Altertumswissenschaften

Open Access in 60 Sekunden

Video zu Open Access. (CC BY 3.0 DE)
Quelle: Brinken, H., Hauss, J. &  Rücknagel, J. (2021). Open Access in 60 Sekunden, open-access.network. https://doi.org/10.5446/50831

Open Access in den Altertums­wissenschaften

Unter dem Begriff Altertumswissenschaften werden alle Fächer gebündelt, die sich mit den Kulturen der Klassischen Antike und der vorderasiatischen und europäischen Frühgeschichte befassen, insbesondere der sprachlichen und materiellen Hinterlassenschaften. Dank der Heterogenität der Fächer ist es schwierig, generelle Aussagen zur Entwicklung von Open Access in den Alter­tumswissenschaften zu treffen. Dennoch hat in den vergangenen Jahren in den verschiedenen Fachdisziplinen eine Hinwendung zum Open Access-Publizieren stattgefunden. So haben die Universitätsbibliothek Heidelberg und der Fachin­formationsdienst Propylaeum gemeinsam mit Vertreter*innen der Landes­denkmalämter sowie der altertumswissenschaftlichen Berufsverbände Strate­gien zum digitalen Publizieren in den Archäologien entwickelt (s. Mainzer The­sen zum Open Access Publizieren in der Archäologie). Auch in der Ägyptologie, der Alten Geschichte und der Klassischen Philologie gibt es inzwischen einige be­deutende Zeitschriften und Buchreihen, die Open Access erscheinen. Zu nennen ist hier beispielsweise das Projekt Digital Classics Online, das von den Althistoriker*innen der Universität Leipzig gestartet wurde und in dessen Rahmen auch die Reihe Digital Classics Books entstanden ist. 

Open-Access-Zeitschriften

Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet aktuell unter den Suchbe­griffen Archaeology, Ancient History, Greek language and literature. Latin language and literature und History of the Greco-Roman World 182 Open-Access-Zeitschriften auf (Stand: November 2021). Neben diesen neu ge­gründeten Journals werden bestehende Fachzeitschriften retrodigitalisiert und Open Access veröffentlicht. Neue Ausgaben dieser Zeitschriften erscheinen zeitgleich im Print und online oder mit einer Moving Wall.

Wichtige Open-Access-Zeitschriften sind:

In Zusammenarbeit mit dem Fachinformationsdienst Propylaeum stellt die Uni­versitätsbibliothek Heidelberg eine technische Infrastruktur zum Publizieren von Open-Access-Zeitschriften bereit. Das Angebot richtet sich an Altertums­wissenschaftler*innen weltweit. Aktuell (Stand: November 2021) werden 40 Open-Access-Zeitschriften über Propylaeum bereitgestellt.

Darüber hinaus publiziert die Plattform iDAI.publications des Deutschen Archä­ologischen Instituts digital verfügbare Zeitschriften (und Monografien) des eige­nen Instituts, z. B. Archäologischer Anzeiger, Chiron und e-Forschungsberichte.

Video zur Finanzierung von Open-Access-Artikeln. (CC BY 3.0 DE)
Quelle: Brinken, H. (2020). Finanzierung von Open-Access-Artikeln, open-access.network. https://doi.org/10.5446/49536

Open-Access-Bücher

Aus dem Bereich der Altertumswissenschaften listet das Directory of Open Access Books (DOAB) unter Themen wie Archaeology, Ancient history to c 500 CE, Classical history / classical civilisation etc. aktuell 330 Titel (Stand: Novem­ber 2021). Die OAPEN Library verzeichnet  über 400 Titel (Stand: November 2021) aus dem Feld der Altertumswissenschaften. 

Die von der Universitätsbibliothek Heidelberg bereitgestellte Open-Access-Pub­likationsplattform Propylaeum eBOOKs veröffentlicht wissenschaftliche Open-Access-Monografien der Fachbereiche Ägyptologie, Alte Geschichte, Byzantinis­tik, Klassische Archäologie, Klassische Philologie, Mittel- und Neulateinische Philologie und Vor- und Frühgeschichte. Veröffentlicht werden sowohl Erstpub­likationen (goldener Weg) als auch Zweitveröffentlichungen (grüner Weg). Das kostenfreie Angebot richtet sich an Altertumswissenschaftler*innen weltweit. Von Bedeutung ist darüber hinaus die in der Edition Topoi erscheinende Reihe Berlin Studies of the Ancient World.

Disziplinäre Repositorien

Propylaeum-DOK ist die Publikationsplattform des Fachinformationsdiensts Propylaeum. Hier können Altertumswissenschaftler*innen fachspezifische Online-Publikationen (Monografien, Artikel, Vorträge etc.) kostenfrei und ohne Zugangsbeschränkungen veröffentlichen. Auch die Bereitstellung elektronischer Zweitveröffentlichungen bereits gedruckt erschienener Schriften ist möglich und erwünscht. Propylaeum-DOK enthält über 5.000 OA-Publikationen (Stand: November 2021). 

Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet auch das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) in der Rubrik History and Archaeology.

Quelle: Brehm, E. (2021). Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler*innen, open-access.network. Brinken, Helene. https://doi.org/10.5446/51789 (CC BY 3.0 DE)

Sonstige Angebote

Fachportale und Plattformen  

Datenbanken u. Ä.

 Bilddatenbanken

  • Beazley Archive Pottery Database: vom Classical Art Research Centre (CARC) der University of Oxford betriebene, weltweit größte Datenbank für Fotografien antiker Keramik
  • Corpus Vasorum Antiquorum: vom Classical Art Research Centre (CARC) im Namen der Union Académique Internationale (UAI) betriebene Datenbank, über die mehr als 400 digitalisierte Kataloge zu antiker Keramik aus 24 Ländern frei verfügbar gemacht werden
  • Virtual Catalogue of Roman Coins (VCRC): enthält Abbildungen und Beschreibungen von Münzen von der frühen Republik bis zum Ende des vierten Jahrhunderts n. Chr.

Open Science in den Altertums­wissenschaften

  • Edition Topoi, Collections: Informationsinfrastruktur zur peer-reviewten Open-Access-Veröffentlichung von zitierfähigen Forschungsdaten wie 3D-Modellen, hochauflösenden Bildern, Daten und Datenbanken
  • Forschungsdaten bei Propylaeum: Neben der Möglichkeit, Daten in institutionellen Forschungsdatenrepositorien zu archivieren, können über Propylaeum Forschungsdaten langzeitarchiviert werden, die in Verbindung zu dort publizierten Open-Access-Publikationen stehen.
  • Forschungsdaten bei IANUS: deutsches Forschungsdatenzentrum für die Disziplinen der Archäologie und der Altertumswissenschaften.

Weiterführende Literatur

Bearbeitung der Inhalte der Seite: Dr. Katrin Bemmann, UB Heidelberg (Stand: November 2021)