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  1. Open Access Geschäftsmodelle für Bücher

    Intro Finanzierung von Open-Access-Monographien Quelle: Brinken, H. (2020). Finanzierung von Open-Access-Monographien, open-access.network. https://doi.org/10.5446/49535 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Es gibt eine Vielzahl an Geschäfts- und Finanzierungsmodellen für Open-Access-Bücher. 2 Die einzelnen Modelle haben individuelle Vor- und Nachteile, teilweise lassen sie sich miteinander kombinieren. 3 Neben den im deutschsprachigen Raum weit verbreiteten Book Processing Charges (BPCs) sind vor allem der parallele Verkauf von Druckausgaben, die institutionelle Förderung von Open Access sowie konsortiale Modelle von Bedeutung. Vielfältiger Wandel Open Access beinhaltet den kostenlosen Zugang zu wissenschaftlicher Infor­mation und deren freier Nachnutzung . Da Open-Access-Bücher für Leser*in­nen kostenlos zugänglich sind, können die im Rahmen der Veröffentlichung entstehenden Kosten nicht mehr über Buchkäufe gedeckt werden, sondern müssen durch alternative Geschäftsmodelle finanziert werden. In den letzten Jahren ist die Bedeutung von Open Access in den Geistes- und Sozialwissenschaften enorm gestiegen. Im Zuge dessen haben sich verschie­dene Geschäfts- und Finanzierungsmodelle für Open-Access-Bücher entwickelt. Diese Modelle weisen sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zu den gängigen Modellen für Zeitschriften auf, sind aber im Vergleich vielfältiger und experimenteller. In der Praxis werden häufig verschiedene Ansätze miteinander kombiniert. Im Folgenden werden die wichtigsten Finanzierungsmodelle für Open-Access-Bücher im deutschsprachigen Raum kurz vorgestellt. Die Übersicht greift auf bestehende Typologien mit unterschiedlichen Komplexitätsgraden zurück, die zur weiterführenden Lektüre sehr zu empfehlen sind ( Collins et al., 2015; Speicher et al., 2018, Penier et al., 2020 ). Für die hier vorgestellte Auswahl er­wies sich darüber hinaus die knappe Übersicht des Open Access Book Toolkits ( OAPEN, 2020 ) als hilfreich. Open-Access-Bücher Hier finden Sie eine Einführung. Praxistipp Nützliche Hinweise für die Umsetzung finden sich im Guide "How to Begin the OA Transition" ( Estelle et al., 2025 ). Video zum Publizieren von Open-Access-Büchern Quelle: Stern, N. (2020). Publishing your book in Open Access?, open-access.network. https://doi.org/10.5446/52108 ( CC BY 3.0 DE ) Publikationsgebühren (BPCs) Vorteile BPCs ermöglichen die Anerkennung und Übernahme von Kosten, die mit der Veröffentlichung qualitativ hochwertiger Open-Access-Buchpublika­tionen verbunden sind. Da Forschungsförderer , Stiftungen und Autor*­innen im deutschsprachigen Raum seit vielen Jahren auch herkömmliche Buchpublikationen über sogenannte Druckkostenzuschüsse finanzieren, ist die Hürde zur Zahlung von BPCs hier niedriger als in anderen Ländern. Nachteile Das Modell verstärkt bestehende Ungerechtigkeiten im akademischen System, indem es Autor*innen bevorteilt, die in gesicherten Positionen an finanzkräftigen Einrichtungen oder in gut ausgestatteten Drittmittel­projekten arbeiten. Autor*innen, die an weniger ausgestatteten Institu­tionen tätig sind, werden ebenso benachteiligt wie unabhängige Autor*­innen. Auf globaler Ebene benachteiligt das Modell Autor*innen aus dem globalen Süden. Kritisiert wird zudem, dass kommerzielle Verlage ihre tatsächlichen Kosten und Leistungen nicht klar darstellen, weshalb die Erstattung von BPCs zunehmend an die Einhaltung von Standards in Bezug auf Qualität und Transparenz geknüpft wird. Praxistipp Hier finden Sie hilfreiche Empfehlungen und Checklisten zu Qualitätsstandards für Open-Access-Bücher: Arbeitsgemeinschaft Universitätsverlage Nationaler Open-Access-Kontaktpunkt OGeSoMo Fokusgruppe "Open-Access-Bücher" Diskutieren Sie mit Expert*innen über aktuelle Entwicklungen bei Open-Access-Büchern. Fokusgruppe "Open-Access-Monografienfonds" Diskutieren Sie mit Expert*innen über Förderbedingungen und -summen bestehender Monografienfonds. Publikationsgebühren für Bücher, auch BPCs (Book Processing Charges) ge­nannt, werden von Verlagen erhoben, um die bei der Veröffentlichung entste­henden Kosten zu decken. Sie bilden das Pendant zu den aus dem Zeitschrif­tenbereich bekannten APCs (Article Processing Charges) . Die Höhe der BPCs ist von Verlag zu Verlag unterschiedlich, der Umfang der Beträge liegt zwischen wenigen Hundert bis hin zu mehreren Tausend Euro. Dies hat verschiedene Gründe: Die von den Verlagen angebotenen Leistungen, Services und Lizenz­optionen unterscheiden sich ebenso wie die veröffentlichten Bücher. Auch Unterschiede in den Kosten- und Einnahmestrukturen der Verlage spielen eine wichtige Rolle. Und schließlich gibt es Verlage, die neben ihren tatsächlichen Kosten auch Schätzungen über entgangene Verkaufserlöse in die Berechnung ihrer BPCs einbeziehen. Ob sich eine parallele Open-Access-Publikation jedoch überhaupt auf die Verkaufszahlen im Print auswirkt, ist umstritten. Verschiede­ne Studien haben gezeigt, dass die Angst der Verlage vor gravierenden Einbrü­chen unbegründet ist ( Collins et al., 2015; Ferwerda et al., 2018; Snijder, 2019; Graf et al., 2020 ). Die Erhebung von Publikationsgebühren ist bei Open-Access-Büchern weit ver­breitet (vgl. Penier et al., 2020, S. 46-52 ). Das Modell wird sowohl von kommer­ziellen als auch von Scholar-Led- und Universitätsverlagen eingesetzt. Bezahlt werden BPCs in der Regel von Forschungsförderern oder den Einrichtungen, an denen die Autor*innen tätig sind. Inzwischen haben zahlreiche Einrichtungen – in Deutschland oftmals mit Unterstützung der DFG – hierfür Publikationsfonds eingerichtet. Gerade unabhängige Autor*innen und solche, die an finanziell schwächeren Einrichtungen tätig sind, müssen jedoch selbst für die Kosten aufkommen. Durch die autor*innenseitige Finanzierung wird das Modell auch als Author-Pays-Modell bezeichnet. Verkauf von Druckausgaben Bei der parallelen Veröffentlichung gedruckter Buchausgaben, teils auch Dual Publishing genannt, handelt es sich um ein hybrides Modell, bei dem über zusätzliche Verkäufe Einnahmen generiert werden. Dabei ersetzen die Erlöse aus dem Printbereich die Publikationsgebühren in der Regel nicht vollständig, sondern dienen lediglich als Ergänzung. Sowohl bei kommerziellen als auch bei von Wissenschaftler*innen geführten und Universitätsverlagen ist der Verkauf gedruckter Bücher – ganz im Gegen­satz zum Zeitschriftenbereich – noch immer sehr weit verbreitet. Dabei setzten kommerzielle Buchverlage in der Vergangenheit häufig auf Embargofristen und restriktive Lizenzierungsmodelle . Auch durch die Vorgaben der Forschungsför­derer ist inzwischen aber eine klare Tendenz zum goldenen Weg und offenen CC-Lizenzen erkennbar. Vorteile Der Verkauf von Druckausgaben (Paperbacks, Hardcover) kann für Ver­lage eine wichtige Einnahmequelle sein. Dank digitaler Technologien und schlanker Vertriebsstrukturen ist der hierfür erforderliche Zusatzauf­wand in den letzten Jahren merklich gesunken. Solange von Seiten der Bibliotheken und Leser*innen noch eine entsprechende Nachfrage be­steht, ist es für Verlage sinnvoll, wissenschaftliche Bücher auch weiterhin in gedruckter Form anzubieten und hierfür auch die bestehenden Kanäle des Buchhandels zu nutzen. Nachteile Trotz der Einsparungen durch den Einsatz von Verfahren wie Print-on-demand sind Herstellung und Vertrieb von Druckausgaben mit einem gewissen Kosten- und Verwaltungsaufwand verbunden. Sollte die Nachfrage nach gedruckten wissenschaftlichen Büchern in Zukunft (weiter) sinken, verliert auch das Modell an Attraktivität. Open Access und Forschungsförderer Hier finden Sie eine Einführung. Institutionelle Förderung Vorteile Für Institutionen und ihre Bibliotheken kann es sinnvoll sein, einen Teil des Budgets, das sie für die Finanzierung von (Open-Access-)Publika­tionen aufwenden, in den Aufbau eigener Publikationsservices zu inves­tieren. So können sie den eigenen (und ggfs. anderen) Wissenschaftler*­innen attraktive Konditionen gewähren, bestehende Infrastrukturen und Kenntnisse nutzen und die Reputation der eigenen Einrichtung steigern. Nachteile Um Autor*innen und Herausgeber*innen ein attraktives Publikationsum­feld bieten zu können, ist ein nicht unerhebliches Maß an Engagement nötig. Nur wenn die Aktivitäten langfristig und nachhaltig angelegt sind, kann das Modell seine Potenziale entfalten. Arbeitsgemeinschaft Universitätsverlage Hier erfahren Sie mehr über die Mitglieder und Prinzipien der AG. Im Rahmen ihrer Open-Access-Förderung bieten Hochschulen und Forschungs­einrichtungen eigene Publikationsservices für Open-Access-Bücher an. Diese können von der Einrichtung eines Repositoriums oder einer Publikationsplatt­form bis hin zum Betreiben eines Universitätsverlags reichen. Die institutionelle Förderung kann auf finanzieller, personeller oder infrastruktureller Ebene erfol­gen. Bibliotheken kommt hierbei häufig eine zentrale Rolle zu. Die Unterstüt­zung ermöglicht es Universitätsverlagen, Publikationsgebühren entweder nied­rig zu halten oder gar komplett darauf zu verzichten. Dass Universitätsverlage nicht gewinnorientiert arbeiten, wirkt sich ebenfalls positiv auf die Preisgestal­tung aus. Die Nutzung der Services kann auf Mitglieder der eigenen Universität beschränkt sein oder sich auch an Wissenschaftler*innen anderer Institutionen richten. Vor allem Einrichtungen, in denen die Geistes- und Sozialwissenschaften stark vertreten sind, bieten inzwischen eigene Publikationsmöglichkeiten für Bücher an. Die Mehrheit der deutschsprachigen Universitätsverlage hat sich in der Arbeitsgemeinschaft der Universitätsverlage zusammengeschlossen. Zu den bekanntesten Verlagen zählen der Universitätsverlag Göttingen , Heidelberg University Publishing und KIT Scientific Publishing . Bibliothekskonsortien Im Rahmen von Bibliothekskonsortien verpflichten sich Bibliotheken dazu, einen Beitrag zur Open-Access-Publikation einer Auswahl an Büchern zu leisten. Diese Bundles können entweder thematisch gruppiert oder auf (einzelne oder mehrere) Verlage bezogen sein. Sobald sich genügend Bibliotheken beteiligt haben und das finanzielle Ziel erreicht wurde, werden die Bücher frei zugänglich gemacht. Dieses Erlösmodell ähnelt dem aus anderen Bereichen bekannten Crowdfunding, wobei die Crowd hier aus Institutionen besteht. Konsortiale Modelle sind im Bereich der Zeitschriften bereits weit verbreitet. Für die Geisteswissenschaften ist vor allem das Crowdfunding-Modell der Open Lib­rary of Humanities (OLH) von Bedeutung. Im Buchbereich nimmt Knowledge Unlatched eine Vorreiterrolle ein und hat bislang über 3.000 Bücher (Stand: November 2021) Open Access zugänglich gemacht. Aktuell werden im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Projekten zur Beschleunigung der Transfor­mation zu Open Access des BMBF mehrere Vorhaben gefördert, die konsor­tiale Modelle für Buchreihen entwickeln (KOALA, OAdine, TOAA). Auf interna­tionaler Ebene beschäftigt sich das Projekt COPIM mit der (Weiter-)Entwicklung alternativer Geschäftsmodelle. Vorteile Konsortiale Modelle ermöglichen den Verzicht auf BPCs mit all ihren Nachteilen, weshalb sie für Autor*innen sehr attraktiv sein können. Darüber hinaus bieten sie Verlagen einen niedrigschwelligen Weg hin zur Open-Access-Transformation des eigenen Programms. Auf Seiten der Bibliotheken können sie schließlich den mit der Erwerbung von Büchern einhergehenden Bearbeitungsaufwand erheblich reduzieren. Nachteile Es gibt keine Garantie dafür, dass immer genügend Bibliotheken gefunden werden, die sich an der Finanzierung eines Bundles beteiligen. Zudem besteht die Gefahr, dass Bibliotheken vor dem Hintergrund knapper Budgets darauf spekulieren, dass die erforderlichen Summen auch ohne ihr Zutun erreicht werden können (Freerider-Problematik). Kommerziell ausgerichtete Modelle können darüber hinaus Skepsis bei Bibliotheken hervorrufen und zu deren Zurückhaltung beitragen. Weitere Modelle Die hier skizzierten Modelle stellen lediglich eine Auswahl dar. Unter den zahlreichen weiteren Modellen, die häufig noch nicht flächendeckend erprobt sind, sollen zwei zumindest kurz erwähnt werden: das Freemium-Modell und das Modell institutioneller Mitgliedschaften. Freemium Im Freemium-Modell veröffentlicht ein Verlag oder Dienstleister eine Ausgabe des Buchs Open Access, ohne von den Autor*innen eine Publika­tionsgebühr zu verlangen. Diese kostenlose Open-Access-Veröffentlichung wird über andere Einnahmequellen subventioniert. Dies kann z. B. durch den Verkauf von digitalen Ausgaben mit zusätzlichen Funktionalitäten und in anderen Formaten (enhanced HTML, e-pub/mobi, etc.) geschehen. Das Modell wird zwar bereits von einigen Verlagen und Plattformen wie z. B. OpenEdition und Open Book Publishers erfolgreich angewendet, ob es sich bewährt, wird sich jedoch noch zeigen müssen. Institutionelle Mitgliedschaften Ein weiteres Modell stellen institutionelle Mitgliedschaften dar. Hierbei zahlen Bibliotheken oder andere Einrichtungen – häufig im Rahmen von Konsortialverträgen – einen jährlichen Mitgliedsbeitrag an einen Verlag, der einen Teil der Kosten für die Veröffentlichung von Büchern über­nimmt. Mitgliedseinrichtungen und ihre Autor*innen können darüber hinaus weitere Rabatte erhalten. Das Modell ist vor allem im Zeitschrif­tenbereich verbreitet, wird aber auch von wissenschaftlichen Buchver­lagen wie Open Book Publishers oder Punctum Books eingesetzt und kann einen wichtigen Beitrag zur Vereinfachung und Entbürokratisierung des Open-Access-Publizierens leisten. Literatur Collins, E., Milloy, C., & Stone, G. (2015). Guide to open access monograph publishing for arts, humanities and social science researchers. Helping researchers to understand the opportunities and challenges of publishing a scholarly monograph in open access. AHRC/Jisc Collections. eprints.hud.ac.uk/id/eprint/25391/ http://eprints.hud.ac.uk/id/eprint/25391/1/Guide-to-open-access-monograph-publishing-for-researchers-final.pdf Estelle, L., Jago, D., Jones, R., Laakso, M., Snijder, R., & Wise, A. (2025). How to begin the OA transition: a guide for smaller and specialist publishers. Commissioned by UKRI, in partnership with the Association of Learned and Professional Society Publishers (ALPSP), the British Academy, and Open Access Scholarly Publishing Association (OASPA) . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.14679094 Ferwerda, E., Snijder, R., Arpagaus, B., Graf, R., Krämer, D., & Moser, E. (2018). OAPEN-CH - Auswirkungen von Open Access auf wissenschaftliche Monographien in der Schweiz. Ein Projekt des Schweizerischen Nationalfonds . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.1219172 Graf, D., Fadeeva, Y., & Falkenstein-Feldhoff, K. (Eds.). (2020). Bücher im Open Access: Ein Zukunftsmodell für die Geistes- und Sozialwissenschaften? Verlag Barbara Budrich. https://doi.org/10.17185/DUEPUBLICO/72237 OAPEN. (2020). Open Access Books Toolkit: Business models for open access book publishing . https://oabooks-toolkit.org/lifecycle/10944589-planning-funding/article/10432084-business-models-for-open-access-book-publishing Penier, I., Eve, M. P., & Grady, T. (2020). COPIM – Revenue Models for Open Access Monographs 2020 . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4011836 Snijder, R. (2019). The deliverance of open access books : Examining usage and dissemination . Amsterdam University Press. https://library.oapen.org/handle/20.500.12657/25287 Speicher, L., Armando, L., Bargheer, M., Eve, P. M., Fund, S., Leão, D., Mosterd, M., Pinter, F., & Souyioultzoglou, I. (2018). OPERAS Open Access Business Models [White Paper] . Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.1323708 Weiterführende Literatur Arning, U., Bargheer, M., Meinecke, I., Schobert, D., & Tobias, R. (2022). Open-Access-Transformation für Bücher: Die Rolle von institutionellen Verlagen und Publikationsdiensten . Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.6346234 Barnes, L., & Gatti, R. (2018, May 22). The cost of Open Access books: a publisher writes. Open Book Publishers . https://blogs.openbookpublishers.com/the-cost-of-open-access-books-a-publisher-writes/ Böhm, D., Grossmann, A., Reiche, M. & Schrader, A. (2020). Open-Access-Publikationsworkflow für akademische Bücher. Ein Handbuch für Hochschulen und Universitäten. http://doi.org/10.33968/9783966270175-00 Hanneken et al. (2020). Die transcript OPEN Library Politikwissenschaften. Ein Modell für Open-Access-eBooks in den Geistes- & Sozialwissenschaften . https://doi.org/10.11588/ip.2020.1.66637 Pinter, F. (2018). Why Book Processing Charges (BPCs) Vary So Much. JEP. the Journal of Electronic Publishing , 21 (1). https://doi.org/10.3998/3336451.0021.101 Springer Open. (2018). Guide to Open Access Books for SpringerOpen Authors . https://media.springernature.com/full/springer-cms-preview/rest/v1/content/16216776/data/v2 van Gerven Oei, V. W. J., Joy, E., & Rudmann, D. (2020, July 7). We Got the Receipts: The Punctum Books Financial and Activity Report 2016–2019 . Punctum Books. https://punctumbooks.pubpub.org/pub/punctum-books-financial-activity-report-2016-2019/release/5...

  2. Open Access Glossar

    Das folgende Glossar umfasst grundlegende Begriffe zum Thema Open Access, die auf der Website open-access.network verwendet werden und erklärt diese kurz. Eine Übersicht über alle Begriffe erhalten Sie mit Klick auf die blaue Schaltfläche mit der Aufschrift "ALL" in der linken Seitenleiste. Altmetrics Altmetrics sind bibliometrische Kennzahlen, die die Wirkung einer wissen­schaftlichen Publikation messen. Sie haben sich als erweiterte Alternative zu den traditionellen bibliometrischen Maßen wie dem Journal Impact Factor etabliert und umfassen die vielfältigen Reaktionen, die eine Publikation im Web erhalten kann. Die Daten werden automatisiert generiert und beziehen sich beispielsweise auf die Anzahl an Downloads, die Zahl der Verlinkungen sowie Erwähnungen, Diskussionen und Likes in Social Media oder Blogs. → Impact Factor APC APCs stehen für Article Processing Charges und bezeichnen Publikationsgebühren in Open-Access-Zeitschriften . Nur etwa 30 % aller Open-Access-Zeitschriften erheben APCs. Die Zahlung durch die Autor*innen bzw. deren Institution/Arbeit­geber an einen Verlag erfolgt i. d. R. nach dem Peer Review und der Annahme eines Artikels zur Veröffentlichung. → Peer Review → Publikationsgebühren arXiv arXiv ist ein Dokumentenserver für → Preprints aus Physik , Mathematik , Informatik und verwandten Gebieten. Ausgesprochen wird arXiv als archive . Paul Ginsparg richtete den Server 1991 am Los Alamos National Laboratory ein, um Preprints in der Physik frei zugänglich zu machen. BASE BASE (Bielefeld Academic Search Engine) ist eine der weltweit größten Suchmaschinen für wissenschaftliche Web-Dokumente, die u. a. auf Texte aus → Repositorien zugreift. Bei der Mehrzahl der in BASE indexierten Dokumente sind die Volltexte frei zugänglich (→ Open Access ). Die Suchmaschine BASE wird von der Universitätsbibliothek Bielefeld betrieben. Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen Durch ihre Unterzeichnung der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen verpflichten sich Forschungsorganisationen und Universitäten, die Weiterentwicklung des Open-Access-Gedankens zu unter­stützen, indem sie z. B. Forscher*innen darin bestärken, ihre Ergebnisse → Open Access zu veröffentlichen.→ Bethesda Statement on Open Access Publishing → Budapest Open Access Initiative Bethesda Statement on Open Access Publishing Im Bethesda Statement on Open Access Publishing wird die Notwendigkeit betont, wissenschaftliche Forschungsergebnisse schnell, effizient und offen zu verbreiten. Es hebt die Möglichkeit und die Pflicht hervor, wissenschaftliche Ergebnisse, Ideen und Entdeckungen entgeltfrei mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der Öffentlichkeit zu teilen. → Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen → Budapest Open Access Initiative Bibliodiversität Der Begriff Bibliodiversität ist vermutlich in den 1990er Jahren in Lateinamerika entstanden und beschreibt eine Vielfalt der Buchkultur. Angewendet auf Open Access wurde er im Jussieu-Appell für offene Wissenschaft und Bibliodiversität , der 2017 von einer Gruppe französischer Wissenschaftler*innen und im wissenschaftlichen Verlagswesen tätiger Fachleute verfasst wurde. Darin heißt es, dass "Open Access einhergehen muss mit einer Unterstützung der Vielfalt der Akteure der wissenschaftlichen Publikation – von uns Bibliodiversität genannt – um der Dominanz durch einige wenige unter ihnen, die den Wissenschaftlern ihre Bedingungen auferlegen, ein Ende zu bereiten". → Scholar-led Publishing BMFTR (vormals BMBF) Das deutsche Bundesministerium für Forschung, Technik und Raumfahrt (BMFTR, vormals BMBF) unter­stützt innovative Projekte und Ideen in der Forschung durch gezielte Förderpro­gramme. Das Ministerium unterstützt → Open Access auch als Grundprinzip in der Förderung und möchte dessen Sichtbarkeit und Akzeptanz erhöhen. Die Förderinitiativen sind Teil einer 2016 beschlossenen Open-Access-Strategie des damaligen BMBF. BPC BPCs ( Book Processing Charges ) sind Publikationsgebühren, die Verlage für die → Open-Access -Veröffentlichung eines wissenschaftlichen Buchs von den Autor*innen verlangen. Häufig werden diese Gebühren von der Einrichtung, an der die Autor*innen beschäftigt sind, oder einer Forschungsförderinstitution übernommen. → Publikationsfonds → Publikationsgebühren Budapest Open Access Initiative Die Budapest Open Access Initiative (BOAI) ist ein Zusammenschluss interna­tionaler Wissenschaftler*innen. In einer 2002 veröffentlichten Erklärung fordert die Initiative den freien, unentgeltlichen Zugang zu wissenschaftlicher Fachlite­ratur und deren Nachnutzbarkeit in allen akademischen Feldern. → Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen → Bethesda Statement on Open Access Publishing → Open Access Closed Access Closed Access ist das Gegenteil von → Open Access . Der Zugriff auf Publikatio­nen ist dabei nur gegen ein Entgelt möglich. Im Englischen wird auch von toll access gesprochen. cOAlition S Das Konsortium cOAlition S ist ein Zusammenschluss einer Vielzahl nationaler Forschungsförderorganisationen mit Unterstützung der Europäischen Kommission. Es erarbeitete den Plan S zur Umsetzung von → Open Access zu Publikationen aus geförderten Forschungsprojekten. → Plan S CoARA Die Coalition for Advancing Research Assessment ( CoARA ) ist eine internationale Initiative, die sich für eine Reform der Forschungsevaluation einsetzt. Seit ihrer Gründung im Januar 2022 haben sich CoARA mehr als 600 Wissenschaftsinstitutionen aus über 40 Ländern angeschlossen (Stand: Juli 2024). Die von CoARA verabschiedete Vereinbarung über die Reform der Forschungsbewertung wurde von einer Vielzahl von Einrichtungen unterzeichnet. Creative-Commons-Lizenzen Die gemeinnützige Organisation Creative Commons hat mehrere Copyright-Li­zenzen, bekannt als Creative-Commons-Lizenzen, kostenlos für die Öffentlich­keit zur Nutzung freigegeben. Die Lizenzen sind weit verbreitet, einfach ver­ständlich und bieten ein hohes Maß an Flexibilität. Dies wird dadurch erreicht, dass sie sich aus vier kombinierbaren Lizenz-Bausteinen zusammenfügen lassen: BY – Namensnennung by attribution : Name der/des Urheber*in nennen und soweit technisch möglich Hyperlink auf das Ursprungsmaterial sowie die CC-Lizenz setzen ND – keine Bearbeitungen / no derivatives : Das Werk darf zwar bearbeitet / verändert werden, aber die bearbeitete Fassung darf nicht weitergegeben werden. SA – Weitergabe unter gleichen Bedingungen / share alike : Das Werk darf bearbeitet / verändert werden, aber die Weitergabe ist nur unter derselben Lizenz erlaubt. NC – nicht-kommerziell / non-commercial : Eine Weiterverwendung ist nur für nicht-kommerzielle Zwecke erlaubt. → Lizenz DEAL Das DEAL-Konsortium (ehemals Projekt DEAL) wurde von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) im Auftrag der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen initiiert. Ziel von DEAL ist es, bundesweite Lizenzverträge mit einer Open-Access-Komponente (“publish and read”) für das gesamte Portfolio elektronischer Zeitschriften (E-Journals) mit den größten Wissenschaftsverlagen (Elsevier, Springer Nature und Wiley) abzuschließen. Mit Wiley konnte erstmals 2019 ein Vertrag geschlossen werden, mit Springer Nature 2020; 2023 folgte ein Vertrag mit Elsevier. → Transformation DFG Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist die Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland und die größte nationale Forschungsfördereinrichtung Europas. Ihre Mitglieder sind forschungsintensive Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, wissenschaftliche Verbände sowie die Akademien der Wissenschaften. Die DFG fördert → Open Access mit verschiedenen nationalen und internationalen Programmen. Diamond Open Access Viele Open-Access-Zeitschriften funktionieren ohne Publikationsgebühren ( → APCs ) . Das heißt, es entstehen keine Kosten für die Autor*innen, sondern die Finanzierung erfolgt aus institutionellen Mitteln, durch Förderer oder z. B. auch über Bibliotheks­konsortien, zu denen sich verschiedene Bibliotheken zusammenschließen. Dieses Modell, das auch als Diamond Open Access bezeichnet wird, ist eine Unterart des → Open Access Gold . Der Begriff Diamond Open Access wird häufig auch mit wissenschaftsgeleitetem und nicht-kommerziell ausgerichtetem → Open Access verbunden. DINI Die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation e.V. (DINI) setzt sich u. a. für Web-Standards ein, um sicherzustellen, dass → Open Access -Literatur in → Repo­sitorien auffindbar, archiviert und zugänglich ist. DINI-Zertifikat Das DINI-Zertifikat für → Open-Access -Publikationsdienste ist ein anerkanntes Gütesiegel für → Repositorien , das die Qualität der angebotenen Dienstleis­tungen gegenüber Autor*innen, Nutzer*innen und Geldgeber*innen deutlich erkennbar werden lässt. Das Zertifikat kann von Repositorien-Betreiber*innen beantragt werden. → DINI DOAB Das Directory of Open Access Books (DOAB) ist ein durchsuchbarer Index für wissenschaftliche Bücher, die einem → Peer-Review-Prozess unterzogen und unter einer → Open-Access -Lizenz veröffentlicht wurden. Es bietet Links zu den Volltexten der Publikationen auf Verlagswebsites oder → Repositorien . DOAJ Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) ist ein an der Universität Lund gegründetes, gemeinschaftlich kuratiertes Online-Verzeichnis für Open-Access-Zeitschriften . Das Verzeichnis wird von einer unabhängigen Non-Profit-Organi­sation getragen. Für die Aufnahme müssen die Zeitschriften verschiedene Anforderungen erfüllen wie z. B. geeignete Qualitätssicherungsverfahren und sofortiges → Open Access ohne → Embargofrist . DOI Ein Digital Object Identifier (DOI) ist eine dauerhafte Kennung, die aus alpha­numerischen Zeichen besteht. Dieser Identifikator verweist auf einen Datensatz oder ein Objekt, die über diese Ziffernkennung abgerufen werden können. Dadurch kann eine Text- oder Datenpublikation dauerhaft zitiert werden. DORA Die San Francisco Declaration on Research Assessment (DORA) fordert eine Verbesserung der Art und Weise, in der die Ergebnisse wissenschaftlicher For­schung bewertet werden. Daraus ist eine weltweite Initiative entstanden, in der alle wissenschaftlichen Disziplinen und wichtige Interessengruppen vertreten sind. DORA kritisiert unter anderem die missbräuchliche Verwendung des Im­pact Factors für die Bewertung wissenschaftlicher Leistungen. → Impact Factor Double Dipping Von Double Dipping wird gesprochen, wenn Verlage für Zeitschriften, deren Zugang sie bereits im Abonnement verkaufen, zusätzlich hohe Gebühren dafür verlangen, dass Autor*innen einzelne Artikel im Sinne von Open Access frei zugänglich machen können. Der Verlag verdient hier also zweimal: durch Zeit­schriften-Abonnements (Subskriptionen) und die zusätzlichen Open-Access-Ge­bühren. Hier spricht man auch von hybridem Open Access, bei dem im Gegen­satz zu "echtem" Open Access nicht die gesamte Zeitschrift frei zugänglich ist, sondern nur einzelne Artikel "freigekauft" werden. → Hybride Zeitschriften → Open Access → Subskription Dual Publishing Dual Publishing bezeichnet die parallele Veröffentlichung von digitalen → Open-Access -Versionen und einer kostenpflichtigen gedruckten Ausgabe. Es ist häufig bei der Publikation von Open-Access-Büchern anzutreffen. Embargofrist Als Embargo- oder Sperrfrist wird der Zeitraum bezeichnet, nach dem es Ver­lage den Autor*innen erlauben, den Volltext ihrer Publikation als Zweitveröff­entlichung auf einem → Repositorium verfügbar zu machen (im Sinne des → Open Access Grün ). Die Länge der Frist hängt vom Ermessen des jeweiligen Verlags ab. Bei Zeitschriften liegt sie meist zwischen 6 und 12 Monaten, manchmal auch bei 24 Monaten. → Zweitveröffentlichung Flipping "Flipping” (engl.: Umdrehen) bezeichnet im Open-Access-Kontext die Umstellung wissenschaftlicher Zeitschriften oder Buchreihen von einem subskriptionsbasierten Modell auf Open Access. Darüber hinaus kann Flipping auch die Weiterentwicklung bestehender Open-Access-Zeitschriften hin zu → Diamond Open Access meinen, bei dem weder für Leser*innen noch für Autor*innen Kosten anfallen. → Open Access → Subskription Fair Open Access Fair Open Access bezeichnet eine Non-Profit-Version von Open Access Gold, die eine vollständige, sofortige und transparente Umsetzung von → Open Access anstrebt. Gleichzeitig ist es ein Ziel von Fair Open Access die Kontrolle über den Publikationsprozess an die wissenschaftliche Gemeinschaft zurückzugeben. Diese Prinzipien werden von der Fair Open Access Alliance (FOAA) unterstützt. → Open Access Gold → Scholar-led Publishing FWF Der Wissenschaftsfonds FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung ) ist Österreichs zentrale Einrichtung zur Förderung der Grund­lagenforschung. Der FWF unterstützt → Open Access zu wissenschaftlichen Publikationen und → Forschungsdaten und verpflichtet Wissenschaftler*innen, Forschungsergebnisse aus vom FWF geförderten Projekten im Internet frei zugänglich zu machen. Der FWF ist Mitglied der → cOAlition S . HAL Das HAL ( Hyper Articles en Ligne ) ist das zentrale → Open-Access-Reposi­torium in Frankreich. Es wird von der französischen Forschungsorganisation Centre national de la recherche scientifique (CNRS) betrieben. Hybride Zeitschriften Sogenannte hybride Zeitschriften sind Subskriptionszeitschriften, die ihren Autor*innen anbieten, einzelne Artikel gegen Zahlung einer Open-Access-Publikationsgebühr (APC) "freizukaufen", d. h. sofort im → Open Access zu veröffentlichen. Dabei besteht die Gefahr des Double Dippings, d. h. der Doppelzahlung von Subskriptions- und Publikationsgebühren an Verlage. → APC → Closed Access → Double Dipping → Mirror Journal → Subskription Impact Factor Der Journal Impact Factor ist ein numerisches Maß, das die durchschnittliche Anzahl der Zitate zu Artikeln angibt, die in den letzten zwei Jahren in einer Zeit­schrift veröffentlicht wurden. Er dient zum bibliometrischen Vergleich und wird häufig als Indikator für die Qualität einer Zeitschrift und die darin erscheinen­den Artikel verwendet. Er wird auf Grundlage der im Science Citation Index enthaltenen Zeitschriften berechnet und umfasst somit auch Open-Access-Zeitschriften . Die missbräuchliche Nutzung des Impact Factors für die Beur­teilung wissenschaftlicher Leistungen wird zunehmend kritisiert. → DORA Informationsbudget Das Informationsbudget einer wissenschaftlichen Einrichtung umfasst sämtliche Finanzmittel, die für Literatur- und Informationsversorgung sowie für Publikationskosten aufgewendet werden. (verändert nach: Glossar, S. 105, Empfehlungen zur Transformation des wissenschaftlichen Publizierens zu Open Access (2022). Wissenschaftsrat .) → Open Access Monitor → Publikationsfonds → Transformation Knowledge Unlatched Der kommerzielle → Open-Access -Dienstleister Knowledge Unlatched aus Berlin bietet durch ein Crowdfunding-Modell Möglichkeiten zur Finanzierung von Open-Access-Publikationen. Konsortiale Finanzierung Die konsortiale Finanzierung beschreibt ein kollaboratives Modell, bei dem mehrere wissenschaftliche Institutionen – typischerweise Bibliotheken, Hochschulen oder Forschungsförderer – gemeinsam die Finanzierung von Open-Access-Zeitschriften, -Büchern oder -Infrastrukturen übernehmen. Beispiele sind KOALA , OLEcon und Scoap3 . Konsortiale Modelle spielen insbesondere bei der Finanzierung von Diamond-Open-Access-Zeitschriften eine wichtige Rolle. Lizenz Als Lizenzen bezeichnet man standardisierte Verträge, mittels derer der/die Rechteinhaber*in Nutzungsrechte an Dritte einräumt. Den Forderungen von → Open Access wird ein Lizenzierungsmodell gerecht, wenn es den freien, welt­weiten Zugang zu einer Publikation sowie deren uneingeschränkte Nach­nutzung gestattet. Die meist verbreiteten offenen Lizenzen im Bereich von Wissenschaft und Forschung sind die Creative-Commons-Lizenzen (CC-Lizenzen). → Creative-Commons-Lizenzen Mirror Journal Sogenannte "Mirror Journals" wurden von einigen großen Verlagen gegründet, um den Ausschluss einer Förderung von Open-Access-Publikationsgebühren in hybriden Zeitschriften zu umgehen. Dabei handelt es sich um Open-Access-Versionen von Subskriptionszeitschriften, deren Themenschwerpunkte und Herausgebergremien weitgehend identisch sind mit denen der entsprechenden Subskriptionszeitschrift. → APC → Hybride Zeitschriften → Plan S → Subskription OA2020 Die Initiative Open Access 2020 (OA2020) ist ein von der Max Planck Digital Library initiierter globaler Zusammenschluss von Wissenschafts- und Forschungsorganisationen. Dieser setzt sich dafür ein, den Übergang vom derzeitigen Abonnementsystem für wissenschaftliche Publikationen zu neuen Open-Access-Modellen zu beschleunigen. Es soll sichergestellt werden, dass Forschungsartikel sofort → Open Access veröffentlicht werden und dass die mit ihrer Verbreitung verbundenen Kosten transparent, gerecht und wirtschaftlich tragbar sind. → Transformation OAI-PMH Das Open Archives Initiative Protocol for Metadata Harvesting (OAI-PMH) ist ein Kommunikationsprotokoll zur Interoperabilität von verschiedenen → Repositorien durch den Austausch von Metadaten. Via OAI-PMH stellen Repositorien ihre strukturierten Metadaten zur Verfügung, die von anderen Dienstleistern über OAI-PMH-Serviceanfragen gesammelt werden können. OER Open Educational Resources (OER) sind freie Bildungsmaterialien, die unter einer offenen Lizenz stehen und somit eine kostenfreie Nutzung, Bearbeitung und Verbreitung durch Dritte ermöglichen. OER können Materialien jeglicher Art sein, von einzelnen Videos bis zu ganzen Konzepten, Kursen oder Büchern. Open Access Der Begriff Open Access ist nicht fest definiert. Die am wenigsten offene Definition ist bereits erfüllt, wenn ein Werk im öffentlich zugänglichen Internet kostenfrei zugänglich und von dort herunterladbar ist. In der → Budapest Open Access Initiative wird Open Access folgenderma­ßen definiert: "Open Access meint, dass [....] Literatur kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, sodass Interessierte die Volltexte lesen, he­runterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können, ohne finanzielle, gesetzliche oder technische Barrieren jenseits von denen, die mit dem Internetzugang selbst verbunden sind. In allen Fragen des Wiederabdrucks und der Verteilung und in allen Fragen des Copyright überhaupt sollte die einzige Einschränkung darin bestehen, den jeweiligen Autorinnen und Autoren Kontrolle über ihre Arbeit zu belassen und deren Recht zu sichern, dass ihre Arbeit angemessen anerkannt und zitiert wird." → Open Access Gold → Open Access Grün Open Access Gold Der goldene Weg des Open-Access-Publizierens – auch Gold Open Access oder Goldener Open Access genannt – bezeichnet die Erstveröffentlichung wissen­schaftlicher Werke als Artikel in Open-Access-Zeitschriften , als Open-Access-Monografie oder als Beitrag in einem Open Access erscheinenden Sammelwerk oder Konferenzband. Diese Texte durchlaufen für gewöhnlich denselben Quali­tätssicherungsprozess, den auch → Closed-Access -Werke durchlaufen, meist in Form eines → Peer Review oder Editorial Review. → Open Access Open Access Grün Der grüne Weg – auch Self Archiving, Selbstarchivierung oder Grüner Open Access genannt – bezeichnet die Zweitveröffentlichung von in einem Verlag oder einer Zeitschrift erschienenen Beiträgen auf Repositorien. Teils wird darunter auch die Zugänglichmachung solcher Werke auf der Website der Autorin / des Autors verstanden. Diese kann zeitgleich mit oder nachträglich zur Publikation der Inhalte im Verlag erfolgen und ist möglich für Preprints und Postprints wissenschaftlicher Artikel, aber auch andere Dokumentarten wie z. B. Monografien, Forschungsberichte, Konferenz-Proceedings. → Open Access → Repositorium → Preprint → Postprint → Zweitveröffentlichung Open Access Monitor Der Open Access Monitor erfasst das Publikationsaufkommen deutscher akademischer Einrichtungen in wissenschaftlichen Zeitschriften, analysiert Subskriptions- und Publikationsausgaben sowie Zitationen und bereitet die Daten statistisch auf. Betreiber ist das Forschungszentrum Jülich. → Subskription Open Access Policy In einer Open Access Policy oder Open-Access-Leitlinie benennen Organisatio­nen ihre Richtlinien bezüglich → Open Access . Diese Richtlinien legen die Rollen, Rechte und Verantwortlichkeiten verschiedener Akteur*innen innerhalb der Institution für die Umsetzung von Open Access fest. Open-Access-Strategie Eine Open-Access-Strategie beschreibt Ziele, Maßnahmen und ggf. einen Zeitplan zur Implementierung und Förderung von Open Access, z. B. an einer Wissenschaftsinstitution oder in einem Staat. Teil einer Open-Access-Strategie kann die Erarbeitung einer Open Access Policy sein. → Open Access → Open Access Policy OpenAIRE Open Access Infrastructure for Research in Europe (Open AIRE) ist ein seit 2009 laufendes Projekt der Europäischen Kommission zum Aufbau einer elek­tronischen Infrastruktur zur Archivierung von Forschungspublikationen aller 27 EU-Mitgliedsstaaten, für den Umgang mit Artikeln, → Preprints und Konferenz­publikationen sowie für die Verwaltung von Forschungsdatensätzen . OpenDOAR Das Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) ist ein zentrales Verzeichnis für → Open-Access-Repositorien . Open Journal Systems Open Journal Systems (OJS) ist die meistgenutzte Open-Source-Software für das Management von Einreichungen, das Peer Review und die Publikation wissenschaftlicher Zeitschriften. → Peer Review → Public Knowledge Project Open Monograph Press Open Monograph Press (OMP) ist eine Open-Source-Software zur Verwaltung und Veröffentlichung wissenschaftlicher Bücher. Sie kann für die Verwaltung des redaktionellen Workflows verwendet werden, der erforderlich ist, um Monographien, Sammelbände und wissenschaftliche Buchausgaben zu veröffentlichen. → Public Knowledge Project Open Peer Review Als Open Peer Review werden verschiedene Varianten der Qualitätsprüfung wissenschaftlicher Manuskripte bezeichnet, die im Gegensatz zum traditionellen Peer Review transparent und offen, zum Teil auch kollaborativ stattfinden. → Peer Review Open Policy Finder Open Policy Finder (ehemals Sherpa Romeo bzw. Sherpa Juliet) ist ein Verzeichnis für die Richtlinien von Zeitschriften zur Zweitveröffentlichung über den Grünen Weg des Open Access. → Open Access Grün → Zweitveröffentlichung Opt-out Opt-out meint generell den Ausstieg oder die Abwahl beispielsweise eines Dienstes oder einer Option durch eine Widerspruchserklärung. Forschungs­förderungen , die zu → Open Access bzw. Open Data verpflichten, bieten zum Teil ein Opt-out, also die Möglichkeit sich aus berechtigten Gründen gegen die freie Veröffentlichung von Forschungsergebnissen zu entscheiden (wie beispiels­weise, wenn es nicht vereinbar mit dem Schutz personenbezogener Daten ist). Overlay Journal Overlay Journals sind Open-Access-Zeitschriften , die die Infrastruktur von Preprint-Servern nutzen. Einreichungen werden von den Autor*innen beispielsweise als Preprint auf arXiv zugänglich gemacht und gleichzeitig zur Aufnahme in ein Overlay Journal vorgeschlagen. Wird die Einreichung nach erfolgreichem Peer Review akzeptiert, bleiben sowohl die ursprüngliche Fassung als auch die überarbeitete Zeitschriftenversion bestehen. → arXiv → Peer Review → Preprint Peer Review Das Peer-Review-Verfahren ist das gängigste Verfahren der Qualitätsprüfung von wissenschaftlichen Beiträgen vor ihrer Veröffentlichung. Dabei handelt es sich um eine Bewertung einer wissenschaftlichen Arbeit durch unabhängige Gutachter bzw. Wissenschaftler*innen desselben Fachgebiets, sog. Peers (engl. für "Ebenbürtige; Gleichrangige"). → Open Peer Review Plan S Plan S ist eine internationale Strategie eines Konsortiums von Forschungsför­derern zur Umsetzung von sofortigem → Open Access zu wissenschaftlichen Pub­likationen, die aus geförderten Forschungsprojekten entstanden sind. Der Plan sieht vor, dass Empfänger*innen von Fördermitteln der cOAlition S die da­raus resultierenden Publikationen ohne → Embargofrist unter offenen → Lizenzen zur Verfügung stellen, entweder in hochwertigen Open-Access-Plattformen oder → -Zeitschriften oder in offenen → Repositorien , die die notwendigen Voraussetzungen erfüllen. → cOAlition S Postprint Unter Postprint versteht man einen Text, der bereits begutachtet und zur Ver­öffentlichung angenommen wurde. Postprints kennen zwei Erscheinungsfor­men: Zum einen kann ein Postprint völlig identisch mit der formal, also im Verlag bzw. einer Zeitschrift veröffentlichten Fassung (der sogenannten Publi­sher's Version oder Version of Record), sein. Zum anderen kann der Postprint mit dieser Verlagsversion inhaltlich gleich sein, aber sich von ihr z. B. in Forma­tierung, Layout oder Paginierung unterscheiden. Im zweiten Fall spricht man von der akzeptierten Autorenfassung (author accepted manuscript, AAM). → Version of Record Predatory Publishing Predatory Publishing bedeutet etwa "räuberisches Publizieren". Bei Predatory Journals handelt es sich um Zeitschriften, die wissenschaftliche Autor*innen mit aggressiver Werbung und vermeintlich professionellem Auftreten zur Veröffent­lichung von Beiträgen gegen Zahlung einer → Publikationsgebühr auffordern, jedoch keine oder nur unzureichende Maßnahmen der Qualitätssicherung organisieren. Preprint Bei einem Preprint handelt es sich um eine (noch) nicht begutachtete wissen­schaftliche Publikation, d. h. die Qualität wurde noch nicht abschließend in ei­nem Peer-Review-Verfahren begutachtet. Als Preprint wird manchmal auch ein Text in Form seiner Manuskriptfassung bezeichnet, die bei einer Zeitschrift oder einem Verlag für eine Veröffentlichung eingereicht wurde. → Peer Review Public Knowledge Project Das Public Knowledge Project (PKP) ist eine Forschungs- und Entwicklungsini­tiative, in deren Rahmen Open-Source-Software für die Verwaltung und Publi­kation von Zeitschriften und Konferenzen entwickelt wurde. Open Journal Sys­tems (OJS), Open Conference Systems (OCS) und Open Monograph Press (OMP) verbessern den Zugang zu Wissen und helfen, → Publikationskosten zu senken. → Open Journal Systems → Open Monograph Press Publikationsfonds Open-Access-Publikationsfonds sind ein Instrument, über das wissenschaftliche Einrichtungen ihre Autor*innen bei der Zahlung von Open-Access-Publikations­gebühren unterstützen. Dies umfasst häufig die Erstattung von APCs oder BPCs, aber auch die Förderung von konsortialen Angeboten, Open-Access-Infrastruk­turen oder Mittel für die → Transformation von → Subskriptionszeitschriften zu Open-Access-Zeitschriften . Wissenschaftliche Organisationen tragen so zur finanziellen Unterstützung von Open-Access-Publikationen bei. Dabei folgen sie meist eigens definierten Kriterien zur Übernahme der anfallenden Kosten. → APC → BPC → Publikationsgebühren → Open Access Publikationsgebühren Publikationsgebühren werden von Verlagen für die Veröffentlichung einer Publi­kation erhoben. Einige Verlage erheben beispielsweise Gebühren für Farbabbil­dungen ( colour charges ) oder die Anzahl der Seiten einer zu publizierenden Ver­öffentlichung ( page charges ). Im Open-Access-Kontext stellen Publikationsge­bühren ein mögliches Geschäftsmodell zur Finanzierung der Publikation dar. Da Open-Access-Publikationen für Leser*innen entgeltfrei genutzt werden können, zahlen hier also nicht die Leser*innen sondern die Publizierenden für die Ver­öffentlichung. Für die Publikation eines Artikels in einer wissenschaftlichen Zeitschrift fallen sogenannte Article Processing Charges (APC) an, für die Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Buchpublikation Book Processing Charges (BPC). → APC → BPC → Open Access Publish and Read Publish and Read ist eine Vertragskomponente zur Finanzierung wissenschaftlicher Zeitschriften, die häufig für Transformationsverträge zwischen Bibliothekskonsortien und Verlagen verwendet wird. Ein bekanntes Beispiel sind die Verträge, die das Projekt DEAL ausgehandelt hat. Bei dieser Art der Finanzierung bezahlen die teilnehmenden Forschungseinrichtungen nicht wie bei Subskriptionen nur für das Lesen (“read”) der Inhalte, sondern auch für das Open-Access-Publizieren (“publish”) ihrer Autor*innen in dieser Zeitschrift. Der lesende Zugriff wird dabei mitfinanziert. Die Höhe der Beiträge wird über das Publikationsaufkommen der einzelnen Einrichtungen berechnet. → DEAL → Subskription → Transformation Repositorium Ein Repositorium ist ein an Universitäten oder Forschungseinrichtungen betrie­bener Dokumentenserver, auf dem wissenschaftliche Materialien archiviert und weltweit offen und langfristig zugänglich gemacht werden. Unterschieden wer­den institutionelle Repositorien (von Institutionen wie Universitätsbibliotheken, anderen Infrastruktureinrichtungen oder Forschungsorganisationen betrieben) und disziplinäre Repositorien (institutionsübergreifend, thematisch gebündelt, z. B. für eine Fachdisziplin). → ROAR Rights-Retention-Strategie In traditionellen Verlagsverträgen übertragen Autor*innen oft einen erheblichen Teil ihrer Rechte an Verlage, was ihre Kontrolle über ihre eigenen Werke einschränken und dazu führen kann, dass sie nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Verbreitung und Wiederverwendung ihrer eigenen Werke haben. Wissenschaftliche Einrichtungen können dem durch sog. “Rights Retention Strategies" entgegenwirken, z. B. indem sie mit ihren Wissenschaftler*innen Verträge abschließen, die den Einrichtungen das Recht zur Nachnutzung oder Zweitveröffentlichung wissenschaftlicher Werke einräumt – beispielsweise um sie in institutionellen Repositorien zu veröffentlichen, in Bildungsmaterialien einzubetten u. v. m. Eine Rights-Retention-Strategie kann Teil einer umfassenderen Open-Science-Strategie sein und hilft Einrichtungen wie Autor*innen, ihre Werke im Open Access langfristig sichtbar und zugänglich zu halten, ohne von Verlagsvereinbarungen eingeschränkt zu werden. → Repositorium ROAR Das Registry of Open Access Repositories (ROAR) ist eine Liste von Open-Access-Repositorien. Die durchsuchbare internationale Datenbank indexiert die Erstellung, den Standort und das Wachstum institutioneller Open-Access-Repositorien und deren Inhalte. → Repositorium Scholar-led Publishing Der Begriff Scholar-led Publishing bezieht sich auf ein Publikationsmodell, bei dem Wissenschaftler*innen sich organisieren und zusammenschließen, um ihre Forschungsergebnisse selbstbestimmt zu veröffentlichen. Scholar-led Publi­shers sind also von Wissenschaftler*innen geführte Verlage. → Bibliodiversität → Fair Open Access Self Archiving Durch Self Archiving oder Selbstarchivierung werden Publikationen zusätzlich auf einem Repositorium zweitveröffentlicht, um einen offenen Zugriff darauf zu ermöglichen. Teils wird darunter auch die Zugänglichmachung auf der Website der Autorin / des Autors verstanden. → Open Access Grün → Repositorium → Zweitveröffentlichung SNF Der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) fördert im Auftrag der Schweizer Bundesregierung Forschung aller Wissenschaftsbereiche. Er verpflichtet darüber hinaus alle geförderten Wissenschaftler*innen dazu, ihre Resultate frei zugänglich zu veröffentlichen. SPARC Europe Die Scholarly Publishing and Academic Resources Coalition Europe (SPARC) ist eine Allianz von europäischen Wissenschafts- und Forschungsbibliotheken, Nationalbibliotheken, Bibliotheksorganisationen und Forschungseinrichtungen. Sie will die Open-Access-Bewegung weiter voranbringen. SSRN Das Social Science Research Network (SSRN) ist einer der größten Preprint-Server im Bereich der Sozialwissenschaften . Die durchsuchbare Datenbank ermöglicht es, Working Papers und Abstracts kostenlos hochzuladen. Nachdem 2016 SSRN vom Großverlag Elsevier übernommen wurde, folgte kurz darauf die Ankündigung , den gemeinnützigen Server SocArXiv für Preprints in den Sozialwissenschaften zu gründen. → Preprint Subskription Subskription ist das traditionelle Modell der Finanzierung von Zeitschriften über Abonnements. Verlage geben Zeitschriften heraus, die dann von interessierten Nutzer*innen abonniert werden, um Zugriff auf die Inhalte zu erhalten. Im wis­senschaftlichen Kontext sind dies vor allem die Bibliotheken wissenschaftlicher Einrichtungen. Durch gestiegene Subskriptionspreise ist die sogenannte Zeitschriftenkrise entstanden. Ein Gegenmodell zur Subskription ist Open Access. → Open Access → Zeitschriftenkrise Transformation Der Begriff Transformation bezeichnet die vollständige Umstellung des wissenschaftlichen Publikationswesens auf Open Access, u. a. durch die Umwandlung traditioneller Subskriptionszeitschriften in Open-Access-Zeitschriften. → OA2020 → Open Access Gold → Plan S → Subskription Version of Record Bei der "Version of Record" oder Verlagsversion handelt es sich um einen Text, der bereits begutachtet und zur Veröffentlichung angenommen wurde und identisch mit der formal, also im Verlag bzw. einer Zeitschrift, veröffentlichten Fassung ist. → Postprint Zeitschriftenkrise Durch gestiegene Subskriptionspreise ist in den 1990er-Jahren die sogenannte Zeitschriftenkrise entstanden. Während die Zeitschriftenpreise immer weiter steigen, haben Bibliotheken für den Erwerb von Zeitschriften nur ein bestimm­tes Budget zur Verfügung und sind durch die höheren Kosten dazu gezwungen, Zeitschriften abzubestellen. Eine adäquate Versorgung der Wissenschaftler*­innen mit den benötigten wissenschaftlichen Informationen wird daher immer schwieriger. → Subskription Zenodo Zenodo ist ein universelles Datenrepositorium, das im Rahmen des europäi­schen OpenAIRE-Projekts entwickelt wurde und vom CERN betrieben wird. Es ermöglicht die Veröffentlichung von Datensätzen, Forschungssoftware, Berich­ten und anderen forschungsbezogenen digitalen Dokumenten. Für jede Einrei­chung wird ein persistenter Digital Object Identifier (DOI) erstellt, der die gespeicherten Objekte leicht zitierfähig macht. Zweitveröffentlichung Mit einer Zweitveröffentlichung werden Dokumente, die in einem Verlag oder einer Zeitschrift erschienenen sind, zusätzlich auf Open-Access-Dokumenten­servern (oder Repositorien) veröffentlicht, um einen offenen Zugriff darauf zu ermöglichen. Dabei sind die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Vorgaben der Verlage, z. B. → Embargofristen , zu beachten. → Open Access Grün → Repositorium → Self Archiving → Zweitveröffentlichungsrecht Zweitveröffentlichungsrecht Das Zweitveröffentlichungsrecht ist eine gesetzliche "Schranke" des deutschen Urheberrechts, die Autor*innen das Recht gibt, einen Beitrag in einer periodisch erscheinenden Sammlung über ein → Repositorium nach einer → Embargofrist von 12 Monaten zweitzuveröffentlichen, auch wenn dem Verlag bereits ein ausschließliches Nutzungsrecht eingeräumt wurde. Voraussetzung ist, dass die Publikation im Rahmen einer mit öffentlichen Mitteln geförderten Forschung entstanden ist. Das Zweitveröffentlichungsrecht bezieht sich auf die akzeptierte Manuskriptversion, die den Qualitätsprüfungsprozess bereits durchlaufen hat, aber noch nicht in das Verlagslayout übertragen wurde. Die → Zweitveröffentlichung ist nicht verpflichtend und der zweitveröffentlichte Beitrag darf nicht unter einer offenen → Lizenz zur Verfügung gestellt werden (vgl. § 38 Abs. 4 des deutschen Urheberrechtsgesetze s). → Postprint ALL Altmetrics APC arXiv BASE Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen Bethesda Statement on Open Access Publishing Bibliodiversität BMFTR (vormals BMBF) BPC Budapest Open Access Initiative Closed Access cOAlition S CoARA Creative-Commons-Lizenzen DEAL DFG Diamond Open Access DINI DINI-Zertifikat DOAB DOAJ DOI DORA Double Dipping Dual Publishing Embargofrist Flipping Fair Open Access FWF HAL Hybride Zeitschriften Impact Factor Informationsbudget Knowledge Unlatched Konsortiale Finanzierung Lizenz Mirror Journal OA2020 OAI-PMH OER Open Access Open Access Gold Open Access Grün Open Access Monitor Open Access Policy Open-Access-Strategie OpenAIRE OpenDOAR Open Journal Systems Open Monograph Press Open Peer Review Open Policy Finder Opt-out Overlay Journal Peer Review Plan S Postprint Predatory Publishing Preprint Public Knowledge Project Publikationsfonds Publikationsgebühren Publish and Read Repositorium Rights-Retention-Strategie ROAR Scholar-led Publishing Self Archiving SNF SPARC Europe SSRN Subskription Transformation Version of Record Zeitschriftenkrise Zenodo Zweitveröffentlichung Zweitveröffentlichungsrecht...

  3. Open Access Gründe und Vorbehalte

    Intro Die Vorteile von Open Access Quelle: Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51995 ( CC BY 3.0 DE ) Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Zahlreiche Gründe sprechen für Open Access. 2 Es gibt aber auch Zweifel und Vorbehalte. 3 Viele Vorbehalte lassen sich durch gute Gegenargumente entkräften. Gründe für Open Access Schneller und kostenloser Zugang zu wissenschaftlicher Information Open Access veröffentlichte Informationen sind für alle Wissenschaft­ler*innen, für Studierende, Berufstätige und für die interessierte Öffentlichkeit auf der ganzen Welt sofort online erreichbar und leicht auffindbar. Open-Access-Publikationen erscheinen oft schneller als im konventionellen Publikationssystem. Da die Nutzung von Open-Access-Materialien kostenlos möglich ist, stehen sie, anders als Closed-Access -Werke, allen Personen unabhängig von finanziellen Mitteln und Forschungsstandorten zur Verfügung. Insofern kann Open Access einen Beitrag zur Verringerung der digitalen Kluft in der Wissenschaft leisten. Faire Nutzung von Steuergeldern und Richtlinien von Förderorganisationen Viele Forschungsförderer haben Open-Access-Bedingungen in ihre Richtlinien zur Vergabe von Fördermitteln aufgenommen (siehe Forschungsförderer und Open Access ). In den Zuwendungsverträgen wird festgelegt, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus geförderten Projekten entstehen, im Open Access öffentlich frei verfügbar gemacht und nachnutzbar sein sollen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Ergebnisse aus Forschungsprojekten, die von der Öffentlichkeit mit Steuermitteln gefördert werden, anschließend auch von der Öffentlichkeit genutzt werden können. Freier Zugang zu öffentlich finanzierten Forschungsergebnissen Durch Open Access sind die Ergebnisse öffentlich subventionierter Forschung online frei zugänglich und nachnutzbar und müssen nicht durch die Wissenschaftseinrichtungen von den Verlagen (zurück-)gekauft werden. Erhöhte Sichtbarkeit und Zitierhäufigkeit von Veröffentlichungen Open-Access-Beiträge werden deutlich besser wahrgenommen als solche, die nicht frei im Internet verfügbar sind. Die globale kostenlose Verfügbarkeit führt zu einer verstärkten Nutzung, die wiederum eine höhere Zitationshäufigkeit zur Folge hat. Eine Reihe empirischer Studien belegen für Open-Access-Publikationen zum Teil deutliche Zitations­vorteile verglichen mit Closed-Access-Publikationen ( Piwowar et al., 2018; Langham-Putrow et al., 2021 ). Weitere ältere Studien zu Zitationsvorteilen finden sich in einer Übersicht von SPARC Europe . Die wesentlichen Vorteile von Open-Access-Inhalten werden häufig mit den Begriffen Sichtbarkeit und Impact umschrieben. Die Sichtbarkeit bezieht sich auf die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Dokument wahrge­nommen und verbreitet wird, Impact auf die nachhaltige Rezeption und das Einfließen der Ergebnisse in die weitere Forschungsarbeit und die wissenschaftliche Diskussion. Sichtbarkeit und Impact tragen zusammen zum Renommée von Autor*innen bzw. ihrer Institution bei. Förderung der internationalen und interdisziplinären Zusammenarbeit Open-Access-Publikationen fördern die weltweite Vernetzung wissen­schaftlicher Arbeit. Des Weiteren ermöglicht die globale freie Verfügbar­keit und Nachnutzbarkeit von Open-Access-Inhalten Personen in ärme­ren Ländern, auf relevante wissenschaftliche Informationen zuzugreifen und diese zu nutzen. Open-Access-Verlage, die sich durch Publikations­gebühren finanzieren, erlassen häufig Wissenschaftler*innen aus ärmeren Ländern diese Gebühren. Durch die zeitnahe internationale Veröffentlichung werden die Koope­ration der Wissenschaftler*innen gefördert und der Forschungsprozess beschleunigt. Autor*innen bekommen bei Open-Access-Publikationen umgehende Reaktionen von ihren Kolleg*innen weltweit. Verbleib der Verwertungsrechte bei den Autor*innen Open-Access-Publikationen sind urheberrechtlich genauso geschützt wie jede andere Publikation. In Verlagsverträgen räumen die Autor*innen dem Verlag nur ein einfaches (nicht ausschließliches) Nutzungsrecht ein. Sie haben damit weiterhin das Recht, ihre Arbeit selbst zu verwerten. Durch frei Lizenzen wie Creative-Commons-Lizenzen haben Autor*innen zudem die Möglichkeit, weitere Nutzungsrechte selbst exakt zu definie­ren, ihre Inhalte unter weltweit standardisierten Bedingungen zu teilen und sich weitere Veröffentlichungsoptionen offen zu halten. Gegenüber der in herkömmlichen Verlagsverträgen üblichen Übertragung sämtlicher Verwertungsrechte an den Verlag hat Open Access damit deutliche Vorteile für Autor*innen. Langfristige Verfügbarkeit der Dokumente In Repositorien wird die langfristige Archivierung von Dokumenten sichergestellt, die durch die Bereitstellung auf persönlichen Homepages nicht gewährleistet ist. Der permanente Zugriff auf den Text wird technisch durch die Vergabe von sogenannten persistenten Identifikatoren ( DOI , URN etc.) gewährleistet, die unabhängig vom konkreten Ablageort eines Dokuments sind. Bisher archivieren viele wissenschaftliche Autor*innen ihre Arbeiten nicht dauerhaft und verlässlich. Die erstellten Ergebnisse gehen ihrer Forschungsinstitution dadurch verloren und die Langzeiterhaltung obliegt allein den Verlagen. Eine parallele Speicherung auf Open-Access-Repositorien hilft jedoch, den dauerhaften Zugriff zu gewährleisten. Echte Open-Access-Publikationen können aufgrund ihrer Nutzungslizenzen auch von Dritten und ohne gesonderte Erlaubnis archiviert werden, womit die Ausfallsicherheit steigt. Förderung der Forschungseffizienz Repositorien wie arXiv stellen Forschungsergebnisse schon vor deren Peer Review und der formellen Publikation als Preprint zur Verfügung. So gelangen die Forschungsergebnisse schneller in Umlauf und können diskutiert und überprüft werden. Swan (2010) führt die hohen Zitations­zahlen bei Open-Access-Publikationen unter anderem auf eine raschere Verfügbarkeit zurück und bezeichnet dieses Phänomen als early advantage . Verbesserung der Informationsversorgung und Ausweg aus der Zeitschriftenkrise Open Access unterstützt die Informationsversorgung einerseits technisch, indem durch die Möglichkeit des direkten Online-Zugriffs Beschaffungsaufwand und Zeitverluste vermieden werden. Andererseits wird es bei einem wachsenden Anteil frei zugänglicher Publikationen zunehmend einfacher, sich schnell und umfassend über den aktuellen Forschungsstand zu informieren. Seit Mitte der 1990er-Jahre belasten steigende Preise für die Anschaffung von Closed-Access-Zeitschriften die Bibliotheksetats. Dies führte zu einer Unterversorgung mit wissenschaftlichen Zeitschriften, der sogenannten Zeitschriftenkrise . Als Folge hiervon sind heute viele Zeitschriften über Bibliotheken nicht mehr verfügbar. Da Open Access die globale entgeltfreie Verfügbarkeit und Nachnutzbarkeit wissenschaftlicher Informationen zum Ziel hat, kommen derartige Versorgungslücken im Open Access nicht vor. Vorteile in vernetzten, IT-gestützten Arbeitsumgebungen Closed-Access-Publikationen sind aufgrund ihrer beschränkten Zugriffs- und Nachnutzungsmöglichkeiten für die Anforderungen digitaler Wissenschaft, die auf vernetztes Arbeiten, die Anreicherung von Informationen, automatisierte Analysen sowie Text- und Datamining setzt, von geringem Nutzen. Open Access hingegen ermöglicht den barrierefreien Zugriff auf Informationen innerhalb vernetzter Forschungsumgebungen und Workflows und ist daher eine wichtige infrastrukturelle Voraussetzung für digitale Wissenschaft. Prioritätssicherung Mit der Veröffentlichung geben Autor*innen ein wissenschaftliches Ergebnis bekannt, identifizieren sich damit und übernehmen die Gewähr für den Inhalt und die wissenschaftliche Qualität der Publikation. Dabei hat das Datum der Veröffentlichung eine wesentliche Bedeutung im Sinne der Dokumentierung der wissenschaftlichen Priorität, etwa in Zusammenhang mit einer Entdeckung oder Erfindung ( Werner, 2010 ). Insbesondere Preprints bieten hinsichtlich der Prioritätssicherung verschiedene Vorteile: Autor*innen können bei der Veröffentlichung Zeit sparen, indem sie eine Vorabversion als Preprint auf einem Open-Access-Repositorium verfügbar machen. Sie vermeiden Prioritätsprobleme im Falle der Ablehnung einer Zeitschriftenpublikation und den damit zusätzlich einhergehenden Zeitverzug. Gute Auffindbarkeit über Suchmaschinen und Nachweisdienste Da Open-Access-Publikationen ohne Zugriffsbeschränkung im Internet abgerufen werden können, sind sie auch als Volltexte in Suchmaschinen wie z. B. Google oder Google Scholar auffindbar. In der Regel werden Open-Access-Publikationen durch Metadaten, Abstracts und Schlagwör­ter erschlossen, weshalb sie direkt nach ihrer Veröffentlichung über internationale Suchmaschinen und Bibliothekskataloge auffindbar sind. Dadurch kann eine optimale Sichtbarkeit und wissenschaftliche Wirksam­keit erfolgen. Ihre Relevanz für wissenschaftliche Fragestellungen kann unmittelbar überprüft werden – womit auch ein Beitrag zur Transparenz in der Wissenschaft geleistet wird. Quelle: verändert nach Brinken, H. (2021). 10 Gründe für Open Access. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859 ( CC BY 4.0 International ) Vorbehalte entkräften Qualitätsvorbehalte Vorbehalt: Mangelndes Renomée Manche Autor*innen befürchten, dass Open-Access-Beiträge nicht angemessen anerkannt werden, was sich negativ auf die Leistungs­bewertung und die Beantragung von Fördermitteln auswirken und somit von Nachteil für die wissenschaftliche Laufbahn sein könnte ( Olejniczak & Wilson, 2020 ). Als ein möglicher Grund werden die geringe Etablierung und das mangelnde Renommée von Open-Access-Zeitschriften genannt. Gegenargumente Diese vor allem zu Beginn des Open-Access-Publizierens artikulierte Befürch­tung verliert zusehends an Bedeutung, da die Reputation wissenschaftlicher Zeitschriften in aller Regel mit der Dauer ihres Bestehens zunimmt. Die vormals neuen Open-Access-Zeitschriften haben heute mehrere Jahrgänge publiziert und sind etabliert: Im Jahr 2012 erhielt mit PLOS ONE erstmals eine Open-Access-Zeitschrift den höchsten Anteil aller Zitate (1,3 Prozent, basierend auf den Daten des Web of Science) und löste die Closed-Access-Zeitschrift Procee­dings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS) ab ( Geschuhn et al., 2013 ). Zudem zielt der Qualitätsvorbehalt nur auf eine der beiden Open-Access-Strategien , den goldenen Weg . Beim Verfolgen des grü­nen Wegs erfolgt die primäre Publikation in der Regel in einer Closed-Access-Zeitschrift und erst die Zweitveröffentlichung auf einem kostenlos nutzbaren Repositorium, sodass der Vorbehalt, durch Open-Access-Publikationen an Renommée zu verlieren, hier nicht greift. Da dieser Vorbehalt sich nicht auf die Open-Access-Erscheinungsweise bezieht, sondern auf den Status als vergleichs­weise neue Zeitschriften, greift der Vorbehalt ebenfalls überall dort nicht, wo bereits etablierte Zeitschriften von Closed Access auf Open Access umgestellt wurden. Vorbehalt: Mangelnde Qualitätssicherung Zwar kennt nur ca. ein Viertel der Open-Access-Zeitschriften eine (Teil-)Finanzierung durch Publikationsgebühren , dennoch wird diesen mitunter unterstellt, die Gebühren korrumpierten die Qualitätssicherung: Da Zeitschriften, die solche Gebühren nutzen, an jedem publizierten Artikel verdienen, sei die Qualitätssicherung durch ein rigoroses Peer Review weniger wichtig als die Einnahmen durch Gebühren ( Conticello, 2021 ). Open-Access-Mythencheck: "Open Access hat nicht die gleiche Qualität" Quelle: Strauß, H.; Hauss, J.; Rücknagel, J. (2023): Open-Access-Mythencheck: "Open Access hat nicht die gleiche Qualität". Open-Access-Mythencheck, Technische Informationsbibliothek (TIB) et al., 2023. https://doi.org/10.5446/62322 ( CC BY 3.0 DE ) Dabei wird ignoriert, dass auch Closed-Access-Zeitschriften Publikationsgebüh­ren nutzen und daher denselben Mechanismen unterliegen. Zudem berichten Studien regelmäßig auch bei hoch renommierten Closed-Access-Zeitschriften über fragwürdige Qualitätssicherung. Generell besteht kein Zusammenhang zwischen Renommée einer Zeitschrift und zugrunde liegendem Geschäftsmodell. So gibt es hohe und niedrige Qualität gleichermaßen bei kommerziellen wie nicht-kommerziellen Verlagen und Zeitschriften und auch bei kostenpflichtigen wie kostenlosen Angeboten. Die Herausgeber*innen von Open-Access-Zeitschriften sind zudem wie die aller anderen Zeitschriften an qualitativ hochwertigen Beiträgen interessiert, da hohe Qualität naturgemäß ein breiteres Spektrum von Autor*innen anzieht und mindere Qualität einen Wettbewerbsnachteil darstellt. Folglich existieren zahlreiche Open-Access-Zeitschriften, die innerhalb kurzer Zeit vergleichbar hohe Impact-Faktoren erzielt haben wie Closed-Access-Zeitschriften ( Björk & Solomon, 2012 ). Die Open-Access-Bewegung hat sogar dazu beigetragen, dass neuartige Verfahren zur Qualitätssicherung wissenschaftlicher Publikationen erprobt und etabliert werden, darunter Open Peer Review oder Altmetrics . Vorbehalt: Kein Qualitätsmaßstab in Repositorien Bedenken gibt es auch hinsichtlich der Qualität der in disziplinären und institutionellen Repositorien eingestellten Dokumente. Die Bereitstellung von Artikeln in institutionellen und disziplinären Repositorien wird oftmals auf Postprints beschränkt, das heißt hier handelt es sich um einen zusätzlichen Zugang zu einer konventionellen Publikation (grüner Weg oder Zweitveröffentlichung), bei der die Originalversion in der Regel bereits durch den Peer-Review-Prozess einer Zeitschrift oder eines Verlages angenommen wurde und somit die Qualität als gesichert gilt. Mitunter kann bei Dokumenten, die auf Repositorien bereitgestellt werden, auch Unsicherheit bezüglich ihrer Authentizität aufkommen, z. B. ob ein Dokument auch wirklich formal in einem Verlag erschienen ist oder wie es zitiert werden soll. Letzteres lässt sich einfach beantworten: Beim Zitieren werden die bibliographischen Angaben der Verlagsversion genutzt, ergänzt um einen Link zur Open-Access-Version. Die Qualität von Preprints und working papers unterliegt der fachlichen Diskus­sion und dem Selbstregulativ der Wissenschaftsgemeinschaft, und Qualifika­tions- bzw. Abschlussarbeiten wie beispielsweise Habilitationsschriften oder Dissertationen entsprechen für gewöhnlich einem hohen Qualitätsmaßstab. Fragen der Auffindbarkeit Vorbehalt: Schlechte Auffindbarkeit von Open-Access-Publikationen Autor*innen von Open-Access-Inhalten möchten sicher sein, dass ihre Arbeiten langfristig auffindbar, lesbar und inhaltlich unverändert sind. Gegenargumente Diesen Anforderungen tragen die Betreiber*innen von Repositorien und die Herausgeber*innen von Open-Access-Zeitschriften Rechnung. Um die Auffindbarkeit zu sichern, werden die Dokumente selbst nicht nur sicher und dauerhaft gespeichert, sondern zugleich mit durchsuchbaren Beschreibungs­daten (Metadaten) verknüpft. In Repositorien wird die Abfrage und Übertragung von Metadaten über eine OAI-PMH-Schnittstelle sichergestellt. Sowohl Open-Access-Zeitschriften als auch Open-Access-Repositorien stellen in der Regel standardisierte Metadaten zur Verfügung, sodass die Auffindbarkeit von Open-Access-Publikationen mindestens in gleichem Maß gesichert ist wie bei Closed-Access-Publikationen. Überdies können Open-Access-Publikationen problemlos an verschiedenen Stellen zweitveröffentlicht werden. Das bedeutet, dass Open-Access-Publikationen z. B. über Suchmaschinen wie Google oder Google Scholar gefunden werden. Speziell für wissenschaftliche Open-Access-Publikationen existiert zudem die Suchmaschine Bielefeld Academic Search Engine (BASE) , die u. a. auf Texte aus Repositorien zugreift. Langzeitarchivierung von Dokumenten Vorbehalt: Open-Access-Publikationen sind nicht langfristig verfügbar Immer wieder kommt es vor, dass im Internet gefundene Dokumente nach einigen Wochen, Monaten oder Jahren nicht mehr auffindbar sind. Aus dieser alltäglichen Erfahrung erwächst die Sorge um die langfristige Verfügbarkeit digitaler Inhalte. Gegenargumente Von dieser Problematik der digitalen Flüchtigkeit sind Closed-Access- und Open-Access-Dokumente in gleichem Maß betroffen. Zielführend für eine dauerhafte Verfügbarkeit der Dokumente ist eine Kooperation der Verlage, Zeitschriften bzw. Repositorien mit Nationalbibliotheken oder anderen Anbietern von Langzeitarchivierungsdiensten. Für den grünen Weg des Open Access gilt im Hinblick auf die Langzeitarchivierung dabei im Besonderen, dass die Zweitveröffentlichung von formal im Verlag erschienen Publikationen auf einem Repositorium dem Ablegen auf einer Website vorzuziehen ist. Das Bereitstellen auf Websites ist, verglichen mit der Repositorien-Nutzung, nicht dauerhaft sicher: Organisationswechsel oder Änderungen der Websites führen in aller Regel zum kurz- oder mittelfristigen Verlust der Information. Im Gegensatz dazu sorgen Repositorien für eine Langzeitarchivierung ihrer Dokumente, u. a. durch die dauerhafte Anbindung des Repositoriums an eine Wissenschaftsinstitution, die Vergabe persistenter Identifikatoren wie DOIs oder die Konvertierung von Dokumenten in ein Langzeitarchivierungsformat. Das DINI-Zertifikat für Repositorien enthält auch Anforderungen an die Langzeitverfügbarkeit von Dokumenten. Rechtliche Vorbehalte Vorbehalt: Verwertungsrechte sind schwer handhabbar Einige Autor*innen sehen bei der Bereitstellung ihrer Arbeiten in Repo­sitorien Schwierigkeiten bei der Handhabung ihrer urheberrecht­lichen Verwertungsrechte. Dabei geht es um potenziell konkurrierende Verwertungsrechte in den Fällen, in denen ein Beitrag bereits in einer Zeitschrift erschienen oder eine spätere Publikation beabsichtigt ist. Zudem wollen Autor*innen die Kontrolle über die spätere Nachnutzung und ggf. Verwertung ihrer Arbeit durch andere behalten. Gegenargumente Diese und ähnliche Vorbehalte lassen sich meist auflösen: Informationen und Empfehlungen hierzu finden Sie unter Rechtsfragen . Finanzierbarkeit des Author-Pays-Modells Vorbehalt: Open Access ist teurer Eine immer wieder diskutierte Kritik an Open Access Gold ist die Kostenfrage. Ist das Author-Pays-Modell für Wissenschaftler*innen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen wirklich finanzierbar ( Chiodelli, 2021 )? Dies geht einher mit der Frage, welche Kosten Open-Access-Angebote tatsächlich verursachen und wie diese Kosten im Vergleich zu den Kosten einzelner Publikationen im traditionellen Verlagswesen stehen. Open Access Mythos: "Open Access ist viel zu teuer" Quelle: Strauß, H.; Hauss, J.; Rücknagel, J. (2023): Open-Access-Mythencheck: "Open Access ist viel zu teuer". Open-Access-Mythencheck, Technische Informationsbibliothek (TIB) et al., 2023. https://doi.org/10.5446/62322 ( CC BY 3.0 DE ) Gegenargumente Eine eindeutige Antwort kann hier nicht gegeben werden. Für die Organisation des Peer Review dürften in beiden Fällen vergleichbare Kosten anfallen ( Gross­mann & Brembs, 2021 ). Die konkreten Kostenstrukturen sind aber bei Open-Access-Verlagen im Vergleich zum traditionellen Publikationssystem sehr unterschiedlich und schwer vergleichbar. Unter Beachtung sämtlicher wirt­schaftlicher Faktoren kommt Houghton (2009) zum Schluss, dass Publizieren mit Open Access am stärksten mit ökonomischen Vorteilen verbunden und daher insgesamt am kostengünstigsten ist - gleich ob als goldener oder grüner Open Access. Verschiedene Studien weisen zudem darauf hin, dass Open Access gesamtwirt­schaftlich betrachtet auf indirekte Weise mit Einsparungen bei den Zugangs­kosten, Arbeitskosten und Transaktionskosten verbunden sein kann ( Fell, 2019 ). Viele Open-Access-Zeitschriften erheben übrigens keine Publikationsgebühren ( APCs ) ( Open Access Platin ). Oftmals werden sie aus institutionellen Mitteln oder durch Förderer finanziert oder sie sind Teil von Bestrebungen, die Kontrolle über den Publikationsprozess an die Wissenschaftsgemeinschaft zurückzugeben ( Fair Open Access ). Eindeutig liegt eine Veränderung der Kostenbelastung bei einzelnen Hochschulen und Forschungseinrichtungen vor. Forschungsintensive und publikationsstarke Einrichtungen werden bei der Umkehrung der Finanzlast von Nutzer*innen hin zu Autor*innen relativ mehr zahlen müssen als Hochschulen und Forschungseinrichtungen, an denen weniger publiziert wird ( Swan & Houghton, 2012 ). Vorbehalt: Publikationsgebühren sind zu hoch Publikationsgebühren sind nicht für alle Wissenschaftler*innen einfach aus ihren Forschungsmitteln oder anderen Quellen aufzubringen. Berührt sind hier soziale, forschungs- und hochschulpolitische Fragen ( Olejniczak & Wilson, 2020 ): Autor*innen ohne feste Anbindung an eine wissenschaftliche Einrichtung stehen ebenso wie unabhängige Autor*innen solchen gegenüber, die einer Institution angehören, die Publikationsgebühren subventioniert. Geistes- und sozialwissenschaftiche Disziplinen sind finanziell meist schwächer ausgestattet als die STM-Fächer und können nicht auf eine Quersubventionierung setzen. Autor*innen aus Entwicklungsländern können in der Regel die Publikationsgebühren nicht aufbringen. Teils finden sich für diese Problemlagen Lösungen, etwa, wenn Hochschulen, z. B. durch Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und deren Programm Open-Access-Publikationskosten , Publikationsfonds einrichten, aus denen gegebenenfalls anfallende Open-Access-Publikations­gebühren beglichen werden können. Eine Möglichkeit zur Reduzierung von Publikationsgebühren besteht in Konsortialverträgen, die Verbünde aus mehreren Einrichtungen mit Open-Access-Verlagen aushandeln können, um Rabatte für ihre Autor*innen zu erreichen. Etabliert haben sich auch Crowdfunding-Modelle, bei dem Institutionen oder deren Bibliotheken sich zusammenschließen, um gemeinsam Publikationen zu finanzieren (siehe Geschäftsmodelle für Zeitschriften ). Einen Überblick über alternative Open-Access-Modelle bieten Oberländer & Dreher (2019) . Autor*innen aus Entwicklungsländern werden inzwischen von den meisten Open-Access-Verlagen und -Zeitschriften spezielle Konditionen und Gebührenerlasse gewährt ( Lawson, 2015 ). Zeitaufwand für Wissenschaftler*innen Vorbehalt: Open Access ist zeitaufwändig Wissenschaftler*innen möchten möglichst wenig Zeit für die Bereitstellung ihrer Arbeiten aufbringen. Es gibt in diesem Zusammenhang Vorbehalte hinsichtlich des Zeitaufwands des Selbstarchivierens . Open Access Mythos: "Open Access ist zeitaufwändig" Quelle: Strauß, H.; Hauss, J.; Rücknagel, J. (2023): Open-Access-Mythencheck: "Open Access ist zeitaufwändig". Open-Access-Mythencheck, Technische Informationsbibliothek (TIB) et al., 2023. https://doi.org/10.5446/62325 ( CC BY 3.0 DE ) Gegenargumente Wer sich neben der praktischen Umsetzung mit der Technik eines guten Archivierens von Dokumenten beschäftigt, wird in der Regel zunächst mehr Zeit investieren. Disziplinäre und institutionelle Repositorien, die professionell gepflegt werden, bieten hier Auswege. Dem berechtigten Vorbehalt des Zeitaufwands begegnen Bibliotheken zunehmend mit professionellen Angeboten an die Hochschulangehörigen, ihre Selbstarchivierung den Repositorien der Hochschulen zu übertragen. Literatur Björk, B.-C., & Solomon, D. (2012). Open access versus subscription journals: a comparison of scientific impact. BMC Medicine , 10. https://doi.org/10.1186/1741-7015-10-73 Chiodelli, F. (2021, January 27). Why we should stop publishing in open-access journals with article processing charges. AESOP Young Academics . https://aesop-youngacademics.net/blog/why-we-should-stop-publishing-in-open-access-journals-with-article-processing-charges Conticello, S. (2021). Open access pay-for-review option — ethical question. Nature , 590(36). https://doi.org/10.1038/d41586-021-00271-0 Fell, M. J. (2019). The economic impacts of open science: A rapid evidence assessment. Publications , 7(3). https://doi.org/10.3390/publications7030046 Geschuhn, K., Palzenberger, M., & Schimmer, R. (2013). Open Access in Zahlen: Der Umbruch in der Wissenschaftskommunikation als Herausforderung für Bibliotheken. Zfbb - Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie , 60(5), 244–250. https://doi.org/10.3196/186429501360532 Grossmann, A., & Brembs, B. (2021). Current market rates for scholarly publishing services. F1000Research , 10(20). https://doi.org/10.12688/f1000research.27468.2 Houghton, J. (2009). Open access - what are the economic benefits? SSRN . https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1492578 Langham-Putrow, A., Bakker, C., & Riegelman, A. (2021). Is the open access citation advantage real? A systematic review of the citation of open access and subscription-based articles. PLOS ONE , 16(9). https://doi.org/10.1371/journal.pone.0253129 Lawson, S. (2015). Fee waivers for open access journals. Publications , 3(3), 155–167. https://doi.org/10.3390/publications3030155 Oberländer, A., & Dreher, L. (2019, September 30). Jenseits von APC: Überblick über alternative Open-Access-Modelle . Open-Access-Tage 2019, Hannover. https://doi.org/10.5281/zenodo.3490737 Olejniczak, A. J., & Wilson, M. J. (2020). Who’s writing open access (OA) articles? Characteristics of OA authors at Ph.D.-granting institutions in the United States. Quantitative Science Studies , 1(4), 1429–1450. https://doi.org/10.1162/qss_a_00091 Piwowar, H., Priem, J., Larivière, V., Alperin, J. P., Matthias, L., Norlander, B., Farley, A., West, J., & Haustein, S. (2018). The state of OA: a large-scale analysis of the prevalence and impact of Open Access articles. PeerJ , 6, e4375. https://doi.org/10.7717/peerj.4375 Swan, A. (2010). The Open Access citation advantage: Studies and results to date. https://eprints.soton.ac.uk/268516/ Swan, A., & Houghton, J. (2012). Going for Gold? The costs and benefits of Gold Open Access for UK research institutions: further economic modelling. Report to the UK Open Access Implementation Group. https://repository.jisc.ac.uk/610/2/Modelling_Gold_Open_Access_for_institutions_-_final_draft3.pdf Werner, P. (2010). Berichtswelten. Zum Streit um Patente und Prioritäten in der Vitaminforschung. In K. Fuchs-Kittowski, H. Laitko, H. Parthey, & W. Umstätter (Eds.), Wissenschaft und digitale Bibliothek. Vol. 2. (pp. 195–205). http://www.wissenschaftsforschung.de/Jahrbuch1998.pdf#page=195 Weiterführende Literatur Bautista-Puig, N., Lopez-Illescas, C., de Moya-Anegon, F., Guerrero-Bote, V., & Moed, H. F. (2020). Do Journals Flipping to Gold Open Access Show an OA Citation or Publication Advantage? Scientometrics, 124 (3), 2551–2575. https://doi.org/10.1007/s11192-020-03546-x . Dehdarirad, T., & Karlsson, K. (2021). News Media Attention in Climate Action: Latent Topics and Open Access. Scientometrics, 126 (9), 8109–8128. https://doi.org/10.1007/s11192-021-04095-7 . Eger, T., Mertens, A., & Scheufen, M. (2021). Publication Cultures and the Citation Impact of Open Access. Managerial and Decision Economics, 42 (8), 1980-1998. https://doi.org/10.1002/mde.3429 . Hopf, D., Dellmann, S., Hauschke, C., & Tullney, M. (2022). Wirkungen von Open Access. Literaturstudie über empirische Arbeiten 2010-2021 . Technische Informationsbibliothek (TIB). https://doi.org/10.34657/7666 Kuchma, I. (2021). Open Science Myths and Misconceptions . TWAS UNESCO webinar. https://doi.org/10.5281/zenodo.4883635 Schultz, T. (2021). All the research that’s fit to print: Open access and the news media. Quantitative Science Studies , 2 (3), 828–844. https://doi.org/10.1162/qss_a_00139...

  4. Open Access Informieren

    Open-Access-Grundlagen Was bedeutet Open Access? Open Access und Nachnutzung Grün, Gold und Diamond Open Access bei Forschungsdaten Gründe und Vorbehalte Geschichte des Open Access Publizieren Open-Access-Publizieren Open-Access-Zeitschriften Repositorien Preprints Open Educational Resources Open-Access-Bücher Wissenschaftsgeleites Publizieren Open Access in Fachdisziplinen Hier finden Sie spezifische Informationen zu Open Access in verschiedenen Fächern . Finanzierung Open Access und Forschungsförderer Geschäftsmodelle für Zeitschriften Geschäftsmodelle für Bücher Rechtsfragen Lizenzen Verlagsverträge Rechtsfragen in Deutschland Rechtsfragen in Österreich Rechtsfragen in der Schweiz Politische Rahmenbedingungen Positionen der Politik Open-Access-Transformation Open Access Policies Open Access umsetzen Zeitschriften herausgeben Zeitschriften transformieren Repositorien betreiben Implementierung von Open Access Glossar Das Glossar umfasst grundlegende Begriffe zum Thema Open Access, die auf der Website open-access.network verwendet werden und erklärt diese kurz. Literatur zu Open Access Eine Sammlung aller Literaturhinweise, die auf unseren Informationsseiten zu Open Access zu finden sind, gibt es in unserer Zotero Library ....

  5. Open Access Materialien

    Sammlung des Projekts open-access.network Präsentationen und Reports von Veranstaltungen des Projekts open-access.network sowie alle Materialien sind auch hier auf der Zenodo-Community-Seite zu finden. Wir stellen alle unsere Materialien unter eine offene Lizenz und begrüßen deren Nachnutzung. Videos des Projekts open-access.network Alle Videos, die im Rahmen von open-access.network entstanden sind, können im TIB AV-Portal angesehen werden: https://av.tib.eu/publisher/open-access.network Sie sind thematisch in sogenannte Serien aufgeteilt, wie zum Beispiel "Das 1x1 der Creative-Commons-Lizenzen", "Open-Access-Mythencheck" oder verschiedene Interviewreihen. Neben den Möglichkeiten Videos auf anderen Webseiten einzubetten oder über eine DOI zu teilen, können auch die Serien mit Hilfe eines Permalink geteilt werden. Leitfäden, Handreichungen und Infografiken Open-Access-Definition https://doi.org/10.5281/zenodo.12684571 Open-Access-Infografik: Open vs. Closed Access https://zenodo.org/records/10973225 In wenigen Schritten zur Zweitveröffentlichung. Ein Leitfaden für Mitarbeiter:innen in Publikationsservices https://zenodo.org/records/10489037 Checkliste zur Qualität von Open-Access-Zeitschriften https://doi.org/10.5281/zenodo.7571993 10 Gründe für Open Access https://doi.org/10.5281/zenodo.7575092 Open-Access-Finanzierung – Das sind Ihre Möglichkeiten für die Publikation von Artikeln https://zenodo.org/records/7564431 Open-Access-Literatur finden https://doi.org/10.5281/zenodo.7572602 Open Access unterstützen - Praxistipps für Hochschulbibliotheken https://doi.org/10.5281/zenodo.7572517 Open Access unterstützen - Praxistipps für Hochschulen https://doi.org/10.5281/zenodo.7572559 Open Access unterstützen - Praxistipps für Wissenschaftler*innen https://doi.org/10.5281/zenodo.7575037 Open Access unterstützen - Praxistipps für Landesregierungen https://doi.org/10.5281/zenodo.7572546 Open Access unterstützen - Praxistipps für Verlage und Journale https://doi.org/10.5281/zenodo.7572574 Veranstaltungskonzept. Eine Vorlage zur Organisation von Open-Access-Veranstaltungen https://zenodo.org/records/6078419 Handout „Beitritt zum Editorial Board einer Zeitschrift: Ja oder Nein? Kriterien zur Entscheidungsfindung“ https://doi.org/10.5281/zenodo.12805440 Kumulative Dissertation Open Access veröffentlichen – Ein Quick-Guide für Promovierende https://zenodo.org/records/13384185 Weitere Materialien und Projektergebnisse Wahrnehmung und Bewertung von Angeboten und Fördermaßnahmen durch Open-Access-Professionals https://zenodo.org/records/7593728 Umsetzung von Open Access: Erhebung zu offenen Open-Access-Infrastrukturen https://zenodo.org/records/7558697 Umsetzung von Open Access: Erhebung zu Beteiligungsoptionen für Unternehmen an Open-Access-Finanzierung https://zenodo.org/records/7558684 Wahrnehmung von Open Access: Erhebung zu Anforderungen und Hindernissen in ausgewählten geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen. Geschichtswissenschaften und Soziale Arbeit https://zenodo.org/records/7540764 Wahrnehmung von Open Access: Erhebung zu Anforderungen und Hindernissen in ausgewählten Technik- und Naturwissenschaften. Maschinenbau und Chemie https://zenodo.org/records/7540662 Wahrnehmung von Open Access: Erhebung zu Anforderungen und Hindernissen in den Rechtswissenschaften https://zenodo.org/records/7535165 open.access-network Rätselpaket https://zenodo.org/records/13789000 Literatur zu Open Access Eine Sammlung aller Literaturhinweise, die auf unseren Informationsseiten zu Open Access zu finden sind, gibt es in unserer Zotero Library ....

  6. Open Access Preprints

    Intro Was sind Preprints? Preprints sind Vorabversionen oder Manuskriptfassungen von wissen­schaftlichen Publikationen, insbesondere Zeitschriftenartikeln, die der (Fach-)öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. In der Regel handelt es sich um noch nicht begutachtete Versionen, deren Veröffentlichung vor allem dem beschleunigten Austausch von Forschungsergebnissen dient. Preprints werden frei zugänglich auf Preprint-Servern veröffent­licht, wodurch sie auch einen wichtigen Beitrag zum grünen Weg des Open Access leisten. Quelle: Becklas, Carolin; Hauss, Jonas (2025): Was sind Preprints? av.tib.eu/media/69857 Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Preprints sind frühe Fassungen wissenschaftlicher Publikationen, die der (Fach-)öffentlichkeit in der Regel ohne vorherige Begutachtung zur Verfügung gestellt werden. 2 Die vor allem in der Physik und anderen Naturwissenschaften weit verbreiteten Preprints werden frei zugänglich auf Preprint-Servern veröffentlicht und leisten einen wichtigen Beitrag zum grünen Weg des Open Access. 3 Preprint-Server ermöglichen die Herausgabe von sogenannten Overlay-Journals - Online-Zeitschriften, die die Infrastruktur einer Preprint-Plattform zur Einreichung und Veröffentlichung nutzen. Merkmale von Preprints Zwischen der Einreichung eines Manuskripts und der Veröffentlichung in einer Zeitschrift können viele Monate vergehen. Durchschnittlich dauert der Peer-Review-Prozess bei wissenschaftlichen Zeitschriften laut einer Studie 17 Wochen ( Huisman & Smits, 2017 ), hinzu kommen Zeiten für Layout sowie ggf. auch Lektorat und Druck der Zeitschrift. Um die Verbreitung von Forschungs­ergebnissen zu beschleunigen, werden in vielen Fächern Preprints geteilt. Die Fachkulturen unterscheiden sich allerdings stark. In der Physik sind Preprints ein unverzichtbares Werkzeug der Kommunikation – je nach Teilgebiet werden über 90 % aller Zeitschriftenartikel vorab auf dem Preprint-Server arXiv veröffentlicht ( Gentil-Beccot et al., 2009 ). In vielen anderen Fächern hat sich unter den Autor*innen hingegen noch keine vergleichbare Preprint-Kultur etabliert. Dort kann es auch sein, dass nicht alle Zeitschriften Manuskripte annehmen, die bereits als Preprint veröffentlicht wurden. Preprints haben in der Regel noch keine wissenschaftliche Qualitätssicherung erfahren. Sie können sich also von der veröffentlichten Version inhaltlich deutlich unterscheiden bzw. werden ggfs. überhaupt nicht zur Veröffentlichung angenommen. Während dies der Fachwelt bewusst ist, kann es zu Problemen kommen, wenn z. B. Medien Ergebnisse aus Preprints aufgreifen und ohne Hinweise und entsprechende Einordnung an ein großes Publikum verbreiten. Zur besseren Einschätzung durch eine nicht wissenschaftliche Leserschaft sind medizinische Preprint-Server mit entsprechenden Warnhinweisen versehen. Quelle: Shafee, T. (2020). Typical publishing workflow for an academic journal article (preprint, postprint, and published) with open access sharing rights per SHERPA/RoMEO. Own work; adapted from diagram by Ginny Barbour Wikimedia Commons ( CC BY 4.0 International ) Preprint-Server Es gibt zahlreiche Preprint-Server. Die folgende Abbildung zeigt einige gängige Vertreter: Quelle: Khurana, S. (2020). Commonly used pre-print servers for researchers Zenodo Zenodo ist ein universelles Datenrepositorium. Viele Materialen dieser Website sind auch hier in der Zenodo Sammlung open-access.network zugänglich. Prinzipiell können Preprints auf allen möglichen Wegen, etwa per E-Mail, in institutionellen Repositorien oder auf Webseiten von Forschungseinrichtungen verbreitet werden. Üblicherweise werden sie aber auf Preprint-Servern hoch­geladen, die meist spezifisch für ein oder mehrere Fachgebiete sind. Auf diesen Plattformen findet kein Peer Review statt, in der Regel aber eine elementare Eingangskontrolle, ob eine hochgeladene Publikation wissenschaftlich ist und zum fachlichen Spektrum passt. Preprint-Server sind häufig aus der Community heraus entstanden und werden gemeinschaftlich finanziert. Hinter einigen stehen Forschungseinrichtungen oder Fachgesellschaften, selten werden sie von Verlagen betrieben. Der älteste und größte Preprint-Server ist das 1991 gegründete arXiv für acht Fachgebiete, darunter Physik , Mathematik und Informatik . Es enthält mittlerweile mehr als 1,8 Millionen Dokumente (Stand: April 2021). Andere wichtige Plattformen sind bioRxiv ( Biologie ), SocArXiv ( Sozialwissenschaften ), EarthArXiv ( Geowissenschaften ), medRxiv ( Medizin ) und ChemRxiv ( Chemie ). Die Funktionalitäten sind je nach Plattform unterschiedlich. In der Regel kann, z. B. nach Annahme des Artikels durch eine Zeitschrift, eine aktualisierte Version hochgeladen und auf die Zeitschriftenversion verwiesen werden. Manche Plattformen bieten auch eine Kommentarfunktion, um den Autor*innen Feedback zu geben und die Ergebnisse in der Community zu diskutieren. Geschichte von Preprints Bereits in den 1960er-Jahren gab es in der Biologie ein System, in dem über eine zentrale Stelle aktuelle Forschungsergebnisse, insbesondere in Form von Vorab­versionen von Artikeln, vervielfältigt und per Post versandt wurden ( Cobb, 2017 ). Auch in der Hochenergiephysik wurde Ähnliches praktiziert ( Gentil-Beccot et al., 2009 ). Mit dem Aufkommen des Internets wurde der Austausch von Manuskripten wesentlich einfacher, die nun per E-Mail verbreitet werden konnten. 1991 gründete Paul Ginsparg am Los Alamos National Laboratory arXiv als Server für Preprints aus der Hochenergiephysik ( Ginsparg, 2017 ). Die Manuskripte standen damit allen Interessierten frei zur Verfügung. arXiv öffnete sich auch für andere Gebiete der Physik sowie für Mathematik, Informatik und angrenzende Gebiete wie Finanzmathematik oder Quantitative Biologie. Erst nach der Jahrtausendwende fand arXiv Nachahmer in anderen Fächern. So ging 2013 bioRxiv als Preprint-Server für die Biologie an den Start, wodurch die Verbreitung von Preprints auch in den Lebenswissenschaften populärer wurde. In der Biologie propagiert die Initiative ASAPbio die Nutzung von Preprints. Begünstigt durch den Erfolg des Open Science Frameworks (OSF) , einer Open-Source-Infrastruktur, die u.a. den Upload von und das Suchen nach Preprints ermöglicht, gab es ab 2016 einen regelrechten Boom an Preprint-Servern für die unterschiedlichsten Fachgebiete. Dennoch ist die Akzeptanz von Preprints und die Bereitschaft, sie zu teilen, nach wie vor je nach Fachgebiet sehr unterschied­lich ausgeprägt. Während der Covid-19-Pandemie spielen Preprints eine wich­tige Rolle in der raschen Verbreitung, Prüfung und Korrektur von Forschungs­ergebnissen zum SARS-CoV-2-Virus ( Fraser et al., 2020; Gianola et al., 2020 ). Wie stark die Bedeutung von Preprints in den letzten Jahren zugenommen hat, verdeutlicht diese Grafik zu Preprints in den Biowissenschaften: Quelle: Polka, Jessica K., & Penfold, Naomi C. (2020). Biomedical preprints per month, by source and as a fraction of total literature (3.0) [Data set]. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.3819276 ( CC BY 4.0 International ) Geschichte des Open Access Hier finden Sie eine Einführung. Preprints und Open Science Zum Anschauen des Videos auf YouTube auf das Bild klicken. Video zu Preprints. Quelle: Youreka Science (2016). What Are Preprints? YouTube https://www.youtube.com/watch?v=2zMgY8Dx9co Anders als Zeitschriftenartikel, die sich häufig hinter einer Bezahlschranke befinden, sind Preprints dauerhaft frei zugänglich und bilden damit einen wichtigen Baustein des grünen Wegs zu Open Access. Wenn sie mit der Zeitschriftenversion verlinkt sind, können sie über Dienste wie Unpaywall gefunden werden, falls der Zeitschriftenartikel nicht frei zugänglich ist. Zusätzlich machen Preprints den Prozess des Gewinns und der Kommunikation von wissenschaftlichen Erkenntnissen transparenter. Sie ermöglichen noch vor der endgültigen Veröffentlichung eine kritische Diskussion in der Community, die Autor*innen können somit zusätzliches Feedback zu den eigentlichen Gutachten erhalten und berücksichtigen. Preprints bilden so die Grundlage für informelles oder formalisiertes Open Peer Review ( Frick, 2020 ). Overlay-Journals Preprint-Server ermöglichen die Herausgabe von sogenannten Overlay-Journals ( Gowers, 2015 ). Das sind Online-Zeitschriften, die die Infrastruktur einer Preprint-Plattform, insbesondere von arXiv, zur Einreichung und Veröffentlichung nutzen. Autor*innen laden die Artikel auf arXiv hoch und melden sie bei der entsprechenden Zeitschrift, die den Begutachtungsprozess organisiert und bei Annahme des Artikels diesen in die Zeitschrift aufnimmt, also von ihrer Webseite verlinkt, mit einer Nummer, DOI und ggf. einem Kommentar der Herausgeber*innen versieht. Auf diese Weise werden die Vorteile von arXiv (kostengünstig, frei zugänglich, bekannte Infrastruktur) mit den Vorteilen einer Zeitschrift (begutachtet, Renommee, ggf. Impact Factor) kombiniert. Erfolgreiche Beispiele sind SIGMA: Symmetry, Integrability and Geometry: Methods and Applications , Logical Methods in Computer Science (LMCS) , Discrete Analysis oder Quantum . open-access.network ( CC BY 4.0 International ) Literatur Cobb, M. (2017). The prehistory of biology preprints: A forgotten experiment from the 1960s. PLOS Biology , 15 (11). https://doi.org/10.1371/journal.pbio.2003995 Fraser, N., Brierley, L., Dey, G., Polka, J. K., Pálfy, M., Nanni, F., & Coates, J. A. (2021). Preprinting the COVID-19 pandemic . bioRxiv. https://doi.org/10.1101/2020.05.22.111294 Frick, C. (2020). Peer-Review im Rampenlicht. Ein prominentes Fallbeispiel. Informationspraxis , 6 (2). https://doi.org/10.11588/ip.2020.2.74406 Gentil-Beccot, A., Mele, S., & Brooks, T. (2009). Citing and Reading Behaviours in High-Energy Physics. How a Community Stopped Worrying about Journals and Learned to Love Repositories . arXiv. https://arxiv.org/abs/0906.5418 Gianola, S., Jesus, T. S., Bargeri, S., & Castellini, G. (2020). Characteristics of academic publications, preprints, and registered clinical trials on the COVID-19 pandemic. PLoS ONE , 15 (10). https://doi.org/10.1371/journal.pone.0240123 Ginsparg, P. (2017). Preprint Déjà Vu: an FAQ . arXiv. https://arxiv.org/abs/1706.04188 Gowers, T. (2015, September 10). Discrete Analysis - an arXiv overlay journal. Gowers’s Weblog . https://gowers.wordpress.com/2015/09/10/discrete-analysis-an-arxiv-overlay-journal/ Huisman, J., & Smits, J. (2017). Duration and quality of the peer review process: the author’s perspective. Scientometrics , 113 , 633–650. https://doi.org/10.1007/s11192-017-2310-5 Weiterführende Literatur Ettinger, C., Sadanandappa, M. K., Görgülü, K., Coghlan, K., Hallenbeck, K. K., & Puebla, I. (2022). A guide to preprinting for Early Career Researchers [OSF Preprints]. https://doi.org/10.31219/osf.io/e59tk...

  7. Open Access Publishing: What are your options?

    ...

  8. Open Access Publizieren

    Erfahren Sie hier, wie Sie Open Access veröffentlichen können Open-Access-Publizieren Open-Access-Zeitschriften Repositorien Preprints Open Educational Resources Open-Access-Bücher Wissenschaftsgeleitetes Publizieren...

  9. Open Access Repositorien

    Intro Publizieren in Repositorien Quelle: verändert nach Koch, M. (2015). Publizieren über das Repositorium der Leibniz Universität Hannover. TIB Blog Das erfahren Sie in diesem Artikel 1 Repositorien sind Dokumentenserver, auf denen Materialien archiviert und entgeltfrei zugänglich gemacht werden können. 2 Man unterscheidet zwischen institutionellen und disziplinären Repositorien. 2 Über OAI-Schnittstellen werden die Inhalte und Metadaten der Repositorien zur Verfügung gestellt, das DINI-Zertifikat sichert die Qualitätsstandards von Dokumentenservern. Was sind Repositorien? Repositorien sind an Universitäten oder Forschungseinrichtungen betriebene Dokumentenserver, auf denen wissenschaftliche Materialien archiviert und weltweit entgeltfrei zugänglich gemacht werden. Kategorien von Repositorien Unterschieden werden institutionelle und disziplinäre Repositorien. Als institutio­nelle Repositorien werden Dokumentenserver bezeichnet, die von Institutionen (meist Universitätsbibliotheken, anderen Infrastruktureinrichtungen oder For­schungsorganisationen) betrieben werden. Sie ermöglichen ihren Mitgliedern die digitale Publikation wissenschaftlicher Dokumente. Disziplinäre Repositorien hingegen sind institutionsübergreifend. Diese stehen Wissenschaftler*innen zur Publikation und Archivierung ihrer Arbeiten zu bestimmten Themen zur Verfü­gung, z. B. für eine Fachdisziplin . Beispiele hierfür sind: media/rep/ als Open-Access-Repositorium für medienwissenschaftliche Publikationen , Social Science Open Access Repository (SSOAR) für die Sozialwissenschaften , PubMed Central für die Biowissenschaften oder arXiv für wissenschaftliche Publikationen vor allem aus Physik , Mathematik und Informatik . Sowohl die Bereitstellung der wissenschaftlichen Publikation für Autor*innen auf institutionellen oder disziplinären Repositorien als auch der Zugriff für Nutzer*innen sind in der Regel entgeltfrei. Mit Stand November 2021 verzeichnete das Directory of Open Access Reposi­tories (OpenDOAR) 5.771 Repositorien, mittels derer Universitäten und For­schungseinrichtungen Wissenschaftler*innen die Zugänglichmachung wissenschaftlicher Dokumente ermöglichen. Repositorien betreiben Finden Sie hier eine Einführung. Open Access Helpdesk Stellen Sie hier Ihre konkreten Fragen rund um Open Access. Fokusgruppe Zweitveröffentlichung Fokusgruppe Zweitveröffentlichung. Diskutieren Sie mit Expert*innen über Zweitveröffentlichungen. Rechte Rechte bei Zweitveröffentlichung Dokumente, die auf Repositorien bereitgestellt werden, erscheinen häufig auch formal, z. B. in einer Zeitschrift, einem Sammelband oder als Monografie in einem Verlag. Die Nutzung von Repositorien zur Zweitver­öffentlichung von Werken, die auch in einem Verlag erschienen sind, entspricht dem grünen Weg des Open Access . Anders als z. B. bei Open-Access-Zeitschriften sind in diesem Fall Content-Lizenzen von unterge­ordneter Bedeutung. Wissenschaftler*innen, die ein Werk zusätzlich zur formalen Veröffentlichung auch auf einem Dokumentenserver zugäng­lich machen, haben oft bereits ihre sämtlichen Nutzungsrechte an den Verlag abgetreten und können die parallele Publikation auf dem Dokumentenserver daher nicht mehr unter eine Content-Lizenz stellen. Vielmehr setzt die Möglichkeit zur Zweitveröffentlichung bereits im Verlag oder Journal erschienener Dokumente voraus, dass man sich entweder als Autor*in die Rechte zur Publikation des Werkes auf einem Repositorium vorbehalten hat oder dass das Werk unter die einschlägigen Regelungen des Urheberrechts (in Deutschland z. B. das Zweitveröffentlichungsrecht ) fällt. Eine Open Access Policy des Verlages könnte auch die Option vorsehen, dass das Werk unter die Open-Access-Regelungen der Allianz-Lizenzen fällt. Eine kurze Information zum Bereitstellen formal erschienener Werke auf Dokumentenservern ist in der Infografik am Ende dieser Seite dargestellt. Rechte bei goldenem Open Access Einfacher gestaltet sich die Rechtesituation, wenn Repositorien zur Primärpublikation wissenschaftlicher Werke im Sinne des goldenen Wegs des Open Access genutzt werden, etwa zur Veröffentlichung von Tagungsbänden, Schriftenreihen oder anderer Texte, die nicht parallel in einem Verlag erscheinen. In diesen Fällen haben die Autor*innen meist die ausschließlichen Rechte an den Inhalten und sind in der Wahl der Bedingungen, unter denen sie verfügbar gemacht werden, vollkommen frei: So können diese unter eine der erwähnten Content-Lizenzen gestellt oder einfach zu den Bedingungen des Urheberrechts bereitgestellt werden. Primärpublikationen auf Repositorien, die oft als Preprints bezeichnet werden, finden sich unter anderem auf den Dokumenten­servern arXiv oder Zenodo . Da sich auf Repositorien oft Inhalte unterschiedlicher Herkunft oder fachlicher Zuordnung finden, bietet sich zur Dokumentrecherche die Nutzung einer speziellen Suchmaschine wie der Bielefeld Academic Search Engine (BASE) an, die auf Volltexte von Repositorien zugreift. Rechtsfragen Hier finden Sie eine Einführung. Video über das Zeitveröffentlichungsrecht Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. https://doi.org/10.5446/51789 ( CC BY 3.0 DE ) Inhalt und Mehrwert von Repositorien Die Gestaltungsformen und Funktionalitäten von Repositorien sind unterschied­lich und reichhaltig. Neben der klassischen Unterscheidung zwischen institutio­nellen und disziplinären Repositorien variieren die Angebote der verschiedenen Repositorien auch durch den dargebotenen Inhalt, zusätzliche Dienstleistungen und ihre technische Ausgestaltung. Viele Dokumentenserver sehen vor, jegliche Art elektronischer (Text-)Dokumente – z. B. Preprints und Postprints von Artikeln in Zeitschriften, Arbeitspapiere, Bücher und Buchbeiträge, Abschlussar­beiten sowie Lehr- und Lernmaterialien – zu archivieren, andere schließen einige Dokumentarten aus. Vernetzte Repositorien bieten über ihre Schnittstellen und Nachweisdienste zahlreiche Mehrwertdienste an: die virtuelle Zusammenführung thematisch verwandter Dokumente aus unterschiedlichen Dokumentenservern; dies verhindert umständliches Recherchieren auf zahlreichen verschiedenen Servern und gewährt möglichst einfachen Zugang zu wissenschaftlichen Texten Personalisierungsfunktionen, z. B. die Erstellung von Profilen, mit denen Leser*innen über neue Dokumente zu einem Thema informiert werden können. die automatische Erstellung von Publikationslisten bzw. Bibliografien von Autor*innen oder Arbeitsgruppen; diese können dynamisch in eigene Webseiten oder andere Online-Profile, z. B. in Forschungsinformations­systeme eingebunden werden. Dienste wie Unpaywall , INSPIRE oder Google Scholar erlauben es, verschiedene Versionen des gleichen Dokuments zu identifizieren. Damit können Nutzer*innen, die keinen Zugriff auf eine formale Closed-Access -Publikation haben, unter Umständen eine Open-Access-Version auf einem Dokumentenserver finden. Repositorien erlauben oft den Download bibliografischer Daten, die wiederum in Literaturverwaltungsprogramme importiert werden können. Damit wird eine bequeme Nutzung der Informationen in weiteren Publikationen ermöglicht. Services wie INSPIRE und Google Scholar ermöglichen es, Zitationszahlen für Werke auf Dokumentenservern zu ermitteln und so den Zitationsimpact der Dokumente zu bestimmen. Statistische Informationen zeigen die Verbreitung und Wirkung von Doku­menten auf Repositorien. Diese können in Form von Downloadstatistiken (z. B. unter Nutzung der Daten des DFG -Projekts Open-Access-Statistik (OAS) , unter Nutzung einer eigenen Statistik-Lösung) ermittelt werden. Altmetrics-Informationen erfassen die Zirkulation wissenschaftlicher Informationen in wissenschaftlichen und öffentlichen Netzwerken und Medien. Durch wechselseitige Verlinkungen zwischen zusammengehörigen Objekten, wie Texten und Forschungsdaten oder -software, können Wissenschaftler*innen den ganzen Output eines Forschungsvorhabens integriert zugänglich machen. Dokumentenserver erlauben es wissenschaftlichen Autor*innen, in einfacher Art und Weise den Förderleitlinien von Forschungsförderern nachzukommen, nach denen projektbezogene Publikationen im Open Access verfügbar zu machen sind. Viele Repositorien ermöglichen es sogar, eine Publikation einem speziellen Forschungsprojekt zuzuordnen. Wer z. B. ein Dokument in Zenodo oder ein anderes OpenAIRE -kompatibles Repositorium einspielt, kann durch Metadaten die EU Grant ID beifügen. Die genannten Mehrwerte und Funktionen haben zum Ziel, die Sichtbarkeit und Verbreitung der Publikationen auf den Dokumentservern zu steigern. Dabei setzen Repositorien vor allem auf Vernetzung und Kooperationen mit anderen Informationsangeboten oder Suchmaschinen. Ebenso wichtig ist die Verbindung mit persönlichen oder Institutswebsites, Jahresbibliographien oder Forschungsinformationssystemen. Auffindbarkeit der Dokumente Die Nutzung des Open Archives Initiative Protocol for Metadata Harvesting (OAI-PMH) bei den meisten Repositorien erleichtert die Suche nach wissenschaftlichen Dokumenten immens. Außerdem sichert es die bereits beschriebene Verbreitung der Open-Access-Informationen. Das OAI-PMH erlaubt die Zusammenführung der Metadaten von Dokumenten auf verteilten Repositorien in einer Datenbank. Technisch betrachtet ist das OAI-PMH ein XML-basiertes Protokoll, welches der Abfrage und Übertragung von Metadaten dient. Ein OAI-Service-Provider (z. B. OAIster oder BASE) unterstützt die Suche, indem er auf das OAI-PMH zurückgreift. Der Service-Provider sammelt Meta­daten der einzelnen Repositorien (den Data-Providern) ein, bereitet diese auf und stellt sie für Suchanfragen bereit. Dies garantiert die Auffindbarkeit sowie die maximale Verbreitung und damit Sichtbarkeit der wissenschaftlichen Texte. Qualitätsstandards Die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation e. V. (DINI) will die Verbesserung der Informations- und Kommunikationsdienstleistungen sowie die dafür notwendigen Entwicklungen fördern und unterstützen. Die Entwicklung des DINI-Zertifikats für Open-Access-Publikationsdienste ermöglicht die standardisierte Beurteilung des begutachteten Dokumentenservers und der erbrachten Dienstleistung und versteht sich als Qualitätskontrolle für Dokumenten- und Publikationsservices. Die der Zertifizierung zugrunde liegenden Kriterien umfassen unter anderem die Sichtbarkeit des Gesamtangebotes, die Betreuung der Autor*innen, die Sicherheit, Authentizität und Integrität des technischen Systems sowie die Langzeitverfügbarkeit und Auffindbarkeit der dort archivierten Dokumente. Derzeit (Stand: November 2021) sind 469 Repositorien DINI-zertifiziert. Im Oktober 2019 wurde das DINI-Zertifikat in der sechsten Auflage veröffentlicht. Übersichtslisten von Repositorien The Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) Deutsche Repositorien im OpenDOAR Österreichische Repositorien im OpenDOAR Schweizer Repositorien im OpenDOAR Registry of Open Access Repositories (ROAR) Suchdienste für Repositorien OAIster BASE Google Scholar Literatur Weiterführende Literatur Demetres, M. R., Delgado, D., & Wright, D. N. (2020). The Impact of Institutional Repositories: A Systematic Review. Journal of the Medical Library Association, 108 (2), 177–184. https://doi.org/10.5195/jmla.2020.856 ....