<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
    <channel>
        <title>Tag RSS Feed</title>
        <description>Posts by tag: Open Access in practice</description>
        <language>en</language>
        <link>https://open-access.network/en/oablog/translate-to-english-tags/tag/open-access-in-der-praxis/blog.tag.xml</link>
        <lastBuildDate>Sat, 18 Jul 2026 02:35:53 +0200</lastBuildDate>
        
    
        
            
            
<item><title>Between Career Pressure and Political Demands: How Do We Create Equitable Publishing Structures?</title><link>https://open-access.network/en/oablog/between-career-pressure-and-political-demands-how-do-we-create-equitable-publishing-structures</link><comments>https://open-access.network/en/oablog/between-career-pressure-and-political-demands-how-do-we-create-equitable-publishing-structures#comments</comments><pubDate>Tue, 23 Jun 2026 10:12:56 +0200</pubDate><category>Consultation</category><category>Open Access in practice</category><dc:creator>Lorenz Weinberg</dc:creator><guid>https://open-access.network/en/oablog/between-career-pressure-and-political-demands-how-do-we-create-equitable-publishing-structures</guid><description>On 5 May 2026, open-access.network, a project funded by the German Federal Ministry of Research, Technology and Space (BMFTR), offered an introductory workshop on open access within the framework of the Heinrich Böll Foundation’s PhD Candidates’ Forum. The workshop met with great interest.

With this workshop, the project open-access.network collaborated for the first time with the talent development programme of a political foundation to raise awareness of the topics of open access and open science among early career researchers. At the annual PhD Candidates’ Forum, the Heinrich Böll Foundation’s PhD scholars present their research projects and discuss science policy topics. The motto of this year’s three-day event at the Foundation’s Berlin office was “Scientists between Neutrality and Activism – May or Must Science be Political? Entitled “Between Career Pressure and Political Aspirations: How do We Create Equitable Publishing Structures?”, the workshop was devoted to the structural and socio-political aspects of open access, scholarly publishing, and research evaluation practices, and reflected the field of tension in which many PhD candidates find themselves.

In the run-up to the event, it became apparent that the approach of placing the socio-political dimension of open access centre stage had struck a chord: Well over half of the Forum participants chose the open-access.network offering over other concurrent sessions. As the workshop facilitator, I was delighted about the great interest shown. Researchers are generally one of the target groups that the open access community often finds it more difficult to reach. The PhD candidates’ great interest and active participation could be interpreted as encouragement to also incorporate the political clout of open access and debates about reputation and the scholarly publishing system more often and to a greater degree into the introductory workshops on open access. </description><enclosure
            length="87117"
            type="image/png"
            url="https://open-access.network/fileadmin/user_upload/mohamed_hassan-graduation-7077409_1920.png" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Open Access Barcamp 2026 – Impressions of an Open Access Newbie</title><link>https://open-access.network/en/oablog/open-access-barcamp-2026-impressions-of-an-open-access-newbie</link><comments>https://open-access.network/en/oablog/open-access-barcamp-2026-impressions-of-an-open-access-newbie#comments</comments><pubDate>Tue, 02 Jun 2026 11:00:00 +0200</pubDate><category>Diamond Open Access</category><category>Conference</category><category>Open Access in practice</category><dc:creator>Sebastian Flaig</dc:creator><guid>https://open-access.network/en/oablog/open-access-barcamp-2026-impressions-of-an-open-access-newbie</guid><description>[Translate to English:] Open Access Barcamp 2026 – Eindrücke eines OA-Newbies

Am 29. und 30. April 2026 fand das Open Access Barcamp am Bibliotheks- und Informationssystem (BIS) der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg statt. Sebastian Flaig berichtet aus der Perspektive eines OA-Newbies.

Mini-Konferenz in Norddeutschland
„Für das Catering könnten wir Grünkohltee anbieten.“ Spätestens bei diesem Satz während eines der ersten Vorbereitungstreffen wurde klar: Mit Oldenburg haben wir das Open Access Barcamp ins tiefste Norddeutschland gelegt. In die Kohltourhauptstadt. Zum Glück – oder vielleicht auch leider – blieb es am Ende bei Kaffee und gewöhnlichem Grüntee (ohne -kohl-). Und auch sonst ging es schließlich mehr um die Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Publikationswesens als um das grüne Superfood.
Für mich persönlich war das Barcamp in mehrfacher Hinsicht eine Premiere. Nach gerade einmal zwei Monaten Berufserfahrung im Open-Access-Bereich nahm ich nicht nur erstmals an einem OA-Event in Präsenz teil, sondern erlebte auch mein erstes Barcamp überhaupt – zugleich als Teilnehmer und als organisatorische Unterstützung meiner Kollegin Karin Stork, die gemeinsam mit dem sympathischen Team des BIS die Vorbereitung und Durchführung verantwortete. Zwar war ich bereits im vergangenen Jahr als studentische Hilfskraft an der Organisation der Open-Access-Tage in Konstanz beteiligt, doch damals war ich eher damit beschäftigt, Namensschilder auszugeben und die Wege zu den Räumlichkeiten auszuschildern, als mich inhaltlich an aktuellen OA-Debatten zu beteiligen.
Im Vergleich zur „klassischen“ Konferenz mit minutiös geplantem Programm wirkte das Barcamp-Format auf mich zunächst ungewohnt. Eine feste Agenda gibt es hier nicht: Alle Teilnehmenden können eigene Themen einbringen, die sie aktuell beschäftigen. Nach kurzen Vorstellungen der Vorschläge wird gemeinsam abgestimmt, welche Sessions ins Programm aufgenommen werden. Im Vorfeld war ich noch skeptisch, ob dieses Konzept tatsächlich funktionieren würde und ob genügend Themen zusammenkämen. Diese Sorge erwies sich allerdings schnell als unbegründet. Die OA-Community brachte so viele Ideen ein, dass Karin und ich während der Sessionplanung in der Mittagspause alle Hände voll zu tun hatten. Am Ende mussten einige Vorschläge sogar zusammengelegt werden, damit möglichst viele Themen ihren Platz im Programm fanden.

Wertvolle Praxiseinblicke
Erstmals stand das Barcamp unter einem thematischen Schwerpunkt: Diamond Open Access. Dennoch waren auch andere OA-Themen willkommen. So umfasste das Programm unter anderem einen Workshop zu Kommunikationsstrategien sowie eine Diskussionsrunde zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Zweitveröffentlichungspflicht in Baden-Württemberg, das erst am Vortag bekanntgeworden war.
Von den DOA-Themen waren für mich insbesondere die praxisorientierten Sessions spannend. Vorgestellt wurden unter anderem die Diamond-Zeitschrift „Vierteljahreshefte zur Arbeits- und Wirtschaftsforschung“ sowie die Open-Access-Angebote des FID Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, zu denen beispielsweise die Publikationsplattform OpenJournals@Fachportal-Pädagogik gehört. Gerade diese Einblicke halfen mir dabei, Konzepte und Modelle, die mir in meiner täglichen Arbeit häufig eher theoretisch begegnen (etwa Flipping oder konsortiale Finanzierung), einmal in ihrer konkreten Umsetzung kennenzulernen.
Die kleine Gruppengröße machte es zudem leicht, viele – insbesondere die vermeintlich „dummen“ – Fragen zu stellen. Schnell habe ich verstanden, dass genau hierin die Stärke des Formats steckt: Der offene Austausch steht im Mittelpunkt, unabhängig von Vorerfahrung oder Wissensstand. Eine weitere Session, in der dieser Leitgedanke im Mittelpunkt stand, nämlich die Vorstellung von SeDOA inklusive Fragerunde, konnte ich leider nicht besuchen. Den vielen Klebepunkten bei der Abstimmung nach zu urteilen, stieß sie jedoch auf großes Interesse.

Eigene Sessions: Karlsruhe und Lampenfieber
Dass ich die SeDOA-Fragerunde und viele andere spannende Sessions (darunter eine zu Qualitätssicherung vor dem Hintergrund von KI) verpasste, hatte allerdings einen guten Grund: Neben den beiden praxisnahen Sessions hatte ich selbst zwei Programmpunkte vorbereitet. Damit waren alle vier Session-Slots bereits vollständig verplant und ich lernte schnell eine wichtige Barcamp-Erkenntnis: Auf solchen Veranstaltungen hat man immer mehr Interessen als Zeit…
Eine meiner Sessions widmete sich dem bereits erwähnten brandaktuellen Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Zweitveröffentlichungspflicht. Die Idee dazu entstand spontan auf der Zugfahrt nach Oldenburg, nachdem die Pressemitteilung veröffentlicht worden war. Entsprechend kurzfristig fiel die Vorbereitung aus und ebenso offen blieb die Diskussion. Dennoch war es spannend, gemeinsam zu überlegen, welche Folgen das Urteil für die OA-Community haben könnte und ob sich daraus langfristig Impulse für eine bundesweite Regelung ergeben könnten. Schließlich stellten die obersten Verfassungshüter in Karlsruhe fest, dass Baden-Württemberg mit seiner bisherigen Regelung unzulässigerweise in die Gesetzgebungskompetenz des Bundes eingegriffen hat.
Meine zweite Session beschäftigte sich mit einer weiteren hochaktuellen Entwicklung: der europäischen Publikationsplattform Open Research Europe (ORE). Ab Herbst 2026 soll ORE für Forschende aus elf europäischen Ländern geöffnet werden. Damit erweitert sich der Kreis der Publikationsberechtigten deutlich: Künftig können nicht mehr nur Forschende aus EU-geförderten Projekten veröffentlichen, sondern alle Wissenschaftler*innen aus Ländern, die die Plattform finanziell und organisatorisch tragen – darunter auch Deutschland.
Da es bislang nur wenige Informationen zu dieser Neuerung gab, war das Interesse an der Session entsprechend groß. Nach einem kurzen Inputvortrag diskutierten wir unter anderem die Frage, ob ORE als Diamond-OA-Angebot verstanden werden kann. Konkret ging es darum, ob die Finanzierung und organisatorische Trägerschaft durch Wissenschafts(förder)organisationen wie die DFG oder den FWF bereits dem Kriterium „scholar-led“ genügt. Ebenso wurde diskutiert, ob ORE mit seinem offenen Peer-Review-Verfahren überhaupt eine attraktive Alternative zu etablierten Publikationsorten darstellen könnte, die bislang vor allem durch Renommee, Impact Factor und Sichtbarkeit in der Fachcommunity überzeugen.
Die angenehme Atmosphäre, in der sich diese Diskussionen entwickelten, hat sich mir dabei sehr positiv eingeprägt. Trotz eines gewissen Lampenfiebers und meiner vergleichsweise kurzen Erfahrung im OA-Bereich hatte ich nicht das Gefühl, „nicht genug“ zu wissen. Genau das macht den besonderen Charakter eines Barcamps aus: Man muss keine Expertin oder kein Experte mit jahrzehntelanger Erfahrung sein, um auf Augenhöhe mitdiskutieren zu können. Unterschiedliche Perspektiven sind ausdrücklich erwünscht, auch die solcher Grünschnäbel wie mir.

Networking, Bibliotheksführung und Pizzasuppe
Dieser offene Charakter zeigte sich nicht nur in den Sessions selbst, sondern auch im Rahmenprogramm. Das sogenannte Impromptu-Networking am ersten Tag bot eine hervorragende Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei wurden gezielt Teilnehmende mit unterschiedlicher Berufserfahrung zusammengebracht, um sich über Herausforderungen im OA-Alltag oder den eigenen Weg in den Open-Access-Bereich auszutauschen.
Auch die Kaffeepausen und das freiwillige gemeinsame Abendessen nutzte ich intensiv für Gespräche – insbesondere mit anderen Berufseinsteiger*innen, die ähnliche Fragen und Unsicherheiten wie ich mitbrachten. Dabei wurde mir schnell klar, dass das Barcamp vor allem eines ist: ein Ort der Vernetzung innerhalb der OA-Community. Es ist erstaunlich, wie viele Kontakte, Ideen und mögliche Kooperationen sich innerhalb von nur zwei halben Tagen ergeben können.
Zum rundum positiven Eindruck trug nicht zuletzt die hervorragende Betreuung durch die Kolleg*innen des BIS bei. Egal ob Teilnehmende ihre Jacke suchten oder kurzfristig zusätzliche Pinnwandnadeln benötigt wurden – das Team der Geschäftsstelle war jederzeit ansprechbar und hilfsbereit. Besonders bemerkenswert fand ich zudem das Interesse vieler Bibliotheksmitarbeitender aus dem Haus, die selbst nicht unmittelbar im Open-Access-Bereich tätig sind, sich aber dennoch aktiv für die Veranstaltung interessierten und an einzelnen Sessions teilnahmen. Die Rahmenprogrammpunkte mit Führungen durch die Bibliothek, die Carl von Ossietzky-Ausstellung und das interaktive Learning Lab waren ein Highlight für sich.
Zum Abschluss des Barcamps gab es mit einer Mentimeter-Umfrage noch einmal die Gelegenheit, Revue passieren zu lassen: wozu man am meisten Neues gelernt hat – häufigste Antwort: ORE – wozu man noch am meisten Fragen hat – Antwort: ebenfalls ORE – und welche kulinarische Spezialität des Caterings am besten geschmeckt hat – Antwort: Pizzasuppe. Da musste ich mir allerdings unweigerlich die Frage stellen, ob das Ergebnis wohl anders ausgefallen wäre, wenn tatsächlich Grünkohltee angeboten worden wäre.
</description><enclosure
            length="1838555"
            type="image/jpeg"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/DSC_1809-lowRes.jpg" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Open Access für Nachwuchsforschende – Folge im Podcast „NachwuchsFragen“</title><link>https://open-access.network/en/blog/open-access-fuer-nachwuchsforschende-folge-im-podcast-nachwuchsfragen</link><comments>https://open-access.network/en/blog/open-access-fuer-nachwuchsforschende-folge-im-podcast-nachwuchsfragen#comments</comments><pubDate>Fri, 15 May 2026 09:43:00 +0200</pubDate><category>Consultation</category><category>Open Access in practice</category><dc:creator>Deborah Sielert</dc:creator><dc:creator>Sebastian Flaig</dc:creator><guid>https://open-access.network/en/blog/open-access-fuer-nachwuchsforschende-folge-im-podcast-nachwuchsfragen</guid><description>Worauf müssen Wissenschaftler*innen am Beginn ihrer akademischen Karriere beim Open-Access-Publizieren achten? Und welche Informationsangebote und Tools können dieser Zielgruppe beim Einstieg in die Open-Access-Thematik helfen? Über diese und viele weitere Fragen hat Deborah Sielert im Podcast „NachwuchsFragen“ der Graduiertenakademie an der Leibniz-Universität Hannover gesprochen.

Open-Access-Publizieren aus Nachwuchsperspektive
In der 43-minütigen Folge „Publizieren mit Open Access“ gibt Deborah Sielert eine Einführung in das Thema Open Access, die speziell für junge Wissenschaftler*innen mit noch wenig Erfahrung im wissenschaftlichen Publikationssystem zugeschnitten ist. Neben einem kurzen geschichtlichen Abriss der Entwicklungen des wissenschaftlichen Publizierens, die zur Open-Access-Transformation geführt haben, erklärt sie zentrale Begriffe und Abkürzungen, von APC über DEAL bis hin zu CC-BY-NC und den Zugangswegen zu Open Access mit ihren verschiedenen Farbbezeichnungen. 
Besonders spannend ist Deborah Sielerts doppelte Perspektive: Einerseits hat sie während ihrer Promotion eigene Erfahrungen als junge Forscherin gemacht, andererseits sieht sie nun als Open-Access-Beraterin an der TIB auch die weitläufigen Hintergründe des wissenschaftlichen Publizierens. In dieser Doppelrolle berichtet sie von den Herausforderungen, mit denen Early Career Researchers beim Open-Access-Publizieren konfrontiert sind, und benennt gleichzeitig Lösungen und Hilfsangebote. Bei der mitunter mühevollen Suche nach einem passenden Publikationsort für eine Open-Access-Publikation können neben den einrichtungsspezifischen Beratungsangeboten an der Bibliothek beispielsweise das B!SON-Tool oder auch der Erfahrungsaustausch mit der Fachcommunity unterstützen. Außerdem spüren insbesondere Wissenschaftler*innen am Anfang ihrer Karriere den Publikationsdruck der weit verbreiteten „Publish or Perish“-Kultur, was unseriöse Predatory Journals versuchen für ihre Zwecke zu nutzen. Auch hier können technische Angebote wie Positiv- bzw. Negativlisten von „Think Check Submit“ oder das Verzeichnis DOAJ, aber auch die persönliche Open-Access-Beratung an der eigenen Einrichtung Unsicherheiten reduzieren und für derartige Stolpersteine im Publikationswesen sensibilisieren.

„Ich hätte gerne mehr Wissen über den Publikationsmarkt und Themen wie Lizenzen gehabt, denn da besteht für mich ein Zusammenhang zu Selbstwirksamkeit und zum selbstbewussten Navigieren durch die Promotions- und Postdoc-Phase.“
– Deborah Sielert –

Rückblickend auf ihre eigenen Erfahrungen während der Promotion macht Deborah Sielert deutlich, wie wichtig der Informationsfluss an junge Wissenschaftler*innen ist. Wer seine Rechte als Urheber*in kennt, kann selbstbewusster mit Verlagen verhandeln und informierte Entscheidungen treffen. Nachwuchsforschende sind nicht den Zwängen eines starren Systems ausgeliefert, sondern können aktiv Einfluss nehmen – etwa durch die bewusste Wahl eines Journals oder einer Lizenz. „Im Rückblick, wenn ich jetzt nochmal publizieren wollen würde, würde ich eher schauen, welches Journal ich zum Beispiel vom Geschäftsmodell her unterstützenswert finde“, resümiert sie diesen Gedanken.

Link zur Folge
Die Podcastfolge kann auf der Webseite des „NachwuchsFragen“-Podcast oder auf allen gängigen Podcast-Plattformen gehört werden.
</description><enclosure
            length="731656"
            type="image/jpeg"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/pexels-audio-1844798.jpg" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Open Access Meets Regional Studies. New Ways of Publishing</title><link>https://open-access.network/en/oablog/open-access-meets-regional-studies-new-ways-of-publishing</link><comments>https://open-access.network/en/oablog/open-access-meets-regional-studies-new-ways-of-publishing#comments</comments><pubDate>Mon, 20 Apr 2026 10:05:00 +0200</pubDate><category>Open Access funding</category><category>Open Access in practice</category><category>Open Access transformation</category><category>Self-archiving</category><category>Open Access policy</category><category>Open Access in the specialised disciplines</category><dc:creator>Benedikt Krüger</dc:creator><guid>https://open-access.network/en/oablog/open-access-meets-regional-studies-new-ways-of-publishing</guid><description></description><enclosure
            length="657954"
            type="image/png"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/float_01.png" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Enabling Open Access Publishing Routes Through Transparency and Collaboration: Insights into the Infrastructure Behind oa.finder/journal</title><link>https://open-access.network/en/oablog/enabling-open-access-publishing-routes-through-transparency-and-collaboration-insights-into-the-infrastructure-behind-oafinder/journal</link><comments>https://open-access.network/en/oablog/enabling-open-access-publishing-routes-through-transparency-and-collaboration-insights-into-the-infrastructure-behind-oafinder/journal#comments</comments><pubDate>Thu, 19 Feb 2026 20:45:00 +0100</pubDate><category>Open Access in practice</category><category>Technology and workflows</category><category>Open Access in the specialised disciplines</category><dc:creator>Katja Dammann </dc:creator><dc:creator>Dr. Nina Schönfelder</dc:creator><guid>https://open-access.network/en/oablog/enabling-open-access-publishing-routes-through-transparency-and-collaboration-insights-into-the-infrastructure-behind-oafinder/journal</guid><description>[Translate to English:] Welche redaktionellen Abläufe, Datenquellen und Kooperationen stecken hinter dem Recherchetool oa.finder/journal? Die Autorinnen berichten zusammenfassend über den Online-Workshop Ein Blick hinter die Kulissen: Erfassung und Pflege der Daten im oa.finder/journal vom 10. September 2025.
Themen des kollegialen Austauschs mit Expertinnen aus Bibliotheken und Konsortialstellen waren die redaktionellen Abläufe im oa.finder/journal, die Nutzung von Datenquellen, sein Einsatz in der Beratungs- und Anwendungspraxis sowie die Weiterentwicklung der Datenstrukturen. In verschiedenen Impulsreferaten wurden folgende Fragen diskutiert:
-	Wie kommen die Daten über Transformationsverträge und Publikationsfonds der Wissenschaftseinrichtungen in den oa.finder? 
-	Welche Möglichkeiten haben Bibliotheken, Angaben zu prüfen, zu ändern und zu ergänzen? 
-	Welche Rolle spielen Konsortialstellen als Paketverwalter von Transformations- und OA-Flat-Fee-Verträgen?
-	Wie werden Unikliniken und Universitäten mit Literaturversorgung durch rechtlich selbstständige Bibliotheken (SUBs, zentrale Fachbibliotheken etc.) repräsentiert? 
-	Wie ist der Planungsstand zur Erweiterung der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) um eine Registry für Transformations- und OA-Flat-Fee-Verträge?

Es wurde deutlich, dass der oa.finder im Austausch mit verschiedenen Beteiligten Transparenz im Veröffentlichungsprozess schafft, Informationswege bündelt und Open-Access-Akteur*innen verbindet. Als Wissensbasis zur Recherche nach Publikationsmöglichkeiten enthält er neben publikationsrelevanten Informationen zu knapp 57.000 wissenschaftlichen Zeitschriften auch Informationen über Open-Access-Aktivitäten, Transformationsverträge und Publikationsfonds an über 700 Wissenschaftsinstitutionen im deutschsprachigen Raum. 
Datenpflege als Gemeinschaftsarbeit 
Der oa.finder unterstützt Wissenschaftler*innen bei der Auswahl geeigneter Publikationsorte für ihre Forschungsarbeit im Open Access sowie Mitarbeitende an Bibliotheken und anderen zentralen Serviceeinrichtungen bei der Publikationsberatung. Er bündelt Informationen über Zeitschriften, Verlage, Geschäftsmodelle und Open-Access-Vereinbarungen und macht diese strukturiert zugänglich. Die Teilnehmenden erfuhren, dass der oa.finder/journal auf eine Vielzahl von Quellen und Schnittstellen zurückgreift, wie die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB), das Directory of Open Access Journals (DOAJ), APC-Preislisten von Verlagen, die Transformative Agreements Public Data des Journal Checker Tools sowie einrichtungsspezifische Informationen aus dem oa.atlas. Diese Zusammenführung erfordert technische Schnittstellen, redaktionelle Sorgfalt und institutionsübergreifende Kooperationen.
In ihrer Einführung sprach Nina Schönfelder (UB Bielefeld) über die Erfassung und Pflege der Daten im oa.finder/journal. Sie beschrieb die notwendigen komplexen Arbeitsschritte, um aus verstreuten Quellen ein konsistentes und aktuelles Informationssystem zu formen. Von der automatisierten Datenübernahme bis zur manuellen Prüfung durch das Redaktionsteam wird die Datenqualität an verschiedenen Stellen des Prozesses sichergestellt. „Der Anspruch ist, zuverlässige und nachvollziehbare Informationen zu bieten, weil der oa.finder/journal eine Grundlage für Beratungen und Publikationsentscheidungen bieten will“, betonte Schönfelder. Die Herausforderung der Datenpflege läge nicht nur in der technischen Integration, sondern auch im Umgang mit der Dynamik des Open-Access-Marktes: Zeitschriftenmodelle ändern sich, neue Transformationsverträge kommen hinzu, Verlage wechseln ihre Richtlinien.

Open Access an der Universitätsmedizin Augsburg
Im ersten Impulsreferat präsentierten Evamaria Krause und Sonja Härkönen von der Universitätsbibliothek Augsburg, wie die Literaturversorgung und Organisation der Transformationsverträge in ihrem Haus für die Medizinische Fakultät, das Uniklinikum sowie verschiedene klinische Kooperationspartner umgesetzt werden. Klinik-Mitarbeitende, die wissenschaftliche Dienstleistungen erbringen, sind laut Grundordnung der Universität Augsburg den Universitätsmitgliedern rechtlich gleichgestellt, was auch für den Versorgungsauftrag durch die Universitätsbibliothek gilt. Aus dieser Konstellation entstehen komplexe Einzelanforderungen, die im Alltagsgeschäft kommunikative Herausforderungen darstellen: Beispielsweise, wenn bei mehrjährig laufenden Transformationsverträgen während der Vertragslaufzeit neue Personen als publikationsberechtigt aufgenommen werden sollen. Oder die entstehenden Zusatzkosten, wenn Mitarbeitende der Kooperationskliniken im Rahmen von Verträgen publizieren wollen, an denen die Medizinische Fakultät nicht beteiligt ist. 
Die Dienste der UB Augsburg zum Open-Access-Publizieren sind vielfältig: Information und Beratung zu Open Access, finanzielle Förderung von Open-Access-Artikeln und Beteiligung an Transformationsverträgen. In der Publikationspraxis geht es oft um Fragen wie: Welche Zeitschrift erlaubt mir, meinen Artikel im Open Access zu veröffentlichen? Welche Kosten entstehen, und wer übernimmt sie? Hier bietet der oa.finder/journal eine erste Orientierung, indem er Informationen zu APCs, Lizenzen und Fördermöglichkeiten bündelt. Evamaria Krause und Sonja Härkönen betonten, dass vor allem die Kombination der zentral gepflegten Daten mit lokaler Beratung zielführend sei. 
In der Universitätsmedizin treffen unterschiedliche Förderlogiken aufeinander – nicht nur bei den erwähnten Transformationsverträgen, sondern auch bei der universitätsinternen Förderung von Open-Access-Artikeln. Für diese Fälle wünschen sich die Referentinnen eine differenzierte Darstellung der Transformationsverträge und Fördermöglichkeiten im oa.finder/journal sowie schnelle Änderungen in den eigenen Daten.

Beratung mit dem oa.finder an der Universität Greifswald
An der Universität Greifswald ist die Situation anders: Die Uniklinik ist Teil der Universität und fungiert als medizinischen Fakultät. Entsprechend sind alle Angehörigen der Unikli-nik auch Hochschulangehörige. Ariane Retzar berichtete aus der Beratungspraxis des Open-Access-Teams der Universitätsbibliothek Greifswald, das den oa.finder aktiv nutzt, um Forschenden passgenaue Informationen zu bieten. In der täglichen Arbeit diene er als Nachschlagewerk, mit dem Publikationsoptionen schnell auffindbar sind. Da die UB den oa.finder zentral auf ihrer Website eingebunden hat, wird er auch von Wissenschaft-ler*innen genutzt, was durch Erwähnungen in E-Mails und bei telefonischen Anfragen belegt ist. Für die Weiterentwicklung wünscht sich das Greifswalder Open-Access-Team eine verlässliche und durchgängige Kennzeichnung förderfähiger Zeitschriften und eine Übereinstimmung der einrichtungsspezifischen Förderbedingungen mit den Hinweisen zur Kostenübernahme.
Retzar hob hervor, dass der Nutzen des Tools vor allem darin besteht, dass es Entscheidungen erleichtert. Zugleich betonte sie, dass es keine Beratung ersetzt, sondern stützt und professionalisiert. Mit der passenden Suchanfrage erhalte man im oa.finder objektive und vergleichbare Informationen, die die lokale Publikationsberatung ergänzen, was grade für kleinere Einrichtungen eine erhebliche Entlastung bringt.

Open-Access-Informationen an der SUB Hamburg
Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg (SUB) informiert Forschende der Universität Hamburg sowie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) über vielfältige Kanäle zu Open-Access-Publikationsmöglichkeiten – von Webseiten über Schulungen bis hin zu persönlichen Beratungen. Die Literaturversorgung (inkl. OA-Vereinbarungen) des UKE erfolgt kooperativ-arbeitsteilig mit der Ärztlichen Zentralbibliothek (ÄZB). Sarah Ehmke von der SUB Hamburg stellte die Frage, wo und wie sich der oa.finder in dieses Informationsangebot einbinden ließe und schlussfolgerte, dass der Mehrwert in der zentralen Sichtbarkeit, Aktualität und Verlässlichkeit der Daten läge: „Wenn wir in der Beratung auf eine verlässliche Datenquelle verweisen können, schafft das Vertrauen – und spart Zeit auf beiden Seiten.“ Deshalb plädierte sie dafür, im oa.finder mehr lokale Informationen einzubinden, etwa institutionsspezifische Kategorie-Labels, das Platzieren institutionsspezifischer Hinweise und das Hinterlegen von Rabatt-, Rahmen- und Deposit-Verträgen. Erst dann könne er zu einem festen Bestandteil der Publikationsberatung in Bibliotheken mit echtem Mehrwert für die Wissenschaftler*innen vor Ort werden. Darauf eingehend gab Nicola Bieg von der Konsortialstelle der TIB Hannover den Hinweis, dass Bibliotheken bei der Anbahnung von Transformationsverträgen die zugehörigen Universitätskliniken explizit als publikationsberechtigte Einrichtungen angeben sollten. Das schaffe Transparenz in der Frage wer berechtigt ist zu publizieren und fließe außerdem in die Erstellung des Gebührenmodells ein, da so Publikationszahlen und Lizenzen eingerechnet werden könnten. Auch im Publikationsprozess seien diese Informationen bedeutsam, damit Verlage eingereichte Artikel dem passenden Transformationsvertrag zuordnen können.
In den Beiträgen aus den verschiedenen Bibliotheken wurde deutlich, dass die Informationen über die verschiedenen und komplexen Publikationsverträge sich nur schwer passgenau aufbereiten lassen und immer erklärungsbedürftig bleiben. Bei der Frage wo und mit welcher finanziellen Unterstützung Forschende publizieren können, ist der oa.finder ein hilfreiches Tool zur ersten Orientierung für Wissenschaftler*innen und für Personen in der Publikationsberatung. Eine verbindliche Klärung ist nur mit individueller Beratung der Bibliotheken möglich.

Konsortiale Perspektive: Datenweitergabe und Synergien
Nicola Bieg von der Technischen Informationsbibliothek (TIB) erweiterte den Austausch um die Perspektive einer Konsortialstelle, die Vertragsverhandlungen mit Verlagen vorbereitet, durchführt und Abschlüsse erzielt. Als Vorbereitung für die Vertragsverhandlungen sowie ihr Monitoring seien konsistente und interoperable Daten essenziell. Bei Titellisten für die Read-Komponente von Transformationsverträgen gäbe es einen etablierten und guten Standard zum Austausch mit den Verlagen; dies sei bei Titellisten für die Publish-Komponente noch nicht der Fall. Nach Vertragsschluss verteilt die TIB einige der vertragsbezogenen Daten (Titellisten, Einrichtungslisten) an mehrere Dienste routinemäßig mit teils unterschiedlichem Zuschnitt – darunter auch an den oa.finder. Ein Zeitverzug sei unvermeidbar, da die Verträge oft erst im Laufe des Januars rückwirkend zu Jahresbeginn unterzeichnet werden, was sich auch im oa.finder niederschlägt. In jeder neuen Vertragsphase kommen PIDs (Persistente Identifier wie DOI, ORCID, ISSN und ROR-ID zum Tragen. Für das Monitoring der Verträge hinsichtlich der zu erwartenden Publikationszahlen, greift die TIB auf das Schema des OA-Switchboards zurück. Für das Management von Lizenzen wurde an vielen deutschen Konsortialstellen in der Vergangenheit standardmäßig die WIB-ID zur eindeutigen Identifizierung von Einrichtungen verwendet, die Konsortialstellen mittlerweile aus LAS:eR ziehen können. LAS:eR ermöglicht die zentrale Verwaltung von elektronischen Ressourcen in einem System inklusive Konsortial- und Nationallizenzen. Bibliotheken können neben ihrer WIB-ID auch die ROR IDs der Einrichtungen hinterlegen, für deren Literaturversorgung sie zuständig sind. Dies ist für Transformationsverträge essenziell, damit die Publish-Komponente alle berechtigten, aber rechtlich selbstständigen Einrichtungen umfasst (Unikliniken, Universitäten mit Versorgungsauftrag durch eine Landes-/Staats- oder zentrale Fachbibliothek usw.). Bieg betonte, dass diese Informationen bereits zu Verhandlungsbeginn vorliegen sollten; ein Nachmelden sei selten möglich. 

Verknüpfte Datenstrukturen – Ein Blick in die Zukunft
Abschließend präsentierte Silke Weisheit von der Universitätsbibliothek Regensburg die geplante Erweiterung der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) um eine Registry für Open-Access-Vereinbarungen, die im Rahmen des DFG-Projekts openCost entstehen soll. Damit wird eine neue Ebene der Datenintegration geschaffen: Informationen über Open-Access-Vereinbarungen werden strukturiert, maschinenlesbar und nachnutzbar erfasst, was ein entscheidender Schritt für mehr Transparenz in der Kosten- und Vertragslandschaft ist.
Diese Erweiterung steht exemplarisch für die Richtung, in die sich die Open-Access-Infrastruktur bewegt: mehr vernetzte, offene und interoperable Datenräume. Der oa.finder profitiert von diesen Entwicklungen durch mögliche Schnittstellen und die Nachnutzung von Daten. Außerdem trägt er selbst dazu bei, dass Open-Access-Informationen nicht in einzelnen Projekten verbleiben, sondern als gemeinsames Wissen zugänglich sind.

Fazit: Transparenz braucht Zusammenarbeit
Der Workshop zeigte eindrucksvoll, dass die Qualität des oa.finders als Informationstool, das verschiedene Quellen verbindet, vor allem auf Kooperation beruht – zwischen Projekten, Bibliotheken, Konsortien und Beratenden. Datenpflege ist kein Selbstzweck, sondern Grundlage für eine verlässliche, nachhaltige Informationsinfrastruktur. Offene Publikationswege brauchen offene Informationsflüsse – und diese entstehen nur, wenn viele Akteur*innen ihr Wissen teilen. Der oa.finder steht beispielhaft für ein Gemeinschaftswerk, das den Open-Access-Gedanken nicht nur abbildet, sondern praktisch umsetzbar macht.

Die Präsentationsfolien des Workshops wurden auf Zenodo im Open Access veröffentlicht: 
Bieg, Nicola (2025). Übermittlung von OA-Publikationskonditionen in TIB Konsortien. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.17199072
Ehmke, Sarah (2025). Publizieren im Open Access Informationswege der Staats und Universitätsbibliothek Hamburg und wie der oa.finder uns dabei unterstützen könnte. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.17199331
Härkönen, Sonja &amp; Krause, Evamaria (2025). Open Access an der Universitätsmedizin Augsburg. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.17199443
Retzar, Ariane (2025). Der oa.finder in der Beratungspraxis an der Universität Greifswald. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.17199504
Schönfelder, Nina (2025). Ein Blick hinter die Kulissen: Erfassung und Pflege der Daten im oa.finder/journal. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.17199644
Weisheit, Silke (2025). Erweiterung der EZB um eine Registry für OA-Vereinbarungen im Rahmen des DFG-Projekts openCost. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.17121862
</description><enclosure
            length="971046"
            type="image/png"
            url="https://open-access.network/fileadmin/user_upload/University_of_Virginia_School_of_Data_Science_LGBT_data_burst.png" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Der Weg der Neuen Politischen Literatur zu Diamond Open Access</title><link>https://open-access.network/en/blog/der-weg-der-neuen-politischen-literatur-zu-diamond-open-access</link><comments>https://open-access.network/en/blog/der-weg-der-neuen-politischen-literatur-zu-diamond-open-access#comments</comments><pubDate>Mon, 16 Feb 2026 19:42:49 +0100</pubDate><category>Diamond Open Access</category><category>Open Access in practice</category><category>Open Access transformation</category><category>Journals</category><dc:creator>Volker Köhler</dc:creator><dc:creator>Andrea Perthen</dc:creator><guid>https://open-access.network/en/blog/der-weg-der-neuen-politischen-literatur-zu-diamond-open-access</guid><description>Die Neue Politische Literatur (NPL), eine Fachzeitschrift für geschichts- und politikwissenschaftliche Rezensionen, ist nach sieben Jahrzehnten ihres Bestehens zum Diamond-Open-Access-Modell (DOA) gewechselt. Was sind unsere Beweggründe hierfür? Wie ging der „Flip“ vonstatten? Wie blicken wir in die Zukunft?

Eine Zeitschrift mit langer Geschichte

Die Wurzeln der „Neuen Politischen Literatur“ (NPL) liegen in den 1950er Jahren. Bereits 1952 wurde die Zeitschrift „Politische Literatur. Berichte über das internationale Schrifttum zur Politik“ (PL) gegründet, die jedoch nach zweijährigem Bestehen wieder einging. Im Jahr 1956 wurde die NPL als deren Nachfolgerin aus der Taufe gehoben. Die NPL richtete sich dezidiert gegen das restaurative Klima in der noch jungen Demokratie und widmete sich Buchbesprechungen aus den Bereichen der Geschichts- und Politikwissenschaft sowie Sozialwissenschaften und Recht. 
In den folgenden Jahrzehnten konzentrierte sich die NPL immer stärker auf die Geschichts- und Politikwissenschaft, bis sich in den 1980er Jahren dieses Profil gefestigt hatte. Seither werden in der NPL besonders Titel zur Geschichte der Moderne sowie aus der theoriegeleiteten und historisch orientierten Politikwissenschaft besprochen. Dies geschieht zum einen im Format der rund zwei Seiten umfassenden Einzelrezension, zum anderen aber auch in den längeren Beitragsformen Essay – in dem ein oder auch zwei bis drei Titel pointiert besprochen und in den Forschungskontext eingebettet werden – und Rezensionsaufsatz, in dem bis zu 20 aktuelle Titel zu eine Thema ausführlich besprochen werden. Im Zentrum stehen dabei Fragen der Demokratie, von Macht und Herrschaft, Formen der Ungleichheit sowie zu autoritären und diktatorischen Regimen. In den 2020er Jahren ist diese Ausrichtung aktueller denn je (vgl. Dipper, 2025).
Die Qualität der NPL wird zum einen durch das Herausgebendengremium sichergestellt, das aus anerkannten Forschenden aus Politik- und Geschichtswissenschaft besteht. Zum anderen kümmert sich ein dreiköpfiges Redaktionsteam um die Qualitätssicherung und den reibungslosen Ablauf der Publikation.

Segen und Fluch von DEAL

Im Lauf ihrer Geschichte erschien die NPL in unterschiedlichen Verlagen. Im Jahr 2019 wechselte sie zu Springer VS. Von diesem Zeitpunkt an erschien sie nicht nur gedruckt, sondern auch digital im sogenannten publish-online-first-Verfahren. Ein zentraler Beweggrund für den Verlagswechsel zu Springer war die Aussicht, die Zeitschrift zu großen Teilen Open Access[KS1.1] (OA) publizieren zu können. Insbesondere durch die kurze Zeit später erfolgreich abgeschlossenen DEAL[KS2.1]-Verhandlungen bekamen erschienen große Teile der NPL nun im Open Access. Die Publikationsgebühr übernahmen in der Regel die Universitätsbibliotheken. Gleichzeitig konnten die teilnehmenden Institutionen auf alle Artikel der NPL zugreifen. So erreichten die OA veröffentlichten Artikel einen größeren Personenkreis und das Versprechen eines demokratischen Zugangs zu wissenschaftlicher Forschung wurde eingelöst. Alternativ konnten die Autor*innen ihre Texte weiterhin subskriptionsbasiert [KS4.1]veröffentlichen.
Spätestens durch die geänderten Spielregeln, welche der zweite DEAL-Abschluss im November 2023 brachte, entstanden jedoch Risse in dieser heilen OA-Welt. Die OA-Kosten wurden zunehmend nicht mehr vollumfänglich von institutioneller Seite übernommen, sondern komplett oder teilweise auf Fachgebiete, Lehrstühle oder Einzelpersonen umgelegt. Das machte das Publizieren von Rezensionen zunehmend unattraktiv. Im Jahr 2025 haben mehrere Autor*innen ihre Beiträge bei der NPL zurückgezogen, weil sie bzw. ihre Institution die Publish and Read [KS5.1](PAR)-Gebühr nicht tragen konnten oder wollten. Zudem legte der neue DEAL-Vertrag fest, dass Einzelrezensionen kein research content mehr seien. Entsprechend war der Verlag angehalten, diese gebührenfrei zu publizieren, ohne dafür im DEAL-System vergütet zu werden. Dies wurde jedoch in dem immer schwerfälliger und komplizierter werdenden Freigabeprozess des Verlags nicht abgebildet, was zu einem großen Mehraufwand sowohl bei der Redaktion als auch den Autor*innen führte: Für die Autor*innen war bei der Freigabe Ihres Textes für den Verlag nirgends ersichtlich, dass für Einzelrezensionen eben keine Gebühren mehr anfielen. So kam es vermehrt zu verärgerten Anfragen der Autor*innen, die wir klären mussten – zuweilen vergebens. Gleichzeitig hatte der Verlag nun kaum noch Anreiz, uns bei diesem Prozess zu unterstützen, da Einzelrezensionen – und damit ein wichtiger Teil der NPL – für ihn quasi über Nacht zu einem Verlustgeschäft geworden waren.
Wir standen als Zeitschrift also vor multiplen Herausforderungen. Wenn immer mehr Autor*innen gar nicht mehr oder nur subskriptionsbasiert publizieren wollen, sinkt die Reichweite. Dazu kam die grundsätzliche Einstellung des Herausgebendengremiums für eine wahrhaft scholar-ly led, scholar-ly owned-Zeitschrift und gegen die oligopolistischen Strukturen mit schwindelerregenden Gewinnmargen einiger weniger Wissenschaftsverlage (vgl. Fischer, et al. 2024; Jörke, et al. 2025; Knoche, 2023 ).

Der Weg zum Flip

Aus der beschriebenen Situation heraus gab es einen Weg: Die Umstellung der NPL auf DOA. Dass die NPL-Redaktion an der TU Darmstadt angesiedelt ist, erwies sich dabei als Glücksfall. Denn die dortige Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) engagiert sich unter ihrem Direktor Thomas Stäcker schon länger besonders für diesen diamantenen Weg der Veröffentlichung. Die ULB bietet mit TUjournals einen kostenfreien Service an, der das Herausgeben einer digitalen DOA-Zeitschrift über die Open-Source-Publikationsplattform Janeway ermöglicht. Ab jetzt wird die NPL also dort und rein digital erscheinen.
In weiser Voraussicht hatte die NPL schon vor vielen Jahren ein eigenes Content Management System (CMS) für die besonderen Bedürfnisse einer Rezensionszeitschrift erworben, das auch nach dem Wechsel zum letzten Verlag beibehalten wurde, um in möglichst vielen Arbeitsprozessen autonom zu bleiben. Diese Unabhängigkeit erleichterte das Flipping entscheidend, denn unsere eingespielten Workflows können wir weitgehend beibehalten.
Gleichzeitig bedeutete dies eine Herausforderung an anderer Stelle. Wir mussten gemeinsam mit dem Team der ULB einen sehr spezifischen Arbeitsprozess aufsetzen, der unser CMS als Vorfeld-System beibehielt, dann aber die Publikation über Janeway sicherstellen konnte. Die Herausforderung wurde vom Team der ULB sportlich genommen. Wir sind sehr dankbar, dass das Team „Digitales Publizieren“ uns auf diesem Weg begleitet hat. Im Kern nutzen wir nun unser CMS für die Einreichung von Artikeln und Gutachten und für die Pflege unserer Datenbanken. Anschließend exportieren wir Artikel und Metadaten über den XML-Editor Oxygen in Janeway, wo diese dann publiziert werden.
Die Publikation der Beiträge läuft über eine von Janeway generierte, an der TU Darmstadt gehostete Seite (https://www.neue-politische-literatur.tu-darmstadt.de/). Dazu existiert weiterhin die Domain unseres Redaktionssystems (www.neue-politische-literatur.de).
Wir publizieren unter CC-BY-Lizenz, so dass die Bereitstellung der Artikel sowie deren Archivierung sowohl von der ULB Darmstadt gewährleistet wird als auch über die Autor*innen selbst (etwa über Repositorien) erfolgen kann.
Was die älteren Artikel angeht, so behielten wir die Rechte an den Back Issues von Springer. Sie wurden bereits an die ULB übermittelt und werden künftig von unserer TUjournals-Website aus abrufbar sein. Darüber hinaus nehmen wir unsere Zusammenarbeit mit der Meta-Rezensionsplattform recensio.net wieder auf, so dass ein Großteil unserer Artikel der letzten ca. 15 Jahre online abrufbar bleibt und wir ein digitales (Kurzzeit-)Gedächtnis der Zeitschrift entwickeln können.
Eine Herausforderung in diesem Zusammenhang wird die Öffentlichkeitsarbeit und Verbreitung unserer Inhalte bleiben, da dies zuvor der Verlag übernommen hatte. Künftig sollen zunächst ein Newsletter-System und Beiträge in sozialen Medien auf uns aufmerksam machen. In den kommenden Monaten werden wir aber viel Zeit in die Entwicklung ausgefeilter Ideen investieren.

Fazit

Wir freuen uns sehr, dass die NPL nun für Schreibende wie Lesende kostenfrei ist. Zwar ist es uns nicht leichtgefallen, auf unsere Printausgabe zu verzichten. Doch die Lesegewohnheiten haben sich geändert – und nicht zuletzt können so auch Kosten eingespart werden.
Doch es entstehen selbstverständlich weiterhin Kosten. Nach der Auflösung des Verlagsvertrags müssen wir mit dem Wegfall von Zahlungen leben, mit denen der Verlag einen Teil unserer Arbeit honoriert hat. Und hier wären wir bei zwei der größten Herausforderung für die NPL in der Zukunft: Erstens steckt hinter jedem Artikel viel redaktionelle Arbeitszeit, die geleistet und vergütet werden muss. Zweitens wird die Entwicklung von KI den Redaktionsprozess in den nächsten Jahren massiv verändern: durch Einsatz beim Korrektorat etwa, aber auch als Hilfsmittel für unsere Autor*innen im Schreibprozess. Es gilt, die Grenzen zwischen legitimem und illegitimem Einsatz von KI zu ziehen; vor allem aber auch, die Frage nach der Bedeutung menschlicher Autor*innenschaft immer wieder aufs Neue zu stellen. Der menschliche Kern wissenschaftlichen Arbeitens kann nicht aufgegeben werden. Hier schließt sich der Kreis: Denn dafür braucht man Personal und eine Finanzierung.
Mit Interesse verfolgen wir daher aktuelle Debatten über Vorschläge zu neuen Finanzierungsmodellen wie etwa von Tautz et al. (2025) und Mittermaier (2025). Denn DOA kann nur funktionieren, wenn die Redaktionen eine nachhaltige Finanzierung erhalten. Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Wir hoffen, dass das Bewusstsein für die Notwendigkeit des diamantenen Wegs und die Befreiung von der Marktmacht einiger weniger Großverlage in der wissenschaftlichen Community weiterwächst und wir mit unserem Beispiel einen kleinen Beitrag dazu leisten.

Literatur

Dipper, C. (2025). Die vielen Häutungen der NPL. Neue Politische Literatur 70(2/3). https://doi.org/10.1007/s42520-025-00663-w.
Fischer, G./Neufend, M./Kindling, M. (2024). DEAL ≠ Diamond. Ein Diskussionsbeitrag zur Souveränität des wissenschaftlichen Publikationswesens. Open Access Blog Berlin (blog), 27.11.2024. https://doi.org/10.59350/ab01a-dj116;
Jörke, D./Czolkoß-Hettwer, M. (2025, 25. Juni): Diamond-Open-Access gehört die Zukunft. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 
Knoche, M. (2023). DEAL ist ein Problem – Gespräch mit Thomas Stäcker über die Folgen der Digitalisierung für Bibliotheken (3). Aus der Forschungsbibliothek Krekelborn, 06.03.2023. https://doi.org/10.58079/lyv3  
Mittermaier, B. (2025). Proposal for a German Diamond Open Access Fund (DeFDOA). CRAFT-OA Conference October 6-8 2025. https://doi.org/10.5281/zenodo.17121108 
Tautz, D./Holzer, A./Schmidt, K. M./Buchner, J./Grötschel, M./Jurburg, S. (2025). Ein neues Verfahren zur direkten Finanzierung und Evaluation wissenschaftlicher Zeitschriften. Diskussion Nr. 38, Halle (Saale): Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina. https://doi.org/10.26164/leopoldina_03_01261.
</description><enclosure
            length="52383"
            type="image/jpeg"
            url="https://open-access.network/fileadmin/user_upload/npl_Logo_2025_rahmen_4.jpg" /></item>


            
        
            
            
<item><title>For the Good of All? Open Access on the Move</title><link>https://open-access.network/en/oablog/for-the-good-of-all-open-access-on-the-move</link><comments>https://open-access.network/en/oablog/for-the-good-of-all-open-access-on-the-move#comments</comments><pubDate>Wed, 21 Jan 2026 13:21:02 +0100</pubDate><category>Diamond Open Access</category><category>Conference</category><category>Open Access funding</category><category>Open Access in practice</category><category>Technology and workflows</category><category>Open Access transformation</category><category>Open Access policy</category><dc:creator>Daniel Beucke</dc:creator><dc:creator>Julian Schima </dc:creator><guid>https://open-access.network/en/oablog/for-the-good-of-all-open-access-on-the-move</guid><description>[Translate to English:] Zum Wohle aller? Open Access in Bewegung
von Daniel Beucke und Julian Schima
Open Access ist weit mehr als ein Publikationsmodell - das zeigte die Veranstaltung „Open Access in Bewegung: Perspektiven, Praxis, Positionen“ an der UB Göttingen. Beiträge zu Leitlinien, gelebter Praxis und Infrastruktur machten deutlich, wie die Wissenschaft Openness, Verantwortung und Autonomie gemeinsam neu aushandeln muss.
Zu einer vielseitigen Mischung aus Impulsvorträgen, Praxisbeispielen und offenen Diskussionen lud das BMFTR-Projekt open-access.network gemeinsam mit der Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen) am 13. November 2025 ein. Etwa 40 Forschende, Studierende, Bibliotheksmitarbeitende und Vertreter*innen aus der Verlagswelt gingen der Frage nach, wie sich das wissenschaftliche Publizieren verändert – und welche Rolle Offenheit künftig spielen sollte. Das Programm startete mit drei Vorträgen: Linda Martin, BIS Oldenburg, führte mit „Zum Wohle aller: Wissenschaftliches Publizieren und Open Access“ in die Grundlagen der Thematik bis hin zu Fördermöglichkeiten ein. In „To Polish a Diamond“ zeigten Sabine Hess und Karl Heyer aus der Redaktion von movements den Umstieg ihrer Zeitschrift zu Diamond Open Access. Den letzten Vortrag hielt Hannah Böhlke, Universitätsverlag Göttingen, und gab praxisnahe Einblicke in die Möglichkeiten für Forschende, Open Access umzusetzen. Es folgte eine Freeflow-Phase mit Postersession und informellen Gesprächen und die Veranstaltung endete mit einer Diskussionsrunde, in der Vertreter*innen aus Wissenschaft, Bibliotheken, Verlagswesen und Studierende sich über die Verantwortung der Wissenschaft austauschten.
Grundlagen und Zukunftsperspektiven von Open Access
Linda Martin, BIS Oldenburg, eröffnete die Veranstaltung mit einem Überblick über die Bedeutung von Open Access im Kontext guter wissenschaftlicher Praxis. Sie stellte zentrale Leitdokumente vor, darunter das Bethesda Statement (2003), die Berliner Erklärung (2003), die UNESCO-Empfehlung zu Open Science (2021) und den Kodex der DFG (2024), und machte deutlich: Open Access ist längst ein essenzieller Bestandteil wissenschaftlicher Integrität.
Martin erläuterte die verschiedenen Publikationswege: Gold Open Access bedeutet eine Erstveröffentlichung, die sofort frei verfügbar ist, meist über Verlage oder Repositorien, und als Version of Record vorliegt. Diamond Open Access funktioniert nach dem gleichen Prinzip, ist jedoch sowohl für Autor*innen als auch Leser*innen kostenfrei. Green Open Access bezeichnet die Zweitveröffentlichung eines Artikels in einem Repositorium, meist nach Ablauf einer Embargofrist, in der Regel als akzeptierte Manuskriptversion.
Besonders hervorzuheben ist Diamond Open Access, der die digitale Souveränität der Wissenschaft stärkt. Veröffentlichungen bleiben unabhängig von kommerziellen Verlagen, können kostenfrei publiziert und genutzt werden, und Rechte sowie Lizenzen verbleiben bei den Herausgeber*innen. Gleichzeitig wird durch Qualitätssicherung, Langzeitarchivierung und persistente offene Lizenzen die wissenschaftliche Integrität langfristig gewährleistet.
Mit Blick auf internationale Entwicklungen stellte Martin die Stockholm Declaration on Reforming Science Publishing (2025) vor, die unter anderem fordert, akademische Kontrolle über Publikationen zurückzugewinnen, Anreizsysteme stärker auf Qualität auszurichten, unabhängige Mechanismen zur Betrugsprävention zu etablieren und gesetzliche sowie strukturelle Maßnahmen zum Schutz der Wissenschaft zu stärken. 
Als konkretes Beispiel für eine regionale Infrastruktur zeigte Martin Ideen für das geplante Projekt NiedersachsenPUBLISHING, das den Aufbau einer offenen, kooperativen digitalen Infrastruktur für Diamond Open Access in Niedersachsen unterstützen soll. Es umfasst Angebote für Zeitschriften, Monografien und digitale Editionen und stellt Beratungsdienste für Autor*innen, Herausgeber*innen und Projektpartner*innen bereit. Das Projekt wird in die Dachinitiative Hochschule.digital Niedersachsen eingebettet und soll zeigen, wie strukturelle Unterstützung Open Access nachhaltig stärken kann.
Der beispielhafte Weg einer Zeitschrift zu Diamond Open Access
Der Vortrag „To Polish a Diamond“ von Sabine Hess und Karl Heyer aus der Redaktion von movements machte deutlich, wie ein unabhängiges, wissenschaftlich-aktivistisches Projekt den Weg zu Diamond Open Access gestaltet. Unter dem Leitmotiv „movements als Rohdiamant“ präsentierten sie Organisation, Technik, Finanzen und Konsequenzen ihres Transformationsprozesses.
Die Zeitschrift movements versteht sich traditionell als eng mit aktivistischen, sozialen und wissenschaftlichen Netzwerken verbunden. Diese Nähe prägt sowohl die redaktionelle Ausrichtung als auch den Publikationsprozess. Die Redaktion arbeitet selbstorganisiert und in enger Vernetzung mit anderen Projekten. Ownership bleibt bei den Herausgeber*innen, wodurch die Zeitschrift unabhängig von kommerziellen Verlagen agieren kann. Gleichzeitig steht die inhaltliche Arbeit stets im Vordergrund.
Technisch hatte die Redaktion zu Beginn des Journals einen eigenen Produktions- und Publikationsworkflow entwickelt, der hohe Expertise bündelte. Diese Spezialisierung ermöglichte zwar maßgeschneiderte Qualität, brachte jedoch auch eine hohe Arbeitsbelastung mit sich, da viele Aufgaben ehrenamtlich erledigt wurden. Die Finanzierung ist minimal, Einnahmen und Ausgaben halten sich in Grenzen, und Fördermöglichkeiten sind ebenfalls begrenzt. Die Redaktion arbeitete daher häufig an der Belastungsgrenze. Hess und Heyer betonten, dass für die langfristige Stabilität solcher Diamond-OA-Projekte eine strukturelle Stärkung nötig ist, sei es durch Förderprogramme, Servicezentren oder überregionale Infrastruktur. Diese erhalten sie nun mit dem Journal-Hosting-Angebot der SUB Göttingen, die ihnen eine standardisierte OJS-Installation zur Verfügung stellt. Durch die Verwendung eines eigenen DOI-Präfix und der standardisierten Infrastruktur wäre ein Wechsel der Service-Anbieter*in jederzeit denkbar, was den Herausgebenden ihren Scholar-led-Ansatz bewahrt.
Aus der Praxis: Open-Access-Services am Göttingen Campus
Hannah Böhlke, Universitätsverlag Göttingen, stellte die umfassenden Services der SUB Göttingen vor. Forschende am Göttingen Campus erhalten dort Publikationsberatung, Unterstützung bei Finanzierungsfragen für Open-Access-Publikationen sowie Zugriff auf Repositorien für Artikel, Daten und multimediale Inhalte. Die Bibliothek stellt außerdem Werkzeuge für das Forschungsdatenmanagement und die Organisation von Publikationsprozessen bereit. DOI-Vergabe, Langzeitarchivierung und Beratung zu Lizenzen und rechtssicherer Nachnutzung gehören ebenfalls zum Angebot. Böhlke machte deutlich, dass Forschende den Weg zu Open Access nicht allein gehen müssen, da zahlreiche Ressourcen und Fachkenntnisse zur Verfügung stehen.
Freeflow, Postersessions und Gespräche
In der Freeflow-Phase im Anschluss an die Vorträge hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich bei Limo und informellen Gesprächen mit Göttinger Verlagen sowie mit Tool- und Serviceangeboten auszutauschen. open-access.network stellte die verschiedenen eigenen Services wie zum Beispiel den oa.hub und den oa.atlas sowie die Informationsseiten in direkten Gesprächen mit Interessierten vor. Während der Postersession präsentierte sich unter anderem die Göttinger Open Access Lounge (GOAL): ein Netzwerk aus Verlagen und universitären Publikationsdienstleister*innen aus Göttingen und Umgebung, die wissenschaftliche Veröffentlichungen im Open Access publizieren. Die GOAL fördert den Austausch zwischen Verlagsmitarbeitenden und schafft einen offenen Raum, um Erfahrungen, Fragen und Perspektiven zu Open Access zu teilen. Dabei werden Best Practices vorgestellt, Bedarfe ermittelt und ein Netzwerk aufgebaut, das langfristig den Wandel in der Verlagswelt unterstützt. Ziel ist es zudem, das gemeinsame Verständnis für aktuelle Entwicklungen, Chancen und Herausforderungen im wissenschaftlichen Publizieren zu vertiefen.
Offene Diskussionsrunde: Open Access als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Zum Abschluss diskutierten Vertreter*innen aus Wissenschaft, Bibliotheken, Verlagswesen und Forschung in einer offenen Runde über die gesellschaftliche Bedeutung von Open Access. Die Diskussion wurde von Margo Bargheer, SUB Göttingen, mit einer einleitenden Reflexion eröffnet: Auch wenn Open Access Herausforderungen wie kommerzielle Dominanz, Preissteigerungen oder Dysbalancen mit sich bringt, hat es den weltweiten Zugang zu wissenschaftlicher Information erheblich verbessert. Gleichzeitig ermöglicht OA erstmals einen transparenten Blick auf Produktionsbedingungen, Machtverhältnisse und Kosten – und wirft damit wichtige Fragen für die Gestaltung offener Wissenschaft auf. Im Verlauf wurde von den Anwesenden unter anderem konkret überlegt, wie das im Universitätsverlag herausgegebene Diamond Open Access Journal New American Studies Journal um weitere Ausgabeformate erweitert werden kann. So könnten z.B. Videos und Podcasts neue Zielgruppen erreichen. Die Anwesenden kamen überein, dass die Wissenschaft sich stärker auf Social-Media-Plattformen präsentieren sollte, da viele diese als Informationsmedium nutzen. Hier dürfe die Wissenschaft Falschinformationen nicht das Feld der schnellen und niedrigschwelligen Verbreitung überlassen. In dem Zusammenhang gab es Vorschläge, Forschende im Umgang mit Social Media zu sensibilisieren, um es als weiteren Kanal für die Wissenschaftskommunikation zu nutzen. 
Fazit
Die Veranstaltung machte klar: Open Access ist ein zentraler Baustein guter wissenschaftlicher Praxis und gesellschaftlicher Verantwortung. Von grundlegenden Leitlinien über transformative Projekte wie movements bis hin zu Infrastrukturangeboten wie NiedersachsenPUBLISHING zeigte sich, dass Open Access möglich und wertvoll, aber auch auf Engagement, Strukturen und Förderung angewiesen ist. Es wurde deutlich, dass unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt werden müssen, um ein transparentes, nachhaltiges und integritätsorientiertes Publikationssystem zu sichern.
</description><enclosure
            length="7330608"
            type="image/jpeg"
            url="https://open-access.network/fileadmin/user_upload/IMG_7065.jpeg" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Diamond Open Access at Federal State Level: Ideas, Perspectives, Exchange</title><link>https://open-access.network/en/oablog/translate-to-english-diamond-open-access-auf-laenderebene-impulse-perspektiven-austausch</link><comments>https://open-access.network/en/oablog/translate-to-english-diamond-open-access-auf-laenderebene-impulse-perspektiven-austausch#comments</comments><pubDate>Tue, 20 Jan 2026 10:37:00 +0100</pubDate><category>Diamond Open Access</category><category>Open Access in practice</category><dc:creator>Helene Strauss</dc:creator><dc:creator>Katja Wermbter</dc:creator><guid>https://open-access.network/en/oablog/translate-to-english-diamond-open-access-auf-laenderebene-impulse-perspektiven-austausch</guid><description>[Translate to English:] Wie steht es um Diamond Open Access in den Bundesländern?
In der ersten SeDOA-Online-Veranstaltung berichteten vier Landesinitiativen über ihre Aktivitäten, Herausforderungen und ihre Wünsche an SeDOA. Die Veranstaltung eröffnete Möglichkeiten für länderübergreifende Vernetzung, Austausch und Synergien.

Am 25. November 2025 lud die Servicestelle Diamond Open Access (SeDOA) zu ihrer ersten Online-Veranstaltung „Diamond Open Access auf Länderebene: Impulse, Perspektiven, Austausch“ ein. Als deutsches Diamond Capacity Centre möchte SeDOA den Status quo zum Thema Diamond Open Access sichtbar machen und zentral Informationen bereitstellen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Aktivitäten, Herausforderungen und Wünsche der Landesinitiativen. Ziel war es, gemeinsame Anknüpfungspunkte zu identifizieren und Synergien für eine länderübergreifende Transformation hin zu Diamond Open Access zu schaffen. Die Veranstaltung bildete damit einen wichtigen Auftakt für eine stärkere Vernetzung von Diamond-Open-Access-Aktivitäten.
Ablauf der Veranstaltung

Die Veranstaltung begann mit einer Kurzvorstellung der geplanten Angebote der Servicestelle Diamond Open Access (SeDOA) und ihrer veröffentlichten Minimaldefinition von Diamond Open Access, die veröffentlicht wurde, um einen Konsens zur Begrifflichkeit herzustellen und Anfragen konsistent beantworten zu können. Daraufhin hielten die vier eingeladenen Referent*innen Vorträge über die jeweiligen Ansätze, Maßnahmen und Herausforderungen der vier Landesinitiativen im Bereich (Diamond) Open Access. Dabei wurden u. a. der aktuelle Status Quo, bestehende Rahmenbedingungen, bereits umgesetzte und geplante Maßnahmen sowie die Rolle der Landesstrategien beleuchtet:

●	Dorothee Graf (Universitätsbibliothek Duisburg-Essen) stellte die Landesinitiative openaccess.nrw vor. Mit dem Ziel, eine abgestimmte Serviceinfrastruktur für die digitale Transformation zu etablieren, setzt oa.nrw als Multiplikator und wichtige Informationsdrehscheibe unter anderem mit der Veröffentlichung der Open-Access-Strategie 2023 zukunftsweisende Impulse für Open Access in NRW.

●	Der Vortrag von Maike Neufend (Open-Research-Office Berlin) zur Landeskoordinierungsstelle für offene Wissenschaft Berlin klärte über die Aktivitäten und Entwicklungen in der Hauptstadt auf: Die Berliner Einrichtungen werden seit 2016 bei der Umsetzung der Berliner Open-Access-Strategie (2015) unterstützt. Letztere wird aktuell zu einer Open-Research-Strategie weiterentwickelt und die Gründung von BerlinUP stellt einen Meilenstein in der Entwicklung von Publikationsinfrastrukturen dar.

●	Ben Kaden (FH Potsdam) berichtete über die Vernetzungs- und Kompetenzstelle (VuK) Open Access Brandenburg, die seit 2021 als Anlaufpunkt und Sprachrohr für die Hochschulen und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur fungiert. Die VuK übernimmt dabei transformationsbegleitende und publikationsunterstützende Aufgaben. Die Open Access Strategie des Landes Brandenburg wurde 2019 verabschiedet.
●	Anastasiia Afanaseva (Universität des Saarlandes) präsentierte die neu gegründete Servicestelle Open-Access-Saar, die Vernetzung, Kompetenzaufbau und -entwicklung sowie Informationen und Beratungen im Bereich Open Access anbieten will. Auch Analysen und die Erstellung einer Machbarkeitsstudie zur Implementierung eines Landesfonds und zur Einwerbung von Drittmitteln sind in der Planung.

Die Foliensätze aller Vorträge sind auf Zenodo hinterlegt. Die Länderdossiers von open-access.network beschreiben die Strategien und Maßnahmen der einzelnen Bundesländer ausführlich.

Gemeinsame Wünsche der Landesinitiativen
Nach den Vorträgen formulierten die Landesinitiativen mehrere gemeinsame Anliegen an die Servicestelle Diamond Open Access:
1.	Rechtliche Interessenvertretung wissenschaftlichen Einrichtungen auf nationaler Ebene, um wettbewerbliche Logiken zu adressieren.
2.	Ein Rechtsgutachten zur Einordnung von Diamond-OA-Infrastrukturen als verlagstechnische Konstrukte.
3.	Erarbeitung von Szenarien und deren Machbarkeit für Diamond-OA-Publikationsinfrastrukturen auf nationaler und Landesebene- sowie in Kooperationen.
4.	Verstärkte Lobbyarbeit sowie die Entwicklung von Best Practices.
5.	Interessenvertretung in der Debatte um Forschungsbewertung. 

Diskussion und Erkenntnisse
Im Anschluss wurde der Raum für Fragen und Diskussionen eröffnet.  Es Hier zeigte sichgabvor allem reges Interesse an der Definition von Diamond Open Access und viele Teilnehmende äußerten ihre Fragen und Kommentare dazu. Da die Diskussion der Begrifflichkeiten insbesondere für die Bibliotheks-Community interessant und relevant ist, soll plant SeDOA dafür bei weiteren Gelegenheiten Raum gezu schaffen werden.
Ein weiteres zentrales Thema in der Diskussion war die Frage, warum Diamond Open Access trotz seiner aktuell hohen wissenschaftspolitischen Relevanz in den Ländern bislang wenig umgesetzt wird. Woran das liegt, ist natürlich nicht einfach festzustellen, doch teilten mehrere Personen den Eindruck, dass derzeit Themen wie Künstliche Intelligenz und Digitalisierung im Vordergrund stehen, wobei Open Access teilweise in den Hintergrund gerät.
Gemeinsam für Diamond Open Access

Die abschließende Nachricht an alle Teilnehmenden lautete: Vernetzt euch! Zusammen ist es einfacher, Diamond Open Access ins Bewusstsein zu rücken und Projekte umzusetzen. Die Referent*innen betonten ihre Bereitschaft, für Rückfragen zur Verfügung zu stehen, und verwiesen auf die Möglichkeiten zum weiteren Austausch per E-Mail sowie im Rahmen künftiger Vernetzungstreffen gemeinsame Mailingliste der Landesinitiativen hin. Weitere Informationen zu den Landesinitiativen und die deren Kontaktdaten sind auf open-access.network zu finden.
Diese Auftaktveranstaltung war ein wichtiger Schritt in Richtung einer stärkeren Vernetzung von Diamond-Open-Access-Aktivitäten. Folgeworkshops zur Vertiefung der Diskussion und zur Erarbeitung praxisrelevanter Inhalte sind bereits in Planung. Wir hoffen, dass durch diese und folgende Veranstaltungen ein breiteres Bewusstsein und eine effektivere Umsetzung von Diamond Open Access geschaffen wird. Unsere nächsten Veranstaltungen werden auf der SeDOA-Webseite angekündigt. 
</description><enclosure
            length="85935"
            type="image/png"
            url="https://open-access.network/fileadmin/user_upload/Titelbild_SeDOA_Blogpost_oa.network_1920_x_1080_px.PNG" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Information Budgets as a Management Task</title><link>https://open-access.network/en/oablog/information-budgets-as-a-management-task</link><comments>https://open-access.network/en/oablog/information-budgets-as-a-management-task#comments</comments><pubDate>Tue, 25 Nov 2025 08:40:00 +0100</pubDate><category>Information budget</category><category>Open Access in practice</category><category>Open Access transformation</category><dc:creator>Katja Dammann </dc:creator><dc:creator>Paul Schultze-Motel </dc:creator><guid>https://open-access.network/en/oablog/information-budgets-as-a-management-task</guid><description></description><enclosure
            length="468422"
            type="image/jpeg"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/network-4894815_1920.jpg" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Workshop: Personalressourcen und Infrastrukturkosten im Fokus des Informationsbudgets</title><link>https://open-access.network/en/blog/workshop-personalressourcen-und-infrastrukturkosten-im-fokus-des-informationsbudgets</link><comments>https://open-access.network/en/blog/workshop-personalressourcen-und-infrastrukturkosten-im-fokus-des-informationsbudgets#comments</comments><pubDate>Mon, 13 Oct 2025 09:47:00 +0200</pubDate><category>Open Access in practice</category><category>Open Access funding</category><category>Information budget</category><dc:creator>Katja Dammann </dc:creator><dc:creator>Paul Schultze-Motel </dc:creator><guid>https://open-access.network/en/blog/workshop-personalressourcen-und-infrastrukturkosten-im-fokus-des-informationsbudgets</guid><description>Ein Blick hinter die Kulissen

Mehr als 130 Teilnehmer*innen kamen am 25.02.2025 zum Online-Workshop „Personalressourcen und Infrastrukturkosten als Teil des Informationsbudgets“. Der fünfte Workshop der Reihe „Finanzielle Gestaltung der Open-Access-Transformation an Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen“ wurde wieder als gemeinsames Angebot der Universitätsbibliothek Bielefeld und des Helmholtz Open Science Office im Rahmen des BMFTR-Projekts open-access.network organisiert.

Schwerpunkt des Workshops war ein Thema, das bislang oft im Schatten stand: die Personal- und Infrastrukturkosten im Informationsbudget. Ziel war es, diese bislang wenig beachteten Aspekte für den Betrieb von Repositorien, Open-Access-Instanzen und Publikationsdienstleistungen sichtbar zu machen.
Einführung: Das Schalenmodell des Informationsbudgets
Mittermaier, B. (2025). Personalkosten im Schalenmodell des Informationsbudgets. https://doi.org/10.5281/zenodo.14938885 (CC BY)

Der Workshop begann mit einem Vortrag von Bernhard Mittermaier von der Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich. Er stellte zunächst sein „Schalenmodell“ vor, das die verschiedenen Kostenarten im Informationsbudget strukturiert. 

Im Fokus stand die Frage: Wie viele Personenstunden sollten in das Informationsbudget eingerechnet werden? Mittermaier erläuterte, dass Personalkosten eigentlich jedem Baustein zugeordnet werden müssten, was in der Praxis jedoch schwierig sei. Im Jülich werden sie stattdessen nur den wichtigsten Teilbereichen – etwa Sprachendienst, Forschungsdatenmanagement oder Green Open Access – direkt zugeordnet. Für andere Bereiche erfolge eine pauschale Verteilung, etwa durch prozentuale Aufschläge auf Sachkosten. Für das Forschungszentrum Jülich wurden 2024 Zahlen veröffentlicht, die zeigen, dass etwa ein Drittel des Budgets aus Personalkosten besteht.
Der Blick aus der Verlagswelt

Im zweiten Vortrag gab Barbara Budrich vom gleichnamigen Verlag Einblicke in die unsichtbare Arbeit hinter Open-Access-Publikationen. Sie betonte, dass Personalkosten den größten Anteil an den Gesamtkosten eines Verlags ausmachen. Die Herstellung eines Buches umfasse vielfältige Tätigkeiten: Lektorat, Layout, Rechtliches, Vertrieb, Marketing und Sichtbarkeit. All diese Schritte erforderten engagiertes Personal, das im Hintergrund arbeite.  Die Kosten für eine einzelne Publikation lägen im Schnitt bei etwa 5.000 Euro (zzgl. MWSt.), wobei jeder Titel die Gemeinkosten anteilig mitfinanzieren müsse. Besonders deutlich wurde, dass die Verlagsarbeit sehr kleinteilig und kommunikationsintensiv ist.
Kostet Diamond Open Access wirklich nichts?

Tina Osteneck vom Verband der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (VHB) berichtete in ihrem Vortrag, dass auch bei sogenanntem Diamond Open Access, also Publikationen, die für Leser*innen und Autor*innen kostenfrei sind, erhebliche Kosten entstünden. Diese umfassten Personal für Redaktion, technische Infrastruktur, Marketing und Sichtbarkeit. Die Zeitschrift des VHB, das Schmalenbach Journal of Business Research, werde seit der Umstellung auf Open Access 2008 durch eine Mischung aus öffentlicher Förderung sowie gemeinschaftlichen Modellen und Sponsoring finanziert. Osteneck machte deutlich, dass Diamond Open Access Ressourcen braucht und dadurch Personal- und Infrastrukturkosten verursacht.
Betrieb und Kosten von Open-Access-Zeitschriften an wissenschaftlichen Einrichtungen

Gernot Deinzer von der Universitätsbibliothek Regensburg präsentierte seine Einschätzungen und Überlegungen zum Personalaufwand sowie zentralen und dezentralen Kosten beim Betrieb von Diamond-Open-Access-Zeitschriften an wissenschaftlichen Einrichtungen. Insbesondere der Aufwand für Redaktion, Technik und Administration sei erheblich. Um eine hauseigene Diamond-Open-Access-Zeitschrift mit einer Verlagszeitschrift vergleichen zu können, betonte er die Notwendigkeit, den Arbeitsaufwand der Wissenschaftler*innen als Teil des Informationsbudgets klar zu beziffern. Vor allem Diamond-Open-Access-Zeitschriften entstünden mit viel unentgeltlichem Engagement. Neben der ökonomischen Betrachtung sei die Anerkennung ein wichtiger Aspekt, denn viele Wissenschaftler*innen erhielten für die Herausgabe einer Zeitschrift in einem Verlag oft mehr Ansehen innerhalb der eigenen Einrichtung und in der Community als für die Herausgabe einer Diamond-Open-Access-Zeitschrift, die gern als „Herzensangelegenheit“ abgetan werde. Es sei also nicht nur eine Kostenfrage, sondern auch eine Frage von Renommee und Forschungsevaluierung.

Als Fazit aus dem Workshop lässt sich die Erkenntnis ziehen: Es ist kompliziert, Personalkosten im Informationsbudget zu erfassen. Der Aufwand ist jedoch gerechtfertigt, um ein möglichst vollständiges Bild zu erhalten.

Die Präsentationsfolien des Workshops wurden im Open Access veröffentlicht und sind auf der Veranstaltungswebseite verlinkt.</description><enclosure
            length="1549703"
            type="image/jpeg"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/pexels-fauxels-3184396_1_.jpg" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Ziele von (Diamond) Open Access</title><link>https://open-access.network/en/blog/ziele-von-diamond-open-access</link><comments>https://open-access.network/en/blog/ziele-von-diamond-open-access#comments</comments><pubDate>Mon, 08 Sep 2025 09:01:00 +0200</pubDate><category>Diamond Open Access</category><category>Open Access transformation</category><category>Open Access in practice</category><category>Open Access in the specialised disciplines</category><dc:creator>Sarah Dellmann</dc:creator><dc:creator>Simone Franz</dc:creator><dc:creator>Achim Oßwald</dc:creator><guid>https://open-access.network/en/blog/ziele-von-diamond-open-access</guid><description>Veranstaltungsbericht zur Diskussion der o-bib-Themenschwerpunkte
Überblick

Am 15. Juli 2025 kamen rund 85 Personen und die geschäftsführenden Herausgeber*innen der Zeitschrift „o-bib. Das offene Bibliotheksjournal“ sowie die Initiator*innen eines Themenschwerpunkts in einem oa.talk miteinander ins Gespräch. Anlass war der jüngst zum 10-jährigen Jubiläum der Zeitschrift publizierte Themenschwerpunkt „Diamond Open Access – Konzepte, Rahmenbedingungen, Erfahrungen“ sowie der von den Initiator*innen eingebrachte Themenschwerpunkt „Ziele von Open Access“, die sich dem aktuellen Stand der Open-Access-Transformation widmeten.

Vor dem Hintergrund der zu diesen Calls eingegangenen Beiträge diskutierte der oa.talk grundsätzliche Fragen: Warum wollen wir Open Access? Was wollen wir mit Open Access erreichen und verändern? Und was genau meinen wir damit? Dabei drängten sich den Organisator*innen ausgehend von informellen Gesprächen auch diese Fragen auf: Was hält engagierte Personen davon ab, sich klar(er) zu positionieren? Welche Voraussetzungen müssen wir schaffen, damit sich Interessierte in die Diskussion einbringen?
Nach einer kurzen Einführung zur Genese der beiden Calls stellten die o-bib-Herausgeber*innen und Initiator*innen Aspekte der Publikationen vor, die sie für besonders erwähnenswert halten.

Heidrun Wiesenmüller (o-bib) beeindruckte, wie offen die Beiträge beschreiben, wie beispielsweise der Umstieg von Fachzeitschriften, mit den angegliederten nationalen und internationalen Fachgesellschaften, gelingt – bei gleichzeitigem Wettbewerb um Sichtbarkeit. Datenschutz und -souveränität, aber auch Abhängigkeitspfade und lokale Bedingungen in Forschung und Lehre würden adressiert. Herauszulesen sei das starke Bestreben der Fachwissenschaften um Zusammenarbeit mit der Library and Information Science Community. Für die Weiterentwicklung von o-bib fand sie insbesondere den Beitrag von Sona Arasteh et al. über das europäische DIAMAS-Projekt hilfreich, um Praktiken, Qualität und Nachhaltigkeit von Diamond Open Access auf der Grundlage des Diamond Open Access Standards (DOAS) zu verbessern.

Michaela Voigt (TU Berlin) wies darauf hin, dass es dringend nötig sei, die sogenannten Transformationsverträge zu evaluieren – vor allem hinsichtlich der Frage, ob und was transformiert werde. Es sei eine genuine Aufgabe von Bibliotheken, sich mit der Finanzierung von Diamond Open Access zu beschäftigen. Bibliotheken sollten sich zudem an der finanziellen Absicherung von wissenschaftsgeleiteten, nicht-gewinnorientierten Open-Access-Initiativen beteiligen – und zwar nicht nur im Sinne des Verursacherprinzips. Die Diamond-Open-Access-Finanzierung sollte genauso selbstverständlich ein Handlungsfeld in Bibliotheken sein und bei der Budgetplanung berücksichtigt werden wie andere Aufgaben. Hierbei verwies sie auf die Texte unter anderem von Mittermaier, Wiese et al. sowie Drößler et al.

Jana Rumler (Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei [IGB] im Forschungsverbund Berlin e. V.) hob die reflektierten Beiträge von Heft et al. sowie Riedl et al. hervor, die das Problembewusstsein und die Sensibilisierung für Open-Access-Aktivitäten aus der Perspektive einzelner Fach- und Publikationskulturen deutlich beschreiben. Open Access in den ethnologischen Fächern, der Germanistik, der Gesundheitsforschung, der Medienwissenschaft, den Neurowissenschaften und der Psychologie zeige eindrücklich das Engagement, die Hoffnungen und den Kampf, Reputationsstrukturen und Infrastruktur-Support in einen neuen „Styleguide“ (Heft et al., S. 9) zu überführen. Beide Beiträge lassen viel Raum, um beispielsweise über Synergien nachzudenken.

Philip Zumstein (UB Mannheim) forderte, dass nach über 20 Jahren Open-Access-Arbeit eine grundsätzliche und kritische Diskussion zum verfolgten Weg und den Zielen von Open Access eingefordert werden müsse. Statt einer „Berliner Erklärung 2.0“ sprächen die Texte vielmehr von einer Rückbesinnung auf die ursprünglichen Ziele und Werte sowie einer Schärfung des damit verbundenen Handelns (Dellmann et al.; Dellmann; Dreyer). Open Access selbst sei nicht das Ziel. Verschiedene Stakeholder verfolgen mit Open Access vielmehr verschiedene Ziele: Open Access als Geschäftsmodell bei kommerziellen Verlagen vs. Wertevorstellungen wie Zugang und Teilhabe, Gerechtigkeit, Gemeinwohlorientierung in den ursprünglichen Open-Access-Erklärungen.

Achim Oßwald (o-bib) verwies auf den Beitrag von Becker und Paulsen, die die Fragwürdigkeit von Nutzungsstatistiken von Open-Access-Publikationen beeindruckend verdeutlicht hätten. Offensichtlich könne nicht eindeutig zwischen Zugriffen durch Nutzende und Bots differenziert werden. Wünschenswert sei es, hierfür eine Lösung zu finden. Unter diesem Vorbehalt zeigte er ausgewählte Statistikdaten zu den hohen Zugriffen auf die in den o-bib-Heften 1/25 und 2/25 veröffentlichten Beiträge zu den beiden Calls. Insbesondere die Diskussionsbeiträge hätten großes Interesse gefunden.
Diskussion in 6 Breakout Rooms

Im zweiten Teil des oa.talks diskutierten die Teilnehmenden in sechs Breakout Rooms verschiedene Aspekte beider Themenschwerpunkte.

So wurde in einem Breakout Room darauf hingewiesen, dass Open Access kein neutraler Begriff sei, sondern eine politische Einstellung, die sich demokratischen Strukturen verschreibt. Es gehe dabei unter anderem um Gleichheit, die Förderung von Mehrsprachigkeit und das Aufrechterhalten möglichst diverser Publikationsstrukturen. Darüber hinaus seien mit dem Thema Open Access Fragen der Datensouveränität und -unabhängigkeit verbunden (vgl. Dreyer). Zugleich wurde kritisch angemerkt, dass Open Access durch Begriffe wie Offenheit und Souveränität ‚überfrachtet‘ werde. Dabei bleibe der ‚Globale Süden‘ durch Transformationsverträge und Article Processing Charges (APCs) weiterhin vom Wissenschaftsdiskurs ausgeschlossen. Mit Ausnahme der ethnologischen Fächer (vgl. Heft et al.) werde dieses Missverhältnis bisher eher selten thematisiert. Hier könnten die DOAS ansetzen, die ethische Fragen adressieren und die Teilhabe global verbessern (vgl. Arasteh et al.).

Dass Transformationsverträge und (steigende) APCs die Etats von Bibliotheken und Hochschulen zunehmend belasten, wurde in einigen Breakout Rooms kritisch beleuchtet. So forderten Teilnehmende eine Evaluierung durch die Einrichtungsleitungen, denn bezüglich ihres Transformationspotenzials seien diese Verträge bisher hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben (vgl. Mittermaier). Einige Teilnehmende plädierten deshalb dafür, sie aus der Forschungsförderung herauszunehmen. Nicht zuletzt würden Transformationsverträge das Publizieren in teuren Zeitschriften weiter fördern.

Ein Grund seien bestehende Reputationsmechanismen sowie metrikbasierte Anreizsysteme in der Wissenschaft, die in mehreren Breakout Rooms kritisch diskutiert wurden. Um die Vielfalt von Forschungs- und Publikationskulturen zu bewahren und zu fördern, sei ein von Bibliotheken, Universitäten und der Gesellschaft getragener Systemwechsel notwendig. Dieser müsse sich von bestehenden, fest etablierten (quantitativen) Kriterien der Forschungsbewertung lösen und sich auf die (qualitativen) Inhalte konzentrieren. Hier könnten die San Francisco Declaration on Research Assessment (DORA), das Agreement on Reforming Research Assessment der Coalition for Advancing Research Assessment (CoARA) und die Barcelona Declaration on Open Research Information die Forschungsbewertung nachhaltig verändern.

Eine wichtige Rolle könnten dabei Personen spielen, die an der Schnittstelle von Infrastruktur und Wissenschaft tätig sind. So wurde in einem Breakout Room für eine stärkere Zusammenarbeit von Bibliothekspersonal mit Forschenden und Fachgesellschaften plädiert, die das bestehende Publikationssystem nicht mehr unentgeltlich unterstützen wollen. Dazu gehören monopolistische Reviewsysteme und die unbezahlte Redaktions- und Lektoratstätigkeit, die häufig durch den wissenschaftlichen Nachwuchs geleistet werde. Die bisherige Open-Access-Debatte müsse sich noch stärker für die Fachwissenschaften öffnen (vgl. Riedl et al.). Hier beobachtete ein Teilnehmer einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), dass die Akzeptanz von (Diamond) Open Access in den einzelnen Fachdisziplinen stark differiert. Bibliotheken müssten im Verbund mit anderen Einrichtungen der Hochschule und auf strategischer Entscheidungsebene aktiver werden. Dabei müsse auch Open Access noch stärker in den Erwerbungsabteilungen der Bibliotheken verankert werden.

Einige Teilnehmende verbanden mit Diamond Open Access die Hoffnung, die kritisierten Reputationsmechanismen in der Forschungsbewertung aufzubrechen. Diskutiert wurden unter anderem Projekte und Finanzierungsmodelle für Diamond Open Access (beispielsweise Diamond Thinking, KOALA und die Übersicht Diamond OA Publikationsvorhaben finanziell realisieren der Landesinitiative openaccess.nrw) sowie die Notwendigkeit, disziplinspezifische Diamond-Open-Access-Budgets einzurichten. Kritisch angemerkt wurde, dass Diamond-Open-Access-Angebote – anders als Open-Access-Angebote mit APCs/Book Processing Charges (BPCs) – häufig mit der Frage ihrer Nachhaltigkeit konfrontiert werden.

In einem Breakout Room fragten Teilnehmende, ob Diamond Open Access lediglich ein neuer ‚Trend‘ sei, obwohl es gemessen am gesamten Publikationsoutput nach wie vor einen geringen Anteil hat. Die Erfahrungen einer Landesinitiative zeigten auch, dass Neugründungen von Diamond-Open-Access-Publikationsorganen einfacher seien als das Flippen von Zeitschriften. Dabei wurde deutlich, dass die Ermittlung der Kosten für den Umstieg auf Diamond eine Herausforderung sei. Universitätsverlage bieten eine Alternative zu kommerziellen Verlagen. Diese könnten bei der Etablierung fachspezifischer Diamond-Open-Access-Publikationen eine wichtige Rolle spielen. Auch Zweitveröffentlichungen (Green Open Access) und die Verpflichtung dazu wurden mit Blick über Ländergrenzen (Niederlande, Schweiz) diskutiert. Es bleibt abzuwarten, wie die Servicestelle Diamond Open Access (SeDOA) in diesem Bereich künftig – auch im internationalen Kontext – agieren wird.
Fazit und Ausblick

Die beiden o-bib-Themenschwerpunkte und der oa.talk haben gezeigt, wie breit Open Access über 20 Jahre nach der Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen (2003) inzwischen rezipiert wird. Dennoch waren sich alle einig, dass noch immer Aufklärungsarbeit und Beratung notwendig sind, um bestehende Reputationsmechanismen im Wissenschaftssystem aufzubrechen. Hierbei spielen Bibliotheken eine zentrale Rolle.

Die Gespräche werden sicher bei den anstehenden Open-Access-Tagen in Konstanz vom 17. bis 19. September 2025 unter dem Motto „Mission Accomplished? Open Access und die Re/pro/duktion von Ungleichheit im wissenschaftlichen Publikationswesen“ fortgesetzt werden.

Der Beitrag „Resümee aus Sicht der Initiator*innen des Calls zu den Zielen von Open Access“ gibt einen Überblick über die Artikel dieses Themenschwerpunkts. Die Beiträge zu beiden Themenschwerpunkten sind in den o-bib-Heften 01/2025 und 02/2025 publiziert.
</description><enclosure
            length="273487"
            type="image/jpeg"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/o-bib-Logo.jpg" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Open Access Barcamp 2025: From Best Practices and Visions to Triage in Publication Funds</title><link>https://open-access.network/en/oablog/open-access-barcamp-2025-from-best-practices-and-visions-to-triage-in-publication-funds</link><comments>https://open-access.network/en/oablog/open-access-barcamp-2025-from-best-practices-and-visions-to-triage-in-publication-funds#comments</comments><pubDate>Wed, 11 Jun 2025 10:00:00 +0200</pubDate><category>Diamond Open Access</category><category>Open Access funding</category><category>Open Access in practice</category><dc:creator>Danny Flemming</dc:creator><guid>https://open-access.network/en/oablog/open-access-barcamp-2025-from-best-practices-and-visions-to-triage-in-publication-funds</guid><description></description><enclosure
            length="226059"
            type="image/jpeg"
            url="https://open-access.network/fileadmin/user_upload/blog_barcamp_duisburg.jpg" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Publikationsberatung mit dem oa.finder</title><link>https://open-access.network/en/blog/publikationsberatung-mit-dem-oafinder</link><comments>https://open-access.network/en/blog/publikationsberatung-mit-dem-oafinder#comments</comments><pubDate>Mon, 17 Mar 2025 09:00:00 +0100</pubDate><category>Open Access in practice</category><category>Consultation</category><dc:creator>Katja Dammann </dc:creator><guid>https://open-access.network/en/blog/publikationsberatung-mit-dem-oafinder</guid><description>Publikationsberatung mit dem oa.finder
Der oa.finder ist die zentrale Informations- und Rechercheplattform für akademisches Publizieren in allen Fachbereichen. Hier finden Forscher*innen schnell Zeitschriften und Wissenschaftsverlage für ihre Publikationsvorhaben, indem sie ihre Suche auf die unterschiedlichen Publikationstypen ausrichten: Journal-Artikel, Monografie, Sammel- oder Konferenzband.

Akademisches Publizieren wird durch verschiedene Anforderungen immer komplexer, vor allem wenn eine Publikation im Open Access erscheinen soll. Bei der Auswahl des passenden Publikationsorgans müssen sich Wissenschaftler*innen nicht mehr nur mit fachlichen Fragen befassen, sondern zunehmend auch mit administrativen Aspekten des Publizierens: Welche Zeitschrift, welcher Verlag kommt überhaupt in Frage? Wie sehen die Förderbedingungen für Publikationskosten an der eigenen Einrichtung aus? Unter welcher Lizenz sollte die Arbeit veröffentlicht werden? Wer bekommt die Rechnung und wer muss am Ende die Publikationskosten zahlen? Nachdem Ariane Retzar vom Open-Access-Team der UB Greifswald die lange Liste der zu klärenden Fragen aufgezählt hat, berichtet sie aus ihrem Beratungsalltag und stellt fest, dass den Wissenschaftler*innen häufig die Zeit fehlt, sich in die Details des Open-Access-Publizierens einzuarbeiten. Weil die organisatorischen, verwaltungs- und finanzierungstechnischen Aspekte rund um eine Publikation keine originären Aufgaben von Forschung und Lehre sind, unterstützen die Bibliotheken die Wissenschaftler*innen an ihren Einrichtungen. 
Bibliothek unterstützt bei Organisation und Verwaltung
An der Universitätsbibliothek Greifswald berät Ariane Retzar Forschende u.a. bei der Suche nach dem passenden Publikationsorgan. Dafür greift sie immer wieder auch auf den oa.finder zurück. Sie schätzt besonders, dass sich die Wissenschaftler*innen zunächst selbst einfach einen Überblick verschaffen können, welche Publikationsmöglichkeiten sie in ihrem Fachbereich haben, welche Zeitschriften thematisch passen. Die Ergebnisse dieser ersten Recherche sind immer „eine gute Gesprächsgrundlage für eine Publikationsberatung und die folgenden Entscheidungen, “ sagt sie.

Eine Publikationsberatung durch die eigene Institution ist fast unumgänglich, denn wegen der diversen Geschäftsmodelle und sich häufig ändernden Rahmenbedingungen, ist die Publikation im Open-Access eine komplexe Angelegenheit.

Für einen schnellen und direkten Zugang zu den wichtigsten Informationen über Open-Access-Publikationsmöglichkeiten hat die Universitätsbibliothek Greifswald den Suchschlitz auf ihrer Infoseite zu Open-Access-Finanzierungsmöglichkeiten direkt mit dem oa.finder verlinkt. Das ist praktisch, weil die Zeitschriftensuche schon auf der Seite der UB beginnen kann. Mit Absenden der Suchanfrage öffnet sich in einem neuen Fenster der oa.finder und führt direkt zu den Informationen über die gesuchte Zeitschrift inklusive möglicher Förderungen der Publikationskosten durch die Universität Greifswald. 

 		Suchschlitz UB Greifswald.JPG
Link zum oa.finder mit vorbelegter ROR-ID als Service für die Wissenschaftler*innen
„Wissenschaftler*innen wünschen sich ein einfaches Suchsystem,“ weiß Ariane Retzar, und deshalb haben „wir den oa.finder auf unserer Seite eingebunden“. Für die Veröffentlichung sind verschiedene Aspekte relevant: Bei welche Zeitschrift sollte ein Artikel eingereicht werden? Gibt es finanzielle Förderung? Wie hoch ist die APC (Article Processing Charge)? Gibt es vergleichbare Zeitschriften mit günstigeren Konditionen?

Die direkte Verbindung vom Suchschlitz der Bibliothek zum oa.finder erleichtert die Recherche, weil im Feld „Meine Organisation“ die ROR-ID voreingestellt ist und damit die einrichtungsspezifischen Förderbedingungen bezogen auf die jeweilige Zeitschrift sichtbar werden.

Andere Einrichtungen haben den oa.finder ebenfalls auf ihren Webseiten eingebunden. Beispielsweise hat auch die Universitätsbibliothek Bern einen Suchschlitz mit direkter Verbindung zum oa.finder, der zu Treffern mit einrichtungsspezifischen Fördermöglichkeiten führt. 

 		Suchschlitz UB Bern.JPG

Eine etwas andere Variante stellt die Universitätsbibliothek Bayreuth für die Suchenden bereit: Auf den Informationsseiten über Open Access wird der oa.finder vorgestellt und neben dem Informationstext führt ein Link zum oa.finder mit dem für die Universität Bayreuth voreingestellten Feld „Meine Organisation“.
Recherche im oa.finder für alle Personen und alle Publikationsformen
Die Rechercheplattform oa.finder kann natürlich auch ohne Affiliationsangabe genutzt werden, allerdings werden dabei keine Fördermöglichkeiten mehr angezeigt. 

Der oa.finder ist eine Entwicklung der Universitätsbibliothek Bielefeld im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts open-access.network. In der ersten Projektphase wurde der oa.finder für den Suchbereich Journals mit publikationsrelevanten Informationen zu rund 57.000 Zeitschriften aufgebaut. Im Februar 2025 wurde der oa.finder erweitert. Neben der Recherche nach Zeitschriften, die unmittelbar digital erscheinen, können Forschende nun auch nach Wissenschaftsverlagen suchen, die Open-Access-Bücher (Monografien, Sammelbände, Konferenzschriften etc.) publizieren.

Informations- und Schulungsangebote über den oa.finder für Wissenschaftler*innen, Beschäftigte in der Publikationsberatung und Interessierte finden regelmäßig statt. Konkrete Termine werden sowohl im Veranstaltungskalender von open-access.network als auch auf der Startseite des oa.finders angekündigt.
</description><enclosure
            length="5631769"
            type="image/png"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/Header_oa.finder_quer.png" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Open Access Staff Week at Regensburg University Library</title><link>https://open-access.network/en/oablog/open-access-staff-week-at-regensburg-university-library</link><comments>https://open-access.network/en/oablog/open-access-staff-week-at-regensburg-university-library#comments</comments><pubDate>Wed, 22 Jan 2025 11:00:00 +0100</pubDate><category>Open Access in practice</category><guid>https://open-access.network/en/oablog/open-access-staff-week-at-regensburg-university-library</guid><description></description><enclosure
            length="1667003"
            type="image/png"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/Staff_Week_Regensburg_Teaser.png" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Openness in der Rechtswissenschaft – drei Projekte zur Beförderung der Transformation</title><link>https://open-access.network/en/blog/openness-in-der-rechtswissenschaft-drei-projekte-zur-befoerderung-der-transformation</link><comments>https://open-access.network/en/blog/openness-in-der-rechtswissenschaft-drei-projekte-zur-befoerderung-der-transformation#comments</comments><pubDate>Tue, 03 Dec 2024 21:48:00 +0100</pubDate><category>Open Access in practice</category><category>Open Access in the specialised disciplines</category><dc:creator>Nikolas Eisentraut</dc:creator><dc:creator>Jonas Hantow</dc:creator><dc:creator>Maximilian Petras</dc:creator><dc:creator>Katharina Schulz</dc:creator><dc:creator>Salo Tober-Lau</dc:creator><guid>https://open-access.network/en/blog/openness-in-der-rechtswissenschaft-drei-projekte-zur-befoerderung-der-transformation</guid><description>Ende 2023 bzw. Anfang 2024 starteten drei neue Projekte, die verschiedene Aspekte von Openness in der Rechtswissenschaft behandeln und die Transformation zu Open Access und offenen Lehr- und Lernmaterialien voranbringen sollen: „KidRewi (Kulturwandel in der Rechtswissenschaft)“ und „OZUG (Offener Zugang zum Grundgesetz)“ liefen im September 2023 an und werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der Förderlinie zur Etablierung einer gelebten Open-Access-Kultur gefördert. Anfang 2024 begann das Projekt „VEStOR (Vernetzung, Erweiterung, Stärkung der OER Community OpenRewi)“, welches in der Förderlinie zur Stärkung, Erweiterung und Vernetzung von OER Communities (OE_COM) ebenfalls vom BMBF gefördert wird. In diesem Blogartikel stellen wir die drei Projekte vor.

Der offensichtlichste gemeinsame Nenner der drei Projekte neben der Verortung in der Rechtswissenschaft ist die Förderung durch das BMBF. Allerdings sind zwei verschiedene Förderlinien vertreten, was die unterschiedliche thematische Ausrichtung widerspiegelt: Während KidRewi und OZUG im Rahmen der Open-Access-Förderung des BMBF Mittel beziehen, ist VEStOR eines von diversen Projekten, die als Umsetzungsmaßnahme der OER-Strategie des Ministeriums gefördert werden. Durch personelle Überschneidungen und die Anbindung sowohl an die Leibniz Universität Hannover (LUH) als auch an die Fachhochschule Potsdam (FHP) und die Verbindungen zur Community of Practice OpenRewi entsteht ein enger Austausch zwischen den Projekten, von dem alle Beteiligten profitieren, der aber so nicht selbstverständlich ist. So bemerkte auch eine Vertreterin des BMBF beim gemeinsamen Kick-off von KidRewi und VEStOR, dass sie es bisher nicht erlebt habe, dass sich Projekte aus unterschiedlichen Förderlinien so eng untereinander austauschen. Nach dem Kick-off wurde ein gemeinsamer Jour fixe von KidRewi und VEStOR im monatlichen Rhythmus eingerichtet.

Während KidRewi und OZUG also vor allem auf wissenschaftliche Publikationen abzielen, stehen bei VEStOR Lehr- und Lernmaterialien im Mittelpunkt. Tatsächlich sind die Übergänge zwischen Open-Access-Publikationen und Open Educational Resources  allerdings fließend: Entscheidende Grundsätze wie der freie Zugang und die möglichst uneingeschränkte Nachnutzbarkeit sind Grundprinzipien beider Kategorien und der Gebrauch von CC-Lizenzen  ist der einfachste Weg, um die Nachnutzung sicher und weitestgehend simpel zu gestalten. Zwar finden sich unter OER nahezu alle möglichen Publikationsformate, jedoch sind Text- bzw. PDF-Publikationen auch hier zahlreich vertreten. Aus unterschiedlichen Gründen sind die OA- und OER-Communitys jedoch wenig vernetzt – ein erhofftes Ergebnis der drei Projekte ist also auch ein verstärkter Austausch auf dieser Ebene.
Kulturwandel in der Rechtswissenschaft – KidRewi

Selbstständige Literatur – darunter versteht man eigenständig veröffentlichte Werke wie Monografien – in Printform besitzt in der Rechtswissenschaft nach wie vor zentrale Bedeutung. Sie ist nicht nur ein integraler Bestandteil der juristischen Ausbildung, sondern nimmt auch in der wissenschaftlichen Praxis sowie der praktischen Rechtsanwendung eine unverzichtbare Rolle ein. Zudem kommt der Veröffentlichung der eigenen Qualifikationsschriften in renommierten Verlagen eine herausragende Bedeutung für den akademischen Werdegang zu. Diese disziplinspezifische Pfadgebundenheit ist nur ein Grund, weshalb sich der offene sowie digitale Zugang zu selbstständigen juristischen Publikationen bisher nicht weitgehend etablieren konnte. Hier setzt das Projekt KidRewi an und konzipiert Infrastrukturen sowie Materialien, die den Kulturwandel in der Rechtswissenschaft unterstützen sollen.

Das Projekt KidRewi
Das Akronym KidRewi steht für „Kulturwandel in der Rechtswissenschaft“, wobei im Rahmen des Projekts selbstständige juristische Publikationen im Fokus stehen. Ziel ist es, am Ende der Projektlaufzeit ein Konzept für eine agile Publikationsinfrastruktur zu entwickeln, das in einem nächsten Schritt umgesetzt werden kann. Hintergrund der Projektarbeit ist die Überzeugung, dass die Transformation zu mehr Openness maßgeblich in den Händen der Rechtswissenschaftler*innen selbst liegt. Aus diesem Grund nehmen sowohl die Bedarfserhebung für die technische Infrastruktur als auch die zu erstellenden OER-Materialien zentrale Rollen des Projekts ein. Es soll nicht eine weitere Infrastruktur oder weitere Materialien für eine Community an der Community vorbei entwickelt werden.

Das interdisziplinäre Projektteam ist an der Fachhochschule Potsdam unter der Leitung von Prof. Dr. Ellen Euler angesiedelt und arbeitet eng mit Akteuren im rechtswissenschaftlichen und informationswissenschaftlichen Bereich zusammen. Dazu zählen die Vernetzungs- und Kompetenzstelle Open Access Brandenburg, OpenRewi sowie das Kompetenznetzwerk Bibliometrie.

Bedeutung für die Rechtswissenschaft
Das Projekt fördert die Reflexion über die Publikationskultur in der Rechtswissenschaft, indem Wissenschaftler*innen aus allen Karrierestufen angesprochen werden, die bereits Erfahrung im Publizieren von selbstständiger juristischer Literatur haben. Im Kern möchte KidRewi dadurch den Zugang zu rechtswissenschaftlicher Fachliteratur verbessern und inklusiver gestalten, um so eine nachhaltige Verbesserung insbesondere in der juristischen Ausbildung zu bewirken.
Offener Zugang zum Grundgesetz – OZUG

Das Grundgesetz stellt den populärsten und bedeutsamsten Normenbestand der Bundesrepublik Deutschland dar. Als deutsche Verfassung erfährt es in der Bevölkerung eine hohe Wertschätzung und ist Gegenstand nicht nur rechtswissenschaftlicher Reflexion. Es ist normative Grundlage der großen politischen Konflikte der Bundesrepublik seit 1949 und regelmäßig Gegenstand bundesweiten Interesses im Rahmen der vom Bundesverfassungsgericht entschiedenen Verfahren. Das Bundesverfassungsgericht als Verfassungsorgan und Hüterin der Auslegung der Verfassung genießt in breiten Bevölkerungsschichten ein hohes Ansehen. Dennoch existiert auch über 75 Jahre nach Verabschiedung des Grundgesetzes keine für jedermann frei im Internet zugängliche Erläuterung der deutschen Verfassung und der sie prägenden Verfassungsrechtsprechung. Ein offener Zugang zu den vorhandenen Kommentierungen des die Bundesrepublik konstituierenden Textbestands fehlt. Im vom BMBF geförderten Projekt „OZUG: Offener Zugang zum Grundgesetz“ wird der Wissensbestand zum Grundgesetz als bedeutsamster Normenbestand der Bundesrepublik Deutschland in den Open Access überführt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Nikolas Eisentraut (LUH und Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW)) wird ein Grundgesetzkommentar projektiert, geschrieben und veröffentlicht, dessen Inhalte für jede*n frei verfügbar und offen lizenziert über das Internet zugänglich gemacht werden sollen. Neben Prof. Eisentraut wirken als Herausgeber*innen Prof. Dr. Friederike Gebhard, Prof. Dr. Hannah Ruschemeier und Dr. Jonas Botta mit. Einschließlich der Herausgeber*innen wird der Kommentar von 73 Autor*innen verfasst und soll 2026 sowohl als Open-Access-Kommentar online als auch in einer Printausgabe veröffentlicht werden.

Ausgehend von der Realisierung des Kommentars untersucht ein von Prof. Dr. Bernd Kleimann (DHZW) geleitetes sozialwissenschaftliches Begleitforschungsprojekt aus professionssoziologischer und governancetheoretischer Perspektive, welche Faktoren in der Rechtswissenschaft (bislang) dem Open-Access-Gedanken entgegenstehen und welche Bedingungen für eine Mitarbeit an der Kommentierung als adäquat angesehen werden.
Vernetzung, Erweiterung, Stärkung der OER Community OpenRewi – VEStOR

In der modernen Bildungslandschaft gewinnen offene Bildungsressourcen (Open Educational Resources, OER) zunehmend an Bedeutung. Sie fördern den freien Zugang zu Wissen und unterstützen innovative Lehr- und Lernmethoden. Besonders in der Rechtswissenschaft sind OER bislang jedoch noch eine Ausnahme. Hier setzt das Projekt VEStOR an, das sich der Förderung und Verbreitung offener juristischer Lehr- und Lernmaterialien widmet.

Was ist VEStOR?
Das Projekt VEStOR (Vernetzung, Erweiterung, Stärkung der OER Community OpenRewi) zielt darauf ab, die bislang einzige Community für offene juristische Bildungsmaterialien, OpenRewi e.V., zu erweitern und zu stärken. OpenRewi wurde im Jahr 2020 gegründet, um unter einem Dach dezentral, autonom und kooperativ arbeitende Communities of Practice (CoP) bei der Erstellung qualitativ hochwertiger und offen lizenzierter juristischer Lehr- und Lernmaterialien zu unterstützen. VEStOR fördert die Vernetzung mit weiteren OER-Communities und trägt dazu bei, der offenen Rechtswissenschaft in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen.

Das Projekt VEStOR wird als Verbundprojekt an der Fachhochschule Potsdam (FHP) und der Leibniz Universität Hannover (LUH) umgesetzt und im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Projekten zur Stärkung, Erweiterung und Vernetzung von OER-Communities des BMBF gefördert. Unter der Leitung von Prof. Dr. Ellen Euler konzentriert sich die FHP auf die praktischen Aspekte der Community-Erweiterung und -Stärkung, einschließlich der Professionalisierung der Organisation, des Ausbaus von Infrastruktur- und Serviceangeboten sowie der Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle. Das Projektteam an der LUH, unter der Leitung von Prof. Dr. Nikolas Eisentraut, fokussiert sich auf rechtsdidaktische Forschung und die Rolle von künstlicher Intelligenz in der Erstellung und Nutzung juristischer OER, unterstützt durch zwei Promotionsstellen.

Projektziele und Schwerpunkte
Das Hauptziel von VEStOR ist es, OpenRewi als zentrales, hochschulübergreifendes Netzwerk für die Publikation offener, qualitätsgesicherter Lehr- und Lernmaterialien in der Rechtswissenschaft zu etablieren. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt das Projekt auf folgende Schwerpunkte:

    Erweiterung und Stärkung der Community: Aufbau und Professionalisierung der Organisationsstruktur von OpenRewi, um die Community besser bei der Erstellung und Verbreitung von OER zu unterstützen.
    Vernetzung mit weiteren OER-Communitys: Förderung der Zusammenarbeit mit anderen OER-Initiativen, um Synergien zu nutzen und die Reichweite von OpenRewi zu erhöhen.
    Rechtsdidaktische Forschung: Untersuchung von didaktischen Aspekten juristischer OER und der Bedeutung von künstlicher Intelligenz für OER in der Rechtswissenschaft.
    Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle: Schaffung von Finanzierungsmodellen, die eine langfristige Bereitstellung und Weiterentwicklung von OER ermöglichen.
    Wissenschaftskommunikation: Entwicklung einer visuellen Identität und Kommunikationsstrategie, um OER in der Rechtswissenschaft breiter bekannt zu machen und deren Akzeptanz zu erhöhen. 

Bedeutung für die Rechtswissenschaft
Das Projekt VEStOR adressiert die gesamte rechtswissenschaftliche Fachgemeinschaft in Deutschland und zielt darauf ab, ein inklusives Forum für Open Educational Practices (OEP) zu schaffen. Durch die Förderung und Verbreitung von OER in der Rechtswissenschaft wird ein breitenwirksamer Beitrag zur Realisierung eines nachhaltigen, OER-förderlichen Ökosystems in der digitalen Bildung geleistet.

VEStOR trägt somit nicht nur zur Verbesserung der Lehr- und Lernmaterialien bei, sondern auch zur Vernetzung und Professionalisierung der Community. Es fördert den Austausch und die Kooperation zwischen verschiedenen OER-Initiativen und stärkt die Rolle von OER in der juristischen Ausbildung.
Ausblick

Die Chancen und Synergieeffekte der verschiedenen oben genannten Projekte sind vielfältig (Ebert et al., 2022)1. Sowohl juristische Lehrmaterialien als auch Handbücher oder Kommentare sind immer auf einen sich fortlaufend ändernden Normenbestand bezogen. Gesetze werden geschrieben, Gerichtsurteile präzisieren oder verwerfen sie. Das Format des gedruckten Buches wirkt hier hoffnungslos aus der Zeit gefallen. Seine Herstellung ist aufwendig und dauert. Informationen in gedruckten Büchern sind nicht maschinenlesbar, können also weder leicht verknüpft noch unproblematisch aufgefunden werden. Zudem kosten (Fach-)Bücher viel Geld: Gewinnmargen, an die sich kommerzielle Verlage gewöhnt haben und die sie in ihren Online-Datenbanken (abgeschirmt durch das Urheberrecht) fortsetzen. Und das bei einer Materie, die für alle Teile der Gesellschaft so relevant ist. Aus diesem System auszubrechen, ist sehr voraussetzungsvoll – schon weil die Rechtswissenschaft eine eher konservative Disziplin ist und ihre lieb gewonnenen Publikationsgewohnheiten nur schwerfällig aufgibt. (Fischer, 2022)2. Deshalb ist es umso wichtiger, dass KidRewi, OZUG und VEStOR an verschiedenen Stellen zugleich ansetzen. Während KidRewi eine gründliche Bestandsaufnahme des Status quo vornimmt und dabei mögliche Alternativen bereits mitdenkt, schaffen OZUG im Bereich der Kommentarliteratur und VEStOR im Bereich juristischer Lehrmaterialien positive Beispiele und wertvolle Erfahrungen. Beide Projekte ringen dabei mit der (nie perfekten) aktuellen Publikationsinfrastruktur im weiteren Sinne. Gemeint sind damit nicht nur die konkret verwendeten (Hard- und) Software-Pakete (Nextcloud, PubPub), sondern gerade auch die konkreten Praktiken ihrer Anwendung. Kooperativ, online, mit Peer-Review (intern und extern) zu schreiben ist etwas ganz anderes als alleine in einer lokal gespeicherten Text-Datei mit ein paar nachträglichen Kommentaren der Herausgeber*innen (oder – teilweise Jahre später – der Rezensent*innen) zu schreiben. Wenn es gelingt, andere Publikationsinfrastrukturen für die Rechtswissenschaft zu schaffen, wären die Vorteile vielfältig: Bessere, aktuellere Literatur für die Leser*innen und reichhaltigere Erfahrungen (z. B. direkteres Feedback) für die Autor*innen. So wie es heute ganz selbstverständlich ist, dass Gesetze (und teilweise Urteile) im Internet frei abrufbar sind, sollte es bald auch selbstverständlich sein, dass diese öffentlich zugänglich erklärt und diskutiert werden.

1 https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/2699-1284-2022-1-50/offene-rechtswissenschaft-chancen-einer-open-science-transformation-volume-3-2022-issue-1?page=1
2 https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/2699-1284-2022-1-19/im-ringen-um-erkenntnis-und-anerkennung-wie-rechtswissenschaftler-innen-das-eigene-akademische-publizieren-im-zuge-von-open-access-sehen-volume-3-2022-issue-1?page=1</description><enclosure
            length="134966"
            type="image/jpeg"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/justitia3.jpg" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Achieving Goals Together Through Cooperation</title><link>https://open-access.network/en/oablog/achieving-goals-together-through-cooperation</link><comments>https://open-access.network/en/oablog/achieving-goals-together-through-cooperation#comments</comments><pubDate>Thu, 21 Nov 2024 10:00:00 +0100</pubDate><category>Open Access in practice</category><category>Open Access funding</category><category>Information budget</category><dc:creator>Katja Dammann </dc:creator><dc:creator>Paul Schultze-Motel </dc:creator><guid>https://open-access.network/en/oablog/achieving-goals-together-through-cooperation</guid><description></description><enclosure
            length="217548"
            type="image/jpeg"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/Titelbild_Gemeinsam_geht_es_besser.jpg" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Open-Access-Tage 2024 at TH Köln – University of Applied Sciences: Dark Clouds, Missing Coffee, and Lots of Good Humour</title><link>https://open-access.network/en/oablog/open-access-tage-2024-at-th-koeln-university-of-applied-sciences-dark-clouds-missing-coffee-and-lots-of-good-humour</link><comments>https://open-access.network/en/oablog/open-access-tage-2024-at-th-koeln-university-of-applied-sciences-dark-clouds-missing-coffee-and-lots-of-good-humour#comments</comments><pubDate>Thu, 14 Nov 2024 09:00:00 +0100</pubDate><category>Open Access in practice</category><category>Open Access transformation</category><dc:creator>Ursula Arning </dc:creator><dc:creator>Sarah Dudek </dc:creator><dc:creator>Agathe Gebert</dc:creator><dc:creator>Katja Halassy </dc:creator><dc:creator>Jasmin Schmitz</dc:creator><guid>https://open-access.network/en/oablog/open-access-tage-2024-at-th-koeln-university-of-applied-sciences-dark-clouds-missing-coffee-and-lots-of-good-humour</guid><description></description><enclosure
            length="2559765"
            type="image/jpeg"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/IMG_3638.jpeg" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Fokusgruppe Informationsbudget - gemeinsam schneller ins Handeln kommen</title><link>https://open-access.network/en/blog/fokusgruppe-informationsbudget-gemeinsam-schneller-ins-handeln-kommen</link><comments>https://open-access.network/en/blog/fokusgruppe-informationsbudget-gemeinsam-schneller-ins-handeln-kommen#comments</comments><pubDate>Mon, 09 Sep 2024 08:00:00 +0200</pubDate><category>Information budget</category><category>Open Access in practice</category><dc:creator>Margit Schön</dc:creator><dc:creator>Heike Stadler</dc:creator><guid>https://open-access.network/en/blog/fokusgruppe-informationsbudget-gemeinsam-schneller-ins-handeln-kommen</guid><description>Getreu dem Motto “Wissen Teilen. Community stärken” betreut das Projekt open-access.network mehrere digitale Fokusgruppen, die sich jeweils bestimmten Open-Access-Themen widmen. 

Die Idee zur Gründung der Fokusgruppe Informationsbudget entstand während der Open-Access-Tage 2022 in Bern innerhalb eines Hands-on-Workshops zum Thema Publikations- und Kostenmonitoring. Das Ziel dahinter: gemeinsam und per Bottom-up-Ansatz ähnliche Bedarfe und Voraussetzungen identifizieren, notwendige Handlungsfelder definieren und dann mögliche Maßnahmen formulieren und diskutieren. Die Fokusgruppe richtet sich an Beschäftigte in wissenschaftlichen Bibliotheken, die sich der Herausforderung Informationsbudget stellen und bereits erste Schritte gegangen sind oder sich gerade auf den Weg machen wollen.

Die Fokusgruppe plant konkrete Maßnahmen und organisiert deren Umsetzung. Deswegen ist eine aktive Teilnahme der einzelnen Mitglieder der Gruppe sehr wichtig. Unter anderem geht es um folgende Aspekte:

    Verständigung auf die Elemente von Informationsbudgets und die Standardisierung von deren Darstellung
    Zusammenfassung der notwendigen Handlungsschritte zur Einführung eines Informationsbudgets mit der Zielgruppe Bibliotheks- und Einrichtungsleitungen sowie Förderern
    Teilen von Best Practices
    Austausch und Zusammenarbeit mit weiteren Projekten, die das Thema Informationsbudget behandeln

Am 17. Februar 2023 fand das erste Auftakttreffen der Fokusgruppe Informationsbudget statt. 84 Teilnehmer*innen aus den verschiedenen Typen wissenschaftlicher Bibliotheken nahmen daran teil. Bei diesem ersten Treffen formierten sich fünf Unterarbeitsgruppen, die sich jeweils auf eine bestimmte Fragestellung spezialisierten. Die Mitglieder der Unterarbeitsgruppen stehen seither in regelmäßigem digitalen Austausch. Nach anderthalb Jahren erfolgte eine erste Retrospektive, d.h. die Untergruppen fassten ihre bisherigen Erkenntnisse zusammen und sammelten Feedback bzw. Ideen zur weiteren Zusammenarbeit ein. Am 21. Juni 2024 - im siebten Treffen der Gesamtgruppe – wurden die Ausarbeitungen aller fünf Unterarbeitsgruppen präsentiert. Diese Ergebnisse werden im Folgenden kurz vorgestellt, sie sind alle in der Zenodo-Community veröffentlicht worden.

Die Materialien sollen eine praktische Orientierungshilfe bieten. Sie können bei der Umsetzung des Informationsbudgets auf verschiedenen Ebenen in wissenschaftlichen Bibliotheken nützlich sein und den Prozess in der Praxis begleiten.
Was genau ist eigentlich ein Informationsbudget?

Mit dieser Frage beschäftigte sich die Unterarbeitsgruppe 1 „Definition Informationsbudget“. 

Da die Frage nicht einfach zu beantworten ist, wurde der Versuch unternommen, gemeinsam eine Definition zu erarbeiten. Die Definition basiert auf bislang veröffentlichten Ansätzen und den Praxiserfahrungen der Gruppenmitglieder. Der “kleinste gemeinsame Nenner” der Elemente des Informationsbudgets wurde herauskristallisiert und optionale Erweiterungen zusammengestellt. Die Kern- und Erweiterungselemente können interessierten Einrichtungen als erste Anregung dienen. Sie können einzelne Aspekte auswählen, die jeweils lokalspezifisch relevant sind, und ggf. weitere Elemente ergänzen. Dadurch kann ein Informationsbudget entstehen, das als Instrument des Finanzmanagements zu verstehen ist. Der Überblick über alle Ausgaben und Finanzierungsquellen für wissenschaftliche Informationen kann dadurch gewonnen werden. Erkenntnisse aus dem DFG-Förderprogramm Open-Access-Publikationskosten und den DFG-Projekten Transform2Open und Open Access Datenpraxis können zukünftig in die Treffen der Unterarbeitsgruppe einfließen.

Die von dieser Untergruppe erstellten Materialien finden sich zur Nachnutzung hier: https://doi.org/10.5281/zenodo.11439996
Warum beschäftigen wir uns mit dem Thema Informationsbudget?

Die Unterarbeitsgruppe 2 „Kommunikationshilfen gegenüber Entscheidungsträgern verfassen“ ging der Frage nach, welche Informationen wichtig sind, um in die Kommunikation mit den Einrichtungsleitungen zu gehen.

Das präsentierte Ergebnis stellte eine perfekte Überleitung von der Theorie in die Praxis dar. Die Gruppenmitglieder haben eine Folienvorlage zur Unterstützung wissenschaftlicher Einrichtungen bei der Einführung eines Informationsbudgets konzipiert. Diese Vorlage dient allen Interessierten als Kommunikationshilfe gegenüber Entscheidungsträger*innen. Der offene Foliensatz steht als PPTX-Datei zur Verfügung und kann für eigene Zwecke angepasst und modifiziert werden. Wichtig war den Gruppenmitgliedern insbesondere, dass die “Empfehlungen zur Transformation des wissenschaftlichen Publizierens zu Open Access” des Wissenschaftsrates aus dem Jahr 2022 in der Präsentation aufgegriffen wurden.

Die von dieser Untergruppe erstellten Materialien finden sich zur Nachnutzung hier: https://doi.org/10.5281/zenodo.11549877
Welche Tools und Systeme eignen sich zur Erfassung von Kosten- und Publikationsdaten als Teil des gesamten Informationsbudgets?

Dieser Frage ging die Unterarbeitsgruppe 3 „Sammlung und Auswertung technischer Infrastruktur“ nach.

Bis dato gibt es kaum produktive Systeme, die bei der Erfassung von Kosten- und Publikationsdaten zur Etablierung eines Informationsbudgets hilfreich sind bzw. die Anforderungen zufriedenstellend erfüllen. Die dritte Unterarbeitsgruppe nahm sich dieser herausfordernden Ausgangssituation an, erstellte einen Systemvergleich und legte den Fokus auf die Publikationskostenerfassung. Es wurden verschiedene Systeme für unterschiedliche Anwendungsszenarien hinsichtlich ihrer Eignung für diesen Zweck untersucht und Kriterien zur Bewertung erarbeitet: 

    Bibliothekssysteme (ALMA / Aleph, FOLIO OA-App, Libero)
    FIS / Hochschulbibliographie (Pure, DSpace)
    Repositorium (eprints, LibreCat)
    Haushaltssysteme (SAP S/4 HANA, FSV).

Der Systemvergleich ist als Gedankenstütze und Anregung gedacht, jedoch nicht als Anschaffungsempfehlung.

Die von dieser Untergruppe erstellten Materialien finden sich zur Nachnutzung hier: https://doi.org/10.5281/zenodo.12073382
Wie gestaltet sich die praktische Umsetzung des Publikations- und Kostenmonitorings in einer Einrichtung?

Mit dieser Fragestellung hat sich die Unterarbeitsgruppe 4 „Publikations- und Kostenmonitoring“ als Community of Practice auseinandergesetzt.

Im Rahmen der Unterarbeitsgruppe wurden anfangs vorrangig allgemeine Praxiserfahrungen zu Monitoring-Prozessen ausgetauscht. Die Bandbreite des Austauschs reichte von verwendeten Tools, Daten für Reporting-Zwecke, Metadaten für Publikationen und deren Kosten, DFG-Förderung und personelle Ressourcen. Der Wunsch der Gruppe war es, dass der Fokus auf Praxis- und Werkstattberichte gelegt werden sollte, um in den direkten Austausch mit wissenschaftlichen Einrichtungen zu gehen, die bereits erste Schritte bei der Umsetzung des Informationsbudgets vorweisen können. Diese Ausrichtung wird auch weiterhin in der Unterarbeitsgruppe praktiziert, über zukünftige Vorträge wird über die Mailingliste informiert.

Die von dieser Untergruppe erstellten Materialien finden sich zur Nachnutzung hier: https://doi.org/10.5281/zenodo.12084934
Wie kann ein idealtypischer Arbeitsablauf für das Publikationskostenmonitoring aussehen?

Mit dieser Frage beschäftigte sich die Unterarbeitsgruppe 5 „Workflows / Prozesse“ als Community of Practice.

Die Untergruppe befasste sich zunächst mit den Workflows aus den Einrichtungen der Gruppenmitglieder - sofern es dort bereits welche gab. Anhand dessen wurden Einflussfaktoren identifiziert, die im Zusammenhang mit der Prozessgestaltung bedacht werden müssen: institutionelle und lokale Rahmenbedingungen sowie Anspruchsgruppen, die zu beachten sind.

Als erstes Szenario wurde dann ein idealtypischer Workflow für die Abrechnung einer Publikation mit Einzelrechnung entworfen. Darin werden die einzelnen Prozessschritte herausgearbeitet, eine Grafik mit tabellarischer Erläuterung bildet den Kern der Ausarbeitung. Der Workflow kann als Orientierungshilfe herangezogen werden, wenn in der eigenen Einrichtung Prozesse zum Publikationskostenmonitoring erarbeitet werden sollen. Ausarbeitungen für weitere Szenarien, wie Abrechnungen via Voucher, Mitgliedschaften, Diamond Open Access oder (DEAL-) Transformationsverträge können gegebenenfalls noch folgen.

Die von dieser Untergruppe erstellten Materialien finden sich zur Nachnutzung hier: https://doi.org/10.5281/zenodo.11915411

Diese Puzzleteile aus einer Begriffsdefinition, einer Kommunikationshilfe, einem Systemvergleich, Werkstattberichten und einem visualisierten Workflow lassen Synergien zwischen den Unterarbeitsgruppen erkennen. Wenn alle Ergebnisse zusammen betrachtet werden, erhalten alle Interessierten eine erste Momentaufnahme, die aus der Praxis für die Praxis erstellt wurde.
Nachtrag

Virtuelle Fokusgruppen haben den Vorteil, dass sich viele Menschen von überall her sehr einfach zusammenschließen und gemeinsam Dinge erarbeiten können. Gelegentliche persönliche Treffen sind aber auch sehr schön und hilfreich. Deshalb veranstaltet die Fokusgruppe Informationsbudget einen Workshop innerhalb der Open Access Tage 2024 in Köln: Workshop 11: Von Brocken und Sandkörnern – Hürden auf dem Weg zum Informationsbudget. Zwei Fragestellungen sollen im Rahmen des Workshops bearbeitet werden: Welche konkreten Hürden gibt es in der eigenen Einrichtung bei den Überlegungen bzw. den Schritten hin zum Informationsbudget? Mit welchen Ideen und kreativen Ansätzen kann man diese überwinden? Wir freuen uns auf interessierte Teilnehmer*innen!
</description><enclosure
            length="338261"
            type="image/jpeg"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/FG_Informationsbudget_Titelbild_Freepik_-_Kopie.jpg" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Diamond Open Access und Zweitveröffentlichungen im Fokus beim oa.barcamp 2024 an der SUB Göttingen</title><link>https://open-access.network/en/blog/diamond-open-access-und-zweitveroeffentlichungen-im-fokus-beim-oabarcamp-2024-an-der-sub-goettingen</link><comments>https://open-access.network/en/blog/diamond-open-access-und-zweitveroeffentlichungen-im-fokus-beim-oabarcamp-2024-an-der-sub-goettingen#comments</comments><pubDate>Mon, 19 Aug 2024 08:00:00 +0200</pubDate><category>Diamond Open Access</category><category>Open Access in practice</category><category>Self-archiving</category><dc:creator>Martina Benz</dc:creator><dc:creator>Danny Flemming</dc:creator><dc:creator>Sylvia Gschwend</dc:creator><dc:creator>Julian Schima </dc:creator><guid>https://open-access.network/en/blog/diamond-open-access-und-zweitveroeffentlichungen-im-fokus-beim-oabarcamp-2024-an-der-sub-goettingen</guid><description>Am 14. und 15. Mai trafen sich mehr als siebzig Interessierte aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz zur vierten Auflage des oa.barcamps an der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen), um sich über den Status Quo, aktuelle Herausforderungen und die Zukunft von Open Access (OA)  auszutauschen. Organisatorinnen waren die Universität Konstanz und die SUB im Rahmen des BMBF-geförderten Projekt open-access.network.
Innovatives Format mit aktiver Mitgestaltung durch die Teilnehmenden

Ein Barcamp ist verglichen mit gewöhnlichen Konferenzen ein offenes Veranstaltungsformat: Im Gegensatz zu einem im Vorfeld fixierten Programm mit festgelegten Vorträgen, Workshops und Sprecher*innen bestimmen die Teilnehmenden erst vor Ort, worüber sie wann in welchem Rahmen sprechen möchten.

&quot;I enjoyed being a part of the Barcamp a lot because of its open and flexible format. Every participant had a say in deciding the topics of discussion, and instead of fixed sessions and lecture-type presentations, the floor was open to different group sizes as well as discussion methods. Whether the participant was new to the topic or experienced, everyone had the opportunity to learn and discuss thanks to the format. I think the Barcamp created a very open platform for healthy interactions. It was a learning experience, not only on the theme at hand, but also on how to make group interactions more engaging and productive.&quot;  (Mamta Dwivedi, Projekt Diamond Thinking)

Die Zentralbibliothek bot dafür optimale Bedingungen: Im Digital Creative Space (DCS), das mit seiner Atmosphäre dem offenen und eher lockeren Konferenzcharakter zu Gute kam, bekamen die Angereisten zu Beginn der Veranstaltung die Gelegenheit, vor den anderen Gästen ihre zahlreichen Ideen und Themenvorschläge für Sessions – sei es als Workshop, Diskussionsrunde, Vortrag – vorzustellen, welchevon Fördermöglichkeiten von Fair Open Access über Herausforderungen von Zweitveröffentlichungsservices und Monitoring von Open-Access-Publikationen bis hin zur Vernetzung von Open-Access-Projekten reichten.

Im Anschluss an dieses sogenannte Session Pitching, waren alle Teilnehmer*innen aufgefordert, ihre bevorzugten Themen zu wählen, aus denen die Organisator*innen das Programm festzurrten, während die Teilnehmenden an einem Speed Dating zum Kennenlernen auf dem sonnenbeschienenen Campus teilnehmen konnten.
Diskussionen und Austausch über aktuelle Themen

Nach der Mittagspause standgleich eine erste Session zur Finanzierung von diamantenem Open Access an. Ausgehend von einer kurzen Vorstellung des am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) angesiedelten Projektes Diamond Thinking durch Projektmanagerin Mamta Dwivedi tauschten sich rund fünfzig Teilnehmende über Möglichkeiten aus, Open-Access-Publikationen jenseits einer Finanzierung durch APC und BPC zu finanzieren. Dabei wurde die Notwendigkeit alternativer und fairer Finanzierungsmodelle betont, schon allein wegen der hohen und tendenziell weiter steigenden Kosten im Zusammenhang mit APC-finanzierten Medien und den DEAL-Verträgen. Zwar ermöglichen Projektförderungen es immer wieder, neue Diamond-Open-Access-Zeitschriften zu gründen oder von Closed auf Open Access umzustellen, jedoch fehlt es an einer nachhaltigen Finanzierung nach Ablauf der jeweiligen Projektlaufzeit. Eine Lösungsmöglichkeit bieten hier alternative Finanzierungsmodelle. Beispiele wie die Open Library of Humanities und das KOALA-Projekt zeigten, dass Crowdfunding-Modelle funktionieren können, aber auch hier gibt es keine Garantie für Folgefinanzierungen. Haushaltsrechtliche Fragen erschweren außerdem die Beteiligung wissenschaftlicher Bibliotheken an solchen Modellen.

Mit der Frage, was Bibliotheken unternehmen können, um nicht-kommerzielle Formen des Open Access gezielt zu unterstützen, wurde sich im Anschluss auch in Session zwei auseinandergesetzt. Ein umfassender Bericht zu diesem Workshop kann hier nachgelesen werden.
Auf dem Weg zu neuen Open Access Policies?

Am zweiten Tag beschäftigte sich ein Workshop intensiv mit der Gestaltung und Implementierung von Open Access Policies bzw. damit, wie diese vor dem Hintergrund der weiteren Entwicklung der Open-Access-Transformation in Richtung einer umfassenden Publication Policy überarbeitet werden müssten.

Untergruppen bearbeiteten die Aspekte “Prozess und Implementation”, “Inhalte” und “Scholarly Publishing”. Dabei wurde die Bedeutung eines partizipativen Prozesses bei der Erstellung von OA Policies betont, bei dem Wissenschaftler*innen und Leitungsebene von Beginn an eingebunden sein sollten. Die Implementierung müsse zudem an quantifizierten Zielen überprüft und durch konkrete Maßnahmen unterstützt werden, die regelmäßig auf ihre Zielgruppen und Inhalte hin kontrolliert und angepasst werden. Schulungen sollten kontinuierlich wiederholt und Multiplikator*innen eingebunden werden, um sicherzustellen, dass die Inhalte den Bedarfen entsprechen. Als Basisinhalte einer OA Policy wurden die Themen Erst- und Zweitveröffentlichung, Empfehlungen zu Open Access und die Bereitstellung von Beratung und Unterstützungsangeboten genannt, neben zusätzlichen Punkten wie freie Lizenzen, Nutzung bestehender OA-Verträge und der Thematisierung von Research Assessment und Publikationsvielfalt. Statt einer reinen OA Policy wäre auch eine umfassendere Richtlinie zum wissenschaftlichen Publizieren denkbar.

Eine weitere Untergruppe besprach die Publikationsrichtlinie der TU Dresden als Beispiel und sammelte Feedback von verschiedenen Institutionen. Es stellte sich heraus, dass viele Einrichtungen bereits OA Policies oder Publikationsrichtlinien haben, jedoch oft eine übergreifende Publikationsrichtlinie bevorzugen würden, die alle Aspekte des wissenschaftlichen Publizierens abdeckt. Vorteile einer solchen umfassenden Richtlinie wären die Bündelung aller relevanten Informationen für Autor*innen und Institutionen sowie die Stärkung der Bibliotheken als zentrale Anlaufstellen.
Großes Interesse an Zweitveröffentlichungsservices

Die hohe Teilnehmendenzahl beim Workshop zu Zweitveröffentlichungsservices, den Franziska Deuter von der UB Bamberg anbot, zeigt die große Relevanz auch dieses Themas - für wissenschaftliche Bibliotheken ebenso wie für Verlage, beide Gruppen waren im Plenum vertreten. Deuter gab detaillierte Einblicke in die Workflows und Serviceangebote, die die UB Bamberg für ihre Forschenden und deren Zweitveröffentlichungen im dortigen Repositorium etabliert hat. Die folgende lebhafte Diskussion beleuchtete das Thema Green Open Access von verschiedenen Seiten, wie etwa in Hinsicht auf Haftungsfragen, Lizenzvergaben und Verlagspolicies. Als weitere relevante Themen erwiesen sich die Promovierendenberatung und der Umgang mit konkreten Alltagstätigkeiten wie die Erstellung von Deckblättern. Wer gerne weitere Informationen zu zentralen Aspekten des Themas hätte, kann einen Blick in den bereitgestellten Leitfaden zu Zweitveröffentlichungsservices werfen.
Blick in die Open-Access-Projektlandschaft

Mehrere im Open-Access-Bereich wirkende Projekte haben die Gelegenheit genutzt, der Community Einblicke in ihre Tätigkeiten zu geben.

In einer der ersten Sessions stellte Victoria Jahrmarkt das im vergangenen Herbst gestartete Projekt PANTER vor. Ziel des Projekts ist ein zuverlässiger Preismonitor, der es Publizierenden erlaubt, einen Überblick über die aktuelle Preislandschaft auf dem Open-Access-Zeitschriftenmarkt zu erlangen sowie Preisentwicklungen für Publikationsdienstleistungen sichtbar und vergleichbar zu machen. In der gemeinsamen Diskussion waren die Teilnehmenden eingeladen, eine fiktive Persona zu gestalten und so eine konkrete Nutzerin des Monitors zu imaginieren. Dieser spielerische Ansatz brachte anschaulich die zielgruppenspezifischen Herausforderungen an das Tool ans Licht.

Einer ganz anderen Aufgabe verpflichtet sich das Projekt OS-APS STEMO, über das Markus Putnings In einer der abschließenden Sessions informierte. Putnings zeigte, wie die im Projekt erstellte Open Source Software institutionelle Verleger*innen (etwa Repositorien, OJS-Instanzen oder Hochschulverlage) bei der Sicherstellung digitaler Barrierefreiheit unterstützen kann - hierfür stellte er auch eine Cloud-Software zum Selber-Ausprobieren bereit.

Diese beiden vorgestellten Projekte gaben einen Einblick in die Bandbreite von Themen, die in der aktuellen Open-Access-Projektlandschaft behandelt werden. Wie ein Überblick über diese Landschaft aussehen kann und wie mögliche Synergien identifiziert werden können, war Gegenstand einer weiteren Session zu Open-Access-Projekten, nämlich zum Angebot des oa.hub von open-access.network, den Sie hier finden.
CC-BY Martin Liebetruth
CC-BY Danny Flemming
CC-BY Martin Liebetruth
CC-BY Martin Liebetruth
CC-BY Danny Flemming
CC-BY Martin Liebetruth
Rahmenprogramm

Die thematischen Sessions wurden ergänzt durch spannende Rahmenprogrammpunkte. Zum Abschluss des ersten Barcamp-Tages öffnete die SUB die Tore zu ihrem Historischen Gebäude und die sonst verschlossene Tür des Heyne-Lesesaal. Der zweite Tag startete mit einem Refinement – also einer Verfeinerung – der Ergebnisse des ersten Tages mit Lilja Sautter, Product Owner an der SUB und Projektmitarbeiterin bei open-access.network, und Agile Coach Kay Liewald, SUB Göttingen.Hierbei wurden insbesondere der Austausch und die Möglichkeit des Perspektivwechsels am ersten Veranstaltungstag hervorgehoben. Gleichzeitig gaben Sautter und Liewald mit der hier demonstrierten One-Two-Four-All-Methode einen Einblick in die agile Projektarbeit an der SUB und den Teilnehmenden ein Tool zur Optimierung der eigenen Arbeitsprozesse an die Hand.

„Im Projekt P2P.OA.HAW interessieren uns zum einen die individuellen   Herausforderungen von HAW im Bereich Open Access. Das Barcamp ist hierfür ideal, denn das Format gibt den Einrichtungen den Raum, eben diese spezifischen Themen zu adressieren. Die Größe der einzelnen Sessions bietet die Möglichkeit, in einen persönlicheren Austausch in Kleingruppen zu gehen, was bei Tagungen mit größeren Dimensionen oft zu kurz kommt. Zum anderen sind wir fortlaufend daran interessiert, weitere potentielle Peers kennenzulernen. Da auf dem Barcamp OA-Neulinge bis -Expert*innen vertreten waren, haben wir die Veranstaltung als Netzwerkgelegenheit genutzt.

Unsere Highlights waren: Einblicke in die Erstellung einer Open Access Policy und der persönliche Austausch mit der Ansprechperson unserer zu beratenden Hochschule.“ (Jasper Beyermann und Emilia Mikautsch, Projekt P2P.OA.HAW)

Das Barcamp in Göttingen hat einmal mehr gezeigt, dass dieses Format für den Austausch in der Open Access Community hervorragend geeignet ist. Die SUB Göttingen glänzte mit sehr gut geeigneten Räumlichkeiten, in denen sich die rund 75 Teilnehmenden an den zwei Tagen rundum wohlfühlen konnten. Sowohl Organisator*innen wie auch Teilnehmende zeigten sich in der Abschlusssession rundum zufrieden und sparten nicht mit Lob von der Organisation über das Catering bis hin zumRahmenprogramm, das es ermöglichte, außerhalb der Sessions Gespräche fortzuführen und sich zu vernetzen.

&quot;The theme of Open Access publishing is quite extensive and ever-changing. Therefore discussions and cooperation with specialists are the best way to learn and stay up-to-date on the topic. The community involved with OA publishing is also inclusive and easy to talk to. As I experienced it, this Barcamp had the format designed for easy interactions with specialists in various topics as well as building one-to-one relationship. I think, it&#039;s the best place and format for anyone interested in learning more about the topic as well as connecting with experts.”  (Mamta Dwivedi, Projekt Diamond Thinking)

„Beim Barcamp konnte ich viele Bekannte und frühere Kollegys wiedersehen und mich weiter mit der Community vernetzen. Trotz der vielen Online- Angebote sind solche Präsenztreffen daher sehr schön und wichtig. Ich konnte außerdem die Themen, die mich aktuell beschäftigen, in verschiedenen Sessions einbringen und neue Ideen mitnehmen. Daraus ist auch eine ganz konkrete Idee für einen Austausch zu Finanzierungsmodellen jenseits von APC und BPC entstanden.&quot; (Katharina Schulz, Projekt VEStOR ).

Das nächste oa.barcamp wird im Frühjahr 2025 stattfinden. Details zu Ort, Datum und Anmeldemöglichkeiten werden auf open-access.network bekannt gebeben.
</description><enclosure
            length="425748"
            type="image/jpeg"
            url="https://open-access.network/fileadmin/user_upload/SUBGoettingen.jpg" /></item>


            
        
            
            
<item><title>One Aim, Two Departments: An Exchange Between Libraries and Finance Departments on the Capture of Invoices for Publication Charges</title><link>https://open-access.network/en/oablog/one-aim-two-departments-an-exchange-between-libraries-and-finance-departments-on-the-capture-of-invoices-for-publication-charges</link><comments>https://open-access.network/en/oablog/one-aim-two-departments-an-exchange-between-libraries-and-finance-departments-on-the-capture-of-invoices-for-publication-charges#comments</comments><pubDate>Mon, 22 Jul 2024 00:00:00 +0200</pubDate><category>Open Access in practice</category><category>Technology and workflows</category><category>Open Access funding</category><dc:creator>Katja Dammann </dc:creator><dc:creator>Paul Schultze-Motel </dc:creator><guid>https://open-access.network/en/oablog/one-aim-two-departments-an-exchange-between-libraries-and-finance-departments-on-the-capture-of-invoices-for-publication-charges</guid><description></description><enclosure
            length="355303"
            type="image/jpeg"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/pexels-jakubzerdzicki-16823695.jpg" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Beratung auf Augenhöhe: Open Access an HAW strategisch ausbauen</title><link>https://open-access.network/en/blog/beratung-auf-augenhoehe-open-access-an-haw-strategisch-ausbauen</link><comments>https://open-access.network/en/blog/beratung-auf-augenhoehe-open-access-an-haw-strategisch-ausbauen#comments</comments><pubDate>Mon, 06 May 2024 09:41:00 +0200</pubDate><category>Open Access in practice</category><category>Technology and workflows</category><category>Consultation</category><dc:creator>Jasper Beyermann</dc:creator><dc:creator>Emilia Mikautsch</dc:creator><guid>https://open-access.network/en/blog/beratung-auf-augenhoehe-open-access-an-haw-strategisch-ausbauen</guid><description>Das Projekt P2P.OA.HAW startet mit zwei HAW den ersten Erprobungsdurchlauf der Peer-to-Peer-Strategieberatung zu Open Access.

Im November letzten Jahres startete das Projekt &quot;Peer-to-Peer-Strategieberatung für Hochschulleitungen als Werkzeug zur Etablierung einer gelebten Open-Access-Kultur an Hochschulen für angewandte Wissenschaften&quot; (P2P.OA.HAW) der Hochschule Bielefeld (HSBI) und der Universität Konstanz (UKon). Dabei soll das bewährte Konzept der Peer-to-Peer-Strategieberatung des Hochschulforums Digitalisierung (HFD) aus dem Feld Digitalisierung in Studium und Lehre nachgenutzt und für den Bereich Open Access an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) weiterentwickelt werden.

Die Gestaltung der Strukturen, Prozesse und Strategien für Open Access ist für viele Wissenschaftseinrichtungen herausfordernd. Umso mehr gilt dies für HAW, die ihre Open-Access-Aktivitäten vielfach erst seit den letzten Jahren auf- und ausbauen und dadurch strategisch, strukturell und finanziell in eigener Weise herausgefordert sind. Zugleich erfordern strategische Rahmensetzungen und organisationsbezogene Strukturanpassungen für eine Open-Access-freundliche Zukunft ein Steuerungshandeln auf Hochschulleitungsebene.

Im Strategieberatungsprozess von P2P.OA.HAW werden über einen Zeitraum von etwa acht Monaten zwei HAW dabei unterstützt, eigene Entwicklungsziele im Bereich Open Access zu identifizieren, entsprechende Entwicklungswege zu planen und umzusetzen. Die Erkenntnisse aus den Beratungsrunden in den Jahren 2024 und 2025 sollen in ein Konzept zur langfristigen Etablierung der Peer-to-Peer-Strategieberatung für Open Access einfließen.
Gemeinsam geht’s leichter

Nun ist der erste große Meilenstein im Projekt erreicht! Auf den im vergangenen Dezember veröffentlichten Aufruf zur Interessenbekundung wurden die beiden teilnehmenden Hochschulen für den Erprobungsdurchlauf 2024 ausgewählt:

      Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena)
      Hochschule Rhein-Waal (HSRW)

Bild: Teilnahme an der Peer-to-Peer-Strategieberatung 2024, P2P.OA.HAW, CC BY 4.0.

Die Ernst-Abbe-Hochschule Jena ist die forschungsstärkste Hochschule für angewandte Wissenschaft in Thüringen und verfügt über ein sehr breites Fächerspektrum von Betriebswirtschaftslehre über Ingenieurwissenschaften, Medizintechnik sowie Biotechnologie, Gesundheit und Pflege bis hin zu Sozialwesen. Durch ihr eigenes vom BMBF gefördertes Open-Access-Projekt „Open Access an HAWs – Acceptance and Communication“ (siehe Open Access Kultur an der EAH Jena) verfügt die EAH Jena nicht nur über die Ressourcen, den Beratungsprozess optimal zu nutzen, sondern auch, um darüber hinaus in Zukunft ein Kompetenzzentrum für die Region zu werden:

    Open Access hat sich zu einem zentralen Thema an der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena entwickelt, um unseren Forschungsschwerpunkt weiter zu stärken und zu fördern. Als forschungs- und publikationsstärkste Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Thüringen befinden wir uns mit unserer eigenen Open-Access-Strategie noch in den Anfängen und sehen großes Potenzial, dieses wichtige Thema weiter voranzutreiben. Deswegen nehmen wir aktiv an der Open Access Peer-to-Peer-Strategieberatung teil. Durch den Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen HAWs, die Open Access bereits erfolgreich implementiert haben, möchten wir wertvolle Einblicke und Erfahrungen gewinnen.

–     Henrieke Walter, Projektmitarbeiterin OA-HAW(C), EAH Jena

Die außerordentlich international ausgerichtete Hochschule Rhein-Waal mit Studierenden aus über 120 Nationen und rund 75% englischsprachigen Studiengängen verfügt über ein starkes und interdisziplinäres Forschungsprofil in den Bereichen Technologie und Bionik, Life Sciences, Gesellschaft und Ökonomie sowie Kommunikation und Umwelt. Im Zusammenhang mit dem Hochschulentwicklungsplan 2030 sollen die bereits beachtlichen Startleistungen zu Open Access in Service, Finanzierung und Infrastruktur gestärkt und mit den Ergebnissen angrenzender Projekte wie TransRegINT und FDMScouts.nrw verknüpft werden.

    Nachhaltigkeit und Transformation sind die Leitthemen der Hochschule Rhein-Waal  in Forschung, Lehre und Wissenstransfer. Wir sind überzeugt: Der offene Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen befeuert ihre Nachnutzung in Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft und bereitet der Umsetzung innovativer Lösungen für gemeinsame Herausforderungen unserer Zeit den Weg. Im Bereich Open Access unterstützt die HSRW ihre Angehörigen daher mit einem breiten Portfolio an Informationsangeboten und Förderstrukturen. Mit der Teilnahme an P2P.OA.HAW verfolgen wir das Ziel, dieses Portfolio für die Zukunft aufzustellen, indem strategische und operative Weiterentwicklungsmöglichkeiten im Lichte der Best Practices erfahrener Peers ausgelotet werden. Dabei gilt: Open Access eröffnet als Brückenthema viele Verbindungen in andere Bereiche von Open Science und kann somit selbst impulsgebend wirken – auch als Teil der Strategie der HSRW in Forschung, Lehre und Wissenstransfer.

– Martin Reiter, Leitung Abteilung Publikationsmanagement, HSRW
Interaktives Kennenlernen und Bedarfsanalyse

P2P.OA.HAW legt Wert darauf, dass die teilnehmenden Hochschulen ihren Zielen nicht allein nachgehen, sondern vom gemeinsamen Austausch untereinander profitieren. In der ersten gemeinsamen Begleitveranstaltung lernten die Hochschulen somit nicht nur das Projektteam von P2P.OA.HAW kennen, sondern hatten die Möglichkeit, mit der jeweils anderen teilnehmenden HAW zu diskutieren und gemeinsame Hürden ausfindig zu machen: Wie überwindet die andere HAW jene Herausforderung, vor welcher wir momentan stehen? Wo kann meine Einrichtung ein Beispiel für eine erfolgreiche Problemlösung sein?
Nächster Schritt: Auswahl der Peers für individuelle Entwicklungsbedarfe

Um dem individuellen Veränderungsprozess im Open-Access-Bereich jeder HAW passgenau begegnen zu können, bedarf es Open-Access-Expert*innen, die neben ihrer fachlichen Expertise auch die Sichtweise von HAW kennen. Die sogenannten Peers fungieren als „Critical Friends“: Hochschulleitungen von HAW werden durch Leitungen anderer Hochschulen oder Wissenschaftseinrichtungen auf Augenhöhe in einem strukturierten Prozess begleitet und beraten. P2P.OA.HAW bringt beide Seiten zusammen und koordiniert das Beratungsverfahren. Die Peers werden in enger Absprache mit den teilnehmenden Hochschulen aus der erfahrenen Community von open-access.network und darüber hinaus ausgewählt.

Wir gratulieren den ausgewählten Hochschulen und freuen uns auf die Zusammenarbeit in den kommenden Monaten!
</description><enclosure
            length="103454"
            type="image/png"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/P2Pblog_Titelfoto_Rahmen.png" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Taking the First Steps Together Towards an Information Budget</title><link>https://open-access.network/en/blog/taking-the-first-steps-together-towards-an-information-budget</link><comments>https://open-access.network/en/blog/taking-the-first-steps-together-towards-an-information-budget#comments</comments><pubDate>Tue, 09 Apr 2024 11:29:53 +0200</pubDate><category>Open Access in practice</category><category>Information budget</category><dc:creator>Danny Flemming</dc:creator><guid>https://open-access.network/en/blog/taking-the-first-steps-together-towards-an-information-budget</guid><description>At a recent workshop, representatives of four different institutions provided insights into the practical implementation of information budgets.</description><enclosure
            length="402616"
            type="image/jpeg"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/pexels-photo-1786307_quer.jpeg" /></item>


            
        
            
            
<item><title>With Whom, How and Why to Talk About What? The Focus Group &quot;Open Access Communication&quot;</title><link>https://open-access.network/en/blog/with-whom-how-and-why-to-talk-about-what-the-focus-group-open-access-communication</link><comments>https://open-access.network/en/blog/with-whom-how-and-why-to-talk-about-what-the-focus-group-open-access-communication#comments</comments><pubDate>Wed, 06 Mar 2024 09:08:00 +0100</pubDate><category>Open Access in practice</category><category>Consultation</category><dc:creator>Christoph Hornung</dc:creator><dc:creator>Katja Wermbter</dc:creator><guid>https://open-access.network/en/blog/with-whom-how-and-why-to-talk-about-what-the-focus-group-open-access-communication</guid><description>Since 2022, Focus Group “Open Access Communication” has been working on how communication about open access can succeed without stakeholders in open access publishing finding themselves in disconnected specialized discourses, but rather in a continuous, constructive and science-promoting exchange. The blog post presents the development, content, questions and goals of the focus group.</description><enclosure
            length="31045"
            type="image/jpeg"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/Grafik_2_Blogbeitrag.jpg" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Open Access Tage 2023: Videos, Slides and Gleanings</title><link>https://open-access.network/en/oablog/open-access-tage-2023-videos-slides-and-gleanings</link><comments>https://open-access.network/en/oablog/open-access-tage-2023-videos-slides-and-gleanings#comments</comments><pubDate>Mon, 05 Feb 2024 09:08:00 +0100</pubDate><category>Open Access in practice</category><category>Open Access transformation</category><category>Conference</category><dc:creator>Georg Fischer</dc:creator><guid>https://open-access.network/en/oablog/open-access-tage-2023-videos-slides-and-gleanings</guid><description>The conference Open Access Tage [Open Access Days] (#OAT23) took place in Berlin at the end of September 2023. Thus, the 20th anniversary of the Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities was also celebrated fittingly and given due recognition in the German capital. Anyone who would like to look back and reflect on the OAT23 or to catch up on one or other of the presentations, now has a choice of over 30 videos.</description><enclosure
            length="44195"
            type="image/png"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/thumb-OpenAccess_Tage_Berlin_hoch_RGB.png" /></item>


            
        
            
            
<item><title>First Workshop in the Series &quot;Finanzielle Gestaltung der Open-Access-Transformation&quot;</title><link>https://open-access.network/en/blog/first-workshop-in-the-series-finanzielle-gestaltung-der-open-access-transformation</link><comments>https://open-access.network/en/blog/first-workshop-in-the-series-finanzielle-gestaltung-der-open-access-transformation#comments</comments><pubDate>Thu, 25 Jan 2024 09:08:04 +0100</pubDate><category>Open Access in practice</category><category>Information budget</category><guid>https://open-access.network/en/blog/first-workshop-in-the-series-finanzielle-gestaltung-der-open-access-transformation</guid><description>&quot;Finanzielle Gestaltung der Open-Access (OA)-Transformation an Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen&quot; [Financial Organisation of the Open Access Transformation at Universities and Scientific Institutions] is the title of a series of workshops in the framework of open-access.network, a project funded by the Federal Ministry of Education and Research (BMBF). The six-part workshop series is organised and implemented by Bielefeld University Library and Helmholtz Open Science Office. It focuses on the information budget at universities and scientific institutions. The kick-off event on 13 September 2023 provided the around 130 participants with information on the current state of the discussion on and the objective of information budgets, as well as on initial implementation scenarios.</description><enclosure
            length="152528"
            type="image/png"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/pixel-cells-3674122_1280.png" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Impetus from the Open Access Staff Week</title><link>https://open-access.network/en/oablog/impetus-from-the-open-access-staff-week</link><comments>https://open-access.network/en/oablog/impetus-from-the-open-access-staff-week#comments</comments><pubDate>Fri, 22 Dec 2023 11:37:32 +0100</pubDate><category>Open Access in practice</category><dc:creator>Jasper Beyermann</dc:creator><dc:creator>Danny Flemming</dc:creator><dc:creator>Karin Stork</dc:creator><guid>https://open-access.network/en/oablog/impetus-from-the-open-access-staff-week</guid><description>This year&#039;s Open Access Staff Week took place at Technische Universität (TU) Braunschweig Library from the 5th to the 7th of December. For Jasper Beyermann (Hochschule Bielefeld – University of Applied Sciences and Arts [HSBI]) and Karin Stork (University of Konstanz), it was their first time participating in a networking event organised by open-access.network. We availed of the opportunity to ask them for their impressions.</description><enclosure
            length="794380"
            type="image/jpeg"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/oablog_Foto_StaffWeekInterview-2.jpg" /></item>


            
        
            
            
<item><title>Open Access Level-Up</title><link>https://open-access.network/en/oablog/open-access-level-up</link><comments>https://open-access.network/en/oablog/open-access-level-up#comments</comments><pubDate>Tue, 19 Dec 2023 13:02:00 +0100</pubDate><category>Diamond Open Access</category><category>Open Access in practice</category><category>Journals</category><dc:creator>Carolin Becklas</dc:creator><dc:creator>Dom Ford</dc:creator><guid>https://open-access.network/en/oablog/open-access-level-up</guid><description>When publishing or contributing to open access journals, academics have to navigate several challenges. Dom Ford, a postdoc at the University of Bremen, is significantly involved in two Diamond Open Access journals: He is the managing editor of gamevironments and also serves on the editorial board of Eludamos: Journal for Computer Game Culture. In this conversation, we invite him to share his experiences with us, seek his advice, and explore the crucial role of libraries in supporting Diamond Open Access publishing.</description><enclosure
            length="420447"
            type="image/png"
            url="https://open-access.network/fileadmin/ipoa/Blog/oablog-teaser-interview-ford.png" /></item>


            
        



    </channel>
</rss>
