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  1. Implementierung von Open Access

    Intro Open Access in 60 Sekunden Quelle: Brinken, H., Hauss, J. & Rücknagel, J. (2021). Open Access in 60 Sekunden, open-access.network. https://doi.org/10.5446/50831 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Die Einführung von Open Access sollte strategisch gemeinsam von Leitungsebene und Bibliothek umgesetzt werden. 2 Die Einrichtung, die Open Access implementiert, sollte sich mit einer Open Access Policy klar zu Open Access bekennen. 2 Infrastruktur-Angebote an Wissenschaftler*innen zur praktischen Umsetzung von Open Access sind essenziell. Open Access implementieren Open Access verbessert den Zugang zu wissenschaftlichen Informationen und erhöht die Sichtbarkeit einer Wissenschaftsinstitution. Die Prinzipien des Open Access werden von Forschenden durchaus akzeptiert und geschätzt ( Dallmeier-Tiessen et al., 2011; Ross-Hellauer et al., 2017 ), doch es bedarf konkreter Maßnahmen, um Open Access praktisch zu implementieren. Wie steht die Politik zu Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access Policies Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Praxistipp Im Praxistipp Open Access unterstützen - Praxistipps für Hochschulen finden Sie Tipps, wie Open Access von Hochschulseite unterstützt werden kann. Rolle der Hochschulleitung Für eine erfolgreiche Einführung und Umsetzung von Open Access ist eine strategische Befürwortung durch die Leitung einer Institution eine wichtige Voraussetzung. Eine klare Positionierung, z. B. in Form einer Policy , vermittelt mit gewissem Nachdruck, dass die offene Bereitstellung von Forschungsergeb­nissen an der Einrichtung geschätzt und gefördert wird. So können von zentraler Stelle aus ein nachhaltiger Umgang mit den zur Verfügung stehenden Mitteln sowie nötige Umschichtungen befördert werden. Bei der praktischen Umsetzung von Open Access ist eine Zusammenarbeit der Einrichtungsleitung mit Bibliothek und Rechenzentrum zentral, da dort i. d. R. die Maßnahmen umgesetzt und die Services angeboten werden. Rolle der Bibliotheken Bibliotheken sind wichtige Akteure im Bereich Open Access. Sie sind bewährte Mittler*innen der Literatur- und Informationsversorgung und kümmern sich um die Beschaffung und Bereitstellung sowohl gedruckter als auch elektronischer Medien. An vielen Einrichtungen übernehmen sie gemeinsam mit dem Rechen­zentrum einen großen Teil der praktischen Umsetzung von Open-Access-Ange­boten, z. B. als Betreibende von Hochschulschriftenservern und Repositorien , indem sie Unterstützung bei der Gründung von Open-Access-Zeitschriften leisten oder selbst Universitätsverlage gründen. Meist übernehmen sie auch die Verwaltung von Open-Access-Publikationsfonds . In der Regel sind Bibliotheken auch diejenigen, die innerhalb ihrer Institution ein Bewusstsein für Open Access schaffen und die Open-Access-Transforma­tion vorantreiben. Sie stehen im engen Kontakt mit den Fachbereichen und kennen deren Interesse und Bedarfe an Open-Access-Angeboten. Darüber hinaus sind sie gut mit der Bandbreite fachlicher Angebote und Erfordernisse im Bereich Open Access vertraut. Im Folgenden werden konkrete Maßnahmen zur Einführung und Umsetzung von Open Access aufgezeigt. Sinnvoll ist dabei eine intensive Zusammenarbeit von Bibliothek, Forschenden, Rechenzentrum und Einrichtungsleitung. Open Access zu implementieren umfasst nicht nur die Bereitstellung einer technischen Infrastruktur, sondern auch umfassende, zielgruppenspezifische Marketingaktivitäten zu Open Access. Praxistipp Im Praxistipp Open Access unterstützen - Praxistipps für Hochschulbibliotheken finden Sie Tipps, wie Open Access vonseiten der Bibliotheken unterstützt werden kann. Diese Maßnahmen haben sich zur Implementierung von Open Access bewährt: Unterzeichnung der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen Die Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen kann von wissenschaftlich arbeitenden oder wissenschafts­fördernden Institutionen , sowie Kultureinrichtungen (z. B. Bibliotheken oder Museen) unterschrieben werden. Bei Interesse daran sollten Einrichtungsleitungen mit dem Präsidium der Max-Planck-Gesellschaft in Kontakt treten. Mit der Unterzeichnung bekennt sich eine Institution dazu, die wissenschaftliche Diskussion durch die konsequente Nutzung elektronischer Kommunikationsmöglichkeiten zu fördern und wissenschaftliche Erkenntnisse einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Verabschiedung einer Open Access Policy Die nachhaltigste Möglichkeit, den Open-Access-Gedanken in einer In­stitution zu implementieren, liegt in der institutionellen Selbstverpflich­tung, z. B. in Form einer offiziellen Policy bzw. Leitlinie zu Open Access oder Open Science. Neben einem Bekenntnis der Institution zu Open Access/Open Science enthält sie in der Regel die Aufforderung an die Einrichtungsmitglieder, Publikationen Open Access zur Verfügung zu stellen. Dies kann entweder unmittelbar durch eine Veröffentlichung auf dem goldenen Weg geschehen oder - im Rahmen der rechtlichen Mög­lichkeiten - durch die parallele Zweitveröffentlichung der Publikationen in institutionellen Repositorien. Einen beispielhaften Aufbau und zentrale Inhalte eines Policy-Dokumentes haben wir hier auf der Seite Open Access Policies zusammengefasst. ROARMAP listet Open-Access-Mandate und -Richtlinien von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Forschungsförderern der ganzen Welt auf. Institutionen können auch eigene Anreizsysteme für Open Access schaffen. So kann beispielsweise im Rahmen der leistungsorientierten Mittelvergabe auch Open Access als Bewertungskriterium berücksichtigt werden. Ernennung von Open-Access-Beauftragten Neben der Erarbeitung einer eigenen Open-Access-Leitlinie empfiehlt sich die Ernennung einer oder eines Open-Access-Beauftragten als zentrale Ansprechperson zu Open-Access-Themen, die als Schnittstelle zwischen der Bibliothek und den Interessen der Wissenschaftler*innen fungiert. Sie übernehmen eine beratende Rolle und sind umfassend – d.h. über Fächergrenzen hinaus – über die Entwicklung des wissenschaft­lichen Publikationsverhaltens informiert. Der Nationale Open-Access-Kontaktpunkt OA2020-DE hat eine Übersicht der Open-Access-Beauf­tragten an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen erstellt. Informationsmaterialien sowie Fortbildungen für Open-Access-Beauftragte bieten die Train-the-Trainer-Workshops des Projekts open-access.network. Durchführen von Informationsveranstaltungen Das Bekenntnis einer Institution zu Open Access alleine reicht nicht aus. Es ist auch wichtig, allen Mitgliedern deutlich zu machen, was dieses Be­kenntnis konkret für sie bedeutet. Das Thema Open Access sollte daher auch auf Ebene der Fachbereiche, der Institute und der Arbeitsgruppen erläutert werden. Wichtig beim Marketing für Open Access ist also eine breite und auf allen Ebenen stattfindende Informationsvermittlung. Jährlich in der dritten Oktoberwoche findet die internationale Open Access Week statt. Dabei wird das Thema Open Access weltweit an vielen verschiedenen Orten lokal aufgegriffen, um für den freien Zugang zu Wissen und Information aus öffentlich geförderter Forschung zu werben und vor Ort zu informieren. Diese Woche bietet einen guten Anlass, an der eigenen Einrichtung über Open Access zu informieren. Eine Reihe von Informationsmaterialien, die nachgenutzt werden können, findet sich auf der Seite Materialien sowie in der Zenodo-Community des Projekts open-access.network . Informationsvideos rund um Open Access gibt es im TIB AV Portal in der Serie des open-access.network . Aufbau und Vernetzung eines Repositoriums Neben strategischen und kommunikativen Maßnahmen bei der Umsetz­ung von Open Access sind auch konkrete Infrastrukturdienste notwendig, um Open-Access-Dokumente geeignet einstellen und präsentieren zu können. Hochschulschriften- und Dokumentenserver, in der Regel betrieben durch die jeweilige Bibliothek, sind mittlerweile an den meisten Einrich­tungen Standard. Mit dem Betrieb von institutionellen Repositorien werden Hochschulangehörigen professionell umfassende Publikations­services geboten. Diese reichen von der Veröffentlichung von Disserta­tionen und Schriftenreihen, über die Zweitveröffentlichung von Artikeln und Monografien bis hin zur Archivierung von Videoaufzeichungen, Postern und Präsentationsfolien. Detaillierte Informationen zum Aufsetzen und Betreiben von Repositorien finden sich auf der Seite Repositorien betreiben . In der Fokusgruppe Zweitveröffentlichung haben Anbietende von Zweitveröffentlichungsservices (ZVS) die Möglichkeit, sich zu praktischen und rechtlichen Fragen auszutauschen. Beispiele für institutionelle Publikationsdienste sind KOPS , das institutio­nelle Repositorium der Universität Konstanz, GRO.publications / GRO.­data für Text- und Datenpublikationen der Forschungseinrichtung­en in Göttingen oder das TIB AV-Portal der Technischen Informationsbiblio­thek (TIB) für wissenschaftliche Videos. Unterstützung bei der Gründung eigener Verlage und Zeitschriften Universitätsverlage widmen sich vorrangig Publikationen der eigenen Einrichtung. Beim Vertrieb traditioneller Bücher streben sie hohe Qualität zu fairen Preisen an. Neben gedruckten Veröffentlichungen publizieren Universitätsverlage auch Online-Ausgaben und unterstützen damit das Prinzip des Open Access. Der Betrieb der Verlage ist meist an Universi­tätsbibliotheken angesiedelt, die so nicht nur wissenschaftliche Inhalte beschaffen, sondern auch selbst Publikationsmöglichkeiten anbieten. Die Mehrheit der deutschsprachigen Universitätsverlage hat sich in der Arbeitsgemeinschaft der Universitätsverlage zusammengeschlossen, die u. a. hilfreiche Informationsmaterialien und Handreichungen zu verschiedenen Aspekten des Open-Access-Publizierens erarbeitet hat. Darüber hinaus können Institutionen ihren Forschenden auch bei der Gründung eigener Open-Access-Zeitschriften unterstützen. Viele Biblio­theken bieten dazu Beratungsangebote an oder leisten Unterstützung bei Fragen der konkreten Umsetzung. Detaillierte Informationen zum Gründen und Betreiben von Zeitschriften finden sich auf der Seite Zeitschriften herausgeben . Die Fokusgruppe scholar-led.network bietet einen Ort für in Eigenregie verlegte Zeitschriften und Herausgeber*innen-Kollektive gebührenfreier, von Großverlagen unabhängiger Publikationsprojekte. Aufbau eines Open-Access-Publikationsfonds Der Umgang mit Open-Access-Publikationsgebühren ist zentral für die strategische und organisatorische Weiterentwicklung der wissenschaft­lichen Informationsversorgung. Ein ausgewiesener Etat für Publikations­gebühren sowie grundlegende Entscheidungen über den Umgang mit Open-Access-Publikationsgebühren sind sinnvoll und können ein wirk­sames Instrument sein, um die ökonomischen Beziehungen zwischen wissenschaftlicher Einrichtung und Verlagen neu zu organisieren. Viele Einrichtungen bieten hierfür institutionelle Open-Access-Publika­tionsfonds an, häufig über die Bibliothek der Einrichtung verwaltet. Mit diesem Fonds übernimmt die Einrichtung Kosten, die bei der Publikation von Open-Access-Artikeln oder - Büchern ihrer Forschenden anfallen. Bibliotheken bieten sich hier als Verwaltungsinstanz an, da sie langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Verlagen besitzen und so über die entsprechenden Kontakte verfügen. Mit den spezifischen Herausforde­rungen rund um Aufbau und Betrieb von Open-Access-Monografien­fonds setzt sich die gleichnamige Fokusgruppe auseinander. Verankerung von Open Access in der gesamten Institution Um Open Access nachhaltig und umfassend zu implementieren, ist es wichtig, das Bewusstsein für Open Access über die Ebene der Leitung und der Bibliothek hinaus zu schärfen. Auch Wissenschaftler*innen, Promovierende, Studierende und das wissenschaftsunterstützende Per­sonal sollten daher in Öffentlichkeitsarbeit und Marketingmaßnahmen eingeschlossen werden. Dies gilt in hohem Maße auch für die Bereiche der Verwaltung, die mit den Anforderungen von Forschungsförder­institutionen und mit der Messung des wissenschaftlichen Outputs zu tun haben. Zudem kann der Open-Access-Gedanke nachhaltig verbreitet werden, wenn er schon früh dem wissenschaftlichen Nachwuchs nahe­gelegt wird, etwa in Studienseminaren oder Graduiertenprogrammen. Literatur Dallmeier-Tiessen, S., Darby, R., Goerner, B., Hyppoelae, J., Igo-Kemenes, P., Kahn, D., Lambert, S., Lengenfelder, A., Leonard, C., Mele, S., Nowicka, M., Polydoratou, P., Ross, D., Ruiz-Perez, S., Schimmer, R., Swaisland, M., & van der Stelt, W. (2011). Highlights from the SOAP project survey. What Scientists Think about Open Access Publishing . ArXiv. https://arxiv.org/abs/1101.5260 Ross-Hellauer, T., Deppe, A., & Schmidt, B. (2017). Survey on open peer review: Attitudes and experience amongst editors, authors and reviewers. PLOS ONE, 12 (12). https://doi.org/10.1371/journal.pone.0189311 Weiterführende Literatur Canadian Association of Research Libraries. (2020). CARL Institutional Open Access Policy Template and Toolkit . Version 1.0. https://www.carl-abrc.ca/oa-policy-template-and-toolkit/ Europäische Kommission. (2012). Online survey on scientific information in the digital age . http://dx.doi.org/10.2777/36123 Fournier, J., Klages, T., & Pampel, H. (2012). Open-Access-Strategien für wissenschaftliche Einrichtungen: Bausteine und Beispiele . Arbeitsgruppe Open Access der Schwerpunktinitiative Digitale Information der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen. https://doi.org/10.2312/allianzoa.005 Harvard Open Access Project (HOAP). (2021). Good practices for university open-access policies . Cyber.Harvard.edu. https://cyber.harvard.edu/hoap/Good_practices_for_university_open-access_policies Jacobs, N. (2019). Implementing open access. Practical steps your institution can take to make progress on the open access journey . Jisc. https://www.jisc.ac.uk/guides/implementing-open-access Jisc. (2019, October 21). Managing your open access costs . Jisc. https://www.jisc.ac.uk/guides/managing-your-open-access-costs Pieper, D. (2020). Kostenmonitoring von Open-Access-Publikationen: Chancen und Herausforderung für Bibliotheken . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4118210 Rösch, H., Geschuhn, K., Barbers, I., Bove, K., Pohlmann, T., & Satzinger, L. (2022). Open Access ermöglichen: Open Access-Transformation und Erwerbung in wissenschaftlichen Bibliotheken – ein praktischer Leitfaden . https://doi.org/10.5281/zenodo.6090208 Wissenschaftsrat (2022). Empfehlungen zur Transformation des Wissenschaftlichen Publizierens zu Open Access; Köln. https://doi.org/10.57674/fyrc-vb61 ....

  2. Open Access Finanzierung

    Erfahren Sie mehr zur Finanzierung von Open Access Open Access und Forschungsförderer Geschäftsmodelle für Zeitschriften Geschäftsmodelle für Bücher...

  3. Open Access Zeitschriften transformieren

    Intro Zeitschriften Transformieren Quelle: Brinken, H., Hauss, J. & Rücknagel, J. (2022). Ab jetzt Open Access. open-access.network. https://doi.org/10.5446/59191 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Die Umwandlung von Subskriptionszeitschriften in Open-Access-Zeitschriften hat viele Vorteile, u. a. erhöhte Sichtbarkeit und Auffindbarkeit. 2 Vor der Transformation müssen Rahmenbedingungen geklärt und Anforderungen analysiert werden. 3 Es gibt verschiedene Finanzierungsmodelle für Open-Access-Zeitschriften. Journal Flipping „Die Sichtbarkeit hat sich stark erhöht, für Leser wie auch für potenzielle Autoren. Wir haben heute viel mehr Einreichungen als früher.“ (Dreher, 2021). Vorteile wie diese führen dazu, dass immer mehr Zeitschriften erfolgreich zu einem Open-Access-Modell wechseln (Open Access Directory, 2021). Der Prozess der Umwandlung traditioneller Subskriptionszeitschriften in Open-Access-Zeitschriften wird auch „Journal Flipping” genannt. Im Rahmen einer solchen Transformation einer Zeitschrift zu Open Access müssen diverse Rahmenbedingungen wie z. B. deren Konzept, Policy und technische Realisierung neu gedacht werden (Solomon et al., 2016). Auch redaktionelle Workflows müssen häufig umgestellt werden, vor allem, falls der angestammte Verlag verlassen wird. In jedem Fall bedarf das Flipping eines Journals eingehender Vorbereitungs- und Planungsmaßnahmen. Mehrere Studien berichten von mindestens einem Jahr als durchschnittlicher Dauer der Transformation (Dreher, 2021; Solomon et al., 2016). Um diesen Prozess genauer zu skizzieren, geht der folgende Artikel auf wichtige Punkte ein, die bei der Transformation einer Zeitschrift bedacht werden sollten. Grundlegende Handlungsempfehlungen wurden aus van Edig & Rücknagel (2022) entnommen. Von closed zu open – wie Sie Ihr Journal zu Open Access flippen Hier finden Sie grundlegende Informationen zum Journal Flipping von van Edig & Rücknagel (2022). Wie fängt man den Flipping-Prozess an? Hier gelangen Sie direkt zum Abschnitt Wie kommuniziert man die Transformation der Zeitschrift? Hier gelangen Sie direkt zum Abschnitt Welche Finanzierungsmodelle für Open-Access-Zeitschriften gibt es? Hier gelangen Sie direkt zum Abschnitt Gibt es bestehende Prozesse, die überarbeitet werden müssen? Hier gelangen Sie direkt zum Abschnitt Welche Lizenz eignet sich? Hier gelangen Sie direkt zum Abschnitt. Was muss in der Zeitschriften-Policy stehen? Hier gelangen Sie direkt zum Abschnitt Was passiert mit alten Ausgaben? Hier gelangen Sie direkt zum Abschnitt Es sprechen einige Punkte dafür, über ein Journal Flipping nachzudenken: Neben persönlichen, ideellen Affinitäten zu Open Access bestehen eine steigende Nachfrage nach Open-Access-Publikationsoptionen von Seiten der Wissenschaft (Open Access Monitor, 2022) sowie politische Forderungen durch Forschungsförderer wie beispielsweise Horizon Europe und Plan S . Studien zu transformierten Journals zeigen höhere Besucherzahlen (Wenaas, 2021), gleichbleibende Akzeptanz und Impact (Mallett et al., 2021) sowie ein steigendes Publikationsaufkommen (Momeni et al., 2021). Wege zum Goldenen Weg: Modelle der Open-Access-Transformation für Zeitschriften. Hier können Sie mehr über die Modelle der Open-Access-Transformation erfahren Rahmenbedingungen Wenn Sie darüber nachdenken, eine Zeitschrift zu Open Access zu transformieren, sollten Sie zunächst die Rahmenbedingungen abklären (Edig & Rücknagel, 2022). Die Transformation kann über zwei Wege erreicht werden: Durch das Journal Flipping wird eine bestehende Zeitschrift in ein Open-Access-Modell umgewandelt und behält den Namen und all ihre Metriken. Auch eine Neugründung ist möglich, bei der die involvierten Personen (in erster Linie das Editorial Board) von einer existierenden Subskriptionszeitschrift zu einem neuen Journal wechseln. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Zeitschrift Glossa (Gutknecht, 2015). Was bei der Gründung einer neuen Zeitschrift zu beachten ist und welche Herausforderungen dabei bestehen, finden Sie im Text Zeitschriften herausgeben . Ob Sie eine Zeitschrift auf Open Access umstellen können, hängt von der Zustimmung aller am Publikationsprozess Beteiligten ab. Wenn Sie mit einem externen Verlagspartner zusammenarbeiten, müssen Sie ihm die Idee vorstellen. Wenn der Verlag nicht an einer Umstellung auf ein Open-Access-Modell interessiert ist, können Sie je nach Verlagsvertrag eine Open-Access-Umstellung allein oder mit Hilfe eines neuen Partners angehen. Folgende Fragen können Sie dabei leiten: Wer hat die Rechte an der Zeitschrift? Wer erhält Einnahmen aus der Zeitschrift und welche Aktivitäten werden daraus noch finanziert? Unterstützen die Mitglieder des Editorial Boards ein Flipping bzw. gibt es genug Mitstreiter*innen für eine Neugründung? Wie vertraut ist die Fachcommunity mit Open Access? Viele Großverlage verlangen von Organisationen, dass sie im Verlagsvertrag alle Rechte an der Zeitschrift auf den Verlag übertragen. Dies beinhaltet auch den Namen der Zeitschrift. Auch bei Zeitschriften, die von einem Verlag gegründet wurden, behält sich dieser meist alle Rechte vor. Wenn Sie sich in dieser Situation befinden und der Verlag nicht zu einer Umstellung bereit ist, ist die Gründung einer neuen Zeitschrift wahrscheinlich die einzige Möglichkeit für eine Open-Access-Transformation. Status quo ermitteln Bevor Sie das Flipping einer Zeitschrift angehen, sollten Sie zunächst den aktuellen Stand der Zeitschrift prüfen. Dabei gilt es z. B. zu ermitteln, wer die Rechte am Namen der Zeitschrift hat. Dazu lohnt sich ein Blick auf vertragliche Dokumente oder die Website. Zudem sollten Sie sich mit dem Prozess des Flippings vertraut machen und beispielsweise Erfahrungsberichte von geflippten bzw. neu gegründeten Zeitschriften lesen. Dort lassen sich auch Informationen über mögliche Strategien zur Umstellung herausfinden, was das Festlegen einer eigenen Strategie vereinfacht. In jedem Fall sollten Sie einen möglichst genauen Zeitplan für die einzelnen Schritte entwickeln. Zudem sollten alle Kosten genau kalkuliert werden. Berücksichtigen Sie dabei auch die „versteckten" Kosten für die technischen Ressourcen und die für die Organisation verwendete Arbeitszeit. Ab jetzt Open Access - Combinatorial Theory Quelle: Beck, M. & Strauß, H. (2022). Ab jetzt Open Access - Combinatorial Theory. open-access.network https://doi.org/10.5446/59877 ( CC BY 3.0 DE ) „Man muss seine Prioritäten vorher sich selber klarmachen. Wir waren eine kleine Zeitschrift, die auf einer schönen Plattform schön erscheinen und eine große Erreichbarkeit haben wollte. Wie viel Aufwand möchte man bei Publikationen betreiben? Wenn man weniger Aufwand will, kann man auch zur Uni mit OJS gehen oder zum Repo, aber wenn man schöne Zeitschriften will, lohnt sich die Arbeit. Man muss sich klar sein, dass man sich von manchen Sachen verabschieden muss, wir zum Beispiel von Print.“ (Dreher, 2021, S. 11) Ziele festlegen Setzen Sie sich von Anfang an klare Ziele: Was sind Ihre Wunschvorstellungen? Wie sieht ein ideales Preis-Leistungsverhältnis aus? Soll die Umstellung mit einem Verlag oder im Eigenbetrieb geschehen? Zudem bietet sich eine Anforderungsanalyse an. Dabei kann festgehalten werden, welche Prozesse, Tools und Lösungen bei der bestehenden Zeitschrift gut und unverzichtbar sind und welche im Zuge der Umstellung optimiert werden können. Holen Sie am besten mehrere Angebote ein, um zu prüfen, welcher Anbieter am besten zu Ihren Wünschen passt. Klären Sie auch, ob eine Transformation zu Open Access bei dem bisherigen Publikationsort (z. B. Verlag) umsetzbar und wünschenswert ist. Ist ein Verlag einem Flipping gegenüber aufgeschlossen, lohnt es sich, die Konditionen vor dem Hintergrund der Anforderungsanalyse zu prüfen. Streben Sie einen Wechsel des Publikationsortes an (z. B. Verlagswechsel oder Eigenbetrieb), sollte auch hier sichergestellt werden, dass alle Anforderungen wie gewünscht abgebildet werden können. Im Falle eines geplanten Eigenbetriebs ist es empfehlenswert, sich genau über die eigenen Ressourcen bewusst zu sein und Unterstützung von Serviceeinrichtungen einzuholen, wenn es um das Abschätzen Ihrer Möglichkeiten geht. Zudem ist zu beachten: Dieselbe ISSN kann nur genutzt werden, wenn der Titel gleich bleibt. Identifier (ISSN, DOI) müssen ggf. „umgemeldet“ werden, wenn sich Verantwortlichkeiten bzw. der Verlag ändern. Es muss sichergestellt werden, dass Nachweisdienste etc. nahtlos mit Metadaten weiter beliefert werden. Wie wird mit den Einreichungen verfahren, die sich im Prozess befinden? Kommunikation Ein nicht zu unterschätzender Aspekt im Prozess des Flippings ist die Kommunikation mit allen Interessensgruppen. Das beinhaltet sowohl interne Beteiligte wie Mitglieder des Editorial Boards, des Verlags oder Reviewer als auch externe wie Abonnent*innen, Autor*innen und die Fachcommunity. Nach dem Aufkommen der Idee eines Flippings ist interne Überzeugungsarbeit gefragt. Hier ist laut Dreher (2021) die direkte persönliche Kommunikation eine erfolgversprechende Methode für das Ausräumen von Bedenken. Stellen Sie sich auch auf mögliche Verhandlungen mit dem bisherigen Verlag ein. Universitäten und andere Beratungsstellen mit Open-Access-Erfahrung können hier unterstützend hinzugezogen werden. Transparenz im gesamten Prozess sowie die Kommunikation der Beweggründe ist wesentlich für die Akzeptanz und das Gelingen der Umstellung (Dreher, 2021). Es ist überdies ratsam, eine Marketingstrategie für das erste Jahr der Transformation zu planen. Es kann hilfreich sein, Autor*innen, Leser*innen und andere Beteiligte über eine Umfrage zu ihrer Meinung hinsichtlich der Transformation zu befragen. So können Sie nicht nur etwaige Bedenken herausfinden und darauf eingehen, sondern eventuell auch Schwachstellen in Ihrer Planung finden. Auch nach dem Transformationsprozess lohnt sich eine gute Kommunikationsstrategie, um die Reichweite sowie das Ansehen Ihrer Publikationen zu erhöhen und mehr Leser*innen und Einreichungen zu gewinnen. From now on Open Access - Glossa: a journal of general linguistics. Quelle: Rooryck, J. & Brinken, H. (2022). From now on Open Access - Glossa: a journal of general linguistics. open-access.network, Technische Informationsbibliothek (TIB). doi.org/10.5446/59193 SPARC Europe bietet zur Unterstützung beim Erstellen von Geschäftsplänen das New Business Plan Toolkit for OA Journals. Dieses finden Sie hier Geschäftsmodelle für Zeitschriften Finanzierungsmodelle Das Journal Flipping verlangt vor allem die Umstellung auf ein neues Geschäftsmodell. Zur Finanzierung von Open-Access-Zeitschriften gibt es verschiedene Modelle. Detaillierte Informationen darüber bietet die Seite Geschäftsmodelle für Zeitschriften . Beispiele sind: Institutionelle Finanzierung Konsortiale Finanzierung Subscribe to Open Spenden oder Drittmittel APC-basiertes Modell Bei der Auswahl des Finanzierungsmodells müssen alle Kosten erfasst und ein kleiner Puffer eingeplant werden. Wägen Sie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle ab. Beispielsweise können APCs für manche Disziplinen schwierig sein, in denen es den Autor*innen an Finanzmitteln fehlt – und sie verursachen in der Regel zusätzlichen Verwaltungsaufwand für Autor*innen, Zeitschriften und Bibliotheken. Zudem sollten Sie abschätzen, welche Auswirkungen die Transformation auf Anzahl von Einreichungen und Leser*innen, aber auch auf die Auffindbarkeit haben könnte. Sie sollten also nicht nur wissen, ob Sie hinreichende finanzielle und personelle Mittel für die gegenwärtige Menge an Artikeln haben, sondern auch, ob Sie dazu imstande sind, eine steigende oder sinkende Anzahl an Einreichungen und Veröffentlichungen zu bewältigen. Wenn es darum geht, die Veröffentlichungskosten zu senken, ist der Verzicht auf gedruckte Ausgaben eine der am leichtesten zu realisierenden Möglichkeiten. Dies kann auch in der Chance münden, bessere digitale Veröffentlichungsformate einzuführen. Beispielsweise könnten die Beiträge in HTML, XML oder anderen maschinenlesbaren Formaten bereitgestellt sowie eine fortlaufende, unmittelbare Online-Veröffentlichung der Artikel etabliert werden. In Drehers Studie (2021) zu Open-Access-Transformationserfahrungen von Zeitschriftenherausgeber*innen empfehlen mehrere Herausgeber*innen eine mutige Haltung gegenüber Neuerungen. Bedenken, die Zeitschrift erhalten zu müssen, wie sie war, stellten sich als unbegründet heraus: „Weniger ängstlich sein, was die Konsequenzen sein könnten. Es kann wie eine harte Entscheidung erscheinen und wir haben uns Sorgen gemacht um die Laienleser mit der Print-Version. Aber die Dinge laufen weiter, entwickeln sich und alles hat sich als gut erwiesen.“ (Dreher, 2021). Ab jetzt Open Access - Fossil Record Quelle: Paß, S., Witzmann, F. & Brinken, H. (2022): Ab jetzt Open Access - Fossil Record. open-access.network https://doi.org/10.5446/59244 ( CC BY 3.0 DE ) Prozesse überarbeiten Die Umstellung einer Zeitschrift bietet die Chance, bisherige Prozesse zu hinterfragen und zu verbessern. Auf Grundlage der anfangs erstellten Anforderungsanalyse kann geprüft werden, welche neuen Lösungen, Anbieter und Tools in Frage kommen können. Hier können von der Policy der Zeitschrift über den Review- und Veröffentlichungsprozess bis hin zum Layout, der Website und den Metadaten einzelner Artikel sämtliche Aspekte unter die Lupe genommen werden. Möglichst umfangreiche Metadaten aufzubereiten und bereitzustellen kann sich nicht nur für die Suchmaschinenoptimierung lohnen, sondern verbessert insgesamt die Auffindbarkeit und Nachweisbarkeit der Artikel. Die wichtigsten Kontextinformationen sind: Titel Abstract Quellenangaben Identifier für Autor*innen (z. B. ORCID iD ), Einrichtungen (z. B. ROR ), Förderinstitutionen (z. B. Fördernummer), Identifier zu verwandten Ressourcen (z. B. DOI des zugehörigen Datensatzes) Wenn Sie eine Aufnahme in andere Verzeichnisse planen, beachten Sie auch deren Vorgaben, sowie die Metadatenschemata zur DOI-Registrierung z. B. von Crossref und DataCite . Lizenzen Hier finden Sie mehr Informationen über Lizenzen Lizenz wählen Open-Access-Zeitschriften beinhalten ausschließlich Artikel, „die unmittelbar mit Erscheinen der Zeitschrift kostenlos und ohne Einschränkungen weltweit zu­gänglich und nachnutzbar sind.” (siehe Artikel zu Open-Access-Zeitschriften ). Damit einher geht die Vergabe einer entsprechenden Lizenz, idealer Weise einer Creative-Commons-Lizenz, um deutlich zu kennzeichnen, welche Rechte bei der Nutzung der Open-Access-Publikation gelten. Zu empfehlen ist die jeweils aktuelle Creative Commons Attribution / Namensnennung (CC BY) Lizenz (siehe Artikel Zeitschriften herausgeben sowie Redhead, 2012). Vorteile von CC BY: möglichst offene Nachnutzung konform mit Plan-S-Kriterien Andere Lizenzvarianten können mögliche negative Auswirkungen haben (z. B. CC BY-NC ). Die Angaben zur Lizenz sollten transparent gemacht werden und in den Metadaten der einzelnen Artikel, auf der Landing Page sowie im Dokument selbst zu finden sein. Wichtige Grundlagen Für einen erfolgreichen Open-Access-Betrieb empfiehlt es sich, einige grundlegende Vorkehrungen zu treffen. Es gibt internationale Organisationen, die sich für hohe Standards im Open-Access-Publizieren einsetzen und ihre Unterstützung anbieten. Eine Mitgliedschaft z. B. in OASPA kann demnach von Vorteil für Ihre Open-Access-Zeitschrift sein. Zudem ist es hilfreich für die Reichweite, eine Indexierung in Verzeichnissen, wie z. B. im Directory of Open Access Journals (DOAJ) anzustreben, auch wenn dies ein zeitintensiver Prozess ist. Darüber hinaus geben die Standards und Vorgaben von Plan S , OASPA und DOAJ eine Orientierung für die Policy von Open-Access-Zeitschriften. Alte Ausgaben Zusätzlich sollten Sie darüber nachdenken, wie Sie mit alten Ausgaben der Zeitschrift umgehen. Dürfen und möchten Sie diese (ggf. retrodigitalisiert oder mit einer Embargofrist) im Open Access zur Verfügung stellen? Falls Sie sich dafür entscheiden und es rechtlich möglich ist, ziehen Sie in Erwägung, die Autor*innen zu kontaktieren und sich ggf. rechtliche Unterstützung zu holen. Bei einem Wechsel des Publikationsortes sollten Sie darauf achten, ob und wie bereits publizierte Inhalte mit umziehen können. Es gibt immer Artikel, die sich zum Zeitpunkt des Flippings im Publikationsprozess befinden. Eine offene Kommunikation mit den betroffenen Autor*innen, auch über lizenzrechtliche Rahmenbedingungen, ist unabdingbar. Darüber hinaus muss sichergestellt werden, dass die Dokumente und Metadaten bei einem Umzug in ein neues System lückenlos übertragen werden. Ebenfalls ist denkbar, für einen gewissen Zeitraum zu einer gemischten Publikationsform anstelle einer sofortigen Trennung zwischen Closed und Open Access überzugehen. Diese kurzfristige Mischform sollte im Finanzierungsplan berücksichtigt und alle Beteiligten sollten transparent darüber informiert werden. Falls Sie eine Mischform vermeiden wollen, muss dies im Veröffentlichungsprozess rechtzeitig eingeplant werden. Fazit Wichtig ist: Die konkrete Umsetzung einer Transformation von Subskriptionszeitschriften hängt stark vom Einzelfall und den gegebenen Bedingungen ab. Es ist daher in jedem Fall empfehlenswert, sich Unterstützung von Expert*innen zu suchen. Die in der Fair Open Access Alliance (FOAA) zusammengeschlossenen Wissenschaftler*innen und Bibliothekar*innen unterstützen u. a. Herausgeber*innen, die an einer Transformation zu Open Access interessiert sind. Auch eine Beratung in wissenschaftlichen Bibliotheken bei deren Open-Access-Beauftragten sollte in Anspruch genommen werden. Falls die Anzahl zu klärender Fragen Sie verunsichern, vergegenwärtigen Sie sich, dass Sie im Prozess der Transformation nicht allein sind, sondern auf Unterstützung von außen zugreifen können. Gut geplantes Journal Flipping lohnt sich und führt zum Erfolg. Dies beweisen neuere Beispiele wie Quantitative Science Studies ; diese Zeitschrift wurde im Jahr 2019 erfolgreich geflippt (Tullney, 2019). Weitere Beispiele erfolgreich geflippter Zeitschriften sind im Open Access Directory (2021) aufgelistet. Quelle:Pandita, R., & Singh, S. (2022). A study of distribution and growth of open access research journals across the world. Publishing Research Quarterly, 38(1), 131-149. https://doi.org/10.1007/s12109-022-09860-x, Table 1. Literatur Bautista-Puig, N., Lopez-Illescas, C., de Moya-Anegon, F., Guerrero-Bote, V., & Moed, H. F. (2020). Do journals flipping to gold open access show an OA citation or publication advantage? Scientometrics, 124 (3), 2551–2575. https://doi.org/10.1007/s11192-020-03546-x . Dreher, L. (2021). Open-Access-Transformationserfahrungen von Zeitschriftenherausgeber*innen. O-Bib. Das Offene Bibliotheksjournal , 8(4), 1–19. https://doi.org/10.5282/o-bib/5756 Edig, X. van, & Rücknagel, J. (2022). Von closed zu open - wie Sie Ihr Journal zu Open Access flippen. Zenodo . https://doi.org/10.5281/zenodo.6412164 Gutknecht, C. (2015). Massenrücktritt des Editorial Board beim Elsevier Journal Lingua. wisspub.net https://wisspub.net/2015/11/04/massenruecktritt-des-editorial-board-beim-elsevier-journal-lingua/ (zuletzt geprüft: 28.01.2023). Mallett, J. J., Chin, D. L., Rush, I. M., & Smith, J. R. (2021). The transition of ARVO journals to open access. Learned Publishing , 34 (2), 262–271. https://doi.org/10.1002/leap.1338 Momeni, F., Mayr, P., Fraser, N., & Peters, I. (2021). What happens when a journal converts to open access? A bibliometric analysis. Scientometrics, 126 (12), 9811–9827 . https://doi.org/10.1007/s11192-021-03972-5 Open Access Directory (2021). Journals that converted from TA to OA. http://oad.simmons.edu/oadwiki/Journals_that_converted_from_TA_to_OA (zuletzt geprüft: 28.01.2023). Open Access Monitor (2022). Verteilung der Zeitschriftenartikel in Deutschland. https://open-access-monitor.de/#/open-access (zuletzt geprüft: 28.01.2023). Redhead, C. (2012). Why CC-BY? Open Access Scholarly Publishers Association . http://oaspa.org/why-cc-by/ Solomon, D., Laakso, M., & Björk, B.-C. (2016). Converting scholarly journals to open access: a review of approaches and experiences . http://nrs.harvard.edu/urn-3:HUL.InstRepos:27803834 Tullney, M. (2019). Erfolgreiches Journal Flipping: TIB unterstützt neue Zeitschrift Quantitative Science Studies. TIB Blog . https://blogs.tib.eu/wp/tib/2019/01/14/unterstuetzung-journal-flipping-qss/ Wenaas, L. (2021). Attracting new users or business as usual? A case study of converting academic subscription-based journals to open access. Quantitative Science Studies , 2 (2), 474–495. https://doi.org/10.1162/qss_a_00126 Weiterführende Literatur Hopf, D., Dellmann, S., Hauschke, C., & Tullney, M. (2022). Wirkungen von Open Access. Literaturstudie über empirische Arbeiten 2010-2021 . https://doi.org/10.34657/7666 Matthias, L., Jahn, N., & Laakso, M. (2019). The two-way street of open access journal publishing: Flip it and reverse it. Publications , 7(2), 23. https://doi.org/10.3390/publications7020023 Scholastica (2021). How to start or flip fully open access journals: academy-owned publisher guide. Scholastica Blog. https://blog.scholasticahq.com/post/how-to-start-flip-open-access-academic-journal...

  4. Open Access in der Romanistik

    Was ist Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Was spricht für, was gegen Open Access? Hier finden Sie eine Einführung. Open Access publizieren Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Linguistik Hier finden Sie eine Einführung. Open Access in der Romanistik Wenngleich die Romanistik den Zugriff auf digitale Publikationen hoch schätzt, ist Open Access hier im Vergleich zu anderen Disziplinen eher unterrepräsentiert. Die Publikationskultur der Disziplin ist heterogen, aber etablierte Modelle der Publikation und Dissemination von Forschungsergebnissen nehmen eine zentrale Rolle ein. Einen besonderen Stellenwert hat nach wie vor die gedruckte Monographie. Auch Sammelbände sind neben Zeitschriften eine wichtige Publikationsform. Vermehrt setzen Verlage und verlagsunabhängige Zeitschriften, aber auch Forschende und Verbände neue Akzente in Form von Open-Access-Publikationen und -Initiativen. Dies betrifft bislang vor allem den Zeitschriftenbereich, zunehmend aber auch Monographien und Sammelbände. Das Thema nimmt immer stärkeren Eingang in die romanistische Publikationskultur, nicht zuletzt durch die Positionierungen und Forderungen der Forschungsförderer. Viele kleine Verlage, die in der Romanistik einen wesentlichen Teil des Publikationsoutputs verantworten, haben inzwischen entsprechende Angebote. Auch das Informationsangebot und die Vernetzungsaktivitäten des Fachinformationsdienstes (FID) Romanistik sind zu nennen. Aus der Community kamen Impulse durch Zeitschriftenneugründungen sowie durch das Positionspapier Open Access und Forschungsdaten. Ein Positionspapier der AG Digitale Romanistik ( Schöch et al., 2017 ) der AG Digitale Romanistik des Deutschen Romanistikverbands . Das Thema bekommt auch durch Workshops des Romanistikverbands insbesondere im Mittelbau-Bereich stärkere Präsenz, wie auch durch überfachliche Diskussionen und Fortbildungsangebote an Graduiertenschulen. Best-practice-Beispiele und konkrete Erfahrungsberichte wurden 2017 in einem Workshop mit Beteiligung von Verlagen, Herausgebenden und Forschenden präsentiert ( Hornung & Trapp, 2018 ). Eine Umfrage ( Hornung et al., 2017 ) des FID Romanistik aus dem Jahr 2016 gibt Aufschluss hinsichtlich der Frage, wie Open Access im Fach wahrgenommen wird und erläutert, welche Faktoren die Forscher*innen im Publikationsprozess hinsichtlich der Entscheidung zwischen Open oder Closed Access beeinflussen. Sie zeigt, dass dabei das Renommee von Verlag, Reihe, Zeitschrift und Herausgebenden entscheidende Faktoren sind. In einigen Fällen hängt von ihnen ab, ob Forschende Open oder Closed Access veröffentlichen, in anderen Fällen ist die Überzeugung der Forscher*innen von Open Access ein eigenständiger Faktor bei der Entscheidung. Peer-Review -Verfahren sind kein entscheidender Faktor, auch in punkto Begutachtung nehmen Herausgebende und Verlage eine prominente Bedeutung ein. Der hohe Verbreitungsgrad von Open-Access-Publikationen sowie deren Auffindbarkeit werden zwar geschätzt, sind aber nicht ausschlaggebend. Impact Factors, die in anderen Disziplinen zentral sind, spielen in der Romanistik kaum eine Rolle. Eine neuere Umfrage des FID (Schepers 2024) lässt auf eine geschärfte Aufmerksamkeit für Open Access schließen: Es werden konkrete Anliegen und Problemstellungen wie die Finanzierung von Open-Access-Monographien oder Möglichkeiten der Zweitveröffentlichung von Verlagspublikationen formuliert. Diese verweisen zugleich auf Informationsbedarf und Hindernisse des Open-Access-Publizierens. Open-Access-Zeitschriften Das Directory of Open Access Journals listet unter den Stichwörtern Romanic languages 66 Einträge und French literature - Italian literature - Spanish literature - Portuguese literature 176 Einträge (Stand: April 2024). Wichtige Open-Access-Zeitschriften sind: apropos [Perspektiven auf die Romania] Estudios Culturales Hispánicos (Universität Regensburg) HeLix – Dossiers zur romanischen Literaturwissenschaft Horizonte – Neue Serie • Nuova Serie Romanische Studien Versants – Revista suiza de literaturas románicas (Universität Bern) Zeitschrift für Katalanistik – Revista d’Estudis Catalans (Deutscher Katalanistenverband) Aus angrenzenden und übergeordneten Bereichen wie der allgemeinen Linguistik und vergleichenden Literaturwissenschaft oder den Digital Humanities sind weitere Zeitschriften auch für die Romanistik relevant, darunter: Glossa: a journal of general linguistics HiN – Alexander von Humboldt im Netz Iberoamericana. América Latina - España - Portugal iMex. México Interdisciplinario/Interdisciplinary Mexico Miradas – Zeitschrift für Kunst- und Kulturgeschichte der Amérikas und der iberischen Halbinsel PhiN – Philologie im Netz Pragmática Sociocultural / Sociocultural Pragmatics Textpraxis. Digitales Journal für Philologie Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht ZfdG - Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften Daneben sind Rezensionsjournale wie fabula.org für die Frankoromanistik zu nennen. Eine Bibliodiversität wird auch mit Blick auf die im romanischen Ausland fester verankerten Open-Access-Publikationen sichtbar, in besonderem Maße hinsichtlich lateinamerikanischer Angebote der Plattformen sciELO , Redalyc , AmeliCA und Latindex ( Müller, 2020 ). Unter den deutschsprachigen Angeboten finden sich aber auch frühe Pionierprojekte. Insbesondere startete PhiN – Philologie im Netz bereits 1997 als reine Open-Access-Publikation. Die Anzahl von Open-Access-Zeitschriften steigt vor allem durch Neugründungen wie apropos [Perspektiven auf die Romania] . Hingegen sind Transformationen bestehender Periodika in der deutschsprachigen Romanistik bislang noch selten. Gewissen Beispielcharakter kann aber etwa die Zeitschrift für Katalanistik haben, die alle Ausgaben hybrid gedruckt und digital Open Access zur Verfügung stellt und dafür auch die älteren Jahrgänge seit Ersterscheinung im Jahr 1988 retrodigitalisiert hat. Eine ähnliche Neupositionierung liegt im Falle von Versants vor. Die Zeitschrift Horizonte - Neue Serie • Nuova Serie wurde nach Einstellung des subskriptionsbasierten Vorläufers Horizonte als eigenständige Open-Access-Publikation neu gegründet. Spektakulär war 2016 die Gründung der Open Access Zeitschrift Glossa , die 2016 aus einem Konflikt zwischen dem Herausgebergremium der Zeitschrift Lingua und dem Verlag Elsevier entstanden ist. Während Publizierende anderer Disziplinen häufig Gebühren (APCs) für Open-Access-Publikationen zahlen müssen, ist dieses Finanzierungsmodell in der Romanistik mit wenigen Ausnahmen nicht üblich. Zumeist ist das Publizieren für die Forschenden kostenfrei, da viele reine Open-Access-Zeitschriften von Instituten bzw. in Eigeninitiative der Herausgebenden betrieben werden ( Diamond Open Access ). Ausnahmen davon sind hybride Zeitschriften der großen Verlage, in denen einzelne Artikel gegen Zahlung von Gebühren Open Access veröffentlicht werden. Relevant ist auch die Möglichkeit einer Zweitveröffentlichung der Beiträge auf einem Dokumentenserver nach einer Embargofrist von 12 Monaten. Im Beispiel von promptus – Würzburger Beiträge zur Romanistik wird dies von den Herausgebenden umgesetzt. In der Romanistik ist das Zeitschriften-Hosting in Eigenbetrieb oder durch die lokalen Bibliotheken relativ gängig, von denen manche auch überregional aktiv sind. Das lässt sich am Beispiel der Zeitschrift apropos [Perspektiven auf die Romania] demonstrieren, die von der Hamburg University Press mit der freien Software Open Journal Systems (OJS) gehostet wird. Die französische Plattform OpenEdition Journals beherbergt zahlreiche weitere romanistisch relevante Zeitschriften aus verschiedenen Ländern. Zu nennen sind auch der Publikationsservice des Iberoamerikanischen Instituts , die Hostingangebote vieler lokaler Universitätsbibliotheken sowie die Open Library of Humanities . Was sind Open-Access-Zeitschriften? Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Qualität von Zeitschriften – Wo publizieren und wo lieber nicht? Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln Quelle: Becklas Dorow, C., Hauss, J. (2026). Open-Access-Artikel finanzieren – welche Wege gibt es?. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. https://doi.org/10.5446/73319 ( CC BY 3.0 DE ) open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Was sind Open-Access-Bücher? Hier finden Sie eine Einführung. open-access.network (2026) ( CC BY 4.0 International ) Open-Access-Bücher Unter dem Suchbegriff Romance languages führt das Directory of Open Access Books 171 Einträge, unter Romance literature 193; hinzu kommen die Titel der romanistischen Einzeldisziplinen wie bspw. Catalan language mit 45 Titeln. OAPEN führt unter Romance languages 804 Titel, unter Romance literature 121 (Stand: April 2024). Beispiele im Bereich frei verfügbarer Monographien und Sammelbände, die in der Regel Open Access und parallel gedruckt erscheinen, sind: die Beihefte der Zeitschrift Romanische Studien die Reihe Imágenes de la diversidad funcional. Literatura, artes escénicas, visuales y virtuales , die seit 2018 bei Peter Lang erscheint die Reihe Aula , die de Gruyter seit 2020 verlegt die Angebote der hybrid publizierenden Universitätsverlage , die bereits früh Open-Access-Modelle entwickelt haben die französische Plattform OpenEdition Books die Reihe Open Romance Linguistics bei Language Science Press die geisteswissenschaftlichen Publikationsreihen bei Open Humanities Press und Open Book Publishers Einzeltitel bei diversen Verlagen mit romanistischem Programm, darunter AVM, de Gruyter, Peter Lang, transcript und Vervuert. Das Panorama dieser Publikationen ist äußerst heterogen. Mit hohem Anteil umfasst es Neuerscheinungen. Daneben stehen Titel, die nach einer gewissen Frist frei zugänglich gemacht werden oder als Neuauflage oder Übersetzung Open Access erscheinen, wie im Falle von Joachim Küppers Klassiker Discursive "Renovatio" in Lope de Vega and Calderón . Auch gab es eine erste Initiative zum Freikauf von Verlagspublikationen in Partnerschaft von mehreren Fachverlagen mit Knowledge Unlatched, die aber nicht erfolgreich war . Nachdem die DFG Open Access zum prioritären Publikationsmodus der geförderten Projekte erklärt hat und dies bei weiteren Forschungsförderern bereits verpflichtend ist, ist eine Stärkung der OA-Monographie in der Romanistik zu erwarten. Ein Hemmnis sind hier allerdings die zusätzlichen Kosten, die bei den meisten traditionellen Verlagen für den freien Zugang einer Monografie entstehen. Flächendeckende Förderprogramme gibt es derzeit nicht. Möglich sind Kostenübernahmen punktuell über Monografienfonds, die inzwischen an vielen wissenschaftlichen Institutionen eingerichtet wurden, über die DFG oder über Stiftungen. Bei Drittmittelprojekten ist die Beantragungen von Open-Access-Kosten im Projektantrag die einfachste Möglichkeit. Eine ergänzende Rolle können die Universitätsverlage spielen sowie die in der Übersicht aufgeführten Angebote abseits der traditionellen Verlage. Disziplinäre Repositorien Ein romanistisches Repositoriumsangebot stellt der FID Romanistik seit 2025 in Form einer romanistischen Sammlung bereit. Es steht zur Nutzung durch die gesamte Romanistik bereit, wenngleich es technisch gesehen als Teil des Repositorium.Hamburg angelegt ist. Alle Artikel in dieser Sammlung werden auch im Suchportal des Fachinformationsdienstes verzeichnet. Für Teilbereiche des Fachs und angrenzende Disziplinen existieren weitere Repositorien wie Archivum Medii Aevi Digitale für Mittelalterforschung, AfricArXiv für die Afrikastudien, CompaRe für die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft oder das Linguistik-Repository für die allgemeine und vergleichende Sprachwissenschaft. Für die ausgeprägte Repositorienlandschaft Lateinamerikas ist das Netzwerk LA Referencia zu nennen. Die wissenschaftlichen Repositorien Portugals aggregiert RCAAP . Relevant sind auch das für die Geistes- und Sozialwissenschaften Frankreichs maßgebliche Archive ouverte HAL , das international etablierte Universalrepositorium zenodo.org und die Plattformen der lokalen Bibliotheken. Die Inhalte der genannten Repositorien sind teilweise über regionale und überregionale Suchsysteme suchbar, auch kann die Suchmaschine BASE für Recherchen mit dezidiertem Open-Access-Schwerpunkt zielführend eingesetzt werden. Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) . Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Rechtliches Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Praxistipp Open-Access-Literatur finden Open Access Helpdesk Gerne berät unser Helpdesk bei Fragen zu Open Access. oa.finder Der oa.finder zeigt Ihnen aus zehntausenden Zeitschriften, welche Gold Open Access sind, ob sie APCs erheben und wie hoch diese sind. Außerdem können Finanzierungsmodalitäten der eigenen Einrichtung angezeigt werden. Sonstige Angebote Weitere hilfreiche Angebote existieren sowohl mit spezifisch romanistischer als auch mit übergreifender Ausrichtung. Für die Forschenden der jeweiligen Institution warten die lokalen Bibliotheken mit ihren Publikationsservices und Beratungsmöglichkeiten auf. Auch Graduiertenschulen vermitteln zunehmend Beratungs- und Schulungsangebote. Ein fachspezifisches Informations- und Beratungsangebot bietet der FID Romanistik an. So werden über die Projektwebsite grundlegende Informationen zu Open Access und insbesondere zu rechtlichen Fragen präsentiert. Dabei werden konkrete Anwendungsfälle aus der romanistischen Publikationspraxis beispielsweise mit Bezug auf Erst- und Zweitveröffentlichung im Open Access, die Rolle von Übersetzungen oder auf Verlage und Repositorien in unterschiedlichen Ländern behandelt. Auch eine persönliche Beratung wird angeboten. Im Romanistik-Blog finden sich Informationen zu aktuellen Themen, rechtlichen Themen, Förderbedingungen sowie konkreten Angeboten und Projekten. Auch die Online-Archive JSTOR und Project MUSE stellen inzwischen für die Romanistik relevante Open-Access-Inhalte bereit. Open Science in der Romanistik Auch die freie Zugänglichkeit und Nachnutzbarkeit von Primärtexten, Abbildungen und Forschungsdaten sowie die Maschinenlesbarkeit von Texten und Verfahren wie Text- und Data-Mining stehen zunehmend in der Diskussion. Plattformen mit entsprechender Agenda aus den romanischen Ländern sind etwa Gallica (Frankreich), die Biblioteca Virtual Miguel de Cervantes (Spanien) oder die Biblioteca Italiana (Italien). Ein jüngeres Beispiel für die Nachnutzbarkeit von Abbildungen ist die Entscheidung der Biblioteca Nacional de España , nach welcher seit März 2020 Bildwerke aus ihren Beständen zur Verwendung in wissenschaftlichen Publikationen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Im Themenbereich Forschungsdaten ist das Konsortium Text+ aus dem Kontext der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) zu nennen, das eine Infrastruktur für Sprach- und Textdaten aufbaut und sich zunächst auf digitale Sammlungen, lexikalische Ressourcen und Editionen konzentriert. Auch für die Romanistik relevant sind allgemein geisteswissenschaftliche Projekte wie CLARIAH-DE bzw. die Vorgängerprojekte CLARIN und DARIAH-DE , inklusive der Forschungsdaten-Repositorien DARIAH-DE Repository und dem TextGrid Repository . Eine spezifisch romanistische Initiative ist das Forschungsdaten-Verzeichnis auf romanistik.de . Ein Informations- und Unterstützungsangebot bietet der FID Romanistik an. Einen besonderen Schwerpunkt auf den nachhaltigen Umgang mit Forschungsdaten in Übereinstimmung mit den FAIR-Prinzipien legt eine seit 2020 erscheinende Blogartikelserie der AG Digitale Romanistik . open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Literatur Hornung, C., von Deylen, W., Tannous, I., & Wonke-Stehle, J. (2017, 9. Februar). Auswertung der Umfrage des FID Romanistik zu Open Access in der Romanistik. Romanistik-Blog - Das Blog des Fachinformationsdienstes. https://blog.fid-romanistik.de/2017/02/09/auswertung-der-umfrage-des-fid-romanistik-zu-open-access-in-der-romanistik/ Hornung, C., & Trapp, M. (2018). Open Access-Publizieren in der Romanistik: Standortbestimmung und Perspektiven. Romanistik-Blog - Das Blog des Fachinformationsdienstes. https://blog.fid-romanistik.de/wp-content/uploads/2018/02/OA-Workshop-Protokoll-SUBHH-11-2017.pdf Müller, C. (2020). Elektronisches Publizieren und Open Access: Die Perspektive Lateinamerikas. B. i. t. Online, 23 (4), 374–380. https://www.b-i-t-online.de/heft/2020-04-fachbeitrag-mueller.pdf Schepers, L. (2024). Umfrageergebnisse: Romanistisches Publizieren in frühen Karrierephasen. Romanistik-Blog - Das Blog des Fachinformationsdienstes. blog.fid-romanistik.de/2024/05/30/umfrageergebnisse-romanistisches-publizieren-in-fruehen-karrierephasen/ Schöch, C., Rißler-Pipka, N., Mühlschlegel, U., Gerstenberg, A., & Ehrlicher, H. (2017). Open Access und Forschungsdaten. Ein Positionspapier der AG Digitale Romanistik. In Mitteilungsheft Frühjahr 2017 (pp. 50–59). Deutscher Romanistenverband. https://doi.org/10.5281/zenodo.3834226 Weiterführende Literatur Agnetta, M. (2019). Wie closed darf open access sein? / Eine Momentaufnahme der Publikationskultur in der deutschen Romanistik. Digitalkulturen/Cultures Numériques. Herausforderungen Und Interdisziplinäre Forschungsperspektiven/Enjeux et Perspectives Interdisciplinaire , 16, 33–50. https://doi.org/10.14361/9783839442159-002 [ Open Access Preprint auf dem Romanistik-Blog ] Graf, D., Fadeeva, Y., & Falkenstein-Feldhoff, K. (Eds.). (2020). Bücher im Open Access: Ein Zukunftsmodell für die Geistes- und Sozialwissenschaften? Verlag Barbara Budrich. https://doi.org/10.17185/duepublico/72237 Hornung, C (2022). Open Access in der Romanistik - Coffee Lecture. https://www.youtube.com/watch?v=NBRLDzIeLLc Nonnenmacher, K. (2015). Die Zeitschrift als Idee. Einladung an Leser und Autoren. Romanische Studien, 1 , 5–24. https://www.romanischestudien.de/index.php/rst/issue/view/1 Schöch, C. (2020). Was heißt und zu welchem Ende publiziert man im Open Access? Open Access Week 2020, Universitätsbibliothek Trier. https://christofs.github.io/publ/#/ | als Video hier: https://www.youtube.com/watch?v=9RQy4wtYls0 Söllner, K., & Mittermaier, B. (2017). Praxishandbuch Open Access . de Gruyter. https://doi.org/10.1515/9783110494068 Bearbeitung der Inhalte der Seite: Christoph Hornung (Stand: Juni 2024)....

  5. Open Access umsetzen

    Hier können Sie sich über die praktische Anwendung von Open Access informieren Zeitschriften herausgeben Repositorien betreiben Implementierung von Open Access Zeitschriften transformieren...

  6. Open-Access-Transformation

    Intro Bedeutung des DEAL-Wiley-Vertrags für Open Access Bedeutung und Chancen des DEAL-Wiley-Vertrags für die Open-Access-Transformation Quelle: Jobmann, A. (2019). Bedeutung und Chancen des DEAL-Wiley-Vertrags für die Open-Access-Transformation. OA2020-de.org. Verfügbar unter: https://oa2020.ub.uni-bielefeld.de/blog/2019/03/18/bedeutung_chancen_wileydeal_openaccesstransformation/ Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Open-Access-Transformation meint die möglichst komplette Umstellung des akademischen Publikationswesens auf Open Access. 2 Eine Vielzahl von Maßnahmen und Akteuren tragen zur Transformation bei. 3 Transformation lebt von der Implementierung in der Praxis mit klaren Zielen. Open-Access-Transformation Unter Open-Access-Transformation wird die möglichst komplette Umstellung des akademischen Publikationswesens auf Open Access verstanden. Dies impliziert eine Abkehr vom traditionellen Subskriptions - und Erwerbsmodell, bei dem Bibliotheken für den Zugang zu wissenschaftlichen Werken bezahlen. Wenngleich aktuelle Bemühungen sich auf den Bereich wissenschaftlicher Zeitschriften konzentrieren, sind für eine komplette Transformation alle Publikationstypen miteinzubeziehen. Ebenso sind alle Regionen der Erde einzuschließen. In Deutschland und Europa ist die Open-Access-Transformation als politisches Ziel seit einiger Zeit durch EU und Bundesregierung, aber auch durch Landesregierungen (vgl. Positionen der Politik ), Wissenschaftsorganisationen und Förderorganisationen (vgl. Open Access und Forschungsförderer ) gesetzt. Die Entwicklung ist dynamisch und von einer Vielzahl verschiedener Ansätze und Akteur*innen geprägt. Kritik wird aus unterschiedlichen Perspektiven geäußert: Während beispielsweise von einzelnen Verlagen oder Fachgesellschaften auf eine Verlangsamung oder auf Ausnahmen gedrängt wird, wird von anderer Seite auf womöglich nicht-intendierte Folgen der Transformationsansätze verwiesen. Hierzu gehören eine weitere Stärkung der Position großer Verlage, mögliche Lock-in-Effekte oder eine weitere Steigerung ohnehin schon zu hoher Publikationsgebühren . Scholar-led-Initiativen bringen den Wunsch ein, Publikationsinfrastrukturen in die Hand der wissenschaftlichen Institutionen selbst zu legen. Neben dem Bestreben einer freien Zugänglichkeit von wissenschaftlicher Forschung bringen sie eine kritische Sicht auf das wissenschaftliche Publikationssystem ein und setzen alternative Maßstäbe zur Forschungsevaluation auf die Agenda. Video zum Stand von Open Access 2023 Quelle: Philipp Zumstein. (2023, September 29). Der Weg ist nicht das Ziel: Über Ideale und Irrwege bei der Open-Access-Transformation. Open-Access-Tage 2023 (OAT23), Berlin. Zenodo. doi.org/10.5281/zenodo.8388502 oa.helpdesk Stellen Sie hier Ihre konkreten Fragen rund um Open Access. Instrumente der Transformation Eine Grundlage vieler Transformationsansätze ist die Umwidmung von Erwer­bungsmitteln. Die Idee ist, dass keine zusätzlichen Mittel benötigt werden, son­dern die bisherigen (globalen) Mittel für Open Access-Publikationen verwendet werden. Um dies umsetzen zu können, müssen Verlage angehalten werden, ih­re Publikationen auf Open-Access-Modelle umzustellen. Die Umstellung existie­render Publikationen eröffnet die Möglichkeit, erworbene Reputation und Erfahrungen mitzunehmen. Transformationsverträge Das Instrument mit der größten Aufmerksamkeit und den größten Open-Access-Effekten sind momentan Transformationsverträge , bei denen ein Teil der Inhalte von Subskriptionszeitschriften auf Open Access um­gestellt wird und die Erwartung besteht, dass die Quote schrittweise auf 100% steigt. Allerdings ist nicht immer klar, ob eine solche Umstellung verbindlich erreicht wird (vgl. u.a. Mittermaier 2021, 2025, Rothfritz et al. 2024) . Ins Feld der Transformationsverträge gehört auch das deutsche Projekt DEAL (s. u.). Die Konzentration auf den Publi­kationsoutput aus einzelnen Institutionen oder Ländern erfordert zwingend ähnliche und komplementäre Aktivitäten in anderen Ländern. Die Hoffnung ist, dass damit eine kritische Schwelle überschritten wird, oberhalb derer Verlage ihre Portfolios komplett auf Open Access umstellen. Transformative Journals Ergänzend können einzelne Zeitschriften als Transformative Journals aufgestellt werden mit einem klaren Ziel eines stetig wachsenden Open-Access-Anteils (vgl. Plan S ). Journal Flipping Für einzelne Zeitschriften stellt die komplette und sofortige Umstellung auf Open Access, das so genannte Journal Flipping , die schnellste Möglichkeit der Trans­formation dar. Abhängig davon, wie sich der Verlag positioniert und wer die Titelrechte besitzt, kann eine solche Umstellung unter Fortführung des Namens oder durch einen Abzug der Redaktion und einen Neustart an anderem Ort erfolgen. Neugründung Neugründung von Publikationen: Neue Zeitschriften, Buchreihen oder Konferenzveröffentlichungen werden von Anfang an als Open-Access-Produkte geplant. Diese Instrumente werden durch verschiedene Akteure angetrieben und über das Bereitstellen der umfangreichen Publikationsmittel hinaus unterstützt: Wissenschaftliche Einrichtungen Wissenschaftliche Einrichtungen unterstützen diesen Prozess durch den Betrieb von Publikationsangeboten, Universitätsverlagen, Zeitschrif­tenplattformen etc. Diese Angebote sind unkommerziell und werden ggf. sogar durch die Übernahme der Betriebskosten bezuschusst, sodass der Kostendruck sinkt und die wissenschaftliche Kontrolle steigt. Förderer Förderer unterstützen einerseits finanziell bei anfallenden Publikationskosten von Open-Access-Artikeln und -Monographien. Andererseits unterstützen sie durch Open-Access-Auflagen (oder schwächer: -Erwartungen) Open-Access-Entscheidungen von Autor*innen. Darüber hinaus fördern verschiedene Programme Projekte zur Infrastrukturbildung für die Open-Access-Transformation. Bibliotheken Bibliotheken verhandeln Open-Access-Verträge aller Art, betreiben das Publikations- und Kostenmonitoring und entwickeln neue Open-Access-Modelle. Sie setzen Erwerbungsmittel zunehmend für Open Access ein (vgl. Bibliotheksstatistik und Open Access Monitor ). Monitoring-Verfahren kontrollieren die Open-Access-Umstellung gemäß institutioneller und gesetzlicher Vorgaben und die Einhaltung von Open Access Policies . Bibliotheken und kommerzielle Akteure Bibliotheken und kommerzielle Akteure betreiben Konsortien bzw. wickeln eine gemeinschaftliche Finanzierung von Open-Access-Publikationen ab. Open-Access-Repositorien Open-Access-Repositorien dienender parallelen Bereitstellung im Open Access (vgl. grüner Weg ) und decken damit Open-Access-Erwartungen von Förderern ab (siehe auch Plan S und die Rights Retention Strategy ). Wie in nahezu allen anderen Aspekten der Open-Access-Diskussion dominieren im Transformationskontext wissenschaftliche Zeitschriften. Grundsätzlich sind alle Instrumente auch auf Bücher und Buchreihen sowie weitere Publikations­arten wie Konferenzveröffentlichungen anwendbar. Hier sind sämtliche Akteure weiter gefordert, alle Publikationen in ihre Maßnahmen zur Open-Access-Transformation einzubeziehen. Verschiedene Ansätze der Transformation können parallel erfolgen, jedoch kol­lidieren sie auch gelegentlich. Dies geschieht insbesondere dann, wenn es um knappe Ressourcen oder um strategische Ausrichtungen geht. Während Trans­formationsverträge stärker auf große Konvolute setzen (große Zeitschriften­pakete, große Verlage), betonen Ansätze wie das Journal Flipping eher Aspekte wie Kontrolle durch die Wissenschaft oder eine komplette und sofortige Open-Access-Umstellung. Eine Herausforderung für alle Ansätze ist die andauernde Suche nach nachhaltigen Finanzierungsmöglichkeiten in Anknüpfung an bisherige Erwerbungsstrukturen und unter deren Weiterentwicklung (vgl. Schenke, Stork & Tullney 2025 ). Open Access und Forschungsförderer Hier finden Sie eine Einführung. Was sind Repositorien? Hier finden Sie eine Einführung. Folgen der Transformation Wesentliche Folge der Open-Access-Transformation ist ein wachsender Anteil frei verfügbarer und ggf. nachnutzbarer wissenschaftlicher Literatur (vgl. Gründe und Vorbehalte ). Innerhalb wissenschaftlicher Einrichtungen verändert die Open-Access-Transformation Arbeitsschritte und Zuständigkeiten. Einrichtungsübergreifend ergeben sich ggf. Bedarfe nach einer Neuverteilung finanzieller Mittel. Hintergrund ist jeweils, dass Kosten des wissenschaftlichen Publizierens zunehmend in Anlehnung an das Publikationsaufkommen verteilt werden, nicht mehr in Anlehnung an die reine Größe wissenschaftlicher Einrichtungen. Neue Aufgaben entstehen vor allem für wissenschaftliche Bibliotheken. Hier müssen Erwerbungsmittel neu eingesetzt werden, ein Monitoring der Entwicklung der Publikationszahlen stattfinden sowie finanzielle Unterstützung für Publikationskosten und konsortiale Finanzierungsmodelle bereitgestellt werden. Transformationsverträge müssen betreut werden, Aufgaben zwischen Verlagen, Bibliotheken und Autor*innen teilweise neu verteilt werden. Je nach Einrichtungsorganisation findet auch die Beratung von Wissenschaftler*innen zum Open-Access-Publizieren in den Bibliotheken statt. Open Access hat sich so mittlerweile von einem Sonderthema zu einer Kernaufgabe der Bibliotheken entwickelt. Wesentliche Akteure Wissenschaftsorganisationen Die Allianz-Initiative (Schwerpunktinitiative "Digitale Information" der Allianz der Wissenschaftsorganisationen) hat in den letzten Jahren mehrfach Positionspapiere zur Open-Access-Transformation veröffentlicht (insbesondere Bruch et al., 2016). Kernforderungen waren: die Verankerung von Open Access in den Bibliotheken, in der Lizenzierungspraxis und in den Erwerbungsetats, die sukzessive Umschichtung der Erwerbungsmittel sowie die Offenlegung der Subskriptionskosten bzw. der Open-Access-Publikationskosten und -zahlen und der Aufbau skalierbarer Prozesse in den Bibliotheken. 2024 veröffentlichte die Allianz-Initiative eine Studie zur Kartierung und Beschreibung der Open-Access-Dienste in Deutschland ( Biela et al., 2024 ), die den Status Quo der öffentlich finanzierten, wissenschaftlichen Open-Access-Dienste und -Infrastrukturen in Deutschland wiedergibt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist ein zentraler wissenschaftspolitischer Akteur der Open-Access-Transformation. Mit mehreren Förderprogrammen unterstützt die DFG den Aufbau und Betrieb von Open-Access-Publikationsfonds und -Infrastrukturen und beeinflusst damit maßgeblich die Entwicklungen in diesen Bereichen. In ihren wissenschaftspolitischen Positionen unterstützt die DFG zentrale Initiativen wie die Berliner Erklärung, OA2020, den Action Plan for Diamond Open Access , die EU-Ratsschlussfolgerungen zum wissenschaftlichen Publizieren sowie den International Science Council (ISC) und kooperiert mit weiteren nationalen und internationalen Open-Access-Initiativen. Obwohl sie die Bestrebungen der cOAlition S unterstützt , verpflichtet die DFG nicht zum Open-Access-Publizieren. In zwei Positionspapieren ( DFG, 2018 ; DFG, 2022 ) nimmt sie zu aktuellen Herausforderungen im wissenschaftlichen Publikationswesen Stellung. Der Wissenschaftsrat veröffentlichte 2022 umfassende „ Empfehlungen zur Transformation des wissenschaftlichen Publizierens zu Open Access “ und gibt darin das standardmäßige Publizieren im goldenen Open Access als Ziel der Transformation aus. Um Publikationskosten zu monitoren und die Finanzierung des wissenschaftlichen Publizierens langfristig strategisch zu planen, sollen wissenschaftliche Einrichtungen Informationsbudgets etablieren. DEAL-Konsortium Das DEAL-Konsortium entstand zunächst als Projekt DEAL, angestoßen von der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen und unter Federführung der Hochschulrektorenkonferenz. Ziel ist es, einheitliche nationale Lizenzverträge für alle (digitalen) Zeitschriften großer kommerzieller Wissenschaftsverlage abzuschließen. Die Verträge, die das DEAL-Konsortium stellvertretend für mehr als 900 teilnahmeberechtigte Organisationen abschließt, enthalten eine Open-Access-Komponente: Mitglieder der teilnehmenden Institutionen können ohne weitere Kosten für die Autor*innen Open Access in Subskriptionszeitschriften (so genannte hybride Zeitschriften ) der Verlage publizieren (was zu einem hohen Open-Access-Anteil der Publikationen aus deutschen Institutionen führt). Zudem erhalten sie Zugriff auf das gesamte Zeitschriftenportfolio. Der Verlagsvertragspartner DEAL Open Access Services (DEAS) gGmbH stellt die Veröffentlichungsgebühren zentral in Rechnung und rechnet diese anschließend mit den teilnehmenden Institutionen ab. Bisher wurden DEAL-Verträge mit drei Verlagen geschlossen: mit Wiley , Springer Nature und Elsevier . Arbeitskreis Forum 13+ Der Arbeitskreis Forum 13+ wurde als unabhängiger Arbeitskreis aus Expert*innen deutscher Bibliothekskonsortien gegründet, der die Aushandlung von Transformationsverträgen zwischen wissenschaftlichen Institutionen und kleinen und mittleren Verlagen bzw. Fachgesellschaften - jenseits der großen Fachverlage, mit denen im Rahmen von DEAL Verträge abgeschlossen wurden - koordiniert. In dieser Funktion veröffentlichte der Arbeitskreis eine Handreichung zur Bewertung von Open-Access-Transformationsverträgen und Verlagsangeboten . Plan S/cOAlition S Plan S ist eine Initiative einer internationalen Gruppe von Forschungs- und Forschungsförderorganisationen ( cOAlition S ). Plan S fordert seit 2021, dass wissenschaftliche Veröffentlichungen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, in anerkannten Open-Access-Zeitschriften, -Plattformen oder -Repositorien ohne Embargo veröffentlicht werden müssen. Gemeinsame Implementierungs­richtlinien werden in den jeweiligen Förderrichtlinien der teilnehmenden Forschungsförderer umgesetzt. Kernelement ist eine grundsätzliche Abkehr von hybridem Open Access (Ausnahmen nur bei erkennbarer Transformation). Großer Wert wird auf eine Kostentransparenz der Verlage gelegt. Damit steht Plan S auch für den allgemeinen Trend, dass Förderorganisationen die momentan schärfsten und einfachsten Instrumente in der Hand haben – durch das Verknüpfen von Drittmittelzusagen mit Open-Access-Pflichten können sie entscheidend eingreifen. Deutsche Förderer sind allerdings nicht offiziell Mitglied der cOAlition S. Open-Access-Konsortien Unter dem Namen SCOAP³ – Sponsoring Consortium for Open Access Publishing in Particle Physics hat sich ein internationales Konsortium unter Führung des CERN zur Förderung von Open Access im Bereich der Hochenergiephysik gebildet. Es handelt sich um eine weltweit einmalige Initiative, in der mehrere wesentliche Verlagszeitschriften des Felds komplett auf Open Access umgestellt worden sind, ohne dass Autor*innen APCs bezahlen müssen. Bibliotheken und Organisationen aus der gesamten Welt zahlen in das Projekt ein. Berechnungsgrundlage ist der jeweilige Publikationsoutput der wissenschaftlichen Einrichtungen. Als Konsortialmodell ermöglicht KOALA eine nachhaltige Finanzierung für Diamond Open Access . Wissenschaftliche Einrichtungen – insbesondere Bibliotheken und Forschungseinrichtungen – finanzieren gemeinschaftlich Zeitschriften, die so in ein Diamond-Open-Access-Modell überführt werden können: Thematisch fokussierte Zeitschriftenbündel werden zur Finanzierung angeboten und, sobald das Finanzierungsziel erreicht ist, für drei Jahre finanziert und vollständig frei zugänglich gemacht. Als zentraler Dienstleister koordiniert die TIB Hannover das KOALA-Modell im Regelbetrieb. Fachcommunities und Fachgesellschaften Fachgesellschaften sind Organe der wissenschaftlichen Selbstorganisation und fachlichen Standardsetzung. Einige von ihnen haben die Berliner Erklärung unterzeichnet, diskutieren das Thema Open Access organisationsintern (vgl. Bärwollf et al., 2023 ) oder nehmen wissenschaftspolitisch Stellung zur Open-Access-Transformation - wie z.B. die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) in einem Positionspapier ( DPG, 2021 ), in dem sie sich kritisch zur Open-Access-Entwicklung äußert. Autor*innen Zentrale Gestalter*innen der Open-Access-Transformation sind, neben institutionellen Akteur*innen, die Forschenden selbst. Durch ihre Wahl eines Open-Access-Publikationsorgans und -modells , das Nutzen ihres Zweitveröffentlichungsrechts und eine entsprechende Lizenzierung ihrer Publikationen können Autor*innen entscheidend zur freien Zugänglichkeit ihrer Forschungsergebnisse beitragen. Darüber hinaus können Forschende auch selbst eine Open-Access-Zeitschrift gründen oder flippen oder sich in Scholar-led -Initiativen für Diamond Open Access engagieren. Open-Access-Transformation in der Praxis Die vielen verschiedenen Ansätze zur Open-Access-Transformation eint, dass zukünftig ein möglichst großer Anteil wissenschaftlicher Publikationen frei verfügbar sein soll. Um die Maßnahmen beurteilen und weiterentwickeln zu können, sollten sie so transparent wie möglich ausgestaltet sein. Dazu gehört die Angabe etwaiger Zwischenschritte auf dem Weg zur kompletten Open-Access-Umstellung (insbesondere bei Transformationsverträgen), die Verankerung unumkehrbarer Schritte zur Erhöhung des Open-Access-Anteils und eine Transparenz über zugrundeliegende Publikationszahlen ( Informationsbudget ). Kostendämpfende Mechanismen sollten eingebaut werden, um einen weiteren Anstieg der Publikationsgebühren zu verhindern. Eine Vernetzung der Akteure ist anzustreben, ohne die Vielfalt der Optionen grundsätzlich einzuschränken. Für neue Initiativen ist es jedoch anzuraten, sich Rat und Unterstützung zu holen. Das Projekt open-access.network bietet Vernetzungs- und individuelle Beratungsmöglichkeiten. Da die Open-Access-Transformation als politisches Ziel und als Absicht der Wissenschafts- und Wissenschaftsförderorganisationen klar verankert ist, sind alle Akteure der Wissenschaftslandschaft aufgefordert, in ihren jeweiligen Handlungsfeldern entsprechend zu wirken. Die Umstellung auf Open Access hat viele zu berücksichtigende Aspekte - von Wissenschaftsfreiheit über wissenschaftliche Kontrolle, nachhaltige und faire Finanzierung, zusätzliche Arbeiten in Einrichtungen bis hin zu Rufen nach Mittelverschiebungen zwischen Einrichtungen. Aber das ganz unmittelbare Kriterium bleibt: Gelingt ein möglichst kompletter Umstieg auf Open Access? Literatur Bärwolff, T., Benz, M., Dreyer, M., Neufend, M., Kindling, M., Kirchner, A., & Schmidt, B. (2023). Open4DE Landscape Report. Open Research Office Berlin. doi.org/10.21428/986c5d43.bab38f02 Biela, J., Stalla, M., Hohmann, L., & Holzer, A. C. (2024). 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