Neuer bundesweiter Open-Access-Preis „Enter-Award 2024“ erstmals bei einer Veranstaltung in Berlin verliehen

Neuer bundesweiter Open-Access-Preis „Enter-Award 2024“ erstmals bei einer Veranstaltung in Berlin verliehen

Anfang Juli erhielten fünf Projekte den „Enter-Award“ bei einer feierlichen Verleihung im Berliner Holzmarkt für ihre Leistungen im Bereich Open Access. Hier wollen wir die Preisträger*innen noch einmal vorstellen und von den Highlights der Veranstaltung berichten.

Der Enter-Award – gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) – würdigt herausragende Vorhaben im Bereich Open Access und wurde in diesem Jahr erstmals durchgeführt und vergeben. Die Preise gingen in fünf Kategorien an folgende Projekte:

Infrastruktur: „DeepGreen“

  • DeepGreen ist ein automatisierter Lieferdienst für Zeitschriftenartikel, der Verlagsinhalte basierend auf Affiliationen und Lizenzinformationen an institutionelle und fachliche Repositorien verteilt, einschließlich Open Access-Publikationen, die auf grünem, goldenem und hybridem Weg veröffentlicht werden.

Kooperation: „Open Library Badge“

  • Open Library Badge bietet Zertifikate für Bibliotheken, die sich für Offenheit in Wissenschaft und Gesellschaft einsetzen, und damit ein Anreizsystem für Bibliotheken. Zu den Zertifikaten gehört ein regelmäßig aktualisierter Kriterienkatalog, der Open-Access-Aktivitäten betont.

Kompetenzvermittlung: „LMU Open Science Center“

  • Das LMU Open Science Center ist eine universitätsweite, von Forschenden geleitete Initiative an der LMU München, die Peer-to-Peer-Schulungen zu Open-Science-Praktiken anbietet und Communitys zur Etablierung offener Forschungsnormen unterstützt, während sie mit Stakeholdern zusammenarbeitet, um politische Reformen voranzutreiben.

Pionierleistung: „Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research (FQS)“

Nachwuchshoffnung: „JuWissBlog“

  • Der JuWissBlog startete 2013 als Diskursplattform der Nachwuchswissenschaft im Öffentlichen Recht und veröffentlicht jährlich 70 bis 140 Blogbeiträge im Double-Blind-Peer-Review-Verfahren. Die Redaktion besteht aus Nachwuchswissenschaftler*innen des deutschsprachigen Raums, sie organisiert auch jährliche Tagungen und Blog-Workshops.

Ziel und Mission des bundesweit ausgerichteten Preises sei es, jene zu ehren, die Forschung frei zugänglich machen und somit zur Demokratisierung von Wissen beitragen, erklärte Moderatorin Yolanda Rother zu Beginn der Veranstaltung. Für Alexander Heußner, stellvertretender Referatsleiter im BMBF, werbe der Enter-Award für Offenheit und Freiheit in der Wissenschaft. In seiner Grußrede wies er auf die Vielfalt und das breite Spektrum an Open-Access-Projekten hin, die von der Jury in die engere Auswahl der Nominierten (Shortlist) aufgenommen wurden.

Zur siebenköpfigen Jury gehörten Prof. Dr. jur. Ellen Euler, Lambert Heller, Dr. Christina Riesenweber, Dr. Anne-Sophie Waag, Dr. Karin Werner, Prof. Dr. Leonhard Dobusch und Dr. Anja Oberländer. Fünf von ihnen waren bei der Preisverleihung dabei. Sie sprachen sich bei der Veranstaltung dafür aus, die gesamtgesellschaftliche Bedeutung von Open Access zu vergrößern. Dafür sei die Wissenschaft weiter zu öffnen, sodass sich immer mehr Menschen beteiligten. Zudem gelte es, sich auch mit jenen auseinanderzusetzen, die Open Access kritisieren.

Zum Programm der stimmungsvollen Preisverleihung in der Berliner Veranstaltungs-Location Holzmarkt gehörte ein Bühnengespräch der Moderatorin Yolanda Rother mit Professor Heinz Pampel, der am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft (IBI) der Humboldt-Universität zu Berlin im Bereich Informationsmanagement lehrt und forscht. Seiner Auffassung nach würden zwar Fortschritte zu noch mehr Open-Access-Publikationen erzielt, eine Umstellung von Closed zu Open habe vielerorts aber noch nicht stattgefunden, etwa bei zahlreichen Zeitschriften der großen Verlagskonzerne. Pampel erwähnte vielversprechende Open-Access-Entwicklungen im Ausland, wie die neue Open-Access-Strategie der Schweiz, die erheblichen Investitionen Japans in Open-Access-förderliche Infrastrukturen und die Verpflichtung aller Bundesbehörden in den USA, steuerfinanzierte Publikationen als Open Access zu veröffentlichen.

Weitere Fotos von den Preisträger*innen und der Veranstaltung gibt es im Pressebereich der Projektwebseite. Das Team vom Enter-Award fasst derzeit alle Learnings aus dieser ersten Preisverleihung zusammen und arbeitet an einer Verstetigung des Wettbewerbs. Über aktuelle Entwicklungen wird auf der Webseite des Enter-Awards sowie im Newsletter informiert.


Zitiervorschlag

Lammers, A., & Steinhau, H. (2024). Neuer bundesweiter Open-Access-Preis „Enter-Award 2024“ erstmals bei einer Veranstaltung in Berlin verliehen. open-access.network. doi.org/10.64395/avcvy-bmz16.


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