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  1. Open Access umsetzen

    Hier können Sie sich über die praktische Anwendung von Open Access informieren Zeitschriften herausgeben Repositorien betreiben Implementierung von Open Access Zeitschriften transformieren...

  2. Open Access und COVID-19

    ALL Eine kollaborative Sammlung zu Open Access während der COVID-19­-Pandemie Alles Open Access in Zeiten der Corona-Pandemie? Finden und Veröffentlichen von Publikation rund um das Corona­virus/​COVID-19/​SARS-CoV-2 Disziplinübergreifende Angebote OpenAIRE: OpenAIRE for COVID-19 (Sprache: Englisch) Coronavirus Disease COVID 19 Research Community Scientific Gateway Unterstützung der Research Data Alliance (RDA) COVID-19 Fast track Working Group SPARC Europe: Our reads and Open use cases National Information Standards Organization (NISO): COVID-19: Response from the Information Community Disziplinspezifisches Preprints Was sind Preprints? Disziplinspezifische Angebote Open-Access-Verlage Open-Access-Repositorien Praxistipp Green Open Access Grün, Gold, Hybrid? Open Access / Open Science Policies, Guidelines & Call for Actions Eine kollaborative Sammlung zu Open Access während der COVID-19­-Pandemie Die Projekte open-access.network (gefördert vom BMBF) und Nationaler Open-Access-Kontaktpunkt OA2020-DE (gefördert von der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen) haben hier eine Übersicht zu verschiedenen Angeboten für das Finden und Veröffentlichen von Open-Access-Forschung zum Corona-Virus und darüber hinaus zusammengestellt. Die Sammlung soll kollaborativ entstehen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit – im Gegenteil: Es handelt sich um ein Angebot, das laufend ergänzt werden soll. Ideen, Hinweise und Zuarbeiten sind sehr willkommen! Wir bieten ein Pad zur gemeinsamen Arbeit an. Die hier aufgeführten Angebote sind auch – soweit sinnvoll – in einer Zotero-Sammlung des Open-Access-Büro Berlin gelistet. Alles Open Access in Zeiten der Corona-Pandemie? Anlässlich der COVID-19-Pandemie sind national und weltweit verschiedenste Sammlungen entstanden, die sich damit befassen, wie und welche Literatur und Daten weltweit "offen" verfügbar gemacht werden und wie im Besonderen Open-Access-Publikationen und -Daten zu Corona, COVID-19 bzw. SARS-CoV-2 bereitgestellt werden. Unter anderem hat der Wellcome Trust am 31. Januar 2020 einen Call for Action veröffentlicht, der Forschende, Verlage und Förderer dazu aufruft, ihre Forschungsergebnisse schnell und offen verfügbar zu machen. Diesen Aufruf haben eine ganze Reihe von Verlagen unterzeichnet. Längst nicht alle diese Angebote entsprechen allerdings den Kriterien von Open Access, obwohl oftmals das Label "Open" oder "offen" verwendet wird. Das betrifft vor allem die Nachhaltigkeit im Sinne von einem Zugang, der unwiderufbar offen ist und die freie Lizenzierung. Viele der derzeit freigegebenen Inhalte sind nicht frei lizenziert, was ihre Nachnutzbarkeit erschwert und oftmals erfolgt der Zugang nur temporär. Diese Thematik ist u.a. auch im TIB Blogbeitrag " Warum „freier Zugang“ und „Open Access“ nicht dasselbe sind " beschrieben. Einen umfassenden Blogpost zu den Ausprägungen von "Openness" während der Pandemie hat Juuso Ala-Kyyny im Think Open Blog der Universität Helsinki verfasst. Am 7. April 2020 veröffentlichten mehrere weltweit aktive Unternehmen, Initiativen und Universitäten den Open COVID Pledge . In dieser Selbstverpflichtungserklärung wird die Freigabe von geistigem Eigentum für die Zeit der von der WHO ausgerufenen Pandemie mittels einer sogenannten Open COVID License forciert. Der Fokus der Initiative liegt insbesondere auf der freien Lizenzierung im Kontext von Schutz- und Patentrechten für z.B. technische Verfahren in Laboren oder zur Herstellung von Schutzausrüstung (vgl. Rack 2020 ). Der Aufruf richtet sich damit insbesondere an Industrie und Forschung, aber auch geistiges Eigentum in der wissenschaftlichen Kommunikation und im Bildungsbereich sind inbegriffen. In Zeiten, in denen Offenheit ein so wichtiger Parameter globaler Zusammenarbeit geworden ist, sollte allerdings von Beginn an nicht über zeitlich beschränkte Lösungen im Sinne der Offenheit nachgedacht werden, sondern weiter an nachhaltigen Lösungen und Strukturen über die Krisenzeit hinaus gearbeitet werden. Repositorien für Publikationen und Daten: Nutzen und Teilen Zenodo Coronavirus Disease COVID 19 Research Community - siehe auch oben zu OpenAIRE Figshare COVID-19 Open research data Finden und Veröffentlichen von Publikation rund um das Corona­virus/​COVID-19/​SARS-CoV-2 Die hier aufgeführten Angebote führen teilweise Nachweise bzw. Suchmöglichkeiten für reines Open Access, teilweise enthalten sie auch Open-Access-Angebote neben solchen hinter einer Bezahlschranke. Unser Fokus liegt auf nachhaltigem Open Access, daher verzichten wir an dieser Stelle darauf, nur vorübergehend frei verfügbare Verlagsangebote separat zu verlinken. Disziplinübergreifende Angebote OpenAIRE: OpenAIRE for COVID-19 (Sprache: Englisch) Coronavirus Disease COVID 19 Research Community von OpenAIRE Expert*innen kuratierte Sammlung von Forschungsergebnissen (u. a. Publikationen und Daten), die auf dem Repositorium Zenodo verfügbar gemacht werden Scientific Gateway disziplinübergreifende Suche über Publikationen, Daten und Software; Beta-Version, verfügbar seit Ende April Unterstützung der Research Data Alliance (RDA) COVID-19 Fast track Working Group Erarbeitung von Guidelines zum Teilen und Nachnutzen von Forschungsdaten SPARC Europe: Our reads and Open use cases regelmäßig aktualisierte Sammlung von Blogbeiträgen, Artikeln, Aufrufen und OA-Ressourcen (Sprache: Englisch) National Information Standards Organization (NISO): COVID-19: Response from the Information Community regelmäßig aktualisierte Meldungen zu Initiativen und von Verlagen, die Publikationen und Daten verfügbar machen (teilweise Open Access) (Sprache: Englisch) Disziplinspezifisches Preprints Für eine schnelle Verfügbarkeit veröffentlichen viele Forschende ihre Ergebnisse auf sogenannten Preprint-Servern, bevor sie sie bei wissenschaftlichen Zeitschriften einreichen. In einer aktuellen Untersuchung auf Basis der Nachweisdatenbank Dimensions wurde ermittelt, dass es sich bei etwa 17 % der 6.659 Forschungsartikel zu COVID-19 um Preprints handelt (vgl. Baker 2020 ). Preprints sind eine besondere Form der offenen wissenschaftlichen Kommunikation, denn sie sind vorläufige Berichte, die noch nicht in einem Peer-Review-Verfahren begutachtet wurden. Nicholas Fraser veröffentlicht in einem Git-Repositorium Sourcecode um die Verbreitung von Preprints zu visualisieren (vgl. Fraser et al. 2020 ). COVID-19 Preprints pro Tag (erstellt von Nicholas Fraser. Quelle: https://github.com/nicholasmfraser/covid19_preprints, abgerufen am 30.04.2020) Was sind Preprints? Hier gibt es eine Einführung. Disziplinspezifische Angebote Preprintserver medRxiv.org - Health Sciences bioRxiv.org - Biologie COVID-19 SARS-CoV-2 preprints from medRxiv and bioRxiv - Gemeinsame Suche über medRxiv und bioRxiv arXiv.org - verschiedene Disziplinen (u.a. Mathematik, Physik, Informatik) arXiv.org COVID-19 quick search RePEc - Wirtschaftswissenschaften EconStor - Wirtschaftswissenschaften SocArXiv - Sozialwissenschaften PsyArxiv - Psychologie SSRN - verschiedene Disziplinen SSRN Coronavirus - Zusammenstellung der preprints zu COVID-19 und Forschung über Infektionskrankheiten ResearchSquare - verschiedene Disziplinen OSF Preprints - verschiedene Disziplinen COVID-19 Preprint Viewer - Suche in bioRxiv, medRxiv, ChemRxiv, arXiv und Preprints.org Bibliotheksangebote ZBMed Informationszentrum Lebenswissenschaften: ZB MED COVID-19 Hub - Teilen und Nutzung von Datensätzen, Tools; Literatursuche über die Suchmaschine LIVIVO, Genom-Browser (Sprache: Englisch) Open-Access-Verlage BMC (Springer Nature): Coronavirus research highlights - Sammlung von OA-Artikeln aus BMC- und SpringerOpen-Zeitschriften Frontiers Media S.A. Coronavirus Knowledge Hub - Recherche über Artikel zu COVID-19; Frontiers hat darüber hinaus u.a. die Article Processing Charges (APCs) ausgesetzt MDPI: Free Open Platforms to Support Academics during the COVID-19 Pandemic - verschiedene Initiativen des Verlags, darunter das Preprint-Repository preprints.org PLOS: COVID-19 Updates - u.a. Collection zu COVID-19 OA-Veröffentlichungen Open-Access-Repositorien PubmedCentral: Suche nach Veröffentlichungen zu COVID-19 - Suche nach relevanten Veröffentlichungen, die u. a. durch Verlage ermöglicht werden, die den Call for Action "Sharing research data and findings relevant to the novel coronavirus (COVID-19) outbreak" des Wellcome Trust unterzeichnet haben LitCovid: curated literature hub for tracking scientific information about the 2019 novel Coronavirus in PubMed Europe PMC latest peer-reviewed research articles and preprints Praxistipp Finden von Open-Access-Literatur unabhängig von COVID-19 Geänderte Zugänge zu Verlagsangeboten werden derzeit durch verschiedene Akteure aufbereit (z.B. im Blog der Technischen Informationsbibliothek oder in der COVID-19 Resource Access list von JISC ). Im Folgenden listen wir einige der wichtigen Suchinstrumente für die Recherche nach Open-Access-Veröffentlichungen auf. Blogbeitrag "Open-Access-Angebote finden" der Technischen Informationsbibliothek (30.03.2020) Bielefeld Academic Search Engine (BASE) - Suchmaschine über mehr als 165 Mio. Dokumente, die u.a. Suche nach Open-Access-Veröffentlichungen ermöglicht Directory of Open Access Journals - Nachweis von etwa 12.000 Open-Access-Zeitschriften Directory of Open Access Books - Nachweis von knapp 28.000 Open-Access-Büchern OAPEN - Repository für qualitätsgesicherte Open-Access-Bücher vorwiegend in Geistes- und Sozialwissenschaften Library of Congress - Suche nach Open-Access-Titeln in der Library of Congress Green Open Access Zur "Stärkung des grünen Open Access" wurde Ende März 2020 bereits ein Blogpost veröffentlicht. Beispielhaft für nationale Aktivitäten ist hier die gemeinsame Initiative der niederländischen Universitätsbibliotheken "You share, we take care" . Die Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin hat einen informativen Blogpost zu den Möglichkeiten von Zweitveröffentlichungen verfasst: " Wissenschaftliche Inhalte frei zugänglich machen in Zeiten von CoVid-19 und darüber hinaus ". Von der ZB Med gibt es eine neue Handreichung " Leitfaden zum Aufbau von Open Access Publikationsplattformen " für Services sowohl im Bereich grünes Open Access als auch goldenes Open Access. Die DSpace Community bietet im Mai 2020 wöchentliche Webinare an, in denen OA-Services von DSpace-Repositorien in Zeiten der Corona-Pandemie vorgestellt werden. Die Webinare werden aufgezeichnet und im Anschluss verfügbar gemacht. Die Confederation of Open Access Repositories (COAR) hat "Recommendations for COVID-19 resources in repositories" veröffentlicht. Grün, Gold, Hybrid? Hier finden Sie eine Einführung in verschiedene Open-Access-Strategien. Open Access / Open Science Policies, Guidelines & Call for Actions Forschungsförder starten in diesen Wochen Aufrufe zur Einreichung von Forschungsvorhaben, die spezifische Fragen im Zusammenhang mit COVID-19 behandeln und verabschieden entsprechende Richtlinien zur Zugänglichkeit der Ergebnisse dieser Vorhaben. European Commission (Stand 8. April 2020): Open-Access-Guidelines im Hinblick auf Horizon2020 Projekte, die im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie forschen ( html / pdf ) Von Seiten internationaler Organisationen werden die nationalen Wissenschaftsministerien aufgefordert, Open Science zu unterstützen. UNESCO (30 Mar 2020): UNESCO mobilizes 122 countries to promote open science and reinforced cooperation in the face of COVID-19 Deutsche UNESCO-Kommission (2020): Deutsche UNESCO-Kommission für Open Science Was ist mit Open Research Data und Data Sharing möglich? Für die Erforschung der Pandemie werden weltweit auf verschiedenen Wegen Forschungsdaten verfügbar gemacht. Die nachfolgenden Beispiele zeigen, was auf Grundlage von geteilten Forschungsdaten möglich ist. European Commission: COVID-19 Data Portal - Pressemitteilung George Anadiotis: Graph analytics and knowledge graphs facilitate scientific research for COVID-19 Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC): Visualisierung von Fallzahlen nach Bundesländern in Deutschland (Zahlen des RKI) KIT / Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM): Visualisierungen zur Ausbreitung in Deutschland Johns Hopkins CSSE: 2019 Novel Coronavirus COVID-19 (2019-nCoV) Data Repository NextStrain - Genomdaten zur Nachverfolgung der Evolution von SARS-CoV-2 COVID Tracking Project - Sammlung von Testdaten für die USA...

  3. Open Access und Forschungförderer

    Intro Open-Access-Vorgaben in EU-Projekten Quelle: Dreher, L. (2020). Open-Access-Vorgaben in EU-Projekten, open-access.network. https://doi.org/10.5446/48698 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Viele Förderorganisationen verpflichten ihre Förderempfänger*innen inzwischen zu Open Access und machen teilweise sehr konkrete Vorgaben zur Umsetzung. 2 Zahlreiche Förderorganisationen unterstützen Wissenschaftler*­innen bei Publikationskosten, die im Open Access entstehen können. 3 Es gibt auch Programme, die gezielt Open Access fördern. Förderer und ihre Vorgaben Förderorganisationen spielen im Wissenschaftsbetrieb eine zentrale Rolle. In vielen Disziplinen ist Forschung ohne ihre Unterstützung praktisch unmöglich. Während es in Deutschland seitens der Förderer keinen Zwang zu Open Access gibt, machen Einrichtungen im Ausland verpflichtende Open-Access-Vorgaben für Publikationen, die unter ihrer Förderung entstehen. Vorreiter sind hier beispielsweise der Wellcome Trust (Großbritannien) sowie die National Institutes of Health (NIH; USA). Falls Förderorganisationen festlegen, dass unter ihrer Förderung entstandene Forschungsergebnisse und -publikationen Open Access veröffentlicht werden müssen, können sie folgende Maßnahmen ergreifen: Pflicht zur Open-Access-Veröffentlichung von Forschungsdaten oder Projektveröffentlichungen (ggfs. mit Einhaltung einer Embargofrist ) mindestens in einem Repositorium Festsetzen von Höchstgrenzen für Embargofristen oder Pflicht zum Verzicht auf Embargofristen Die meisten öffentlichen Förderorganisationen erwarten goldene Open-Access-Veröffentlichungen oder die Bereitstellung über den grünen Weg nach einer Embargofrist. Häufig verlangen sie die Verwendung freier Lizenzen . Es ist ratsam, die Vorgaben von Förderorganisation und Verlagen abzugleichen und sich bei Unklarheiten frühzeitig zu erkundigen. Viele Förderorganisationen haben Open Access Policies , in denen sie sich eindeutig positionieren. In der Regel klären die Policies auch konkrete Förderbedingungen. Hilfreiche Informa­tionen über spezifische Policies von Förderorganisationen bietet Open Policy Finder . Bei kleineren Diskrepanzen zwischen Förderern und Verlagen sollten Autor*in­nen Kontakt zum Verlag aufnehmen. Bei zu großen Diskrepanzen sollten alternative Publikationsorte in Betracht gezogen werden. Im Folgenden werden die Open-Access-Vorgaben wichtiger Förderorganisatio­nen sowie deren Förderprogramme skizziert. Politische Positionierungen zu Open Access auf (supra-)nationaler Ebene finden Sie unter Positionen der Politik . Praxistipps Hier finden Sie die Folien zum Open Access Talk Fördererauflagen zu Open Access – was gilt es zu beachten? Hier finden Sie die Handreichung Open Access in die Förderpraxis integrieren – Empfehlungen für Stiftungen und private Förderer Finanzierung Hier finden Sie eine Einführung. Open Policy Finder Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu Open Access Policies von Forschungsförderern. re3data Hier finden Sie Repositorien für Forschungsdaten. Helpdesk Gern berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. cOAlition S & Plan S Video zu Plan S und Förderung Quelle: Rooryck, J. (2020). Plan S and Funding. What is going to change?, open-access.network. https://doi.org/10.5446/49702 ( CC BY 3.0 DE ) Die 2018 ins Leben gerufene cOAlition S verfolgt mit Plan S die Strategie, den offenen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen aus öffentlichen Förder­geldern sicherzustellen: Seit 2021 müssen Publikationen aus Forschungspro­jekten mit Förderung durch cOAlition-S-Mitglieder in Open-Access-Zeitschriften oder Open-Access-Publikationsplattformen veröffentlicht bzw. sofort und ohne Embargofrist in Open-Access-Repositorien öffentlich zugänglich gemacht werden ( Rücknagel, 2021 ). Prinzipien des Plan S Im Fokus der Initiative stehen die 10 Prinzipien des Plan S . Diese gelten verbindlich für alle von cOAlition-S-Mitgliedern geförderten Projekte. Wesentliche Prinzipien sind ( Rücknagel, 2021 ): Autor*innen bzw. deren Institutionen behalten Rechte an den Publikationen. Publikationen müssen mit der Veröffentlichung frei verfügbar und unter offener Lizenz veröffentlicht werden, bevorzugt CC BY. Gegebenenfalls sollen nicht Autor*innen, sondern deren Einrich­tungen oder Förderorganisationen Publikationskosten übernehmen, die im Open Access entstehen. Die Preisgestaltung der Publikationsorgane soll fair und transparent sein. Hybride Publikationsformen sollen nicht gefördert werden, außer es liegen transformative arrangements vor. Förderer sollen die Qualität der Forschungsleistung bewerten, nicht das Renommee des Publikationsorgans. Über das von der cOAlition S bereitgestellte Journal Checker Tool kann ermittelt werden, ob eine Open-Access-Zeitschrift kompatibel mit den Anforderungen des Plan S ist. Mitglieder der cOAlition S Zu den bekanntesten Mitgliedern der cOAlition S gehören: Europäische Kommission Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) Agence nationale de la recherche (ANR) Research Council of Norway (RCN) World Health Organization (WHO) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Schweizerische Nationalfonds (SNF) haben sich öffentlich zur cOAlition S bekannt, wirken allerdings nicht aktiv am Plan S mit. Europäische Kommission Die Europäische Kommission verpflichtete ihre Förderungsempfänger*innen bereits im Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 (2014-2020) zu Open Access. Das darauf folgende Programm Horizon Europe (2021-2027) schließt an diese Maßgabe an. Die Europäische Kommission bietet in diesem Zusammen­hang die für Förderempfänger*innen kostenfrei nutzbare Plattform Open Research Europe (ORE) an. Preprints , die auf ORE eingestellt werden, werden vor der Veröffentlichung eingehend geprüft - so soll sichergestellt werden, dass sie mit allen Policies und ethischen Rahmenbedingungen konform sind. Nach der Publikation findet ein Open-Peer-Review-Prozess statt. Nach der Begutachtung werden die Postprints an wichtige Literaturdatenbanken und Repositorien geschickt. Weitere Details zum Verfahren finden sich hier . Bedingungen Einen Überblick über die Rahmenbedingungen von Horizon Europe zum Thema Open Access finden sich in diesem Factsheet zu Open Science . Wissenschaftliche Publikationen müssen unmittelbar im Open Access veröffentlicht werden, Forschungsdaten sollen im Sinne der FAIR-Prin­zipien so offen wie möglich gehandhabt werden - unter bestimmten Umständen wird ein gewisser Grad an Closed Access toleriert. Für begut­achtete wissenschaftliche Publikationen gilt im Rahmen des Model Grant Agreements ( Europäische Kommission, 2021, S. 108-109 ): Spätestens zum Veröffentlichungszeitpunkt muss eine maschinen­lesbare elektronische Kopie der publizierten Fassung bzw. des finalen Manuskripts in einem vertrauenswürdigen Repositorium (nachzuschlagen im OpenDOAR ) veröffentlicht werden. Veröffentlichungen müssen unmittelbar im Open Access unter CC BY oder einer gleichwertigen Lizenz veröffentlicht werden. Monografien bzw. lange Textpublikationen können kommerzielle Nutzung oder Bearbeitung ausschließen (z.B. CC BY-NC, CC BY-ND). Über das Repositorium müssen Informationen über Forschungser­gebnisse bereitgestellt werden sowie über Instrumente, die zur Validierung der Ergebnisse benötigt werden. Darüber hinaus müssen Geförderte (oder Autor*innen) genügend Rechte am geistigen Eigentum behalten. Metadaten von Publikationen, die in Repositorien abgelegt wurden, müssen mit CC 0 oder einer äquivalenten Lizenz versehen werden. Weitere Details, auch zu den Rahmenbeding­ungen des Forschungsdatenmanagements, finden sich auf S. 108-109 des Model Grant Agreements ( Europäische Kommission, 2021 ). Unterstützung bei Publikationskosten Publikationsgebühren werden unter den folgenden Bedingungen übernommen ( Europäische Kommission, 2021, S. 109 ): Die Veröffentlichung muss in einem reinen Open-Access-Publikationsorgan erfolgen. Der Publikationsort muss Open-Access-Publikationsstandards erfüllen (Lizenzierung, Peer Review). Projekte zur Förderung von Open Access Die Europäische Kommission fördert mehrere Projekte zu Open Access und Open Science wie OpenAIRE, die Forschungsdateninfrastruktur EOSC und das HIRMEOS-Projekt . Im Rahmen von OpenAIRE entstand auch das universelle Datenrepositorium Zenodo . Zum Anschauen des Videos auf YouTube auf das Bild klicken. Open Research Europe: The new EU open access publishing platform. Quelle: EU Science & Innovation (2021). Open Research Europe: The new EU open access publishing platform. YouTube https://www.youtube.com/watch?v=Z7bW2_xX3iU Praxistipp Hier finden Sie die Folien zum Open Access Talk Open-Access-Vorgaben in EU-Projekten . Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) Mit seiner neuen Richtlinie zur Förderung von Projekten zur Beschleunigung der Transformation zu Open Access ( BMBF, 2020 ) hat das BMFTR (vormals BMBF) in Deutschland die Etablierung von Open Access als Standard wissenschaftlichen Publizierens gestärkt. Im Rahmen einer nationalen Open-Access-Strategie soll die Open-Access-Trans­formation beschleunigt werden. Bis 2025 sollen 70 % aller neu erscheinenden wissenschaftlichen Publikationen ausschließlich oder zusätzlich Open Access veröffentlicht werden. Open Access ist keine Pflicht - die Entscheidung bleibt in der Hand der vom BMFTR geförderten Wissenschaftler*innen. Diese werden allerdings aufgefor­dert, Forschungsergebnisse aus den geförderten Projekten über den goldenen oder den grünen Weg des Open Access zu publizieren. Unterstützung bei Publikationskosten Bei Open-Access-Veröffentlichungen anfallende Publikationskosten können über Projektmittel gedeckt bzw. mitbeantragt werden. Für Veröffentlichungen während der Laufzeit des Projektes sind die Publikationskosten für Open Access auf diese Weise gesichert. Der Post-Grant-Fund finanziert Publikationskosten, wenn es sich um Er­gebnisse aus bereits abgeschlossenen BMBF-geförderten Projekten han­delt ( BMBF, 2017 ). Der Bewilligungszeitraum darf höchstens drei Jahre zurückliegen; Beiträge müssen überdies unter einer Lizenz ver­öffentlicht werden, welche "mindestens das entgeltfreie, unwiderrufliche, weltweite Recht einräumt, in elektronischer Form zu lesen, zu vervielfältigen, weiter­zugeben oder öffentlich zugänglich zu machen" ( Rücknagel, 2021 ). Projekte zur Förderung des Open Access Das damalige BMBF förderte 20 Projekte für die Transformation zu Open Access . Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Die DFG hat 2003 die Berliner Erklärung unterzeichnet und äußert die Erwar­tung , dass geförderte Wissenschaftler*innen "Projektergebnisse zum Zweck der wissenschaftsadäquaten Kommunikation im Open Access" veröffentlichen, ge­nauer gesagt sollen "[d]ie entsprechenden Beiträge [...] direkt in qualitätsgesich­erten bzw. fachlich anerkannten Open-Access-Zeitschriften oder auf [...]-Platt­formen publiziert oder zusätzlich zur Verlagspublikation möglichst ohne Zeitver­zug in disziplinspezifische oder institutionelle elektronische Archive (Reposito­rien) eingestellt werden" ( Deutsche Forschungsgemeinschaft, 2021, S. 42-43 ). Auch wenn die DFG die cOAlition S unterstützt, gibt es bislang keine Pflicht zu Open Access. Programme zur Unterstützung bei Publikationskosten Die DFG bietet folgende Fördermöglichkeiten zur Unterstützung bei Publikationskosten: Das Förderprogramm Open-Access-Publikationskosten löst das langjährige Programm Open Access Publizieren ab. Es gewährt wis­senschaftlichen Einrichtungen festgelegte Open-Access-Zuschüsse. Einzelpersonen können die Publikationskostenpauschale für Open-Access-Veröffentlichungen verwenden, sollten dabei allerdings Rücksprache mit der eigenen Bibliothek bzw. zentralen Servicestellen halten, um Doppelförderung zu vermeiden. Über das Förderprogramm Publikationsbehilfe können u. a. ausschließlich kostenpflichtige elektronische Buchpublikationen sowie Open-Access-E-books gefördert werden. In jedem Fall muss hier laut Merkblatt ein Verzicht auf Open Access explizit begründet werden. Programme zur Förderung von Open Access Im Rahmen des Förderprogramms Infrastrukturen für wissenschaft­liches Publizieren unterstützt die DFG Projekte mit Open-Access-Bezug. Das Förderprogramm hat drei thematische Schwerpunkte: Strukturbildung für die Open-Access-Transformation Open-Access-Infrastrukturen Digitales Publizieren Im Rahmen desselben Programms können überdies Projekte beantragt werden, die sich der Gründung oder dem Ausbau einer einzelnen Open-Access-Zeitschrift widmen oder auf die Transformation einer bestehenden Zeitschrift abzielen. Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) Auch der österreichische Wissenschaftsfonds FWF hat die Berliner Erklärung unterzeichnet und wirkt an der cOAlition S mit. Wissenschaftler*innen, deren Projekte teilweise oder vollständig vom FWF gefördert werden, werden folglich dazu verpflichtet , referierte Forschungsergebnisse Open Access zu veröffentlichen. Bedingungen Drei Publikationsmodelle sind möglich ( Rücknagel, 2021 ): Veröffentlichung in Open-Access-Publikationsmedien Veröffentlichung in transformativen Open-Access-Publikations­medien Unmittelbare Selbstarchivierung des akzeptierten Manuskripts zum Veröffentlichungszeitpunkt unter einer CC-BY-Lizenz oder einer äqui­valenten offenen Lizenz. In Ausnahmefällen kann CC BY-ND verwen­det werden, dies muss allerdings vom FWF genehmigt werden. Bis zu drei Jahre nach Projektende können Kostenanträge für begutachtete Publikationen gestellt werden. An den Publikationsort werden folgende Anforderungen gestellt ( Rücknagel, 2021 ): Eine Veröffentlichung in hybriden Zeitschriften ist gemäß Plan S nicht ausreichend, außer es existiert ein transformative arrangement . Über das Journal Checker Tool kann ermittelt werden, ob eine Zeitschrift den Anforderungen des Plan S entspricht. Die Qualität des Publikationsorts muss angemessen sein: Zeitschriften müssen im DOAJ , Verlage im DOAB und Repositorien im OpenDOAR gelistet sein. Preisgestaltung und Qualitätssicherung ( Peer-Review ) müssen transparent sein. Auch Forschungsdaten müssen seit Januar 2019 Open Access und im Sinne der FAIR-Prinzipien veröffentlicht werden, sofern sie den wissen­schaftlichen Publikationen eines FWF-geförderten Projekts zugrunde­liegen. Bei allen weiteren Forschungsdaten liegt es im Ermessen der Projektleiter*innen, ob diese frei zugänglich veröffentlicht werden. Müssen Forschungsdaten veröffentlicht werden, soll dies schnellstmög­lich und unter Verwendung einer CC-BY-Lizenz oder einer ähnlichen offenen Lizenz geschehen, spätestens jedoch zusammen mit der wissenschaftlichen Publikation, der die Forschungsdaten zugrundeliegen. Sollte ein offener Zugang zu Forschungsdaten nicht möglich sein, muss dies begründet werden. Programm zur Förderung des Open Access Der FWF fördert selbstständige Publikationen , wobei "auch neue digitale Formate wie beispielsweise Apps, Wiki-Modelle, wissenschaftlich kom­mentierte Datenbanken" gefördert werden. Die Förderung der Etablie­rung oder Modernisierung von wissenschaftlichen Zeitschriften wird mit dem Ziel gefördert, den Mindestanforderungen des Plan S zu entsprechen. Schweizerischer Nationalfonds (SNF) Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat die Berliner Erklärung unterzeich­net, unterstützt Plan S ( Philipp, 2018 ) und verpflichtet Förderempfänger*innen dazu, Ergebnisse aus SNF-geförderter Forschung Open Access zu veröffentli­chen, da "[m]it öffentlichen Geldern finanzierte Forschungsresultate [...] ein öffentliches Gut sind" und "daher digital und kostenlos zugänglich" sein sollten. Bedingungen Wissenschaftler*innen können zwischen dem grünen und dem goldenen Weg wählen. Auch hybride Veröffentlichungen erfüllen die Kriterien des SNF – anders als bei goldenen Veröffentlichungen werden hier allerdings keine Publikationsgebühren vom SNF übernommen. Ein Leitfaden beschreibt die verschiedenen Möglichkeiten und das Vorgehen zur Erfüllung der Open-Access-Vorgaben des SNF. Über den goldenen Weg anfallende Publikationskosten können über die Open-Access-Plattform des SNF (mySNF) beantragt werden. Der SNF empfiehlt dabei, zu überprüfen, ob die Zeitschrift der Wahl im DOAJ gelistet ist. Ist dies der Fall, werden die Open-Access-Verpflichtungen des SNF automatisch erfüllt. Wählen Autor*innen den grünen Weg, müssen Zeitschriftenartikel spä­testens nach sechs Monaten, Bücher und Buchkapitel spätestens nach zwölf Monaten öffentlich zugänglich sein. Publikationen müssen mindes­tens als Author's Accepted Manuscript , d. h. mit den Änderungen nach dem Peer Review online gestellt werden (Verlagslayout ist nicht nötig). Die Publikation muss in einem Repositorium abgelegt werden, welches einen dauerhaft kostenfreien Zugang ermöglicht. Falls Verlage längere Embargofristen als die vom SNF zulässigen vorschreiben, stellt der SNF im Leitfaden einen Formulierungsvorschlag für die Kontaktaufnahme mit dem Verlag zur Verfügung. Dort finden sich auch die an Repositorien gestellten Anforderungen sowie eine Liste akzeptierter institutioneller Repositorien. Programm zur Förderung des Open Access Open-Access-Buchpublikationen werden auch außerhalb einer Projektförderung durch den SNF unterstützt. VolkswagenStiftung Die VolkswagenStiftung befürwortet grundsätzlich Open Access und erwartet "dass die Ergebnisse der von ihr geförderten Vorhaben der Öffentlichkeit nicht nur über die herkömmlichen Printmedien" sondern auch im Open Access zugänglich gemacht werden ( VolkswagenStiftung, 2021, S. 7 ). Embargofristen zwischen sechs und zwölf Monaten sind möglich ( Rücknagel, 2021 ). Unterstützung bei Publikationskosten Article Processing Charges (APCs) und Book Processing Charges (BPC) können zweckgebunden beantragt werden. Hinsichtlich der Qualitätsan­forderungen an Zeitschriften und Buchverlage ist zu beachten ( VolkswagenStiftung, 2018 ): Zeitschriften müssen im DOAJ verzeichnet sein. Bei Monografien sollten Verlage gewählt werden, die im DOAB gelistet oder OASPA-Mitglieder sind. Eine weitere Voraussetzung zur Erstattung der Publikationskosten ist, dass Persistent Identifiers (wie z. B. DOIs ), Metadaten und möglichst offene CC-Lizenzen vergeben werden. Die Volkswagenstiftung empfiehlt überdies, dass die Verwertungsrechte bei den Autor*innen bleiben ( VolkswagenStiftung, 2018 ). Die Stiftung unterstützt die nachhaltige Speicherung sowie den offenen Zugang zu Forschungsdaten aus den von ihr unterstützten Projekten im Sinne der FAIR-Prinzipien. Antragsteller*innen werden aufgefordert, einen Datenmanagementplan mit einzureichen. Weitere Details zu Forschungsdaten sowie Open-Source-Programmen, die bei den von der Stiftung geförderten Projekten entstehen, finden sich im Leitfaden der VolkswagenStiftung ( 2018 ). Literatur Bundesministerium für Bildung und Forschung. (2017, August 28). Richtlinie zur Förderung von Open Access-Publikationen aus abgeschlossenen BMBF-geförderten Projekten (Post-Grant-Fund), Bundesanzeiger vom 01.09.2017 . BMBF.de. https://www.bmbf.de/bmbf/shareddocs/bekanntmachungen/de/2017/09/1404_bekanntmachung Bundesministerium für Bildung und Forschung. (2020, May 18). Richtlinie zur Förderung von Projekten zur Beschleunigung der Transformation zu Open Access, Bundesanzeiger vom 17.06.2020 . BMBF.de. https://www.bmbf.de/bmbf/shareddocs/bekanntmachungen/de/2020/06/3044_bekanntmachung Deutsche Forschungsgemeinschaft. (2021). Verwendungsrichtlinien. Allgemeine Bedingungen für Förderverträge mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft e.V. (DFG) . https://www.dfg.de/formulare/2_00/v/dfg_2_00_de_v0121.pdf Europäische Kommission. (2021). Horizon Europe (HORIZON) Euratom Research and Training Programme (EURATOM). General Model Grant Agreement EIC Accelerator Contract. https://ec.europa.eu/info/funding-tenders/opportunities/docs/2021-2027/common/agr-contr/general-mga_horizon-euratom_en.pdf Philipp, T. (2018, September 4). Freier Zugang zu Publikationen: Der SNF unterstützt den europäischen Plan S . SNF.Ch. https://www.snf.ch/de/0pAC5oBtDJQ10ABP/news/news-180904-freier-zugang-der-snf-unterstuetzt-plan-s Rücknagel, J. (2021, April 15). Fördererauflagen zu Open Access - was gilt es zu beachten? OpenAccessTalk. https://doi.org/10.5281/zenodo.4694320 Volkswagenstiftung. (2018). Information Open Access - Open Data - Open Source . https://www.volkswagenstiftung.de/sites/default/files/downloads/OpenAccessOpenDataOpenSource-Hinweise_10_2018.pdf VolkswagenStiftung. (2021). Bewilligungsgrundsätze . https://www.volkswagenstiftung.de/sites/default/files/downloads/Bewilligungsgrunds%C3%A4tze%2002_2021.pdf Weiterführende Literatur Dreher, L. (2021). Open-Access-Vorgaben in EU-Projekten. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.5223006 Europäische Kommission. (2017). H2020 Programme. Guidelines to the Rules on Open Access to Scientific Publications and Open Access to Research Data in Horizon 2020. (Version 3.2.). https://ec.europa.eu/research/participants/data/ref/h2020/grants_manual/hi/oa_pilot/h2020-hi-oa-pilot-guide_en.pdf Rooryck, J. (2020). Plan S and funding - what is going to change?. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4159203...

  4. Open Educational Resources

    Intro Was sind OER? Quelle: OERinForm (2018). Was sind OER? https://www.youtube.com/watch?v=dpjrmx513wk&t=0s ( CC BY-SA 4.0 ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Open Educational Ressources (OER) sind freie Bildungsmaterialien, die von allen eingesehen, genutzt, bearbeitet und weiterverbreitet werden dürfen. 2 Vorteile für die Forschung und Lehre ergeben sich sowohl in der Nutzung als auch in der Erstellung von OER. 3 Es gibt eine Vielzahl an Plattformen, auf denen OER gefunden oder selbst veröffentlicht werden können. Definition Eine allgemeingültige Definition von Open Educational Ressources (OER) gibt es nicht. Unter der Vielzahl an Definitionen bietet sich jene der Deutschen UNESCO-Kommission (o.J.), angelehnt an deren Empfehlung zu OER der Generalkonferenz von 2019 (UNESCO, 2019), besonders an: “Open Educational Resources (OER) sind Bildungsmaterialien jeglicher Art und in jedem Medium, die unter einer offenen Lizenz stehen. Eine solche Lizenz ermöglicht den kostenlosen Zugang sowie die kostenlose Nutzung, Bearbeitung und Weiterverbreitung durch Dritte ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen. Dabei bestimmen die Urhebenden selbst, welche Nutzungsrechte sie einräumen und welche Rechte sie sich vorbehalten. Open Educational Resources können einzelne Materialien, aber auch komplette Kurse oder Bücher umfassen. Jedes Medium kann verwendet werden. Lehrpläne, Kursmaterialien, Lehrbücher, Streaming-Videos, Multimedia-Anwendungen, Podcasts – all diese Ressourcen sind OER, wenn sie unter einer offenen Lizenz veröffentlicht werden.” Definition der Deutschen UNESCO-Kommission (o.J.), weiterführend siehe UNESCO-Empfehlung zu OER (UNESCO, 2019) . Warum OER? OER bieten eine Reihe von Vorteilen für Forschung und Lehre: Vorteile durch die Nutzung von OER Bereits bestehende Materialien können wiederverwendet, angepasst und stetig weiterentwickelt und aktuell gehalten werden. Die daraus gewonnene Zeit kann für die eigene Forschung genutzt werden. Die Wahl offener Lizenzen schafft Rechtssicherheit und schützt vor Urheberrechtsverletzungen. Vorteile durch die Erstellung oder Aktualisierung von OER Es wird eine erhöhte Sichtbarkeit der eigenen Lehre und Forschung erzielt Durch die Digitalisierung und Vernetzung besteht die Möglichkeit neuer Kollaborationen. Unterstützung durch andere bei der Aktualisierung trägt zur Verbesserung der eigenen Materialien bei. Open Educational Resources Quelle: Schneider, H. (2022). Facilitate your Teaching with OER....

  5. Open-Access-Bücher

    Intro Open Access in 60 Sekunden Quelle: Brinken, H., Hauss, J. & Rücknagel, J. (2021). Open Access in 60 Sekunden, open-access.network. https://doi.org/10.5446/50831 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Open Access hat sich im Bereich der Buchpublikationen in den letzten Jahren zu einem hochgradig dynamischen Feld entwickelt. 2 Die Publikationslandschaft wissenschaftlicher Bücher ist sehr heterogen, sodass die bei Zeitschriften etablierten Open-Access-Modelle nicht einfach übertragen werden können. 3 Auch im Bereich der Open-Access-Bücher ist inzwischen eine leistungsfähige Infrastruktur mit verschiedenen Publikations- und Finanzierungsmöglichkeiten entstanden. Ein dynamisches Feld Open Access bei Büchern – dieses lange vernachlässigte Thema hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Bis in die 2010er-Jahre hinein legten Forschungsförderer , Bibliotheken, Verlage und Autor*innen den Schwerpunkt ihrer Open-Access-Aktivitäten auf den Bereich wissenschaftlicher Zeitschriften. Doch inzwischen haben die Stakeholder im wissenschaftlichen Publikationswesen auch die enormen Potenziale von Open Access für Bücher erkannt und Maßnahmen zur Transformation eingeleitet ( Bargheer et al., 2017; Ferwerda et al., 2017; Stone & Marques, 2018 ). Die Durchführung zahlreicher Studien und Projekte auf nationaler und internationaler Ebene, verbesserte Förderstrukturen und neue Finanzierungsmodelle sowie lebendige Initiativen, Arbeitsgruppen und Diskussionsforen zeigen dies eindrucksvoll. open-access.network (2021) ( CC BY 4.0 International ) Wissenschaftliche Bücher open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Monografien, Sammelbände und Co. Hier gibt es eine Begriffslandkarte zu Open Access und Büchern. Vor allem in den Geistes- und Sozialwissenschaften nimmt das Buch als Publi­kationsform weiterhin eine wichtige Rolle ein. Die textorientierten Disziplinen verwenden das umfangreichere Buchformat im Sinne des long arguments , in welchem der theoretische Ansatz umfangreich dargelegt werden muss. Auch die Ergebnisse inter- und transdisziplinärer Forschung lassen sich nur einge­schränkt in Form einer Forschungsberichterstattung publizieren, wie es in Zeitschriftenartikeln möglich ist. Gängige Ausprägungen sind Monografien, Sammelbände oder Konferenzbände. In der Regel erscheinen wissenschaftliche Bücher in verschiedenen Ausgaben: als digitale Publikation bzw. E-Book und zusätzlich als gedruckter Band. Veröff­entlicht werden sie entweder in Reihen oder als singuläre Publikation. Inhaltlich und technisch ist ein Großteil der Open-Access-Bücher ein digitales Pendant zu einem gedruckten Buch, das neben seinem Inhalt in der Regel Navigations­elemente wie Inhalts- oder Abbildungsverzeichnisse aufweist. Durch die digitale Bereitstellung sind jedoch vertiefte Inhaltserschließungen durch Mehrfach­apparate (Fußnoten, Endnoten, kritische Editionen) sowie auch Anreicherungen durch Links auf weitere Wissensbestände wie Wikipedia, Fachdatenbanken oder Primärquellen und Digitalisate möglich. Außerdem können bei E-Books Forschungsdaten, virtuelle Forschungsumgebungen oder dynamische Objekte wie Skripte, Visualisierungen oder Software eingebunden werden. Was sind Open-Access-Bücher? Um ein Open-Access-Buch handelt es sich, wenn der Zugriff auf das E-Book nicht durch Lizenz- oder Bezahlschranken begrenzt wird, sondern unmittelbar nach Erscheinen dauerhaft kostenfrei und nachnutzbar zur Verfügung steht. Einnahmen können Verlage solcher Bücher über Publikationsgebühren ( Book Processing Charge, BPC ) und den Verkauf der häufig im digitalen Print-on-Demand-Verfahren hergestellten Druckausgabe ( Dual Publishing ) erzielen, andere Verlage finanzieren die Grundkosten ihres Open-Access-Segments über Crowdfunding (z.B. Knowledge Unlatched, konsortiale Transformationsverträge) oder über institutionelle Mitgliedschaften (z.B. OBP, OLH oder Language Science Press). Wie bei Open-Access-Zeitschriften sollten Autor*innen und Herausgeber*­innen von Sammelbänden den Verlagen oder Publikationsplattformen keine ausschließlichen Nutzungsrechte übertragen müssen. Zur Lizenzierung empfiehlt sich die Verwendung einer offenen Creative-Commons-Lizenz wie CC BY oder CC BY-SA. Studien legen nahe, dass Bücher durch eine Open-Access-Publikation eine größere und diversere Leser*innenschaft ( Lucraft, 2021 ) gewinnen. Neben einer direkten Veröffentlichung über den goldenen Weg gibt es auch bei Büchern die Möglichkeit einer Zweitveröffentlichung über den grünen Weg des Open Access (siehe auch Grün und Gold ). Open-Access-Bücher in einzelnen Fächern Hier finden Sie heraus, wie gängig Open-Access-Bücher in den unterschiedlichen Disziplinen sind. Verbreitete Mythen Noch immer halten sich einige Mythen rund um das Open-Access-Publizieren. Das Open Access Book Toolkit hilft bei der Aufklärung. Open Access Helpdesk Bei Fragen zu Open-Access-Büchern hilft Ihnen unser Helpdesk gerne weiter. Zeitschriften- und Monografienkrise Sie möchten mehr zur Geschichte des Open Access erfahren? Hier haben wir die wichtigsten Meilensteine zusammengestellt. Die Gründe für die langjährige Vernachlässigung von Open Access bei Büchern reichen bis in die Anfänge der Bewegung zurück, die in den 1990er-Jahren unter dem Eindruck der Zeitschriftenkrise von den Naturwissenschaften ausging. Buchpublikationen spielen dort traditionell allenfalls eine marginale Rolle. Erst Mitte der 2000er-Jahre mehrten sich die Diskussionen über das Aufkommen einer Monografienkrise ( vgl. Herb, 2015) als Folge der Zeitschriftenkrise. Steigende Buchpreise, Versorgungslücken in den Bibliotheken und Autor*innen, die während des Veröffentlichungsprozesses immer mehr Aufgaben selbst erledigen und dennoch teils hohe Druckkostenzuschüsse an die Verlage zahlen müssen: Die Probleme des Closed Access traten nun auch im Bereich wissenschaftlicher Bücher deutlich zutage. Unterschiede zu Open-Access-Zeitschriften Vor dem Hintergrund der Monografienkrise und der zunehmenden Etablierung von Open Access im Bereich der Zeitschriften wurde die Forderung nach Open Access auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften lauter. Im Vergleich zu wissenschaftlichen Zeitschriften weist die Publikationslandschaft bei Büchern jedoch einige Besonderheiten auf, von denen hier die wichtigsten genannt werden sollen (vgl. Snijder, 2019; Open Access Books Toolkit, 2020 ): In den Geistes- und Teilen der Sozialwissenschaften spielen kleine und mittelgroße Buchverlage mit hohem Renommee in ihren Spezialgebieten eine bedeutende Rolle. Enge Beziehungen zwischen Autor*innen und Verlagen sind dabei keine Seltenheit. Beide Gruppen stehen Open Access teils abwartend bis kritisch gegenüber, auch weil es den Beteiligten in diesem Setting schwerer fällt, die notwendigen Kompetenzen im sich schnell wandelnden Publikationswesen vorzuhalten. So ist z.B. das Wissen um die Selbstarchivierungsrechte der Urheber*innen nicht flächen­deckend vorhanden. Häufig müssen sie mit den Verlagen in Verhandlung treten, um sich die Rechte zur Bereitstellung auf einem Repositorium zu sichern. Im Gegensatz zu wissenschaftlichen Zeitschriften sind Druckausgaben bei Büchern trotz generell rückläufiger Verkaufszahlen weiterhin von Bedeutung und werden nicht zuletzt auch von den Autor*innen gewünscht. Die Verbreitungskanäle und Rezeptionsprozesse sind weiterhin auf die Verarbeitung von physischen und kostenpflichtigen Objekten ausgerichtet. Buch ist nicht gleich Buch: Die Bandbreite reicht von einfachen Sammel- und Konferenzbänden über aufwändig gestaltete, mehrere hundert Seiten umfassende Monografien bis hin zu experimentellen, multimedial angereicherten Publikationsprojekten. Einreichungs-, Begutachtungs- und Redaktionsprozesse sind weniger standardisiert als im Zeitschriftenbereich. Gerade im deutschsprachigen Raum zeichnen häufig die Herausgeber*innen oder Verlagsmitarbeiter*­innen in einem Editorial Review für die Qualitätskontrolle verantwortlich. Die Kosten für die Veröffentlichung von Open-Access-Büchern variieren stark, liegen aber in der Regel durch den höheren Umfang über denen von Artikeln in Open-Access-Zeitschriften. Hinzu kommt, dass bestimmte Buch­typen wie Handbücher, Lexika oder Editionen aufwendige redaktionelle Prozesse erfordern, die seitens der Verlage eingepreist werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Open-Access-Bücher in der Kosteneffizienz hinter Zeitschriften zurückstehen. Bei den hochpreisigen Open-Access-Zeitschriften kommerzieller Verlage liegt der Preis pro Seite sogar mehrfach über dem, was für die überwiegende Mehrheit von Buchprojekten aufgerufen wird. All diese Faktoren machen deutlich, dass die für Zeitschriften entwickelten Modelle und Werkzeuge auf die spezifischen Anforderungen von Open-Access-Büchern angepasst werden müssen, um ihr Potenzial voll entfalten zu können. Dies gilt nicht zuletzt im Hinblick auf die Entwicklung nachhaltiger Geschäfts­modelle für kleine und mittlere Verlage (siehe hierzu auch das internationale Projekt Community-led Open Publication Infrastructures for Monographs, COPIM ), den Aufbau geeigneter Publikationsinfrastrukturen oder die Entwick­lung adäquater Förderinstrumente. Sowohl das Bundesministerium für Bil­dung und Forschung (BMBF) (heute: BMFTR - Bundesministerium für ­Forschung, Technologie und Raumfahrt) als auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) haben hierfür jüngst Programme aufgelegt (BMBF: Richtlinie zur Förderung von Projekten zur Beschleunigung der Transformation zu Open Access , 2020; DFG: Förderprogramm Open-Access-Publikationskosten , ab 2021), die diese Herausforderungen adressieren. Open-Access-Zeitschriften Hier finden Sie eine Einführung. Open Access und Forschungsförderer Hier finden Sie eine Einführung. Warum ist Open Access bei Büchern so kompliziert? Das Open Access Books Toolkit erklärt, worin sich Open-Access-Bücher und -Zeitschriften unterscheiden. Zukunftsmusik oder State of the Art – Experimentelle Formate für Bücher? Bericht zur Erhebung Der Bericht fasst wesentliche Ergebnisse einer im Rahmen des Projekts open-access.network durchgeführten Erhebung zusammen. Angebote für Bücher Video zum Publizieren von Open-Access-Büchern Quelle: Stern, N. (2020). Publishing your book in Open Access?, open-access.network. https://doi.org/10.5446/52108 ( CC BY 3.0 DE ) Arbeitsgemeinschaft Universitätsverlage Hier erfahren Sie mehr über die Mitglieder und Prinzipien der AG. ScholarLed Hier erfahren Sie mehr über die Mitglieder und Prinzipien der ScholarLed-Initiative. Praxistipp Das Projekt COPIM liefert wertvolle Hinweise zu Community-geführter Publikationsinfrastruktur für Monografien. Insbesondere findet sich dort ein Report über Ressourcen, Workflows, Werkzeuge und Plattformen . Auch wenn es im Rahmen der Open-Access-Transformation von Büchern noch zahlreiche Herausforderungen zu meistern gilt, haben Autor*innen bereits jetzt umfassende Möglichkeiten, ein Open-Access-Buch zu publizieren. Viele etab­lierte Verlage haben Open-Access-Modelle in ihr Portfolio aufgenommen und bieten Veröffentlichungen über den goldenen Weg unter Verwendung von CC-Lizenzen an. Auch bezüglich einer Zweitveröffentlichung nach einer Embargo­frist über den grünen Weg besteht häufig Gesprächsbereitschaft. Die verlags­seitig vielfach geäußerte Befürchtung, Open Access führe zu gravierenden Einbrüchen in den Verkaufszahlen der Druckausgaben, wurde inzwischen in verschiedenen Studien entkräftet ( Graf et al., 2020; Snijder, 2019; Collins & Milloy, 2016 ). Eine preiswerte und qualitativ hochwertige Alternative zu kommerziellen Verlagen stellen die von Universitäten oder deren Bibliotheken betriebenen wissenschaftsnahen Verlage dar, von denen sich eine Mehrheit in der Arbeits­gemeinschaft der Universitätsverlage zusammengeschlossen haben. Gemein­sam haben sie verschiedene Materialien rund um das Open-Access-Publizieren von Büchern erstellt, darunter auch ein Papier zu Qualitätsstandards ( AG Universitätsverlage, 2018 ), das auch für die Prüfung eines Open-Access-Angebots und die Auswahl eines Verlags hilfreich ist. Schließlich gibt es ähnlich wie bei Zeitschriften inzwischen auch einige von Wissenschaftler*innen gegründete Verlagsinitiativen (z. B. den Zusammen­schluss ScholarLed ), die sich einem fairen Open Access verpflichtet fühlen und sich durch eine hohe Transparenz bezüglich ihrer Geschäftsmodelle auszeich­nen ( vgl. Nordhoff, 2018; Barnes & Gatti, 2020 ). Inzwischen werden wissen­schaftliche Bücher auch vermehrt über Plattformen des institutionellen Publi­zierens ( OMP , PubPub , Janeway ) veröffentlicht, bei denen kein verlegerisches Geschäftsmodell zum Tragen kommt, sondern die Plattformen als Gemein­schaftsgut finanziert werden, was spezifische Herausforderungen mit sich bringt. Finanzierung Um die Autor*innen und Herausgeber*innen finanziell zu entlasten, stellen inzwischen viele Einrichtungen spezielle Mittel für Open-Access-Bücher bereit. Auch auf Länderebene befinden sich Publikationsfonds im Aufbau. Die DFG unterstützt Institutionen in ihrem 2021 neu eingerichteten Förderprogramm Open-Access-Publikationskosten mit bis zu 5.000 € für in DFG-Projekten entstandene Bücher. Der gleiche Betrag kann im Rahmen der DFG-Projekt­förderung jährlich für Buchpublikationen über die projektinternen Publika­tionsmittel abgerufen werden. Zudem besteht für Quellen- und Werkeditionen sowie für Werke von besonderer wissenschaftlicher Bedeutung die Möglichkeit, Publikationsbeihilfen zu beantragen. In Österreich und der Schweiz haben FWF und SNF bereits seit geraumer Zeit dezidierte Förderprogramme zur Finanzierung von Open-Access-Büchern etabliert. Speziell an Nachwuchswissenschaftler*innen im Bereich der Digital Humanities richtet sich das 2021 eingeführte Stipendium für Open-Access-Bücher von DARIAH-EU, über das bis zu 7.000 € pro Buch bereitgestellt werden. Video zur Finanzierung von Open-Access-Monographien Quelle: Brinken, H. (2020). Finanzierung von Open-Access-Monographien, open-access.network. https://doi.org/10.5446/49535 ( CC BY 3.0 DE ) Open-Access-Bücher finden Praxistipp Zahlreiche Suchmaschinen sind auf Open-Access-Fachpublikationen spezialisiert und ermöglichen den weltweiten, kostenfreien Zugang auf Volltexte. Zudem gibt es spezielle Sucheinstiege für das Finden von Open-Access-Büchern. Einen Überblick bietet unser Praxistipp "Open Access Literatur finden" . Directory of Open Access Books (DOAB) Das DOAB ist die zentrale Datenbank für Open-Access-Bücher, die auch fachspezifisch durchsucht werden kann. Open-Access-Bücher sind an vielen Stellen nachgewiesen und häufig in den gewohnten Datenbanken und Suchmaschinen recherchierbar. Auf Open-Access-Inhalte spezialisiert ist die Suchmaschine BASE , die auch eine gezielte Suche nach Büchern oder Buchkapiteln ermöglicht. Zusätzlich sind Open-Access-Bücher auch gut über die gängigen Suchmaschinen wie z. B. Google Scholar zu finden. Eine wichtige Rolle in Bezug auf die Find- und Sichtbarkeit spielt das Directory of Open Access Books (DOAB) als zentrale Datenbank für Open-Access-Bücher, das sowohl fachspezifisch als auch nach Sprache und Verlag durchsucht werden kann. Dort hinterlegte Metadaten werden in diverse Bibliothekskataloge eingespeist. Auch die kombinierte Online-Bibliothek und Publikationsplattform von OAPEN (Open Access Publishing in European Networks) sowie geistes- und sozialwissenschaftliche Fachrepositorien wie media/rep/ oder SSOAR eignen sich für die Recherche nach Open-Access-Büchern. Einen Einstieg bieten zudem die fachspezifischen Einführungen auf open-access.network. Fazit und Ausblick Die Umsetzung von Open Access für Bücher ist über Jahrzehnte nur von sehr wenigen Akteur*innen systematisch betrieben worden und damit eine Randerscheinung geblieben. Auch wenn diese Pioniere das wissenschaftliche Potenzial von Open Access für die buchaffinen Disziplinen früh erkannt hatten, fehlte es an flächendeckenden Praktiken, Ansätzen und Anbietern. Doch auch wenn es noch immer Nachholbedarf gibt, ist dieser Bereich inzwischen von einer hohen Dynamik geprägt: Es werden umfassende Studien (z. B. in Projekten wie COPIM und OPERAS-P ) durchgeführt, Publikationsfonds eingerichtet bzw. ausgebaut, neue Geschäftsmodelle entwickelt und neue Verlagsprojekte initiiert. Darüber hinaus werden Netzwerke wie das Open Access Books Network , ENABLE! oder die Fokusgruppe Open-Access-Bücher gegründet, Handreichungen und Empfehlungen formuliert ( vgl. Adema, 2019; Godel et al., 2020 ) sowie Informationsplattformen wie das von OAPEN initiierte Open Access Books Toolkit erstellt. Von den insgesamt 20 ab 2021 durch das BMBF (heute BMFTR) geförderten Projekten zur Beschleunigung der Transformation zu Open Access sind zudem weitere Impulse für die Open-Access-Transformation wissenschaftlicher Bücher zu erwarten. Ausgewählte Projekte und Initiativen zur Vernetzung COPIM OPERAS-P Open Access Books Network ENABLE! Fokusgruppe "Open-Access-Bücher" Diskutieren Sie mit Expert*innen über Open-Access-Bücher. Fokusgruppe "Open-Access-Monografienfonds" Diskutieren Sie mit Expert*innen über Open-Access-Monografienfonds. Literatur Adema, J. (2019). Towards a Roadmap for Open Access Monographs . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.3238545 Arbeitsgemeinschaft der Universitätsverlage. (2018). Qualitätsstandards für Open-Access-Monografien und -Sammelbände (Version 1). Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.3562239 Bargheer, M., Dogan, Z.M., Horstmann, W., Mertens, M. & Rapp, A. (2017). Unlocking the digital potential of scholarly monographs in 21st century research. LIBER Quarterly, 27(1), pp.194–211. http://doi.org/10.18352/lq.10174 Barnes, L. & Gatti, R. (2020, May 28). The cost of Open Access books: a publisher writes. Open Book Publishers. https://blogs.openbookpublishers.com/the-cost-of-open-access-books-a-publisher-writes/ Collins, E., & Milloy, C. (2016). OAPEN-UK final report: A five-year study into open access monograph publishing in the humanities and social sciences (p. 94). https://oapen.fra1.digitaloceanspaces.com/7a65d73f1087444d80807833a320fa36.pdf Ferwerda, E., Pinter, F., & Stern, N. (2017). A Landscape Study on Open Access and Monographs: Policies, Funding and Publishing in Eight European Countries . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.815932 Godel, R., Herb, U., Hillenkötter, K., Holzer, Angela, Nordhoff, S., Schäffler, H., Siegert, O., & Arbeitsgruppe „Wissenschaftliches Publikationssystem“ der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen. (2020). Förderung wissenschaftlicher Buchpublikationen im Open Access (Open-Access-Bücher): Standards und Richtlinien für die Gestaltung infrastruktureller Rahmenbedingungen und die Vergabe von Fördermitteln durch wissenschaftliche Einrichtungen: Handreichung der AG Wissenschaftliches Publikationssystem im Rahmen der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen . 13 p. https://doi.org/10.3249/ALLIANZOA.014 Graf, D., Fadeeva, Y., Falkenstein-Feldhoff, K., (Hg.) (2020). Bücher im Open Access. Ein Zukunftsmodell für die Geistes- und Sozialwissenschaften? Verlag Barbara Budrich. https://www.doi.org/10.17185/duepublico/72237 Herb, U. (2015). Open Science in der Soziologie: Eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme zur offenen Wissenschaft und eine Untersuchung ihrer Verbreitung in der Soziologie. Schriften zur Informationswissenschaft 67. Verlag Werner Hülsbusch. https://doi.org/10.22028/D291-23737 Lucraft, M. (2021, March 3). Open Access to academic books creates larger, more diverse and more equitable readerships. LSE Impact Blog . https://blogs.lse.ac.uk/impactofsocialsciences/2021/03/03/open-access-to-academic-books-creates-larger-more-diverse-and-more-equitable-readerships/ Nordhoff, S. (2018). Cookbook for Open Access books . Language Science Press. https://doi.org/10.5281/zenodo.1286925 Open Access Books Toolkit (2020, October 9). The difference between an open access book and an open access journal . https://oabooks-toolkit.org/the-oabooks-landscape/1323435-oa-books-vs-oa-journals;jsessionid=08F1DF2737084E6DAD2E12BE59C55FD0 Snijder, R. (2019). The deliverance of open access books. Examining usage and dissemination . Amsterdam University Press. https://www.doi.org/10.26530/OAPEN_1004809 Stone, G., & Marques, M. (2018). Knowledge Exchange Survey on Open Access Monographs . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.1475446 Weiterführende Literatur Projekt AuROA (2023). Leistungskatalog für wissenschaftliche Open-Access-Publikationen . Essen. https://zenodo.org/record/7561443 Neylon, C., Ozaygen, A., Montgomery, L., Huang, C.-K. (Karl), Pyne, R., Lucraft, M., & Emery, C. (2021). More readers in more places: The benefits of open access for scholarly books. Insights , 34 (1), 1-27. https://doi.org/10.1629/uksg.558 Snijder, R. (2023). Measured in a context: making sense of open access book data. Insights the UKSG Journal , 36 , 20. https://doi.org/10.1629/uksg.627 Taylor, M. (2020). An Altmetric Attention Advantage for Open Access Books in the Humanities and Social Sciences. Scientometrics , 125 (3), 2523–43. https://doi.org/10.1007/s11192-020-03735-8 ....

  6. Open-Access-Geschäftsmodelle für Zeitschriften

    Intro Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Es gibt verschiedene Geschäfts- und Finanzierungsmodelle für Open-Access-Zeitschriften. 2 Grundsätzlich lassen sich drei Formen der Finanzierung unterschei­den: APC-basierte, institutionelle und konsortiale Modelle. 3 Im Rahmen der Open-Access-Transformation sollten effiziente, transparente und faire Modelle bevorzugt angewendet werden. Kosten von Zeitschriften Open Access beinhaltet den kostenlosen Zugang zu wissenschaftlicher Informa­tion und deren freier Nachnutzung. Da Open-Access-Zeitschriften für Leser*in­nen kostenlos zugänglich sind, können bei der Produktion entstehende Kosten ( Grossmann & Brembs, 2021 ) nicht über Subskriptionen wieder eingenommen werden, sondern müssen durch alternative Geschäftsmodelle finanziert werden. Die sogenannte Zeitschriftenkrise und die damit verbundenen großen Gewinne wissenschaftlicher Verlage aus öffentlichen Mitteln waren wesentliche Gründe für das Aufkommen der Open-Access-Bewegung. Deshalb ist es sinnvoll, bei Geschäftsmodellen zwischen Kostendeckung und Gewinnerzielung zu unterscheiden, speziell dort, wo es um die Umschichtung von Kosten für die Open-Access-Transformation von Zeitschriften geht. In jedem Fall müssen Betriebs- und Personalkosten finanziert werden, die benötigt werden, um Werke entgegenzunehmen, zu verwalten, zu veröffentlichen und zu verteilen. Dazu kommen Kosten, die für die Infrastruktur, wie Serverka­pazitäten und Webseiten anfallen. Im Bereich der Publikation von Daten oder multimedialen Inhalten kommen neue Anforderungen hinzu. Im Bereich des goldenen Wegs des Open Access existieren eine Reihe unter­schiedlicher Geschäftsmodelle ( Keller, 2017 ; Russell, 2019 ; Waidlein et al., 2021 ). Grundsätzlich lassen sich Open-Access-Zeitschriften durch Publikationsgebühren ( APCs ), durch Institutionen oder durch Konsortien finanzieren. Bei Modellen, die gänzlich ohne APCs auskommen, spricht man auch von Diamond Open Access . Praxistipp Hier finden Sie die Folien zum Open Access Talk Open-Access-Finanzierung: Fragen und Probleme . Quelle: verändert nach Oberländer, A. (2020). Open Access – Es ist nicht alles Gold, was glänzt. In: Open Science. Von Daten zu Publikationen. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4018594 ( CC BY 4.0 International ) Alternative Geschäftsmodelle für Open-Access-Publikationen Quelle: Strauß, H., Rücknagel, J., & Hauss, J. (2022). Alternative Geschäftsmodelle für Open-Access-Publikationen. https://doi.org/10.5446/60353 ( CC BY 3.0 DE ) Finanzierung vonseiten der Autor*innen Article processing charges (APCs) Zentral am Author-Pays-Modell ist, dass zwischen Annahme und Veröff­entlichung eines Beitrags die Zahlung der als Article Processing Charges (APCs) bezeichneten Publikationskosten durch die Autor*innen bzw. deren Institution erfolgt. Die Verfügbarkeit von Mitteln und die Akzeptanz für derartige Zahlungen hängen auch von der Publikationskultur der Fachdisziplin ab. Weitere Faktoren sind der Zugang zu Drittmitteln und die berufliche Position der Autor*innen. Deshalb werden APCs häufig kritisch gesehen : Befürchtet wird, dass sie Zugangsbarrieren insbeson­dere für Autor*innen aus Ländern des globalen Südens oder für Wissen­schaftler*innen am Beginn ihrer Karriere schaffen. Andererseits bieten viele kommerzielle Open-Access-Zeitschriften die Möglichkeit, auf APCs in Einzelfällen (z. B. für Autor*innen aus Ländern mit niedrigem und mittle­rem Einkommen; Lawson, 2015 ) zu verzichten bzw. diese Kosten auf die APC-zahlenden Autor*innen umzulegen. Viele Forschungsförderer verlangen, dass aus geförderten Projekten entstehende Veröffentlich­ungen zu Open-Access-Bedingungen publiziert werden und übernehmen im Gegenzug die Zahlung von APCs. Die Ausweitung von APC-Modellen kann jedoch zu einer Belastung der Forschungsetats führen. Publikationsfonds Ein Instrument zur institutionellen Unterstützung von Autor*innen bei anfallenden APCs sind Publikationsfonds , mit denen viele Universitäten und Forschungseinrichtungen stellvertretend für ihre Autor*innen Publi­kationskosten übernehmen ( Bruch et al., 2014 ; vgl. die Übersicht im Open Access Directory). Vielfach fließen auch für den Literaturerwerb, insbesondere für Zeitschriftenabonnements vorgesehene Mittel in Publi­kationsfonds ein. Auf diese Weise bezahlen zwar nach wie vor wissen­schaftliche Einrichtungen für Publikationen, diese sind nun jedoch weltweit frei zugänglich. In Deutschland ist die Einführung von Publikationsfonds seit langem mit institutionellen Förderprogrammen der Deutschen Forschungsgemein­schaft (DFG) verbunden. Seit 2020 können Hochschulen und außeruni­versitäre Forschungseinrichtungen im neu ausgerichteten DFG-Förder­programm Open-Access-Publikationskosten festgelegte Zuschüsse zur Publikation wissenschaftlicher Ergebnisse im Open Access beantragen. Mit dieser Teilfinanzierung von Einzelpublikationen wird auch weiterhin der Betrieb von Publikationsfonds unterstützt. Zuschüsse zu den Open-Access-Publikationsgebühren sind u. a. für Zeitschriftenartikel, auch für Artikel aus Transformationsverträgen wie denen des Projekts DEAL möglich. Einige deutsche Bundesländer stellen für die Förderung von Open Access aus Landesmitteln eine Finanzierung von Publikationsfonds zur Verfü­gung, darunter Schleswig-Holstein (bis 2024). Darüber hinaus können zwischen Open-Access-Verlagen und Wissenschaftseinrichtungen geschlossene Verträge die Abwicklung von APCs sowie etwaige Rabatte regeln. Hybride Zeitschriften: Open Access als Ausnahme Ein stark umstrittenes Geschäftsmodell sind kostenpflichtige Open-Access-Optionen für einzelne Artikel in eigentlich subskriptionsbasierten Zeitschriften (die dann häufig als hybride Zeitschriften bezeichnet werden). Auf diese Weise bezieht die Zeitschrift nicht nur Einnahmen aus Abonnements, sondern zusätzlich aus Artikeln, die gegen eine Publika­tionsgebühr zur Open-Access-Nutzung freigeschaltet werden. Die Kosten pro Artikel sind in der Regel deutlich höher als bei reinen Open-Access-Zeitschriften, obwohl eine Doppelfinanzierung vorliegt. Diese häufig als Double Dipping kritisierte Mehrfachfinanzierung wird hauptsächlich von kommerziellen Verlagen betrieben und auf existierende Zeitschriften angewandt, die nicht in Open-Access-Zeitschriften umgewandelt werden sollen. Weitere Vorbehalte gegen dieses Modell beziehen sich darauf, dass solche hybriden Modelle keinen Beitrag zur Transformation des wissenschaftlichen Publikationsmarktes hin zu Open Access leisten, dass Kostenberechnungen intransparent sind und dass einzelne Open-Access-Artikel in Closed-Access-Zeitschriften keine ausreichende Sicht­barkeit erreichen würden. In Verhandlungen mit Verlagen (z. B. bei einzelnen Abonnements, aber auch bei Nationallizenzen und Konsortial­modellen) drängen öffentliche Einrichtungen zumeist auf Gegenmaß­nahmen zum Double Dipping, z. B. durch eine anteilige Senkung der Abonnementkosten, die dem Anteil von Open-Access-Artikeln entspricht. In Deutschland hat das DEAL-Konsortium mit den Wissenschaftsverlagen Springer Nature, Wiley und Elsevier Transformationsverträge abgeschlossen, um dieses Problem wirksam zu beheben. Das Author-Pays-Modell ist inzwischen weit verbreitet und wird fälschlicherwei­se häufig synonym für alle Open-Access-Geschäftsmodelle verwendet. Dabei haben Zeitschriften schon vor Beginn der Open-Access-Bewegung ihre Autor*­innen zur Finanzierung herangezogen, umgekehrt verlangen sehr viele Open-Access-Zeitschriften kein Geld von ihren Autor*innen. So erheben von den insgesamt 20.949 im Directory of Open Access Journals (DOAJ) gelisteten Zeitschriften (Stand: August 2025) 13.824 keine Publikationsgebühren . Institutionelle Finanzierung Geschäftsmodelle, die auf direkte Zahlungen von Autor*innen setzen, bringen einen großen Verwaltungsaufwand mit sich. Darüber hinaus wird befürchtet, dass durch APCs ungleiche Zugangsvoraussetzungen zu wissenschaftlichen Publikationsmöglichkeiten entstehen. Deshalb gibt es Interesse an Modellen, die direkt auf eine Finanzierung durch Institutionen setzen. Institutionen können z. B. Publikationsdienste anbieten oder Open-Access-Zeitschriften komplett finanzieren, sodass auch andere Autor*innen davon profitieren. Eine traditionsreiche Variante ist die (Teil-)Finanzierung von Publikationen über Fachgesellschaften oder andere Institutionen einer Wissenschaftsdisziplin. Einige Fachgesellschaften finanzieren ihre Publikationsaktivitäten traditionell durch Mitgliedsbeiträge. Hierbei sind die organisierten Wissenschaftler*innen in der Regel sowohl Nutzer*innen als auch Autor*innen der dort veröffentlichten wissenschaftlichen Artikel, sodass die Kosten der Open-Access-Publikation auf beide Gruppen verteilt sind. Ein Beispiel für eine Zeitschrift, die von einer Community getragen wird, ist Documenta Mathematica , die durch die Deutsche Mathematiker-Vereinigung gegründet wurde. Die elektronisch im Open Access und gegen eine geringe Gebühr auch als Printausgabe vertriebene Zeitschrift verursacht nach Angaben der Vereinigung nur geringe Kosten, die überwiegend von der Vereinigung bezahlt werden. Letztendlich beruhen viele Open-Access-Zeitschriften auf dem Engagement der beteiligten Personen - die entweder im Rahmen ihrer Anstellung oder ehren­amtlich an der Zeitschrift mitarbeiten. Die Unterstützung durch Personal und ggf. die Übernahme von Sachkosten kann als eine wichtige Form institutioneller Unterstützung angesehen werden. Darüber hinaus investieren viele wissen­schaftliche Einrichtungen heute in eigene Publikationsdienste, beispielsweise Plattformen und Services zur Erstellung von Zeitschriften mithilfe der Open-Source-Software Open Journal Systems (OJS) . Die Institution subventioniert hier die Kosten für die Bereitstellung der Inhalte und ist ggf. für Teile des Publikationsprozesses verantwortlich. Praxistipp Das OA Journals Toolkit bietet praxisorientierte Hinweise zur Gründung neuer Open-Access-Zeitschriften. Ergänzend dazu liefern die Handreichungen des Projekts Scholar-led Plus wertvolle Unterstützung bei der Weiterentwicklung, Professionalisierung und langfristigen Verstetigung wissenschaftsgeleiteter Publikationstätigkeiten an Ihrer Institution. Seit Mai 2025 ergänzt die Servicestelle Diamond Open Access (SeDOA) dieses Angebot: Als DFG-gefördertes Projekt übernimmt SeDOA eine koordinierende Rolle mit dem Ziel, die Effizienz des Diamond Open Access (DOA) Publizierens in Deutschland nachhaltig zu steigern – durch die Optimierung bislang dezentral erbrachter Dienstleistungen, die zentrale Bereitstellung relevanter Informationen sowie die gezielte Förderung struktureller und technischer Innovationen. Zeitschriften herausgeben Hier finden Sie eine Einführung. Redaktionsprozess bei Open Journal Systems (OJS) Quelle: OJS-net.de Gemeinschaftliche Finanzierung: Konsortium, Mitgliedschaft und Crowdfunding Quelle: Wrzesinski, Marcel: Nachhaltige Finanzierung und Organisation von Zeitschriften. Wissenschaftsgeleitete Zeitschriften: Workflows, Finanzierung und Governance, Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, 2023. https://doi.org/10.5446/62588 KOALA – Konsortiale Open Access Lösungen Aufbauen Das Konsortialmodell KOALA ermöglicht eine nachhaltige Finanzierung für Diamond-Open-Access -Publikationen. KOALA schnürt thematisch fokussierte Zeitschriften zu Bündeln, die wissenschaftlichen Einrichtungen – insbesondere Bibliotheken und Forschungseinrichtungen – zur gemeinschaftlichen Finanzierung angeboten werden. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach der Größe und Art der Einrichtung, der Anzahl des wissenschaftlichen Personals und der Studierenden. Sobald das Finanzierungsziel für ein Zeitschriftenbündel erreicht ist, werden die enthaltenen Titel für drei Jahre gesichert finanziert und vollständig frei zugänglich gemacht. Regelbetrieb an der TIB Hannover Die TIB fungiert als zentraler Dienstleister und Koordinator für das KOALA-Modell und betreibt das Angebot im Regelbetrieb für Zeitschriften in ihrem Fächerspektrum (Natur- und Technikwissenschaften). Dabei übernimmt sie das Hosting, das Konsortialmanagement und die Kommunikation mit den Verlagen und Partnerinstitutionen. Durch diesen organisatorischen Rahmen wird eine stabile, transparente und faire Finanzierung von Open-Access-Zeitschriften im MINT-Bereich gewährleistet. KOALA an der SLUB Dresden Seit 2024 wird das KOALA-Modell auch an der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) pilotiert. Unter dem Namen KOALA-SLUB wurden Zeitschriftenbündel-Angebote für unterschiedliche Fachbereiche entwickelt. Die SLUB Dresden übernimmt dafür äquivalent zur TIB Hannover die Organisation der KOALA-Finanzierungslösung. OLEcon OLEcon unterstützt Diamond-Open-Access-Zeitschriften aus den Wirtschaftswissenschaften durch die Organisation einer konsortialer Ko-Finanzierung für Zeitschriften, die entweder bereits Open Access publizieren, sich neu gründen oder aus einem Subskriptionsmodell wechseln ( flippen ) möchten. Das Pledging erfolgt jährlich. Das Bündel der OLEcon-Zeitschriften wächst stetig an. Zeitschriften können sich in regelmäßigen Ausschreibungsrunden für eine Förderung bewerben. Bereits geförderte Zeitschriften werden nach drei Jahren evaluiert. Neben der angestrebten breiten institutionellen Beteiligungetabliert OLEcon ein System zur Erfolgskontrolle, damit das Konsortium möglichst stabil und nachhaltig funktionieren kann. edu_consort_oa edu_consort_oa setzt sich zum Ziel durch Crowdfunding und konsortiale Finanzierung Open-Access-Publikationen in der Erziehungswissenschaft, Bildungsforschung und Fachdidaktik nachhaltig zu finanzieren. Bibliotheken können sich in Edu_consort_oa an jährlichen Finanzierungsrunden zur Finanzierung von Open-Access-Monografien und Diamond-Open-Access-Zeitschriften beteiligen. Derzeit werden jährlich rund 20 E-Books als Paket sowie erstmals bis zu fünf Diamond Open-Access-Zeitschriften für zwei Jahre (einzeln, nicht im Paket) gefördert. Eine Übersicht der geförderten E-Books kann auf der Internetseite des Fachportals Pädagogik eingesehen werden. Alle geförderten Titel sind über peDOCS und die FIS Bildung Literaturdatenbank zugänglich. OACIP Ziel des Open Access Community Investment Program (OACIP) ist es, nicht-kommerzielle Diamond-Open-Access-Zeitschriften durch ein konsortiales Finanzierungsmodell langfristig zu unterstützen. Wissenschaftliche Institutionen können gezielt qualitätsgesicherte Publikationen fördern, die anhand standardisierter Kriterien zu Transparenz und Nachhaltigkeit bewertet werden. Der Finanzierungszeitraum erstreckt sich je über drei Jahre. Institutionen können entweder alle oder einzelne angebotene Journals mitfinanzieren. Außerdem gibt es die Möglichkeit, in einen „General Fund“ einzuzahlen, mit dem Finanzierungslücken der OACIP-Journals aufgefüllt werden. 2024 wurden durch OACIP acht Journals sowohl aus dem MINT-Bereich als auch aus den Geistes- und Sozialwissenschaften finanziert. SCOAP³ SCOAP³ (Sponsoring Consortium for Open Access Publishing in Particle Physics) ist ein internationales Konsortium zur Open-Access-Finanzierung im Bereich der Hochenergiephysik. Es hat zum Ziel, wissenschaftliche Artikel weltweit frei zugänglich zu machen – ohne Publikationsgebühren für Autor*innen. Die Finanzierung übernehmen über 3.000 Bibliotheken, Forschungseinrichtungen und Förderorganisationen aus mehr als 40 Ländern. Koordiniert wird SCOAP³ vom CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Verlagen. Die Beiträge der Partner richten sich nach dem Publikationsaufkommen und werden zentral verwaltet. SCOAP³ transformiert bestehende Subskriptionsmodelle in ein gemeinschaftlich finanziertes Open-Access-Modell. In der aktuellen Finanzierungsphase (2025–2027) sind weltweit elf Zeitschriften frei zugänglich. Durch gemeinschaftliche Finanzierungsmodelle für Open-Access-Publikationen entfallen sowohl Publikations- als auch Subskriptionsgebühren ( Diamond Open Access ). Um eine solche kostenfreie Veröffentlichung für Forschende zu ermöglichen, schließen sich wissenschaftliche Einrichtungen zusammen und tragen gemeinsam die Kosten. Dafür existieren verschiedene Ansätze, darunter konsortiale Finanzierung, Mitgliedschaftsmodelle und Crowdfunding. Diese Modelle lassen sich nicht immer eindeutig voneinander abgrenzen, weisen jedoch bestimmte Grundcharakteristika auf. Die konsortiale Finanzierung beschreibt ein kollaboratives Modell, bei dem mehrere wissenschaftliche Institutionen – typischerweise Bibliotheken, Hochschulen oder Forschungsförderer – gemeinsam die Finanzierung von Open-Access-Zeitschriften, -Büchern oder -Infrastrukturen übernehmen ( Reinsfelder & Pike, 2018 ). Beispiele sind KOALA , OLEcon und Scoap3 . Mitgliedschaftsmodelle , wie beispielsweise die Open Library of Humanities (OLH) , ermöglichen wissenschaftlichen Einrichtungen über einen festen jährlichen Mitgliedsbeitrag die Infrastruktur, redaktionelle Arbeit, Qualitätssicherung und Langzeitarchivierung von Diamond Open Access Zeitschriften zu finanzieren. Beim Crowdfunding wird in der Regel ein konkretes Vorhaben zur Finanzierung ausgeschrieben, z. B. bestimmte Zeitschriften- oder Buchpakete. Eine bekannte Plattform für die Realisierung von Open-Access-Publikationen im Crowdfunding-Verfahren ist Knowledge Unlatched . Meist sind Crowdfunding-Kampagnen zeitlich befristet. Wird das Finanzierungsziel erreicht, kann das Projekt umgesetzt werden. Auch wenn Crowdfunding oft projektbezogen ist, zielen viele Initiativen auf längerfristige Strukturen ab. Erfolgreiches Crowdfunding kann z. B. den Grundstein für eine spätere Mitgliedschafts- oder Konsortialfinanzierung legen. Ein weiteres Modell ist Subscribe to Open (S2O) , bei dem Open-Access-Periodika durch bestehende Subskriptionen finanziert werden. Bibliotheken und Institutionen werden jährlich eingeladen, ihr Abonnement zu den bisherigen Konditionen zu verlängern – mit dem Ziel, die Inhalte der Zeitschrift für alle frei zugänglich zu machen. Wird das Finanzierungsziel erreicht, erscheint der gesamte Jahrgang im Open Access. Wird es nicht erreicht, bleibt der Zugang wie bisher beschränkt. S2O bietet damit einen sanften Übergang zu Open Access, ohne strukturelle Umstellungen für Bibliotheken oder Mehrkosten für Forschende. Praxistipp Der Diamond Funding Navigator von der TIB bündelt Angebote für die kollektive Finanzierung von Diamond-Open-Access-Publikationen weltweit - laufende und zurückliegende. Dies soll insbesondere Personen, die in der Literaturerwerbung und Lizenzierung tätig sind, sowie Fachreferent:innen dabei unterstützen, passende Finanzierungsangebote zu finden. Weitere Finanzierungsoptionen Eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung von Open-Access-Veröffentlichungen ist der parallele Verkauf der Inhalte in separaten (Druck-)Ausgaben. Im digitalen Bereich gibt es verschiedene Versuche, so genannte Freemium-Modelle umzusetzen, bei denen die kostenpflichtige Variante mehr Nutzen liefern soll als die kostenlose Variante. Dies kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass parallel zur HTML-Variante eines Artikels die als höherwertig eingestufte PDF-Fassung nur für zahlende Kund*innen zugänglich gemacht wird. Ein Beispiel dafür ist das in den Sozial- und Geisteswissenschaften angesiedelte Projekt OpenEdition . OpenEdition OpenEdition ist eine digitale Publikationsplattform, die sich auf die Geistes- und Sozialwissenschaften spezialisiert hat. Sie wurde in Frankreich gegründet und wird vom Centre national de la recherche scientifique (CNRS) unterstützt. OpenEdition bietet Wissenschaftler*innen und Einrichtungen Infrastruktur und Services für die Veröffentlichung und Sichtbarmachung von wissenschaftlichen Inhalten im Open Access. Die Plattform umfasst vier zentrale Angebote: OpenEdition Journals (wissenschaftliche Zeitschriften) OpenEdition Books (monografische Werke) Hypothèses (wissenschaftliche Blogs) Calenda (wissenschaftlicher Veranstaltungskalender) Ziel von OpenEdition ist es, den freien Zugang zu qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Informationen zu fördern und eine nachhaltige, nicht-kommerzielle Publikationsumgebung für die akademische Community bereitzustellen. Transformation und Transparenz Die Transformation von einer von Abonnements geprägten Landschaft wissen­schaftlicher Zeitschriften hin zu einer hauptsächlich Open-Access-orientierten Landschaft stellt im Bereich der Geschäftsmodelle eine große Herausforderung dar. In Deutschland versucht das Projekt DEAL durch Konsortialverträge mit einer Open-Access-Komponente ( publish and read ) zu einer Transformation von Zeitschriften beizutragen. Während es möglich scheint, Zeitschriften kom­plett umzustellen und den Betrieb dabei kostendeckend zu gestalten, führen die hohen Beträge, die im Author-Pays-Modell in Rechnung gestellt werden, womöglich insgesamt eher zu einer Kostensteigerung für die Wissenschaft (Mittermaier, 2025). Mit ESAC (Efficiency and Standards for Article Charges) hat sich eine internationale Initiative gegründet, die die Abwicklung der Publikationskosten im Rahmen von Transformationsverträgen effizient und transparent gestalten möchte. Literatur Borrego, A. (2023). Article processing charges for open access journal publishing: A review . Learned Publishing: Volume 36 (3), 359-378. https://doi.org/10.1002/leap.1558 Bruch, C., Fournier, J., & Pampel, H. (2014). Open-Access-Publikationsfonds: Eine Handreichung (Arbeitsgruppe Open Access der Schwerpunktinitiative Digitale Information der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen, Ed.). https://doi.org/10.2312/allianzoa.006 Keller, A. (2017). Finanzierungsmodelle für Open-Access-Zeitschriften. Bibliothek Forschung und Praxis , 41 (1), 22–35. https://doi.org/10.1515/bfp-2017-0012 Lawson, S. (2015). Fee waivers for open access journals. Publications , 3 (3), 155–167. https://doi.org/10.3390/publications3030155 Mittermaier, B. (2025). Transformationsverträge sind eine Sackgasse. O-Bib. Das Offene Bibliotheksjournal. Herausgeber VDB, 12(1), 1-22. https://doi.org/10.5282/o-bib/6117 Reinsfelder, T. L., & Pike, C. A. (2018). Using library funds to support open access publishing through crowdfunding: Going beyond article processing charges. Collection Management , 48 (3). https://doi.org/10.1080/01462679.2017.1415826 (Zweitveröffentlichung: https://hdl.handle.net/1805/15059 ) Russell, B. (2019, October 23). Guest Post — The Future of Open Access Business Models: APCs Are Not the Only Way. The Scholarly Kitchen Blog . https://scholarlykitchen.sspnet.org/2019/10/23/guest-post-the-future-of-open-access-business-models-apcs-are-not-the-only-way/ Waidlein, N., Wrzesinski, M., Dubois, F., & Katzenbach, C. (2021). Working with budget and funding options to make open access journals sustainable (No. 2021–1; HIIG Discussion Paper Series). HIIG. https://doi.org/10.5281/zenodo.4558790 Weiterführende Literatur Bickel, L., Clasen, N., & Flohr, R. (2019, November 13). Open-Access-Tage 2019: Geschäftsmodelle und ihre finanziellen Folgen für die Open-Access-Transformation. ZBW MediaTalk . https://www.zbw-mediatalk.eu/de/2019/11/open-access-tage-2019-geschaeftsmodelle-und-ihre-finanziellen-folgen-fuer-die-open-access-transformation/ Björk, B.-C., & Korkeamäki, T. (2020). Adoption of the open access business model in scientific journal publishing: A cross-disciplinary study. College & Research Libraries , 81 (7). https://doi.org/10.5860/crl.81.7.1080 Bosman, J. & Kramer, B. (2018, Mai 16). Linking impact factor to ‘open access’ charges creates more inequality in academic publishing. Times Higher Education Blog. https://www.timeshighereducation.com/blog/linking-impact-factor-open-access-charges-creates-more-inequality-academic-publishing Budzinski, O., Grebel, T., Wolling, J., & Zhang, X. (2020). Drivers of article processing charges in open access. Scientometrics , 124 (3), 2185–2206. https://doi.org/10.1007/s11192-020-03578-3 Demeter, M., & Istratii, R. (2020). Scrutinising What Open Access Journals Mean for Global Inequalities. Publishing Research Quarterly, 36 (4), 505–522. https://doi.org/10.1007/s12109-020-09771-9 . Frick, C., & Kaier, C. (2020). Publikationskosten für Zeitschriftenartikel abseits von Open-Access-Publikationsfonds – Lost in Transformation? o-bib – das offene Bibliotheksjournal, 7 (2), 1–15. https://doi.org/10.5282/o-bib/5586 Ginsparg, P. (2021). Lessons from arXiv’s 30 years of information sharing. Nature Review Physics , 3 , 602–603. https://doi.org/10.1038/s42254-021-00360-z Grossmann, A., & Brembs, B. (2021). Current market rates for scholarly publishing services. F1000Research , 10 . https://doi.org/10.12688/f1000research.27468.2 Jahn, N., & Tullney, M. (2016). A study of institutional spending on open access publication fees in Germany. PeerJ 4 . https://doi.org/10.7717/peerj.2323 Kändler, U., & Tullney, M. (2019, October 15). Jenseits von APC: Kriterien für Geschäftsmodelle . Open-Access-Tage 2019, Hannover. https://doi.org/10.5281/zenodo.3490914 Michael, A. (2020, August 27). Sustainable open access – what’s next? The Scholarly Kitchen Blog . https://scholarlykitchen.sspnet.org/2020/08/27/sustainable-open-access-whats-next/ Oberländer, A., & Dreher, L. (2019, September 30). Jenseits von APC: Überblick über alternative Open-Access-Modelle . Open-Access-Tage 2019, Hannover. https://doi.org/10.5281/zenodo.3490737 Schönfelder, N. (2018). APCs—Mirroring the impact factor or legacy of the subscription-based model?. Universität Bielefeld. https://doi.org/10.4119/UNIBI/2931061 Shamash, K. (2016). Article processing charges (APCs) and subscriptions: Monitoring open access costs. Jisc. https://www.jisc.ac.uk/sites/default/files/apc-and-subscriptions-report.pdf Tautz, D., Holzer, A., Schmidt, K. M., Buchner, J., Grötschel, M. & Jurburg, S. (2025). Ein neues Verfahren zur direkten Finanzierung und Evaluation wissenschaftlicher Zeitschriften . Diskussion Nr. 38, Halle (Saale): Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina. https://doi.org/10.26164/leopoldina_03_01261 Tobschall, E. (2021, October 27). ArXiv ist 30! TIB-Blog . https://blogs.tib.eu/wp/tib/2021/10/27/arxiv-ist-30/...

  7. Open-Access-Grundlagen

    Über diese Grundlagen können Sie sich hier informieren Was bedeutet Open Access? Open Access und Nachnutzung Grün, Gold und Diamond Open Access bei Forschungsdaten Gründe und Vorbehalte Geschichte des Open Access Qualitätssicherung und Impact-Messung...

  8. Open-Access-Policies

    Intro Zehn Gründe für Open Access Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Es gibt auf wissenschaftspolitischer, institutioneller und wissen­schaftsfördernder Ebene Policies zu Open Access und Open Science. 2 Forschungseinrichtungen können eigene Open Access Policies modular erstellen. 3 Zentrale Elemente einer Open Access Policy sind: Präambel, Selbst­beschreibung, Absichtserklärungen und Begründungen, Handlungs­empfehlungen sowie Hinweise auf technische Services und Bera­tungsangebote. Ziele Im Zuge der Maßnahmen zur Etablierung von Open Access haben sich insbe­sondere auf Ebene der Hochschulen und der nichtuniversitären Forschungs­einrichtungen Open Access Policies als viel genutztes Instrument etabliert. Konkret verfolgen Open Access Policies diese Ziele: Sie sollen Unterstützung für die Open-Access-Bewegung zum Ausdruck bringen. Sie positionieren Einrichtungen im Diskurs zu Open Access. Sie sollen Angehörige der Institution zum Open-Access-Publizieren animieren. Aktivitäten und Maßnahmen im Bereich Open Access werden dabei zunehmend in den größeren Open-Science-Kontext eingebettet. Dieser Text bietet zunächst einen Überblick über die wichtigsten Akteure der Forschungslandschaft und ihre Leitlinien, ehe konkrete Vorschläge zum Verfassen eigener Policies gemacht werden. Policies wichtiger Akteure Schwerpunktinitiative "Digitale Information" Auf wissenschaftspolitischer Ebene haben sich die großen außeruniversi­tären Forschungsorganisationen, die Hochschulrektorenkonferenz , der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Deutsche For­schungsgemeinschaft (DFG) zur Schwerpunktinitiative Digitale Informa­tion zusammengeschlossen. Diese wird auch als Allianz-Initiative bezeich­net. Ihr Leitbild enthält das Ziel "Wissenschaftlerinnen und Wissenschaft­ler mit der bestmöglichen Informationsinfrastruktur auszustatten, die sie für ihre Forschung brauchen" ( Steuerungsgremium der Schwerpunktini­tiative "Digitale Information" der Allianz der deutschen Wissenschafts­organisationen, 2017, S. 2 ). Des Weiteren setzt sie sich für den weiteren Ausbau des freien Zugangs zu wissenschaftlichem Wissen ein. Außerdem initiierte die Allianz-Initiative im Rahmen des Projekts DEAL bundesweite gemeinsame Lizenzverträge mit bislang zwei großen Wissenschaftsverla­gen in Form der Vereinbarungen mit Springer Nature (2020) und Wiley (2019). Universitäten und andere Hochschulen Zahlreiche Universitäten und andere Hochschulen haben Open Access Policies in der Form von Leitlinien oder Empfehlungen verabschiedet. Viele beschäftigen Open-Access-Beauftragte , die als Ansprechpartner*­innen für alle Open-Access-Themen auch die lokale Umsetzung von Open Access organisieren (Hübner & Riesenweber, 2018). Hochschulen und Universitäten sind weitgehend autonom. Zahlreiche Bundesländer verknüpfen im Rahmen ihrer Hochschulpolitik (Digitalisie­rungsstrategien, Zielvereinbarungen, Wissenschaftspläne, Hochschulge­setzgebung, etc.) die finanzielle Förderung mit dem Thema Open Access. Die Möglichkeiten für Hochschulen und Universitäten, Forscher*innen verbindliche Vorgaben zu machen, halten sich allerdings in Grenzen. Vie­le Hochschulen und Universitäten gehen daher den Weg, über Informa­tionsveranstaltungen und Dienstleistungen für Open Access zu werben und Wissenschaftler*innen so zum Open-Access-Veröffentlichen zu er­mutigen. Über Publikationsfonds für Open-Access-Artikel und für O pen-Access-Monografien und -Sammelbände können Bibliotheken da­rüber hinaus die Förderung von Open Access an bestimmte Bedingungen knüp­fen und so Qualitätsstandards setzen (Open-Access-Büro Berlin, 2020). Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen Viele außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie die Max-Planck-Gesellschaft, die Leibniz-Gemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft und die Helmholtz-Gemeinschaft gehen die Open-Access-Transformation sehr konkret an ( Pampel, 2021, S. 33 ff. ): Die Max-Planck-Gesellschaft beschreibt sich selbst als "Mitbegrün­derin der internationalen Open-Access-Bewegung". 2003 veröffent­lichte sie die Berliner Erklärung zum offenen Zugang zu wissenschaft­lichem Wissen und initiierte damit einen Prozess von Folgekonferen­zen zu Open Access und Open Science. Auch im Rahmen der globa­len OA2020 Initiative spielt die Gesellschaft eine wichtige Rolle. Das Bekenntnis zu Open Access hat die Max-Planck-Gesellschaft in ihren Regeln zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis verankert: Dort gilt die verbindliche Vorgabe, die mit öffentlichen Mitteln ermöglichten Forschungsergebnisse möglichst frei zugänglich zu veröffentlichen (Max-Planck-Gesellschaft, 2009, S. 2). Die Max-Planck-Gesellschaft betreibt außerdem mit der Max Planck Digital Library ein umfangreiches Informationsportal und unterstützt eigene Open-Access-Veröffentlichungen mit einem Publikationsfonds. Die Fraunhofer-Gesellschaft folgt einer verbindlichen Fraunhofer-Open-Access-Strategie 2020 , die als Zielmarke angibt, "bis 2020 mindestens jede zweite wissenschaftliche Publikation eines Jahr­gangs per Open Access frei zugänglich zu machen, davon mindestens ein Drittel über den goldenen Weg der Erstveröffentlichung in einer Open-Access-Zeitschrift" (Fraunhofer-Gesellschaft, 2015, S. 2). Auch die Leibniz-Gemeinschaft hat eine weitreichende Open Access Policy verabschiedet. Sie bekennt sich darin nicht nur zu Open Science, sondern sieht sich auch als aktiver Player in der Weiterent­wicklung offener Forschung. Die Forschenden der Leibniz-Gemein­schaft sollen Open Access veröffentlichen und sich für Open-Access-Zeitschriften engagieren. Dabei werden sie von ihren jeweiligen Leibniz-Einrichtungen beraten und unterstützt. Die Helmholtz-Gemeinschaft bettet mit dem Helmholtz Open Science Office die Open-Access-Thematik in den weiteren Open-Science-Kontext ein. Sie hat 2004 als erste Forschungsgesellschaft in Deutschland eine eigene Open-Access-Richtlinie verabschiedet, die für die eigenen Publikationen eine Veröffentlichung "ohne Ausnahme [im Open Access fordert] soweit nicht ausdrücklich Vereinbarungen […] entgegenstehen" ( Helmholtz-Gemeinschaft, 2004 ). Seit 2013 gilt dies auch für Mittelempfänger*innen des Impuls- und Vernetzungs­fonds der Helmholtz-Gemeinschaft. 2016 konkretisierte die Helmholtz-Gemeinschaft ihre Open-Access-Richtlinie und setzte sich die Zielmarke von 100% Open-Access-Publikationen ab dem Publikationsjahr 2025. DFG als zentrale Förderinstitution Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fordert alle Projektneh­menden auf, Projektergebnisse möglichst unmittelbar Open Access zu publizieren und setzt diverse Förderlinien zur Stärkung von Open Access um. Mit ihrer Unterstützung von Forschenden, Bibliotheken, Institutionen und Organisationen ist die DFG zentraler Akteur, was die Umsetzung und Beschleunigung der Open-Access-Transformation in Deutschland angeht. Die DFG hat 2003 die Berliner Erklärung unterzeichnet und äußert die Erwartung , dass geförderte Wissenschaftler*innen "Projektergebnisse zum Zweck der wissenschaftsadäquaten Kommunikation im Open Access" veröffentlichen, genauer gesagt sollen "[d]ie entsprechenden Beiträge [...] direkt in qualitätsgesicherten bzw. fachlich anerkannten Open-Access-Zeitschriften oder auf Open-Access-Plattformen publiziert oder zusätzlich zur Verlagspublikation möglichst ohne Zeitverzug in dis­ziplinspezifische oder institutionelle elektronische Archive (Repositorien) eingestellt werden" (Deutsche Forschungsgemeinschaft, 2021, S. 41). Eine generelle Verpflichtung zu Open Access, wie sie im Plan S verfolgt wird, lehnt die DFG ab, da sie befürchtet, dass diese zu erhöhten Publika­tionsgebühren führen könnte. Zudem wird die von Plan S geforderte Abkehr vom Journal Impact Factor vonseiten der DFG als weitreichende Umstrukturierung der Leistungsbemessung verstanden, die nicht ohne große Umwälzungen funktioniert (Deutsche Forschungsgemeinschaft, 2018). Aus diesen Gründen ist die DFG kein Mitglied der cOAlition S, unterstützt jedoch die grundsätzlichen Bestrebungen der Initiative. Fachgesellschaften Auch Fachgesellschaften haben sich bereits früh für Open Access und Open Science stark gemacht. Zu nennen ist hier v.a. die 1994 gegründete Initiative zur elektronischen Information und Kommunikation (IuK-Initiative). Sie setzte sich in der Frühphase der digitalen Transformation für den Aufbau einer virtuellen und digitalen Bibliothek und eine wissenschaftsfreundliche Novelle des Urheberrechts ein (Weisel, 2012). Auch unter den Unterzeichnenden der Berliner Erklärung lassen sich eini­ge Fachgesellschaften finden: Die Deutsche Mathematiker-Vereinigung (2005), die Gesellschaft für Informatik (2007), die Deutsche Gesellschaft für Ur-und Frühgeschichte (2016) oder die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (2017). Bereits 1998 gründete die Deutsche Physikalische Gesellschaft mit dem New Journal of Physics eine Open-Access-Zeit­schrift. Sie gehörte damit zu den Pionieren des Open-Access-Publizierens in Deutschland. Für das Gros der deutschen Fachgesellschaften gilt je­doch, dass sie sich erst langsam und unter dem Druck der internationa­len Entwicklung (insbesondere Plan S) mit Open Access befassen. Nur wenige Fachgesellschaften haben bislang eigene Open Access Policies verabschiedet. Im Zuge der weiteren Entwicklung der Open-Access-Transformation wird die Diskussion innerhalb der Fachgesellschaften aber möglicherweise an Bedeutung zunehmen. Nicht zuletzt, da viele Fachgesellschaften Überlegungen anstellen, ihre eigenen Publikationen auf Open Access umzustellen (Pampel & Strecker, 2020). Eine Policy erstellen Open Access implementieren Hier finden Sie eine Einführung. Positionen der Politik Hier finden Sie eine Einführung. Open Access Policy Making Der Zweck des Policy Making besteht in einem Selbstverständigungsprozess, der idealerweise in der Verabschiedung einer Policy mündet. In diesem Prozess positionieren sich Akteure einer Institution zum Thema Open Access und bilden einen gemeinsamen Standpunkt heraus. Mithilfe dedizierter Policies können Institutionen dokumentieren, dass sie im gegenwärtigen Wandel der Wissen­schaftskommunikation Position beziehen. Voraussetzung für den Erfolg eines Policy-Making-Prozesses ist daher, dass sich alle relevanten Akteure einer Institution anhand eines effektiven Konzepts zur internen Kommunikation beteiligen. open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Policy-Making-Prozess Howlett und Rameshs Model unterscheidet fünf Stadien des Policy Making: Agenda Setting, Policy Formulation, Decision Making, Implementation und Evaluation (Howlett et al., 2009, S. 91 ff.) Für den Prozess des Erstellens einer Open Access Policy lassen sich folgende Schritte ableiten: Problemidentifikation Mit der Einführung einer neuen bzw. der Änderung oder Erweiterung einer bereits bestehenden Policy wird auf Bedürfnisse, Probleme, Kon­flikte oder aktuelle Entwicklungen des Umfeldes reagiert. Eine Analyse dieser Kontextfaktoren ist hilfreich, um Argumente für das Agenda Setting zu formulieren und mögliche Widerstände gegen einen Policy-Prozess zu antizipieren. Bereits in dieser Frühphase können Überle­gungen zum organisatorischen Ablauf des Policy-Prozesses angestellt werden. Agenda Setting Leitungspositionen werden adressiert und für das Vorhaben gewonnen. Die Lenkung und Koordination des Prozesses kann von einem Gremium, einer Arbeitsgruppe oder einer Einzelperson übernommen werden. Weitere relevante Akteursgruppen werden informiert und Argumente für einen Policy-Making-Prozess vorgetragen. Der geplante Prozess wird transparent dargelegt. Formulierungs- und Entscheidungsphase Ein Policy-Dokument wird formuliert (s. u.) und mit den zuständigen Stellen der Institution und weiteren Interessenvertretungen mehrfach abgestimmt, ergänzt und/oder umformuliert. Sind alle Änderungs­wünsche berücksichtigt oder begründet zurückgewiesen worden, tritt die beschlussreife Form des Dokumentes den Lauf durch die zuständigen Gremien an. Nach Einarbeitung der daraus folgenden Änderungen wird die Policy schließlich verabschiedet. Kommunikation und Evaluation Wirksamkeit entfaltet eine Policy nur dann, wenn die Handlungsempfeh­lungen und Aufforderungen nach der offiziellen Veröffentlichung des Policy-Dokumentes über zahlreiche weitere Kanäle verbreitet werden. Auf eine überarbeitete oder neu erstellte Policy wird in Newslettern, auf Websites, zu gegebenen Anlässen, auf Vorträgen sowie in Meetings hin­gewiesen. Wünschenswert ist eine transparente Darstellung des Policy-Prozesses, die Bereitstellung einer Lesefassung des Policy-Dokumentes und eine Referenz auf die Beschlussfassung auf den Internetseiten der zuständigen Organisationseinheit (Open-Access-Büro, Universitätsbiblio­thek o. ä.). Mithilfe geeigneter Monitoring-Tools bspw. in Forschungs-In­formations-Systemen oder Plattformen zum Publikationsdatenmanage­ment kann der Impact einer Open Access Policy quantifiziert werden. Die lineare Darstellung des Policy-Making-Prozesses weicht erheblich von den diskontinuierlichen und von Konflikten geprägten Prozessen der wissenschafts­politischen Wirklichkeit ab, kann aber zu Planungszwecken hilfreich sein. Vorbehalte Handlungsempfehlungen können unter Vorbehalte gestellt werden, als Begründungen werden bspw. die Wissenschaftsfreiheit oder fachspezifische Publikationskulturen angeführt. Textbeispiel "Unter Achtung der grundgesetzlich ge­schützten Freiheit von Forschung und Lehre und der dadurch gegebenen freien Wahl des Publikationsmediums und -ortes sowie unter Berücksichtigung des unter­schiedlichen Stellenwertes von Open Access in den verschiedenen Fachkulturen tritt die JGU mit folgenden Empfehlungen und Maßnahmen für die Open-Access-Transformation ein:" - Open-Access-Policy der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Technische Services Erwähnung eigener oder von Drittanbietern be­reitgestellter technischer Infrastrukturen für das Open-Access-Publizieren . Hierzu gehören u. a. Repositorien für Publikationen, Daten und Code, Systeme für das Publikationsdatenmanagement, Metadatendienste, Controllinginstrumente, For­schungsinformationssysteme, Open-Journal-Platt­formen, Forschungsdatenmanagementsysteme uvm. Textbeispiel "Die Universität unterstützt die Auffindbar­keit sowie die Verbreitung und damit Sicht­barkeit der wissenschaftlichen Texte durch folgende Maßnahmen: Download-Möglichkeit und -Statistiken im Forschungsportal der Universität Download-Möglichkeit auf den dienst­lichen Webseiten über Pure Plugins Bereitstellung der Titeldaten für Literatursuchdienste und Kataloge (LUX; BASE; GVK etc.) Publikation von Hochschulschriften (Dissertationen und Habilitationen)" - Open Access Strategie der Leuphana Universität Lüneburg Beratungsangebote Erwähnung von Publikationsberatungen für Wissenschaftler*innen, Zeitschriftenredaktionen und Herausgebende sowie anderen universitäts­seitig angebotenen Dienstleistungen für die Unterstützung zum Open-Access-Publizieren Textbeispiel "Informationsveranstaltungen, Workshops, Schulungen und individuelle Beratungen zu Open Access werden vom Open-Access-Team regelmäßig durchgeführt." - Open Access Policy der Universitäts­bibliothek Chemnitz Schlussbestimmung Textbeispiel "Sollten einzelne Bestimmungen dieser Richtlinie unwirksam oder undurchführbar sein oder nach deren Inkrafttreten unwirk­sam oder undurchführbar werden, bleibt davon die Wirksamkeit der Richtlinie im Übrigen unberührt." - Open-Access-Richtlinie der Helmholtz Gemeinschaft 2016 Datum, Unterzeichner*innen, Referenz auf das offizielle Policy-Dokument in der zur Abstimmung gebrachten Fassung, PDF-Download-Option Footer Kontaktdaten, Quellenangaben, weiterführende Links Rights-Retention-Strategie Eine explizite Rights-Retention-Strategie kann ein sinnvoller Bestandteil von Open Access Policies sein. Eine Übersicht über die Landschaft von Rights-Retention-Praktiken in Europa inklusive Empfehlungen für institutionelle Entscheider, Forschungsförderer, Legislative und Verlage findet sich bei Labastida et al. (2023) . Aufbau & Inhalt Open Access Policies beinhalten folgende Elemente: Header Siegel der Institution, Titel des Dokumentes, ggf. Referenz auf den zugehörigen Beschluss in der amtlichen Fassung Präambel Vorangehende Worte, die den gesellschaftlichen, politischen oder wissenschaftlichen Kontext der Open Access Policy erläutern und sich auf das Selbstverständnis der Institution beziehen Textbeispiel "Ohne unmittelbaren und zeitnahen Aus­tausch von Forschungsergebnissen sind Innovationen unmöglich. Als öffentlich geförderte Einrichtung hat die Fraunhofer-Gesellschaft die Verantwortung, die Öffent­lichkeit über ihre Forschungsaktivitäten zu informieren. Projektpartner aus der Indus­trie müssen zugleich in die Lage versetzt werden, die richtigen Ansprechpartner für ihre Projekte zu finden. Die Fraunhofer-Gesellschaft verfolgt aus diesem Grund bei ihren Publikationen das Ziel, uneingeschränkt das Prinzip des freien Zugangs (Open Access), wie es in der Berli­ner Erklärung von 2003 verstanden wird, zu realisieren." - Open Access Policy der Fraunenhofer-Gesellschaft Selbstbeschreibung (sofern nicht in einer Präambel enthalten) Charakterisierung der eigenen Einrichtung, aus der die Übereinstimmung ihrer Ziele und Funk­tion mit einer Open-Access-Kultur hervorgeht. Hinweise enthält das Leitbild der Einrichtung, aus dem ggf. Formulierungen übernommen werden können. Textbeispiel "Die Universität Regensburg steht unter anderem für den Wissens- und Kulturaus­tausch zwischen den Kulturräumen Ost- und Westeuropas sowie Nordamerikas, den Dialog mit der Gesellschaft, für eine weltoffene Universitätskultur und für dauerhafte internationale Beziehungen in Forschung, Lehre und Studium (Leitbild der UR, Stand: 15. Oktober 2007)." - Open Access Policy der Universität Regensburg Definitionen Begriffliche Bestimmung von Open Access und/ oder knappe geschichtliche Einordnung , aus der die Bedeutung des Themengebietes für die Aktivitäten ihrer Akteure hervorgeht Textbeispiel "Open Access steht für den unbeschränk­ten und kostenlosen Zugang zu qualitäts­geprüfter wissenschaftlicher Information im Internet. Durch den Wegfall technischer, finanzieller und rechtlicher Barrieren trägt Open Access dazu bei, wissenschaftliche Innovationsprozesse zu beschleunigen und die Sichtbarkeit von Forschungsergebnis­sen zu verbessern. Dadurch werden wissenschaftlich Arbeitende in ihren Forschungs- und Publikationsprozessen unterstützt und der Nutzen öffentlich ge­förderter Forschung maximiert. Die Stiftung Technische Informationsbibliothek (TIB) als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft bekennt sich zu Open Access." - Open-Access-Policy der Technischen Informationsbibliothek (TIB) Verweise Referenz auf vorangegangene Erklärungen und Initiativen, Übereinstimmungen sowie ggf. aus ihnen hervorgehende Verpflichtungen für die eigene Institution Textbeispiel "Die Leibniz Universität Hannover unter­stützt die wissenschaftspolitische Forde­rung nach offenem Zugang ("Open Access") zu wissenschaftlichem Wissen, wie sie in der "Berliner Erklärung" vom Oktober 2003 niedergelegt und in der "Berlin 3 Open Access" Empfehlung vom März 2005 in Southampton, UK konkretisiert wurde.“ - Open-Access-Resolution der Leibniz Universität Hannover Begründung Begründung für die mit der Policy angestrebte Unterstützung von Open Access aus der Perspek­tive der Einrichtung und/oder einer übergeord­neten Perspektive Textbeispiel "Ausgehend von ihrer Verantwortung für einen umfassenden Zugang zu wissen­schaftlichem Wissen unterstützt die Universität Heidelberg den Ausbau von Open Access nachdrücklich." - Open Access Policy der Universität Heidelberg Absichtserklärungen Nennung der selbst gesetzten Ziele im Bereich Open Access. Dies kann die Bereitstellung einer geeigneten organisatorischen, finanziellen und technischen Infrastruktur zum Open-Access-Publizieren sein, das Erreichen einer bestimmten Quote an Open-Access-Publikationen innerhalb einer gesetzten Frist, die Durchführung weiterer hochschulpolitischer Maßnahmen sowie die Beteiligung an Transformationsprozessen und an­deren, institutionsübergreifenden Entwicklungen. Zudem können die gleichberechtigte Berücksichti­gung von qualitätsgeprüften Open-Access-Publi­kationen in Zielvereinbarungen und leistungsbe­zogenen Mittelvergabeverfahren sowie die Um­setzung von Maßnahmen zur internen Kommuni­kation (Schulungen, Beauftragte) festgeschrieben werden. Textbeispiele "Bei der Beurteilung wissenschaftlicher Leistung behandelt die Universität Kassel Beiträge, die ein Begutachtungsverfahren durchlaufen haben, gleichgewichtig, unab­hängig davon, ob es sich um kostenpflich­tige oder frei zugängliche Beiträge handelt. […] Darüber hinaus bietet die Universität Kassel gemäß ihrer Forschungsdaten-Leitlinie an, auch Forschungsdaten, die im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Arbeiten entstehen oder erhoben werden, frei zugänglich zu machen. Die Universität Kassel strebt an, die an ihr entstandenen Veröffentlichungen in großem Umfang auf dem universitären Publikationsserver KOBRA9 verfügbar zu machen, der eine optimale Auffindbarkeit, Authentizität, Integrität und persistente Zitierbarkeit dieser Veröffentlichungen ermöglicht." - Open-Access-Policy der Universität Kassel "Die MLU unterstützt und berät Wissen­schaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Herausgabe von wissenschaftlichen Open Access Formaten und beim Aufbau auch von verlagsunabhängigen OA-Publikations­wegen. Dies erfordert regelmäßige Schulungs- und Informationsangebote der Forschenden genauso wie der Mitarbeiter/­-innen. Hierfür sollen adäquate Formate entwickelt und regelmäßig durchgeführt werden. Die MLU etabliert Instrumente zur Unterstützung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Begleichung anfallender Publikationskosten innerhalb eines bestimmten finanziellen Rahmens. Insbesondere richtet sie einen Publika­tionsfonds ein und schafft die Voraussetz­ungen dafür, weitere Mittel für diesen Zweck einzuwerben." - Open Access Policy Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Handlungsempfehlungen, Aufforderungen oder Verpflichtungen für Publizierende Die Verbindlichkeitsgrade der Formulierungen können variieren. Sie reichen von der Handlungs­empfehlung über die Aufforderung bis zur Ver­pflichtung. Handlungsmöglichkeiten sind unter anderem: Forschung und Lehre im Sinne der Ziele von Open Science, Open Access und Open Education Die Veröffentlichung von Forschungsergeb­nissen und wissenschaftlichen Publikationen in einem Open-Access-Format Die Archivierung von Forschungsergebnissen oder wissenschaftlichen Publikationen auf ei­nem institutionseigenen Dokumentenserver bzw. in einem Repositorium zu einem be­stimmten Zeitpunkt relativ zur Erstveröffent­lichung (parallel oder ggf. nach Ablauf einer Embargofrist ) Die Publikation unter freien Nutzungslizenzen wie den Creative-Commons-Lizenzen Die Berücksichtigung von Publikationskosten in Anträgen zur Einwerbung von Drittmitteln Die Sicherung eines dauerhaften Verwertungsrechtes gegenüber Verlagen Der Verzicht auf die Abtretung eines aus­schließlichen Nutzungsrechtes an die Verlage Das Engagement als Gutachter*in und Herausgeber*in von qualitätsgeprüften Open-Access-Zeitschriften bzw. für eine progressive Open-Access-Politik in Verlagen Für Führungskräfte: Empfehlung für Mitarbei­tende, Forschungsergebnisse in qualitätsge­prüften Open-Access-Formaten zu prüfen Textbeispiele 1 "Um Offenheit in Lehre und Forschung an der TU Hamburg nachhaltig zu verankern, empfehlen wir allen TUHH-Angehörigen, wo möglich und sinnvoll die Ziele von Open Science, Open Access und Open Education aktiv zu verfolgen." - Policy für Offenheit der TU Hamburg 2 "Die Humboldt-Universität empfiehlt des­halb allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, ihre Beiträge in Open-Access-Journalen einzureichen sowie Monographien und Sammelwerke auf Open-Access-Plattformen zu veröffentlichen." - Open-Access-Erklärung der Humboldt-Universität zu Berlin 3 "Die Ruhr-Universität Bochum fordert ihre Hochschulangehörigen auf, alle veröffent­lichten, wissenschaftlich referierten Artikel als elektronische Kopie (Selbstarchivierung) auf einem frei zugänglichen Dokumenten­server abzulegen (Grüner Weg), soweit da­gegen keine rechtlichen Bedenken bestehen." - Open Access-Resolution der Ruhr-Universität Bochum 4 "Die TU Braunschweig empfiehlt ihren Autorinnen und Autoren die Verwendung freier Publikationslizenzen, die eine Ver­breitung im Open Access fördern (bevor­zugt Creative-Commons-Lizenz CC BY)." - Leitlinie zu Open Access an der TU Braunschweig 5 "Die Förderregularien vieler Drittmittelge­ber erlauben es, Mittel für Artikelbearbei­tungsgebühren (APC) im Projektbudget bereits bei der Antragstellung einzuplanen. Das BMBF hat zudem einen Post-Grant Fund zur Förderung von Open-Access-Publikationen aus abgeschlossenen BMBF-geförderten Projekten eingerichtet. Es ist dringend empfehlenswert bei der Planung und Durchführung von Drittmittelprojekten von solchen Möglichkeiten Gebrauch zu machen." - Open Access an der Universität Greifswald 6 "Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen werden darin bestärkt, in Verlagsverhand­lungen das Publikationsrecht bzw. das Recht für die Archivierung elektronischer Versionen zu sichern, wie es die Richtlinien der DFG und anderer Forschungsförderer vorsehen." - Open Access Strategie der Leuphana Universität Lüneburg 7 "Bei der Veröffentlichung in einer zugangs­beschränkten Verlagspublikation empfiehlt die Hochschule Reutlingen, auf die Abtre­tung ausschließlicher Nutzungsrechte zu verzichten und sich ein einfaches Nutzungsrecht zur öffentlichen Zugänglich­machung vorzubehalten, um eine spätere Zweitveröffentlichung im Repositorium der Hochschule Reutlingen zu ermöglichen." - Open Access Policy der Hochschule Reutlingen 8 "Sie als wissenschaftlicher Autor arbeiten häufig auch als Gutachter, Herausgeber oder Redakteur für wissenschaftliche Zeitschriften. Achten Sie darauf, welche Preispolitik der Verlag gegenüber den Abnehmern verfolgt und wirken Sie gegebenenfalls auf eine bessere Open Access-Politik der Verlage hin." - Open Access-Politik der Universität Göttingen 9 "In ihrer Funktion als Führungskraft wer­den alle Wissenschaftlerinnen und Wissen­schaftler aufgefordert, auch ihren Mitarbei­terinnen und Mitarbeitern das Veröffentli­chen im Sinne von Open Access zu ermög­lichen." - TUM Open Access Policy Literatur Deutsche Forschungsgemeinschaft. (2018). Stellungnahme der DFG zur Gründung von „cOAlition S“ zur Unterstützung von Open Access. Information für die Wissenschaft Nr. 56. https://www.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/2018/info_wissenschaft_18_56/index.html Deutsche Forschungsgemeinschaft. (2021). Verwendungsrichtlinien. Allgemeine Bedingungen für Förderverträge mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft e.V. (DFG) . https://www.dfg.de/formulare/2_00/v/dfg_2_00_de_v0121.pdf Fraunhofer-Gesellschaft. (2015). Fraunhofer Open Access-Strategie 2020 . https://www.openaccess.fraunhofer.de/content/dam/openaccess/de/documents/Fraunhofer-Open-Access-Strategie-2020.pdf Helmholtz-Gemeinschaft. (2004). Beschluss zur Umsetzung der „Berliner Erklärung“, 2004 . https://os.helmholtz.de/open-science-in-der-helmholtz-gemeinschaft/open-access/open-access-richtlinien/#c2532 Howlett, M., Ramesh, M., & Perl, A. (2009). Studying public policy : policy cycles & policy subsystems (3rd edition). Oxford University Press. Hübner, A., & Riesenweber, C. (2018). Datentabelle Inhalte der Open-Access-Policies deutscher Hochschulen . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.1291855 Labastida i Juan, I., Melinščak Zlodi, I., Proudman, V., & Treadway, J. (2023). Opening knowledge: retaining rights and open licensing in Europe . SPARC Europe. https://doi.org/10.5281/zenodo.8084051 Max-Planck-Gesellschaft. (2009). Regeln zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis . https://www.mpg.de/229457/Regeln_guter_wiss_Praxis__Volltext-Dokument_.pdf Open-Access-Büro Berlin. (2020). Empfehlung: Förderbedingungen für die Publikationsfonds für Monografien und Sammelbände an den Berliner Universitäten . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4110229 Pampel, H. (2021). Strategische und operative Handlungsoptionen für wissenschaftliche Einrichtungen zur Gestaltung der Open-Access-Transformation . Philosophische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. https://doi.org/10.18452/22946 Pampel, H., & Strecker, D. (2020). Wissenschaftliche Fachgesellschaften und Open Access in Deutschland. Bericht . https://gfzpublic.gfz-potsdam.de/rest/items/item_5000001_1/component/file_5000002/content Steuerungsgremium der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen. (2017). Den digitalen Wandel in der Wissenschaft gestalten. Die Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen. Leitbild 2018 - 2022 . https://gfzpublic.gfz-potsdam.de/pubman/faces/ViewItemOverviewPage.jsp?itemId=item_2829902 Weisel, L. (2012). Interview zur Auflösung der IuK-Initiative Wissenschaft. LIBREAS. Library Ideas , 20 . https://libreas.eu/ausgabe20/texte/01weisel.htm Weiterführende Literatur Angelaki, M. (2021). Model Policy on Open Science for Research Performing Organisations (RPOs) . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4666050 Canadian Association of Research Libraries. (2020). CARL Institutional Open Access Policy Template and Toolkit . https://www.carl-abrc.ca/oa-policy-template-and-toolkit/ Harvard Open Access Project (HOAP). (2021). Good practices for university open-access policies . Cyber.Harvard.Edu. https://cyber.harvard.edu/hoap/Good_practices_for_university_open-access_policies Macquarie University. (n.d.). Resources for Writing, Reviewing, and Developing Policy Documents . https://policies.mq.edu.au/resources.php OpenAIRE. (n.d.). Toolkit for Policy Makers on Open Science and Open Access . OpenAIRE.Eu. https://www.openaire.eu/toolkit-for-policy-makers-on-open-science-and-open-access PASTEUR4OA (n.d.). OA Policy Alignment Checklist. http://www.pasteur4oa.eu/resources/154#.YR9wp44zY2y University rights-retention OA policies. (2023, December 21). In Open access directory (OAD) [wiki]. https://oad.simmons.edu/oadwiki/University_rights-retention_OA_policies...

  9. Open-Access-Transformation

    Intro Bedeutung des DEAL-Wiley-Vertrags für Open Access Bedeutung und Chancen des DEAL-Wiley-Vertrags für die Open-Access-Transformation Quelle: Jobmann, A. (2019). Bedeutung und Chancen des DEAL-Wiley-Vertrags für die Open-Access-Transformation. OA2020-de.org. Verfügbar unter: https://oa2020.ub.uni-bielefeld.de/blog/2019/03/18/bedeutung_chancen_wileydeal_openaccesstransformation/ Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Open-Access-Transformation meint die möglichst komplette Umstellung des akademischen Publikationswesens auf Open Access. 2 Eine Vielzahl von Maßnahmen und Akteuren tragen zur Transformation bei. 3 Transformation lebt von der Implementierung in der Praxis mit klaren Zielen. Open-Access-Transformation Unter Open-Access-Transformation wird die möglichst komplette Umstellung des akademischen Publikationswesens auf Open Access verstanden. Dies impliziert eine Abkehr vom traditionellen Subskriptions - und Erwerbsmodell, bei dem Bibliotheken für den Zugang zu wissenschaftlichen Werken bezahlen. Wenngleich aktuelle Bemühungen sich auf den Bereich wissenschaftlicher Zeitschriften konzentrieren, sind für eine komplette Transformation alle Publikationstypen miteinzubeziehen. Ebenso sind alle Regionen der Erde einzuschließen. In Deutschland und Europa ist die Open-Access-Transformation als politisches Ziel seit einiger Zeit durch EU und Bundesregierung, aber auch durch Landesregierungen (vgl. Positionen der Politik ), Wissenschaftsorganisationen und Förderorganisationen (vgl. Open Access und Forschungsförderer ) gesetzt. Die Entwicklung ist dynamisch und von einer Vielzahl verschiedener Ansätze und Akteur*innen geprägt. Kritik wird aus unterschiedlichen Perspektiven geäußert: Während beispielsweise von einzelnen Verlagen oder Fachgesellschaften auf eine Verlangsamung oder auf Ausnahmen gedrängt wird, wird von anderer Seite auf womöglich nicht-intendierte Folgen der Transformationsansätze verwiesen. Hierzu gehören eine weitere Stärkung der Position großer Verlage, mögliche Lock-in-Effekte oder eine weitere Steigerung ohnehin schon zu hoher Publikationsgebühren . Scholar-led-Initiativen bringen den Wunsch ein, Publikationsinfrastrukturen in die Hand der wissenschaftlichen Institutionen selbst zu legen. Neben dem Bestreben einer freien Zugänglichkeit von wissenschaftlicher Forschung bringen sie eine kritische Sicht auf das wissenschaftliche Publikationssystem ein und setzen alternative Maßstäbe zur Forschungsevaluation auf die Agenda. Video zum Stand von Open Access 2023 Quelle: Philipp Zumstein. (2023, September 29). Der Weg ist nicht das Ziel: Über Ideale und Irrwege bei der Open-Access-Transformation. Open-Access-Tage 2023 (OAT23), Berlin. Zenodo. doi.org/10.5281/zenodo.8388502 oa.helpdesk Stellen Sie hier Ihre konkreten Fragen rund um Open Access. Instrumente der Transformation Eine Grundlage vieler Transformationsansätze ist die Umwidmung von Erwer­bungsmitteln. Die Idee ist, dass keine zusätzlichen Mittel benötigt werden, son­dern die bisherigen (globalen) Mittel für Open Access-Publikationen verwendet werden. Um dies umsetzen zu können, müssen Verlage angehalten werden, ih­re Publikationen auf Open-Access-Modelle umzustellen. Die Umstellung existie­render Publikationen eröffnet die Möglichkeit, erworbene Reputation und Erfahrungen mitzunehmen. Transformationsverträge Das Instrument mit der größten Aufmerksamkeit und den größten Open-Access-Effekten sind momentan Transformationsverträge , bei denen ein Teil der Inhalte von Subskriptionszeitschriften auf Open Access um­gestellt wird und die Erwartung besteht, dass die Quote schrittweise auf 100% steigt. Allerdings ist nicht immer klar, ob eine solche Umstellung verbindlich erreicht wird (vgl. u.a. Mittermaier 2021, 2025, Rothfritz et al. 2024) . Ins Feld der Transformationsverträge gehört auch das deutsche Projekt DEAL (s. u.). Die Konzentration auf den Publi­kationsoutput aus einzelnen Institutionen oder Ländern erfordert zwingend ähnliche und komplementäre Aktivitäten in anderen Ländern. Die Hoffnung ist, dass damit eine kritische Schwelle überschritten wird, oberhalb derer Verlage ihre Portfolios komplett auf Open Access umstellen. Transformative Journals Ergänzend können einzelne Zeitschriften als Transformative Journals aufgestellt werden mit einem klaren Ziel eines stetig wachsenden Open-Access-Anteils (vgl. Plan S ). Journal Flipping Für einzelne Zeitschriften stellt die komplette und sofortige Umstellung auf Open Access, das so genannte Journal Flipping , die schnellste Möglichkeit der Trans­formation dar. Abhängig davon, wie sich der Verlag positioniert und wer die Titelrechte besitzt, kann eine solche Umstellung unter Fortführung des Namens oder durch einen Abzug der Redaktion und einen Neustart an anderem Ort erfolgen. Neugründung Neugründung von Publikationen: Neue Zeitschriften, Buchreihen oder Konferenzveröffentlichungen werden von Anfang an als Open-Access-Produkte geplant. Diese Instrumente werden durch verschiedene Akteure angetrieben und über das Bereitstellen der umfangreichen Publikationsmittel hinaus unterstützt: Wissenschaftliche Einrichtungen Wissenschaftliche Einrichtungen unterstützen diesen Prozess durch den Betrieb von Publikationsangeboten, Universitätsverlagen, Zeitschrif­tenplattformen etc. Diese Angebote sind unkommerziell und werden ggf. sogar durch die Übernahme der Betriebskosten bezuschusst, sodass der Kostendruck sinkt und die wissenschaftliche Kontrolle steigt. Förderer Förderer unterstützen einerseits finanziell bei anfallenden Publikationskosten von Open-Access-Artikeln und -Monographien. Andererseits unterstützen sie durch Open-Access-Auflagen (oder schwächer: -Erwartungen) Open-Access-Entscheidungen von Autor*innen. Darüber hinaus fördern verschiedene Programme Projekte zur Infrastrukturbildung für die Open-Access-Transformation. Bibliotheken Bibliotheken verhandeln Open-Access-Verträge aller Art, betreiben das Publikations- und Kostenmonitoring und entwickeln neue Open-Access-Modelle. Sie setzen Erwerbungsmittel zunehmend für Open Access ein (vgl. Bibliotheksstatistik und Open Access Monitor ). Monitoring-Verfahren kontrollieren die Open-Access-Umstellung gemäß institutioneller und gesetzlicher Vorgaben und die Einhaltung von Open Access Policies . Bibliotheken und kommerzielle Akteure Bibliotheken und kommerzielle Akteure betreiben Konsortien bzw. wickeln eine gemeinschaftliche Finanzierung von Open-Access-Publikationen ab. Open-Access-Repositorien Open-Access-Repositorien dienender parallelen Bereitstellung im Open Access (vgl. grüner Weg ) und decken damit Open-Access-Erwartungen von Förderern ab (siehe auch Plan S und die Rights Retention Strategy ). Wie in nahezu allen anderen Aspekten der Open-Access-Diskussion dominieren im Transformationskontext wissenschaftliche Zeitschriften. Grundsätzlich sind alle Instrumente auch auf Bücher und Buchreihen sowie weitere Publikations­arten wie Konferenzveröffentlichungen anwendbar. Hier sind sämtliche Akteure weiter gefordert, alle Publikationen in ihre Maßnahmen zur Open-Access-Transformation einzubeziehen. Verschiedene Ansätze der Transformation können parallel erfolgen, jedoch kol­lidieren sie auch gelegentlich. Dies geschieht insbesondere dann, wenn es um knappe Ressourcen oder um strategische Ausrichtungen geht. Während Trans­formationsverträge stärker auf große Konvolute setzen (große Zeitschriften­pakete, große Verlage), betonen Ansätze wie das Journal Flipping eher Aspekte wie Kontrolle durch die Wissenschaft oder eine komplette und sofortige Open-Access-Umstellung. Eine Herausforderung für alle Ansätze ist die andauernde Suche nach nachhaltigen Finanzierungsmöglichkeiten in Anknüpfung an bisherige Erwerbungsstrukturen und unter deren Weiterentwicklung (vgl. Schenke, Stork & Tullney 2025 ). Open Access und Forschungsförderer Hier finden Sie eine Einführung. Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Folgen der Transformation Wesentliche Folge der Open-Access-Transformation ist ein wachsender Anteil frei verfügbarer und ggf. nachnutzbarer wissenschaftlicher Literatur (vgl. Gründe und Vorbehalte ). Innerhalb wissenschaftlicher Einrichtungen verändert die Open-Access-Transformation Arbeitsschritte und Zuständigkeiten. Einrichtungsübergreifend ergeben sich ggf. Bedarfe nach einer Neuverteilung finanzieller Mittel. Hintergrund ist jeweils, dass Kosten des wissenschaftlichen Publizierens zunehmend in Anlehnung an das Publikationsaufkommen verteilt werden, nicht mehr in Anlehnung an die reine Größe wissenschaftlicher Einrichtungen. Neue Aufgaben entstehen vor allem für wissenschaftliche Bibliotheken. Hier müssen Erwerbungsmittel neu eingesetzt werden, ein Monitoring der Entwicklung der Publikationszahlen stattfinden sowie finanzielle Unterstützung für Publikationskosten und konsortiale Finanzierungsmodelle bereitgestellt werden. Transformationsverträge müssen betreut werden, Aufgaben zwischen Verlagen, Bibliotheken und Autor*innen teilweise neu verteilt werden. Je nach Einrichtungsorganisation findet auch die Beratung von Wissenschaftler*innen zum Open-Access-Publizieren in den Bibliotheken statt. Open Access hat sich so mittlerweile von einem Sonderthema zu einer Kernaufgabe der Bibliotheken entwickelt. Wesentliche Akteure Wissenschaftsorganisationen Die Allianz-Initiative (Schwerpunktinitiative "Digitale Information" der Allianz der Wissenschaftsorganisationen) hat in den letzten Jahren mehrfach Positionspapiere zur Open-Access-Transformation veröffentlicht (insbesondere Bruch et al., 2016). Kernforderungen waren: die Verankerung von Open Access in den Bibliotheken, in der Lizenzierungspraxis und in den Erwerbungsetats, die sukzessive Umschichtung der Erwerbungsmittel sowie die Offenlegung der Subskriptionskosten bzw. der Open-Access-Publikationskosten und -zahlen und der Aufbau skalierbarer Prozesse in den Bibliotheken. 2024 veröffentlichte die Allianz-Initiative eine Studie zur Kartierung und Beschreibung der Open-Access-Dienste in Deutschland ( Biela et al., 2024 ), die den Status Quo der öffentlich finanzierten, wissenschaftlichen Open-Access-Dienste und -Infrastrukturen in Deutschland wiedergibt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist ein zentraler wissenschaftspolitischer Akteur der Open-Access-Transformation. Mit mehreren Förderprogrammen unterstützt die DFG den Aufbau und Betrieb von Open-Access-Publikationsfonds und -Infrastrukturen und beeinflusst damit maßgeblich die Entwicklungen in diesen Bereichen. In ihren wissenschaftspolitischen Positionen unterstützt die DFG zentrale Initiativen wie die Berliner Erklärung, OA2020, den Action Plan for Diamond Open Access , die EU-Ratsschlussfolgerungen zum wissenschaftlichen Publizieren sowie den International Science Council (ISC) und kooperiert mit weiteren nationalen und internationalen Open-Access-Initiativen. Obwohl sie die Bestrebungen der cOAlition S unterstützt , verpflichtet die DFG nicht zum Open-Access-Publizieren. In zwei Positionspapieren ( DFG, 2018 ; DFG, 2022 ) nimmt sie zu aktuellen Herausforderungen im wissenschaftlichen Publikationswesen Stellung. Der Wissenschaftsrat veröffentlichte 2022 umfassende „ Empfehlungen zur Transformation des wissenschaftlichen Publizierens zu Open Access “ und gibt darin das standardmäßige Publizieren im goldenen Open Access als Ziel der Transformation aus. Um Publikationskosten zu monitoren und die Finanzierung des wissenschaftlichen Publizierens langfristig strategisch zu planen, sollen wissenschaftliche Einrichtungen Informationsbudgets etablieren. DEAL-Konsortium Das DEAL-Konsortium entstand zunächst als Projekt DEAL, angestoßen von der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen und unter Federführung der Hochschulrektorenkonferenz. Ziel ist es, einheitliche nationale Lizenzverträge für alle (digitalen) Zeitschriften großer kommerzieller Wissenschaftsverlage abzuschließen. Die Verträge, die das DEAL-Konsortium stellvertretend für mehr als 900 teilnahmeberechtigte Organisationen abschließt, enthalten eine Open-Access-Komponente: Mitglieder der teilnehmenden Institutionen können ohne weitere Kosten für die Autor*innen Open Access in Subskriptionszeitschriften (so genannte hybride Zeitschriften ) der Verlage publizieren (was zu einem hohen Open-Access-Anteil der Publikationen aus deutschen Institutionen führt). Zudem erhalten sie Zugriff auf das gesamte Zeitschriftenportfolio. Der Verlagsvertragspartner DEAL Open Access Services (DEAS) gGmbH stellt die Veröffentlichungsgebühren zentral in Rechnung und rechnet diese anschließend mit den teilnehmenden Institutionen ab. Bisher wurden DEAL-Verträge mit drei Verlagen geschlossen: mit Wiley , Springer Nature und Elsevier . Arbeitskreis Forum 13+ Der Arbeitskreis Forum 13+ wurde als unabhängiger Arbeitskreis aus Expert*innen deutscher Bibliothekskonsortien gegründet, der die Aushandlung von Transformationsverträgen zwischen wissenschaftlichen Institutionen und kleinen und mittleren Verlagen bzw. Fachgesellschaften - jenseits der großen Fachverlage, mit denen im Rahmen von DEAL Verträge abgeschlossen wurden - koordiniert. In dieser Funktion veröffentlichte der Arbeitskreis eine Handreichung zur Bewertung von Open-Access-Transformationsverträgen und Verlagsangeboten . Plan S/cOAlition S Plan S ist eine Initiative einer internationalen Gruppe von Forschungs- und Forschungsförderorganisationen ( cOAlition S ). Plan S fordert seit 2021, dass wissenschaftliche Veröffentlichungen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, in anerkannten Open-Access-Zeitschriften, -Plattformen oder -Repositorien ohne Embargo veröffentlicht werden müssen. Gemeinsame Implementierungs­richtlinien werden in den jeweiligen Förderrichtlinien der teilnehmenden Forschungsförderer umgesetzt. Kernelement ist eine grundsätzliche Abkehr von hybridem Open Access (Ausnahmen nur bei erkennbarer Transformation). Großer Wert wird auf eine Kostentransparenz der Verlage gelegt. Damit steht Plan S auch für den allgemeinen Trend, dass Förderorganisationen die momentan schärfsten und einfachsten Instrumente in der Hand haben – durch das Verknüpfen von Drittmittelzusagen mit Open-Access-Pflichten können sie entscheidend eingreifen. Deutsche Förderer sind allerdings nicht offiziell Mitglied der cOAlition S. Open-Access-Konsortien Unter dem Namen SCOAP³ – Sponsoring Consortium for Open Access Publishing in Particle Physics hat sich ein internationales Konsortium unter Führung des CERN zur Förderung von Open Access im Bereich der Hochenergiephysik gebildet. Es handelt sich um eine weltweit einmalige Initiative, in der mehrere wesentliche Verlagszeitschriften des Felds komplett auf Open Access umgestellt worden sind, ohne dass Autor*innen APCs bezahlen müssen. Bibliotheken und Organisationen aus der gesamten Welt zahlen in das Projekt ein. Berechnungsgrundlage ist der jeweilige Publikationsoutput der wissenschaftlichen Einrichtungen. Als Konsortialmodell ermöglicht KOALA eine nachhaltige Finanzierung für Diamond Open Access . Wissenschaftliche Einrichtungen – insbesondere Bibliotheken und Forschungseinrichtungen – finanzieren gemeinschaftlich Zeitschriften, die so in ein Diamond-Open-Access-Modell überführt werden können: Thematisch fokussierte Zeitschriftenbündel werden zur Finanzierung angeboten und, sobald das Finanzierungsziel erreicht ist, für drei Jahre finanziert und vollständig frei zugänglich gemacht. Als zentraler Dienstleister koordiniert die TIB Hannover das KOALA-Modell im Regelbetrieb. Fachcommunities und Fachgesellschaften Fachgesellschaften sind Organe der wissenschaftlichen Selbstorganisation und fachlichen Standardsetzung. Einige von ihnen haben die Berliner Erklärung unterzeichnet, diskutieren das Thema Open Access organisationsintern (vgl. Bärwollf et al., 2023 ) oder nehmen wissenschaftspolitisch Stellung zur Open-Access-Transformation - wie z.B. die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) in einem Positionspapier ( DPG, 2021 ), in dem sie sich kritisch zur Open-Access-Entwicklung äußert. Autor*innen Zentrale Gestalter*innen der Open-Access-Transformation sind, neben institutionellen Akteur*innen, die Forschenden selbst. Durch ihre Wahl eines Open-Access-Publikationsorgans und -modells , das Nutzen ihres Zweitveröffentlichungsrechts und eine entsprechende Lizenzierung ihrer Publikationen können Autor*innen entscheidend zur freien Zugänglichkeit ihrer Forschungsergebnisse beitragen. Darüber hinaus können Forschende auch selbst eine Open-Access-Zeitschrift gründen oder flippen oder sich in Scholar-led -Initiativen für Diamond Open Access engagieren. Open-Access-Transformation in der Praxis Die vielen verschiedenen Ansätze zur Open-Access-Transformation eint, dass zukünftig ein möglichst großer Anteil wissenschaftlicher Publikationen frei verfügbar sein soll. Um die Maßnahmen beurteilen und weiterentwickeln zu können, sollten sie so transparent wie möglich ausgestaltet sein. Dazu gehört die Angabe etwaiger Zwischenschritte auf dem Weg zur kompletten Open-Access-Umstellung (insbesondere bei Transformationsverträgen), die Verankerung unumkehrbarer Schritte zur Erhöhung des Open-Access-Anteils und eine Transparenz über zugrundeliegende Publikationszahlen ( Informationsbudget ). Kostendämpfende Mechanismen sollten eingebaut werden, um einen weiteren Anstieg der Publikationsgebühren zu verhindern. Eine Vernetzung der Akteure ist anzustreben, ohne die Vielfalt der Optionen grundsätzlich einzuschränken. Für neue Initiativen ist es jedoch anzuraten, sich Rat und Unterstützung zu holen. Das Projekt open-access.network bietet Vernetzungs- und individuelle Beratungsmöglichkeiten. Da die Open-Access-Transformation als politisches Ziel und als Absicht der Wissenschafts- und Wissenschaftsförderorganisationen klar verankert ist, sind alle Akteure der Wissenschaftslandschaft aufgefordert, in ihren jeweiligen Handlungsfeldern entsprechend zu wirken. Die Umstellung auf Open Access hat viele zu berücksichtigende Aspekte - von Wissenschaftsfreiheit über wissenschaftliche Kontrolle, nachhaltige und faire Finanzierung, zusätzliche Arbeiten in Einrichtungen bis hin zu Rufen nach Mittelverschiebungen zwischen Einrichtungen. Aber das ganz unmittelbare Kriterium bleibt: Gelingt ein möglichst kompletter Umstieg auf Open Access? Literatur Bärwolff, T., Benz, M., Dreyer, M., Neufend, M., Kindling, M., Kirchner, A., & Schmidt, B. (2023). Open4DE Landscape Report. Open Research Office Berlin. doi.org/10.21428/986c5d43.bab38f02 Biela, J., Stalla, M., Hohmann, L., & Holzer, A. C. (2024). Kartierung und Beschreibung der Open-Access-Dienste in Deutschland. https://doi.org/10.5281/zenodo.11121906 . Bruch, C., Geschuhn, K., Hanig, K., Hillenkötter, K., Pampel, H., Schäffler, H., Scheiner, A., Scholze, F., Stanek, U., Timm, A., & Tullney, M. (2016). Empfehlungen zur Open-Access- Transformation. Strategische und praktische Verankerung von Open Access in der Informationsversorgung wissenschaftlicher Einrichtungen. Empfehlungen der Ad-hoc-AG Open-Access-Gold im Rahmen der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen. https://doi.org/10.3249/allianzoa.011 Deutsche Forschungsgemeinschaft (2018). Förderung von Informationsinfrastrukturen für die Wissenschaft. https://www.dfg.de/resource/blob/173200/positionspapier-informationsinfrastrukturen.pdf Deutsche Forschungsgemeinschaft | AG Publikationswesen. (2022). Wissenschaftliches Publizieren als Grundlage und Gestaltungsfeld der Wissenschaftsbewertung. https://doi.org/10.5281/zenodo.6538163 Deutsche Physikalische Gesellschaft (2021). Positionspapier zur Zukunft des wissenschaftlichen Publikationswesens. https://www.dpg-physik.de/veroeffentlichungen/publikationen/stellungnahmen-der-dpg/wissenschaftssystem/pdf/dpg-positionspapier_publikationswesen_final.pdf Mittermaier, Bernhard: Transformationsverträge – Stairway to Heaven oder Highway to Hell?, in: 027.7 Zeitschrift für Bibliothekskultur / Journal for Library Culture 8 (2), 2021. https://doi.org/10.21428/1bfadeb6.d80f0652 Mittermaier, B. (2025). Transformationsverträge sind eine Sackgasse: In Erinnerung an Irene Barbers (1966–2025). O-Bib. Das Offene Bibliotheksjournal Herausgeber VDB, 12(1), 1-22. https://doi.org/10.5282/o-bib/6117 Rothfritz, Laura; Herb, Ulrich; Schmal, W. Benedikt: Trapped in Transformative Agreements? A Multifaceted Analysis of > 1,000 Contracts, 2024, https://doi.org/10.48550/arXiv.2409.20224 Schenke, J., Stork, K. S., & Tullney, M. (2025). Das Diamond-Open-Access-Modell KOALA aus erwerbungsbibliothekarischer Sicht: Ein Auswertungsbericht. O-Bib. Das Offene Bibliotheksjournal Herausgeber VDB, 12(2), 1-16. https://doi.org/10.5282/o-bib/6162 Weiterführende Literatur Arning, U., Bargheer, M., Meinecke, I., Schobert, D., & Tobias, R. (2022). Open-Access-Transformation für Bücher: Die Rolle von institutionellen Verlagen und Publikationsdiensten. https://doi.org/10.5281/zenodo.6346234 ESAC Initiative: Guidelines for Transformative Agreements, 11.08.2024, https://esac-initiative.org/about/transformative-agreements/guidelines-for-transformative-agreements , Stand: 18.09.2024. Hacker, A., & Tullney, M. (2020). “Stell Dir vor, es ist 2020 und Open Access läuft immer noch nicht.“. https://doi.org/10.5446/49691 Knoche, M. (2021). Raus aus den DEAL-Verträgen! Sieben Gründe für den Ausstieg. 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  10. Open-Access-Zeitschriften

    Intro Fakten über Open-Access-Zeitschriften open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Open-Access-Zeitschriften enthalten ausschließlich Artikel, die direkt bei Erscheinen weltweit kostenlos und ohne Einschränkungen zugänglich und nachnutzbar sind. 2 Die meisten Open-Access-Zeitschriften sind auch für die Autor*innen kostenfrei, in anderen Fällen ist das Author-Pays-Modell verbreitet. 3 Die Inhalte sind in den gängigen Datenbanken und Suchmaschinen recherchierbar – spezialisiert auf Open-Access-Inhalte ist die Suchmaschine BASE. Definition Open-Access-Zeitschriften beinhalten ausschließlich Artikel, die unmittelbar mit Erscheinen der Zeitschrift kostenlos und ohne Einschränkungen weltweit zu­gänglich und nachnutzbar sind. Beiträge in Zeitschriften, die dieser Definition entsprechen, erscheinen in der Regel unter einer Creative-Commons-Lizenz , die durch die Autor*innen vergeben wird. An die Verlage dieser Zeitschriften wird von den Autor*innen lediglich ein einfaches Verwertungsrecht übertragen. Open-Access-Zeitschriften sind primäres Medium des sogenannten goldenen Wegs des Open Access zu wissenschaftlichen Artikeln. Verlangt eine Zeitschrift für die Veröffentlichung keine Publikationsgebühren, spricht man häufig von Diamond Open Access . Dadurch erreichen die Artikel eine möglichst weite Verbreitung und sind für Wissenschaftler*innen und alle anderen Interessierten so schnell wie möglich zugänglich und nachnutzbar. Forschungsergebnisse werden so besser sichtbar und oft auch häufiger zitiert ( Piwowar et al., 2018 ). open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Open Access und Closed Access Praxistipp Einen Überblick über Anforderungen an Open-Access-Zeitschriften und konkrete Kriterien, nach denen sich Autor*innen bei der Wahl eines geeigneten Publikationsortes richten können, gibt es hier im Praxistipp Qualität von OA-Zeitschriften – wo publizieren und wo lieber nicht? Praxistipp Die folgenden Tools können hilfreich sein, passende Open-Access-Publikationsorte für das eigene Manuskript zu finden: oa.finder (Recherchetool für wissenschaftliche Publikationsorgane; entwickelt von open-access.network ) B!SON (Empfehlungstool für Open-Access-Zeitschriften, entwickelt von TIB und SLUB Dresden ) EZB (Recherchetool für OA-Zeitschriften und Förderoptionen). Die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) hat ihre Services erweitert und kann als zentrales Instrument genutzt werden, um Angaben zur Übernahme von Publikationskosten auf Zeitschriftenebene zu recherchieren. Erfasst werden können dabei etwa Ansprechpartner*innen, besondere Vorgaben oder finanzielle Obergrenzen sowie die konkreten Abläufe zur Einreichung von Rechnungen an der jeweiligen Einrichtung. Hier findet man weitere Informationen über die neuen Funktionen des Tools. Qualitätssicherung und Impact-Messung Hier finden Sie eine Einführung. Qualität Open-Access-Zeitschriften stehen Closed-Access -Zeitschriften ( Subskriptions­zeitschriften ) qualitativ in nichts nach. Wie bei wissenschaftlichen Zeitschriften üblich, durchlaufen die Beiträge vor der Veröffentlichung ein Qualitätssiche­rungsverfahren, zumeist ein Peer Review . Einige Open-Access-Zeitschriften gehen im Kontext von Open Science und der Idee eines transparenteren Wissenschaftsprozesses sogar noch einen Schritt weiter und bieten ein offenes Peer Review an. Durch das Öffentlichmachen aller Beteiligten sowie ggf. der Gutachten (Ross-Hellauer, 2017) wird die Qualitätssicherung zu einem gemeinschaftlichen Prozess, um konstruktive Kritik zu gewährleisten. Die freie Zugänglichkeit der Volltexte bietet zudem den Vorteil, Plagiate und Fehler leichter zu entdecken. Manche Open-Access-Zeitschriften praktizieren, sofern dies in ihren Disziplinen üblich ist, gelegentlich auch eine Form der Begutachtung durch die Herausgeber*innen. Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) Finanzierung Der Hauptunterschied zu Closed-Access-Zeitschriften liegt in der freien Zugäng­lichkeit und Nachnutzbarkeit sowie in der Finanzierung . Bei traditionellen Closed-Access-Zeitschriften (Subskriptionszeitschriften) zahlen die Leser*innen bzw. ihre Institutionen und deren wissenschaftliche Bibliotheken hohe Gebühren für den Zugang zu den Artikeln. Open-Access-Publikationen können entgeltfrei genutzt werden, die Finanzierung muss also an anderer Stelle erfolgen. Hier ist das Author-Pays-Modell sehr verbreitet, bei dem die Autor*innen für die Veröffentlichung ihrer Beiträge Publikationsgebühren ( Article Processing Charges, kurz APCs ) zahlen. Das Diamond-Open-Access-Model macht einen erheblichen Teil der Open‑Access‑Zeitschriften sowohl für Leser*innen als auch für Autor*innen kostenfrei. Diamond‑Open-Access-Zeitschriften werden typischerweise von Fachgesellschaften, wissenschaftlichen Einrichtungen oder Bibliothekskonsortien getragen. Außerdem bieten inzwischen viele Closed-Access-Zeitschriften den Autor*innen an, einzelne Beiträge gegen eine hohe Gebühr frei zugänglich zu machen (sogenannte hybride Zeitschriften ). Auf diese Weise werden durch den Verlag Einnahmen zusätzlich zu den Abonnementeinnahmen generiert, ohne dass sich an anderer Stelle die Kosten für Autor*innen oder Abonnent*innen verringern würden. Auf Grund dieses sogenannten Double Dipping der Verlage ist hybrides Open Access recht umstritten. Über Transformationsverträge , wie z. B. die DEAL -Verträge, werden diese hybriden Gebühren zunehmend von Bibliothekskonsortien in einer vertraglich festgelegten Höhe übernommen, mit dem Ziel, die hybriden Zeitschriften dauerhaft in Open-Access-Zeitschriften umzuwandeln. Kritiker*innen bemängeln jedoch die Wirksamkeit dieser Verträge: in mehreren Analysen bleibt die Transition von Subskriptions‑ zu reinen OA‑Zeitschriften oft aus und wird nicht ausreichend gefördert (Mittermaier, 2025) . Die Verträge könnten Markt‑ und Abhängigkeitsstrukturen zugunsten großer Verlage konsolidieren und ihre Kostenkalkulationen sind teilweise intransparent oder fragwürdig (Ziegler & Dirnagl, 2024) . Befürchtet wird zudem, dass Transformationsverträge den Publikationsstrom zu wenigen großen Verlagen lenken und damit die Bibliodiversität gefährden (Kaden, 2023) . Von vielen Forschungsförderern und institutionellen Publikationsfonds wird die Finanzierung von Open-Access-Publikationsgebühren für Beiträge in hybriden Zeitschriften abgelehnt (siehe z. B. Plan S ). Um diese Ausschlusskriterien zu umgehen, haben einige große Verlage sogenannte "Mirror Journals" gegründet, d. h. Open-Access-Versionen von Subskriptionszeitschriften, deren Themenschwerpunkte, Herausgebergremien und Peer-Review-Verfahren weitgehend identisch sind mit denen der entsprechenden Subskriptionszeitschrift. Sowohl die cOAlition S als auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) betrachten solche Zeitschriften de facto als hybride Zeitschriften, deren Artikel nicht förderfähig sind ( Voigt, 2022 ). open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Quelle: altmetric.com Zweitveröffentlichung Auch Publikationen in Closed-Access-Zeitschriften können als Zweitveröffent­lichung über den grünen Weg des Open Access in Repositorien kostenlos zugänglich gemacht werden. Nach dem deutschen Zweitveröffentlichungs­recht dürfen Beiträge, die in einer konventionellen Zeitschrift publiziert wurden, unter bestimmten Bedingungen in einem Repositorium zweitveröffentlicht werden. Impact Der in den Journal Citation Reports veröffentlichte Journal Impact Factor zur Messung der Zitierhäufigkeit von Zeitschriftenartikeln umfasst auch Open-Access-Zeitschriften. Die missbräuchliche Nutzung des Impact Factors für die Beurteilung wissenschaftlicher Leistungen wird jedoch stark kritisiert (siehe DORA ). Als Alternative zu den traditionellen bibliometrischen Kennzahlen haben sich sogenannte Altmetrics herausgebildet. Diese zeigen die vielfältigen Reaktionen im Web auf eine wissenschaftliche Veröffentlichung auf. Inhalte finden Die in Open-Access-Zeitschriften erschienenen Inhalte sind an vielen Stellen nachgewiesen und in den gewohnten Datenbanken und Suchmaschinen recherchierbar. Auf Open-Access-Inhalte spezialisiert ist die Suchmaschine BASE . In Zeitschriften- und Artikeldatenbanken bieten Filteroptionen die Möglichkeit, die Suche auf Open-Access-Inhalte einzugrenzen, so z. B. in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (Option "frei zugänglich") oder in Web of Science. Zusätzlich sind Open-Access-Inhalte auch gut über die gängigen Suchmaschinen wie z. B. Google Scholar zu finden. Für offene Inhalte vor allem aus den Geistes- und Sozialwissenschaften ist GoTriple eine interessante Rechercheplattform. Ein empfehlenswertes Open-Source-Tool zum Finden von Open-Access-Versionen wissenschaftlicher Publikationen ist Unpaywall , das als Browser-Extension für Firefox und Chrome zur Verfügung steht ( Piwowar et al., 2018 ). Open-Access-Literatur finden Zahlreiche Suchmaschinen sind auf Open Access spezialisiert. Hier gibt es eine Übersicht, wie man freie Literatur finden kann. Fachspezifische Angebote Einen Einstieg in fachspezifische Angebote bieten auch die Fachseiten hier. Directory of Open Access Journals (DOAJ) Das DOAJ ist die zentrale Datenbank für Open-Access-Zeitschriften, die auch fachspezifisch durchsucht werden kann. Zeitschriften herausgeben Hier finden Sie eine Einführung. Präsentation "Open-Access-Zeitschriften gründen" In den Vortragsfolien "Open-Access-Zeitschriften gründen -- woran muss ich denken?" werden wertvolle Hinweise gegeben, die Herausgeb­er*innen vor dem Start einer Open-Access-Zeitschrift beachten sollten. Zeitschrift gründen Sie sehen in Ihrem Fachgebiet Bedarf für eine neue Zeitschrift und möchten diese als Open-Access-Zeitschrift veröffentlichen? Viele Open-Access-Zeitschriften werden von Wissenschaftler*innen gegründet und herausgegeben. Als ersten Schritt möchten wir Ihnen empfehlen, sich mit den Open-Access-Expert*innen in Ihrer Einrichtung zu beraten, denn es gibt inzwischen eine Vielzahl von Optionen sowohl in fachspezifischer, technischer als auch finanzieller Hinsicht. So bieten viele Einrichtungen z. B. über die Software Open Journal Systems (OJS) , ihren Wissenschaft­ler*innen die Möglichkeit, Gründung und Betrieb von unabhängigen Open-Access-Zeitschriften zu unterstützen. Ein Beispiel ist die Technische Informationsbibliothek (TIB), die mit TIB Open Publishing eine Publikationsplattform betreibt, auf der Open-Access-Zeitschriften vor allem aus dem technisch-naturwissenschaftlichen Bereich mit OJS gehostet werden können. Zudem gibt es eine Reihe von Open-Access-Verlagen, aber auch konventionelle Verlage, die immer mehr auf Open-Access-Publikationen umsteigen, unter deren Dach Sie ihre Zeitschrift gründen könnten. Wir empfehlen Ihnen einen Blick in unsere fachspezifischen Seiten , um zu sehen, welche Verlage in Ihrem Fach bereits mit Open-Access-Angeboten aktiv sind. Ergänzend kann das Open Access Journals Toolkit hilfreiche Orientierung für die Gründung und den Betrieb einer Open-Access-Zeitschrift bieten. Wer nicht nur eine neue Zeitschrift gründen, sondern eine bestehende Zeitschrift von Subskription auf Open Access umstellen möchte, findet hierzu weitere Informationen unter Zeitschriften transformieren . Literatur Kaden, Ben (2023): „OA Takeaways: Die Kritik am DEAL-Vertrag mit Elsevier in der FAZ vom 29.11.2023.“ https://doi.org/10.59350/dzrhw-yb070 Mittermaier, B. (2025). Transformationsverträge sind eine Sackgasse: In Erinnerung an Irene Barbers (1966–2025). O-bib , 12 (1), 1–22. https://doi.org/10.5282/o-bib/6117 Piwowar, H., Priem, J., Larivière, V., Alperin, J. P., Matthias, L., Norlander, B., Farley, A., West, J., & Haustein, S. (2018). The state of OA: A large-scale analysis of the prevalence and impact of Open Access articles. PeerJ, 6 , e4375. https://doi.org/10.7717/peerj.4375 Ross-Hellauer, T. (2017). What is open peer review? A systematic review [Version 2; peer review: 4 approved]. F1000Research, 6 , 588. https://doi.org/10.12688/f1000research.11369.2 Voigt, M. (2022, August 15). Spieglein, Spieglein an der Wand… Mirror Journals gezielt erkennen. FIS & EPub – Gemeinsamer Blog der DINI AG Forschungsinformationssystem und Elektronisches Publizieren . https://blog.dini.de/EPub_FIS/2022/08/15/spieglein-spieglein-an-der-wand-mirror-journals-gezielt-erkennen/ Ziegler, G. M., & Dirnagl, U. (2024, August 29). Pro & Contra: Warum die „Deal“-Verträge (k)ein Gewinn für die Wissenschaft sind. Forschung & Lehre. https://www.forschung-und-lehre.de/politik/warum-die-deal-vertraege-kein-gewinn-fuer-die-wissenschaft-sind-6595...