-Access-Modelle in ihr Portfolio aufgenommen und bieten Veröffentlichungen über den goldenen Weg unter Verwendung von CC-Lizenzen an. Auch bezüglich einer Zweitveröffentlichung nach einer Embargo­frist über den grünen Weg besteht häufig Gesprächsbereitschaft. Die verlags­seitig vielfach geäußerte Befürchtung, Open Access führe zu gravierenden Einbrüchen in den Verkaufszahlen der Druckausgaben, wurde inzwischen in verschiedenen Studien entkräftet ( Graf et al., 2020; Snijder, 2019; Collins & Milloy, 2016 ). Eine preiswerte und qualitativ hochwertige Alternative zu kommerziellen Verlagen stellen die von Universitäten oder deren Bibliotheken betriebenen wissenschaftsnahen Verlage dar, von denen sich eine Mehrheit in der Arbeits­gemeinschaft der Universitätsverlage zusammengeschlossen haben. Gemein­sam haben sie verschiedene Materialien rund um das Open-Access-Publizieren von Büchern erstellt, darunter auch ein Papier zu Qualitätsstandards ( AG Universitätsverlage, 2018 ), das auch für die Prüfung eines Open-Access-Angebots und die Auswahl eines Verlags hilfreich ist. Schließlich gibt es ähnlich wie bei Zeitschriften inzwischen auch einige von Wissenschaftler*innen gegründete Verlagsinitiativen (z. B. den Zusammen­schluss ScholarLed ), die sich einem fairen Open Access verpflichtet fühlen und sich durch eine hohe Transparenz bezüglich ihrer Geschäftsmodelle auszeich­nen ( vgl. Nordhoff, 2018; Barnes & Gatti, 2020 ). Inzwischen werden wissen­schaftliche Bücher auch vermehrt über Plattformen des institutionellen Publi­zierens ( OMP , PubPub , Janeway ) veröffentlicht, bei denen kein verlegerisches Geschäftsmodell zum Tragen kommt, sondern die Plattformen als Gemein­schaftsgut finanziert werden, was spezifische Herausforderungen mit sich bringt. Finanzierung Um die Autor*innen und Herausgeber*innen finanziell zu entlasten, stellen inzwischen viele Einrichtungen spezielle Mittel für Open-Access-Bücher bereit. Auch auf Länderebene befinden sich Publikationsfonds im Aufbau. Die DFG unterstützt Institutionen in ihrem 2021 neu eingerichteten Förderprogramm Open-Access-Publikationskosten mit bis zu 5.000 € für in DFG-Projekten entstandene Bücher. Der gleiche Betrag kann im Rahmen der DFG-Projekt­förderung jährlich für Buchpublikationen über die projektinternen Publika­tionsmittel abgerufen werden. Zudem besteht für Quellen- und Werkeditionen sowie für Werke von besonderer wissenschaftlicher Bedeutung die Möglichkeit, Publikationsbeihilfen zu beantragen. In Österreich und der Schweiz haben FWF und SNF bereits seit geraumer Zeit dezidierte Förderprogramme zur Finanzierung von Open-Access-Büchern etabliert. Speziell an Nachwuchswissenschaftler*innen im Bereich der Digital Humanities richtet sich das 2021 eingeführte Stipendium für Open-Access-Bücher von DARIAH-EU, über das bis zu 7.000 € pro Buch bereitgestellt werden. Video zur Finanzierung von Open-Access-Monographien Quelle: Brinken, H. (2020). Finanzierung von Open-Access-Monographien, open-access.network. https://doi.org/10.5446/49535 ( CC BY 3.0 DE ) Open-Access-Bücher finden Praxistipp Zahlreiche Suchmaschinen sind auf Open-Access-Fachpublikationen spezialisiert und ermöglichen den weltweiten, kostenfreien Zugang auf Volltexte. Zudem gibt es spezielle Sucheinstiege für das Finden von Open-Access-Büchern. Einen Überblick bietet unser Praxistipp "Open Access Literatur finden" . Directory of Open Access Books (DOAB) Das DOAB ist die zentrale Datenbank für Open-Access-Bücher, die auch fachspezifisch durchsucht werden kann. Open-Access-Bücher sind an vielen Stellen nachgewiesen und häufig in den gewohnten Datenbanken und Suchmaschinen recherchierbar. Auf Open-Access-Inhalte spezialisiert ist die Suchmaschine BASE , die auch eine gezielte Suche nach Büchern oder Buchkapiteln ermöglicht. Zusätzlich sind Open-Access-Bücher auch gut über die gängigen Suchmaschinen wie z. B. Google Scholar zu finden. Eine wichtige Rolle in Bezug auf die Find- und Sichtbarkeit spielt das Directory of Open Access Books (DOAB) als zentrale Datenbank für Open-Access-Bücher, das sowohl fachspezifisch als auch nach Sprache und Verlag durchsucht werden kann. Dort hinterlegte Metadaten werden in diverse Bibliothekskataloge eingespeist. Auch die kombinierte Online-Bibliothek und Publikationsplattform von OAPEN (Open Access Publishing in European Networks) sowie geistes- und sozialwissenschaftliche Fachrepositorien wie media/rep/ oder SSOAR eignen sich für die Recherche nach Open-Access-Büchern. Einen Einstieg bieten zudem die fachspezifischen Einführungen auf open-access.network. Fazit und Ausblick Die Umsetzung von Open Access für Bücher ist über Jahrzehnte nur von sehr wenigen Akteur*innen systematisch betrieben worden und damit eine Randerscheinung geblieben. Auch wenn diese Pioniere das wissenschaftliche Potenzial von Open Access für die buchaffinen Disziplinen früh erkannt hatten, fehlte es an flächendeckenden Praktiken, Ansätzen und Anbietern. Doch auch wenn es noch immer Nachholbedarf gibt, ist dieser Bereich inzwischen von einer hohen Dynamik geprägt: Es werden umfassende Studien (z. B. in Projekten wie COPIM und OPERAS-P ) durchgeführt, Publikationsfonds eingerichtet bzw. ausgebaut, neue Geschäftsmodelle entwickelt und neue Verlagsprojekte initiiert. Darüber hinaus werden Netzwerke wie das Open Access Books Network , ENABLE! oder die Fokusgruppe Open-Access-Bücher gegründet, Handreichungen und Empfehlungen formuliert ( vgl. Adema, 2019; Godel et al., 2020 ) sowie Informationsplattformen wie das von OAPEN initiierte Open Access Books Toolkit erstellt. Von den insgesamt 20 ab 2021 durch das BMBF (heute BMFTR) geförderten Projekten zur Beschleunigung der Transformation zu Open Access sind zudem weitere Impulse für die Open-Access-Transformation wissenschaftlicher Bücher zu erwarten. Ausgewählte Projekte und Initiativen zur Vernetzung COPIM OPERAS-P Open Access Books Network ENABLE! Fokusgruppe "Open-Access-Bücher" Diskutieren Sie mit Expert*innen über Open-Access-Bücher. Fokusgruppe "Open-Access-Monografienfonds" Diskutieren Sie mit Expert*innen über Open-Access-Monografienfonds. Literatur Adema, J. (2019). Towards a Roadmap for Open Access Monographs . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.3238545 Arbeitsgemeinschaft der Universitätsverlage. (2018). Qualitätsstandards für Open-Access-Monografien und -Sammelbände (Version 1). Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.3562239 Bargheer, M., Dogan, Z.M., Horstmann, W., Mertens, M. & Rapp, A. (2017). Unlocking the digital potential of scholarly monographs in 21st century research. LIBER Quarterly, 27(1), pp.194–211. http://doi.org/10.18352/lq.10174 Barnes, L. & Gatti, R. (2020, May 28). The cost of Open Access books: a publisher writes. Open Book Publishers. https://blogs.openbookpublishers.com/the-cost-of-open-access-books-a-publisher-writes/ Collins, E., & Milloy, C. (2016). OAPEN-UK final report: A five-year study into open access monograph publishing in the humanities and social sciences (p. 94). https://oapen.fra1.digitaloceanspaces.com/7a65d73f1087444d80807833a320fa36.pdf Ferwerda, E., Pinter, F., & Stern, N. (2017). A Landscape Study on Open Access and Monographs: Policies, Funding and Publishing in Eight European Countries . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.815932 Godel, R., Herb, U., Hillenkötter, K., Holzer, Angela, Nordhoff, S., Schäffler, H., Siegert, O., & Arbeitsgruppe „Wissenschaftliches Publikationssystem“ der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen. (2020). Förderung wissenschaftlicher Buchpublikationen im Open Access (Open-Access-Bücher): Standards und Richtlinien für die Gestaltung infrastruktureller Rahmenbedingungen und die Vergabe von Fördermitteln durch wissenschaftliche Einrichtungen: Handreichung der AG Wissenschaftliches Publikationssystem im Rahmen der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen . 13 p. https://doi.org/10.3249/ALLIANZOA.014 Graf, D., Fadeeva, Y., Falkenstein-Feldhoff, K., (Hg.) (2020). Bücher im Open Access. Ein Zukunftsmodell für die Geistes- und Sozialwissenschaften? Verlag Barbara Budrich. https://www.doi.org/10.17185/duepublico/72237 Herb, U. (2015). Open Science in der Soziologie: Eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme zur offenen Wissenschaft und eine Untersuchung ihrer Verbreitung in der Soziologie. Schriften zur Informationswissenschaft 67. Verlag Werner Hülsbusch. https://doi.org/10.22028/D291-23737 Lucraft, M. (2021, March 3). Open Access to academic books creates larger, more diverse and more equitable readerships. LSE Impact Blog . https://blogs.lse.ac.uk/impactofsocialsciences/2021/03/03/open-access-to-academic-books-creates-larger-more-diverse-and-more-equitable-readerships/ Nordhoff, S. (2018). Cookbook for Open Access books . Language Science Press. https://doi.org/10.5281/zenodo.1286925 Open Access Books Toolkit (2020, October 9). The difference between an open access book and an open access journal . https://oabooks-toolkit.org/the-oabooks-landscape/1323435-oa-books-vs-oa-journals;jsessionid=08F1DF2737084E6DAD2E12BE59C55FD0 Snijder, R. (2019). The deliverance of open access books. Examining usage and dissemination . Amsterdam University Press. https://www.doi.org/10.26530/OAPEN_1004809 Stone, G., & Marques, M. (2018). Knowledge Exchange Survey on Open Access Monographs . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.1475446 Weiterführende Literatur Projekt AuROA (2023). Leistungskatalog für wissenschaftliche Open-Access-Publikationen . Essen. https://zenodo.org/record/7561443 Neylon, C., Ozaygen, A., Montgomery, L., Huang, C.-K. (Karl), Pyne, R., Lucraft, M., & Emery, C. (2021). More readers in more places: The benefits of open access for scholarly books. Insights , 34 (1), 1-27. https://doi.org/10.1629/uksg.558 Snijder, R. (2023). Measured in a context: making sense of open access book data. Insights the UKSG Journal , 36 , 20. https://doi.org/10.1629/uksg.627 Taylor, M. (2020). An Altmetric Attention Advantage for Open Access Books in the Humanities and Social Sciences. Scientometrics , 125 (3), 2523–43. https://doi.org/10.1007/s11192-020-03735-8 ....

  7. Open-Access-Geschäftsmodelle für Zeitschriften

    Intro Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Es gibt verschiedene Geschäfts- und Finanzierungsmodelle für Open-Access-Zeitschriften. 2 Grundsätzlich lassen sich drei Formen der Finanzierung unterschei­den: APC-basierte, institutionelle und konsortiale Modelle. 3 Im Rahmen der Open-Access-Transformation sollten effiziente, transparente und faire Modelle bevorzugt angewendet werden. Kosten von Zeitschriften Open Access beinhaltet den kostenlosen Zugang zu wissenschaftlicher Informa­tion und deren freier Nachnutzung. Da Open-Access-Zeitschriften für Leser*in­nen kostenlos zugänglich sind, können bei der Produktion entstehende Kosten ( Grossmann & Brembs, 2021 ) nicht über Subskriptionen wieder eingenommen werden, sondern müssen durch alternative Geschäftsmodelle finanziert werden. Die sogenannte Zeitschriftenkrise und die damit verbundenen großen Gewinne wissenschaftlicher Verlage aus öffentlichen Mitteln waren wesentliche Gründe für das Aufkommen der Open-Access-Bewegung. Deshalb ist es sinnvoll, bei Geschäftsmodellen zwischen Kostendeckung und Gewinnerzielung zu unterscheiden, speziell dort, wo es um die Umschichtung von Kosten für die Open-Access-Transformation von Zeitschriften geht. In jedem Fall müssen Betriebs- und Personalkosten finanziert werden, die benötigt werden, um Werke entgegenzunehmen, zu verwalten, zu veröffentlichen und zu verteilen. Dazu kommen Kosten, die für die Infrastruktur, wie Serverka­pazitäten und Webseiten anfallen. Im Bereich der Publikation von Daten oder multimedialen Inhalten kommen neue Anforderungen hinzu. Im Bereich des goldenen Wegs des Open Access existieren eine Reihe unter­schiedlicher Geschäftsmodelle ( Keller, 2017 ; Russell, 2019 ; Waidlein et al., 2021 ). Grundsätzlich lassen sich Open-Access-Zeitschriften durch Publikationsgebühren ( APCs ), durch Institutionen oder durch Konsortien finanzieren. Bei Modellen, die gänzlich ohne APCs auskommen, spricht man auch von Diamond Open Access . Praxistipp Hier finden Sie die Folien zum Open Access Talk Open-Access-Finanzierung: Fragen und Probleme . Quelle: verändert nach Oberländer, A. (2020). Open Access – Es ist nicht alles Gold, was glänzt. In: Open Science. Von Daten zu Publikationen. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4018594 ( CC BY 4.0 International ) Alternative Geschäftsmodelle für Open-Access-Publikationen Quelle: Strauß, H., Rücknagel, J., & Hauss, J. (2022). Alternative Geschäftsmodelle für Open-Access-Publikationen. https://doi.org/10.5446/60353 ( CC BY 3.0 DE ) Finanzierung vonseiten der Autor*innen Article processing charges (APCs) Zentral am Author-Pays-Modell ist, dass zwischen Annahme und Veröff­entlichung eines Beitrags die Zahlung der als Article Processing Charges (APCs) bezeichneten Publikationskosten durch die Autor*innen bzw. deren Institution erfolgt. Die Verfügbarkeit von Mitteln und die Akzeptanz für derartige Zahlungen hängen auch von der Publikationskultur der Fachdisziplin ab. Weitere Faktoren sind der Zugang zu Drittmitteln und die berufliche Position der Autor*innen. Deshalb werden APCs häufig kritisch gesehen : Befürchtet wird, dass sie Zugangsbarrieren insbeson­dere für Autor*innen aus Ländern des globalen Südens oder für Wissen­schaftler*innen am Beginn ihrer Karriere schaffen. Andererseits bieten viele kommerzielle Open-Access-Zeitschriften die Möglichkeit, auf APCs in Einzelfällen (z. B. für Autor*innen aus Ländern mit niedrigem und mittle­rem Einkommen; Lawson, 2015 ) zu verzichten bzw. diese Kosten auf die APC-zahlenden Autor*innen umzulegen. Viele Forschungsförderer verlangen, dass aus geförderten Projekten entstehende Veröffentlich­ungen zu Open-Access-Bedingungen publiziert werden und übernehmen im Gegenzug die Zahlung von APCs. Die Ausweitung von APC-Modellen kann jedoch zu einer Belastung der Forschungsetats führen. Publikationsfonds Ein Instrument zur institutionellen Unterstützung von Autor*innen bei anfallenden APCs sind Publikationsfonds , mit denen viele Universitäten und Forschungseinrichtungen stellvertretend für ihre Autor*innen Publi­kationskosten übernehmen ( Bruch et al., 2014 ; vgl. die Übersicht im Open Access Directory). Vielfach fließen auch für den Literaturerwerb, insbesondere für Zeitschriftenabonnements vorgesehene Mittel in Publi­kationsfonds ein. Auf diese Weise bezahlen zwar nach wie vor wissen­schaftliche Einrichtungen für Publikationen, diese sind nun jedoch weltweit frei zugänglich. In Deutschland ist die Einführung von Publikationsfonds seit langem mit institutionellen Förderprogrammen der Deutschen Forschungsgemein­schaft (DFG) verbunden. Seit 2020 können Hochschulen und außeruni­versitäre Forschungseinrichtungen im neu ausgerichteten DFG-Förder­programm Open-Access-Publikationskosten festgelegte Zuschüsse zur Publikation wissenschaftlicher Ergebnisse im Open Access beantragen. Mit dieser Teilfinanzierung von Einzelpublikationen wird auch weiterhin der Betrieb von Publikationsfonds unterstützt. Zuschüsse zu den Open-Access-Publikationsgebühren sind u. a. für Zeitschriftenartikel, auch für Artikel aus Transformationsverträgen wie denen des Projekts DEAL möglich. Einige deutsche Bundesländer stellen für die Förderung von Open Access aus Landesmitteln eine Finanzierung von Publikationsfonds zur Verfü­gung, darunter Schleswig-Holstein (bis 2024). Darüber hinaus können zwischen Open-Access-Verlagen und Wissenschaftseinrichtungen geschlossene Verträge die Abwicklung von APCs sowie etwaige Rabatte regeln. Hybride Zeitschriften: Open Access als Ausnahme Ein stark umstrittenes Geschäftsmodell sind kostenpflichtige Open-Access-Optionen für einzelne Artikel in eigentlich subskriptionsbasierten Zeitschriften (die dann häufig als hybride Zeitschriften bezeichnet werden). Auf diese Weise bezieht die Zeitschrift nicht nur Einnahmen aus Abonnements, sondern zusätzlich aus Artikeln, die gegen eine Publika­tionsgebühr zur Open-Access-Nutzung freigeschaltet werden. Die Kosten pro Artikel sind in der Regel deutlich höher als bei reinen Open-Access-Zeitschriften, obwohl eine Doppelfinanzierung vorliegt. Diese häufig als Double Dipping kritisierte Mehrfachfinanzierung wird hauptsächlich von kommerziellen Verlagen betrieben und auf existierende Zeitschriften angewandt, die nicht in Open-Access-Zeitschriften umgewandelt werden sollen. Weitere Vorbehalte gegen dieses Modell beziehen sich darauf, dass solche hybriden Modelle keinen Beitrag zur Transformation des wissenschaftlichen Publikationsmarktes hin zu Open Access leisten, dass Kostenberechnungen intransparent sind und dass einzelne Open-Access-Artikel in Closed-Access-Zeitschriften keine ausreichende Sicht­barkeit erreichen würden. In Verhandlungen mit Verlagen (z. B. bei einzelnen Abonnements, aber auch bei Nationallizenzen und Konsortial­modellen) drängen öffentliche Einrichtungen zumeist auf Gegenmaß­nahmen zum Double Dipping, z. B. durch eine anteilige Senkung der Abonnementkosten, die dem Anteil von Open-Access-Artikeln entspricht. In Deutschland hat das DEAL-Konsortium mit den Wissenschaftsverlagen Springer Nature, Wiley und Elsevier Transformationsverträge abgeschlossen, um dieses Problem wirksam zu beheben. Das Author-Pays-Modell ist inzwischen weit verbreitet und wird fälschlicherwei­se häufig synonym für alle Open-Access-Geschäftsmodelle verwendet. Dabei haben Zeitschriften schon vor Beginn der Open-Access-Bewegung ihre Autor*­innen zur Finanzierung herangezogen, umgekehrt verlangen sehr viele Open-Access-Zeitschriften kein Geld von ihren Autor*innen. So erheben von den insgesamt 20.949 im Directory of Open Access Journals (DOAJ) gelisteten Zeitschriften (Stand: August 2025) 13.824 keine Publikationsgebühren . Institutionelle Finanzierung Geschäftsmodelle, die auf direkte Zahlungen von Autor*innen setzen, bringen einen großen Verwaltungsaufwand mit sich. Darüber hinaus wird befürchtet, dass durch APCs ungleiche Zugangsvoraussetzungen zu wissenschaftlichen Publikationsmöglichkeiten entstehen. Deshalb gibt es Interesse an Modellen, die direkt auf eine Finanzierung durch Institutionen setzen. Institutionen können z. B. Publikationsdienste anbieten oder Open-Access-Zeitschriften komplett finanzieren, sodass auch andere Autor*innen davon profitieren. Eine traditionsreiche Variante ist die (Teil-)Finanzierung von Publikationen über Fachgesellschaften oder andere Institutionen einer Wissenschaftsdisziplin. Einige Fachgesellschaften finanzieren ihre Publikationsaktivitäten traditionell durch Mitgliedsbeiträge. Hierbei sind die organisierten Wissenschaftler*innen in der Regel sowohl Nutzer*innen als auch Autor*innen der dort veröffentlichten wissenschaftlichen Artikel, sodass die Kosten der Open-Access-Publikation auf beide Gruppen verteilt sind. Ein Beispiel für eine Zeitschrift, die von einer Community getragen wird, ist Documenta Mathematica , die durch die Deutsche Mathematiker-Vereinigung gegründet wurde. Die elektronisch im Open Access und gegen eine geringe Gebühr auch als Printausgabe vertriebene Zeitschrift verursacht nach Angaben der Vereinigung nur geringe Kosten, die überwiegend von der Vereinigung bezahlt werden. Letztendlich beruhen viele Open-Access-Zeitschriften auf dem Engagement der beteiligten Personen - die entweder im Rahmen ihrer Anstellung oder ehren­amtlich an der Zeitschrift mitarbeiten. Die Unterstützung durch Personal und ggf. die Übernahme von Sachkosten kann als eine wichtige Form institutioneller Unterstützung angesehen werden. Darüber hinaus investieren viele wissen­schaftliche Einrichtungen heute in eigene Publikationsdienste, beispielsweise Plattformen und Services zur Erstellung von Zeitschriften mithilfe der Open-Source-Software Open Journal Systems (OJS) . Die Institution subventioniert hier die Kosten für die Bereitstellung der Inhalte und ist ggf. für Teile des Publikationsprozesses verantwortlich. Praxistipp Das OA Journals Toolkit bietet praxisorientierte Hinweise zur Gründung neuer Open-Access-Zeitschriften. Ergänzend dazu liefern die Handreichungen des Projekts Scholar-led Plus wertvolle Unterstützung bei der Weiterentwicklung, Professionalisierung und langfristigen Verstetigung wissenschaftsgeleiteter Publikationstätigkeiten an Ihrer Institution. Seit Mai 2025 ergänzt die Servicestelle Diamond Open Access (SeDOA) dieses Angebot: Als DFG-gefördertes Projekt übernimmt SeDOA eine koordinierende Rolle mit dem Ziel, die Effizienz des Diamond Open Access (DOA) Publizierens in Deutschland nachhaltig zu steigern – durch die Optimierung bislang dezentral erbrachter Dienstleistungen, die zentrale Bereitstellung relevanter Informationen sowie die gezielte Förderung struktureller und technischer Innovationen. Zeitschriften herausgeben Hier finden Sie eine Einführung. Redaktionsprozess bei Open Journal Systems (OJS) Quelle: OJS-net.de Gemeinschaftliche Finanzierung: Konsortium, Mitgliedschaft und Crowdfunding Quelle: Wrzesinski, Marcel: Nachhaltige Finanzierung und Organisation von Zeitschriften. Wissenschaftsgeleitete Zeitschriften: Workflows, Finanzierung und Governance, Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, 2023. https://doi.org/10.5446/62588 KOALA – Konsortiale Open Access Lösungen Aufbauen Das Konsortialmodell KOALA ermöglicht eine nachhaltige Finanzierung für Diamond-Open-Access -Publikationen. KOALA schnürt thematisch fokussierte Zeitschriften zu Bündeln, die wissenschaftlichen Einrichtungen – insbesondere Bibliotheken und Forschungseinrichtungen – zur gemeinschaftlichen Finanzierung angeboten werden. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach der Größe und Art der Einrichtung, der Anzahl des wissenschaftlichen Personals und der Studierenden. Sobald das Finanzierungsziel für ein Zeitschriftenbündel erreicht ist, werden die enthaltenen Titel für drei Jahre gesichert finanziert und vollständig frei zugänglich gemacht. Regelbetrieb an der TIB Hannover Die TIB fungiert als zentraler Dienstleister und Koordinator für das KOALA-Modell und betreibt das Angebot im Regelbetrieb für Zeitschriften in ihrem Fächerspektrum (Natur- und Technikwissenschaften). Dabei übernimmt sie das Hosting, das Konsortialmanagement und die Kommunikation mit den Verlagen und Partnerinstitutionen. Durch diesen organisatorischen Rahmen wird eine stabile, transparente und faire Finanzierung von Open-Access-Zeitschriften im MINT-Bereich gewährleistet. KOALA an der SLUB Dresden Seit 2024 wird das KOALA-Modell auch an der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) pilotiert. Unter dem Namen KOALA-SLUB wurden Zeitschriftenbündel-Angebote für unterschiedliche Fachbereiche entwickelt. Die SLUB Dresden übernimmt dafür äquivalent zur TIB Hannover die Organisation der KOALA-Finanzierungslösung. OLEcon OLEcon unterstützt Diamond-Open-Access-Zeitschriften aus den Wirtschaftswissenschaften durch die Organisation einer konsortialer Ko-Finanzierung für Zeitschriften, die entweder bereits Open Access publizieren, sich neu gründen oder aus einem Subskriptionsmodell wechseln ( flippen ) möchten. Das Pledging erfolgt jährlich. Das Bündel der OLEcon-Zeitschriften wächst stetig an. Zeitschriften können sich in regelmäßigen Ausschreibungsrunden für eine Förderung bewerben. Bereits geförderte Zeitschriften werden nach drei Jahren evaluiert. Neben der angestrebten breiten institutionellen Beteiligungetabliert OLEcon ein System zur Erfolgskontrolle, damit das Konsortium möglichst stabil und nachhaltig funktionieren kann. edu_consort_oa edu_consort_oa setzt sich zum Ziel durch Crowdfunding und konsortiale Finanzierung Open-Access-Publikationen in der Erziehungswissenschaft, Bildungsforschung und Fachdidaktik nachhaltig zu finanzieren. Bibliotheken können sich in Edu_consort_oa an jährlichen Finanzierungsrunden zur Finanzierung von Open-Access-Monografien und Diamond-Open-Access-Zeitschriften beteiligen. Derzeit werden jährlich rund 20 E-Books als Paket sowie erstmals bis zu fünf Diamond Open-Access-Zeitschriften für zwei Jahre (einzeln, nicht im Paket) gefördert. Eine Übersicht der geförderten E-Books kann auf der Internetseite des Fachportals Pädagogik eingesehen werden. Alle geförderten Titel sind über peDOCS und die FIS Bildung Literaturdatenbank zugänglich. OACIP Ziel des Open Access Community Investment Program (OACIP) ist es, nicht-kommerzielle Diamond-Open-Access-Zeitschriften durch ein konsortiales Finanzierungsmodell langfristig zu unterstützen. Wissenschaftliche Institutionen können gezielt qualitätsgesicherte Publikationen fördern, die anhand standardisierter Kriterien zu Transparenz und Nachhaltigkeit bewertet werden. Der Finanzierungszeitraum erstreckt sich je über drei Jahre. Institutionen können entweder alle oder einzelne angebotene Journals mitfinanzieren. Außerdem gibt es die Möglichkeit, in einen „General Fund“ einzuzahlen, mit dem Finanzierungslücken der OACIP-Journals aufgefüllt werden. 2024 wurden durch OACIP acht Journals sowohl aus dem MINT-Bereich als auch aus den Geistes- und Sozialwissenschaften finanziert. SCOAP³ SCOAP³ (Sponsoring Consortium for Open Access Publishing in Particle Physics) ist ein internationales Konsortium zur Open-Access-Finanzierung im Bereich der Hochenergiephysik. Es hat zum Ziel, wissenschaftliche Artikel weltweit frei zugänglich zu machen – ohne Publikationsgebühren für Autor*innen. Die Finanzierung übernehmen über 3.000 Bibliotheken, Forschungseinrichtungen und Förderorganisationen aus mehr als 40 Ländern. Koordiniert wird SCOAP³ vom CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Verlagen. Die Beiträge der Partner richten sich nach dem Publikationsaufkommen und werden zentral verwaltet. SCOAP³ transformiert bestehende Subskriptionsmodelle in ein gemeinschaftlich finanziertes Open-Access-Modell. In der aktuellen Finanzierungsphase (2025–2027) sind weltweit elf Zeitschriften frei zugänglich. Durch gemeinschaftliche Finanzierungsmodelle für Open-Access-Publikationen entfallen sowohl Publikations- als auch Subskriptionsgebühren ( Diamond Open Access ). Um eine solche kostenfreie Veröffentlichung für Forschende zu ermöglichen, schließen sich wissenschaftliche Einrichtungen zusammen und tragen gemeinsam die Kosten. Dafür existieren verschiedene Ansätze, darunter konsortiale Finanzierung, Mitgliedschaftsmodelle und Crowdfunding. Diese Modelle lassen sich nicht immer eindeutig voneinander abgrenzen, weisen jedoch bestimmte Grundcharakteristika auf. Die konsortiale Finanzierung beschreibt ein kollaboratives Modell, bei dem mehrere wissenschaftliche Institutionen – typischerweise Bibliotheken, Hochschulen oder Forschungsförderer – gemeinsam die Finanzierung von Open-Access-Zeitschriften, -Büchern oder -Infrastrukturen übernehmen ( Reinsfelder & Pike, 2018 ). Beispiele sind KOALA , OLEcon und Scoap3 . Mitgliedschaftsmodelle , wie beispielsweise die Open Library of Humanities (OLH) , ermöglichen wissenschaftlichen Einrichtungen über einen festen jährlichen Mitgliedsbeitrag die Infrastruktur, redaktionelle Arbeit, Qualitätssicherung und Langzeitarchivierung von Diamond Open Access Zeitschriften zu finanzieren. Beim Crowdfunding wird in der Regel ein konkretes Vorhaben zur Finanzierung ausgeschrieben, z. B. bestimmte Zeitschriften- oder Buchpakete. Eine bekannte Plattform für die Realisierung von Open-Access-Publikationen im Crowdfunding-Verfahren ist Knowledge Unlatched . Meist sind Crowdfunding-Kampagnen zeitlich befristet. Wird das Finanzierungsziel erreicht, kann das Projekt umgesetzt werden. Auch wenn Crowdfunding oft projektbezogen ist, zielen viele Initiativen auf längerfristige Strukturen ab. Erfolgreiches Crowdfunding kann z. B. den Grundstein für eine spätere Mitgliedschafts- oder Konsortialfinanzierung legen. Ein weiteres Modell ist Subscribe to Open (S2O) , bei dem Open-Access-Periodika durch bestehende Subskriptionen finanziert werden. Bibliotheken und Institutionen werden jährlich eingeladen, ihr Abonnement zu den bisherigen Konditionen zu verlängern – mit dem Ziel, die Inhalte der Zeitschrift für alle frei zugänglich zu machen. Wird das Finanzierungsziel erreicht, erscheint der gesamte Jahrgang im Open Access. Wird es nicht erreicht, bleibt der Zugang wie bisher beschränkt. S2O bietet damit einen sanften Übergang zu Open Access, ohne strukturelle Umstellungen für Bibliotheken oder Mehrkosten für Forschende. Praxistipp Der Diamond Funding Navigator von der TIB bündelt Angebote für die kollektive Finanzierung von Diamond-Open-Access-Publikationen weltweit - laufende und zurückliegende. Dies soll insbesondere Personen, die in der Literaturerwerbung und Lizenzierung tätig sind, sowie Fachreferent:innen dabei unterstützen, passende Finanzierungsangebote zu finden. Weitere Finanzierungsoptionen Eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung von Open-Access-Veröffentlichungen ist der parallele Verkauf der Inhalte in separaten (Druck-)Ausgaben. Im digitalen Bereich gibt es verschiedene Versuche, so genannte Freemium-Modelle umzusetzen, bei denen die kostenpflichtige Variante mehr Nutzen liefern soll als die kostenlose Variante. Dies kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass parallel zur HTML-Variante eines Artikels die als höherwertig eingestufte PDF-Fassung nur für zahlende Kund*innen zugänglich gemacht wird. Ein Beispiel dafür ist das in den Sozial- und Geisteswissenschaften angesiedelte Projekt OpenEdition . OpenEdition OpenEdition ist eine digitale Publikationsplattform, die sich auf die Geistes- und Sozialwissenschaften spezialisiert hat. Sie wurde in Frankreich gegründet und wird vom Centre national de la recherche scientifique (CNRS) unterstützt. OpenEdition bietet Wissenschaftler*innen und Einrichtungen Infrastruktur und Services für die Veröffentlichung und Sichtbarmachung von wissenschaftlichen Inhalten im Open Access. Die Plattform umfasst vier zentrale Angebote: OpenEdition Journals (wissenschaftliche Zeitschriften) OpenEdition Books (monografische Werke) Hypothèses (wissenschaftliche Blogs) Calenda (wissenschaftlicher Veranstaltungskalender) Ziel von OpenEdition ist es, den freien Zugang zu qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Informationen zu fördern und eine nachhaltige, nicht-kommerzielle Publikationsumgebung für die akademische Community bereitzustellen. Transformation und Transparenz Die Transformation von einer von Abonnements geprägten Landschaft wissen­schaftlicher Zeitschriften hin zu einer hauptsächlich Open-Access-orientierten Landschaft stellt im Bereich der Geschäftsmodelle eine große Herausforderung dar. In Deutschland versucht das Projekt DEAL durch Konsortialverträge mit einer Open-Access-Komponente ( publish and read ) zu einer Transformation von Zeitschriften beizutragen. Während es möglich scheint, Zeitschriften kom­plett umzustellen und den Betrieb dabei kostendeckend zu gestalten, führen die hohen Beträge, die im Author-Pays-Modell in Rechnung gestellt werden, womöglich insgesamt eher zu einer Kostensteigerung für die Wissenschaft (Mittermaier, 2025). Mit ESAC (Efficiency and Standards for Article Charges) hat sich eine internationale Initiative gegründet, die die Abwicklung der Publikationskosten im Rahmen von Transformationsverträgen effizient und transparent gestalten möchte. Literatur Borrego, A. (2023). Article processing charges for open access journal publishing: A review . Learned Publishing: Volume 36 (3), 359-378. https://doi.org/10.1002/leap.1558 Bruch, C., Fournier, J., & Pampel, H. (2014). Open-Access-Publikationsfonds: Eine Handreichung (Arbeitsgruppe Open Access der Schwerpunktinitiative Digitale Information der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen, Ed.). https://doi.org/10.2312/allianzoa.006 Keller, A. (2017). Finanzierungsmodelle für Open-Access-Zeitschriften. Bibliothek Forschung und Praxis , 41 (1), 22–35. https://doi.org/10.1515/bfp-2017-0012 Lawson, S. (2015). Fee waivers for open access journals. Publications , 3 (3), 155–167. https://doi.org/10.3390/publications3030155 Mittermaier, B. (2025). Transformationsverträge sind eine Sackgasse. O-Bib. Das Offene Bibliotheksjournal. Herausgeber VDB, 12(1), 1-22. https://doi.org/10.5282/o-bib/6117 Reinsfelder, T. L., & Pike, C. A. (2018). Using library funds to support open access publishing through crowdfunding: Going beyond article processing charges. Collection Management , 48 (3). https://doi.org/10.1080/01462679.2017.1415826 (Zweitveröffentlichung: https://hdl.handle.net/1805/15059 ) Russell, B. (2019, October 23). Guest Post — The Future of Open Access Business Models: APCs Are Not the Only Way. The Scholarly Kitchen Blog . https://scholarlykitchen.sspnet.org/2019/10/23/guest-post-the-future-of-open-access-business-models-apcs-are-not-the-only-way/ Waidlein, N., Wrzesinski, M., Dubois, F., & Katzenbach, C. (2021). Working with budget and funding options to make open access journals sustainable (No. 2021–1; HIIG Discussion Paper Series). HIIG. https://doi.org/10.5281/zenodo.4558790 Weiterführende Literatur Bickel, L., Clasen, N., & Flohr, R. (2019, November 13). Open-Access-Tage 2019: Geschäftsmodelle und ihre finanziellen Folgen für die Open-Access-Transformation. ZBW MediaTalk . https://www.zbw-mediatalk.eu/de/2019/11/open-access-tage-2019-geschaeftsmodelle-und-ihre-finanziellen-folgen-fuer-die-open-access-transformation/ Björk, B.-C., & Korkeamäki, T. (2020). Adoption of the open access business model in scientific journal publishing: A cross-disciplinary study. College & Research Libraries , 81 (7). https://doi.org/10.5860/crl.81.7.1080 Bosman, J. & Kramer, B. (2018, Mai 16). Linking impact factor to ‘open access’ charges creates more inequality in academic publishing. Times Higher Education Blog. https://www.timeshighereducation.com/blog/linking-impact-factor-open-access-charges-creates-more-inequality-academic-publishing Budzinski, O., Grebel, T., Wolling, J., & Zhang, X. (2020). Drivers of article processing charges in open access. Scientometrics , 124 (3), 2185–2206. https://doi.org/10.1007/s11192-020-03578-3 Demeter, M., & Istratii, R. (2020). Scrutinising What Open Access Journals Mean for Global Inequalities. Publishing Research Quarterly, 36 (4), 505–522. https://doi.org/10.1007/s12109-020-09771-9 . Frick, C., & Kaier, C. (2020). Publikationskosten für Zeitschriftenartikel abseits von Open-Access-Publikationsfonds – Lost in Transformation? o-bib – das offene Bibliotheksjournal, 7 (2), 1–15. https://doi.org/10.5282/o-bib/5586 Ginsparg, P. (2021). Lessons from arXiv’s 30 years of information sharing. Nature Review Physics , 3 , 602–603. https://doi.org/10.1038/s42254-021-00360-z Grossmann, A., & Brembs, B. (2021). Current market rates for scholarly publishing services. F1000Research , 10 . https://doi.org/10.12688/f1000research.27468.2 Jahn, N., & Tullney, M. (2016). A study of institutional spending on open access publication fees in Germany. PeerJ 4 . https://doi.org/10.7717/peerj.2323 Kändler, U., & Tullney, M. (2019, October 15). Jenseits von APC: Kriterien für Geschäftsmodelle . Open-Access-Tage 2019, Hannover. https://doi.org/10.5281/zenodo.3490914 Michael, A. (2020, August 27). Sustainable open access – what’s next? The Scholarly Kitchen Blog . https://scholarlykitchen.sspnet.org/2020/08/27/sustainable-open-access-whats-next/ Oberländer, A., & Dreher, L. (2019, September 30). Jenseits von APC: Überblick über alternative Open-Access-Modelle . Open-Access-Tage 2019, Hannover. https://doi.org/10.5281/zenodo.3490737 Schönfelder, N. (2018). APCs—Mirroring the impact factor or legacy of the subscription-based model?. Universität Bielefeld. https://doi.org/10.4119/UNIBI/2931061 Shamash, K. (2016). Article processing charges (APCs) and subscriptions: Monitoring open access costs. Jisc. https://www.jisc.ac.uk/sites/default/files/apc-and-subscriptions-report.pdf Tautz, D., Holzer, A., Schmidt, K. M., Buchner, J., Grötschel, M. & Jurburg, S. (2025). Ein neues Verfahren zur direkten Finanzierung und Evaluation wissenschaftlicher Zeitschriften . Diskussion Nr. 38, Halle (Saale): Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina. https://doi.org/10.26164/leopoldina_03_01261 Tobschall, E. (2021, October 27). ArXiv ist 30! TIB-Blog . https://blogs.tib.eu/wp/tib/2021/10/27/arxiv-ist-30/...