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        <title>Autoren-RSS-Feed</title>
        <description>Beiträge von Autor Heike Stadler</description>
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<item><title>Fokusgruppe Informationsbudget - gemeinsam schneller ins Handeln kommen</title><link>https://open-access.network/blog/fokusgruppe-informationsbudget-gemeinsam-schneller-ins-handeln-kommen</link><comments>https://open-access.network/blog/fokusgruppe-informationsbudget-gemeinsam-schneller-ins-handeln-kommen#comments</comments><pubDate>Mon, 09 Sep 2024 08:00:00 +0200</pubDate><category>Informationsbudget</category><category>Open Access in der Praxis</category><dc:creator>Margit Schön</dc:creator><dc:creator>Heike Stadler</dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/fokusgruppe-informationsbudget-gemeinsam-schneller-ins-handeln-kommen</guid><description>Getreu dem Motto “Wissen Teilen. Community stärken” betreut das Projekt open-access.network mehrere digitale Fokusgruppen, die sich jeweils bestimmten Open-Access-Themen widmen. 

Die Idee zur Gründung der Fokusgruppe Informationsbudget entstand während der Open-Access-Tage 2022 in Bern innerhalb eines Hands-on-Workshops zum Thema Publikations- und Kostenmonitoring. Das Ziel dahinter: gemeinsam und per Bottom-up-Ansatz ähnliche Bedarfe und Voraussetzungen identifizieren, notwendige Handlungsfelder definieren und dann mögliche Maßnahmen formulieren und diskutieren. Die Fokusgruppe richtet sich an Beschäftigte in wissenschaftlichen Bibliotheken, die sich der Herausforderung Informationsbudget stellen und bereits erste Schritte gegangen sind oder sich gerade auf den Weg machen wollen.

Die Fokusgruppe plant konkrete Maßnahmen und organisiert deren Umsetzung. Deswegen ist eine aktive Teilnahme der einzelnen Mitglieder der Gruppe sehr wichtig. Unter anderem geht es um folgende Aspekte:

    Verständigung auf die Elemente von Informationsbudgets und die Standardisierung von deren Darstellung
    Zusammenfassung der notwendigen Handlungsschritte zur Einführung eines Informationsbudgets mit der Zielgruppe Bibliotheks- und Einrichtungsleitungen sowie Förderern
    Teilen von Best Practices
    Austausch und Zusammenarbeit mit weiteren Projekten, die das Thema Informationsbudget behandeln

Am 17. Februar 2023 fand das erste Auftakttreffen der Fokusgruppe Informationsbudget statt. 84 Teilnehmer*innen aus den verschiedenen Typen wissenschaftlicher Bibliotheken nahmen daran teil. Bei diesem ersten Treffen formierten sich fünf Unterarbeitsgruppen, die sich jeweils auf eine bestimmte Fragestellung spezialisierten. Die Mitglieder der Unterarbeitsgruppen stehen seither in regelmäßigem digitalen Austausch. Nach anderthalb Jahren erfolgte eine erste Retrospektive, d.h. die Untergruppen fassten ihre bisherigen Erkenntnisse zusammen und sammelten Feedback bzw. Ideen zur weiteren Zusammenarbeit ein. Am 21. Juni 2024 - im siebten Treffen der Gesamtgruppe – wurden die Ausarbeitungen aller fünf Unterarbeitsgruppen präsentiert. Diese Ergebnisse werden im Folgenden kurz vorgestellt, sie sind alle in der Zenodo-Community veröffentlicht worden.

Die Materialien sollen eine praktische Orientierungshilfe bieten. Sie können bei der Umsetzung des Informationsbudgets auf verschiedenen Ebenen in wissenschaftlichen Bibliotheken nützlich sein und den Prozess in der Praxis begleiten.
Was genau ist eigentlich ein Informationsbudget?

Mit dieser Frage beschäftigte sich die Unterarbeitsgruppe 1 „Definition Informationsbudget“. 

Da die Frage nicht einfach zu beantworten ist, wurde der Versuch unternommen, gemeinsam eine Definition zu erarbeiten. Die Definition basiert auf bislang veröffentlichten Ansätzen und den Praxiserfahrungen der Gruppenmitglieder. Der “kleinste gemeinsame Nenner” der Elemente des Informationsbudgets wurde herauskristallisiert und optionale Erweiterungen zusammengestellt. Die Kern- und Erweiterungselemente können interessierten Einrichtungen als erste Anregung dienen. Sie können einzelne Aspekte auswählen, die jeweils lokalspezifisch relevant sind, und ggf. weitere Elemente ergänzen. Dadurch kann ein Informationsbudget entstehen, das als Instrument des Finanzmanagements zu verstehen ist. Der Überblick über alle Ausgaben und Finanzierungsquellen für wissenschaftliche Informationen kann dadurch gewonnen werden. Erkenntnisse aus dem DFG-Förderprogramm Open-Access-Publikationskosten und den DFG-Projekten Transform2Open und Open Access Datenpraxis können zukünftig in die Treffen der Unterarbeitsgruppe einfließen.

Die von dieser Untergruppe erstellten Materialien finden sich zur Nachnutzung hier: https://doi.org/10.5281/zenodo.11439996
Warum beschäftigen wir uns mit dem Thema Informationsbudget?

Die Unterarbeitsgruppe 2 „Kommunikationshilfen gegenüber Entscheidungsträgern verfassen“ ging der Frage nach, welche Informationen wichtig sind, um in die Kommunikation mit den Einrichtungsleitungen zu gehen.

Das präsentierte Ergebnis stellte eine perfekte Überleitung von der Theorie in die Praxis dar. Die Gruppenmitglieder haben eine Folienvorlage zur Unterstützung wissenschaftlicher Einrichtungen bei der Einführung eines Informationsbudgets konzipiert. Diese Vorlage dient allen Interessierten als Kommunikationshilfe gegenüber Entscheidungsträger*innen. Der offene Foliensatz steht als PPTX-Datei zur Verfügung und kann für eigene Zwecke angepasst und modifiziert werden. Wichtig war den Gruppenmitgliedern insbesondere, dass die “Empfehlungen zur Transformation des wissenschaftlichen Publizierens zu Open Access” des Wissenschaftsrates aus dem Jahr 2022 in der Präsentation aufgegriffen wurden.

Die von dieser Untergruppe erstellten Materialien finden sich zur Nachnutzung hier: https://doi.org/10.5281/zenodo.11549877
Welche Tools und Systeme eignen sich zur Erfassung von Kosten- und Publikationsdaten als Teil des gesamten Informationsbudgets?

Dieser Frage ging die Unterarbeitsgruppe 3 „Sammlung und Auswertung technischer Infrastruktur“ nach.

Bis dato gibt es kaum produktive Systeme, die bei der Erfassung von Kosten- und Publikationsdaten zur Etablierung eines Informationsbudgets hilfreich sind bzw. die Anforderungen zufriedenstellend erfüllen. Die dritte Unterarbeitsgruppe nahm sich dieser herausfordernden Ausgangssituation an, erstellte einen Systemvergleich und legte den Fokus auf die Publikationskostenerfassung. Es wurden verschiedene Systeme für unterschiedliche Anwendungsszenarien hinsichtlich ihrer Eignung für diesen Zweck untersucht und Kriterien zur Bewertung erarbeitet: 

    Bibliothekssysteme (ALMA / Aleph, FOLIO OA-App, Libero)
    FIS / Hochschulbibliographie (Pure, DSpace)
    Repositorium (eprints, LibreCat)
    Haushaltssysteme (SAP S/4 HANA, FSV).

Der Systemvergleich ist als Gedankenstütze und Anregung gedacht, jedoch nicht als Anschaffungsempfehlung.

Die von dieser Untergruppe erstellten Materialien finden sich zur Nachnutzung hier: https://doi.org/10.5281/zenodo.12073382
Wie gestaltet sich die praktische Umsetzung des Publikations- und Kostenmonitorings in einer Einrichtung?

Mit dieser Fragestellung hat sich die Unterarbeitsgruppe 4 „Publikations- und Kostenmonitoring“ als Community of Practice auseinandergesetzt.

Im Rahmen der Unterarbeitsgruppe wurden anfangs vorrangig allgemeine Praxiserfahrungen zu Monitoring-Prozessen ausgetauscht. Die Bandbreite des Austauschs reichte von verwendeten Tools, Daten für Reporting-Zwecke, Metadaten für Publikationen und deren Kosten, DFG-Förderung und personelle Ressourcen. Der Wunsch der Gruppe war es, dass der Fokus auf Praxis- und Werkstattberichte gelegt werden sollte, um in den direkten Austausch mit wissenschaftlichen Einrichtungen zu gehen, die bereits erste Schritte bei der Umsetzung des Informationsbudgets vorweisen können. Diese Ausrichtung wird auch weiterhin in der Unterarbeitsgruppe praktiziert, über zukünftige Vorträge wird über die Mailingliste informiert.

Die von dieser Untergruppe erstellten Materialien finden sich zur Nachnutzung hier: https://doi.org/10.5281/zenodo.12084934
Wie kann ein idealtypischer Arbeitsablauf für das Publikationskostenmonitoring aussehen?

Mit dieser Frage beschäftigte sich die Unterarbeitsgruppe 5 „Workflows / Prozesse“ als Community of Practice.

Die Untergruppe befasste sich zunächst mit den Workflows aus den Einrichtungen der Gruppenmitglieder - sofern es dort bereits welche gab. Anhand dessen wurden Einflussfaktoren identifiziert, die im Zusammenhang mit der Prozessgestaltung bedacht werden müssen: institutionelle und lokale Rahmenbedingungen sowie Anspruchsgruppen, die zu beachten sind.

Als erstes Szenario wurde dann ein idealtypischer Workflow für die Abrechnung einer Publikation mit Einzelrechnung entworfen. Darin werden die einzelnen Prozessschritte herausgearbeitet, eine Grafik mit tabellarischer Erläuterung bildet den Kern der Ausarbeitung. Der Workflow kann als Orientierungshilfe herangezogen werden, wenn in der eigenen Einrichtung Prozesse zum Publikationskostenmonitoring erarbeitet werden sollen. Ausarbeitungen für weitere Szenarien, wie Abrechnungen via Voucher, Mitgliedschaften, Diamond Open Access oder (DEAL-) Transformationsverträge können gegebenenfalls noch folgen.

Die von dieser Untergruppe erstellten Materialien finden sich zur Nachnutzung hier: https://doi.org/10.5281/zenodo.11915411

Diese Puzzleteile aus einer Begriffsdefinition, einer Kommunikationshilfe, einem Systemvergleich, Werkstattberichten und einem visualisierten Workflow lassen Synergien zwischen den Unterarbeitsgruppen erkennen. Wenn alle Ergebnisse zusammen betrachtet werden, erhalten alle Interessierten eine erste Momentaufnahme, die aus der Praxis für die Praxis erstellt wurde.
Nachtrag

Virtuelle Fokusgruppen haben den Vorteil, dass sich viele Menschen von überall her sehr einfach zusammenschließen und gemeinsam Dinge erarbeiten können. Gelegentliche persönliche Treffen sind aber auch sehr schön und hilfreich. Deshalb veranstaltet die Fokusgruppe Informationsbudget einen Workshop innerhalb der Open Access Tage 2024 in Köln: Workshop 11: Von Brocken und Sandkörnern – Hürden auf dem Weg zum Informationsbudget. Zwei Fragestellungen sollen im Rahmen des Workshops bearbeitet werden: Welche konkreten Hürden gibt es in der eigenen Einrichtung bei den Überlegungen bzw. den Schritten hin zum Informationsbudget? Mit welchen Ideen und kreativen Ansätzen kann man diese überwinden? Wir freuen uns auf interessierte Teilnehmer*innen!
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<item><title>Open Access Monitoring auf Landesebene</title><link>https://open-access.network/blog/open-access-monitoring-auf-landesebene</link><comments>https://open-access.network/blog/open-access-monitoring-auf-landesebene#comments</comments><pubDate>Mon, 15 Jul 2024 12:49:00 +0200</pubDate><category>Open Access Transformation</category><dc:creator>Ben Kaden</dc:creator><dc:creator>Maxi Kindling</dc:creator><dc:creator>Maike Neufend</dc:creator><dc:creator>Dr. Nina Schönfelder</dc:creator><dc:creator>Heike Stadler</dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/open-access-monitoring-auf-landesebene</guid><description>Hinweis: Dieser Blogbeitrag ist zuerst am 27.05.24 auf dem Open Access Blog Berlin unter der Lizenz CC BY 4.0 international erschienen.

Am 14. März 2024 tauschten sich die drei Landesinitiativen openaccess.nrw, Vernetzungs- und Kompetenzstelle Open Access Brandenburg (VuK) und das Open-Access-Büro Berlin (OABB) über Open Access Monitoring auf Landesebene aus. Organisiert wurde der Austausch durch das Open-Access-Büro Berlin für das Projekt open-access.network. Der vorliegende Bericht fasst die Eckpunkte und wesentlichen Erkenntnisse dieser Veranstaltung zusammen.
Ziel eines Open Access Monitoring

Das Thema Monitoring hat einen hohen Stellenwert in der Beurteilung des Fortschritts bei der Open-Access-Transformation erlangt. Über den Abgleich von Daten im Zeitverlauf lässt sich teilweise ablesen, wie wirksam sich dieser Wandel in den Publikationskulturen auf der Ebene bestimmter Domänen (national, regional, lokal, fachspezifisch usw.) vollzieht.

Monitoring bezeichnet im vorliegenden Kontext die fortlaufende systematische Erfassung und Beschreibung der Entwicklung der Öffnung wissenschaftlicher Praktiken anhand bestimmter Parameter. Neben zahlenmäßigen Nachweisen werden auch qualitativ beschreibbare Maßnahmen erfasst.

Das Ziel des Monitorings besteht bei allen Landesinitiativen darin, Transparenz und Sichtbarkeit für diese Entwicklungen innerhalb eines Bundeslands herzustellen und eine informationsbasierte Entscheidungsfindung bei der Formulierung oder Aktualisierung strategischer Ziele und Maßnahmen zu unterstützen. Während ein Monitoring alle Prozesse dieser Art auf Landesebene erfassen könnte, beschränken sich bisherige Ansätze häufig auf das Publikationsaufkommen an Hochschulen.

Beim Monitoring offener Wissenschaft können verschiedene Indikatoren berücksichtigt werden, darunter das Volumen an Open-Access-Veröffentlichungen (z.B. Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften, Bücher, Forschungsdaten), Publikationskosten (z.B. APCs/BPCs), die Zugänglichkeit verschiedener Publikationsformate (z.B. Lizenzierung von Publikationen) oder die Entwicklung und Auswirkungen von Transformationsverträgen. Das Monitoring kann von wissenschaftlichen Einrichtungen, Forschungsförderung oder auch auf nationaler oder Landesebene durchgeführt werden, wobei verschiedene Datengrundlagen und Methoden zum Einsatz kommen können (siehe bspw. Bobrov et al. 2024).

Auf nationaler Ebene ist der Open Access Monitor ein wichtiges Instrument zur Erfassung u.a. des Open-Access-Publikationsaufkommens deutscher akademischer Einrichtungen in wissenschaftlichen Zeitschriften. Der Monitor erfasst und visualisiert das Publikationsaufkommen kategorisiert nach Diamond/Gold/Green/Hybrid Open Access und Closed Access sowie Analysen der Subskriptions- und Publikationsausgaben sowie Zitationen. Er basiert auf mehreren Datenquellen und ist das gängige Instrument, mit dem Einrichtungen die förderfähigen Publikationen für Anträge im DFG-Förderprogramm “Open-Access-Publikationskosten” erheben. Zukünftig sollen weitere Publikationstypen wie Open-Access-Bücher in den Monitor aufgenommen werden.

Die Vernetzungsstellen setzen jeweils unterschiedliche Schwerpunkte bei ihren Monitoring-Ansätzen mit Bezug auf die Hochschulen des Landes. Im Folgenden werden die Parameter beschrieben, welche die drei Landesinitiativen beim Monitoring der Open-Access-Aktivitäten in ihrem Bundesland aktuell setzen.
Land Brandenburg

Die Open-Access-Strategie des Landes Brandenburg aus dem Jahr 2019 formuliert, dass Hochschulbibliotheken in der Lage sein sollen, ihr Publikationsaufkommen darzustellen und die damit zusammenhängenden Kosten transparent abzubilden (Euler 2019, 16). Dazu wurde in Brandenburg eine Arbeitsgruppe mit mandatierten Vertreter*innen aus allen acht Hochschulbibliotheken von der Vernetzungs- und Kompetenzstelle Brandenburg (VuK) initiiert, die gemeinsam ein Monitoring-Konzept erarbeitet und einen Monitoring Bericht über die Berichtsjahre 2021 und 2022 erstellt hat.

Im Brandenburger Monitoring wurden verschiedene Datenquellen genutzt:

    Für die Ermittlung der Zahl der Hochschulangehörigen Daten: des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg
    Für das Publikationsaufkommen: Daten aus dem Open Access Monitor
    Für die Ermittlung von Publikationskosten: Daten aus OpenAPC und der Deutschen Bibliotheksstatistik
    Für verschiedene Parameter wie Publikationszahlen und Publikationstypen auf den Repositorien der acht Einrichtungen: u.a. Daten von OPUS
    Daten zum Publikationsfonds für Open-Access-Monografien des Landes und
    Informationen zu Strategien und Services der Hochschulen: oa.atlas.

    Der oa.atlas umfasst zwei Komponenten: Informationen zu den Strategien und Services der wissenschaftlichen Institutionen können im oa.atlas über das Portal von open-access.network abgerufen werden. Informationen zu den Strategien und Maßnahmen in den Bundesländern und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bieten die Länderdossiers.

Die bei der VuK für das Monitoring federführend Verantwortliche Heike Stadler betonte im Austausch, dass es für das Monitoring-Konzept in Brandenburg wichtig sei, die Heterogenität der Einrichtungen und ihrer jeweiligen Voraussetzungen abzubilden. So kann das zahlenmäßige Publikationsaufkommen nicht unkommentiert nebeneinander gestellt werden. Dies ist insbesondere wichtig, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

In Brandenburg haben sich die beteiligten Einrichtungen auf gemeinsame Prinzipien für das Monitoring geeinigt:

    Kompetenzstärkung
    Bibliodiversität
    Nachhaltigkeit des Verfahrens
    Vergleichbarkeit der Hochschulen
    Partizipation im Prozess
    Aggregation und Nachnutzung vorhandener Daten

Heike Stadler berichtete, wie dieses Verfahren zu einer noch besseren Vernetzung der Hochschulbibliotheken im Land Brandenburg geführt hat. Der Monitoring-Prozess wird weiter fortgeführt, weitere Datenquellen können ergänzt werden und, wo sinnvoll, die quantitativen Darstellungen auch um ergänzende qualitative Beschreibungen erweitert werden. Die AG Open Access Monitoring Brandenburg wird zukünftig mit der AG für den Publikationsfonds zusammengelegt, sodass sich themenübergreifend ausgetauscht werden kann bzw. neue Themen ihren Raum erhalten.
Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen umfasst das Monitoring 42 DH.NRW-Hochschulen einschließlich ihrer angeschlossenen Universitätskliniken, deren Publikationstätigkeit und -kosten durch die Landesinitiative openaccess.nrw ermittelt und beschrieben werden.

Die Landesinitiative wird im Rahmen der Digitalen Hochschule NRW (DH.NRW) gefördert. In den Reports werden die Daten für die Universitäten, Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, Fachhochschulen, Kunst- und Musikhochschulen sowie Universitätskliniken des Landes zusammengefasst. Das Monitoring liegt im Programmbereich 3 der Landesinitiative und wird an der Universität Bielefeld durchgeführt. Sie erstellt drei Arten von Berichten mit den Schwerpunkten Publikationsaufkommen und Zugangswege, Publikationskosten sowie Vorschläge zu Finanzierungs- und Ausgleichsmodellen. Für das Reporting werden vorhandene Datenquellen wie der Open Access Monitor, OpenAPC und das Directory of Open Access Journals (DOAJ) genutzt. Eine Herausforderung stellt die hohe Anzahl der Hochschulen und Universitätskliniken mit einer über dies heterogenen Ausgangslage in Bezug auf Repositorien und Hochschulbibliographien im Land dar, sodass ein standardisierter und zentralisierter Ansatz zur Erstellung der Publikations- und Kostenreports gewählt wurde. Daher wird in den Reports auch explizit keine Interpretation der Daten auf Einrichtungsebene durchgeführt.

    Die OpenAPC-Initiative sammelt und verbreitet Datensätze zu Gebühren, die für Open-Access-Publikationen gezahlt werden, auf GitHub unter einer offenen Datenbanklizenz. Dazu gehören Daten zu Open-Access-Zeitschriftenartikeln (APCs), Open-Access-Büchern (BPCs) und Daten zu Artikeln, die im Rahmen von Transformationsvereinbarungen (wie Springer Compact oder Wiley DEAL) veröffentlicht werden.

Sichtbar wurde durch den letzten Publikationsreport 2023 ein hohes Artikel-Wachstum an allen Einrichtungen und dies besonders im Bereich des kostenpflichtigen Gold Open Access. Zudem betonte Nina Schönfelder (UB Bielefeld), dass etablierte, subskriptionsbasierte Verlage Anteile am Publikationsmarkt verloren hätten, wenngleich die absoluten Publikationszahlen stabil geblieben sind
Regelmäßige Reports mit dem Schwerpunkt Publikationskosten sollten daher mit einem besonderen Fokus auf Gold Open Access erstellt werden, auch um Empfehlungen in Hinblick auf die Finanzierungs- und Ausgleichsmodelle unter den Hochschulen abzuleiten. Diese Empfehlungen werden mit dem Projektkonsortium der Landesinitative openaccess.nrw bestehend aus 15 Hochschulen sowie der ZB Med und dem hbz erarbeitet und können sich sowohl an das Ministerium für Wissenschaft und Kultur in Nordrhein-Westfalen wie auch an die Hochschulen selbst richten.
Berlin

In Berlin wurde in der Open-Access-Strategie von 2015 die Zielquote von 60% für Open-Access-Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften durch Autor*innen Berliner Wissenschaftseinrichtungen festgelegt, die 2020 wie geplant erreicht wurde (Kindling et al. 2022). Mit der Erhebung für das Publikationsjahr 2020 endete das Monitoring, das auf einer eigens entwickelten Methodik basierte.

Durch die Novellierung des Berliner Hochschulgesetzes (BerlHG) im Jahr 2021 wurde bereits eine strategische Verschiebung von Open Access zu Open Research auf Landesebene initiiert. Derzeit wird die Entwicklung einer Open-Research-Strategie für das Land Berlin vorangetrieben. Während also bislang die Monitoring-Aktivitäten auf Landesebene stark am Publikationsaufkommen in wissenschaftlichen Zeitschriften orientiert war, wird sich der Fokus auf viele weitere Aspekte offener Wissenschaftspraktiken erweitern müssen. Damit einher geht auch die Notwendigkeit, geeignete Indikatoren zu entwickeln und zu kontextualisieren. Es ist absehbar, dass die qualitative Darstellung der erreichten Ergebnisse bedeutsamer wird und weniger auf rein quantitative Aspekte geschaut wird.

An den Einrichtungen soll Open Research sogar „bei der Bewertung von Forschungsleistungen im Rahmen ihrer internen Forschungsevaluation und bei Einstellungsverfahren“ berücksichtigt werden (BerlHG §41 Abs. 5). Daraus ergeben sich Herausforderungen in der Entwicklung, Einordnung und Kontextualisierung von je nach Wissenschaftsdisziplin passenden Open-Research-Indikatoren.

Das Open-Access-Büro Berlin erarbeitet gegenwärtig den “Open Access Bericht Berlin”, der die Entwicklung im Bundesland seit der Open-Access-Strategie 2015 beschreibt. Neben der Ausgangslage und den Rahmenbedingungen im Land Berlin beschreibt der Bericht den Stand der Umsetzung von bestimmten Maßnahmen an den Berliner Wissenschafts- und Kulturerbe-Einrichtungen, darunter Policies und Leitlinien, Informations- und Infrastrukturangebote, Digitalisierung und Langzeitarchivierung, Finanzierung und Kostenentwicklung, Kompetenz- und Organisationsentwicklung, Forschungsevaluation und Monitoring.

Maxi Kindling (OABB) betonte, dass die leitenden Prinzipien für das zukünftige Monitoring der Open-Research-Entwicklung in Berlin auf einer Aufmerksamkeitsverschiebung basieren: Es werden neben den Ergebnissen in Form von Open-Access-Publikationszahlen zukünftig im Sinne von Open Research die Entwicklungen bei der Öffnung des gesamten Forschungsprozesses beobachtet und systematisch beschrieben.

Ähnlich wie im Land Brandenburg soll eine partizipative Prozessgestaltung bei der Umsetzung des Monitorings eine stärkere Sensibilisierung unter den Einrichtungen erreichen. Durch den Einsatz multimethodischer Evaluierungsinstrumente und einer jeweils kontextualisierten Darstellung von Indikatoren soll eine vereinfachende Sichtweise auf die Open-Research-Transformation vermindert werden.

Auch in Berlin dient das Monitoring weiterhin dem strategischen Austausch über einrichtungsspezifische Maßnahmen und der Diskussion übergeordneter, landesweiter Maßnahmen.
Ausblick

Die drei Landesinitiativen stehen bei der Entwicklung des Monitorings je nach Ausgangslage im jeweiligen Bundesland an unterschiedlichen Punkten. Für die Ermittlung des Publikationsaufkommens können die Landesinitiativen dankenswerterweise auf die Daten bzw. Berichte des Open Access Monitors zurückgreifen. Dessen dauerhafter Betrieb und die Weiterentwicklung und Diversifizierung in Bezug auf die erfassten Publikationstypen ist für alle Landesinitiativen von großem Interesse. Darüber hinaus werden durch die Landesinitiativen je nach Ausrichtung des Monitorings weitere offene Datenquellen herangezogen.

Das Monitoring von Publikationszahlen und -kosten dient auch als Gestaltungsgrundlage für wissenschaftspolitische Entscheidungen. Schon deshalb ist ein verantwortliches und abgestimmtes Vorgehen durch die Landesinitiativen wichtig. Dieser Workshop diente als erster Austausch über das jeweilige Vorgehen, die Weiterentwicklung und die intern ausgearbeiteten Prinzipien. In Anbetracht internationaler Entwicklungen und dem Anspruch, Open Research perspektivisch in die Beobachtung einzubeziehen, planen die Landesinitiativen, sich weiterhin auch zu diesem Thema auszutauschen und darüber zu berichten.

Diese Veröffentlichung ist im Rahmen des Workshops „Monitoring auf Landesebene: Gemeinsame Prinzipien und Perspektiven“ unter Organisation des Projekts open-access.network entstanden. Für den Inhalt sind die Autor*innen verantwortlich.
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