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        <title>Autoren-RSS-Feed</title>
        <description>Beiträge von Autor Danny Flemming</description>
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<item><title>Open Access Barcamp 2025: Von Best-Practices und Visionen bis zur Triage im Publikationsfonds</title><link>https://open-access.network/blog/open-access-barcamp-2025-von-best-practices-und-visionen-bis-zur-triage-im-publikationsfonds</link><comments>https://open-access.network/blog/open-access-barcamp-2025-von-best-practices-und-visionen-bis-zur-triage-im-publikationsfonds#comments</comments><pubDate>Wed, 11 Jun 2025 10:00:00 +0200</pubDate><category>Diamond Open Access</category><category>Open Access Finanzierung</category><category>Open Access in der Praxis</category><dc:creator>Danny Flemming</dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/open-access-barcamp-2025-von-best-practices-und-visionen-bis-zur-triage-im-publikationsfonds</guid><description>Hinweis: Dieser Blogbeitrag ist zuerst am 5.6.25 auf dem ZBW Blog unter der Lizenz CC BY 4.0 DE erschienen.

Manche hätten sogar gerne noch einen Tag drangehängt: Das oa.barcamp 2025 lies Open-Access-Professionals aus dem gesamten deutschsprachigen Raum einmal mehr konzentriert zusammenarbeiten. Diamond Open Access sowie die Qualitätssicherung und Sichtbarmachung von Open-Access-Büchern gehörten zu den großen Themen des Barcamps.

Das Open Access Barcamp 2025 wurde am 26. und 27. März an der Universität Duisburg-Essen im Rahmen des Projekts open-access.network in Zusammenarbeit mit der Landesinitiative openaccess.nrw organisiert und bot eine Plattform für intensiven Austausch zu aktuellen Open-Access-Themen.

Wie im Barcamp-Format üblich, waren die Teilnehmenden aufgerufen, das Programm aktiv mitzugestalten. In mehreren parallelen Sessions wurden konkrete Problemstellungen diskutiert, Best Practices ausgetauscht und Visionen für eine offene Wissenschaft entwickelt. Die Themen reichten von Infrastrukturen für Diamond Open Access über Publikationsfondsmanagement bis hin zur Herausforderung, projektbasierte Services, Informationsportale und aufgebaute Expertise im Open-Access-Kontext nachhaltig zu verstetigen.
Diamond Open Access: Potenziale und Herausforderungen

Eine zentrale Session widmete sich dem Modell des Diamond Open Access, bei dem weder von den Autor*innen noch von den Leser*innen Gebühren erhoben werden. Es wurde intensiv diskutiert, wie Forschende für dieses Modell gewonnen werden können. Besonders betont wurde, dass politische Argumente oder technische Infrastrukturen nicht ausreichen, wenn überkommene Reputationslogiken (zum Beispiel der Impact Factor) Wissenschaftler:innen davon abhalten, möglichst offen zu publizieren. Als mögliche Lösungsansätze für dieses Problem wurde Peer-to-Peer-Beratung durch erfolgreich publizierende Forschende sowie der Aufbau von Unterstützungsstrukturen (zum Beispiel Publikationsfonds, personelle Ressourcen) genannt. Auch wurde der Aufbau einer evidenzbasierten Argumentation anhand von Zitationsvorteilen und den Vorteilen der Nutzung freier Lizenzen vorgeschlagen.
Triage in Publication Funds?

Challenges in administering open access publication funds were discussed in several sessions. Participants spoke of rising costs, tight budgets, and high administrative burden at their institutions. Strategies such as the staggered allocation of funds, the integration of third-party funds, and the introduction of transparent funding criteria (e.g. for monographs or edited volumes) were presented. The question of triage in cases where publication funds are overburdened was controversially discussed. If there are not enough funds to support all eligible publications, it will inevitably be necessary to prioritise. One suggestion was that this selection be based on science policy criteria such as the FAIR data principles.
oa.finder und Open-Access-Bücher

Ein weiteres Thema war die Qualitätssicherung und Sichtbarmachung von Open-Access-Büchern. Da zentrale Datenquellen wie die Deutsche Nationalbibliothek keine vollständige Übersicht bieten, schilderte Katja Dammann (UB Bielefeld) den aufwändigen Aufbau der oa.finder-Datenbank. Im Zusammenhang mit Open-Access-Büchern wurde die Schwierigkeit diskutiert, die Publikationspraxis im Buchbereich systematisch zu erfassen. Als Gründe hierfür wurden Transparenzprobleme bei Verlagsmodellen und das Fehlen verlässlicher, standardisierter Schnittstellen genannt.
Open Access an kleineren Einrichtungen

In einer besonders praxisnahen Session aus dem Projekt P2P.OA.HAW erarbeitete Emilia Mikautsch (Universität Konstanz) gemeinsam mit den Session-Teilnehmenden anhand von Personas die besonderen Herausforderungen im Zusammenhang mit Open Access, vor denen sich kleinere Einrichtungen wie Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) gestellt sehen. Hier wurde deutlich, dass neben begrenzten Ressourcen vor allem unklare Zuständigkeiten und mangelndes institutionelles Commitment die Open-Access-Implementierung erschweren. Peer-to-Peer-Beratung, gezielte Fördermaßnahmen und eine stärkere Vernetzung unter den Einrichtungen wurden als zentrale Lösungswege genannt.
Institutionelle Repositorien und Publikationsdienstleistungen

Ein wiederkehrendes Thema waren auch der Aufbau und die Verstetigung von Services zur Zweitveröffentlichung. Herausforderungen liegen unter anderem in der Rechtsunsicherheit vor Ort, fehlenden Workflows, dem Mehraufwand für Bibliothekspersonal und einer geringen Sensibilisierung der Forschenden für dieses Thema. Es wurde deutlich, dass hier frühzeitige Beratung, technische Unterstützung und institutionelle Rückendeckung unerlässlich sind. Als praktisches Handwerkszeug zum Ausbau institutioneller Publikationsservices stellte Doreen Rocholl (Universität Duisburg-Essen, Landesinitiative openaccess.nrw ) einen Musterentwurf für eine Autor:innen- und Herausgeber:innenvereinbarung zum Publizieren im OJS https://openjournalsystems.com/ vor und lies die Teilnehmenden der Session bei der kritischen Betrachtung jeweils die Perspektive von Autor:innen einerseits und (institutionellen) Herausgeber:innen andererseits einnehmen.
Verstetigung von open-access.network

Zum Ende des Barcamps wurde auch das nahende Ende der zweiten Förderphase des Projekts open-access.network thematisiert. Martina Benz (Universität Konstanz, open-access.network) gab einen Ausblick auf Pläne zur künftigen Trägerschaft und Finanzierung unter dem Dach des in Gründung befindlichen Vereins open-access.network e. V. Einrichtungen, Initiativen und Einzelpersonen sollen Mitglied werden können und das Informations- und Beratungsangebot gemeinschaftlich in die Zukunft tragen. Während der Session wurde die Bedeutung des Informations- und Vernetzungsportals open-access.network als zentraler Orientierungspunkt für die wachsende Community von Open-Access-Professionals hervorgehoben – insbesondere für neue Open-Access-Beauftragte und kleinere Einrichtungen, die noch dabei sind, vollumfänglich in das Thema einzusteigen.
Fazit

Das Open Access Barcamp 2025 hat wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig die Herausforderungen im Bereich der offenen Wissenschaft sind – und wie wichtig kollegialer Austausch, Vernetzung und strategischer Aufbau institutioneller Strukturen und Expertise sind, wenn man diesen Herausforderungen adäquat begegnen will. Besonders die Sessions zu Diamond Open Access und zu den strukturellen Bedingungen an kleineren Einrichtungen machten deutlich: Open Access braucht mehr als nur Appelle und Überzeugung – es braucht politische Unterstützung, Ressourcen und praxisnahe Werkzeuge.</description><enclosure
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<item><title>Open Access Staff Week an der UB Regensburg</title><link>https://open-access.network/blog/open-access-staff-week-an-der-ub-regensburg</link><comments>https://open-access.network/blog/open-access-staff-week-an-der-ub-regensburg#comments</comments><pubDate>Wed, 22 Jan 2025 11:00:00 +0100</pubDate><category>Open Access in der Praxis</category><dc:creator>Danny Flemming</dc:creator><dc:creator>Sylvia Gschwend</dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/open-access-staff-week-an-der-ub-regensburg</guid><description>Vom 26. bis 28. November fand die sechste Open Access Staff Week an der Universitätsbibliothek Regensburg statt. Sie war geprägt von spannenden Einblicken und kollegialem Austausch.

Die nördlichste Stadt Italiens - wie wir bei der Stadtführung lernen durften - hieß die Teilnehmenden der 6. Open Access Staff Week unter dickem Nebel willkommen. Kolleg*innen aus mehreren bayerischen Universitätsbibliotheken und denen weiterer Bundes- und Nachbarländer waren angereist, um vor Ort einen Einblick in die Arbeits- und Expertisenbereiche der Regensburger Bibliothekskolleg*innen zu gewinnen.

Die Open Access Staff Weeks, organisiert vom BMBF-geförderten Verbundprojekt open-access.network, geben Bibliotheksmitarbeitenden die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen anderer Einrichtungen zu werfen. Dabei haben die Teilnehmenden die Gelegenheit, sowohl Best Practices als auch aktuelle Herausforderungen in der Umsetzung von Open Access kennenzulernen.

An der UB Regensburg stand eine informative Reihe an Themen auf dem Programm: Vom Publikationsserver über den Publikationsservice der UB und dem Data Hub für Services rund um das Thema Forschungsdatenmanagement bis hin zu Projekten wie openCost und Infrastrukturangeboten wie der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) bezeugt das vielseitige  Programm die breit aufgestellte Expertise der Gastgeber*innen der UB Regensburg um Dr. Gernot Deinzer (Leiter der Abteilung IT- und Publikationsdienste und Open-Access-Beauftragter der UB Regensburg) und Cornelia Lang vom Sachgebiet Elektronisches Publizieren und Open Access. Sie wurden von weiteren Kolleg*innen mit Input und Best-Practice-Beispielen für einzelne inhaltliche Sessions unterstützt. Auch Referendar*innen und Praktikant*innen der UB Regensburg nahmen aktiv an der Veranstaltung teil, was die Perspektivenvielfalt weiter bereicherte.

Das Programm umfasste eine Vielzahl informativer und praxisorientierter Sessions. Einige zentrale Punkte:

    Repositorium und Kostenerfassung: Cornelia Lang stellte das umfassende Repositorium vor, das um viele zusätzliche Daten etwa zu Publikationskosten und Verlags- und Transformationsverträgen angereichert wurde und damit gleichzeitig der Kostenerfassung dient.
    Zentrale Rechnungsbearbeitung: Gernot Deinzer stellte vor, wie an der UB Regensburg Rechnungen zentral bearbeitet werden. Dies ist u.a. für die Erstellung des Informationsbudgets von Bedeutung und eine Antwort auf die Herausforderung von immer komplexeren Daten rund um Publikationskosten .
    Projekt openCost: Koordinatorin Bianca Schweighofer gab Einblicke in das Projekt, das sich in der finalen Phase der aktuellen Laufzeit befindet und eine standardisierte Infrastruktur für das Management von Publikationskosten bietet. Diskutiert wurde u.a., wie die damit mögliche Aufschlüsselung von bisweilen unklaren Preisstrukturen zur informierten Budgetplanung und Verhandlungsstärke befähigen kann.
    EZB: Silke Weisheit (Leitung EZB/DBIS) und Colin Sippl zeigten anschaulich an Beispielen, die an den Institutionen der Teilnehmer*innen orientiert waren, wie die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) um zentrale Informationen zum Open-Access-Publizieren erweitert wurde. Damit möchte die EZB eine um Publizierende ausgeweitete Zielgruppe ansprechen, die dort beim jeweiligen Journal direkt Kosten- und Finanzierungsdetails einsehen können.
    UR Data Hub: Der UR Data Hub ist eine eigene zentrale Einrichtung an der Universität Regensburg. Sophie Stolzenberger und Constantin Lehenmeier (Forschungsdatenmanagement) gaben Einblick in ihre Serviceangebote. Besonders praxisnahe Erfahrungen konnten die Teilnehmenden mit eigens angelegten Testzugängen zu den angebotenen Tools sammeln.
    Publikationsservice der UR: Schließlich stellte Nadia Gianfrancesco die Angebote und Abläufe der hauseigenen Publikationsdienstleistungen vor, für die sie zuständig ist. Hier können Dissertationen im Open Access mit Print-on-Demand-Option veröffentlicht werden.

Als eines der wertvollsten Elemente der Veranstaltung, neben den Einsichten vor Ort, wurde von den Teilnehmenden der Austausch untereinander hervorgehoben. Die „Bring your own problem“-Sessions boten den Teilnehmenden die Möglichkeit, aktiv eigene Themen einzubringen und zu diskutieren, beispielsweise die Frage nach zielgruppengerechter Kommunikation mit den Forschenden der eigenen Einrichtung oder rechtliche Rahmenbedingungen von Publikationsversionen im institutionellen Repositorium. Dabei konnten in einer offenen und konstruktiven Atmosphäre Fragen wie „Wie macht ihr das?“ oder „Welche Workflows verwendet ihr?“ unkompliziert diskutiert werden. Dieser kollegiale Austausch trug erheblich zum Erfolg der Veranstaltung bei. Die Gastgebenden sorgten für ein unterhaltsames Rahmenprogramm: Eine Campus- und eine Stadtführung sowie ein gemeinsames Abendessen schufen Raum für persönliche Gespräche und ermöglichten so die weitere Vernetzung.

Fazit: Trotz des eher unitalienischen nasskalten Novemberwetters hinterließ die Veranstaltung viele bleibende positive Eindrücke. Ein herzlicher Dank geht an die Gastgeber*innen in Regensburg und die engagierten Teilnehmenden.

Die nächste Staff Week wird voraussichtlich im Juni an der UB Gießen stattfinden. Informationen dazu auf open-access.network.</description><enclosure
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<item><title>Diamond Open Access und Zweitveröffentlichungen im Fokus beim oa.barcamp 2024 an der SUB Göttingen</title><link>https://open-access.network/blog/diamond-open-access-und-zweitveroeffentlichungen-im-fokus-beim-oabarcamp-2024-an-der-sub-goettingen</link><comments>https://open-access.network/blog/diamond-open-access-und-zweitveroeffentlichungen-im-fokus-beim-oabarcamp-2024-an-der-sub-goettingen#comments</comments><pubDate>Mon, 19 Aug 2024 08:00:00 +0200</pubDate><category>Diamond Open Access</category><category>Open Access in der Praxis</category><category>Zweitveröffentlichung</category><dc:creator>Martina Benz</dc:creator><dc:creator>Danny Flemming</dc:creator><dc:creator>Sylvia Gschwend</dc:creator><dc:creator>Julian Schima </dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/diamond-open-access-und-zweitveroeffentlichungen-im-fokus-beim-oabarcamp-2024-an-der-sub-goettingen</guid><description>Am 14. und 15. Mai trafen sich mehr als siebzig Interessierte aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz zur vierten Auflage des oa.barcamps an der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen), um sich über den Status Quo, aktuelle Herausforderungen und die Zukunft von Open Access (OA)  auszutauschen. Organisatorinnen waren die Universität Konstanz und die SUB im Rahmen des BMBF-geförderten Projekt open-access.network.
Innovatives Format mit aktiver Mitgestaltung durch die Teilnehmenden

Ein Barcamp ist verglichen mit gewöhnlichen Konferenzen ein offenes Veranstaltungsformat: Im Gegensatz zu einem im Vorfeld fixierten Programm mit festgelegten Vorträgen, Workshops und Sprecher*innen bestimmen die Teilnehmenden erst vor Ort, worüber sie wann in welchem Rahmen sprechen möchten.

&quot;I enjoyed being a part of the Barcamp a lot because of its open and flexible format. Every participant had a say in deciding the topics of discussion, and instead of fixed sessions and lecture-type presentations, the floor was open to different group sizes as well as discussion methods. Whether the participant was new to the topic or experienced, everyone had the opportunity to learn and discuss thanks to the format. I think the Barcamp created a very open platform for healthy interactions. It was a learning experience, not only on the theme at hand, but also on how to make group interactions more engaging and productive.&quot;  (Mamta Dwivedi, Projekt Diamond Thinking)

Die Zentralbibliothek bot dafür optimale Bedingungen: Im Digital Creative Space (DCS), das mit seiner Atmosphäre dem offenen und eher lockeren Konferenzcharakter zu Gute kam, bekamen die Angereisten zu Beginn der Veranstaltung die Gelegenheit, vor den anderen Gästen ihre zahlreichen Ideen und Themenvorschläge für Sessions – sei es als Workshop, Diskussionsrunde, Vortrag – vorzustellen, welchevon Fördermöglichkeiten von Fair Open Access über Herausforderungen von Zweitveröffentlichungsservices und Monitoring von Open-Access-Publikationen bis hin zur Vernetzung von Open-Access-Projekten reichten.

Im Anschluss an dieses sogenannte Session Pitching, waren alle Teilnehmer*innen aufgefordert, ihre bevorzugten Themen zu wählen, aus denen die Organisator*innen das Programm festzurrten, während die Teilnehmenden an einem Speed Dating zum Kennenlernen auf dem sonnenbeschienenen Campus teilnehmen konnten.
Diskussionen und Austausch über aktuelle Themen

Nach der Mittagspause standgleich eine erste Session zur Finanzierung von diamantenem Open Access an. Ausgehend von einer kurzen Vorstellung des am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) angesiedelten Projektes Diamond Thinking durch Projektmanagerin Mamta Dwivedi tauschten sich rund fünfzig Teilnehmende über Möglichkeiten aus, Open-Access-Publikationen jenseits einer Finanzierung durch APC und BPC zu finanzieren. Dabei wurde die Notwendigkeit alternativer und fairer Finanzierungsmodelle betont, schon allein wegen der hohen und tendenziell weiter steigenden Kosten im Zusammenhang mit APC-finanzierten Medien und den DEAL-Verträgen. Zwar ermöglichen Projektförderungen es immer wieder, neue Diamond-Open-Access-Zeitschriften zu gründen oder von Closed auf Open Access umzustellen, jedoch fehlt es an einer nachhaltigen Finanzierung nach Ablauf der jeweiligen Projektlaufzeit. Eine Lösungsmöglichkeit bieten hier alternative Finanzierungsmodelle. Beispiele wie die Open Library of Humanities und das KOALA-Projekt zeigten, dass Crowdfunding-Modelle funktionieren können, aber auch hier gibt es keine Garantie für Folgefinanzierungen. Haushaltsrechtliche Fragen erschweren außerdem die Beteiligung wissenschaftlicher Bibliotheken an solchen Modellen.

Mit der Frage, was Bibliotheken unternehmen können, um nicht-kommerzielle Formen des Open Access gezielt zu unterstützen, wurde sich im Anschluss auch in Session zwei auseinandergesetzt. Ein umfassender Bericht zu diesem Workshop kann hier nachgelesen werden.
Auf dem Weg zu neuen Open Access Policies?

Am zweiten Tag beschäftigte sich ein Workshop intensiv mit der Gestaltung und Implementierung von Open Access Policies bzw. damit, wie diese vor dem Hintergrund der weiteren Entwicklung der Open-Access-Transformation in Richtung einer umfassenden Publication Policy überarbeitet werden müssten.

Untergruppen bearbeiteten die Aspekte “Prozess und Implementation”, “Inhalte” und “Scholarly Publishing”. Dabei wurde die Bedeutung eines partizipativen Prozesses bei der Erstellung von OA Policies betont, bei dem Wissenschaftler*innen und Leitungsebene von Beginn an eingebunden sein sollten. Die Implementierung müsse zudem an quantifizierten Zielen überprüft und durch konkrete Maßnahmen unterstützt werden, die regelmäßig auf ihre Zielgruppen und Inhalte hin kontrolliert und angepasst werden. Schulungen sollten kontinuierlich wiederholt und Multiplikator*innen eingebunden werden, um sicherzustellen, dass die Inhalte den Bedarfen entsprechen. Als Basisinhalte einer OA Policy wurden die Themen Erst- und Zweitveröffentlichung, Empfehlungen zu Open Access und die Bereitstellung von Beratung und Unterstützungsangeboten genannt, neben zusätzlichen Punkten wie freie Lizenzen, Nutzung bestehender OA-Verträge und der Thematisierung von Research Assessment und Publikationsvielfalt. Statt einer reinen OA Policy wäre auch eine umfassendere Richtlinie zum wissenschaftlichen Publizieren denkbar.

Eine weitere Untergruppe besprach die Publikationsrichtlinie der TU Dresden als Beispiel und sammelte Feedback von verschiedenen Institutionen. Es stellte sich heraus, dass viele Einrichtungen bereits OA Policies oder Publikationsrichtlinien haben, jedoch oft eine übergreifende Publikationsrichtlinie bevorzugen würden, die alle Aspekte des wissenschaftlichen Publizierens abdeckt. Vorteile einer solchen umfassenden Richtlinie wären die Bündelung aller relevanten Informationen für Autor*innen und Institutionen sowie die Stärkung der Bibliotheken als zentrale Anlaufstellen.
Großes Interesse an Zweitveröffentlichungsservices

Die hohe Teilnehmendenzahl beim Workshop zu Zweitveröffentlichungsservices, den Franziska Deuter von der UB Bamberg anbot, zeigt die große Relevanz auch dieses Themas - für wissenschaftliche Bibliotheken ebenso wie für Verlage, beide Gruppen waren im Plenum vertreten. Deuter gab detaillierte Einblicke in die Workflows und Serviceangebote, die die UB Bamberg für ihre Forschenden und deren Zweitveröffentlichungen im dortigen Repositorium etabliert hat. Die folgende lebhafte Diskussion beleuchtete das Thema Green Open Access von verschiedenen Seiten, wie etwa in Hinsicht auf Haftungsfragen, Lizenzvergaben und Verlagspolicies. Als weitere relevante Themen erwiesen sich die Promovierendenberatung und der Umgang mit konkreten Alltagstätigkeiten wie die Erstellung von Deckblättern. Wer gerne weitere Informationen zu zentralen Aspekten des Themas hätte, kann einen Blick in den bereitgestellten Leitfaden zu Zweitveröffentlichungsservices werfen.
Blick in die Open-Access-Projektlandschaft

Mehrere im Open-Access-Bereich wirkende Projekte haben die Gelegenheit genutzt, der Community Einblicke in ihre Tätigkeiten zu geben.

In einer der ersten Sessions stellte Victoria Jahrmarkt das im vergangenen Herbst gestartete Projekt PANTER vor. Ziel des Projekts ist ein zuverlässiger Preismonitor, der es Publizierenden erlaubt, einen Überblick über die aktuelle Preislandschaft auf dem Open-Access-Zeitschriftenmarkt zu erlangen sowie Preisentwicklungen für Publikationsdienstleistungen sichtbar und vergleichbar zu machen. In der gemeinsamen Diskussion waren die Teilnehmenden eingeladen, eine fiktive Persona zu gestalten und so eine konkrete Nutzerin des Monitors zu imaginieren. Dieser spielerische Ansatz brachte anschaulich die zielgruppenspezifischen Herausforderungen an das Tool ans Licht.

Einer ganz anderen Aufgabe verpflichtet sich das Projekt OS-APS STEMO, über das Markus Putnings In einer der abschließenden Sessions informierte. Putnings zeigte, wie die im Projekt erstellte Open Source Software institutionelle Verleger*innen (etwa Repositorien, OJS-Instanzen oder Hochschulverlage) bei der Sicherstellung digitaler Barrierefreiheit unterstützen kann - hierfür stellte er auch eine Cloud-Software zum Selber-Ausprobieren bereit.

Diese beiden vorgestellten Projekte gaben einen Einblick in die Bandbreite von Themen, die in der aktuellen Open-Access-Projektlandschaft behandelt werden. Wie ein Überblick über diese Landschaft aussehen kann und wie mögliche Synergien identifiziert werden können, war Gegenstand einer weiteren Session zu Open-Access-Projekten, nämlich zum Angebot des oa.hub von open-access.network, den Sie hier finden.
CC-BY Martin Liebetruth
CC-BY Danny Flemming
CC-BY Martin Liebetruth
CC-BY Martin Liebetruth
CC-BY Danny Flemming
CC-BY Martin Liebetruth
Rahmenprogramm

Die thematischen Sessions wurden ergänzt durch spannende Rahmenprogrammpunkte. Zum Abschluss des ersten Barcamp-Tages öffnete die SUB die Tore zu ihrem Historischen Gebäude und die sonst verschlossene Tür des Heyne-Lesesaal. Der zweite Tag startete mit einem Refinement – also einer Verfeinerung – der Ergebnisse des ersten Tages mit Lilja Sautter, Product Owner an der SUB und Projektmitarbeiterin bei open-access.network, und Agile Coach Kay Liewald, SUB Göttingen.Hierbei wurden insbesondere der Austausch und die Möglichkeit des Perspektivwechsels am ersten Veranstaltungstag hervorgehoben. Gleichzeitig gaben Sautter und Liewald mit der hier demonstrierten One-Two-Four-All-Methode einen Einblick in die agile Projektarbeit an der SUB und den Teilnehmenden ein Tool zur Optimierung der eigenen Arbeitsprozesse an die Hand.

„Im Projekt P2P.OA.HAW interessieren uns zum einen die individuellen   Herausforderungen von HAW im Bereich Open Access. Das Barcamp ist hierfür ideal, denn das Format gibt den Einrichtungen den Raum, eben diese spezifischen Themen zu adressieren. Die Größe der einzelnen Sessions bietet die Möglichkeit, in einen persönlicheren Austausch in Kleingruppen zu gehen, was bei Tagungen mit größeren Dimensionen oft zu kurz kommt. Zum anderen sind wir fortlaufend daran interessiert, weitere potentielle Peers kennenzulernen. Da auf dem Barcamp OA-Neulinge bis -Expert*innen vertreten waren, haben wir die Veranstaltung als Netzwerkgelegenheit genutzt.

Unsere Highlights waren: Einblicke in die Erstellung einer Open Access Policy und der persönliche Austausch mit der Ansprechperson unserer zu beratenden Hochschule.“ (Jasper Beyermann und Emilia Mikautsch, Projekt P2P.OA.HAW)

Das Barcamp in Göttingen hat einmal mehr gezeigt, dass dieses Format für den Austausch in der Open Access Community hervorragend geeignet ist. Die SUB Göttingen glänzte mit sehr gut geeigneten Räumlichkeiten, in denen sich die rund 75 Teilnehmenden an den zwei Tagen rundum wohlfühlen konnten. Sowohl Organisator*innen wie auch Teilnehmende zeigten sich in der Abschlusssession rundum zufrieden und sparten nicht mit Lob von der Organisation über das Catering bis hin zumRahmenprogramm, das es ermöglichte, außerhalb der Sessions Gespräche fortzuführen und sich zu vernetzen.

&quot;The theme of Open Access publishing is quite extensive and ever-changing. Therefore discussions and cooperation with specialists are the best way to learn and stay up-to-date on the topic. The community involved with OA publishing is also inclusive and easy to talk to. As I experienced it, this Barcamp had the format designed for easy interactions with specialists in various topics as well as building one-to-one relationship. I think, it&#039;s the best place and format for anyone interested in learning more about the topic as well as connecting with experts.”  (Mamta Dwivedi, Projekt Diamond Thinking)

„Beim Barcamp konnte ich viele Bekannte und frühere Kollegys wiedersehen und mich weiter mit der Community vernetzen. Trotz der vielen Online- Angebote sind solche Präsenztreffen daher sehr schön und wichtig. Ich konnte außerdem die Themen, die mich aktuell beschäftigen, in verschiedenen Sessions einbringen und neue Ideen mitnehmen. Daraus ist auch eine ganz konkrete Idee für einen Austausch zu Finanzierungsmodellen jenseits von APC und BPC entstanden.&quot; (Katharina Schulz, Projekt VEStOR ).

Das nächste oa.barcamp wird im Frühjahr 2025 stattfinden. Details zu Ort, Datum und Anmeldemöglichkeiten werden auf open-access.network bekannt gebeben.
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<item><title>Die ersten Schritte zum Informationsbudget gemeinsam gehen</title><link>https://open-access.network/blog/die-ersten-schritte-zum-informationsbudget-gemeinsam-gehen</link><comments>https://open-access.network/blog/die-ersten-schritte-zum-informationsbudget-gemeinsam-gehen#comments</comments><pubDate>Tue, 09 Apr 2024 11:29:53 +0200</pubDate><category>Open Access in der Praxis</category><category>Informationsbudget</category><dc:creator>Danny Flemming</dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/die-ersten-schritte-zum-informationsbudget-gemeinsam-gehen</guid><description>Vertreter*innen vier verschiedener Einrichtungen boten in einem Workshop Einblicke in die praktische Implementierung eines Informationsbudgets.

Über 230 Personen hatten sich angemeldet für den Workshop &quot;Erste Schritte zum Informationsbudget: Publikationskosten erfassen und sichtbar machen&quot;, der am 07.02.2024 im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts open-access.network von der UB der Universität Bielefeld und dem Helmholtz Open Science Office durchgeführt wurde. Sie hatten Gelegenheit, von vier geladenen Referent*innen aus erster Hand einrichtungsübergreifende Ansätze zur Ermittlung von Publikationskosten als Grundlage für die finanzielle Gestaltung der Open-Access-Transformation kennenzulernen.
Transparentes Kostenreporting mit OpenAPC 

Als erste Referentin gab Julia Bartlewski von der Universität Bielefeld einen umfassenden Einblick in die Abfragemöglichkeiten und die Struktur von OpenAPC, einem Projekt, das sich der transparenten Berichterstattung über Kosten im Zusammenhang mit Open Access-Publikationen widmet.

Seit 2014 werden in OpenAPC Daten zu Publikationskosten erfasst und veröffentlicht. Dazu gehören Artikelbearbeitungsgebühren (APCs), Buchbearbeitungsgebühren (BPCs) und Transformationsverträge. Ziel ist es, maximale Kostentransparenz und Vergleichbarkeit zu schaffen und damit auch Kostenentwicklungen über die Zeit verfolgbar zu machen. Um den einzelnen Institutionen die Übermittlung ihrer Kostendaten zu erleichtern, wird ein hoher Grad an Automatisierung angestrebt. Daten können beispielsweise per E-Mail, Pull-Request, OAI-Harvesting oder per Meldung ans DFG-Förderprogramm „Open Access-Publikationskosten“ übermittelt werden. Geplant ist außerdem eine Erweiterung der Infrastruktur von OpenAPC unter Nutzung des openCost-Metadatenschemas um relevante Kostenpunkte wie sog. page oder color charges.

Im Projektblog wird eine automatisiert generierte Datenanalyse zu jeder Datenlieferung veröffentlicht. Der gesamte Workflow zur Erfassung der Kostendaten an der Universitätsbibliothek Bielefeld wurde von Julia Bartlewski an praktischen Beispielen veranschaulicht und anschließend diskutiert.

Abschließend gab es noch eine Demonstration anhand interaktiver Treemap-Diagramme, welche die gesammelten Daten visualisieren und verschiedene Möglichkeiten der Betrachtung und Filterung bieten.
Der lange Weg zur zentralen Rechnungsbearbeitung

Als zweiter Referent präsentierte Gernot Deinzer die Entwicklung und Implementierung eines zentralen Systems zur Erfassung von Publikationskosten an der Universität Regensburg.

Dabei ging er auf den zurückgelegten Weg ausgehend vom DFG-Programm „Open-Access-Publizieren“ im Jahr 2011 bis zur heutigen Situation mit einem zentralen System zur Bearbeitung von Publikationsgebühren ein. Dieser Weg sei lang und steinig gewesen, aber mittlerweile wolle niemand mehr zurück. Heute sind Autor*innen, Fakultäten und Lehrstühle verpflichtet, Publikationsrechnungen in der Rechnungsstelle der Universitätsbibliothek einzureichen, wo sie geprüft, erfasst und für die Rechnungsanweisung freigegeben wird. Neben der systematischen Erfassung von Publikationsgebühren, Erwerbs- und Lizenzierungskosten bringt dies eine Reihe weiterer Vorteile mit sich, wie die Möglichkeit, Metadaten einer Publikation mit der DOI zu verknüpfen und auf Knopfdruck auszuwerten. Außerdem erfolgt direkt eine Volltextaufnahme ins institutionelle Repositorium. Deinzer schloss mit einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen, einschließlich der Evaluierung von Publikationskosten und weiterer Verbesserungen im Workflow.

Das Publikum griff seine Ausführungen als Best Practice interessiert auf und es ergab sich eine sehr lebhafte Diskussion zu spezifischen Aspekten der Publikationskostenerfassung. Unter anderem ging es dabei um die Organisation von Literatur- und Lehrmittelbestellungen, personelle Aufwände, Einhaltung von Budgets, Umgang mit Transformationsverträgen sowie die Erfassung weiterer Kostenarten wie Druckkostenzuschüsse oder Artikelbeschaffungskosten (APCs).
Parallele Prozesse zusammenführen

Dritte Referentin war Viola Voß von der Universitäts- und Landesbibliothek Münster (ULB), wo der Prozess zur schrittweisen Etablierung eines Informationsbudgets begonnen hat. Schwerpunkt ihrer Ausführungen waren die Herausforderungen, die mit der Einführung eines Informationsbudgets verbunden sind. Sie konnte aber auch über erste Fortschritte berichten und über Hürden, die in Münster schon gemeistert wurden.

Die Ausgangslage ist aufgrund des dortigen zweischichtigen Systems kompliziert: Universität und Uniklinikum agieren in Münster als separate Körperschaften mit unterschiedlichen SAP-Systemen, Steuernummern und je eigenen Strukturen und Abteilungen. Statt Zentralmittel für Open-Access-Publikationen gibt es eine Kostenteilung mit den Fachbereichen, die für Publikationsfonds, Verlagsverträge und Transformationsverträge gilt. Die ULB, die am DFG-Förderprogramm beteiligt und 2022 zum Bibliotheksmanagementsystem Alma gewechselt ist, bereitet sich auf die Einführung eines Informationsbudgets z.B. über das Reporting für die DFG und durch die Mitarbeit in der Fokusgruppe Informationsbudget vor. Im Sommer 2023 wurde an der Universität eine neue Kostenstelle eingeführt, um Kosten für Open und Closed Access-Publikationen differenzieren zu können, am Uniklinikum wurde eine Kostenstelle speziell für Publikationen eingerichtet.

Durch diese Maßnahmen hat die Bibliothek nun einen ersten Überblick über die Kosten für Artikel, Bücher und Verlagsverträge; jedoch gestaltet sich die standardisierte Rechnungserfassung aufgrund technischer Einschränkungen und organisatorischer Rahmenbedingungen als herausfordernd. Auch die Integration verschiedener Systeme – z.B. die Anbindung von Alma an SAP – steht noch aus, aber die ULB ist zuversichtlich, dass sie auf einem guten Weg ist.

Die anschließende Diskussion drehte sich um Themen wie die Informationsweitergabe an die Fachbereiche, das Buchungsprozedere, die Rolle von Alma in der Verwaltung von Publikationskosten und die Integration des Metadatenschemas von openCost in das Forschungsinformationssystem.
Kostentransparenz auf allen Ebenen

Abschließend präsentierte Lisa-Marie Stein vom Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg, den Workflow am DESY zur zentralen Erfassung und Nachnutzung von Kostendaten im institutionellen Repositorium. Das Ziel ist, Schritte in Richtung eines Informationsbudgets zu unternehmen und Kostentransparenz auf allen Ebenen zu schaffen, um eine nachhaltige Transformation zu ermöglichen.

Am DESY werden alle Publikationen frühzeitig im institutionellen Repositorium erfasst und im Verlauf um Informationen zur Genehmigung und Zahlungsabwicklung ergänzt. Das Publikationskostenmodul innerhalb des Repositoriums ermöglicht die Erfassung auf Artikelebene und eine gemeinsame Definition mit JOIN2. Auch Aspekte wie Datenharvesting, DFG-Monitoring oder die Erweiterung des EZB-Katalogs um Informationen zu Publikationen und Publikationskosten wurden thematisiert.

Lisa-Marie Stein betonte die Bedeutung der zentralen Erfassung von Kostendaten im Repositorium und beschreib die Herausforderungen, die mit diesem Prozess verbunden sind. Wichtig war insbesondere, dass openCost keine Datensammlung ist, sondern vielmehr ein definiertes Austauschformat, das an verschiedene Systeme angebunden werden kann.

In der Diskussion wurden Fragen zur Integration von Daten in SAP, zum Format der Daten und zur Zusammenarbeit mit Bibliothekssystemen und Anbietern von Repositorien erörtert.
Fazit: Nie das Ziel aus den Augen verlieren!

In der Abschlussrunde wurde noch einmal die Bandbreite der unterschiedlichen lokalen Ausgangslagen betont. Best Practices lassen sich häufig nicht ohne Weiteres übertragen, aber sie inspirieren zu neuen Ideen für die eigene Einrichtung. Dennoch seien Austauschformate wie dieser Workshop hierzu besonders wichtig, um voneinander zu lernen, beispielsweise, was die Argumentation für eine zentrale Rechnungsstelle angehe. Wichtig sei, dass man nie das Ziel der Transformation aus den Augen verliere: Ein aussagekräftiges Informationsbudget ist kein Selbstzweck, sondern essentiell für eine evidenzbasierte Mittelallokation – auch und gerade angesichts des zunehmenden Kosten- und Spardrucks an vielen Einrichtungen. Auch als Argument für Diamond Open Access und für die Diskussion über Kosten und Nutzen von Transformationsverträgen wie DEAL sind konkrete Zahlen von zentraler Bedeutung. Das große Interesse am Workshop und die positiven Evaluationen bestätigen, dass das Themenfeld für die Open-Access-Community wichtig ist und bleiben wird.

Alle Präsentationen des Workshops wurden bei Zenodo veröffentlicht und sind auf der Veranstaltungswebseite verlinkt.
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<item><title>Impulse von der Open Access Staff Week</title><link>https://open-access.network/blog/impulse-von-der-open-access-staff-week</link><comments>https://open-access.network/blog/impulse-von-der-open-access-staff-week#comments</comments><pubDate>Fri, 22 Dec 2023 11:37:32 +0100</pubDate><category>Open Access in der Praxis</category><dc:creator>Jasper Beyermann</dc:creator><dc:creator>Danny Flemming</dc:creator><dc:creator>Karin Stork</dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/impulse-von-der-open-access-staff-week</guid><description>Ein Interview mit Karin Stork und Jasper Beyermann

Die diesjährige Open Access Staff Week fand vom 05. bis 07. Dezember an der Universitätsbibliothek Braunschweig statt. Für Jasper Beyermann (Hochschule Bielefeld) und Karin Stork (Universität Konstanz) war es die erste Vernetzungsveranstaltung von open-access.network. Wir haben die Gelegenheit genutzt, sie nach ihren Eindrücken zu fragen.

Danny Flemming [DF]: Was hat euch bewogen, an der Open Access Staff Week in Braunschweig teilzunehmen?

Karin Stork [KS]: Ich wollte an der Staff Week teilnehmen, um die Menschen kennenzulernen, die in der Bibliothekspraxis arbeiten, die Expert*innen in dem Bereich Open Access sind. Ich habe mir erhofft, dass ich als Quereinsteigerin im Open-Access-Kontext viel von den anderen lernen und neue Ideen für meine Arbeit mitnehmen kann. Außerdem wollte ich mir eine Netzwerkveranstaltung und deren Methoden anschauen, da das Community Building Teil meiner  Arbeit im Projekt  KOALA-AV ist.

Jasper Beyermann [JB]: Ich bin noch recht neu im Bereich Open Access und hatte zuvor eher mit dem Thema Studium und Lehre zu tun. Zur Teilnahme bewogen haben mich vor allem zwei Aspekte: Erstens fand ich das Konzept der Staff Week spannend. Auch bei anderen Vernetzungsaktivitäten bekommt man ja immer wieder Eindrücke von anderen Hochschulen, doch es ist eher selten, dass man so intensiv in die Strukturen einer anderen Hochschule eintauchen kann. Das kannte ich aus dem Bereich Studium und Lehre so nicht. Zweitens hat mich die kleine Gruppengröße der Veranstaltung überzeugt. Das hat einen Austausch ermöglicht, der über ein oberflächliches Kennenlernen hinausgeht und eine sehr offene Diskussionskultur geschaffen.

    Die Kolleg*innen von der Universitätsbibliothek Braunschweig haben spannende Einblicke in ihre Arbeit gegeben, zum Beispiel zum Repositorium LeoPARD. Aber Katja Wermbter, Matthias Kissler und Carsten Elsner haben nicht nur „einfach“ referiert, sondern auch spannende Funfacts geliefert.

    – Karin Stork

DF: Wurden eure Erwartungen erfüllt?

KS: Ja, sogar übertroffen. Die Kolleg*innen von der Universitätsbibliothek Braunschweig haben spannende Einblicke in ihre Arbeit gegeben, zum Beispiel zum Repositorium LeoPARD. Aber Katja Wermbter, Matthias Kissler und Carsten Elsner haben nicht nur „einfach“ referiert, sondern auch spannende Funfacts geliefert. Mir war nicht bewusst, dass das Wappen der Löwenstadt Braunschweig auch Leoparden zeigt, und dass der „Leo“ im LeoPARD ja auch ein Löwe ist. Diese kleinen Zusatzinfos scheinen vielleicht nebensächlich, sorgen aber dafür, dass ich sicher nie mehr vergessen werde, wie das Repositorium der TU Braunschweig heißt. Neben dem sehr gewinnbringenden Austausch mit den anderen Teilnehmenden sind es für mich diese Details, die die Staff Week besonders gemacht haben.

JB: Ja, definitiv. Die  Braunschweiger Kolleg*innen haben sich richtig ins Zeug gelegt, uns ihre Strukturen, Entwicklungen und Herausforderungen aufzubereiten. Inhaltlich hat sich das für mich auf jeden Fall sehr gelohnt und ich konnte interessante Menschen von verschiedenen Hochschulen kennenlernen. Sowohl die Inputs als auch die Austauschrunden und Arbeitsphasen waren sehr anregend. Es gab auch immer genug Zeit, tiefer in die Diskussion einzusteigen und man musste nicht immer sofort schon zum nächsten Programmpunkt. 

    Am spannendsten waren für mich die Diskussionen über die Kooperationsstrukturen im Wissenschaftssystem und die strategischen Entwicklungen. Es wird ja immer klarer, dass nicht jede Hochschule für sich alleine Insellösungen schaffen kann und es verstärkt Kooperationen braucht.

    – Jasper Beyermann

DF: Welche Inhalte fandet ihr am spannendsten?

KS:  Für mich als recht unerfahrene Open-Access-Einsteigerin war die „Bring your own problem“-Session besonders interessant. Angefangen bei der Methode der Session: Jede*r konnte drei Problemstellungen aus dem eigenen Arbeitsalltag auf je eine Pappkarte schreiben. Die gesammelten Probleme haben wir nach Themen geclustert und dann mit Klebepunkten abgestimmt, welche Probleme wir im Plenum besprechen möchten. „Gewonnen“ hat das Problem der fehlenden Aufmerksamkeit für Open Access außerhalb der Open-Access-Bubble, sprich im Bereich vieler Forschender oder auch in einigen Leitungsebenen von Hochschulen - also genau dort, wo das Thema eigentlich viel präsenter sein sollte.

JB: Am spannendsten waren für mich die Diskussionen über die Kooperationsstrukturen im Wissenschaftssystem und die strategischen Entwicklungen. Es wird ja immer klarer, dass nicht jede Hochschule für sich alleine Insellösungen schaffen kann und es verstärkt Kooperationen braucht. Das gilt sowohl für der Ebene der technischen Infrastruktur als auch auf der Ebene der Organisation und vielleicht auch auf der Ebene der Finanzierung. Grade für kleine Hochschulen wird es immer wichtiger werden, von Verbundstrukturen zu profitieren. Deswegen war es äußerst spannend, von den Entwicklungen im TU9-Verbund zu hören und davon, dass die TU Braunschweig an Open-Source-Lösungen für die verschiedenen Herausforderungen im Kostenmonitoring arbeitet, die aktuelle viele Hochschulbibliotheken beschäftigen. Nur in solchen Kooperationen können wir das Publikationssystem langfristig bewusster gestalten.

DF: Gab es Schnittstellen zu euren aktuellen Projekten?

KS: Ich arbeite im Projekt KOALA-AV, in dem es um den Ausbau von konsortial finanzierten Diamond-Open-Access-Modellen und um die Vernetzung der beteiligten Akteure untereinander geht. Es gibt also mindestens zwei Schnittstellen zu meinem Projekt auf unterschiedlichen Ebenen: Erstens gab es die größten inhaltlichen Überschneidungen zu meinem Thema in der letzten Sitzung „Stand, Perspektive und Wahrnehmung von Diamond-OA-Büchern“. Und zweitens konnte ich mir viele tolle Methoden für Netzwerkveranstaltungen abschauen. Die Kombination aus Input durch die Vorträge  und den anschließenden Gruppenarbeits-Sessions, in denen wir über den Status Quo in unseren eigenen Einrichtungen sprechen und Ideen austauschen konnten, war optimal.

JB: Ja, eindeutig. Ich arbeite im Projekt P2P.OA.HAW. Wir erproben den Ansatz der Peer-to-Peer-Strategieberatung des Hochschulforums Digitalisierung für das Handlungsfeld Open Access an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW). Für mich war deshalb vor allem wertvoll, dass auch einige Vertreter*innen von HAW teilgenommen haben und ich von ihren Erfahrungen und Diskussionsbeiträgen profitieren konnte. Dabei sind mir die eigenen Herausforderungen von kleinen Hochschulen noch mal anders ins Bewusstsein getreten. Ich bin zwar an der Hochschule Bielefeld auch an einer HAW, aber wir haben über 10.000 Studierende und entsprechend andere Kapazitäten.

DF: Konntet ihr Anregungen mitnehmen für euren Arbeitsalltag?

KS: Vor allem die Gruppenarbeit zur letzten Sitzung, in der wir über Diamond-OA-Bücher gesprochen haben, hat mir gezeigt, dass es großen Bedarf an Diamond-OA-Modellen gibt. Aber auch, dass es teilweise Definitionsprobleme gibt und oft nicht klar ist, ab wann man von „echtem“ Diamond-OA sprechen kann. Transparenz in der Beschreibung der Funktionsweise von Diamond-OA-Finanzierung kann hier aber helfen. Da  konnte ich einige Anregungen für die Informationsveranstaltungen mitnehmen, die wir für KOALA-AV  konzipieren.

JB: Einige Punkte die ich hier nennen könnte, habe ich in den Antworten zuvor schon erwähnt. Was ich vielleicht noch unabhängig dazu herausstellen möchte, waren die Einblick in die Zusammenarbeit zwischen den Bibliotheken und der Hochschulleitung. Welche Gremien und Austauschformate gibt es hier und was hilft in der Kommunikation zwischen der eher strategischen und der eher operativen Ebene? Zu diesem Thema gab es immer wieder interessante Eindrücke aus den anderen Hochschulen.Diese Informationen könnten für meine zukünftige Arbeit wertvoll sein. Ein weiterer Punkt waren die Anregungen im Bezug darauf, wie man die Forschenden an der eigenen Einrichtung besser erreicht.

DF: Was würdet ihr euch für zukünftige Staff Weeks wünschen?

KS: Ich wünsche mir, dass der Programmrahmen wieder so eine gute Mischung aus Informieren und Austausch enthält. Zusätzlich wünsche ich mir als Kennenlern-Warm-Up den Klassiker „Ich packe meinen Koffer…“, aber mit dem jeweiligen Namen der Teilnehmenden, der Einrichtung, an der sie arbeiten und ihr Hauptanliegen, mit dem sie zur Staff Week gekommen sind. Also in etwa so: „Ich bin Karin, ich komme von der Uni Konstanz und bin bei der Staff Week, um möglichst viel über den Status Quo von Open Access an wissenschaftlichen Bibliotheken zu erfahren“.

JB: Ich würde den Programmrahmen auch ähnlich belassen und mir natürlich wünschen, dass die Mitarbeitenden der nächsten ausrichtenden Hochschule genauso motiviert in der Vorbereitung sind wie die Kolleg*innen der Universitätsbibliothek Braunschweig.

DF: Vielen Dank für das Gespräch!

Für 2024 und 2025 sind weitere Open Access Staff Weeks geplant. Informationen dazu finden Sie unter https://open-access.network/vernetzen/staff-week. Sobald die konkreten Termine und Ausrichtungsorte feststehen, werden die Informationen dort sowie in unserem Veranstaltungskalender bereit gestellt. Berichte über vergangene Staff Weeks finden Sie hier.
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<item><title>Editorial</title><link>https://open-access.network/blog/editorial</link><comments>https://open-access.network/blog/editorial#comments</comments><pubDate>Tue, 19 Dec 2023 12:59:00 +0100</pubDate><dc:creator>Martina Benz</dc:creator><dc:creator>Danny Flemming</dc:creator><dc:creator>Andreas Kirchner</dc:creator><guid>https://open-access.network/blog/editorial</guid><description>Herzlich Willkommen auf dem oa.blog!

Dieser Blog bietet Raum für Berichte, Infos, Kommentare und Diskussionen von der Open-Access-Community für die Open-Access-Community in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

open-access.network versteht sich als das zentrales Kompetenz- und Vernetzungsportal zu Open Access in Deutschland. Auf unseren Informationsseiten findet ihr ein breites Spektrum von Informationen zu relevanten Themen rund um Open Access – von A wie APC bis Z wie Zweitveröffentlichung. Über aktuelle Entwicklungen informieren wir euch in unseren News. Die Open-Access-Transformation ist aber so dynamisch, dass wir sie   in den bisher angebotenen Formaten nicht immer in der gewünschten Vielfalt abbilden können, z.B. wenn Entwicklungen kontroverse Diskussionen auslösen oder  den Charakter von Work-in-Progress haben.

    Deshalb haben wir diesen Blog ins Leben gerufen: Auf dem oa.blog soll Platz sein für (unterschiedliche) Meinungen und Austausch –aber auch für Werkstattberichte, Interviews, Kontroversen und ungewöhnliche Formate. Mitmachen ist dabei ausdrücklich erwünscht!

Der Blog soll einen Ort bieten, an dem sich die Open-Access-Community offen und konstruktiv austauschen kann.

Ihr wollt Teil des oa.blogs sein? Wir freuen uns über eure Beiträge!
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