
Eine PID-Strategie für Deutschland
Mehrwert von PIDs
Mit der Digitalisierung der Wissenschaft und der Globalisierung nimmt die Zahl der Publikationen, auch im Preprint-Bereich, stetig zu. Die Menge an Forschungsdaten und anderen Forschungsergebnissen, wie z.B. Forschungssoftware, wächst.
In Forschungs-, Kultur- und Fördereinrichtungen ist das Management forschungsrelevanter Informationen, wie das Auffinden von Publikationen zur späteren Erfolgsmessung oder Berichterstattung, anspruchsvoller geworden. Für Forschende ist ein klarer Bezug zu den eigenen wissenschaftlichen Publikationen von großer Bedeutung, da sich das Reputationssystem der Wissenschaft nach wie vor an der Anzahl der Zitationen orientiert.
Das kann jedoch eine Herausforderung darstellen, wenn beispielsweise URLs zu Datensätzen ungültig werden. Die eindeutige Zuordnung der Autorschaft kann erschwert sein, insbesondere bei häufig vorkommenden Namen wie Müller, Smith, Garcia oder Wang. Ebenso kann die Identifizierung einer Organisation unter verschiedenen Namen eine Herausforderung darstellen. Dies führt zu Unsicherheiten beim Auffinden, Zugreifen und Zitieren von Forschungsdaten und den dazugehörigen Textpublikationen, Autor*innen und Zugehörigkeiten.
PIDs (Persistent Identifiers) stellen sicher, dass alle Elemente der Forschung eindeutig identifizierbar und zugänglich sind, und zwar sowohl für Menschen als auch für Maschinen. Sie sind dauerhafte Verweise auf potenziell jede Art von digitaler oder nicht-digitaler Entität und ermöglichen die Verknüpfung zwischen diesen Einheiten. PIDs tragen zur Integrität der wissenschaftlichen Kommunikation und zu ihrer Reproduzierbarkeit bei.
Hierfür gibt es eine große Vielfalt verschiedener PIDs für unterschiedliche Anwendungsfälle – oder auch verschiedene PIDs für denselben Anwendungsfall.
Ziel von PID Network Deutschland
Das DFG-geförderte Projekt PID Network Deutschland hat zum Ziel, ein Netzwerk relevanter Akteur*innen der PID-Landschaft zu schaffen und gemeinsam eine PID-Strategie für Deutschland zu entwickeln. Die Verbreitung und Verknüpfung von PID-Systemen, sowie ihre Integration in Infrastrukturen wie Wissensgraphen soll unterstützt werden.
Ein wichtiger Teil der Projektarbeit ist die Organisation von Workshops zu verschiedenen PID-Anwendungsgebieten, um die Bedarfe der Wissenschaftsgemeinschaft festzustellen. Auch Beratung und Schulung, Verbreitung relevanter Neuigkeiten und die Vernetzung mit internationalen PID-Akteur*innen gehören dazu.
Das Projekt bietet aktuelle Informationen rund um PIDs auf der Mailingliste PID-Dialog und auf Mastodon und LinkedIn.
Workshops
PID Network Deutschland führt im Rahmen der Projektlaufzeit verschiedene Veranstaltungen durch, die 10 Anwendungsgebiete von PIDs thematisieren. Hierzu zählen Forschungsdaten, Instrumente, kulturelle Objekte, Organisationen und Projekte, Personen, physische Objekte, Publikationsdienste und Forschungsinformationssysteme, Software, Textpublikationen und wissenschaftliche Veranstaltungen. Diese Seminare bieten eine sehr gute Gelegenheit, mehr über die Anwendung von PIDs im Forschungskontext zu erfahren und Erfahrungen auszutauschen. Die nächste Online-Veranstaltung findet zum Thema “PIDs für Instrumente” am 07. Mai 2024 statt. Die Anmeldung hierfür ist ab sofort geöffnet, wir freuen uns auf Sie!
Sie wollen mit uns in Kontakt treten? Sie erreichen das PID Netzwerk per E-Mail info.pidnetworklistserv.dfnde und auf Social Media:
Zitiervorschlag
Genderjahn, S., & Ziedorn, F. (2024). Eine PID-Strategie für Deutschland. open-access.network. doi.org/10.64395/jb2vk-tk327.
Dieser Beitrag ist lizenziert unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz (CC BY 4.0).
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