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        <description>Beiträge nach Tag: Beratung</description>
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<item><title>Zwischen Karrieredruck und politischem Anspruch: Wie gestalten wir gerechte Publikationsstrukturen?</title><link>https://open-access.network/blog/zwischen-karrieredruck-und-politischem-anspruch-wie-gestalten-wir-gerechte-publikationsstrukturen</link><comments>https://open-access.network/blog/zwischen-karrieredruck-und-politischem-anspruch-wie-gestalten-wir-gerechte-publikationsstrukturen#comments</comments><pubDate>Tue, 23 Jun 2026 10:12:56 +0200</pubDate><category>Beratung</category><category>Open Access in der Praxis</category><dc:creator>Lorenz Weinberg</dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/zwischen-karrieredruck-und-politischem-anspruch-wie-gestalten-wir-gerechte-publikationsstrukturen</guid><description>Am 5. Mai 2026 bot das BMFTR-geförderte Projekt open-access.network im Rahmen des Promovierendenforums der Heinrich-Böll-Stiftung einen Grundlagenworkshop zu Open Access an, der auf großes Interesse stieß. 

Mit dem Workshop kooperierte das Projekt open-access.network zum ersten Mal mit einem Begabtenförderwerk einer politischen Stiftung, um Nachwuchswissenschaftler*innen für die Themen Open Access und Offene Wissenschaft zu sensibilisieren. Auf dem jährlich stattfindenden Promovierendenforum stellen die Promotionsstipendiat*innen der Stiftung ihre Forschungsprojekte vor und tauschen sich zu wissenschaftspolitischen Themen aus. Die dreitägige Veranstaltung in den Berliner Räumen der Heinrich-Böll-Stiftung stand in diesem Jahr unter dem Motto &quot;Wissenschaftler*innen zwischen Neutralität und Aktivismus - Darf oder muss Wissenschaft politisch sein?&quot;. Der Workshop mit dem Titel „Zwischen Karrieredruck und politischem Anspruch: Wie gestalten wir gerechte Publikationsstrukturen?“ widmete sich den strukturellen und gesellschaftspolitischen Aspekten von Open Access, wissenschaftlichem Publizieren sowie Forschungsbewertungspraktiken und spiegelt das Spannungsfeld wider, in dem sich viele Promovierende bewegen.

Bereits im Vorfeld zeigte sich, dass der Ansatz, die gesellschaftspolitische Dimension von Open Access in den Mittelpunkt zu stellen, auf fruchtbaren Boden fiel: Deutlich mehr als die Hälfte der Teilnehmenden des Forums entschied sich für das Angebot von open-access.network gegenüber anderen parallel stattfindenden Sessions. Als Workshopleiter habe ich mich sehr über das große Interesse gefreut. Wissenschaftler*innen gehören generell zu jenen Zielgruppen, die von der OA-Community oft schwerer zu erreichen sind. Das große Interesse und die aktive Teilnahme der Promovierenden könnten als Anregung gewertet werden, öfter auch die politische Wirkkraft von Open Access und Debatten rund um Reputation und dem wissenschaftlichen Publikationswesen stärker in die Einführungsworkshops zu Open Access miteinzubeziehen.

Eine interdisziplinäre Gruppe mit politischem Bewusstsein

Abbildung 1 Wortwolke zur Frage &quot;Was verbindest du mit den Begriffen &#039;Open Access&#039; und/oder &#039;Offene Wissenschaft&#039;? Erstellt mit edkimo.
Die 27 Teilnehmenden des Workshops kamen aus verschiedenen Fachdisziplinen und waren aus unterschiedlichen Städten des deutschsprachigen Raums angereist. 

Der Wissenstand zu Open Access innerhalb der Gruppe war recht heterogen. Ein kurzes Stimmungsbild per Handzeichen verdeutlichte, dass ein Großteil der Gruppe bereits Berührungspunkte mit Open Access hatte. Doch es gab auch einige, für die das Thema neu war. Allerdings zeigte bereits die erste interaktive Übung, dass die Teilnehmenden hochmotiviert und politisch sensibilisiert waren und ihre engagierten Perspektiven auch auf die Thematik Open Access übertrugen. Mittels einer Umfrage zu der Frage „Was verbindest du mit den Begriffen ‚Open Access/Offene Wissenschaft‘?“ wurden Themen wie „Bildungsgerechtigkeit“, „Wissensgerechtigkeit“, „Fairness“, „Zugänglichkeit“ oder „ausbeuterische Wissenschaftsverlage“ genannt, noch bevor sie im Workshop vertieft wurden.


Teil 1: Grundlagen zu Open Access und die gesellschaftspolitische Dimension
Da nicht alle Teilnehmenden mit Open Access vertraut waren, begann der Workshop mit einem kompakten Input zu den Grundlagen. Im Anschluss folgte die erste Kleingruppenphase, in der die Teilnehmenden fiktive Szenarien zur Relevanz von Open Access entlang verschiedener Personas diskutierten. Hier kam das Material &quot;Und Du? Warum ist Open Access für Dich wichtig?&quot; zum Einsatz. In den Diskussionen entwickelten die Teilnehmenden Anwendungsbeispiele und sprachen über eigene Erfahrungen. 

Die 15-minütige Kleingruppendiskussion hätte problemlos doppelt so lange dauern können, so intensiv waren die Gespräche. In der anschließenden Plenumsrunde brachten die Teilnehmenden die Kapitalinteressen der Großverlage als zentrales Hindernis für Open Access zur Sprache. Einer der ersten Wortbeiträge kam von einer Person, die sich bisher noch nicht mit Open Access beschäftigt hatte und fragte, warum sich Open Access noch nicht als Regelfall durchgesetzt habe, wenn die Vorteile doch so offensichtlich seien. Direkt darauf verwiesen andere auf die Macht der Großverlage. Die gesellschaftliche Relevanz von Open Access wurde in der Gruppe als offensichtlich angesehen. Gleichzeitig betonten die Teilnehmenden, dass Open Access noch breiter gedacht werden müsse. So wäre es wünschenswert, Forschungsergebnisse und Fachtexte so zu verfassen, dass sie für mehr Menschen verständlich und damit zugänglich sind. Als Beispiel wurde die Praxis aus der Psychologie genannt, bei der den Studien eine Lay Summary vorangestellt wird, in der Ergebnisse in einem kurzen Text ohne Fachjargon präsentiert werden. 

Ein weiteres zentrales Thema war die Monopolstellung der großen Verlage, die als Problem identifiziert und als weiterer Grund für die Notwendigkeit insbesondere von Diamond Open Access angeführt wurde. Zudem wurde über Möglichkeiten gesprochen, an Literatur zu kommen, ohne an einer Universität eingeschrieben zu sein. Hier wurde deutlich, wie sehr sich Menschen ohne institutionelle Zugänge abgeschnitten und benachteiligt fühlen. In diesem Zusammenhang sprach eine Teilnehmerin über die Zeit des Jura-Referendariats, in der sie nach dem Studium ohne Uni-Mitgliedschaft kaum noch Zugang zu Fachliteratur hatte. Auch die globale Ungleichheit durch unterschiedlichen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen wurde von den Teilnehmenden angesprochen. Als Vorteil von Open Access wurde zudem die Mehrsprachigkeit genannt, da Open Access den Zugang zu wissenschaftlichen Fachpublikationen in verschiedenen Sprachen ermöglicht. Die weltweit freie und vor allem digitale Zugänglichkeit macht diese Texte leichter erreichbar.

Insgesamt zeigte sich, dass die gesellschaftspolitische Relevanz von Open Access im Speziellen und offener Wissenschaft im Allgemeinen in der Gruppe sehr klar erkannt wurde. Neben den in den Personas skizzierten Szenarien brachten die Teilnehmenden viele weitere Felder ein und arbeiteten die gesellschaftspolitische Bedeutung von freiem Zugang zu wissenschaftlicher Literatur heraus. Da sich die Gruppe in dieser Einschätzung einig war, konnte der Workshop etwas früher zum zweiten Teil übergehen, der sich in der Vorstellungsrunde noch einmal explizit gewünscht wurde.

konnte der Workshop etwas früher zum zweiten Teil übergehen, der in der Vorstellungsrunde noch einmal explizit gewünscht wurde.


Teil 2: Karrieredruck, Publikationsentscheidungen und Forschungsbewertung – aus dem Alltag als Promovierende*r
Im zweiten Teil ging es nun explizit um eigene Publikationsentscheidungen und damit verbundene politische Implikationen und karrieretechnische Auswirkungen. Als Workshop-Leiter stellte ich folgende These in den Raum, die die Teilnehmenden in Kleingruppen erneut engagiert diskutierten: 

„Aufgrund von Karrieredruck, dem Druck, möglichst viel publizieren zu müssen oder in möglichst renommierten Zeitschriften zu publizieren, habe ich keine Zeit, mir über übergeordnete Fragestellungen zu Wissenschaftspolitik und Publikationskultur Gedanken zu machen.“

In der anschließenden Diskussion in der großen Runde wurde deutlich, dass insbesondere kumulativ promovierende Nachwuchswissenschaftler*innen einem deutlichen Karrieredruck unterliegen. Ein Teilnehmer führte in Bezug auf die Eingangsthese aus, dass er eigentlich genug Zeit habe, um sich über das Publizieren Gedanken zu machen und gerne alles im Open Access veröffentlichen würde. Gleichzeitig sei er nur ein „kleines Rädchen“, das allein sowieso nichts verändern könne. In diesem Zusammenhang wurden auch der Impact-Faktor und die Rankings von Journals generell angesprochen. Einige Teilnehmende wiesen darauf hin, dass sie in ganz bestimmten Zeitschriften mit hohem Renommee veröffentlichen müssten, um promoviert zu werden oder um später einen guten Job zu bekommen. Die starren Strukturen des Wissenschaftsbetriebs wurden als einengend beschrieben und der angesprochene Karrieredruck von mehreren Personen bestätigt. Die Teilnehmenden beschrieben die Promotionszeit als sehr herausfordernd und anspruchsvoll. 

„Man ist eh schon hart überfordert mit allem beim Promovieren und es braucht viel Kraft und Zeit, um sich Wissen, einen kritischen Blick auf Strukturen und eine Haltung zum Publizieren anzueignen.“
- Einschätzung einer Teilnehmerin -

Es entwickelte sich eine Diskussion über das Spannungsfeld zwischen Individualkritik und Systemkritik. Nicht alle Teilnehmenden stimmten der Aussage zu, dass man als Einzelperson nichts machen könne. Dennoch kristallisierte sich bald die Position heraus, dass politische Lobbyarbeit für Open Access wichtig ist. Hier wurde auf die Unterstützung von unabhängigen, kleinen, möglicherweise genossenschaftlich organisierten OA-Verlagen verwiesen und schlussendlich über Universitäten als die besten Anker für solche Verlage gesprochen. 


Fazit: Ein Workshop mit Nachhall
Der Workshop zeigte, dass Open Access die Kernfragen wissenschaftlicher Praxis berührt und eine klare politische Dimension und gesellschaftliche Relevanz mit sich bringt. Dass diese Debatte gerade mit politisch engagierten Nachwuchswissenschaftler*innen geführt wurde, ist ein wichtiger Schritt, um Open Access-Themen aus der „Bubble“ der Bibliotheks- und Infrastruktur-Community herauszuholen. Die Heinrich-Böll-Stiftung bekundete bereits ihr Interesse, die Zusammenarbeit ausbauen zu wollen.

Als Learnings aus dem Workshop lassen sich drei zentrale Erkenntnisse formulieren:

Politisches Bewusstsein ist bei den Nachwuchswissenschaftler*innen vorhanden: Die Teilnehmenden brachten eigene Perspektiven ein und zeigten, dass Open Access für sie kein abstraktes Konzept, sondern eine konkrete Forderung nach gesellschaftlicher Teilhabe und Zugänglichkeit von Wissen ist.
Karrieredruck vs. Idealismus: Die Spannung zwischen individuellen Zwängen und kollektivem Wandel wurde deutlich. Die Gruppe sah hier Handlungsspielräume durch gemeinsame Forderungen oder die Unterstützung alternativer Publikationsmodelle.
Raus aus der OA-Bubble: open-access.network hat mit diesem Workshop erstmals ein Angebot zum Thema Open Access für Promotionsstipendiat*innen einer politischen Stiftung geschaffen. Dass es so gut angenommen wurde, unterstreicht die Notwendigkeit, OA-Debatten in politische Kontexte zu tragen.

Literatur und weiterführende Links:
Materialien der TIB Hannover zu OA-Workshops: Schicketanz, K. (2026, February 16). &quot;Und Du? Warum ist Open Access für Dich wichtig?&quot; - Material für einen Präsenz-Workshop zum Thema Open Access. Technische Informationsbibliothek Hannover. https://doi.org/10.5281/zenodo.18655342 

Heinrich-Böll-Stiftung – Begabtenförderungswerk, Promotionsförderung: https://www.boell.de/de/promotionsfoerderung </description><enclosure
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<item><title>Open Access für Nachwuchsforschende – Folge im Podcast „NachwuchsFragen“</title><link>https://open-access.network/blog/open-access-fuer-nachwuchsforschende-folge-im-podcast-nachwuchsfragen</link><comments>https://open-access.network/blog/open-access-fuer-nachwuchsforschende-folge-im-podcast-nachwuchsfragen#comments</comments><pubDate>Fri, 15 May 2026 09:43:00 +0200</pubDate><category>Beratung</category><category>Open Access in der Praxis</category><dc:creator>Deborah Sielert</dc:creator><dc:creator>Sebastian Flaig</dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/open-access-fuer-nachwuchsforschende-folge-im-podcast-nachwuchsfragen</guid><description>Worauf müssen Wissenschaftler*innen am Beginn ihrer akademischen Karriere beim Open-Access-Publizieren achten? Und welche Informationsangebote und Tools können dieser Zielgruppe beim Einstieg in die Open-Access-Thematik helfen? Über diese und viele weitere Fragen hat Deborah Sielert im Podcast „NachwuchsFragen“ der Graduiertenakademie an der Leibniz-Universität Hannover gesprochen.

Open-Access-Publizieren aus Nachwuchsperspektive
In der 43-minütigen Folge „Publizieren mit Open Access“ gibt Deborah Sielert eine Einführung in das Thema Open Access, die speziell für junge Wissenschaftler*innen mit noch wenig Erfahrung im wissenschaftlichen Publikationssystem zugeschnitten ist. Neben einem kurzen geschichtlichen Abriss der Entwicklungen des wissenschaftlichen Publizierens, die zur Open-Access-Transformation geführt haben, erklärt sie zentrale Begriffe und Abkürzungen, von APC über DEAL bis hin zu CC-BY-NC und den Zugangswegen zu Open Access mit ihren verschiedenen Farbbezeichnungen. 
Besonders spannend ist Deborah Sielerts doppelte Perspektive: Einerseits hat sie während ihrer Promotion eigene Erfahrungen als junge Forscherin gemacht, andererseits sieht sie nun als Open-Access-Beraterin an der TIB auch die weitläufigen Hintergründe des wissenschaftlichen Publizierens. In dieser Doppelrolle berichtet sie von den Herausforderungen, mit denen Early Career Researchers beim Open-Access-Publizieren konfrontiert sind, und benennt gleichzeitig Lösungen und Hilfsangebote. Bei der mitunter mühevollen Suche nach einem passenden Publikationsort für eine Open-Access-Publikation können neben den einrichtungsspezifischen Beratungsangeboten an der Bibliothek beispielsweise das B!SON-Tool oder auch der Erfahrungsaustausch mit der Fachcommunity unterstützen. Außerdem spüren insbesondere Wissenschaftler*innen am Anfang ihrer Karriere den Publikationsdruck der weit verbreiteten „Publish or Perish“-Kultur, was unseriöse Predatory Journals versuchen für ihre Zwecke zu nutzen. Auch hier können technische Angebote wie Positiv- bzw. Negativlisten von „Think Check Submit“ oder das Verzeichnis DOAJ, aber auch die persönliche Open-Access-Beratung an der eigenen Einrichtung Unsicherheiten reduzieren und für derartige Stolpersteine im Publikationswesen sensibilisieren.

„Ich hätte gerne mehr Wissen über den Publikationsmarkt und Themen wie Lizenzen gehabt, denn da besteht für mich ein Zusammenhang zu Selbstwirksamkeit und zum selbstbewussten Navigieren durch die Promotions- und Postdoc-Phase.“
– Deborah Sielert –

Rückblickend auf ihre eigenen Erfahrungen während der Promotion macht Deborah Sielert deutlich, wie wichtig der Informationsfluss an junge Wissenschaftler*innen ist. Wer seine Rechte als Urheber*in kennt, kann selbstbewusster mit Verlagen verhandeln und informierte Entscheidungen treffen. Nachwuchsforschende sind nicht den Zwängen eines starren Systems ausgeliefert, sondern können aktiv Einfluss nehmen – etwa durch die bewusste Wahl eines Journals oder einer Lizenz. „Im Rückblick, wenn ich jetzt nochmal publizieren wollen würde, würde ich eher schauen, welches Journal ich zum Beispiel vom Geschäftsmodell her unterstützenswert finde“, resümiert sie diesen Gedanken.

Link zur Folge
Die Podcastfolge kann auf der Webseite des „NachwuchsFragen“-Podcast oder auf allen gängigen Podcast-Plattformen gehört werden.
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<item><title>Publikationsberatung mit dem oa.finder</title><link>https://open-access.network/blog/publikationsberatung-mit-dem-oafinder</link><comments>https://open-access.network/blog/publikationsberatung-mit-dem-oafinder#comments</comments><pubDate>Mon, 17 Mar 2025 09:00:00 +0100</pubDate><category>Open Access in der Praxis</category><category>Beratung</category><dc:creator>Katja Dammann </dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/publikationsberatung-mit-dem-oafinder</guid><description>Publikationsberatung mit dem oa.finder
Der oa.finder ist die zentrale Informations- und Rechercheplattform für akademisches Publizieren in allen Fachbereichen. Hier finden Forscher*innen schnell Zeitschriften und Wissenschaftsverlage für ihre Publikationsvorhaben, indem sie ihre Suche auf die unterschiedlichen Publikationstypen ausrichten: Journal-Artikel, Monografie, Sammel- oder Konferenzband.

Akademisches Publizieren wird durch verschiedene Anforderungen immer komplexer, vor allem wenn eine Publikation im Open Access erscheinen soll. Bei der Auswahl des passenden Publikationsorgans müssen sich Wissenschaftler*innen nicht mehr nur mit fachlichen Fragen befassen, sondern zunehmend auch mit administrativen Aspekten des Publizierens: Welche Zeitschrift, welcher Verlag kommt überhaupt in Frage? Wie sehen die Förderbedingungen für Publikationskosten an der eigenen Einrichtung aus? Unter welcher Lizenz sollte die Arbeit veröffentlicht werden? Wer bekommt die Rechnung und wer muss am Ende die Publikationskosten zahlen? Nachdem Ariane Retzar vom Open-Access-Team der UB Greifswald die lange Liste der zu klärenden Fragen aufgezählt hat, berichtet sie aus ihrem Beratungsalltag und stellt fest, dass den Wissenschaftler*innen häufig die Zeit fehlt, sich in die Details des Open-Access-Publizierens einzuarbeiten. Weil die organisatorischen, verwaltungs- und finanzierungstechnischen Aspekte rund um eine Publikation keine originären Aufgaben von Forschung und Lehre sind, unterstützen die Bibliotheken die Wissenschaftler*innen an ihren Einrichtungen. 
Bibliothek unterstützt bei Organisation und Verwaltung
An der Universitätsbibliothek Greifswald berät Ariane Retzar Forschende u.a. bei der Suche nach dem passenden Publikationsorgan. Dafür greift sie immer wieder auch auf den oa.finder zurück. Sie schätzt besonders, dass sich die Wissenschaftler*innen zunächst selbst einfach einen Überblick verschaffen können, welche Publikationsmöglichkeiten sie in ihrem Fachbereich haben, welche Zeitschriften thematisch passen. Die Ergebnisse dieser ersten Recherche sind immer „eine gute Gesprächsgrundlage für eine Publikationsberatung und die folgenden Entscheidungen, “ sagt sie.

Eine Publikationsberatung durch die eigene Institution ist fast unumgänglich, denn wegen der diversen Geschäftsmodelle und sich häufig ändernden Rahmenbedingungen, ist die Publikation im Open-Access eine komplexe Angelegenheit.

Für einen schnellen und direkten Zugang zu den wichtigsten Informationen über Open-Access-Publikationsmöglichkeiten hat die Universitätsbibliothek Greifswald den Suchschlitz auf ihrer Infoseite zu Open-Access-Finanzierungsmöglichkeiten direkt mit dem oa.finder verlinkt. Das ist praktisch, weil die Zeitschriftensuche schon auf der Seite der UB beginnen kann. Mit Absenden der Suchanfrage öffnet sich in einem neuen Fenster der oa.finder und führt direkt zu den Informationen über die gesuchte Zeitschrift inklusive möglicher Förderungen der Publikationskosten durch die Universität Greifswald. 

 		Suchschlitz UB Greifswald.JPG
Link zum oa.finder mit vorbelegter ROR-ID als Service für die Wissenschaftler*innen
„Wissenschaftler*innen wünschen sich ein einfaches Suchsystem,“ weiß Ariane Retzar, und deshalb haben „wir den oa.finder auf unserer Seite eingebunden“. Für die Veröffentlichung sind verschiedene Aspekte relevant: Bei welche Zeitschrift sollte ein Artikel eingereicht werden? Gibt es finanzielle Förderung? Wie hoch ist die APC (Article Processing Charge)? Gibt es vergleichbare Zeitschriften mit günstigeren Konditionen?

Die direkte Verbindung vom Suchschlitz der Bibliothek zum oa.finder erleichtert die Recherche, weil im Feld „Meine Organisation“ die ROR-ID voreingestellt ist und damit die einrichtungsspezifischen Förderbedingungen bezogen auf die jeweilige Zeitschrift sichtbar werden.

Andere Einrichtungen haben den oa.finder ebenfalls auf ihren Webseiten eingebunden. Beispielsweise hat auch die Universitätsbibliothek Bern einen Suchschlitz mit direkter Verbindung zum oa.finder, der zu Treffern mit einrichtungsspezifischen Fördermöglichkeiten führt. 

 		Suchschlitz UB Bern.JPG

Eine etwas andere Variante stellt die Universitätsbibliothek Bayreuth für die Suchenden bereit: Auf den Informationsseiten über Open Access wird der oa.finder vorgestellt und neben dem Informationstext führt ein Link zum oa.finder mit dem für die Universität Bayreuth voreingestellten Feld „Meine Organisation“.
Recherche im oa.finder für alle Personen und alle Publikationsformen
Die Rechercheplattform oa.finder kann natürlich auch ohne Affiliationsangabe genutzt werden, allerdings werden dabei keine Fördermöglichkeiten mehr angezeigt. 

Der oa.finder ist eine Entwicklung der Universitätsbibliothek Bielefeld im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts open-access.network. In der ersten Projektphase wurde der oa.finder für den Suchbereich Journals mit publikationsrelevanten Informationen zu rund 57.000 Zeitschriften aufgebaut. Im Februar 2025 wurde der oa.finder erweitert. Neben der Recherche nach Zeitschriften, die unmittelbar digital erscheinen, können Forschende nun auch nach Wissenschaftsverlagen suchen, die Open-Access-Bücher (Monografien, Sammelbände, Konferenzschriften etc.) publizieren.

Informations- und Schulungsangebote über den oa.finder für Wissenschaftler*innen, Beschäftigte in der Publikationsberatung und Interessierte finden regelmäßig statt. Konkrete Termine werden sowohl im Veranstaltungskalender von open-access.network als auch auf der Startseite des oa.finders angekündigt.
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<item><title>Gamification in der Open-Access-Beratung: Ein open-access.network Workshop auf den Open-Access-Tagen 2024</title><link>https://open-access.network/blog/gamification-in-der-open-access-beratung</link><comments>https://open-access.network/blog/gamification-in-der-open-access-beratung#comments</comments><pubDate>Tue, 29 Oct 2024 09:00:00 +0100</pubDate><category>Beratung</category><dc:creator>Carolin Becklas</dc:creator><dc:creator>Jesko Rücknagel</dc:creator><dc:creator>Helene Strauss</dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/gamification-in-der-open-access-beratung</guid><description>Hinweis: Dieser Blogbeitrag ist zuerst am 23.10.24 auf dem TIB Blog unter der Lizenz CC BY 4.0 international erschienen.

Im Rahmen der Open-Access-Tage 2024 in Köln hatten wir am 12. September die Gelegenheit, einen spannenden Workshop zum Thema „Gamification in der Open-Access-Beratung“ anzubieten. Mit 25 engagierten Teilnehmenden erkundeten wir, wie spielerische Elemente in die Beratung integriert werden können, um das Lernen und die Interaktion zu fördern.
Einblick in Gamification

Der Workshop begann mit einem informativen Inputvortrag, der Grundlagenkenntnisse rund um Gamification, deren Potenzial und Grenzen vermittelte. Gamification ist mittlerweile im Alltag vieler Menschen fest etabliert: Wir sammeln Punkte im Supermarkt, tracken unsere Kilometerzahl mit der Smartwatch oder bekommen virtuelle Auszeichnungen für unseren Lernfortschritt. Die Überführung von Spielelementen und -designs in spielferne Kontexte macht sich das Spielen als uralte Kulturtechnik zunutze, um komplexe Sachverhalte verständlich und spielerisch zu vermitteln, zu motivieren, Verhaltensänderungen herbeizuführen und den Spaß am Lernen zu fördern. Anhand von Beispielen aus der Praxis zeigten wir, wie spielerische Ansätze nicht nur die Motivation steigern, sondern auch das Verständnis komplexer Themen wie Open Access erleichtern können. Unsere Präsentation ist auf Zenodo verfügbar: https://zenodo.org/records/13950584
Spielerisches Lernen

Nach der theoretischen Einführung folgte eine Spielesession, in der die Teilnehmenden bereits entwickelte Spiele testen konnten. Diese Spiele waren speziell darauf ausgelegt, Aspekte des Open Access und der damit verbundenen Herausforderungen spielerisch zu vermitteln. Die Teilnehmenden fanden sich zu Kleingruppen zusammen, spielten gemeinsam und tauschten sich zu ihren Spielerfahrungen aus.

Folgende Spiele konnten „angespielt“ werden:

    Puzzle von open-access.network
    Kreuzworträtsel von open-access.network
    Brettspiel Open-Access-Challenge, entwickelt von Studierenden der ZB MED, aktuell als Online-Quiz im Rahmen der Open Access Week verfügbar
    Open Science Cafe
    Zwei Rätsel von der Universität der Künste

Nach dieser interaktiven Session hieß es Gamestorming: Wir spielten das Train-The-Trainer Card Game von Gwen Franck. Die Teilnehmenden zogen Karten, auf denen Eckdaten für ein fiktives Training zu finden sind (zum Beispiel Zielgruppe, Wissensstand, Gruppengröße etc.). Anhand des gezogenen Formats entwickelten sie dann kreative Gamification-Ideen, die nicht nur den Austausch untereinander förderten, sondern auch dazu anregten, spielerische und interaktive Ansätze für zukünftige Trainings- und Beratungssituationen zu entwickeln.
Spiele ausprobieren und nachnutzen

Weitere Open-Access- bzw. Open-Science-Spiele, die wir in unserem Workshop erwähnt haben, sind:

    The Publishing Trap
    Coopac
    Open Access Escape Room
    Open Science Rallye
    Research Data Scary Tales

Fazit und Ausblick

Unser Workshop zum Thema „Gamification in der Open-Access-Beratung“ war geprägt von lebhaftem Austausch und kreativen Ideen. Von komplexen Planspielen bis hin zu interaktiven Quizformaten – die Teilnehmenden entwickelten eine Vielzahl an spannenden Ansätzen, um das oft komplexe Thema Open Access spielerisch zu vermitteln.

Die Resonanz der Teilnehmenden war durchweg positiv. Viele äußerten den Wunsch, solche gamifizierten Formate auch in zukünftigen Schulungen oder Beratungen einzusetzen, um die Vermittlung von Open Access Inhalten zugänglicher und ansprechender zu gestalten. Es besteht deshalb Bedarf an weiterem Wissensaustausch und gamifizierten Ressourcen, die die Bandbreite an OA-relevanten Themen und Beratungsszenarien abdecken. Ein weiteres Thema, war der Wunsch nach einem zentralen Ort, an dem Spiele mit Open-Access-Bezug zu finden sind.</description><enclosure
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<item><title>Beratung auf Augenhöhe: Open Access an HAW strategisch ausbauen</title><link>https://open-access.network/blog/beratung-auf-augenhoehe-open-access-an-haw-strategisch-ausbauen</link><comments>https://open-access.network/blog/beratung-auf-augenhoehe-open-access-an-haw-strategisch-ausbauen#comments</comments><pubDate>Mon, 06 May 2024 09:41:00 +0200</pubDate><category>Open Access in der Praxis</category><category>Technik und Workflows</category><category>Beratung</category><dc:creator>Jasper Beyermann</dc:creator><dc:creator>Emilia Mikautsch</dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/beratung-auf-augenhoehe-open-access-an-haw-strategisch-ausbauen</guid><description>Das Projekt P2P.OA.HAW startet mit zwei HAW den ersten Erprobungsdurchlauf der Peer-to-Peer-Strategieberatung zu Open Access.

Im November letzten Jahres startete das Projekt &quot;Peer-to-Peer-Strategieberatung für Hochschulleitungen als Werkzeug zur Etablierung einer gelebten Open-Access-Kultur an Hochschulen für angewandte Wissenschaften&quot; (P2P.OA.HAW) der Hochschule Bielefeld (HSBI) und der Universität Konstanz (UKon). Dabei soll das bewährte Konzept der Peer-to-Peer-Strategieberatung des Hochschulforums Digitalisierung (HFD) aus dem Feld Digitalisierung in Studium und Lehre nachgenutzt und für den Bereich Open Access an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) weiterentwickelt werden.

Die Gestaltung der Strukturen, Prozesse und Strategien für Open Access ist für viele Wissenschaftseinrichtungen herausfordernd. Umso mehr gilt dies für HAW, die ihre Open-Access-Aktivitäten vielfach erst seit den letzten Jahren auf- und ausbauen und dadurch strategisch, strukturell und finanziell in eigener Weise herausgefordert sind. Zugleich erfordern strategische Rahmensetzungen und organisationsbezogene Strukturanpassungen für eine Open-Access-freundliche Zukunft ein Steuerungshandeln auf Hochschulleitungsebene.

Im Strategieberatungsprozess von P2P.OA.HAW werden über einen Zeitraum von etwa acht Monaten zwei HAW dabei unterstützt, eigene Entwicklungsziele im Bereich Open Access zu identifizieren, entsprechende Entwicklungswege zu planen und umzusetzen. Die Erkenntnisse aus den Beratungsrunden in den Jahren 2024 und 2025 sollen in ein Konzept zur langfristigen Etablierung der Peer-to-Peer-Strategieberatung für Open Access einfließen.
Gemeinsam geht’s leichter

Nun ist der erste große Meilenstein im Projekt erreicht! Auf den im vergangenen Dezember veröffentlichten Aufruf zur Interessenbekundung wurden die beiden teilnehmenden Hochschulen für den Erprobungsdurchlauf 2024 ausgewählt:

      Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena)
      Hochschule Rhein-Waal (HSRW)

Bild: Teilnahme an der Peer-to-Peer-Strategieberatung 2024, P2P.OA.HAW, CC BY 4.0.

Die Ernst-Abbe-Hochschule Jena ist die forschungsstärkste Hochschule für angewandte Wissenschaft in Thüringen und verfügt über ein sehr breites Fächerspektrum von Betriebswirtschaftslehre über Ingenieurwissenschaften, Medizintechnik sowie Biotechnologie, Gesundheit und Pflege bis hin zu Sozialwesen. Durch ihr eigenes vom BMBF gefördertes Open-Access-Projekt „Open Access an HAWs – Acceptance and Communication“ (siehe Open Access Kultur an der EAH Jena) verfügt die EAH Jena nicht nur über die Ressourcen, den Beratungsprozess optimal zu nutzen, sondern auch, um darüber hinaus in Zukunft ein Kompetenzzentrum für die Region zu werden:

    Open Access hat sich zu einem zentralen Thema an der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena entwickelt, um unseren Forschungsschwerpunkt weiter zu stärken und zu fördern. Als forschungs- und publikationsstärkste Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Thüringen befinden wir uns mit unserer eigenen Open-Access-Strategie noch in den Anfängen und sehen großes Potenzial, dieses wichtige Thema weiter voranzutreiben. Deswegen nehmen wir aktiv an der Open Access Peer-to-Peer-Strategieberatung teil. Durch den Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen HAWs, die Open Access bereits erfolgreich implementiert haben, möchten wir wertvolle Einblicke und Erfahrungen gewinnen.

–     Henrieke Walter, Projektmitarbeiterin OA-HAW(C), EAH Jena

Die außerordentlich international ausgerichtete Hochschule Rhein-Waal mit Studierenden aus über 120 Nationen und rund 75% englischsprachigen Studiengängen verfügt über ein starkes und interdisziplinäres Forschungsprofil in den Bereichen Technologie und Bionik, Life Sciences, Gesellschaft und Ökonomie sowie Kommunikation und Umwelt. Im Zusammenhang mit dem Hochschulentwicklungsplan 2030 sollen die bereits beachtlichen Startleistungen zu Open Access in Service, Finanzierung und Infrastruktur gestärkt und mit den Ergebnissen angrenzender Projekte wie TransRegINT und FDMScouts.nrw verknüpft werden.

    Nachhaltigkeit und Transformation sind die Leitthemen der Hochschule Rhein-Waal  in Forschung, Lehre und Wissenstransfer. Wir sind überzeugt: Der offene Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen befeuert ihre Nachnutzung in Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft und bereitet der Umsetzung innovativer Lösungen für gemeinsame Herausforderungen unserer Zeit den Weg. Im Bereich Open Access unterstützt die HSRW ihre Angehörigen daher mit einem breiten Portfolio an Informationsangeboten und Förderstrukturen. Mit der Teilnahme an P2P.OA.HAW verfolgen wir das Ziel, dieses Portfolio für die Zukunft aufzustellen, indem strategische und operative Weiterentwicklungsmöglichkeiten im Lichte der Best Practices erfahrener Peers ausgelotet werden. Dabei gilt: Open Access eröffnet als Brückenthema viele Verbindungen in andere Bereiche von Open Science und kann somit selbst impulsgebend wirken – auch als Teil der Strategie der HSRW in Forschung, Lehre und Wissenstransfer.

– Martin Reiter, Leitung Abteilung Publikationsmanagement, HSRW
Interaktives Kennenlernen und Bedarfsanalyse

P2P.OA.HAW legt Wert darauf, dass die teilnehmenden Hochschulen ihren Zielen nicht allein nachgehen, sondern vom gemeinsamen Austausch untereinander profitieren. In der ersten gemeinsamen Begleitveranstaltung lernten die Hochschulen somit nicht nur das Projektteam von P2P.OA.HAW kennen, sondern hatten die Möglichkeit, mit der jeweils anderen teilnehmenden HAW zu diskutieren und gemeinsame Hürden ausfindig zu machen: Wie überwindet die andere HAW jene Herausforderung, vor welcher wir momentan stehen? Wo kann meine Einrichtung ein Beispiel für eine erfolgreiche Problemlösung sein?
Nächster Schritt: Auswahl der Peers für individuelle Entwicklungsbedarfe

Um dem individuellen Veränderungsprozess im Open-Access-Bereich jeder HAW passgenau begegnen zu können, bedarf es Open-Access-Expert*innen, die neben ihrer fachlichen Expertise auch die Sichtweise von HAW kennen. Die sogenannten Peers fungieren als „Critical Friends“: Hochschulleitungen von HAW werden durch Leitungen anderer Hochschulen oder Wissenschaftseinrichtungen auf Augenhöhe in einem strukturierten Prozess begleitet und beraten. P2P.OA.HAW bringt beide Seiten zusammen und koordiniert das Beratungsverfahren. Die Peers werden in enger Absprache mit den teilnehmenden Hochschulen aus der erfahrenen Community von open-access.network und darüber hinaus ausgewählt.

Wir gratulieren den ausgewählten Hochschulen und freuen uns auf die Zusammenarbeit in den kommenden Monaten!
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<item><title>Mit wem wie und wozu worüber reden? Die Fokusgruppe Open-Access-Kommunikation</title><link>https://open-access.network/blog/mit-wem-wie-und-wozu-worueber-reden-die-fokusgruppe-open-access-kommunikation</link><comments>https://open-access.network/blog/mit-wem-wie-und-wozu-worueber-reden-die-fokusgruppe-open-access-kommunikation#comments</comments><pubDate>Wed, 06 Mar 2024 09:08:00 +0100</pubDate><category>Open Access in der Praxis</category><category>Beratung</category><dc:creator>Christoph Hornung</dc:creator><dc:creator>Katja Wermbter</dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/mit-wem-wie-und-wozu-worueber-reden-die-fokusgruppe-open-access-kommunikation</guid><description>Die Praxis des Open-Access-Publizierens umfasst einen ganzen Kosmos von hochspezialisiertem Wissen. Auf der einen Seite steht der wichtige jahrelange Aufbau von Expertise, auf der anderen Seite der Anwendungsbezug und die Kommunikation mit Forschenden oder auch mit Verwaltungskräften. Damit kein abgekoppelter Spezialdiskurs entsteht, ist die Rückkopplung zwischen Spezialist*innen und Zielgruppen wichtig, um die stets neuen Entwicklungen rund um Open Access etwa im Bereich Finanzierungsmodelle oder Formate produktiv und im Sinne der Wissenschaft einzusetzen.

Die Fokusgruppe Open-Access-Kommunikation beschäftigt sich seit Juni 2022 in ca. zweimonatig stattfindenden Treffen damit, wie dies gelingen kann. Ins Leben gerufen von Katharina Schulz und Matthias Laugwitz, dann koordiniert von Christoph Hornung und Katja Wermbter, lag das Augenmerk der Gründungsidee auf der Öffentlichkeits- und Community-Arbeit zum Thema Open Access. Durch die Gruppenkonstitution wurde dabei schnell deutlich, dass sich unter dem Begriff Kommunikation vielfältige fachliche und institutionelle Hintergründe sowie Erfahrungen und Interessen zusammenfinden. Entsprechend bildete sich ein Vorgehen heraus, das versucht, dieser großen Bandbreite der Erfahrungen und Kontexte gerecht zu werden: Die einzelnen Treffen gehen von Impulsvorträgen aus, die eine Diskussion und weiteren Erfahrungsaustausch initiieren.
„Kommunizieren4“ by Julian Kücklich (CC0), Zenodo: https://doi.org/10.5281/zenodo.3674561

Während andere Fokusgruppen von open-access.network ein konkretes Ziel verfolgen, wie etwa die Erarbeitung von Stellungnahmen oder Empfehlungen in den Bereichen scholar-led publishing oder Informationsbudget, liegt der Schwerpunkt der Fokusgruppe Open-Access-Kommunikation auf dem Einholen von Impulsen von externen Gästen mit den Zielsetzungen der Vernetzung und des Perspektivenabgleichs.

Bisherige Impulse waren:

    Merle Schütte (UB Bayreuth) – Die Untergruppe „Kommunikation“ der Fokusgruppe Informationsbudget (10.11.2023)
    Athanasios Mazarakis &amp; Paula Bräuer (ZBW) – Motivation für Open Access durch Gamification (11.09.2023)
     Doreen Siegfried (ZWB) – Content-Marketing zu Open Science (29.06.2023)
     Marc Lange (HU) – Kommunikation mit und Beratung von Forschenden im Kontext Monografienfonds (05.05.2023), vgl. Handlungsempfehlungen für Open-Access-Publikationsfonds
     Katja Wermbter (FID BAUdigital, UB Braunschweig) – Umfrage des FID BAUDigital zu Open Access und FDM (23.02.23)
    Ben Kaden (VuK OA Brandenburg) – Open Access kommunizieren (19.01.23), vgl. dazu Schulungsmaterialien von Heinz Pampel und Ben Kaden
    Yuliya Fadeeva (UB Duisburg Essen) – Stakeholder Mapping Projekt AuROA (19.10.22), vgl. Poster zur OASPA 2022 Conference
    Matthias Laugwitz (IST-Hochschule für Management, AuROA) – Kommunikation als Erfolgskatalysator (20.07.22)

    Wie redet wer mit wem in welchen institutionellen und fachlichen Kontexten, um was zu erreichen? Es ist einleuchtend, dass diese Frage ein Themen- oder Diskursspektrum der Open-Access-Kommunikation eröffnet, das in seiner Komplexität und Größe kaum je gänzlich durch die Impulsbeiträge und die sich anschließenden Diskussionen erfasst werden könnte.

Große Einigkeit besteht in der Gruppe dahingehend, dass es bei unterschiedlichen Menschen aus &quot;unterschiedlichen Welten&quot; häufig unterschiedliche Begrifflichkeiten und Auffassungen gibt, die bei der Open-Access-Kommunikation relevant sind. Daraus lässt sich eine Frage ableiten, die viele Verzweigungen andeutet und als wiederkehrende Motivation für die Diskussionen in der Fokusgruppe gesehen werden kann: Wie redet wer mit wem in welchen institutionellen und fachlichen Kontexten, um was zu erreichen? Es ist einleuchtend, dass diese Frage ein Themen- oder Diskursspektrum der Open-Access-Kommunikation eröffnet, das in seiner Komplexität und Größe kaum je gänzlich durch die Impulsbeiträge und die sich anschließenden Diskussionen erfasst werden könnte. Dies ist allerdings weder Anspruch noch Motivation der Fokusgruppe. Vielmehr ist das Ziel des Kommunizierens über Open-Access-Kommunikation eben die Reflexion ihrer Komplexität, Vielfalt und Ausgestaltung. Nicht zuletzt soll die Fokusgruppe den Teilnehmenden immer auch die Möglichkeit bieten, sich der eigenen Position(en), Rollen und Zielsetzungen beim Kommunizieren über Open Access bewusst zu werden.
Image by Mohamed Hassan (CC0) https://pxhere.com/de/photo/1639991

Dabei lässt sich in Anlehnung an etablierte Modelle der Wissenschaftskommunikation grundsätzlich festhalten, dass verschiedene Kreise oder Diskursfelder der Kommunikation sowie die vielfältigen Akteur*innen beim Kommunizieren über Open Access eine Rolle spielen. Die Ausgestaltung der Kommunikation wiederum hängt unter anderem von Zielgruppen, möglichen Kommunikationswegen, Zielsetzungen und Motivationen ab.

Besonders wurde in den Diskussionen der Fokusgruppe deutlich, dass sich die konkreten Bedingungen und Strukturen einer Institution prägend darauf auswirken, wie agiert und kommuniziert werden kann. Dabei wurde eine ganze Reihe von relevanten Fragen freigelegt:

(1)   Was genau will man durch die Kommunikation erreichen? Geht es um das Bewerben von konkreten Angeboten oder eher um das Vermitteln von Grundverständnis und Kompetenzen?

(2)   Was spielt für die Publikationsentscheidungen von Forschenden neben dem Faktor „Open Access“ außerdem eine Rolle (Reputation, inhaltliche und finanzielle Faktoren etc.)?

(3)   Wer sind die Kommunikationspartner*innen? Geht es um die Kommunikation zwischen Open-Access-Spezialist*innen, mit der Verwaltung der Institution, mit der Bibliothek, mit der Kommunikationsabteilung, mit Forschenden, Fachgesellschaften, Geldgebern, Unternehmen oder Verlagen?

(4)   Um was für eine Institution handelt es sich? Geht es um ein kleines Forschungsinstitut mit einem klaren fachlichen Profil? Oder geht es um eine Volluniversität inklusive Klinikum, die sich selbst verwaltet und eine große Fächervielfalt aufweist?

(5)   Wie stark sind Open Access und Open Science an der Institution verankert? Gibt es Leitlinien der Dachgesellschaft oder eine Policy der Institution?

(6)   Auf welche Haltung gegenüber Open Access und welche Vorurteile trifft man? Welche Rolle spielen Karrierestufen und Reputationsmechanismen?

(7)   Welcher fachliche Hintergrund ist vorhanden und wie ist die Publikationskultur? Ist Open Access hier bereits Standard oder noch mit Vorurteilen behaftet? Handelt es sich um buch- und verlagsorientierte Fächer, wie die (meisten) Geisteswissenschaften, oder um Disziplinen wie die Meteorologie, wo Open-Access-Artikel Standard sind? Sind Impact-Faktoren entscheidende Gründe für die Publikation in einer Zeitschrift oder zählen die Namen der Herausgebenden oder der ‚gute Name‘ eines Verlags mehr?

(8)   Welche Rolle hat der oder die Kommunizierende an der Institution? Spricht er oder sie für eine Kommunikationsabteilung mit Fokus auf die gesamte Institution oder beispielsweise für einen Fachinformationsdienst, der standortübergreifend für eine bestimmte Fachcommunity steht?

(9)   Welcher institutionelle Rahmen herrscht für die Kommunikation? Wie ist die allgemeine Stellung und Verankerung von Open Access und Open Science, etwa in Form von institutionalisierten Stellen, existierender Services und anderer Strukturen sowie von Policies?

(10) Und, ganz lebensnah: Wie viel Personal ist verfügbar?

    Dabei lässt sich in Anlehnung an etablierte Modelle der Wissenschaftskommunikation grundsätzlich festhalten, dass verschiedene Kreise oder Diskursfelder der Kommunikation sowie die vielfältigen Akteur*innen beim Kommunizieren über Open Access eine Rolle spielen

Dies alles prägt die Entscheidung, wie, wann und wie oft und unter Einsatz welcher Medien und Formate worüber am besten gesprochen wird. Die zusammengetragenen Erfahrungen ergeben so einen bunten Strauß an möglichen Ansätzen. Von der konkreten Situation und den konkreten Zielen hängt es also ab, ob dies nun einzelne Workshops oder regelmäßige Veranstaltungen an Graduiertenschulen sind, ob man besser Vorträge hält, Lehr- und Einführungsveranstaltungen besucht oder Gamification-Formate anbietet.

Entsprechend der Vielfalt des Themenkomplexes nimmt auch die Fokusgruppe immer weitere Ansätze und Beispiele in den Blick. So ist das Kommunizieren über predatory practices als ein Thema eingeplant, bei dem in der Kommunikation mit Publizierenden unter Umständen nicht von denselben Prämissen ausgegangen werden kann wie innerhalb der Open-Access-Community.

Neue Mitglieder sind in der Gruppe stets willkommen – entweder zunächst zum Zuhören oder um selbst konkrete Vorschläge zu machen, Einblicke zu geben oder Fragen zu stellen.

Die Termine für künftige Treffen, der Link zur Mailingliste der Gruppe sowie alle weiteren relevanten Teilnahmeinfos sind hier zu finden: https://open-access.network/vernetzen/digitale-fokusgruppen/fokusgruppe-kommunikation
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