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        <description>Beiträge nach Tag: Technik und Workflows</description>
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<item><title>Offene Publikationswege durch Transparenz und Zusammenarbeit ermöglichen: Einblicke in die Infrastruktur hinter dem oa.finder/journal</title><link>https://open-access.network/blog/offene-publikationswege-durch-transparenz-und-zusammenarbeit-ermoeglichen-einblicke-in-die-infrastruktur-hinter-dem-oafinder/journal</link><comments>https://open-access.network/blog/offene-publikationswege-durch-transparenz-und-zusammenarbeit-ermoeglichen-einblicke-in-die-infrastruktur-hinter-dem-oafinder/journal#comments</comments><pubDate>Thu, 19 Feb 2026 20:45:00 +0100</pubDate><category>Open Access in der Praxis</category><category>Technik und Workflows</category><category>Open Access in den Fachdisziplinen</category><dc:creator>Katja Dammann </dc:creator><dc:creator>Dr. Nina Schönfelder</dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/offene-publikationswege-durch-transparenz-und-zusammenarbeit-ermoeglichen-einblicke-in-die-infrastruktur-hinter-dem-oafinder/journal</guid><description>Welche redaktionellen Abläufe, Datenquellen und Kooperationen stecken hinter dem Recherchetool oa.finder/journal? Die Autorinnen berichten zusammenfassend über den Online-Workshop Ein Blick hinter die Kulissen: Erfassung und Pflege der Daten im oa.finder/journal vom 10. September 2025.
Themen des kollegialen Austauschs mit Expertinnen aus Bibliotheken und Konsortialstellen waren die redaktionellen Abläufe im oa.finder/journal, die Nutzung von Datenquellen, sein Einsatz in der Beratungs- und Anwendungspraxis sowie die Weiterentwicklung der Datenstrukturen. In verschiedenen Impulsreferaten wurden folgende Fragen diskutiert:
-	Wie kommen die Daten über Transformationsverträge und Publikationsfonds der Wissenschaftseinrichtungen in den oa.finder? 
-	Welche Möglichkeiten haben Bibliotheken, Angaben zu prüfen, zu ändern und zu ergänzen? 
-	Welche Rolle spielen Konsortialstellen als Paketverwalter von Transformations- und OA-Flat-Fee-Verträgen?
-	Wie werden Unikliniken und Universitäten mit Literaturversorgung durch rechtlich selbstständige Bibliotheken (SUBs, zentrale Fachbibliotheken etc.) repräsentiert? 
-	Wie ist der Planungsstand zur Erweiterung der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) um eine Registry für Transformations- und OA-Flat-Fee-Verträge?

Es wurde deutlich, dass der oa.finder im Austausch mit verschiedenen Beteiligten Transparenz im Veröffentlichungsprozess schafft, Informationswege bündelt und Open-Access-Akteur*innen verbindet. Als Wissensbasis zur Recherche nach Publikationsmöglichkeiten enthält er neben publikationsrelevanten Informationen zu knapp 57.000 wissenschaftlichen Zeitschriften auch Informationen über Open-Access-Aktivitäten, Transformationsverträge und Publikationsfonds an über 700 Wissenschaftsinstitutionen im deutschsprachigen Raum. 
Datenpflege als Gemeinschaftsarbeit 
Der oa.finder unterstützt Wissenschaftler*innen bei der Auswahl geeigneter Publikationsorte für ihre Forschungsarbeit im Open Access sowie Mitarbeitende an Bibliotheken und anderen zentralen Serviceeinrichtungen bei der Publikationsberatung. Er bündelt Informationen über Zeitschriften, Verlage, Geschäftsmodelle und Open-Access-Vereinbarungen und macht diese strukturiert zugänglich. Die Teilnehmenden erfuhren, dass der oa.finder/journal auf eine Vielzahl von Quellen und Schnittstellen zurückgreift, wie die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB), das Directory of Open Access Journals (DOAJ), APC-Preislisten von Verlagen, die Transformative Agreements Public Data des Journal Checker Tools sowie einrichtungsspezifische Informationen aus dem oa.atlas. Diese Zusammenführung erfordert technische Schnittstellen, redaktionelle Sorgfalt und institutionsübergreifende Kooperationen.
In ihrer Einführung sprach Nina Schönfelder (UB Bielefeld) über die Erfassung und Pflege der Daten im oa.finder/journal. Sie beschrieb die notwendigen komplexen Arbeitsschritte, um aus verstreuten Quellen ein konsistentes und aktuelles Informationssystem zu formen. Von der automatisierten Datenübernahme bis zur manuellen Prüfung durch das Redaktionsteam wird die Datenqualität an verschiedenen Stellen des Prozesses sichergestellt. „Der Anspruch ist, zuverlässige und nachvollziehbare Informationen zu bieten, weil der oa.finder/journal eine Grundlage für Beratungen und Publikationsentscheidungen bieten will“, betonte Schönfelder. Die Herausforderung der Datenpflege läge nicht nur in der technischen Integration, sondern auch im Umgang mit der Dynamik des Open-Access-Marktes: Zeitschriftenmodelle ändern sich, neue Transformationsverträge kommen hinzu, Verlage wechseln ihre Richtlinien.

Open Access an der Universitätsmedizin Augsburg
Im ersten Impulsreferat präsentierten Evamaria Krause und Sonja Härkönen von der Universitätsbibliothek Augsburg, wie die Literaturversorgung und Organisation der Transformationsverträge in ihrem Haus für die Medizinische Fakultät, das Uniklinikum sowie verschiedene klinische Kooperationspartner umgesetzt werden. Klinik-Mitarbeitende, die wissenschaftliche Dienstleistungen erbringen, sind laut Grundordnung der Universität Augsburg den Universitätsmitgliedern rechtlich gleichgestellt, was auch für den Versorgungsauftrag durch die Universitätsbibliothek gilt. Aus dieser Konstellation entstehen komplexe Einzelanforderungen, die im Alltagsgeschäft kommunikative Herausforderungen darstellen: Beispielsweise, wenn bei mehrjährig laufenden Transformationsverträgen während der Vertragslaufzeit neue Personen als publikationsberechtigt aufgenommen werden sollen. Oder die entstehenden Zusatzkosten, wenn Mitarbeitende der Kooperationskliniken im Rahmen von Verträgen publizieren wollen, an denen die Medizinische Fakultät nicht beteiligt ist. 
Die Dienste der UB Augsburg zum Open-Access-Publizieren sind vielfältig: Information und Beratung zu Open Access, finanzielle Förderung von Open-Access-Artikeln und Beteiligung an Transformationsverträgen. In der Publikationspraxis geht es oft um Fragen wie: Welche Zeitschrift erlaubt mir, meinen Artikel im Open Access zu veröffentlichen? Welche Kosten entstehen, und wer übernimmt sie? Hier bietet der oa.finder/journal eine erste Orientierung, indem er Informationen zu APCs, Lizenzen und Fördermöglichkeiten bündelt. Evamaria Krause und Sonja Härkönen betonten, dass vor allem die Kombination der zentral gepflegten Daten mit lokaler Beratung zielführend sei. 
In der Universitätsmedizin treffen unterschiedliche Förderlogiken aufeinander – nicht nur bei den erwähnten Transformationsverträgen, sondern auch bei der universitätsinternen Förderung von Open-Access-Artikeln. Für diese Fälle wünschen sich die Referentinnen eine differenzierte Darstellung der Transformationsverträge und Fördermöglichkeiten im oa.finder/journal sowie schnelle Änderungen in den eigenen Daten.

Beratung mit dem oa.finder an der Universität Greifswald
An der Universität Greifswald ist die Situation anders: Die Uniklinik ist Teil der Universität und fungiert als medizinischen Fakultät. Entsprechend sind alle Angehörigen der Unikli-nik auch Hochschulangehörige. Ariane Retzar berichtete aus der Beratungspraxis des Open-Access-Teams der Universitätsbibliothek Greifswald, das den oa.finder aktiv nutzt, um Forschenden passgenaue Informationen zu bieten. In der täglichen Arbeit diene er als Nachschlagewerk, mit dem Publikationsoptionen schnell auffindbar sind. Da die UB den oa.finder zentral auf ihrer Website eingebunden hat, wird er auch von Wissenschaft-ler*innen genutzt, was durch Erwähnungen in E-Mails und bei telefonischen Anfragen belegt ist. Für die Weiterentwicklung wünscht sich das Greifswalder Open-Access-Team eine verlässliche und durchgängige Kennzeichnung förderfähiger Zeitschriften und eine Übereinstimmung der einrichtungsspezifischen Förderbedingungen mit den Hinweisen zur Kostenübernahme.
Retzar hob hervor, dass der Nutzen des Tools vor allem darin besteht, dass es Entscheidungen erleichtert. Zugleich betonte sie, dass es keine Beratung ersetzt, sondern stützt und professionalisiert. Mit der passenden Suchanfrage erhalte man im oa.finder objektive und vergleichbare Informationen, die die lokale Publikationsberatung ergänzen, was grade für kleinere Einrichtungen eine erhebliche Entlastung bringt.

Open-Access-Informationen an der SUB Hamburg
Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg (SUB) informiert Forschende der Universität Hamburg sowie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) über vielfältige Kanäle zu Open-Access-Publikationsmöglichkeiten – von Webseiten über Schulungen bis hin zu persönlichen Beratungen. Die Literaturversorgung (inkl. OA-Vereinbarungen) des UKE erfolgt kooperativ-arbeitsteilig mit der Ärztlichen Zentralbibliothek (ÄZB). Sarah Ehmke von der SUB Hamburg stellte die Frage, wo und wie sich der oa.finder in dieses Informationsangebot einbinden ließe und schlussfolgerte, dass der Mehrwert in der zentralen Sichtbarkeit, Aktualität und Verlässlichkeit der Daten läge: „Wenn wir in der Beratung auf eine verlässliche Datenquelle verweisen können, schafft das Vertrauen – und spart Zeit auf beiden Seiten.“ Deshalb plädierte sie dafür, im oa.finder mehr lokale Informationen einzubinden, etwa institutionsspezifische Kategorie-Labels, das Platzieren institutionsspezifischer Hinweise und das Hinterlegen von Rabatt-, Rahmen- und Deposit-Verträgen. Erst dann könne er zu einem festen Bestandteil der Publikationsberatung in Bibliotheken mit echtem Mehrwert für die Wissenschaftler*innen vor Ort werden. Darauf eingehend gab Nicola Bieg von der Konsortialstelle der TIB Hannover den Hinweis, dass Bibliotheken bei der Anbahnung von Transformationsverträgen die zugehörigen Universitätskliniken explizit als publikationsberechtigte Einrichtungen angeben sollten. Das schaffe Transparenz in der Frage wer berechtigt ist zu publizieren und fließe außerdem in die Erstellung des Gebührenmodells ein, da so Publikationszahlen und Lizenzen eingerechnet werden könnten. Auch im Publikationsprozess seien diese Informationen bedeutsam, damit Verlage eingereichte Artikel dem passenden Transformationsvertrag zuordnen können.
In den Beiträgen aus den verschiedenen Bibliotheken wurde deutlich, dass die Informationen über die verschiedenen und komplexen Publikationsverträge sich nur schwer passgenau aufbereiten lassen und immer erklärungsbedürftig bleiben. Bei der Frage wo und mit welcher finanziellen Unterstützung Forschende publizieren können, ist der oa.finder ein hilfreiches Tool zur ersten Orientierung für Wissenschaftler*innen und für Personen in der Publikationsberatung. Eine verbindliche Klärung ist nur mit individueller Beratung der Bibliotheken möglich.

Konsortiale Perspektive: Datenweitergabe und Synergien
Nicola Bieg von der Technischen Informationsbibliothek (TIB) erweiterte den Austausch um die Perspektive einer Konsortialstelle, die Vertragsverhandlungen mit Verlagen vorbereitet, durchführt und Abschlüsse erzielt. Als Vorbereitung für die Vertragsverhandlungen sowie ihr Monitoring seien konsistente und interoperable Daten essenziell. Bei Titellisten für die Read-Komponente von Transformationsverträgen gäbe es einen etablierten und guten Standard zum Austausch mit den Verlagen; dies sei bei Titellisten für die Publish-Komponente noch nicht der Fall. Nach Vertragsschluss verteilt die TIB einige der vertragsbezogenen Daten (Titellisten, Einrichtungslisten) an mehrere Dienste routinemäßig mit teils unterschiedlichem Zuschnitt – darunter auch an den oa.finder. Ein Zeitverzug sei unvermeidbar, da die Verträge oft erst im Laufe des Januars rückwirkend zu Jahresbeginn unterzeichnet werden, was sich auch im oa.finder niederschlägt. In jeder neuen Vertragsphase kommen PIDs (Persistente Identifier wie DOI, ORCID, ISSN und ROR-ID zum Tragen. Für das Monitoring der Verträge hinsichtlich der zu erwartenden Publikationszahlen, greift die TIB auf das Schema des OA-Switchboards zurück. Für das Management von Lizenzen wurde an vielen deutschen Konsortialstellen in der Vergangenheit standardmäßig die WIB-ID zur eindeutigen Identifizierung von Einrichtungen verwendet, die Konsortialstellen mittlerweile aus LAS:eR ziehen können. LAS:eR ermöglicht die zentrale Verwaltung von elektronischen Ressourcen in einem System inklusive Konsortial- und Nationallizenzen. Bibliotheken können neben ihrer WIB-ID auch die ROR IDs der Einrichtungen hinterlegen, für deren Literaturversorgung sie zuständig sind. Dies ist für Transformationsverträge essenziell, damit die Publish-Komponente alle berechtigten, aber rechtlich selbstständigen Einrichtungen umfasst (Unikliniken, Universitäten mit Versorgungsauftrag durch eine Landes-/Staats- oder zentrale Fachbibliothek usw.). Bieg betonte, dass diese Informationen bereits zu Verhandlungsbeginn vorliegen sollten; ein Nachmelden sei selten möglich. 

Verknüpfte Datenstrukturen – Ein Blick in die Zukunft
Abschließend präsentierte Silke Weisheit von der Universitätsbibliothek Regensburg die geplante Erweiterung der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) um eine Registry für Open-Access-Vereinbarungen, die im Rahmen des DFG-Projekts openCost entstehen soll. Damit wird eine neue Ebene der Datenintegration geschaffen: Informationen über Open-Access-Vereinbarungen werden strukturiert, maschinenlesbar und nachnutzbar erfasst, was ein entscheidender Schritt für mehr Transparenz in der Kosten- und Vertragslandschaft ist.
Diese Erweiterung steht exemplarisch für die Richtung, in die sich die Open-Access-Infrastruktur bewegt: mehr vernetzte, offene und interoperable Datenräume. Der oa.finder profitiert von diesen Entwicklungen durch mögliche Schnittstellen und die Nachnutzung von Daten. Außerdem trägt er selbst dazu bei, dass Open-Access-Informationen nicht in einzelnen Projekten verbleiben, sondern als gemeinsames Wissen zugänglich sind.

Fazit: Transparenz braucht Zusammenarbeit
Der Workshop zeigte eindrucksvoll, dass die Qualität des oa.finders als Informationstool, das verschiedene Quellen verbindet, vor allem auf Kooperation beruht – zwischen Projekten, Bibliotheken, Konsortien und Beratenden. Datenpflege ist kein Selbstzweck, sondern Grundlage für eine verlässliche, nachhaltige Informationsinfrastruktur. Offene Publikationswege brauchen offene Informationsflüsse – und diese entstehen nur, wenn viele Akteur*innen ihr Wissen teilen. Der oa.finder steht beispielhaft für ein Gemeinschaftswerk, das den Open-Access-Gedanken nicht nur abbildet, sondern praktisch umsetzbar macht.

Die Präsentationsfolien des Workshops wurden auf Zenodo im Open Access veröffentlicht: 
Bieg, Nicola (2025). Übermittlung von OA-Publikationskonditionen in TIB Konsortien. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.17199072
Ehmke, Sarah (2025). Publizieren im Open Access Informationswege der Staats und Universitätsbibliothek Hamburg und wie der oa.finder uns dabei unterstützen könnte. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.17199331
Härkönen, Sonja &amp; Krause, Evamaria (2025). Open Access an der Universitätsmedizin Augsburg. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.17199443
Retzar, Ariane (2025). Der oa.finder in der Beratungspraxis an der Universität Greifswald. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.17199504
Schönfelder, Nina (2025). Ein Blick hinter die Kulissen: Erfassung und Pflege der Daten im oa.finder/journal. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.17199644
Weisheit, Silke (2025). Erweiterung der EZB um eine Registry für OA-Vereinbarungen im Rahmen des DFG-Projekts openCost. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.17121862
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<item><title>Zum Wohle aller? Open Access in Bewegung</title><link>https://open-access.network/blog/zum-wohle-aller</link><comments>https://open-access.network/blog/zum-wohle-aller#comments</comments><pubDate>Wed, 21 Jan 2026 13:21:02 +0100</pubDate><category>Diamond Open Access</category><category>Konferenz</category><category>Open Access Finanzierung</category><category>Open Access in der Praxis</category><category>Technik und Workflows</category><category>Open Access Transformation</category><category>Open Access Policy</category><dc:creator>Daniel Beucke</dc:creator><dc:creator>Julian Schima </dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/zum-wohle-aller</guid><description>Zum Wohle aller? Open Access in Bewegung
von Daniel Beucke und Julian Schima
Open Access ist weit mehr als ein Publikationsmodell - das zeigte die Veranstaltung „Open Access in Bewegung: Perspektiven, Praxis, Positionen“ an der UB Göttingen. Beiträge zu Leitlinien, gelebter Praxis und Infrastruktur machten deutlich, wie die Wissenschaft Openness, Verantwortung und Autonomie gemeinsam neu aushandeln muss.
Zu einer vielseitigen Mischung aus Impulsvorträgen, Praxisbeispielen und offenen Diskussionen lud das BMFTR-Projekt open-access.network gemeinsam mit der Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen) am 13. November 2025 ein. Etwa 40 Forschende, Studierende, Bibliotheksmitarbeitende und Vertreter*innen aus der Verlagswelt gingen der Frage nach, wie sich das wissenschaftliche Publizieren verändert – und welche Rolle Offenheit künftig spielen sollte. Das Programm startete mit drei Vorträgen: Linda Martin, BIS Oldenburg, führte mit „Zum Wohle aller: Wissenschaftliches Publizieren und Open Access“ in die Grundlagen der Thematik bis hin zu Fördermöglichkeiten ein. In „To Polish a Diamond“ zeigten Sabine Hess und Karl Heyer aus der Redaktion von movements den Umstieg ihrer Zeitschrift zu Diamond Open Access. Den letzten Vortrag hielt Hannah Böhlke, Universitätsverlag Göttingen, und gab praxisnahe Einblicke in die Möglichkeiten für Forschende, Open Access umzusetzen. Es folgte eine Freeflow-Phase mit Postersession und informellen Gesprächen und die Veranstaltung endete mit einer Diskussionsrunde, in der Vertreter*innen aus Wissenschaft, Bibliotheken, Verlagswesen und Studierende sich über die Verantwortung der Wissenschaft austauschten.
Grundlagen und Zukunftsperspektiven von Open Access
Linda Martin, BIS Oldenburg, eröffnete die Veranstaltung mit einem Überblick über die Bedeutung von Open Access im Kontext guter wissenschaftlicher Praxis. Sie stellte zentrale Leitdokumente vor, darunter das Bethesda Statement (2003), die Berliner Erklärung (2003), die UNESCO-Empfehlung zu Open Science (2021) und den Kodex der DFG (2024), und machte deutlich: Open Access ist längst ein essenzieller Bestandteil wissenschaftlicher Integrität.
Martin erläuterte die verschiedenen Publikationswege: Gold Open Access bedeutet eine Erstveröffentlichung, die sofort frei verfügbar ist, meist über Verlage oder Repositorien, und als Version of Record vorliegt. Diamond Open Access funktioniert nach dem gleichen Prinzip, ist jedoch sowohl für Autor*innen als auch Leser*innen kostenfrei. Green Open Access bezeichnet die Zweitveröffentlichung eines Artikels in einem Repositorium, meist nach Ablauf einer Embargofrist, in der Regel als akzeptierte Manuskriptversion.
Besonders hervorzuheben ist Diamond Open Access, der die digitale Souveränität der Wissenschaft stärkt. Veröffentlichungen bleiben unabhängig von kommerziellen Verlagen, können kostenfrei publiziert und genutzt werden, und Rechte sowie Lizenzen verbleiben bei den Herausgeber*innen. Gleichzeitig wird durch Qualitätssicherung, Langzeitarchivierung und persistente offene Lizenzen die wissenschaftliche Integrität langfristig gewährleistet.
Mit Blick auf internationale Entwicklungen stellte Martin die Stockholm Declaration on Reforming Science Publishing (2025) vor, die unter anderem fordert, akademische Kontrolle über Publikationen zurückzugewinnen, Anreizsysteme stärker auf Qualität auszurichten, unabhängige Mechanismen zur Betrugsprävention zu etablieren und gesetzliche sowie strukturelle Maßnahmen zum Schutz der Wissenschaft zu stärken. 
Als konkretes Beispiel für eine regionale Infrastruktur zeigte Martin Ideen für das geplante Projekt NiedersachsenPUBLISHING, das den Aufbau einer offenen, kooperativen digitalen Infrastruktur für Diamond Open Access in Niedersachsen unterstützen soll. Es umfasst Angebote für Zeitschriften, Monografien und digitale Editionen und stellt Beratungsdienste für Autor*innen, Herausgeber*innen und Projektpartner*innen bereit. Das Projekt wird in die Dachinitiative Hochschule.digital Niedersachsen eingebettet und soll zeigen, wie strukturelle Unterstützung Open Access nachhaltig stärken kann.
Der beispielhafte Weg einer Zeitschrift zu Diamond Open Access
Der Vortrag „To Polish a Diamond“ von Sabine Hess und Karl Heyer aus der Redaktion von movements machte deutlich, wie ein unabhängiges, wissenschaftlich-aktivistisches Projekt den Weg zu Diamond Open Access gestaltet. Unter dem Leitmotiv „movements als Rohdiamant“ präsentierten sie Organisation, Technik, Finanzen und Konsequenzen ihres Transformationsprozesses.
Die Zeitschrift movements versteht sich traditionell als eng mit aktivistischen, sozialen und wissenschaftlichen Netzwerken verbunden. Diese Nähe prägt sowohl die redaktionelle Ausrichtung als auch den Publikationsprozess. Die Redaktion arbeitet selbstorganisiert und in enger Vernetzung mit anderen Projekten. Ownership bleibt bei den Herausgeber*innen, wodurch die Zeitschrift unabhängig von kommerziellen Verlagen agieren kann. Gleichzeitig steht die inhaltliche Arbeit stets im Vordergrund.
Technisch hatte die Redaktion zu Beginn des Journals einen eigenen Produktions- und Publikationsworkflow entwickelt, der hohe Expertise bündelte. Diese Spezialisierung ermöglichte zwar maßgeschneiderte Qualität, brachte jedoch auch eine hohe Arbeitsbelastung mit sich, da viele Aufgaben ehrenamtlich erledigt wurden. Die Finanzierung ist minimal, Einnahmen und Ausgaben halten sich in Grenzen, und Fördermöglichkeiten sind ebenfalls begrenzt. Die Redaktion arbeitete daher häufig an der Belastungsgrenze. Hess und Heyer betonten, dass für die langfristige Stabilität solcher Diamond-OA-Projekte eine strukturelle Stärkung nötig ist, sei es durch Förderprogramme, Servicezentren oder überregionale Infrastruktur. Diese erhalten sie nun mit dem Journal-Hosting-Angebot der SUB Göttingen, die ihnen eine standardisierte OJS-Installation zur Verfügung stellt. Durch die Verwendung eines eigenen DOI-Präfix und der standardisierten Infrastruktur wäre ein Wechsel der Service-Anbieter*in jederzeit denkbar, was den Herausgebenden ihren Scholar-led-Ansatz bewahrt.
Aus der Praxis: Open-Access-Services am Göttingen Campus
Hannah Böhlke, Universitätsverlag Göttingen, stellte die umfassenden Services der SUB Göttingen vor. Forschende am Göttingen Campus erhalten dort Publikationsberatung, Unterstützung bei Finanzierungsfragen für Open-Access-Publikationen sowie Zugriff auf Repositorien für Artikel, Daten und multimediale Inhalte. Die Bibliothek stellt außerdem Werkzeuge für das Forschungsdatenmanagement und die Organisation von Publikationsprozessen bereit. DOI-Vergabe, Langzeitarchivierung und Beratung zu Lizenzen und rechtssicherer Nachnutzung gehören ebenfalls zum Angebot. Böhlke machte deutlich, dass Forschende den Weg zu Open Access nicht allein gehen müssen, da zahlreiche Ressourcen und Fachkenntnisse zur Verfügung stehen.
Freeflow, Postersessions und Gespräche
In der Freeflow-Phase im Anschluss an die Vorträge hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich bei Limo und informellen Gesprächen mit Göttinger Verlagen sowie mit Tool- und Serviceangeboten auszutauschen. open-access.network stellte die verschiedenen eigenen Services wie zum Beispiel den oa.hub und den oa.atlas sowie die Informationsseiten in direkten Gesprächen mit Interessierten vor. Während der Postersession präsentierte sich unter anderem die Göttinger Open Access Lounge (GOAL): ein Netzwerk aus Verlagen und universitären Publikationsdienstleister*innen aus Göttingen und Umgebung, die wissenschaftliche Veröffentlichungen im Open Access publizieren. Die GOAL fördert den Austausch zwischen Verlagsmitarbeitenden und schafft einen offenen Raum, um Erfahrungen, Fragen und Perspektiven zu Open Access zu teilen. Dabei werden Best Practices vorgestellt, Bedarfe ermittelt und ein Netzwerk aufgebaut, das langfristig den Wandel in der Verlagswelt unterstützt. Ziel ist es zudem, das gemeinsame Verständnis für aktuelle Entwicklungen, Chancen und Herausforderungen im wissenschaftlichen Publizieren zu vertiefen.
Offene Diskussionsrunde: Open Access als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Zum Abschluss diskutierten Vertreter*innen aus Wissenschaft, Bibliotheken, Verlagswesen und Forschung in einer offenen Runde über die gesellschaftliche Bedeutung von Open Access. Die Diskussion wurde von Margo Bargheer, SUB Göttingen, mit einer einleitenden Reflexion eröffnet: Auch wenn Open Access Herausforderungen wie kommerzielle Dominanz, Preissteigerungen oder Dysbalancen mit sich bringt, hat es den weltweiten Zugang zu wissenschaftlicher Information erheblich verbessert. Gleichzeitig ermöglicht OA erstmals einen transparenten Blick auf Produktionsbedingungen, Machtverhältnisse und Kosten – und wirft damit wichtige Fragen für die Gestaltung offener Wissenschaft auf. Im Verlauf wurde von den Anwesenden unter anderem konkret überlegt, wie das im Universitätsverlag herausgegebene Diamond Open Access Journal New American Studies Journal um weitere Ausgabeformate erweitert werden kann. So könnten z.B. Videos und Podcasts neue Zielgruppen erreichen. Die Anwesenden kamen überein, dass die Wissenschaft sich stärker auf Social-Media-Plattformen präsentieren sollte, da viele diese als Informationsmedium nutzen. Hier dürfe die Wissenschaft Falschinformationen nicht das Feld der schnellen und niedrigschwelligen Verbreitung überlassen. In dem Zusammenhang gab es Vorschläge, Forschende im Umgang mit Social Media zu sensibilisieren, um es als weiteren Kanal für die Wissenschaftskommunikation zu nutzen. 
Fazit
Die Veranstaltung machte klar: Open Access ist ein zentraler Baustein guter wissenschaftlicher Praxis und gesellschaftlicher Verantwortung. Von grundlegenden Leitlinien über transformative Projekte wie movements bis hin zu Infrastrukturangeboten wie NiedersachsenPUBLISHING zeigte sich, dass Open Access möglich und wertvoll, aber auch auf Engagement, Strukturen und Förderung angewiesen ist. Es wurde deutlich, dass unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt werden müssen, um ein transparentes, nachhaltiges und integritätsorientiertes Publikationssystem zu sichern.
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<item><title>Wie erfassen wissenschaftliche Einrichtungen Daten zu Publikationskosten?</title><link>https://open-access.network/blog/wie-erfassen-wissenschaftliche-einrichtungen-daten-zu-publikationskosten</link><comments>https://open-access.network/blog/wie-erfassen-wissenschaftliche-einrichtungen-daten-zu-publikationskosten#comments</comments><pubDate>Tue, 12 Aug 2025 08:00:00 +0200</pubDate><category>Open Access Finanzierung</category><category>Technik und Workflows</category><dc:creator>Jonas Höfting</dc:creator><dc:creator>Heinz Pampel</dc:creator><dc:creator>Dorothea Strecker</dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/wie-erfassen-wissenschaftliche-einrichtungen-daten-zu-publikationskosten</guid><description>In diesem Beitrag werden Ergebnisse einer deutschlandweiten Umfrage zur Erfassung von Publikationskosten an wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland aus dem Projekt OA Datenpraxis vorgestellt.

Im Zuge der Open-Access-Transformation wenden wissenschaftliche Einrichtungen ihre Mittel neben der Bereitstellung von Literaturzugang auch für das Publizieren auf, beispielsweise für Article Processing Charges (APCs). Diese Kosten können innerhalb einer Einrichtung sehr verteilt anfallen und abgerechnet werden, was die zuverlässige Erfassung aller informationsbezogenen Ausgaben innerhalb einer Einrichtung erschwert und einen transparenten Umgang mit Kosten hemmt. Dass die Erfassung von Publikationskosten ein relevantes Thema für wissenschaftliche Einrichtungen ist, zeigt sich beispielsweise am Diskurs um das Konzept Informationsbudget (Mittermaier, 2022; Pampel, 2019): In dieser ganzheitlichen Sicht auf informationsbezogene Finanzströme einer Einrichtung sollen neben Ausgaben für Subskriptionen auch Ausgaben für Publikationen in die Budgetplanung integriert werden. Darüber hinaus wird auch die Bedeutung der Betrachtung der Einnahmeseite, z. B. durch Mittel von Fördereinrichtungen für das Publizieren, betont. Der Wissenschaftsrat empfahl wissenschaftlichen Einrichtungen 2022 die Etablierung eines Informationsbudgets bis 2025 (Wissenschaftsrat, 2022). Die Erfassung von Publikationskosten kann für Einrichtungen auch verpflichtend sein, beispielsweise für Mittel, die im Rahmen des Förderprogramms Open-Access-Publikationskosten der DFG abgerufen werden.

Das DFG-geförderte Projekt OA Datenpraxis untersucht verschiedene Aspekte des Umgangs mit Daten im Kontext der Open-Access-Transformation, neben der Erfassung von Publikationskosten auf institutioneller Ebene werden unter anderem Regelungen zu offenen Metadaten in Transformationsverträgen, Open Access in institutionellen Rankings oder Open-Access-Dashboards analysiert.

Dieser Beitrag stellt die Ergebnisse der Umfrage vor und zeigt auf, welche Fragen sich daraus für die Open-Access-Community ergeben können.
Vorgehen

Wie etabliert ist die Erfassung von Publikationskosten an wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland? Dieser Frage gingen Vertreter*innen des Forschungprojekts OA Datenpraxis am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin 2024 mit einer quantitativen Befragung nach.

Diese Umfrage untersucht die Erfassung von Publikationskosten auf der institutionellen Ebene und ist die erste umfassende quantitative Erhebung zu diesem Thema in Deutschland.
Fragebogenerstellung

Die Erstellung des Fragebogens orientierte sich an früheren Erhebungen, Praxisberichten und anderen Vorarbeiten. Nach Gesprächen mit Mitarbeiterinnen der Erwerbungsabteilung einer großen Universitätsbibliothek und mit Vertreter*innen der DEAL-Gruppe, mit der eine Kooperationsvereinbarung geschlossen wurde, wurde der Fragebogen überarbeitet. Der Fragebogen wurde anschließend mit 11 Personen aus 10 Einrichtungen getestet. Die finale Version enthielt 26 Fragen.
Verteilererstellung

Die Erhebung wurde als personalisierte Online-Umfrage umgesetzt. In den Verteiler aufgenommen wurden Vertreter*innen von wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland, darunter Universitäten, Fachhochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Ressortforschungseinrichtungen des Bundes. Von 583 eingeladenen Personen füllten 258 (44,3 %) den Fragebogen aus. Abbildung 1 zeigt die geografische Verteilung der eingeladenen Einrichtungen nach Einrichtungstyp.

Abbildung 1: Standorte der Einrichtungen im Verteiler nach Einrichtungstyp
Ergebnisse
Monitoringaktivitäten

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass an rund der Hälfte (51,8 %) der teilnehmenden Einrichtungen ein systematischer Überblick über das Publikationsaufkommen bereits erreicht ist (s. Abbildung 2, A). Weitere 32,9 % gaben an, dass dies angestrebt werde.

Das Monitoring von Publikationskosten war im Vergleich weniger verbreitet, etwa ein Viertel (26,7 %) der Befragten gab an, dass Publikationskosten an ihrer Einrichtung systematisch erfasst werden (s. Abbildung 2, B). Weitere 43,8 % streben dies aktuell an.

 

Abbildung 2: Systematischer Überblick über das Publikationsaufkommen (A) bzw.über die Publikationskosten (B)
Unterstützung durch die Leitungsebene

Teilnehmende, die nicht selbst zur Leitungsebene ihrer Einrichtung gehörten, wurden um eine Einschätzung der Unterstützung durch die Leitungsebene gebeten (s. Abbildung 3). 41,5 % der Befragten gaben an, dass sie auf Leitungsebene ein ausgeprägtes Problembewusstsein für das Thema wahrnehmen. Dieser Wert entspricht einer Kombination der Antwortoptionen &quot;trifft zu&quot; und &quot;trifft eher zu&quot;. Ähnlich viele der Befragten gaben an, dass sie sich von der Leitungsebene unterstützt fühlen.

Abbildung 3: Bewertung des (A) Problembewusstseins auf und (B) Unterstützung durch die Leitungsebene
Abläufe

42,7 % der Befragten gaben an, dass Abläufe für die Erfassung von Publikationskosten an ihrer Einrichtung verbindlich vereinbart sind. Etwas weniger häufig wurde geantwortet, dass Abläufe zwar etabliert sind, jedoch keine verbindliche Regelung besteht (s. Abbildung 4).

Abbildung 4: Erfassung der Publikationskosten

Etwas mehr als die Hälfte (56,7 %) der Befragten berichteten, dass Publikationskosten zentral an einer Abteilung der Einrichtung erfasst werden. Zusätzlich gaben 9,6 % an, dass eine Erfassung zentral an einer übergeordneten Institution erfolgt. Etwa ein Drittel (33,1 %) der Befragten antwortete, dass Publikationskosten dezentral an mehreren Abteilungen und in mehreren Systemen registriert werden.

Die subjektive Einschätzung der Zuverlässigkeit der Erfassung variiert für verschiedene Mitteltypen, wobei insbesondere die Erfassung von Drittmitteln als am herausforderndsten angegeben wird. 89,3 % der Befragten schätzten die Erfassung von zentral verwalteten Mitteln, die für Publikationskosten aufgewendet werden, als sehr zuverlässig oder eher zuverlässig ein. Diese Einschätzung teilten 38,8 % der Befragten für Haushaltsmittel aus Forschung und Lehre, und nur 26,4 % für Drittmittel, die von Forschung und Lehre eingeworben werden (s. Abbildung 5).

 

Abbildung 5: Bewertung der Zuverlässigkeit der Erfassung von (A) Mitteln, die von einer zentralen Serviceeinrichtung verwaltet wurden, (B) Drittmitteln, die von Forschung und Lehre eingeworben wurden und (C) Haushaltsmitteln, die für Forschung und Lehre bereitgestellt wurden
Stellenwert

59 % der Befragten gaben an, dass erfasste Publikationskosten Grundlage für strategische Entscheidungen an der Einrichtung sind; etwa ein Viertel antwortete, dass dies nicht der Fall sei.

80 % der Befragten bewerteten den Beitrag der Erfassung von Publikationskosten für die Gestaltung der Open-Access-Transformation als &quot;sehr wichtig&quot; oder &quot;eher wichtig&quot; (s. Abbildung 6).

 

Abbildung 6: Bewertung des Beitrags der Erfassung von Publikationskosten für die Gestaltung der Open-Access-Transformation
Fazit

Die Umfrage zeigt, dass Monitoringaktivitäten noch nicht flächendeckend etabliert sind. Selbst wenn einige Einrichtungen ihr Publikationsaufkommen und anfallende Kosten bereits systematisch erfassen, bleibt die Datengrundlage insgesamt unvollständig.

Viele Einrichtungen, die Publikationskosten erfassen, haben bereits verbindliche Abläufe etabliert, andere sind noch dabei, Workflows zu etablieren oder zu fixieren. Auch die Art der Erfassung variiert - einige Einrichtungen haben die Kostenerfassung bereits an zentraler Stelle gebündelt, während an anderen Einrichtungen anfallende Kosten dezentral erfasst und nachträglich zusammengeführt werden.

Die Qualität der Erfassung wird für verschiedene Mitteltypen unterschiedlich bewertet. Ausgaben, die durch zentral verwaltete Mittel wie Publikationsfonds gedeckt werden, werden mit Abstand am zuverlässigsten erfasst. Die zentrale Mittelverwaltung trägt demnach wesentlich zur Kostentransparenz bei. Einrichtungen, die eine zuverlässige Mittelerfassung anstreben, etwa in Form eines Informationsbudgets, können dies durch eine zentrale Verwaltung von Publikationsmitteln unterstützen. Publikationsfonds aus Mitteln der Bibliothek (Haushalts- und Drittmittel) haben sich bereits bewährt. 

Obwohl 80 % der Befragten die Erfassung von Publikationskosten im Kontext der Open-Access-Transformation wichtig finden, werden diese Daten nur an 59 % der Einrichtungen in Entscheidungsprozesse einbezogen. Diese Beobachtung zeigt, dass die Erfassung von Publikationskosten sich bisher noch nicht in der Breite auf Entscheidungsprozesse auswirkt. Damit wird der Bedarf nach Ansätzen zur Integration von Kostendaten in Entscheidungsprozesse unterstrichen. Aus der Studie ergeben sich weitere Fragen für die informations- und bibliothekswissenschaftliche Forschung, z. B. solche nach strategischen Handlungsoptionen für wissenschaftliche Einrichtungen infolge der Schaffung von Kostentransparenz oder den Hemmnissen bei der Umsetzung von Informationsbudgets.

Die Umfrageergebnisse wurden vollständig veröffentlicht. Anonymisierte Umfragedaten wurden über Zenodo publiziert (Strecker, Pampel &amp; Höfting, 2025a). Ein Artikel in der Open-Access-Zeitschrift Bibliothek - Forschung und Praxis beschreibt die Ergebnisse ausführlich (Strecker, Pampel &amp; Höfting, 2025b).

 
Literatur

    Mittermaier, B. (2022). Das Informationsbudget — Konzept und Werkstattbericht. O-Bib. Das Offene Bibliotheksjournal / Herausgeber VDB, 9(4), 1–17. https://doi.org/10.5282/O-BIB/5864
    Pampel, H. (2019): Auf dem Weg zum Informationsbudget. Zur Notwendigkeit von Monitoringverfahren für wissenschaftliche Publikationen und deren Kosten.  Arbeitspapier. https://doi.org/10.2312/os.helmholtz.006 
    Strecker, D., Pampel, H., &amp; Höfting, J. (2025a). Dataset for: Recording of publication costs at research performing institutions in Germany (Version 1.0) [Dataset]. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.14732554
    Strecker, D., Pampel, H., &amp; Höfting, J. (2025b). Erfassung von Publikationskosten an wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland. Bibliothek - Forschung und Praxis, 49(2). https://doi.org/10.1515/bfp-2025-0008
    Wissenschaftsrat. (2022). Empfehlungen zur Transformation des wissenschaftlichen Publizierens zu Open Access. https://doi.org/10.57674/FYRC-VB61</description><enclosure
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<item><title>Ein Ziel, zwei Abteilungen: Bibliotheken und Finanzverwaltung im Austausch über Rechnungserfassung von Publikationskosten</title><link>https://open-access.network/blog/ein-ziel-zwei-abteilungen-bibliotheken-und-finanzverwaltung-im-austausch-ueber-rechnungserfassung-von-publikationskosten</link><comments>https://open-access.network/blog/ein-ziel-zwei-abteilungen-bibliotheken-und-finanzverwaltung-im-austausch-ueber-rechnungserfassung-von-publikationskosten#comments</comments><pubDate>Mon, 22 Jul 2024 00:00:00 +0200</pubDate><category>Open Access in der Praxis</category><category>Technik und Workflows</category><category>Open Access Finanzierung</category><dc:creator>Katja Dammann </dc:creator><dc:creator>Paul Schultze-Motel </dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/ein-ziel-zwei-abteilungen-bibliotheken-und-finanzverwaltung-im-austausch-ueber-rechnungserfassung-von-publikationskosten</guid><description>Wie lassen sich „Rechnungen für Publikationskosten abteilungsübergreifend kennzeichnen und erfassen“? Diese Frage wurde Ende Mai 2024 im dritten Online-Workshop der Reihe  „Finanzielle Gestaltung der Open-Access-Transformation an Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen“ diskutiert. Die mit über 180 Teilnehmer*innen sehr gut besuchte Veranstaltung ist ein gemeinsames Angebot der Universitätsbibliothek Bielefeld und des Helmholtz Open Science Office im Rahmen des BMBF-Projekts open-access.network.

Der Workshop richtete sich speziell an Kolleg*innen-Tandems aus Bibliothek und Finanzabteilung derselben Institution. In den Impulsvorträgen ging es um die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit mit dem Ziel, Rechnungen über Publikationskosten für die gesamte Einrichtung zu erfassen und damit die Open-Access-Transformation voranzubringen.

Empfehlungen zur Erfassung und Bearbeitung von Publikationskosten aus dem österreichischen Projekt AT2OA²  waren Thema der ersten Präsentation. Im Projekt wurden unter anderem Informationsmaterialien entwickelt, mit deren Hilfe Mitarbeitende in Finanzabteilungen geschult werden, Rechnungen über Publikationskosten zu erkennen - beispielsweise anhand von Buzzwords.

Die folgenden beiden Vorträge aus dem Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ gliederten sich in ein Praxisbeispiel über einen Bibliotheks-Workflow zur zentralen Bearbeitung von Open-Access-Publikationskosten. Anschließend berichtete die GFZ-Finanzabteilung, wie SAP-Reports für das Controlling von Publikationskosten eingesetzt werden können.

Den Abschluss bildete eine Präsentation der von der TU Braunschweig entwickelten Open-Source-Software CODA (Customizable Open Access Database Application), die eine detaillierte Erfassung, Bearbeitung und Verwaltung publikationsbezogener Kostendaten ermöglicht.

Die mehr als 180 Teilnehmer*innen aus Finanzabteilungen und Bibliotheken konnten sich über eigene Erfahrungen ihrer Zusammenarbeit bei der Erfassung und Zuordnung von Publikationskosten austauschen. Ein wichtiger Punkt war die Kommunikation und Vernetzung zwischen Bibliothek und Finanzabteilung, denn eine gemeinsame Sprache ist gerade mit Blick auf die abteilungsübergreifende Bearbeitung von Rechnungen für Publikationskosten eine wichtige Grundlage für die Einführung eines transparenten Informationsbudgets. In der Abschlussdiskussion berichteten einige Kolleg*innen-Tandems  von ihren Erfahrungen bei der Etablierung gemeinsamer Workflows. Der Austausch über die verschiedenen Perspektiven auf die Rechnungserfassung in den Abteilungen und die Beispiele aus der Praxis wurden von den Teilnehmer*innen besonders positiv bewertet.

Die Präsentationsfolien des Workshops wurden im Open Access veröffentlicht und sind auf der Veranstaltungswebseite verlinkt.
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<item><title>Beratung auf Augenhöhe: Open Access an HAW strategisch ausbauen</title><link>https://open-access.network/blog/beratung-auf-augenhoehe-open-access-an-haw-strategisch-ausbauen</link><comments>https://open-access.network/blog/beratung-auf-augenhoehe-open-access-an-haw-strategisch-ausbauen#comments</comments><pubDate>Mon, 06 May 2024 09:41:00 +0200</pubDate><category>Open Access in der Praxis</category><category>Technik und Workflows</category><category>Beratung</category><dc:creator>Jasper Beyermann</dc:creator><dc:creator>Emilia Mikautsch</dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/beratung-auf-augenhoehe-open-access-an-haw-strategisch-ausbauen</guid><description>Das Projekt P2P.OA.HAW startet mit zwei HAW den ersten Erprobungsdurchlauf der Peer-to-Peer-Strategieberatung zu Open Access.

Im November letzten Jahres startete das Projekt &quot;Peer-to-Peer-Strategieberatung für Hochschulleitungen als Werkzeug zur Etablierung einer gelebten Open-Access-Kultur an Hochschulen für angewandte Wissenschaften&quot; (P2P.OA.HAW) der Hochschule Bielefeld (HSBI) und der Universität Konstanz (UKon). Dabei soll das bewährte Konzept der Peer-to-Peer-Strategieberatung des Hochschulforums Digitalisierung (HFD) aus dem Feld Digitalisierung in Studium und Lehre nachgenutzt und für den Bereich Open Access an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) weiterentwickelt werden.

Die Gestaltung der Strukturen, Prozesse und Strategien für Open Access ist für viele Wissenschaftseinrichtungen herausfordernd. Umso mehr gilt dies für HAW, die ihre Open-Access-Aktivitäten vielfach erst seit den letzten Jahren auf- und ausbauen und dadurch strategisch, strukturell und finanziell in eigener Weise herausgefordert sind. Zugleich erfordern strategische Rahmensetzungen und organisationsbezogene Strukturanpassungen für eine Open-Access-freundliche Zukunft ein Steuerungshandeln auf Hochschulleitungsebene.

Im Strategieberatungsprozess von P2P.OA.HAW werden über einen Zeitraum von etwa acht Monaten zwei HAW dabei unterstützt, eigene Entwicklungsziele im Bereich Open Access zu identifizieren, entsprechende Entwicklungswege zu planen und umzusetzen. Die Erkenntnisse aus den Beratungsrunden in den Jahren 2024 und 2025 sollen in ein Konzept zur langfristigen Etablierung der Peer-to-Peer-Strategieberatung für Open Access einfließen.
Gemeinsam geht’s leichter

Nun ist der erste große Meilenstein im Projekt erreicht! Auf den im vergangenen Dezember veröffentlichten Aufruf zur Interessenbekundung wurden die beiden teilnehmenden Hochschulen für den Erprobungsdurchlauf 2024 ausgewählt:

      Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena)
      Hochschule Rhein-Waal (HSRW)

Bild: Teilnahme an der Peer-to-Peer-Strategieberatung 2024, P2P.OA.HAW, CC BY 4.0.

Die Ernst-Abbe-Hochschule Jena ist die forschungsstärkste Hochschule für angewandte Wissenschaft in Thüringen und verfügt über ein sehr breites Fächerspektrum von Betriebswirtschaftslehre über Ingenieurwissenschaften, Medizintechnik sowie Biotechnologie, Gesundheit und Pflege bis hin zu Sozialwesen. Durch ihr eigenes vom BMBF gefördertes Open-Access-Projekt „Open Access an HAWs – Acceptance and Communication“ (siehe Open Access Kultur an der EAH Jena) verfügt die EAH Jena nicht nur über die Ressourcen, den Beratungsprozess optimal zu nutzen, sondern auch, um darüber hinaus in Zukunft ein Kompetenzzentrum für die Region zu werden:

    Open Access hat sich zu einem zentralen Thema an der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena entwickelt, um unseren Forschungsschwerpunkt weiter zu stärken und zu fördern. Als forschungs- und publikationsstärkste Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Thüringen befinden wir uns mit unserer eigenen Open-Access-Strategie noch in den Anfängen und sehen großes Potenzial, dieses wichtige Thema weiter voranzutreiben. Deswegen nehmen wir aktiv an der Open Access Peer-to-Peer-Strategieberatung teil. Durch den Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen HAWs, die Open Access bereits erfolgreich implementiert haben, möchten wir wertvolle Einblicke und Erfahrungen gewinnen.

–     Henrieke Walter, Projektmitarbeiterin OA-HAW(C), EAH Jena

Die außerordentlich international ausgerichtete Hochschule Rhein-Waal mit Studierenden aus über 120 Nationen und rund 75% englischsprachigen Studiengängen verfügt über ein starkes und interdisziplinäres Forschungsprofil in den Bereichen Technologie und Bionik, Life Sciences, Gesellschaft und Ökonomie sowie Kommunikation und Umwelt. Im Zusammenhang mit dem Hochschulentwicklungsplan 2030 sollen die bereits beachtlichen Startleistungen zu Open Access in Service, Finanzierung und Infrastruktur gestärkt und mit den Ergebnissen angrenzender Projekte wie TransRegINT und FDMScouts.nrw verknüpft werden.

    Nachhaltigkeit und Transformation sind die Leitthemen der Hochschule Rhein-Waal  in Forschung, Lehre und Wissenstransfer. Wir sind überzeugt: Der offene Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen befeuert ihre Nachnutzung in Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft und bereitet der Umsetzung innovativer Lösungen für gemeinsame Herausforderungen unserer Zeit den Weg. Im Bereich Open Access unterstützt die HSRW ihre Angehörigen daher mit einem breiten Portfolio an Informationsangeboten und Förderstrukturen. Mit der Teilnahme an P2P.OA.HAW verfolgen wir das Ziel, dieses Portfolio für die Zukunft aufzustellen, indem strategische und operative Weiterentwicklungsmöglichkeiten im Lichte der Best Practices erfahrener Peers ausgelotet werden. Dabei gilt: Open Access eröffnet als Brückenthema viele Verbindungen in andere Bereiche von Open Science und kann somit selbst impulsgebend wirken – auch als Teil der Strategie der HSRW in Forschung, Lehre und Wissenstransfer.

– Martin Reiter, Leitung Abteilung Publikationsmanagement, HSRW
Interaktives Kennenlernen und Bedarfsanalyse

P2P.OA.HAW legt Wert darauf, dass die teilnehmenden Hochschulen ihren Zielen nicht allein nachgehen, sondern vom gemeinsamen Austausch untereinander profitieren. In der ersten gemeinsamen Begleitveranstaltung lernten die Hochschulen somit nicht nur das Projektteam von P2P.OA.HAW kennen, sondern hatten die Möglichkeit, mit der jeweils anderen teilnehmenden HAW zu diskutieren und gemeinsame Hürden ausfindig zu machen: Wie überwindet die andere HAW jene Herausforderung, vor welcher wir momentan stehen? Wo kann meine Einrichtung ein Beispiel für eine erfolgreiche Problemlösung sein?
Nächster Schritt: Auswahl der Peers für individuelle Entwicklungsbedarfe

Um dem individuellen Veränderungsprozess im Open-Access-Bereich jeder HAW passgenau begegnen zu können, bedarf es Open-Access-Expert*innen, die neben ihrer fachlichen Expertise auch die Sichtweise von HAW kennen. Die sogenannten Peers fungieren als „Critical Friends“: Hochschulleitungen von HAW werden durch Leitungen anderer Hochschulen oder Wissenschaftseinrichtungen auf Augenhöhe in einem strukturierten Prozess begleitet und beraten. P2P.OA.HAW bringt beide Seiten zusammen und koordiniert das Beratungsverfahren. Die Peers werden in enger Absprache mit den teilnehmenden Hochschulen aus der erfahrenen Community von open-access.network und darüber hinaus ausgewählt.

Wir gratulieren den ausgewählten Hochschulen und freuen uns auf die Zusammenarbeit in den kommenden Monaten!
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<item><title>Wir gründen eine wissenschaftliche Zeitschrift</title><link>https://open-access.network/blog/wir-gruenden-eine-wissenschaftliche-zeitschrift</link><comments>https://open-access.network/blog/wir-gruenden-eine-wissenschaftliche-zeitschrift#comments</comments><pubDate>Mon, 25 Mar 2024 08:45:00 +0100</pubDate><category>Zeitschriften</category><category>Technik und Workflows</category><dc:creator>Stefan Schmeja</dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/wir-gruenden-eine-wissenschaftliche-zeitschrift</guid><description>Hinweis: Dieser Blogbeitrag ist zuerst am 18.03.24 auf dem TIB-Blog unter der Lizenz CC BY 3.0 DE erschienen.

Zeitschriften stellen in den meisten Fächern das wichtigste Medium dar, um wissenschaftliche Ergebnisse zu kommunizieren. Im digitalen Zeitalter kann die Produktion und Verbreitung von Zeitschriften von wissenschaftlichen Einrichtungen selbst übernommen werden. Doch wie funktioniert das? Wie läuft der Publikationsprozess eines Zeitschriftenartikels ab? Was ist bei der Herausgabe einer Zeitschrift zu beachten?
Online-Workshop „Wie entsteht eine wissenschaftliche Zeitschrift?“

Um gemeinsam Antworten zu finden und praktische Erfahrungen zu ermöglichen, haben wir im Februar 2024 erstmals den Online-Workshop „Wie entsteht eine wissenschaftliche Zeitschrift?“ für Studierende und Promovierende aller Fachrichtungen der Leibniz Universität Hannover und deren Partneruniversitäten im EULiST-Netzwerk angeboten. Da es noch freie Plätze gab, haben wir den Workshop kurzfristig auch für andere Interessierte geöffnet.
Der Publikationsprozess eines wissenschaftlichen Artikels

In diesem Workshop erstellten die Teilnehmenden eine fiktive Open-Access-Zeitschrift mit Hilfe von Open Journal Systems (OJS). OJS ist eine weit verbreitete Open-Source-Software für die Verwaltung und Veröffentlichung von wissenschaftlichen Zeitschriften, die auch für unseren Verlag TIB Open Publishing eingesetzt wird. Die Teilnehmenden reichten ihre vorab erstellten Manuskripte bei der Zeitschrift ein, begutachteten diese gegenseitig und spielten so den Weg eines Artikels durch den Publikationsprozess durch. Sie lernten die Grundlagen des wissenschaftlichen Publizierens, die Rollen von Autor:innen, Gutachter:innen und Herausgeber:innen und die Abläufe bei der Produktion einer Zeitschrift kennen.
Qualitätssicherung, Sichtbarkeit und Finanzierung

Sie beschäftigten sich mit Fragen der Qualitätssicherung, der Sichtbarkeit und Finanzierung der Zeitschrift und lernten so die Bedeutung von Metadaten, Metriken und Identifiern im Publikationswesen kennen. Die Teilnehmenden hatten Beispiele von bestehenden Zeitschriften aus ihrem jeweilgen Fachgebiet mitgebracht und erläutert, was ihnen an der Zeitschrift und insbesondere an ihrem Webauftritt inhaltlich und optisch besonders gefiel. In Kleingruppen diskutierten die Teilnehmenden, welche Art von Peer Review von „unserer“ Zeitschrift durchgeführt, wie sie finanziert und wie ihr Webauftritt gestaltet werden sollte.
Von den Teilnehmenden zusammengestellte essenzielle und optionale Elemente des Webauftritts der Zeitschrift.
Von den Teilnehmenden zusammengestellte essenzielle und optionale Elemente des Webauftritts der Zeitschrift.
Impact Factor – ja oder nein?

Des Weiteren wurde überlegt, wie für Sichtbarkeit und Attraktivität der Zeitschrift gesorgt werden kann. Soll ein Impact Factor angestrebt und prominent beworben werden? Lässt übertriebenes Werben um Autor:innen die Zeitschrift als „Predatory Journal“ erscheinen? Fachspezifische Unterschiede zeigten sich unter anderem bei der Frage, ob eine Zeitschrift ausschließlich Forschungsartikel oder auch Veranstaltungshinweise, Nachrufe, Buchbesprechungen und Ähnliches beinhalten sollte.

Der Workshop war als Lehrveranstaltung mit 30 Stunden (davon 10 vorab im Selbststudium) konzipiert, für die über eine Zusammenarbeit mit der Zentralen Einrichtung für Weiterbildung der Leibniz Universität Hannover ein ECTS-Punkt erworben werden konnte. Aufgrund des positiven Feedbacks planen wir, den Workshop in ähnlicher oder adaptierter Form auch zukünftig anzubieten. Verschiedene Anfragen haben uns gezeigt, dass es offenbar einen großen Bedarf für solche Formate auch für andere Zielgruppen gibt. Bei Fragen oder Interesse melden Sie sich gerne bei uns unter publikationsberatung@tib.eu.
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